Archive for Dezember 6th, 2016

 

Die dunkle Seite der Schokolade: Bitter, aber gar nicht zart

Kakao – die dunkle Seite einer süssen Verführung:

Nachdem wir uns alle an den süssen Köstlichkeiten, vor allem der Schokolade, sei es in fester, oder als Kakao in flüssiger Form, reichlich in der Weihnachtszeit erfreut haben, wird im Neuen Jahr wieder die Zeit des Fastens kommen, vor allem, um das Hüftgold oder den Winterspeck zu reduzieren. Es gab wohl kaum jemanden, der beim Anblick von Schokolade, Pralinen oder anderen Köstlichkeiten nicht schwach wurde. Der süsse Seelentröster, ein Stoff, der schon seit dem Altertum als leistungssteigernd und aphrodisierend bekannt ist, kurz um, ein magisches Wundermittel. Nach einer kurzen Atempause werden wir schon in wenigen Wochen erneut der großen Verführung zum Opfer fallen: Ostern naht mit all seinen Ostereiern und Osterhasen.

Süsse Verführung

Süsse Sünde mit Schattenseiten:
Nicht nur Kalorien.
quelle:wikimedia

Kaum einer macht sich Gedanken darüber, aus welcher Quelle die Köstlichkeiten auf den Ladentisch kommen. Die vorösterliche Fastenzeit ist aber ursprünglich nicht zum Abnehmen gedacht, sondern der Verzicht fordert zu mehr bewusstem Umgang mit der Umwelt, zu der auch die Nahrung gehört, auf. Zur Um- oder Mitwelt, wie manche es treffender ausdrücken, gehören auch die Menschen, die uns die selbstverständlich gewordenen Genussmittel Kaffeee, Zucker und eben auch Kakao zugänglich machen.  Alle diese stammen, wie auch viele mittlerweile unverzichtbare Gewürze, von Pflanzen der Tropen und damit der früher so bezeichneten “Dritten Welt”. Einer der Welt-Rohstoffe, Zuckerrohr hat immer ein “Geschmäckle” behalten, da es bis heute unter Umständen angebaut und verarbeitet wird, die mit Sklaverei in einem Atemzug genannt werden können. Die alte Triage, es gibt sie noch: Zucker-Rum-Sklaven. Wobei der Rum jetzt eher die Form von Brause-Getränken angenommen hat. Besitzt auch der Kakao, das einstige Mut-und Stärkungsmittel der Nativen aus Mittelamerika einen derartigen, bitteren Beigeschmack?

Wo in der modernen Welt liegen die überhaupt Anbaugebiete dieser Pflanze, die uns so viel Freude bereitet? Wie wird dort gewirtschaftet ?

Chuao_003
Kinderabeit auf Kakao-Plantagen.
quelle:wikimedia

An den Anbau- und Erntebedingungen der Frucht hat sich seit dem vierten Jahrhundert nach Christus, als die Tolteken, südamerikanische Ureinwohner, die “Speise der Götter” angeblich erstmals als Genussmittel entdeckten, wenig geändert. Kakaobäume lieben es warm; sie wachsen nur im Gebiet um den Äquator herum, also in Mittel- und Südamerika, Afrika und Südostasien. Gleichzeitig sind sie sehr anfällig für Schädlinge und Dürreperioden. Wie die Ernte ausfallen wird, lässt sich also nie vorhersagen. Um einen möglichst gleichbleibenden Ernteertrag zu gewährleisten, werden Pestizide verwendet, die bei uns sicherlich verboten wären.

Schon der Aufwand bei der Ernte ist groß und die Weiterverarbeitung ist arbeitsintensiv. Die reifen Früchte können nur mit der Machete von den Ästen abgetrennt werden. Die von einer schleimigen, weißlichen Masse umgebenen Samenkerne müssen von Hand aus der Schale befreit werden. Anschließend lässt man sie mehrere Tage fermentieren, damit die herben Gerbstoffe oxidieren. Die nunmehr braunen Kerne werden dann getrocknet. In manchen Gegenden geschieht das in Trockenöfen, die auf 60 Grad aufgeheizt werden. Häufig werden die Samen noch auf dem Ofen mit den Füßen bearbeitet, um klumpenfreien Rohkakao zu erhalten, der schließlich in die Weiterverarbeitungsländer verschifft werden kann. Eine Automatisierung der Ernte ist kaum möglich.

Man könnte meinen, dass sich nur die Reichen dieser Welt Produkte leisten könnten, die in grösseren Prozentsätzen Kakao enthalten. Dies ist aber ein Irrtum, wir alle können schon für wenig Geld Schokoladen-Produkte erstehen. Schokolade ist häufig sogar ein billiges Sonderangebot im Supermarkt. Pro Jahr konsumieren allein wir Europäer 1,5 Millionen Tonnen Schokolade ( dies entspricht ungefähr 15 Milliarden Tafeln). Jeder Deutsche isst ca. 11 kg Schokolade pro Jahr. Allerdings: Das  funktioniert nur, wenn der hohe Aufwand der Ernte und der ersten arbeitsintensiven Bearbeitung möglichst gering entlohnt werden.Die Kakaobauern erhalten für einen Kilogramm Kakao, aus denen ca. 40 Tafeln Schokolade produziert werden, gerade einmal einen Euro. Bereits die Exporteure verlangen für das Kilogramm Kakao 2,50 € und machen somit enorme Profite.

Die zynische Lösung dieses „Problems“ wird  durch Kinder- oder Sklavenarbeit realisiert.

Die Früchte werden tatsächlich überwiegend von Kindern, auch schon jüngeren Alters (8-10 Jahre), geerntet. Weltweit schuften weit mehr als 200.000 regelrechte Kindersklaven, die Dunkelziffer ist sicherlich noch höher, auf den Kakaoplantagen ohne einen einzigen Cent. Viele der Kinder wurden und werden aus Mali verschleppt und auf die Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste verkauft. Ein Kind kostet nach Angaben eines Plantagenbesitzers, der von den Reportern befragt wurde, ca. 230,-€ und kann dafür unbegrenzt ausgebeutet werden. Aber auch etwa 90 Prozent der Kinder von kleinen Kakaobauern müssen auf deren Plantagen schuften und können nicht zur Schule zu gehen.
 Sie werden geschlagen, zur Arbeit angetrieben und streng bewacht. Mindestens die Hälfte von ihnen leiden unter Migräne, Übelkeit, Schwindel und Erbrechen. Der Grund hierfür sind die Pestizide, die beim Kakao-Anbau reichlich eingesetzt werden.

Die Umweltorganisation Greenpeace stieß auf alarmierende Zustände. Sie berichtet von Zehnjährigen, die im Kakaogürtel der Elfenbeinküste durch die harte Arbeit wie müde Alte aussehen und unter Hautkrankheiten sowie schweren Verletzungen leiden, teils zugefügt von Arbeitgebern. Sie müssten ohne Schutzkleidung mit Macheten und Pestiziden hantieren, stundenlang unter sengender Hitze für Hungerlöhne arbeiten, würden teils aus Mali und Burkina Faso verschleppt und auf Plantagen eingesperrt, nur mit einem Minimum an Essen und Trinken. Ähnliche Zustände kennt man auch von den schon genannten Zuckerrohrplantagen in Mittel-und Südamerika, wo der zweite Schokoladengrundstoff herkommt, vor allem in den USA.

Genet at the German language Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], from Wikimedia Commons
Inneres der Kakao-Schote.
quelle:wikimedia

Einer der Kämpfer für die Kinder ist der Journalist und Dokumentarfilmer Miki Mistrati. Er reiste nach Afrika und beobachtete, wie Kinder über mehrere 100 Kilometer in die Gebiete des Kakaoanbaus verschleppt wurden und dort Schwerstarbeit auf den Plantagen verrichten mussten. Nachdem er in der Presse bekannt machte, dass Kindersklaverei zum Alltag auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste gehörten, versuchten die großen Schokoladenhersteller wie Nestle, Mars oder Cargill  das schlechte Image zu verbessern und wieder das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen. Sie versprachen Schulen, medizinische Versorgung, Bildungsprogramme. So sollte das Leben der Kinder und der Bauern vor Ort erträglicher werden, damit wir in Deutschland Schokolade wieder ohne schlechtes Gewissen genießen können. Doch die Realität sieht anders aus. Wir sind ja weit weg von den Plantagen. Miki Mistrati wollte die wundersamen Programme der Schokoladen-Multis überprüfen. Doch er durfte in die Länder, die Kakao anpflanzen, nicht einreisen. Die Botschaft der Elfenbeinküste erteilt Visa für Reporter nur, wenn eine Einladung der Schokoladenindustrie vorliegt. Doch alle Schokoladenfirmen und Verbände verweigerten diese Einladung. Eine Allianz des Bösen, gefördert duch Korruption und politische Instabilität. Gefährlich ist die Recherche zudem: Ein Journalist ist bei seinen Nachforschungen unter ungeklärten Umstanden verschwunden. Mafiöse Zustände, also. Dennoch gelang es einem Fernsehteam, an die Elfenbeinküste zu reisen. Die investigative Dokumentation “Schmutzige Schokolade” von 2010 schaut einer Branche auf die Finger, die seit Jahrzehnten weiß, dass sie ein großes Imageproblem hat. Missbräuchliche Kinderarbeit sei unter keinen Umständen akzeptabel, so immer wieder ihr Versprechen an die Verbraucher. Viele Firmen verweisen auf ihre Zusammenarbeit mit Zertifizierern wie Rainforest Alliance und UTZ, deren Gütesiegel auf den Schokoprodukten dem Verbraucher mehr Sicherheit geben soll, Produkte aus Kinderarbeit zu vermeiden. Wie es aber tatsächlich vor Ort aussieht, das zeigt Miki Mistrati in seiner Dokumentation von 2010. Er konfrontiert Hersteller und Zertifizierer mit schockierenden Bildern.

Warum verbessert sich kaum etwas an diesen Zuständen?

Zuviele können profitieren: Schon der Kinderhandel ist lukrativ. Der Schlepper oder Sklavenhändler verdient, wie schon erwähnt, pro Kind ca. 200-300 € (***siehe Zusatz). Minderjährige wurden, zum Teil mit falschen Versprechungen aus den bitterarmen Nachbarländern Mali und Burkina Faso in die produzierenden Länder gelockt oder zum Teil aber auch einfach entführt. Das Kinderhilfswerk Unicef schätzt, dass jährlich 200.000 Minderjährige allein in Westafrika verschleppt werden, um als billige Arbeitskräfte zu dienen, und die internationale Arbeitsorganisation ILO vermutet, dass in ganz Afrika 30 Millionen Mädchen und Jungen unter 14 Jahren zum Arbeiten gezwungen werden. In den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste sind Kindersklaven besonders begehrt.

Kako-Baum (ein Sterkuliengewächs) mit den direkt den Ästen entspringenden Schoten.
Kakao-Baum (ein Sterkuliengewächs)
mit den direkt den Ästen entspringenden
Schoten. quelle wikimedia.

Ein westafrikanischer Kleinbauer, der seine eigenen Kinder ausbeuten muss, verdient mit seiner Jahresernte an Kakao nach Angaben des Vereins Transfair nur etwa 150 Euro im Jahr. Hinzu kommen die stark schwankenden Weltmarktpreise: In den vergangenen zehn Jahren zahlten die Abnehmer in Europa oder den USA mal 800 Dollar pro Tonne, mal aber auch 3700 Dollar. Derzeit liegt der Preis bei 2700 Dollar. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass Kinderarbeit und Sklaverei weiterhin eine Chance haben bei der Kakaoproduktion, denn ohne billigste Arbeitskräfte ließen sich niedrige Endverbraucherpreise nicht halten.

Der Käufer der Schokoladentafel oder des Kakaogetränks im Supermarkt weiß freilich immer noch zu wenig von den Produktionsbedingungen. Als der britische Fernsehsender Channel 4 im Herbst 2000 eine Dokumentation über die “chocolate slaves” ausstrahlte, war die Überraschung und die Empörung groß. Britische Schokoladenhersteller verpflichteten sich daraufhin, bis spätestens Juli 2005 keinen Rohkakao mehr zu kaufen, bei dessen Herstellung Kinderarbeit im Spiel sei. Das Ziel wurde freilich verfehlt, man wollte es bis 2009 erreicht haben, aber wie die Doku “Dark Side of Chocolade” von 2010 zeigt, hat sich nicht viel verbessert.  Wer also sichergehen will, ist weiterhin auf Schokolade aus fairem Handel angewiesen, die inzwischen von mehreren Einzelhandels-Organisationen vertrieben wird. Dennoch, auch die großen Hersteller beginnen unter dem Druck der Öffentlichkeit, ihre Verantwortung anzunehmen. Man setzt, wie der Schweizer Konzern Barry Callebaut, verstärkt auf die Zusammenarbeit mit Musterfarmen in Ghana, wo die Bauern immerhin 70 Prozent des Weltmarktpreises bekommen. Zum Markenportfolio der Schweizer gehört auch Sarotti, und natürlich wäre es der Marke nicht zuträglich, würde sich der berühmte “Sarotti-Mohr” als geprügelter und geknechteter Kindersklave entpuppen.

Schokolade is(s)t in aller Munde, doch die meisten Menschen denken nicht darüber nach, unter welch unzarten Bedingungen die Inhaltsstoffe ihrer lila Kuh-Tafel oder des Power-Schokoriegels eigentlich gewonnen werden. Denn gerade bei konventionellen Industriewaren – anders, als es einem die Werbung mit Handarbeit unter Verwendung bester Zutaten suggerieren soll – bedeutet dies, dass alles, was in so einer Schokolade steckt, unter maximalen Kostensenkungskriterien hergestellt wird.

Selbst die versprochene Alpenmilch kommt von Kühen, die in Massentierhaltung aufwachsen und durch entsprechendes Kraftfutter (wieder aus der dritten Welt, oder möglicherweise gar “pfui Teufel-” aus Genmais? ) zur maximalen Leistung angetrieben werden – Profitmaximierung! Der Begriff ist ohnehin nicht geschützt, und kommt das Freihandelsabkommen mit den USA wird solcher Etikettenschwindel noch mehr um sich greifen. Das gleiche gilt auch für die restlichen Ingredenzien. Soweit sie auf Feldern angebaut werden, werden auch sie mit Pestiziden beaufschlagt. All das ist zwar gesetzlich erlaubt, aber es gibt Einem doch zu denken. Billige Schokolade enthält ausserdem noch zuviel Zucker, künstliche Aromen und ist daher auch vom Genusserlebnis als minderwertig anzusehen !!

Und trotzdem rennen viele zum Discounter und freuen sich, wenn sie wieder billigste Schokolade im Regal sehen!!! Warum müssen es immer Unmengen sein ? Qualität vor Quantität – weg vom amerikanischen “Super Size Me!”. Zu fett sind wir doch sowieso schon.

Was können wir als Verbraucher tun? Entscheidung leicht gemacht?

Einkaufen wird immer komplizierter. Für viele Kunden ist es nicht klar ersichtlich, welche Zutaten wirklich im Produkt stecken, woher sie kommen, welchen Anteil sie haben, usw. Eine klare Kennzeichnungspflicht besteht ja nicht immer.  Deshalb wurden Siegel (Labels) entwickelt, die für soziale und teilweise auch ökologische Mindeststandards stehen. Die Einhaltung der Standards wird, nach Angaben der Organisationen die sie vergeben, überwacht. (Wie auch immer: Da ich selbst im QM-Business tätig bin, weiss ich wie stark der Drang zur Schönfärberei ist, und wie schwierig aufzudecken). Dazu kommt mittlerweile auch eine gewisse Werbewirksamkeit der Fair-und Öko-Zerts.

schoko

Selbermachen: Schokoknusperlis aus fairen Bio-Zutaten

Fairtrade” ist eines der bekanntesten Siegel: Im Jahr 2012 lag der Umsatz in Deutschland mit Fairtrade-Produkten bei rund 533 Millionen Euro. “Fairtrade” will durch etwas höhere Preise für die Rohstoffe die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern verbessern.

GEPA – The Fair Trade Company” ist ein großer Importeur fair gehandelter Lebensmittel aus den südlichen Ländern. Es ist ein Siegel mit hohen Anforderungen für die Hersteller, häufig auch BIO-Qualität.

UTZ Certified” garantiert nach eigenen Angaben: nachhaltigen Landbau und bessere wirtschaftliche Bedingungen für die Bauern. Das UTZ-Programm ermöglicht den Bauern, bessere Anbaumethoden zu erlernen, ihre Arbeits-bedingungen zu optimieren und besser für ihre Kinder und die Umwelt zu sorgen.

Rainforest Alliance” verspricht nachhaltige Anbaumethoden. Dabei geht es neben besseren Arbeitsweisen und mehr Arbeitssicherheit auch um Umweltschutz, soziale Gleichstellung und bessere ökonomische Bedingungen für die Bauern.

Die Organisation “Sourcetrust” in Ghana überwacht zum Beispiel für die Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli. Der Kakao von Sourcetrust lässt sich bis ins einzelne Dorf zurückverfolgen.

Flo-Cert” ist eine unabhängige Organisation in Deutschland, die für Fairtrade-Farmen inspiziert und zertifiziert. Flo-Cert leistet Gewähr dafür, dass Hersteller und Händler internationale Standards des fairen Handels einhalten.

Manche reden von Konsumverweigerung wie beim früheren Apartheits-Südafrika.

Doch Vorsicht: Ein Boykott will gut überlegt sein. Wenn etwa keiner mehr Schokolade von der Elfenbeinküste kauft, stehen die Kleinbauern ohne Einnahmen da. Nicht den Sack schlagen, wenn man den Esel treffen will.

Hinweis: Bitte schaut Euch diese Webseite an, wenn Ihr nicht schon die Links verfolgt habt:

  • www.thedarksideofchocolate.org
  • Die katastrophalen Zustände, unter denen die meisten Kinder arbeiten müssen, sind schon seit Jahren bekannt und wurden sowohl im Internet als auch durch den Fernsehsender ARD veröffentlicht. Besonders jetzt, in der vom Aufruf zu mehr Achtsamkeit geprägten Fastenzeit, möchte ich daher intensiv auf das himmelschreiende Unrecht hinweisen, das die ARD zuletzt in ihrer Dokumentation Schmutzige Schokolade (Dark Side of Chokolade) aufgezeigt hat.
  • Der Film ist noch in der Mediathek.
  • Wer diesen Bericht gesehen hat, kann nicht mehr guten Gewissens Schokolade essen.

***Zusatz, gefunden im WWW:

Kakaoernte mit tausenden Kindersklaven

Eine Form der sogenannten ethnischen Sklaverei existiert im Sudan und in Mauretanien. Dort betrachtet eine arabische Herrschaftsschicht die schwarzafrikanische Bevölkerung als Eigentum. Bereits fünf mal hat Mauretanien Sklaverei per Gesetz verboten – das letzte Mal 2007. Geändert hat dies nichts. Vermutlich 600.000 Sklaven, 20 Prozent der Bevölkerung, sind weiter der Willkür ihrer Besitzer ausgeliefert. Sklavenhändler verschleppen Kinder in Westafrika und verkaufen sie zum Stückpreis von 30 bis 300 Dollar an die Kakaoplantagen der Elfenbeinküste.

In einem weiteren Bericht ist zu lesen:

Rund 35 Prozent der weltweiten Kakaoernte wird dort produziert – mit Hilfe zehntausender Kindersklaven. Die Sklaverei erlebt im Zeitalter der Globalisierung eine neue Blüte. Das Volumen des Menschenhandels hat sich seit Mitte der 1990er Jahre weltweit vervierfacht. Am Berliner Institut für Menschenrechte weiß man, dass dies nicht nur ein Problem ferner Armutsregionen ist. “Wir haben Sklaverei oder Sklaverei ähnliche Zustände 2011 auch in Deutschland. Wir haben ein ganz breites Spektrum an Arbeitsausbeutungen und am Ende dieses Spektrums stehen die Sklaverei ähnlichen Verhältnisse,“ so Heike Rabe vom Projekt “Zwangsarbeit heute”.

Wir reden immer davon, dass wir moderne Menschen zivilisierter seien als unsere Altvorderen. Wo bitte? Wenn es uns ungestraft möglich ist, scheinen wir noch in der Sklavenwirtschaft der Antike festzustecken! Oder ist dies schon die vielbeschworene Gesellschaft von Morgen, wo nur noch der Kommerz zählt, wo es arbeitsbienenartige Untermenschen gibt. Dies erinnert mich an die sozialdarwinistischen Ansichten des Kolonialzeitalters, oder seines Möchte-Gern Nachfolgers, den Nationalsozialisten.  Oh Schreck! Liegen diese Grausamkeiten  wirklich in der  Vergangenheit oder stellen sie schon wieder die gruselige Zukunft dar??!!

Denkt man an die Produktionsbedingungen beim Elektronikhersteller FOXCOM oder der Textilindustrie in China, Thailand oder Indien, wo Produkte für uns billigst unter ebenfalls Sklaverei-ähnlichen Arbeitsbedingungen hergestellt werden, um bei uns wiederum billig, aber immer noch mit gewaltigen Gewinnen verkauft werden:  Die Globalisierung des  postindustriellen Zeitalters ist wohl wirklich nur als neoliberale Fortsetzung des Kolonialismus zu sehen. East India Trading Company, holländische Handelskompagnie oder schweizerische Lebensmittel-Multis und die Zuckerbarone aus den USA, wo ist der Fortschritt, wo der Unterschied? Wohl nur, dass man die Ausbeuterei mit moderner Technik und schnelleren Transportwegen noch effizienter betreiben kann. Dass man auch die Waffen sprechen lässt, wenn die Pfründe gefährdet sind, wurde auch schon längst bewiesen – nur heute lässt man die Ausgebeuteten gleich auch die Stellvertreterkriege führen. Dann spart man die Kosten für die Truppen und verdient mit den Rüstungsgütern gleich noch mal.

O Brave New World – that has such people in it!

(nicht nach Shakespeare, sondern nach Huxley!)

Quellen: Wikipedia, TV-Doku (ARD-Mediathek) und aktuelle Tagespresse

Ein Nachtrag: Auch bei uns läuft was falsch – die eigene Bevölkerung wird zusehends auf Hartz IV Niveau herabgewürdigt oder in Zeitarbeitsvertägen zu Dumpinglöhnen geknebelt. Dazu holt man dann noch millionenfach Wirtschaftsmigranten (keine Flüchtlinge) ins Land, um die Situation zu verschärfen, künstliche Verknappungen zu erzeugen. Auch schon fast wie im Kolonialismus – oder wie zu Dickens Zeiten! Einige wenige gewinnen schamlos und skandalös an der Not, der Rest wird in einer abhanden gekommenen Demokratie mundtot gemacht oder wirtschaftlich ruiniert. Die Ausplünderung unserer Sozialsysteme durch Import von Beziehern wird die Gesellschaft endgültig entsolidarisieren – auch das ist eine geplante Entwicklung. Solange die Mehrheit sich gegenseitig zerfleischt und um die letzten Almosen wie Hunde kämpft, können Superreiche ungestört ihren Machenschaften nachgehen. Der Globus gehört ihnen sowieso schon. Unangefochten? Das liegt an uns – noch. Nur eine starke Mittelschicht, das hat die Geschichte uns gezeigt steht für bürgerliche Freiheit und Wohlstand für viele – und für Widerstand gegen Despoten (frz. oder amerikanische Revolution). Deshalb soll sie jetzt vernichtet werden. Aber – aus ihrer Mitte kamen auch die ehemaligen Gründer und Innovatoren, die Nobelpreisträger und Genies – oder habt Ihr schon was in dieser Hinsicht von den Abkömmlingen von Multimilliardären gehört – wohl eher nicht.

Posted by on Dezember 6th, 2016 Kommentare deaktiviert

Fraktale Welten: Dreaming like Salvador

Dreaming of Salvador (Dali).©scrano 2016 model:jamari lior

Phantastische Welten: Dreaming like Salvador (Dali).
©scrano 2016 model:jamari lior

  • Homage an Salvador Dali, enfant terrible und Meister des Surrealen.
  • Sonne im Stier, Mond im Widder, ASC Krebs – dominanter Uranus und Neptun.
  • Das Stierkampfmotiv taucht in den Werken Salvador Dalis, wie auch bei anderen spanische Malern, etwa Goya oder Picasso auf. Allerdings war Dali mehr an der Mythologie interessiert, wie dem Minotauros und dem Mithras-Stier, als an dem Geschehen in der Kampfarena.
  • Der Stier gilt als Symbol der kosmischen Schöpfung, er ist mit den alten Fruchtbarkeitsgöttinnen assoziert: Inanna, Ishtar oder die kretische MAgna MAter
  • Im Mithras-Kult gilt die Stiertötung als Akt zur Einleitung eines neuen Weltzeitalters.
  • Stierkampf ist uralt und wurde bereits bei den Kretern praktiziert – jedoch waren deren Stierspiele wahrscheinlich unblutig, eine Mutprobe als Initiation der Jugend – dennoch sehr gefährlich. An diesen als “Stierspringen” bekannten Ritualen nahmen  Mädchen und Jungen ateil.
  • Die moderne Stiermetzelei und auch das Stiertreiben von Pamplona braucht es wohl heutzuage nicht mehr, sie sind ein trauriger Abklatsch und eine Perversion des einstigen Stierkults im Mittelmeerraum.

* 11.5. 1904 in Figueras, Spanien.

Radix Salvador Dali

Radix Salvador Dali

Das T-Quadrat Neptun-Uranus mit dem Mond konjunkt am MC bestimmt wohl sein Kunstschaffen – modern, wagemutig und provokant, aber sehr emotional und voller Traumwelten. Der impulsive und leidenschaftliche Widdermond an der Spitze des T-Quadrates  ist besonders einflussreich, da er sein Geburtsherrscher (ASC Krebs) ist und gleichzeitig eleviert steht. Mit Sonne und Venus im Stier besass Dali ein Geschick für präzise handwerkliche Fähigkeiten – sein Stil entsprach der Maltechnik der alten Meister.  Der Tod, okkulte und abseitige Dinge (Pluto in 12, Saturn in 8 dazu im Trigon) , aber auch Religion inpirierten viele der Motive seiner Bilder. Er interessierte sich auch für das Medium Film (Neptun) als künstlerische Ausdrucksform,  oder wissenschaftliche und medizinische Neuerungen wie die Psychoanalyse (Uranus, Pluto in Haus 12) von Sigmund Freud. Beide Themen flossen in seine gemeinsame Arbeit mit Alfred Hitchcock ein:

Moderne Version der Traumsequenz aus dem psychologischen Thriller “Spellbound” mit Musik von Eurythmics.

Ausserdem war Dali, wie Escher begeistert von “unmöglichen” Geometrien – eines seiner berühmtesten Werke zeigt in einer Kreuzigungs-Szene sogar einen Tesseract oder Hypercube in seiner 3D-Explosions-Projektion: So ergibt sich ein aus Würfeln aufgebautes, 4-dimensionales  Kreuz, an dem Christus hängt. Ob Dali wohl auch an Fraktalen sein Vergnügen gehabt hätte?

Minolta DSC

Stierspringer auf einem Fries im Palast von Knossos, Kreta.
quelle: PD via wiki.

Fraktalbilder der Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

Posted by on Dezember 6th, 2016 Kommentare deaktiviert