Winterfreuden: Polar-Sonne und Jodeln

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Suomi: Arktische Sonne, eingefangen in Bernsteintränen.
©scrano 2014

  • Der Joik (nordsamisch juoigan; Zeitwort: joiken, nordsam. juoigat) ist ein mit dem Jodler verwandter, eintönig-gutturaler Gesang der Samen, bei dem die Musik wichtiger ist als die Worte. Die Samen (Ureinwohner Lapplands) besingen damit Menschen, Tiere und Naturphänomene. Der Joik ist traditionell ein integraler Bestandteil ihrer Kultur, der weniger der Unterhaltung, als vielmehr der Möglichkeit dient, sich dem Besungenen näher zu fühlen.
  • Zur Zeit der samischen Religion wurde der Joik sowohl von den Schamanen als ritueller Gesang, als auch profan von allen Sámi verwendet.
  • Der Joik wird von Männern wie Frauen gepflegt und enthält gesungenen Text oder bedeutungslose Silben. Er war früher die einzige traditionelle Musikform der Samen und bestand aus einem Sologesang ohne instrumentale Begleitung. Das hauptsächliche Melodieinstrument war das Rohrblattinstrument fadno, während der Schamane für seine Sitzungen die Schamanentrommel verwendete. Beide dienten gelegentlich als Begleitung des Joik.
  • Quelle wikipedia: “Joik”.

Als aus der bayrischen Tradition stammend, interessiere ich mich natürlich auch für die “Verwandtschaft” des Jodelns mit ähnlicher Musik aus anderen Kulturen. Fündig wird man neben den Sami auch bei den Mongolen (Obertongesang) – da fragt man sich wie diese Ähnlichkeiten zustande kommen. Vor allem, da auch die aus Zentral-Asien stammende Maultrommel bei allen drei Volksgruppen auftaucht.

Bajuwaren – ein umstrittener Name, gab es diesen Volkstamm wirklich- ich meine nein. Im gymnasialen Geschichtsunterricht lernten wir “Bojos et Awares” also keltische Bojer aus dem böhmischen Raum und Awaren – ein finno-ugrisches Volk aus dem Gebiet der unteren Donau sollen die Urväter gewesen sein. Die joikenden Sami stammen auch aus der finno-ugrischen Sprachgemeinschaft … Und die Mongolen? Naja, Berührung hatte man genug mit Altai-Völkern: Im arktischen Raum lebten die Samojeden, die den ursprünglichen Waldbauern erst die Rentierzucht beibrachten – Sami – Samojeden? Und bei uns trieb sich am Ende des Römischen Imperiums Attila herum, auch Timur Lenk’s Heerscharen waren im frühen Mittelalter öfters mal in Ostbayern zu Gast. Da könnte es durchaus zu kulturellem Austausch gekommen sein, da auch Ansiedlungen wandermüder Hunnen z.B. bekannt sind.  Aber auch schon früher: Die Bojer waren, wie alle Kelten auch einmal am Schwarzen Meer zuhause, wo sie mit den Skythen zusammen einen Lebensraum teilten. Letztere hatten aber definitiv Berührung mit Altai-Völkern. Und die Germanen: Nix da, in Bayern sind die “Preissn” erst eine Spätzutat – Markomannen und Franken kamen erst gegen Ende der Völkerwanderung. Jodeln die etwa? Können die Schuhplatteln – auch ein keltisches Erbe? Höchstens wenn sie sich den Zeh verstauchen … Vom Fingerhakeln, Wettsägen und Steinwuchten mal ganz abgesehen – Highland Games – anyone? Auch der Bayer zeigt Bein in der Tracht, ganz wie der Schotte – man hat ja schliesslich Wadeln und keine Storchen-Haxn.

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Northern Lights -
Kaltes Feuer der Polarlichter ersetzt das solare Feuer im arktischen Winter.
©scrano 2015

 

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This entry was posted on Samstag, Januar 14th, 2017 at 01:03 and is filed under Galerie, Geschichte, Ritual, Zeitgeist. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

 
 

2 Responses to “Winterfreuden: Polar-Sonne und Jodeln”

  1. Grünbär Says:

    Liebe Autorin,

    wenn wir schon in “Europa” so eine Tradition haben, warum müssen dann unsere Esos nach Indien, zu den Indianern oder Peru oder sonst wohin fahren, um “Kenntnisse” zu gewinnen oder zu vertiefen ?! Das sind doch ganz andere Kulturen ! Oder glauben sie, dass nur dieser “Eingeborenen”-Schamanismus bei uns anerkannt wird ? Ist dieser schöner oder wirkungsvoller ? Ich bin da ziemlich unbedarft, sorry. Oder kann man nur mit den Schamanismus aus anderen Kulturkreisen Geld machen ? Meiner Meinung geht es bei den meisten Esos doch hauptsächlich darum, das der Euro kräftig rollt !
    Mit ihrem Halbwissen wollen sie ihren Unterhalt absichern und die dummen Schäflein sind ihre zahlende Klientel, welcher einfach etwas vorgespielt wird !

  2. Ambrosia Says:

    Schon beim authentischen Schamanismus ist viel “Show” dabei, die wirkt aber, weil die rituelle Performance in den noch magisch geprägten Zielgruppen der meist noch traditionell lebenden Stammeskulturen gemeinsame traditionelle kulturelle Inhalte transportiert.
    Beim Pseudoschamanismus ist das nicht der Fall, da Rituale mit fremder Symbolik nicht so gut wirken. Das ist in etwa so gut wie Touristenfolklore, wenn man sich als Klient nicht vorher mit den spirituellen und mythologischen Grundlagen auseinandersetzt und sie auch verinnerlichen kann. Der sogenannte Core-Schamanismus wird heute sehr viel kritischer gesehen, als zu Harners Anfängen.

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