Jamilla sagt: Quo Vadis – Humanitas?

Wie manche menschliche Zeitgenossen denken und handeln … einfach unglaublich!

Wie manche menschliche Zeitgenossen denken und handeln … einfach unglaublich!

Spätestens im Sommer werden die Tierheime mit den Haustieren, die dieses Weihnachtsfest  ganz oben auf dem Wunschzettel der Kinder an das Christkind oder Santa Claus gestanden haben konfrontiert. So manches landet als lebendiges Geschenk unter dem Weihnachtsbaum. Naht dann die Ferienzeit und steht die geplante Urlaubsreise an, werden viele dieser Haustiere ausgesetzt, als ob sie eine lästige Sache wären, die man einfach loswerden kann.  Man findet sie in einer Schachtel auf der Schwelle, oder aber es werden Hunde  mit der Leine an Bäume irgendeines Rastplatzes entlang der Urlaubsroute festgebunden. So berichten jedenfalls jedes Jahr die Medien, die mit Tierschützern bzw. Personal von Tierheimen sprechen. Zugleich erleben plötzliche Ausbrüche von Tierhaarallergien ein Jahreshoch. Was sind das für Soziopathen- Kretins, die wehrlose, ihnen anvertraute Geschöpfe so behandeln ? Denn zu einer Gemeinschaft emphatischer Wesen gehören sie meiner Meinung nach nicht mehr.  Empfindungsfähige Lebewesen werden einfach als Dinge betrachtet, die man, wenn man ihrer überdrüssig ist, entsorgt.  Wenn ich mich dafür entscheide, ein Tier in meine Familie aufzunehmen, dann habe ich auch eine moralische Verpflichtung, mich so gut es geht um das Tier zu kümmern. Es IST auch ein fühlendes Wesen, mit einem Bewusstsein, das unter solcher Behandlung leiden kann wie ein Mensch.  Die Gründe für diese Wegwerfmentalität fallen entsprechend aus: “Man will doch nur den „wohlverdienten  Urlaub“ machen, da stören die Haustiere”. Früher sagte man, der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, nun wird er abgeschoben. Vielleicht kann man sie auch dort hin, wohin die Reise gehen soll, nicht mitnehmen und eine Unterbringung würde zu sehr die Urlaubskasse belasten?  Das Tier – ein Konsumgut …? Ich will hier nicht dem Vegetarismus das Wort reden, aber muss es Fleisch aus Massentierhaltung sein ? Mit allen damit verbundenen Schreckensbildern ? Bei der Jagd wurde wenigstens ein natürlicher Ablauf im Räuber/Beute Zyklus der Nahrungskette gewahrt. Und man war sich dessen bewusst, dass der Preis für das Fleisch der Tod eines anderen Wesens ist.  Man fragt sich woher solche Einstellungen kommen, dieser Mangel an Achtsamkeit auf das, was mit einem den Globus bevölkert – mit dem GLEICHEN Recht wie die Menschheit.  Ist die einfältige Auslegung der Lehren der Buchreligionen schuld, wonach der Mensch über allen anderen Geschöpfen stünde? “…. machet Euch die Erde unmafiocattertan”,  soll wohl hoffentlich keine Aufforderung zu Raub und Plünderung sein! Gut, “… seid Fruchtbar und mehret Euch” , kann man heutzutage eher als “seid FURCHTBAR” uminterpretieren. Aber selbst dem Gott der Bibel will ich zugutehalten, dass als er solcherlei Auswüchse, wie wir sie immer mehr vorfinden, wohl nicht gutheissen kann. Zumal sich die Propheten des Alten Testaments ofttmals gegen die nach Tierfleisch hungernden Opferpriester des Jahwe-Kultes ausgeprochen haben, und Jesus im Neuen Testament etliche Äusserungen zugunsten einer vegetarischen Lebensführung macht – viele davon haben die Kleriker aus der neu christianisierten römischen Oberschicht wegen ihrer Freude an Schlemmerorgien einfach zensieren lassen. (Briefe des hl. Hieronymus, einem der frühchristlichen Bibelübersetzer).Und zweifellos darf man die angeblich so fortschrittlichen Anschauungen der Aufklärer auch nicht ausnehmen: So grusele ich mich immer noch wenn ich an den Ausspruch von deren Oberguru Descartes denke: “Die Schmerzensschreie eines Tieres gleichen dem Quietschen einer Maschine”. Rousseau war herzlos zu seinen Kindern, die er allesamt in ein Waisenheim abschob. Voltaire war ein boshafter alter Mann, der die Sklaverei und den Rassismus befürwortete. Egal ob von Gottes Gnaden oder aus angeblich wissenschaftlicher Sicht, diese Selbstüberhöhung der Menschen ist nicht nur bizarr, sie wird auch unseren Untergang besiegeln. Wir schaffen es ja nicht einmal, unsere Population einigermassen zu beschränken, nein, wir sind ein Krebs auf dieser Welt geworden. Wachstumswahn  dieser Art ist ein Fluch, der alles durchdringt, weil er auf Gier gegründet ist. Diese obszöne Grundhaltung ist ein Muster, das überall zu finden ist, unsere gesamte Wirtschaft basiert darauf.  Alles ist nur eine Resource geworden, nach ihrem Warenwert taxiert, nicht nur die Tiere: Human Resources - welch ein Zynismus! Mangel an Empathie kommt auch von bewusster oder unbewusster Ignoranz, besser wir schauen weg, wenn ein Stressfaktor für unser Moralempfinden und unsere Bequemlichkeit ins Blickfeld gerät. Die oben genannten “Weltanschauungen” als Legitimation helfen gut dabei,  das Unbehagen zu verdrängen.

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Vertrauensvoll in die Zukunft blicken? Das sollte für alle fühlenden Wesen dieses
Planeten gelten. Denn sonst ist der Mensch trotz oder gerade wegen seiner
Intelligenz die armseligste Kreastur auf dieser Welt.

In den meisten alten heidnischen Kulturen mit ihren Naturreligionen haben die Menschen die Umwelt und auch die Tiere hoch geachtet, denn sie waren auch von direkt davon abhängig. Sie versuchten in  einer halbwegs symbiotischen Beziehung mit ihrer Mitwelt zu leben. Wenn sie gegen diese Regel handelten, wurden sie relativ schnell abgestraft, wie das Verlöschen der Kultur der Anasazi, Maya oder das Schicksal von Rapa Nui zeigt. Diese Furcht vor der Hybris als schlimmster Sündenfall steckt auch in der Vorstellung der alten Griechen mit Astraea als Sinnbild der natürlichen Ordnung oder bei den Ägyptern mit der Maat. Das drückt sich auch in der Überlegung aus, dass die natürliche Gesetzgebung über den Olympiern steht. Zeus war nur Verteidiger von Recht und Gesetz, nicht der Gesetzgeber. Beide Figuren, Maat und Astraea besitzen eine Waage als Symbol des Ausgleichs.  In der hermetischen Philosophie wird dies  durch das Prinzip von “actio=reactio” ausgedrückt, wie wir das auch aus der Newton’schen Mechanik kennen. Sir Isaac Newton, ein grosser Verfechter der Hermetik übrigens, war auch ein Katzenfreund und der Erfinder der Katzenklappe.  Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass die Göttin Astraea einen strafenden Aspekt besitzt, die Nemesis, die selbst die anderen Götter fürchteten. Für Nemesis und Hades gilt, dass über Dinge in ihrem Einflussbereich keinerlei Verhandlungsspielraum mehr existiert.

Nur ein Zurückbesinnen darauf, dass wir Gäste auf unseren Planeten sind und mit der Umwelt, den Tieren und Pflanzen, sorgsam umgehen, kann den unausweichlichen Untergang der Menschheit (bald 10 Milliarden) aufhalten. Dazu gehört auch Bildung und Aufklärung zu verbreiten, denn Mangel an Verständnis und Empathie ist oft wie schon erwähnt verursacht durch einen Mangel an Wissen, oder die Indoktrination mit unsinnigen Glaubenslehren. Letzteres dient oft nur dazu durch die Vermehrung der Kopfzahl ungebildeter, abhängiger Schäflein die eigene Machtposition zu stärken. Zu diesen Irrlehren gehört auch die Theorie vom unbegrenzten Konsum, weil die Weltwirtschaft nur durch Wachstum definiert sei.  ”Wir pfeifen auf Ernährung, wir machen nur Vermehrung!”, ein zynischer Satz, der schon in den Achtziger Jahren den Vertretern diverser reaktionärer Glaubensgemeinschaften vorgehalten wurde. Leider hat man wohl nichts dazugelernt. Vom Lager der kaltherzigen Nihilisten, auch bekannt als Wirtschaftsbosse, kann man sowieso keine Einsicht erwarten.

Bessert Euch!

Eure Jamilla

minijamiEin Nachtrag: Neulich habe ich den Film “A World Beyond” gesehen … nett von Dir George (Clooney), der Zukunft der Menschheit noch eine Chance zu geben …! Aber die Träumer und Querdenker, die es braucht eine Welt jenseits des Mammons und er brutalen Gier oder der totalen Verdummung durch dogmatische Religionen zu gestalten, wirst Du bald nicht mehr finden. Das Basteln von Tomorrow-Buttons für solche Menschen  kannst Du Dir wohl schenken …? Die Gates, Zuckerbergs, Bushs und ähnliche Zeitgenossen überwiegen wohl die Teslas, Einsteins oder Feynmans bei weitem. Steve Jobs war “a man in the middle”, von Uranus befeuert, der Verführung Plutos erlegen und selbst ein neptunischer Svengali und Guru. Wenigstens hatte er anfangs eine Idee, die noch in Ansätzen humanitär war … Edison: Als Weltverbesserer gescheitert, wurde er ein machtbesessener Tyrann – das Schicksal manch eines Uranus-umgetriebenen Innovators, der im Alter zum unflexiblen Despoten wurde. Die schöpferische Kraft des gestürzten Himmelsvaters und seines Alter Ego Prometheus ist stark in allen Querdenkern und Erneuerern. Auch in Revolutionären …  Das bringt mich wieder zu Geoge Clooney. Wie sagte er so schön:” Die alte Struktur muss weichen, das Gebäude abgerissen werden …” Recht hast Du ja, dann fang mal an:  Use the Force … George ! Allerdings: Verschone uns mit diesem technophilen Disneyland – schenk uns lieber eine Zukunft wie bei den Nox in Stargate SG-1, wenn es schon ein SciFi Utopia sein soll. Ach ja, Kaffee in Plastik/Alucontainern ist eine Umweltsauerei – Du Pharisäer. aber “pecunia non olet!” Noch nicht mal nach Kaffee.

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This entry was posted on Samstag, Dezember 10th, 2016 at 06:35 and is filed under Daily Sledgehammer, Freimaurer Ecke, Jamilla sagt, Katzen, Philosophie, Political Incorrectness, Vitriol, Zeitgeist. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

6 Responses to “Jamilla sagt: Quo Vadis – Humanitas?”

  1. wutbaer Says:

    Liebe Autorin,

    sie sprechen mir aus dem Herzen.
    Es gibt nur ein Lebewesen das so grausam, so naturverachend und asozial ist und das sind wir Menschen, die angebliche Krone der Schöpfung.Bei Tieren geht es ums Überleben, wenn sie ihre Beute aufstöbern, angreifen, töten und letztlich fressen.
    Bei uns geht es nicht ums nackte Überleben. Die Kirche suggeriert den Menschen, dass sie sich uneingeschränkt vermehren müssten. Mit traurigem Erfolg !!
    Wir sind einfach zu viele Menschen auf der Erde und spezial in einigen Regionen. Denkt man an die Großstädte wie Tokio oder London, wo Millionen von Menschen auf engstem Raum leben und sich das Leben schwer machen. Zuviele Menschen auf knappem Raum erzeugt asoziales Verhalten. Wir leben mittlerweile bewusst gegen die Natur, was ein böses Ende finden wird.

  2. Ambrosia Says:

    Wow, der Papst hat was von Karnickelzucht im Zusammenhang mit Übervölkerung gesagt – vielleicht doch ein Silberstreif …? Aber nee, nur natürliche Verhütung ist erlaubt, und das in Ländern bei denen Frauen oft kein Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper zugestanden wird. Oder ein normaler Zyklus auf Grund des hohen Stresspotentials und der schlechten Ernährungslage im Leben dieser Frauen auch nicht die Regel ist. Letzteres ist aber eine unabdingbare Vorraussetung für erfolgreiche natürliche Familienplaung. Denken Sie mal nach, Papa Franzl, bevor Sie solche Äusserengen machen.

  3. wutbaer Says:

    Die Menschheit ist wie ein Krebsgeschwür, dass sich unaufhaltsam immer mehr verbreitet, und irgendwann nur noch die genmanipulierten Lebenwesen bestehen lässt, die am wirtschaftlichsten auszubeuten sind. Immer mehr Tierarten und Pflanzengattungen sind gefährdet. Die anthropozentrischen und aggressiven monotheistischen Glaubensvorstellungen haben uns das eingebrockt. Erst wenn sich die Menschheit wieder zu Ihren Ursprungen bekehrt, von allen angeblichen “göttlichen Überlieferungen” löst, und wieder mit der Natur lebt, kann sie überleben. Wir steuern auf 10 Milliarden Menschen zu. Mindestens 5 Milliarden zu viel !! Vermehrung muss auch noch mit Anreizen gefördert werden ! So krank sind wir ! Nur damit eine grössere Konsumentenschicht geschaffen werden kann. Und natürlich die Agressor-Religionen ihre Schäflein zählen (und bevormunden) können.
    Wenn es wirklich eine “Kraft” gibt, die auf uns aufpasst, schläft sie oder ist blind ! Wahrscheinlich ist da gerade Mittagspause oder Urlaub.
    So kann es nicht weitergehen. Hoffen wir, dass sich die Natur wehrt und diesen Krebs eindämmen kann. Vielleicht haben wir als Menschen dann wieder eine Chance, wenn wir uns durch wahrhafte Vernunft wieder gesund geschrumpft haben, mit der Umwelt leben und auch alles Leben, seien es Tiere oder Pflanzen achten.
    Wenn schon Religion, dann lieber ein Deismus oder Pantheismus wie ihn Spinoza oder Goethe vertreten haben.

  4. Ambrosia Says:

    Tja, da denkt man doch an die Inschriften der “Georgia Guidestones” über die sich die Vermehrungsprediger von der christlichen Fraktion gerne so ereifern.
    Wenn man sie nur endlich zur Kenntnis nähme! Der Mensch hat nicht das Recht den Globus zu plündern wie ein Horde Wanderameisen. Und eine göttliche Legitimation für so ein Verhalten gibt es nicht. Alle sogenannten Alleinseligmachungsansprüche dienen nur dazu andere im Sinne der jeweiligen Machthaber zu manipulieren. Potentielle Gegner kann man von den fanatisierten Massen gleich mit entsorgen lassen. Da muss man sich nicht einmal selber die Finger schmutzig machen.

    Und liebe Eiferer: Diejenigen, die Euch in Bewegung setzen glauben die Aussagen, mit denen sie Euren Verstand verwirren, am Allerwenigsten! Die kennen nur einen Gott: Den Mammon.

  5. wutbaer Says:

    Leider werden auch heute noch Tiere vom Gesetz her als eine Sache angesehen! Eine, wie ich finde, unhaltbare Situation.
    Wir leben alle gemeinsam auf der Erde und sind Gäste !
    Leider wissen wir nicht, wie wir uns benehmen müssen, damit das gesamte System nicht kippt!
    Dank an unsere Buchreligionen, die ein Großteil dieses Denkens sehr stark negativ beeinflusst haben, um das vermeintlich “intelligente Wesen” höher zu stellen.

  6. großhandel tierbedarf Says:

    Toller Artikel, gefaellt mir gut. Ich habe diesen auf FB geteilt und einige Likes
    dafuer bekommen. Weiter so!