Wir Drei Weisen sind endlich angekommen …!

miezisantaNoch einmal ein Päuschen bis zum 9.Januar: Wir drei Weisen sind erst einmal zurück um Euch die Zeit zu vertreiben. Noch liegen wir im Zeitplan um unser Reiseziel zu erreichen!

Diese astrologiekundigen und gebildeten Männer sind eigentlich eine regelrechte Spät- Zutat zum Fest der Geburt des Christkind. Ursprünglich waren es die 3 Bethen: Ambeth, Borbeth und Wilbeth, die da zur Wintermitte den Menschen ihre Gaben für das kommende Jahr darbrachten! Eine sehr archaische Trinität, als die Grosse Mutter noch alle Aspekte des Universums beherrschte. Ein wenig klingt noch fort in den drei Matronen der alten Germanen, deren Heiligtum man bei Köln gefunden hat. Auch die alte Bezeichnung Mutternacht für das Fest der Wintersonnenwende, oder später die Nacht des 24.12. ist dafür ein Indiz.

Auch als regelrechte Bethen wurden sie doch noch verehrt:

Ausgerechnet in der Taufkapelle des Wormser Doms begegnet stammende geheimnisvolle Flachrelief der Embede, Warbede und Wilbede. Diese gotische Skultpturengruppe belegt zwar die Präsenz der Bethen in jener Zeit, ist aber kein Zeugnis für eine kultische Kontinuität, denn hier wusste man schon lange nichts mehr von ihrer “göttlichen” bzw. heidnischen Abkunft.

Ambeth

Das altirische Wort an-u bedeutet Göttermutter, Im Lateinischen gibt es annula, das Großmütterchen. So verehrten die Römerinnen Anna Perenna, Großmutter Zeit, die ewige Anna, wie Janus zweigesichtig und dem Jahreswechsel zugeordnet. Ambeth ist somit die Personifizierung der mütterlichen Erde, in ihrer christlichen Umwandlung wurde sie zu Mutter Anna, der heiligen Grossmutter Jesu. Der Kult um die heilige Anna hatte im Hochmittelalter und zu Beginn der Renaissance jeweils eine kurze Blütezeit, wie das beliebte Motiv “Anna Selbdritt” zeigt. Die heilige Grossmutter galt als mächtige Patronin der Schwangeren und Gebärenden sowie auch als Schutzheilige der Bergleute. Auch hier lässt sich eine Verwandschaft mit der mütterlichen Erdgöttin Ambeth leicht ableiten. Die chtonischen Anklänge einer Erdmutter, symbolisiert durch den Drachen, die Erdschlange erbt eine andere Heilige: Schwupps, schon haben wir Margarethe mit den Lindwurm …

Wilbeth

Das englische Wort wheel=Rad oder Scheibe enstpricht phonetisch vollkommen dem Wil des Namens Wilbeth. Wheel hatte vermutlich die ursprüngliche Bedeutung von “runde Mond- bzw. Sonnenscheibe”. Im Mittelhochdeutschen bezeichnet wel den Vollmond. Man beging Uul-Beth oder Jul, das Fest der Göttin Wilbeth zur Zeit der Wintersonnenwende. Die Christen verlegten die Geburt Jesu auf diese Zeit, was sie aus dem römischen liturgischen Kalender entnahmen, da hier auch der Tag des Sol invictus als Bestandteil des Kaiserkults gefeiert wurde. Der Tag der Neugeburt der Sonne wurde aber nördlich der Alpen noch lange Mutternacht genannt. Wilbeths Mond- oder Sonnenrad wird zum Folterinstrument der heiligen Catharina.

Borbeth

Der Name Borbeth enthält in seiner ersten Hälfte die keltische Wurzel “borm”. Zu keltischer und römischer Zeit hieß die Stadt Worms Borbetomagus=Feld der Borbeth, auch hier ist ein Zusammenhang mit den Bethen unschwer zu erkennen. Der Erbauer des Wormser Doms, Bischof Burchard bezeichnete die Verehrung der drei Frauen als Sünde und gibt so Anlass zur Vermutung, dass die drei göttlichen Frauen sehr beliebt und ihr Kult Hochmittelalter noch sehr verbreitet war. Aus Borbeth wurde schliesslich die heilige Barbara, nach der Heiligenlegende wurde sie von ihrem Vater in einem Turm eingesperrt, weil sie sich zum Christentum bekannte.

Aus den drei vielleicht sogar schon prä-indoeuropäischen, wohlmeinenden Schicksalsgöttinnen wurden so im Christentum zunächst die drei heiligen “Mädel”: Die Hl. Märtyrerinnen Barbara, Margarete und Catharina.

  • Barbara mit dem Turm,
  • Margarethe mit dem Wurm.
  • Catharina mit dem Radl
  • sind die heiligen drei Madel.

Später verdrängt man auch noch den spärlichen Rest weiblicher Göttlichkeit zugunsten eines Männertrios, das in dieser Form in den biblischen Texten eigentlich nirgends so richtig überliefert ist. C.M.B, das die Sternsinger als Segensformel an der Haustür anbringen, wird danach wohl nur aufgrund patriarchalischer Dogmen im Volksbrauchtum als Caspar, Melchior und Balthasar um-interpretiert. Vielleicht auch, weil so eine exotische Zutat wie drei Magi den VIP Status der Heiligen Familie erhöht, wie auch deren Geschenke: Weihrauch, solares und jupiterbehaftetes Symbol der Weisheit, Gold, ein ebenfalls solares Metall steht für die irdische Macht und die mondhafte Myrrhe für die Heilung der Seele. Nach der offiziellen Kirchenlehre bedeutet das Akronym C.M.B. sowieso nur ganz schlicht:

  • Christus Mansionem Benedicat, also Christus segnet dieses Heim. Ganz ohne königliche oder gelehrte VIPs oder holde Weiblichkeit.

 

Liked this post? Follow this blog to get more. 

Tags: , , , , , ,

This entry was posted on Freitag, Januar 6th, 2017 at 06:46 and is filed under Allgemein. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

 
 

Comments are closed.