Archive for the ‘Kräuterhex’ Category

 

Foto- und Kunstkalender für 2018: Ab jetzt bestellbar!

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Katzenpfötchen, eine Zier- und Heilpflanze. ©abarasax
Mich findest Du auch im Pflanzen-Kalender …

Unsere Foto- und Kunstkalender sind sehr schön geworden – neue Exemplare jetzt bestellbar:

Titelblatt Motiv: Brazen Spiral

Titelblatt-Motiv der Fraktalkalender 20×20 cm: : Brazen Spiral ©scrano

  • 30×30 cm Quadrat 29.95 €
  • 20×20 cm Quadrat 14.95 € 
  • DIN A4 quer 19.95 €
  • DIN A3 quer 29.95 €

Einfach mindestens 13 Motive*** auswählen, das Deckblatt extra benennen. Wer sich überraschen lassen möchte – wir stellen auch gerne einen Kalender für Euch zusammen.

Hochwertiger Photodruck, die Auflösung der Originalbilder beträgt >200 dpi, im Gegesatz zu 72 dpi in der Ansicht.

***Bei Hochformaten passen 2 Motive auf ein Kalenderblatt.

Alle Photos, Fraktalbilder und Digital Art: © abrasax, scrano & beast666.

Für unsere Kalender gibt es bei Quer- unmd Quadratformat ein zweizeiliges Standard-Kalendarium für 2018. Dies ermöglicht maximale Bildgrösse.

Sie besitzen 12 Monatsblätter, ein Deckblatt und ein Rückblatt. Die Bindung erfolgt mit Metall-Spirale incl. Aufhänge-Öse.

Der Hintergrund ist nicht weiss, sondern farblich und saisonal passend gestaltet, weiss ist auf Wunsch natürlich möglich. Alle Anfragen und Bestellungen per email an Ambrosia. Die Adresse findet Ihr hier.:

  • Christian und Claudia Reuter
  • Zu den Schafhofäckern 132
  • 73230 Kirchheim u. Teck
  • Selbstabholung möglich, Versandpauschale 3.90 €.
  • Bei Versand: Rückgabe der unbeschädigten Ware ist möglich bis 14 Tage nach Erhalt.
  • Bei Selbstabholung: Rücktritt von Kauf nur direkt nach Ansicht der Ware.

Unsere Kalender sind keine Massenware, um sie persönlicher zu gestalten,  können ohne Aufpreis kleine Begleittexte erstellt werden. Auf Wunsch botanische Kurzbeschreibung zu den Pflanzen inkl. Signatur oder andere Erläuterungen, auch Aphorismen oder Gedichte sind möglich.

Die Auflage ist auf eine Kleinserie <100 pro Motiv begrenzt. Einzelne Blätter gibt es auch als Poster bis ca. DIN A2, Versand oder Selbstabholung. Verpackung in einer Papprolle.

Posterpreise von ca 9 € – 29 €. zzgl. 5 € Versand. Exakte Preise und Grössen auf Anfrage.

Motiv-Galerien:

Motive aus unseren Kalendern:

Zierform der Pulsatilla©beast666 2016

Zierform der Pulsatilla
©beast666 2016

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Karma Chess ©scrano 2016

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Poseidon Tempel Schwetzingen ©scrano 2016

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Park Disziplin: Schwetzingen im März.

Mandalas und Flammenfraktale mit 3D-Effekt :

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Kaleidoskop-Fraktal mit 3D-Effekt.
Memory Effect ©scrano 2015.

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Moirai, ein Flammenfraktal. scrano 2015

Magische Kalender bieten wir auch an, die Kalendarien gestalten wir als Sonderanfertigung auf Anfrage, z.B. mit Mondstand oder paganen Feiertagen. Motive aus den Beiträgen zu den magischen Monaten, Jahresrad etc. frei wählbar. Einfach mal stöbern!

Posted by on Januar 23rd, 2017 Kommentare deaktiviert

Neu: Kalender 2018 – Naturschönheiten aus Flur und Garten

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Frühlingserwachen im Gartenjahr mit Primel und Vergissmeinnicht.
Eingefangefangenes Sonnenlicht erfreut nach dem Wintergrau.

Eine Übersicht einiger meiner Pflanzenmotive für einen gestaltbaren Kalender für 2018:

  • DIN A4 quer oder DIN A3 quer, jeweils mit Metallspirale und Rückkarton.
  • Preise: ab 14.95 €

Einfach mindestens 13 Motive*** auswählen, das Deckblatt extra benennen. Auf Wunsch botanische Kurzbeschreibung zu den Pflanzen inkl. Signatur.

Wer sich überraschen lassen möchte – wir stellen auch gerne einen Kalender für Euch zusammen.

Hochwertiger Photodruck, die Auflösung der Originalbilder beträgt >200 dpi, im Gegesatz zu 72 dpi in der Ansicht.

***Bei Hochformaten passen 2 Motive auf ein Kalenderblatt.

Alle Photos: © abrasax, scrano & beast666.

Kontakt: ambrosia per email-link.

 

Posted by on Januar 13th, 2017 Kommentare deaktiviert

All About … Saturn

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Wintermandala: Die strahlenden Gletscher von Asgard?
Odin und Saturn, beide gelten als Herren des Winters
des Alters, der Weisheit und der Zeit.

Saturn herrscht im Steinbock (Erde, Yin), sein Domizil ist das 10.Haus, welches den Zenit des Geburtshoroskops darstellt, das Medium Coeli, die Himmelsmitte. Klassisch ist er auch Regent von Wassermann (Taghaus, Luft,Yang), modern ist dies Uranus.

 Saturn für Freimaurer:

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Saturn als Herr der Zeit in der freimaurerischen Symbolik.
Er verschmilzt mit der Verkörperung des Todes, Thanatos.

Die Gesamtsymbolik des dargestellten Sujets – ikonographisch und freimaurerisch wurde gerne bei Grabdenkmälern des 19. Jhd. verwendet: Die gebrochene Säule, Vater Zeit (Schnitter Tod), die trauernde Jungfrau mit dem Akazienzweig liest im Buch des Lebens.

Posted by on Januar 13th, 2017 Kommentare deaktiviert

Das Erdelement: Stabilität, Fruchtbarkeit, Realitätssinn

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Fruchtbar grünes Erdelement: Kessel oder Füllhorn der Mutter Erde.
Cornucopia ©scrano 2013

Korrespondenzen des Erd-Elementes:

Zodiak:

  • Jungfrau: mutabel – Merkur in seinem Nachthaus, Vesta
  • Steinbock: kardinal – Saturn in seinem Nachthaus
  • Stier: fix – Venus Pandemos

Tarot: Pentakel, Münzen

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Grün, rostrot, ocker, braun, grau, schwarz

Alchemie:

  • EarthNach unten zeigendes Dreieck mit Querbalken

Elemental:

Tage:

  • Samstag – Saturn

Pflanzen:

  • Getreide (Merkur), Wurzelgemüse (Venus), Immergrüne (Saturn), Nadelbäume (Saturn)

Signatur:

Wenig Blüten, unscheinbare Blüten, ledrige Blätter, knorrig, kriechend- oft mit Rhizom, starke Wurzelbildung, mineralstoffhaltig, kieselsäurehaltig, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stärkebildung, wenig Zucker oder Saft. Erdiger Duft. Pflanzen der arktischen Regionen. Kältevertäglich.

Öle:

  • Patchouli (Venus, Pluto)
  • Vetiver, (Venus, Pluto)
  • Kalmus, (Saturn, Sonne, Mond)
  • Tonka, (Venus, Mars)
  • Myrrhe (Saturn, Mond)
  • Iriswurzel, (Saturn, Mond)
  • Zypresse, (Saturn, Sonne)
  • Sandelholz (Venus, Mars)
  • Eichenmoos,
  • Karotte

Tiere:

  • Auf vier Beinen laufende Tiere, vor allem Weidetiere, Reptilien, Höhlen- oder Baubewohner wie Murmeltiere, Dachse. Tiere der Felsenregionen.

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Der Erde,  zu der die Yin Variante “Ruhe und Empfängnis” passt ist in jedem Elementesystem die Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren, aber auch des Menschen zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie von Saturn und Venus regiert, dem Winter- und Frühlingsapekt der bäuerlichen Kulte. Den Erdzeichen haftet vor allem die Neigung zur realen, physischen Manifestation der Dinge an an, sogar der Merkur-beherrschten Jungfrau. Diese repräsentierte aber in antiken Vorstellungen  Asträa, die Sternenjungfrau. Deren Symbol war die Kornähre. Als Zeichen der Aussaat und Ernte (heliakischer Aufgang bzw. Untergang zu diesen Jahreszeiten) war Virgo/Asträa auch mit den Mysterien der erdhaften Muttergöttin Demeter verbunden. Allen drei Erdzeichen ist eine wert-konservative Einstellung zueigen. Das Erdzeichentrigon repräsentiert: Wachstum der Vegetation (Stier) Ernte (Jungfrau) Winterruhe (Steinbock).

Zustandsformen der Elemente im Erd-Trigon:

  • Steinbock: kardinal, aufstrebende Berggipfel, Felsen
  • Stier: fix, weite Ebenen, Ackerland
  • Jungfrau: mutabel, vom Wind bewegtes Grasland, Getreidefelder.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos interessiert. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Posted by on Januar 12th, 2017 Kommentare deaktiviert

Kalender 2018: Zauberhaftes Biosphärenreservat Alb: Wasserwelten

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Broceliande vor der Haustür – Bad Urach und Umgebung

 

Thanks to:

Wandertipps:

Alle Kalendermotive sind auch als einzelne Bilder erhältlich.

Photos: ©scrano, abrasax, beast666

Freie Auswahl von mindestens 13 Blättern*** aus der Galerie. Bitte das Deckblatt extra benennen. Für kleine Texte ist Platz, bitte nachfragen. Standard sind erklärende Untertitel für die einzelnen Fotos. Formate: DIN A4, A3, A2 quer mit Metallspirale. Professioneller Qualitätsfotodruck.

Preis: ab 14 € DIN A4

Alle Anfragen bei Ambrosia per email. Vorbestellungen wie immer, bis September 2017.

**** Hochformatig passen zwei Motive auf ein Blatt.

Posted by on Januar 11th, 2017 Kommentare deaktiviert

Magisches Jahr 2017

Apprentice ©scrano 2016

Apprentice ©scrano 2016
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Mein kleiner Almanach beinhaltet für jeden Monat unterschiedliche Daten für Feste und Brauchtum, christlich, pagan oder historisch heidnisch. Ausserdem gibt es kleine Rituale, Gartentipps und Rezepte.

Posted by on Januar 11th, 2017 Kommentare deaktiviert

Nachtfahrende und Wütis Heer: Volksbrauchtum und Aberglauben zu den Losnächten (Raunachtsbrauchtum)

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Magische Polarlichter erhellen den arktischen Winter nd führten zu Spekulationen über Geistwesen.
Northern Lights ©scrano 2014

Orakel, Tabus und Vorkehrungen gegen die Geister der Wilden Jagd. Oder Verführung zum Ausflug mit der Hexenkönigin Diana?

  • An den 4 wichtigsten Raunächten sollte man Räuchern, mit einer Mischung aus Wacholder, Lorbeer, Fichtenharz und Weihrauch. Die Stallungen räuchert man auf dem Land mit Johanniskrautbuschen aus, die aus dem um die Sommersonnwende herum gesammelten Hartheu gebunden wurden, oder mit Stücken aus dem Kräuterbuschen von Maria Himmelfahrt, dem 15. August.

    Dürer: Hexe

    Dürer: Hexe, 1502.
    Man beachte die Putti/Genien!

  • In den Rauhnächten bewegt sich das Chaos in eine neue Ordnung hinein:
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    Heiliger Rauch: Zu keiner Zeit der Jahres wurde so viel geräuchtert wie in den Rau(ch)nächten.
    Häufig auch mit psychoaktiven Pflanzen oder Pilzen.

    Alle Räder sollten stillstehen.

  • So wurde in dieser Zeit nicht gesponnen, gewaschen oder gemahlen. Alle Räder, die sich normalerweise drehen, werden abgestellt, weil sich in dieser Zeit das Schicksalsrad dreht. Manche Menschen halten  daher die Uhr kurz vor zwölf an und setzen sie nach dem letzten Schlag der Kirchturmuhr wieder in Gang.
  • Zwischen Weihnachten und Neujahr soll nicht gewaschen und ausgemistet werden. Das kann Unglück und Tod bringen, Bettlaken symbolisieren ein Leichentuch.
  • Kinder, die an einem Samstag oder Sonntag während der Rauhnächte geboren werden, sollen magische Fähigkeiten besitzen. Sie sind hellfühlig und medial, haben das “Zweite Gesicht”, bringen Glück und können sehr reich werden.
  • In den Raunächten ist es auch keinerlei Glücksspiel erlaubt, besonders verteufelt ist das Kartenspiel. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um Menschen, die das Spielverbot missachteten und dadurch unheimliche Begegnungen hatten, die ihnen fast den Verstand raubten. Vor allem der Boandlkramer, oder der Klaubauf können einen dan heimsuchen: Das Theaterstück “Der Brandner Kasper schaut ins Paradies” thematisiert die Folgen so eines Kartenspiels in der Freinacht.

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    Freiya mit Katzen und Engeln/Genien!
    Zur Anführerin der Wilden Jagd in ihrer winterlichen Gestalt
    Frau Holle, wird sie zur Zeit der Hexenverfolgung
    in Personalunion mit der römischen Diana.

  • Wer die Türen zuknallt, hat im neuen Jahr mit Blitz und Streit im Haus zu rechnen.
  • Wer Bettzeug und Wäsche im Freien lüftet, hat mit Krankheiten zu rechnen, da sich die Unholde und Geister, die in diesen Nächten umherziehen, in der Bettwäsche verfangen.
  • Wer sich in den Rauhnächten die Haare und Nägel schneidet, muss im Neuen Jahr mit Kopfschmerzen und Nagelbettentzündungen rechnen.
  • Wer sich Dinge geliehen hat, sollte diese bis zu den Rauhnächten zurückbringen und wer etwas verliehen hat, sollte es zu den Rauhnächten wiederbekommen. Ansonsten ist im Neuen Jahr mit Energieverlust und Krankheiten zu rechnen.
  • Jeder Tag der Zeit der Losnächte symbolisiert einen Monat des kommenden Jahres: Daher orakelt man in diesem Zusammenhang gerne:
  • Träume gehen in Erfüllung. Werden sie in der ersten Nachthälfte bis Mitternacht geträumt, so erfüllen sie sich in der ersten Monatshälfte des jeweiligen Rauhnachtsmonats. Träume der zweiten Rauhnachtshälfte beziehen sich auf die zweite Monatshälfte.
  • Unordnung und Dreck ziehen die Nachtfahrenden an und verursachen Krankheit und schlechte Gefühlempfindungen. Vor dem Beginn der Rauhnächte sollte man daher gründlich aufräumen und saubermachen. Der Sage nach gehen Odin oder Frau Holle/Perchta um, in Italien die Befana-Fee, und belohnen Menschen in ordentlichen Häusern. Die Schlampigen werden im kommenden Jahr abgestraft.
  • Stirbt jemand in dieser Zeit, wird es im darauffolgenden Jahr zwölf weitere Sterbefälle in der näheren Umgebung geben.
  • Wenn Hunde in den Rauhnächten bellen, ist diese eine Bestätigung, dass der Gedanke, der gerade gedacht wurde, richtig ist. Bellt ein Hund allerdings um Mitternacht, so wird jemand sterben.
  • Viel Wind in den Rauhnächten kündigt ein unruhiges Jahr an. Viel Nebel steht für alte Dinge, die bereinigt werden wollen und kündigt ein nasses Jahr an. Helles und klares Wetter, bedeutet warme, trockene und gute Zeiten.
  • Viele Eisblumen an den Fenstern, Reif oder Schnee auf den Bäumen deuten auf ein ertragreiches Jahr hin.
  • Besen sollten in den Rauhnächten gebunden werden, weil man mit ihnen Krankheitsdämonen und böse Geister aus dem Haus fegen kann.
  • Heilkräuter wirken in dieser Zeit besonders stark und sollten verstärkt zum Einsatz kommen.

Mythologie der Wilden Jagd:

In den oft stürmischen Winternächten in früheren Zeiten … gibt es sowas heute noch, Klimawandel sei Dank?  Also, es ächzte und krachte ganz schön bei den Winterstürmen meiner Kindheit, und man konnte das Brechen von Ästen unter Schneelasten durchaus hören. Das ist die Zeit der “Wilden Jagd” oder von Wütis Heer, ein Begriff, der aus der germanischen Mythologie stammt. Über das Aussehen und die Teilnehmer der Wilden Jagd gibt es verschiedene Traditionen.

„Åsgårdsreien“ von Peter Nicolai Arbo - http://godsbay.ru/vikings/einherjars.html. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%C3%85sg

Einherjer: Wilde Jagd Odins

In einer der Überlieferungen wird die Wilde Jagd vom germanischen Gott Wotan/Odin, der auch “Wilder Jäger” genannt wird, und Frau Holle, der Freyja/Frigga in der Verkörperung der Totengöttin Hel, angeführt. In ihrem Gefolge befinden sich nebenn den Walküren auch die Seelen der Toten. Das Geisterheer braust durch die Lüfte mit starkem Wind, und enormem Lärm. Dieses Totenheer, das hauptsächlich aus gefallenen Kriegern besteht, bezieht sich in der nordischen Mythologie auf Ragnarök, den Weltuntergang, für dessen Bekämpfung Odins Krieger trainieren müssen. Ein Augenzeuge der das Treiben am Himmel beobachtet, wird von der Wilden Jagd erfasst und mitgerissen. Deswegen sollte man sich in den Rauhnächten besser im Haus verstecken bis das Geschehen vorüber ist. Im hohen Norden war die Wilde Jagd wohl auch eine Erklärung der in den langen Nächten besonders gut sichtbaren Nordlichter. Odin und Frau Holle kann man während ihrer Jagd aber auch gütlich stimmen und ihnen Reste vom Weihnachtsessen als Opfer bringen. Diese sind entweder vor die Tür oder – sofern vorhanden – unter den Obstbäumen im Garten bereitzulegen. Ähnlich den Opfern bei den schamanischen Tuva des Altai, oder in anderen Naturreligionen, sind das Kuchen, Gebäck, Milch aber auch Schnaps und Tabak. Den eigenen Ahnen kann man ein Licht ins Fenster stellen. Sogar Hafer für Odins Pferd Sleipnir wurde früher bereitgestellt.

Wegen der Gefahr einer “quasi- Zwangsrekrutierung” blieb man also im Haus, später galt das hauptsächlich für Mädchen und Frauen, da durch den zunehmenden Hexenglauben man diese als besonders gefährdet ansah. Das wilde Heer wurde jetzt von Herodias oder Diana, wahlweise auch noch Frau Holle angeführt. Auch wurde die Gefolgschaft der Nachtfahrenden zunehmend dämonischer. Aus Naturgeistern und Kriegerseelen wurden Hexen, Teufel und Unholde.

Ein Exkurs:

Der Gedanke eines Heers aus Verstorbenen spukt wohl als archteypische Furcht (Wiedergänger, Vampire, Zombies) in den Köpfen der Menschen. Eine neuere makabere Variante eines solchen gespenstischen Zuges stellen die weissen Wanderer und ihre Armee der Untoten dar, die sich G.R.R. Martin in seinem vielbändgen Epos “A Song Of Ice And Fire”, auch bekannt als “Game of Thrones” ausgedacht hat. Solcherlei immer gefragtere Fantasy-Literatur, von Herr der Ringe bis zu Teenie-Vampirsehnsüchten ala “Twilight”spiegelt wohl die immer deutlicheren Eskapismus-Tendenzen aus unserer glatten geistigen Ödnis des Mainstreams und seiner zensurhaften “Political Correctness” wieder. Früher haben wir als Kids gerne Italo-Western angeschaut, weil da gefurzt und geflucht wurde sie von zynischen Sprüchen und Zoten nur so strotzten. Und es gab dort auch keine weichgespülten Typen, weder Männer NOCH Frauen.

Eine zusätzliche Erklärung solcher Vorstellungen von fliegenden Geistern in der “Zeit zwischen der Zeit” liegt vielleicht im Brauchtum des Weissagens und Orakelns, dessen Ergebnisse dann als besonders  aussagekräftig galten. Unterstützt wurden diese Praktiken durchaus mit dem Einsatz psychoaktiver Substanzen, vom Met-Vollrausch über Fliegenpilzsüppchen und Schamanenurin wurde alles mögliche kosumiert. Auch die als Hexenflugsalben verrufenen “Schlaf-und Fieberschmieren” mit ihren potenten Alkaloiden könnten gebraucht worden sein. Auffällig erinnern die Darstellungen der “Wilden Jagd” an die Schilderungen der Ausfahrt zum Hexen-Sabbat von Frauen, die wegen Hexerei angeklagt und gefoltert wurden. Vielleicht hat die Vorstellung der “Wilden Jagd” auch noch ältere,  schmanische Wurzeln, wie etwa bei den Benandanti des Friaul, die noch bis in die Neuzeit einen Fruchtbarkeitskult ausübten, bei denen religiöse Ekstasepraktiken mit Flugvorstellungen und Kämpfen gegen Dämonen üblich waren.

Die genauen Formeln der Flugsalben sind nicht überliefert, Ethnologen, Botaniker,  Mediziner und selbst Alchemisten haben sich um Rekonstruktionen bemüht. So eine Flugsalbe war etwa folgendermassen zusammengesetzt:

Hexensabbat, schamanische Reise, Wilde Jagd schöpfen wahrscheinlich aus einer Quelle.

Hexensabbat, schamanische Reise, Wilde Jagd schöpfen wahrscheinlich aus einer Quelle.

Diese Art Rausch dürfte nicht sehr angenehm gewesen sein: Extremes Hitzgefühl, Mundtrockenheit, Atemdämpfung, Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit, Tremor sind typisch für Alkaloid-Drogen. Keine Selbstversuche mit solchen Rezepturen, vor allem bei Hexenschmieren: Die Bestandteile sind wesentlich giftiger als übliche Drogen, wie Cannabis oder Mushrooms und ähnliches. Falsch dosierte Alkaloide führen zum Exitus und nicht zur Ekstase! TODsicher!!

 

Posted by on Dezember 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Solar Fire: Räucher-Ritual zur Wintersonnenwende

Sonnenfeuer - Winterglanz

Sonnenfeuer – Corona
©scrano 2015

Prolog im Himmel, Goethe: Faust I

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Flammenfraktal im Wortsinn, das die Sonne mit der brüllenden Kraft ihrer Magnetosphäre darstellt. Ohne Sonne kein Leben, daher sehnen wir uns nach der langen winterlichen Dunkelheit instinktiv nach ihr.

Ein bisschen Sonne ins Haus holt uns jetzt eine Räucherung beim warmen Licht echter Bienenwachskerzen. Die Biene vereint lunare*** und solare Elemente in echter Harmonie. Sie schenkt uns das Wachs mit seiner Heilwirkung und dem Licht, das es uns als Material für Kerzen spendet.  Das regelmässige Sechseck der Wabe: Ein Sonnensymbol, wie das Zentrum des Hexagramms, dem sechs-Stern, der das klassische Sonnensystem der Alchemie darstellt. Und erst der Inhalt: Der Honig in seiner goldenen Pracht wirkt schon wie eingefangener, flüssiger  Sonnenschein, darin gleicht er dem Bernstein, ebenfalls ein solares Naturprodukt, das vom Harz schon längst fossilierter Nadelwälder stammt. In diesem ebenfalls goldenen klebrigen Saft steckt die Essenz der Bäume, die einen sehr effektiven, lebendigen Speicher der Sonnenenergie darstellen.

  • Daher gehört der Bernstein zu einer solaren Räuchermischung hinzu, ebenso der Weihrauch, auch ein Harz.
  • Dazu kommen Rosmarin und Zeder, Zitrusschalen, Calendulablüten, Gewürznelken, Zimt und Calmuswurzel, welche als belebend und erwärmend gelten. Auch der Ingwer zählt zu den solaren Mitteln, aber eher als Süssigkeit oder im Tee. Der Rauch ist unangenehm scharf, da zeigt sich Mars. Daher eignet sich Ingwer, wie auch das ebenfalls solar-marsische Johanniskraut eher für Rituale im Freien, bei denen der Winter ausgetrieben werden soll.
  • Pflanzen mit einer Sonnen- Signatur besitzen häufig fette Öle, z.B. Sonnenblume oder  Lorbeer, der Sonnenpflanze der alten Griechen: Wahrzeichen des Apollon. Lorbeerblätter kann man auch verräuchern, zusammen mit Weihrauch, Fichtenharz  und Wacholderbeeren, die marsisch-abwehrend wirken. Eine Vielzahl an solaren Gewächsen sind auch Herzmittel, wobei sie verstärkt tonisierend wirken: Korrespondenz zum Zeichen des Löwen und den Eigenschaften des 5. Hauses.

Die Sonne steht in unser aller Zentrum, ihre Symbolik sollte daher verbinden und nicht trennen: Mit einem solaren Räucher-Ritual kann man alle Aspekte des Mittwinterfestes, der Zeit der Wintersonnenwende recht gut vereinen. Die alte naturreligiöse Tradition nördlich der Alpen und die römisch-christliche Feier des Jesus-Kindes als Licht der Welt, Sol Invictus. Religion heisst nicht umsonst Rückverbindung. Allerdings sollte hier den positiv spirituellen Elementen von Licht und Wärme gehuldigt werden, und nicht den verknöcherten Dogmen. Die braucht keiner. Die lässt man am Besten von den Perchten der ebenfalls am Sonnwendstag, dem 21. Dezember , beginnenden Raunächte verscheuchen.

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©kmygraphic
 
**Lunares Element des Bienenvolkes ist ihre Gesellschaftsform als matriarchales Kollektiv, daher ist auch der saturnische (Struktur, Gegenpol des Mondes) und der neptunische (Aufgabe der Individualität, Gegenpol des Merkur- fliegende Geschöpfe) Archetyp vertreten. Wie bei den Borg, die allerdings mit ihrem kriegerischen Expansionsdrang eher den Ameisen gleichen, bei denen das Mars-Element ebenfalls mehr in den Vordergrund tritt. Die Biene hat zwar einen marsischen Stachel, stirbt aber wenn sie ihn einsetzt, ein allerletztes Mittel also. Bienen besitzen marsische und  venerische Züge, da sie Blüten befruchten.  Pollen=Mars, Frucht=Venus.
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Bernsteingold: Fraktales Weihnachtsbäumchen -
Fichtenharz ist ein beliebtes Räuchermittel – Sonne/Uranus, Mars/Venus.

 

Posted by on Dezember 20th, 2016 2 Comments

Mitten im kalten Winter: Yule – Rauhnacht – Sonnenkind

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.
Yul Embers ©scrano 2014

When the Wheel begins to turn, let the Beltane fires burn.
When the Wheel has turned a Yule, light the Log and let Pan rule.

WINTER SONNWENDE – YULE

Im nordisch-germanischen Neuheidentum (z. B. Asatru) ist das altgermanische Julfest eines der drei Eck-Feste im Jahr und man versucht auf das Brauchtum zurückzugreifen, das man aus den Überlieferungen noch rekonstruieren kann:  z. B. Wilde Jagd oder Raunächte, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu begehen. Als Datum kommt hierfür entweder direkt die astronomische Sonnwende am 21.12. oder der Tag des ersten Vollmonds danach in Frage, welcher Julmond heisst. Deneben gibt es noch das Haakon dem Guten zugeschriebene Datum am 25.12.  Daher ist das Julfest wohl nicht nur dem solares Kalender zuzuordnen. Unter Umständen ist die Zeit der Raunächte auch ein Versuch den Sonnen- und den Mondkalender zu synchronisieren, wie man es auch schon jungsteinzeitlichen Bauten wie Stonenhenge als ein möglicher Verwendungszweck zuschreibt. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Wie in allen einfachen, „nicht-interkalierenden Lunisolarkalendern“ (also allen Mondkalendern ohne Schaltmonate, wie man sie in bäuerlichen Kulturen findet), werden die auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als  Tage „außerhalb der Zeit“, eingeschoben. Von solchen Tagen wird in der zugehörigen Kosmologie angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien und daher die Grenzen zu anderen Welten durchlässig würden. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne oftmals mit Tabus, Ritualen und Volksmythen. Es wird auch vermutet, dass die Bräuche um die „Winterauskehr“ am Ende des Faschings in diesem Zusammenhang stehen: Sie simulieren eine Interkalation bezüglich des Jahresbeginns mit dem Frühlings-Äquinoktium. Besonders deutlich findet sich das in den römischen Saturnalien und Lupercalien.

Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Der Julmond, der auch Nytungl (Neuer Mond) oder Nykung (Neuer König) heißt, wird mit dem rituellen Jultrinken begrüßt. In der christlichen Weihnachtsliturgie war früher die sogenannte Johannisminne, ein rituelles Zutrinken, üblich, am 27. 12., dem Feiertag des Evangelisten Johannes.  Zu den verwandten Bräuchen kann man auch den Wassail rechnen, wie er in Schottland noch üblich ist, oder auch in Teilen Bayerns als Flursegen angewandt wird. Dort besprengt man die Flur bzw die Apfelwiesen mit Milch oder Most aus der vergangenen Ernte. Der Julmond im Januar kennzeichnet den Beginn des neuen Jahres. Man sieht die Rauhnächte zwischen Wintersonnenwende (Mütternacht) und Dreizehnttag (Perchtennacht) als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Das Haus wird geräuchert mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus,“ oder “Evil shall leave and not enter”, wie es im Original heisst.  Der „Julbock“, wird aufgestellt, sehr zur Freude der Kinder: Ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke. Gastfreundschaft soll schon früher ein wichtiges Element der Julzeit gewesen sein, so soll das Haus den Gästen offengestanden haben, die ein und aus gingen und reich bewirtet wurden. Zudem ist es ein Brauch, einen großen Holzklotz – den Julklotz – aus dem Wald zu holen, und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Vergleichbar mit dem Volksbrauch, Feuerräder bzw. Osterräder von Bergen abzurollen, werden von Anhöhen brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, herab gerollt. Als Kinder haben wir kleinere solche brennende Reifen mit Hilfe von Haselstöcken durch den Ort gerollt, im schwer katholischen Bayern! Überhaupt sind hier die Raunachtsbräuche noch sehr lebendig. Perchtenlauf, Räuchern und etliche Tabus in der Zeit zwischen der Zeit werden hier noch in breiter Vielfalt und grosser Selbstverständlichkeit praktiziert. Nicht erst als neuaufgelegte Touristen-Folklore oder als ärgerliches Rudiment aus der Nazi-Zeit. Die enorme Vielfalt des lokalen Brauchtums legt ausserdem die Annahme vorchristlicher Ursprünge nahe, leider ohne dass heute noch feststellbar wäre, wo die jeweiligen kulturellen Wurzeln tatsächlich liegen. bzw. wie weit sie zurückreichen. Germanische Bezüge vieler Raunachtsvorstellungen sind aber naheliegend, denn zu dieser Zeit soll sich nämlich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin/Woden/Wotan über das Land ziehen sollten:

Im Zentrum der  Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, steht dann Woden’s “Wilde Jagd”. Zu dieser Zeit stehe die “überirdische Anderswelt” endgültig in Verbindung mit der Menschenwelt und die Seelen der Verstorbenen dürfen Kontakt aufnehmen. Dieser Glaube, dass zu sich zu dieser Zeit das Tor zum Geisterreich öffnet, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (dumb supper) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen z.B. Bretagne, britische Inseln, mit sich. Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle (Berchta, Perchta), die eine deutliche Verwandschaft zur germanischen Totengöttin Hel hat. Aber nicht nur in Regionen nördlich der Alpen wurden solcherlei Glaubensvorstellungen gepflegt: Auch die Römer kannten entsprechendes Brauchtum, ebenso verbreitet ist es in Griechenland oder Osteuropa, also in grossen Teilen des  indoeuropäischen Sprachraums. Erdhafte und unterweltliche Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd einherziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Ost-Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten. Die Bräuche zu den verschiedenen “Zwischenzeiten” des Jahres ähneln sich sehr: Es existieren Übereinstimmungen z.B. zwischen dem Rauhnachtsbrauchtum und dem von Samhain oder All Hallows Eve” und den graeco-römischen Feiern der Erntefeste, an denen auch “Mundus Cereris Patet“: Saturnalia, Lupercalia.

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Krampus, auch ein Weihnachtspercht,
der manchmal schon mit dem Nikolaus kommt.
Er ähnelt dem Habergoas. quelle:wikimedia

Diese Umsetzung solcher Vorstellungen spiegelt sich besonders in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Dort gibt es allerlei teuflisch erscheinende Gestalten, die Schiechperchten, zum Beispiel den Habergoas, eine Mischung aus Pferd und Ziegenbock, ersteres ein Symbol Wodens, der Bock ein Tier des Thor. Die sogenannten Holzperchten schlagen besonders die Mädchen mit Haselzweigen, wohl eine Variante des “Quickens“, ein Fruchtbarkeitsritual. Auch die Hasel gehört zu Thor, der als Fruchtbarkeitsgott der Feind des Winters war: Im hohen Norden beteten die Menschen zu ihm, dass er die grimmigen Eisriesen mit seinem Hammer möglichst bald zerschmettert.  Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die schellenbehängten Schepperer oder Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. Wobei nicht nur der Lärm, sondern auch der Schwefeldampf des Schiesspulvers die üblen Geister vertreiben soll.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende) (längste Nacht des Jahres)
  • 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten)
  • 31. Dezember/1. Januar (Silvester)
  • 5./6. Januar (Epiphanias, Erscheinung des Herrn)

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt, obwohl hier der alte heidnische Bezug noch extrem deutlich ist:

“Der Thama mit’m Hamma”

Die Nacht vor Thomas (21. Dezember) ist eine der wichtigsten und eigenartigsten Losnächte. Er ist recht volkstümlich, der “Thama mit’m Hamma”. Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden, wetterbeherrschenden Gott der Germanen Thor/Donar, der mit seinem Hammer Mjölnir an die Wolken schlug und damit den Donner erzeugte. Der blutige Thamerl, wie er bei uns genannt wurde, war besonders als Kinderschreck gefürchtet.

Auch die seltsame Luzier: Hl. Lucia, am 13. Dezember gefeiert, gehört eigentlich noch zu den Raunachtsgestalten. Der 13. Dezember war früher ein wichtiger Tag für die traditionellen Feierlichkeiten der Sonnenwende, denn bis 1752 fand die Wintersonnenwende (z.B. in Schweden) an diesem Tag statt. Die Sichel der St.Lucia, als Symbol ihres Märtyrertums,  wird nun zum Drohwerkzeug für unartige Kinder, wie der Thorshammer des “Thamerl”. Diese Sichel kann man auch als Symbol des Saturn, als Herrn der Zeit und Schnitter Tod interpretieren, oder als Mondsichel der “Grossen Göttin”. Zur Deutung als Saturnsymbol kommen noch Janus und Terminus dazu, die in der Römerwelt für die räumlichen und zeitlichen Grenzen zuständig waren. Beide Gottheiten standen mit Saturn in Verbindung. Besser kommt Lucia in Schweden weg, hier wird ihr Gedenktag als Lichterfest gefeiert, vor allem für die Töchter der Familien ein Spass: Die älteste Tochter weckt weiss bekleidet, mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, morgens die Familie und serviert ihnen Frühstück bei Kerzenschein: Vor allem Safrangebäck, ein Symbol der Sonne. Diese süssen Kringel, auch als Lussekatter=Luciakatzen bezeichnet, können auch ein Hinweis auf aur nordische Göttin Freya sein, deren Himmelswagen ein Katzengespann zog. An diesem Tag wird das berühmte Lucia-Lied gesungen, das von der Wiederkehr des Lichtes handelt, auch ein Bezug zum alten Datum der Sonnwende.

Die Etymologie, also die sprachliche Wurzel,  des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Eine Möglichkeit stellt das mittelhochdeutsche Wort rûchhaarig‘ dar,  das es in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren heute noch gibt. Es würde sich dabei auf die mit Fell bekleidete Schmutz- oder Schiechperchten beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh. Wie zum Beispiel das Räuchern der Ställe mit dem Johannisbuschen des Sommers. Das würde aber auch die andere Herleitung des Wortes liefern: Rauch-Nacht, vom Haus-und Hof -Räucher-Ritual abgeleitet, das von der Bäuerin ausgeführt wird. Die alternative Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch, der auf der Sage beruht, dass entweder Thor oder Odin zu dieser Zeit die Gastfreundschaft der Menschen überprüfe, und je nach Ausübung oder Verweigerung belohne oder bestrafe. Wie auch Frau Holle im Märchen.

Die Rauhnächte als Quasi-Niemandszeit sind auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich mehr aus Spass und Geselligkeit – in Form des Bleigießens (das Metall Saturns, des Herrn der Grenzen und der Zeit)  bis heute weiter gepflegt. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Ein bisschen blitzt da noch das sprechendes Odinspferd, der achtbeinige Sleipnir, oder Fallada aus dem Märchen “Die Gänsemagd” durch.  Mancherorts dürfen sich die Tiere bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Heinzelmännchen, Laren und Manen lassen grüssen!

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die wilden Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Wohl eine Art Angst vor “Incubi” oder Besessenheit.  Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Beide galten als besonders anfällig für Hexerei, als Opfer und Täter. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.

Diese Tabus sind wohl der Dämonisierung des älteren Brauchtums durch die Christianisierung zuzuschreiben: Die Götter der alten Religion sind häufig die Teufel der neuen. Vor allem weil einige Yul- oder Raunachtsbräuche mit Fruchtbarkeit zu tun haben, oder auch mit Orakelbräuchen, die vielleicht mit dem Genuss von Pilzdrogen, wie der Amanita muscaria einhergingen: Das mochten die sittenstrengen Kirchenlehrer wohl gar nicht dulden.

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Wintersonnenwende – Mutternacht. Das Leben kehrt zurück.
Modranecht ©scrano 2015

Doch zurück zum Neuheidentum:

Auch in der teilweise auf keltischen Überlieferungen*** basierenden Wicca-Religion ist das Julfest eines der 8 Feste des Jahreskreises, an dem mit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des an Samhain gestorbenen gehörnten Gottes bzw. der Tod des Winter- oder Holly Kings (Winterhalbjahr) und dessen Ablösung durch den Oak King (Sommerhalbjahr) gefeiert wird. Holly (Ilex, Stechpalme) und Oak (Eichenlaub) stehen auf den britischen Inseln als Symbole für den Winter und Sommer. Das sieht man auch an den vielfältigen Darstellungen der sogenannten “Green Men”, welche die Vegetation oder Herne, den Geist des Waldes, einer Art Kreuzung aus Odin, Cernunnos und Jennerwein***, versinnbildlichen.

Die Nacht dieses Wechsels wird als in der Zeit gefrorener Moment begriffen: Die Welt hält einen Moment den Atem an. Im Kessel der “Grossen Mutter” wird das Licht neu geboren, aus dem “Dunklen Winterkönig” wird das Sonnenkind.  Dieses Symbol der zunehmenden Tageslänge ist das Versprechen auf einen neuen Sommer voller Licht und Wärme. Die Göttin beginnt einen neuen Zyklus im ewigen Kreislauf, wobei sie sich wieder zu ihrer “jungfräulichen” Form transformiert.  Auch hier spielt das Feuer, z.B. der Jul-Block (nicht Bock!) und das Räuchern im Ritual eine zentrale Rolle. Die traditionellen Weihnachtsfarben: Gold, Grün und Rot kommen ebenfalls zum Einsatz, sie repräsentieren Licht und Leben.

Zum Räuchern als Ausleitung des alten und Einleitung eines neuen Lebenskreislaufs werden Pflanzen mit Korrespondenzen zum Feuerelement oder der Sonne verwendet:

  • Zimt, Nelken, Weihrauch, Myrrhe aber auch Zedernholz und vor allem Lorbeer für den Gott in seiner Form als Sonnengott und Lichtgott Apollon oder Bel/Balder und Rosmarin für die Göttin in ihrer Repräsentation als Artemis/Brigid/Freya.
  • Der Lorbeer hat als heilige und heilende Pflanze eine lange Tradition: Schon die Orakelpriesterinnen in Delphi verwendeten ihn, wahrscheinlich schon in der Zeit der alten Erdgöttin Python, bevor Delphi zum Orakeltempel des Apollon wurde. Zu Heil- und Reinigungszwecken eingesetzt wurde Lorbeer  im Heiligtum des Asklepios und bei Ritualen zu Ehren der Göttin Ceres oder der keltischen Cerridwen. Der Rauch des Lorbeer hat eine erdhafte und eine sprirituelle Note.
  • Auch mit Salbei wurde und wird in der Zeit geräuchert, ein Brauch, der ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt. Nicht verwechseln mit “Sage” dem Steppenbeifuss der amerikanischen Ureinwohner.

Viele der anderen genannten Düfte sind uns bereits aus dem allgemeinen Weihnachtsbrauchtum vertraut. Sie wirken stimmungsaufhellend und vertreiben die Schatten des Winterblues. Es ist die Zeit der Neuanfänge und um die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Jetzt wird das Samenkorn für ein gutes neues Jahr gepflanzt. Wir können Bernstein oder Tigerauge als Glücksbringer verschenken, die sowohl die Sonne als auch den glücklichen Wechsel versinbildlichen.

In allen Traditionen, sei es nun historisch oder neuheidnisch, aber auch traditionell christlich wird in dieser Zeit gefeiert und die Hoffnung auf gute Zeiten ausgedrückt.

Häufig auch durch Geselligkeit bei gutem Essen:

  • Truthahn, Gans, reichhaltiges Gebäck wie Stollen und Früchtekuchen, Glühwein oder Punsch.
  • Und natürlich darf der sonnenhafte Met aus dem Honig des Sommers nicht fehlen, am Besten als Heissgetränk.

 

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***Die herrschende Vorstellung der kosmischen Eltern, einer Allmutter (der mondhaften Göttin) und eines solaren Jahresgottes (der Vegetation) ist relativ generisch. Viele Wicca haben ihr individuelles Götterpaar, wobei auf unterschiedliche Kulturen zurückgegriffen wird: Graeco-Romanische, Nordische, Keltische oder Slawische Traditionen, beispielsweise. Sogar eine christlich geprägte Variante mit Maria und Jesus als Mutter/Sohn Paar gibt es in den USA. Da Maria oft mit der Mondsichel abgebildet und Jesus als wiedererstehendes Licht gefeiert wird – für naturreligiöse Christen erscheint diese Tradition nicht abwegig.
  • “Alle Göttinnen und Götter sind eine Göttin und ein Gott”.
Somit handelt es sich beim Wicca um naturreligiös motivierten Pantheismus. Die Ritualistik hat allerdings deutliche Bezüge zum inselkeltischen Brauchtum, aber auch zum Freimaurertum und zu hermetischen Orden, wie “Golden Dawn”.
***Herne,the Hunter aus Shakespeares “Merry Wives of Windsor” hat wohl Wurzeln sowohl in einer historischen Figur, dem berüchtigten Wilderer Richard Horne, aber auch bei mythischen Gestalten wie Odin mit der Wilden Jagd. Er ähnelt damit Robin Hood, oder Figuren des Nibelungenliedes und der Artus-Sage. Odin als Waldgeist kennen wir im Märchen in der Gestalt des Rübezahl.
 

christmas_flower_by_kmygraphic-daroyvx Animation: ©kmygraphic

Posted by on Dezember 19th, 2016 2 Comments

Hexenküche im Winter: Süsse Freudenspender bringen Sonne fürs Gemüt

Sunna, Sulis, Amaterasu, .. nicht immer ist eine solare Gottheit männlich.©scrano 2015

Sunna, Sulis, Amaterasu, Beaivvi, nicht immer ist eine solare Gottheit männlich.
Sun and Snow ©scrano 2015

Makronen – köstlich duftende Seelentröster: der Vorteil ist, dass sie einfach und schnell zu backen sind. Ausserdem kann man gut das bei der Plätzchenbackerei anfallende Eiklar verwerten. Auch der sonnenhafte Safran kommt hier zur Verwendung – sehr passend für die lichtarme Winterszeit.

Makronen mit Pistazien und mit Schokolade:

Zutaten:
  • 100 g gehackte Pistazien
  • Safranfäden
  • 500 g Feinst-Zucker
  • 2 Eigelb (M)
  • 10 Eiweiß
  • 4 EL Zitronensaft
  • 50g gekackte kandierte Papaya
  • 3 gehäufte EL entölter Back-Kakao
  • 600 g Kokosraspel (3 Pckg), möglichst nicht zu grob.

Den Backofen auf 160 Grad Celsius Heissluft vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Pistazien, Safranfäden und das eine Eigelb mit dem Knethaken des Handrührgerätes verkneten. Alle Eiweiß mit dem Feinst-Zucker steif schlagen. Die Hälfte davon mit Pistazienmasse 2 El Zitronensaft und 1.5  Pckg. Kokosraspel unterheben. Den Teig mit zwei Teelöffeln etwa walnussgroß auf das Blech setzen.Die Makronen gehen noch etwas auseinander.

Für Version zwei: Den restlichen Eischnee mit Eigelb, den übrigen Kokosraspeln, Papaya und 3 geh. Esslöffeln Kakao vermengen. Ebenfalls Makrönchen formen und auf Backpapier setzen. Beide  Makronen-Varianten  im Backofen (Mitte, Umluft 150 Grad Celsius) 20 Minuten backen. Geht ohne Oblaten, nur Vorsicht beim Ablösen. Noch etwas nachtrocknen lassen, daher einige Zeit umgekehrt lagern. In Blechdosen aufbewahren, sechs Wochen aufhebbar.

 

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 Santa Kitten: ©sevenoaksart.co.uk

 

Posted by on Dezember 15th, 2016 Kommentare deaktiviert