Archive for the ‘Kulinarisch’ Category

 

Neu: Kalender 2018 – Naturschönheiten aus Flur und Garten

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Frühlingserwachen im Gartenjahr mit Primel und Vergissmeinnicht.
Eingefangefangenes Sonnenlicht erfreut nach dem Wintergrau.

Eine Übersicht einiger meiner Pflanzenmotive für einen gestaltbaren Kalender für 2018:

  • DIN A4 quer oder DIN A3 quer, jeweils mit Metallspirale und Rückkarton.
  • Preise: ab 14.95 €

Einfach mindestens 13 Motive*** auswählen, das Deckblatt extra benennen. Auf Wunsch botanische Kurzbeschreibung zu den Pflanzen inkl. Signatur.

Wer sich überraschen lassen möchte – wir stellen auch gerne einen Kalender für Euch zusammen.

Hochwertiger Photodruck, die Auflösung der Originalbilder beträgt >200 dpi, im Gegesatz zu 72 dpi in der Ansicht.

***Bei Hochformaten passen 2 Motive auf ein Kalenderblatt.

Alle Photos: © abrasax, scrano & beast666.

Kontakt: ambrosia per email-link.

 

Posted by on Januar 13th, 2017 Kommentare deaktiviert

Kalender 2018: Zauberhaftes Biosphärenreservat Alb: Wasserwelten

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Broceliande vor der Haustür – Bad Urach und Umgebung

 

Thanks to:

Wandertipps:

Alle Kalendermotive sind auch als einzelne Bilder erhältlich.

Photos: ©scrano, abrasax, beast666

Freie Auswahl von mindestens 13 Blättern*** aus der Galerie. Bitte das Deckblatt extra benennen. Für kleine Texte ist Platz, bitte nachfragen. Standard sind erklärende Untertitel für die einzelnen Fotos. Formate: DIN A4, A3, A2 quer mit Metallspirale. Professioneller Qualitätsfotodruck.

Preis: ab 14 € DIN A4

Alle Anfragen bei Ambrosia per email. Vorbestellungen wie immer, bis September 2017.

**** Hochformatig passen zwei Motive auf ein Blatt.

Posted by on Januar 11th, 2017 Kommentare deaktiviert

Magisches Jahr 2017

Apprentice ©scrano 2016

Apprentice ©scrano 2016
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Mein kleiner Almanach beinhaltet für jeden Monat unterschiedliche Daten für Feste und Brauchtum, christlich, pagan oder historisch heidnisch. Ausserdem gibt es kleine Rituale, Gartentipps und Rezepte.

Posted by on Januar 11th, 2017 Kommentare deaktiviert

Kalender 2018: Wunderschöne Bretagne

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St.Michel en Greve, Cotes d’Armor. 

Und noch eine weitere Galerie mit Eindrücken unserer Bretagne-Reisen.

Reise-Tipps:

Alle Kalendermotive sind auch als einzelne Bilder erhältlich.

Photos und Digital Art, Fraktalbilder: ©scrano, abrasax, beast666

Freie Auswahl von mindestens 13 Blättern*** aus der Galerie. Bitte das Deckblatt extra benennen. Für kleine Texte ist Platz, bitte nachfragen. Standard sind erklärende Untertitel für die einzelnen Fotos. Formate: DIN A4, A3, A2 quer mit Metallspirale. Professioneller Qualitätsfotodruck.

Preis: ab 14 € bei DIN A4 hoch oder quer.

Alle Anfragen bei Ambrosia per email. Vorbestellungen wie immer, bis September 2017.

***Hochformatige Motive passen als Duo auf ein Blatt.

Posted by on Januar 7th, 2017 Kommentare deaktiviert

Mitten im kalten Winter: Yule – Rauhnacht – Sonnenkind

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.
Yul Embers ©scrano 2014

When the Wheel begins to turn, let the Beltane fires burn.
When the Wheel has turned a Yule, light the Log and let Pan rule.

WINTER SONNWENDE – YULE

Im nordisch-germanischen Neuheidentum (z. B. Asatru) ist das altgermanische Julfest eines der drei Eck-Feste im Jahr und man versucht auf das Brauchtum zurückzugreifen, das man aus den Überlieferungen noch rekonstruieren kann:  z. B. Wilde Jagd oder Raunächte, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu begehen. Als Datum kommt hierfür entweder direkt die astronomische Sonnwende am 21.12. oder der Tag des ersten Vollmonds danach in Frage, welcher Julmond heisst. Deneben gibt es noch das Haakon dem Guten zugeschriebene Datum am 25.12.  Daher ist das Julfest wohl nicht nur dem solares Kalender zuzuordnen. Unter Umständen ist die Zeit der Raunächte auch ein Versuch den Sonnen- und den Mondkalender zu synchronisieren, wie man es auch schon jungsteinzeitlichen Bauten wie Stonenhenge als ein möglicher Verwendungszweck zuschreibt. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Wie in allen einfachen, „nicht-interkalierenden Lunisolarkalendern“ (also allen Mondkalendern ohne Schaltmonate, wie man sie in bäuerlichen Kulturen findet), werden die auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als  Tage „außerhalb der Zeit“, eingeschoben. Von solchen Tagen wird in der zugehörigen Kosmologie angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien und daher die Grenzen zu anderen Welten durchlässig würden. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne oftmals mit Tabus, Ritualen und Volksmythen. Es wird auch vermutet, dass die Bräuche um die „Winterauskehr“ am Ende des Faschings in diesem Zusammenhang stehen: Sie simulieren eine Interkalation bezüglich des Jahresbeginns mit dem Frühlings-Äquinoktium. Besonders deutlich findet sich das in den römischen Saturnalien und Lupercalien.

Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Der Julmond, der auch Nytungl (Neuer Mond) oder Nykung (Neuer König) heißt, wird mit dem rituellen Jultrinken begrüßt. In der christlichen Weihnachtsliturgie war früher die sogenannte Johannisminne, ein rituelles Zutrinken, üblich, am 27. 12., dem Feiertag des Evangelisten Johannes.  Zu den verwandten Bräuchen kann man auch den Wassail rechnen, wie er in Schottland noch üblich ist, oder auch in Teilen Bayerns als Flursegen angewandt wird. Dort besprengt man die Flur bzw die Apfelwiesen mit Milch oder Most aus der vergangenen Ernte. Der Julmond im Januar kennzeichnet den Beginn des neuen Jahres. Man sieht die Rauhnächte zwischen Wintersonnenwende (Mütternacht) und Dreizehnttag (Perchtennacht) als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Das Haus wird geräuchert mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus,“ oder “Evil shall leave and not enter”, wie es im Original heisst.  Der „Julbock“, wird aufgestellt, sehr zur Freude der Kinder: Ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke. Gastfreundschaft soll schon früher ein wichtiges Element der Julzeit gewesen sein, so soll das Haus den Gästen offengestanden haben, die ein und aus gingen und reich bewirtet wurden. Zudem ist es ein Brauch, einen großen Holzklotz – den Julklotz – aus dem Wald zu holen, und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Vergleichbar mit dem Volksbrauch, Feuerräder bzw. Osterräder von Bergen abzurollen, werden von Anhöhen brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, herab gerollt. Als Kinder haben wir kleinere solche brennende Reifen mit Hilfe von Haselstöcken durch den Ort gerollt, im schwer katholischen Bayern! Überhaupt sind hier die Raunachtsbräuche noch sehr lebendig. Perchtenlauf, Räuchern und etliche Tabus in der Zeit zwischen der Zeit werden hier noch in breiter Vielfalt und grosser Selbstverständlichkeit praktiziert. Nicht erst als neuaufgelegte Touristen-Folklore oder als ärgerliches Rudiment aus der Nazi-Zeit. Die enorme Vielfalt des lokalen Brauchtums legt ausserdem die Annahme vorchristlicher Ursprünge nahe, leider ohne dass heute noch feststellbar wäre, wo die jeweiligen kulturellen Wurzeln tatsächlich liegen. bzw. wie weit sie zurückreichen. Germanische Bezüge vieler Raunachtsvorstellungen sind aber naheliegend, denn zu dieser Zeit soll sich nämlich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin/Woden/Wotan über das Land ziehen sollten:

Im Zentrum der  Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, steht dann Woden’s “Wilde Jagd”. Zu dieser Zeit stehe die “überirdische Anderswelt” endgültig in Verbindung mit der Menschenwelt und die Seelen der Verstorbenen dürfen Kontakt aufnehmen. Dieser Glaube, dass zu sich zu dieser Zeit das Tor zum Geisterreich öffnet, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (dumb supper) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen z.B. Bretagne, britische Inseln, mit sich. Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle (Berchta, Perchta), die eine deutliche Verwandschaft zur germanischen Totengöttin Hel hat. Aber nicht nur in Regionen nördlich der Alpen wurden solcherlei Glaubensvorstellungen gepflegt: Auch die Römer kannten entsprechendes Brauchtum, ebenso verbreitet ist es in Griechenland oder Osteuropa, also in grossen Teilen des  indoeuropäischen Sprachraums. Erdhafte und unterweltliche Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd einherziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Ost-Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten. Die Bräuche zu den verschiedenen “Zwischenzeiten” des Jahres ähneln sich sehr: Es existieren Übereinstimmungen z.B. zwischen dem Rauhnachtsbrauchtum und dem von Samhain oder All Hallows Eve” und den graeco-römischen Feiern der Erntefeste, an denen auch “Mundus Cereris Patet“: Saturnalia, Lupercalia.

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Krampus, auch ein Weihnachtspercht,
der manchmal schon mit dem Nikolaus kommt.
Er ähnelt dem Habergoas. quelle:wikimedia

Diese Umsetzung solcher Vorstellungen spiegelt sich besonders in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Dort gibt es allerlei teuflisch erscheinende Gestalten, die Schiechperchten, zum Beispiel den Habergoas, eine Mischung aus Pferd und Ziegenbock, ersteres ein Symbol Wodens, der Bock ein Tier des Thor. Die sogenannten Holzperchten schlagen besonders die Mädchen mit Haselzweigen, wohl eine Variante des “Quickens“, ein Fruchtbarkeitsritual. Auch die Hasel gehört zu Thor, der als Fruchtbarkeitsgott der Feind des Winters war: Im hohen Norden beteten die Menschen zu ihm, dass er die grimmigen Eisriesen mit seinem Hammer möglichst bald zerschmettert.  Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die schellenbehängten Schepperer oder Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. Wobei nicht nur der Lärm, sondern auch der Schwefeldampf des Schiesspulvers die üblen Geister vertreiben soll.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende) (längste Nacht des Jahres)
  • 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten)
  • 31. Dezember/1. Januar (Silvester)
  • 5./6. Januar (Epiphanias, Erscheinung des Herrn)

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt, obwohl hier der alte heidnische Bezug noch extrem deutlich ist:

“Der Thama mit’m Hamma”

Die Nacht vor Thomas (21. Dezember) ist eine der wichtigsten und eigenartigsten Losnächte. Er ist recht volkstümlich, der “Thama mit’m Hamma”. Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden, wetterbeherrschenden Gott der Germanen Thor/Donar, der mit seinem Hammer Mjölnir an die Wolken schlug und damit den Donner erzeugte. Der blutige Thamerl, wie er bei uns genannt wurde, war besonders als Kinderschreck gefürchtet.

Auch die seltsame Luzier: Hl. Lucia, am 13. Dezember gefeiert, gehört eigentlich noch zu den Raunachtsgestalten. Der 13. Dezember war früher ein wichtiger Tag für die traditionellen Feierlichkeiten der Sonnenwende, denn bis 1752 fand die Wintersonnenwende (z.B. in Schweden) an diesem Tag statt. Die Sichel der St.Lucia, als Symbol ihres Märtyrertums,  wird nun zum Drohwerkzeug für unartige Kinder, wie der Thorshammer des “Thamerl”. Diese Sichel kann man auch als Symbol des Saturn, als Herrn der Zeit und Schnitter Tod interpretieren, oder als Mondsichel der “Grossen Göttin”. Zur Deutung als Saturnsymbol kommen noch Janus und Terminus dazu, die in der Römerwelt für die räumlichen und zeitlichen Grenzen zuständig waren. Beide Gottheiten standen mit Saturn in Verbindung. Besser kommt Lucia in Schweden weg, hier wird ihr Gedenktag als Lichterfest gefeiert, vor allem für die Töchter der Familien ein Spass: Die älteste Tochter weckt weiss bekleidet, mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, morgens die Familie und serviert ihnen Frühstück bei Kerzenschein: Vor allem Safrangebäck, ein Symbol der Sonne. Diese süssen Kringel, auch als Lussekatter=Luciakatzen bezeichnet, können auch ein Hinweis auf aur nordische Göttin Freya sein, deren Himmelswagen ein Katzengespann zog. An diesem Tag wird das berühmte Lucia-Lied gesungen, das von der Wiederkehr des Lichtes handelt, auch ein Bezug zum alten Datum der Sonnwende.

Die Etymologie, also die sprachliche Wurzel,  des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Eine Möglichkeit stellt das mittelhochdeutsche Wort rûchhaarig‘ dar,  das es in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren heute noch gibt. Es würde sich dabei auf die mit Fell bekleidete Schmutz- oder Schiechperchten beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh. Wie zum Beispiel das Räuchern der Ställe mit dem Johannisbuschen des Sommers. Das würde aber auch die andere Herleitung des Wortes liefern: Rauch-Nacht, vom Haus-und Hof -Räucher-Ritual abgeleitet, das von der Bäuerin ausgeführt wird. Die alternative Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch, der auf der Sage beruht, dass entweder Thor oder Odin zu dieser Zeit die Gastfreundschaft der Menschen überprüfe, und je nach Ausübung oder Verweigerung belohne oder bestrafe. Wie auch Frau Holle im Märchen.

Die Rauhnächte als Quasi-Niemandszeit sind auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich mehr aus Spass und Geselligkeit – in Form des Bleigießens (das Metall Saturns, des Herrn der Grenzen und der Zeit)  bis heute weiter gepflegt. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Ein bisschen blitzt da noch das sprechendes Odinspferd, der achtbeinige Sleipnir, oder Fallada aus dem Märchen “Die Gänsemagd” durch.  Mancherorts dürfen sich die Tiere bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Heinzelmännchen, Laren und Manen lassen grüssen!

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die wilden Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Wohl eine Art Angst vor “Incubi” oder Besessenheit.  Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Beide galten als besonders anfällig für Hexerei, als Opfer und Täter. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.

Diese Tabus sind wohl der Dämonisierung des älteren Brauchtums durch die Christianisierung zuzuschreiben: Die Götter der alten Religion sind häufig die Teufel der neuen. Vor allem weil einige Yul- oder Raunachtsbräuche mit Fruchtbarkeit zu tun haben, oder auch mit Orakelbräuchen, die vielleicht mit dem Genuss von Pilzdrogen, wie der Amanita muscaria einhergingen: Das mochten die sittenstrengen Kirchenlehrer wohl gar nicht dulden.

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Wintersonnenwende – Mutternacht. Das Leben kehrt zurück.
Modranecht ©scrano 2015

Doch zurück zum Neuheidentum:

Auch in der teilweise auf keltischen Überlieferungen*** basierenden Wicca-Religion ist das Julfest eines der 8 Feste des Jahreskreises, an dem mit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des an Samhain gestorbenen gehörnten Gottes bzw. der Tod des Winter- oder Holly Kings (Winterhalbjahr) und dessen Ablösung durch den Oak King (Sommerhalbjahr) gefeiert wird. Holly (Ilex, Stechpalme) und Oak (Eichenlaub) stehen auf den britischen Inseln als Symbole für den Winter und Sommer. Das sieht man auch an den vielfältigen Darstellungen der sogenannten “Green Men”, welche die Vegetation oder Herne, den Geist des Waldes, einer Art Kreuzung aus Odin, Cernunnos und Jennerwein***, versinnbildlichen.

Die Nacht dieses Wechsels wird als in der Zeit gefrorener Moment begriffen: Die Welt hält einen Moment den Atem an. Im Kessel der “Grossen Mutter” wird das Licht neu geboren, aus dem “Dunklen Winterkönig” wird das Sonnenkind.  Dieses Symbol der zunehmenden Tageslänge ist das Versprechen auf einen neuen Sommer voller Licht und Wärme. Die Göttin beginnt einen neuen Zyklus im ewigen Kreislauf, wobei sie sich wieder zu ihrer “jungfräulichen” Form transformiert.  Auch hier spielt das Feuer, z.B. der Jul-Block (nicht Bock!) und das Räuchern im Ritual eine zentrale Rolle. Die traditionellen Weihnachtsfarben: Gold, Grün und Rot kommen ebenfalls zum Einsatz, sie repräsentieren Licht und Leben.

Zum Räuchern als Ausleitung des alten und Einleitung eines neuen Lebenskreislaufs werden Pflanzen mit Korrespondenzen zum Feuerelement oder der Sonne verwendet:

  • Zimt, Nelken, Weihrauch, Myrrhe aber auch Zedernholz und vor allem Lorbeer für den Gott in seiner Form als Sonnengott und Lichtgott Apollon oder Bel/Balder und Rosmarin für die Göttin in ihrer Repräsentation als Artemis/Brigid/Freya.
  • Der Lorbeer hat als heilige und heilende Pflanze eine lange Tradition: Schon die Orakelpriesterinnen in Delphi verwendeten ihn, wahrscheinlich schon in der Zeit der alten Erdgöttin Python, bevor Delphi zum Orakeltempel des Apollon wurde. Zu Heil- und Reinigungszwecken eingesetzt wurde Lorbeer  im Heiligtum des Asklepios und bei Ritualen zu Ehren der Göttin Ceres oder der keltischen Cerridwen. Der Rauch des Lorbeer hat eine erdhafte und eine sprirituelle Note.
  • Auch mit Salbei wurde und wird in der Zeit geräuchert, ein Brauch, der ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt. Nicht verwechseln mit “Sage” dem Steppenbeifuss der amerikanischen Ureinwohner.

Viele der anderen genannten Düfte sind uns bereits aus dem allgemeinen Weihnachtsbrauchtum vertraut. Sie wirken stimmungsaufhellend und vertreiben die Schatten des Winterblues. Es ist die Zeit der Neuanfänge und um die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Jetzt wird das Samenkorn für ein gutes neues Jahr gepflanzt. Wir können Bernstein oder Tigerauge als Glücksbringer verschenken, die sowohl die Sonne als auch den glücklichen Wechsel versinbildlichen.

In allen Traditionen, sei es nun historisch oder neuheidnisch, aber auch traditionell christlich wird in dieser Zeit gefeiert und die Hoffnung auf gute Zeiten ausgedrückt.

Häufig auch durch Geselligkeit bei gutem Essen:

  • Truthahn, Gans, reichhaltiges Gebäck wie Stollen und Früchtekuchen, Glühwein oder Punsch.
  • Und natürlich darf der sonnenhafte Met aus dem Honig des Sommers nicht fehlen, am Besten als Heissgetränk.

 

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***Die herrschende Vorstellung der kosmischen Eltern, einer Allmutter (der mondhaften Göttin) und eines solaren Jahresgottes (der Vegetation) ist relativ generisch. Viele Wicca haben ihr individuelles Götterpaar, wobei auf unterschiedliche Kulturen zurückgegriffen wird: Graeco-Romanische, Nordische, Keltische oder Slawische Traditionen, beispielsweise. Sogar eine christlich geprägte Variante mit Maria und Jesus als Mutter/Sohn Paar gibt es in den USA. Da Maria oft mit der Mondsichel abgebildet und Jesus als wiedererstehendes Licht gefeiert wird – für naturreligiöse Christen erscheint diese Tradition nicht abwegig.
  • “Alle Göttinnen und Götter sind eine Göttin und ein Gott”.
Somit handelt es sich beim Wicca um naturreligiös motivierten Pantheismus. Die Ritualistik hat allerdings deutliche Bezüge zum inselkeltischen Brauchtum, aber auch zum Freimaurertum und zu hermetischen Orden, wie “Golden Dawn”.
***Herne,the Hunter aus Shakespeares “Merry Wives of Windsor” hat wohl Wurzeln sowohl in einer historischen Figur, dem berüchtigten Wilderer Richard Horne, aber auch bei mythischen Gestalten wie Odin mit der Wilden Jagd. Er ähnelt damit Robin Hood, oder Figuren des Nibelungenliedes und der Artus-Sage. Odin als Waldgeist kennen wir im Märchen in der Gestalt des Rübezahl.
 

christmas_flower_by_kmygraphic-daroyvx Animation: ©kmygraphic

Posted by on Dezember 19th, 2016 2 Comments

Jamilla sagt: Sweet Dreams are made …

White Christmas by scrano

Jamilla träumt von weissen Weihnachten …
@beast666

I’m dreaming of a white Christmas

Andererseits – so als Miezekatze mag ich natürlich lieber eine warme Ofenbank … Ein paar virtuelle Schneesterne dürfen es dann schon sein!

Und was Bing Crosby anbelangt … der soll ja ein ziemliches Ekel gewesen sein. Zumindest laut der Aussage seines ältesten Sohnes. Wohl so eine “herzliche” Beziehung zur Familie wie bei “Rabenmutter” Joan Crawford. Aber man soll ja von den in der Anderswelt Weilenden nicht schlecht reden. Cool finde ich dagegen Frankieboy Sinatra, wenigstens ein offizieller Mafioso, und kein Pseudo-Saubermann. Ausserdem hat er fast so schöne blaue Augen wie ich …

Jetzt zu den wirklich süssen Dingen: Letzte Chance zum Backen für alle Leckermäuler!

Hmmm … ich hatte ja versprochen, Euch die Rezepte zu verraten … oje, ich glaube ich habe es verschlafen!

Trotzdem:

Süsse Träume:
Viel Spass beim Backen und Probieren!

Ach ja, fast vergessen: Eine Schneeflocke ist natürlich auch ein Fraktal, sehr ähnlich wie der Koch-Stern“.

Was hassen wir Katzen noch mehr als Schnee? Annie Lennox verrät es Euch!

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Doch statt dessen … Feenglanz!
A Magical Christmas ©scrano 2016

ho_ho_ho_by_kmygraphic-daqlh78©kmygraphic

 

Posted by on Dezember 17th, 2016 Kommentare deaktiviert

Hexenküche im Winter: Süsse Freudenspender bringen Sonne fürs Gemüt

Sunna, Sulis, Amaterasu, .. nicht immer ist eine solare Gottheit männlich.©scrano 2015

Sunna, Sulis, Amaterasu, Beaivvi, nicht immer ist eine solare Gottheit männlich.
Sun and Snow ©scrano 2015

Makronen – köstlich duftende Seelentröster: der Vorteil ist, dass sie einfach und schnell zu backen sind. Ausserdem kann man gut das bei der Plätzchenbackerei anfallende Eiklar verwerten. Auch der sonnenhafte Safran kommt hier zur Verwendung – sehr passend für die lichtarme Winterszeit.

Makronen mit Pistazien und mit Schokolade:

Zutaten:
  • 100 g gehackte Pistazien
  • Safranfäden
  • 500 g Feinst-Zucker
  • 2 Eigelb (M)
  • 10 Eiweiß
  • 4 EL Zitronensaft
  • 50g gekackte kandierte Papaya
  • 3 gehäufte EL entölter Back-Kakao
  • 600 g Kokosraspel (3 Pckg), möglichst nicht zu grob.

Den Backofen auf 160 Grad Celsius Heissluft vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Pistazien, Safranfäden und das eine Eigelb mit dem Knethaken des Handrührgerätes verkneten. Alle Eiweiß mit dem Feinst-Zucker steif schlagen. Die Hälfte davon mit Pistazienmasse 2 El Zitronensaft und 1.5  Pckg. Kokosraspel unterheben. Den Teig mit zwei Teelöffeln etwa walnussgroß auf das Blech setzen.Die Makronen gehen noch etwas auseinander.

Für Version zwei: Den restlichen Eischnee mit Eigelb, den übrigen Kokosraspeln, Papaya und 3 geh. Esslöffeln Kakao vermengen. Ebenfalls Makrönchen formen und auf Backpapier setzen. Beide  Makronen-Varianten  im Backofen (Mitte, Umluft 150 Grad Celsius) 20 Minuten backen. Geht ohne Oblaten, nur Vorsicht beim Ablösen. Noch etwas nachtrocknen lassen, daher einige Zeit umgekehrt lagern. In Blechdosen aufbewahren, sechs Wochen aufhebbar.

 

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 Santa Kitten: ©sevenoaksart.co.uk

 

Posted by on Dezember 15th, 2016 Kommentare deaktiviert

Mandala im Dezember: Cracker Jack und Glückskekse für Sylvester

Cracker Jack ©scrano 2016

Auch nach dem Karneval: Riesenknallbonbons machen Spass.
Cracker Jack ©scrano 2016

Ein Knallbonbon ist eine  lustige Geschenkverpackung, die wie ein Riesenbonbon aussieht. Der Inhalt sind kleine Geschenke und süsse Leckereien,  ähnlich wie bei der lateinamerikanischen Piñata an Kindergeburtstagen und Fiestas. Es ist auch mit unserem Tischfeuerwerk verwandt.

Der Knallbonbon besteht aus einer Pappröhre, die mit Glanzpapier  überzogen ist.  Das Abbinden der Papierenden mit hübschen Zierbändern ergibt die charakteristische Bonbonform. Zwischen Pappe und Papier befindet sich ein Zündstreifen, der bei gleichzeitigem Ziehen an den beiden Enden ausgelöst wird. Dadurch entsteht der Knalleffekt.

Knallbonbons werden gerne auf Parties verteilt, in den angelsächsischen Ländern nicht nur auf Kindergeburtstagen, sondern vor allem an Weihnachten oder als witziges Orakel an New Years Eve, unserem Sylvester.  Sie können nämlich wie beim asiatischen Glückskeks Papierfähnchen mit Sinnsprüchen, Witzen oder Horoskopzettelchen enthalten. In den Knallern  für Kinder sind zusätzlich kleine Süssigkeiten oder Spielzeugartikel versteckt. Dazu kommen bei fast allen Überraschungsbonbons Partyglitzer, Konfetti und Luftschlangen, wie sie auch für unsere Tischfeuerwerke üblich sind.

Knallbonbons werden auch als Geschenkverpackung zum Selbstbefüllen angeboten. Als Erfinder des Knallbonbons gilt der englische Konditor Tom Smith: Ende des 19. Jhd. wurden in seiner britischen Manufaktur  jährlich 11 Millionen Stück fabriziert.

Man kann sie auch selber basteln.

In UK und den Commonwealthstaaten gehört seine beliebteste Variante, der Christmas Cracker als integraler Bestandteil der Weihnachtsfeiern seither zum allgemeinen Brauchtum. Bei dieser Version ist das Papier mit weihnachtlichen Motiven bedruckt. Zwei Personen ziehen an dem Knallbonbon, der dann in der Mitte mit einem Knall explodiert und ungleich bricht: Der das grössere Stück hat, bekommt den Inhalt.

Glückskekse ohne Knalleffekt, aber mit individuellem Inhalt:

Zutaten für 20 Portionen

  • 60g Dinkemehl (630, gesiebt)
  • 60g Puderzucker
  • 3 Eiweiß (m)
  • 50g Butter, zerlassen
  • 1Prise Meersalz
  • 1Pck. Vanillezucker (echt)

1. Puderzucker, Vanillezucker und Salz vermischen. Mehl darauf sieben, zerlassene Butter unterrühren. Eiweiße steif schlagen und ebenfalls unterheben. Den Glückskeks-Teig 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

2. In der Zwischenzeit Zettel mit Glücksbotschaften schreiben, dafür gibt es lebensmittelechte Stifte. Den Ofen auf 160 Grad Heissluft vorheizen.

3. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Teig in 10 cm große Kreise dünn darauf streichen. Kekse etwa 3-5 Minuten im Ofen goldgelb backen.

4. Kekse sofort aus dem Ofen nehmen und so lange sie noch formbar sind, die Zettel in die Mitte geben und die Kekse zusammenfalten. Das geht wie beim Omelette oder halbmondförmigen Ravioli, einfach halb umklappen, dann über einen Glasrand biegen.

5. Man kann auch Zigarren rollen und innen mit einem Orakel-Zettel befüllen.

6. Die Formerei geht am besten zu zweit, sonst werden die Kekse hart. Mit zwei Blechen arbeiten, den frischen Teig immer nur auf ein ausgekühltes Blech geben, sonst zerfliesst er.

 

Christmas Crackers aus UK.quelle:wiki

Christmas Crackers aus UK.
quelle:wiki

Ach ja, noch schnell zum Schluss: Besser ein Knallbonbon als eine Knalltüte …!? Die kann man auch basteln, aus einem einfachen DIN A4 Blatt und einsetzen, wenn man seinen Lehrer ärgern will. Die menschliche Variante dieses “Scherzartikels” trifft man leider meistens unter weniger witzigen Umständen.

 

 

Posted by on Dezember 14th, 2016 Kommentare deaktiviert

Hexenküche zum Lucia-Fest: Lichterkranz und Safrangold

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Langsam geht es in Richtung Weihnachten/Yul !
St. Lucia gilt schon als eine der Rauhnächte.
Precious Light ©scrano 2014.

Schwedische Lussekatter

Zu deutsch Luciakatzen genannt: Es, handelt es sich um ein schwedisches Hefegebäck mit Safran, und Rum-Rosinen. Diese Lussekatter werden in Schweden nach alter Tradition vor allem zum Luciafest am 13. Dezember gebacken. Man bekommt sie im Advent sogar bei IKEA, aber diesmal wollen wir uns selbst daran versuchen.
Die typische Form des Hefegebäcks ist ein verdrilltes großes S, es gibt sie auch als Kreuz, wenn man zwei “Katzen” miteinander verschlingt. Der Safran, welcher unbedingt mit in den Teig gehört, symbolisiert mit seiner goldenen Farbe das Licht, die Sonne und Hoffnung. Lucia, als christliche Märtyrerin kam erst spät zu diesem Festtag, es ist das alte Datum der Sonnwende, vor der  Kalenderreform in Schweden.  Daher trägt die Luciabraut auch die 4 Kerzen des solaren Jahres-Rades auf dem Kopf, die christliche Zutat ist ihr weisses Gewand mit der roten Märtyrer-Schärpe. Weiss und rot sind aber ebenso traditionelle Yul-Farben. Katzen sind  wohl auch ein Hinweis auf Freyja, da sie deren Schutzpatronin war.

Zutaten für 15 Katzen:candle3

  • 30 g frische Hefe
  • 1 TL Feinst-Zucker (für den Vorteig)
  • 3 EL lauwarmes Wasser
  • 450 g Mehl Typ “Wiener Griessler”, damit gelingen Hefe-und Strudelteige wunderbar
  • 1 gestrichener TL Meersalz
  • 75 g feiner brauner Zucker
  • 1 Ei Gr. M
  • 1 Eidotter Gr. M
  •  Safranfäden aus der Apotheke, da ist die Qualität am besten
  • ~ 125 ml lauwarme Milch
  • 100 g kalte Butter

Verzierung:

  • 1 Eigelb mit etwas Milch verquirlt
  •  Rosinen mit 4 cl Rum beträufeln, 2 x  Zahl der Katzen

Gerät:

  • zusätzliches Mehl zum Bearbeiten
  • 1 grosses Backbrett
  • Grosse Metallschüssel mit heissem Wasser füllen
  • evtl. feuchtes Leintuch
Zubereitung:

Für die Zubereitung der Lussekatter zuerst die Safranfäden mit 1 TL Zucker vermischt, in einem Mörser fein zerstossen. Kein Safranpulver nehmen, da wird man oft betrogen. Das Pulver in einem Messglas mit 20 ml lauwarmen Wasser auflösen.

Hefeansatz:
Frische Hefe zerbröckeln, zusammen mit 1 TL Feinst-Zucker und 3 EL lauwarmem Wasser in einem Gefäß zu einem Hefebrei verrühren.
Mit einem Tuch abgedeckt, etwa 15 Minuten zum Gären der Hefe in der warmen Küche stehen lassen.
Teigbereitung:
Mehl auf dem Backbrett anhäufen,  Salz und Zucker unter das Mehl mischen. Mit der Hand in die Mitte des Mehles eine tiefe Mulde eindrücken. Milch erwärmen, nicht kochen! Butter in Stücken unter die Milch rühren, bis sie fast geschmolzen ist. Die Mischung ist nun handwarm, auf das Backbrett in Reichweite stellen. Die mittlerweile vergorene Hefe in die Mehlkuhle geben, Ei und Eigelb auf den “Kraterrand” setzen. Jetzt ist Kneten angesagt: Alles mit den Händen vermengen, Safranlösung auf einmal und Milch-Butter immer wieder zugiessen.Wenn der Teig klebt, etwas Mehl extra zugeben. Fertig ist er, wenn er sich gut von den Händen ablöst und einen Klumpen bildet. Nochmals gut durchkneten. Das heisse Wasser aus der Metallschüssel weggiessen, diese dann umgedreht über den Teig stülpen. Jetzt 1 h gehen lassen, falls die Küche kalt ist, kann man auch das Backrohr auf 50 °C einstellen, die Schüssel mit dem Teig mit einem nassen Tuch abdecken, den Herd ausschalten, und das Ganze im leicht geöffneten Backrohr warm halten. Nach 1-1.5 h Stunden sollte der Teig sein Volumen verdoppelt haben. Nochmals kräftig durchkneten, zu einer Rolle formen und mit einem Messer 15, jeweils ca. 50 g schwere Teigstücke abschneiden, wie wenn man Brötchen selbst macht.
Den Backofen vorher auf 220 ° C aufheizen (180°C Heissluft), Backblech mit Backpapier auslegen.
Jetzt Teigschlangen oder dünne Rollen formen, ca 25 cm Länge., dann zwei gegeneinander laufende Spiralen einrollen, dabei die S-Form erzeugen.
Die Lussekatter auf dem Backblech mit der Eier-Milch einpinseln, zwei Rosinen in die Spiralmitten aufsetzen.
Auf der Mittelschiene des vorgeheizten Backofens, mit Ober/Unterhitze (gelingt am besten) ca. 12 – 13 Minuten backen.

Sehr gut als süsses Frühstücksgebäck, Hüftgold: ca 200 kcal/Stück.

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Jamilla sagt: Ich bin trotzdem immer noch die süsseste Katze!
quelle:wikipedia

 

Posted by on Dezember 12th, 2016 Kommentare deaktiviert

Die dunkle Seite der Schokolade: Bitter, aber gar nicht zart

Kakao – die dunkle Seite einer süssen Verführung:

Nachdem wir uns alle an den süssen Köstlichkeiten, vor allem der Schokolade, sei es in fester, oder als Kakao in flüssiger Form, reichlich in der Weihnachtszeit erfreut haben, wird im Neuen Jahr wieder die Zeit des Fastens kommen, vor allem, um das Hüftgold oder den Winterspeck zu reduzieren. Es gab wohl kaum jemanden, der beim Anblick von Schokolade, Pralinen oder anderen Köstlichkeiten nicht schwach wurde. Der süsse Seelentröster, ein Stoff, der schon seit dem Altertum als leistungssteigernd und aphrodisierend bekannt ist, kurz um, ein magisches Wundermittel. Nach einer kurzen Atempause werden wir schon in wenigen Wochen erneut der großen Verführung zum Opfer fallen: Ostern naht mit all seinen Ostereiern und Osterhasen.

Süsse Verführung

Süsse Sünde mit Schattenseiten:
Nicht nur Kalorien.
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Kaum einer macht sich Gedanken darüber, aus welcher Quelle die Köstlichkeiten auf den Ladentisch kommen. Die vorösterliche Fastenzeit ist aber ursprünglich nicht zum Abnehmen gedacht, sondern der Verzicht fordert zu mehr bewusstem Umgang mit der Umwelt, zu der auch die Nahrung gehört, auf. Zur Um- oder Mitwelt, wie manche es treffender ausdrücken, gehören auch die Menschen, die uns die selbstverständlich gewordenen Genussmittel Kaffeee, Zucker und eben auch Kakao zugänglich machen.  Alle diese stammen, wie auch viele mittlerweile unverzichtbare Gewürze, von Pflanzen der Tropen und damit der früher so bezeichneten “Dritten Welt”. Einer der Welt-Rohstoffe, Zuckerrohr hat immer ein “Geschmäckle” behalten, da es bis heute unter Umständen angebaut und verarbeitet wird, die mit Sklaverei in einem Atemzug genannt werden können. Die alte Triage, es gibt sie noch: Zucker-Rum-Sklaven. Wobei der Rum jetzt eher die Form von Brause-Getränken angenommen hat. Besitzt auch der Kakao, das einstige Mut-und Stärkungsmittel der Nativen aus Mittelamerika einen derartigen, bitteren Beigeschmack?

Wo in der modernen Welt liegen die überhaupt Anbaugebiete dieser Pflanze, die uns so viel Freude bereitet? Wie wird dort gewirtschaftet ?

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Kinderabeit auf Kakao-Plantagen.
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An den Anbau- und Erntebedingungen der Frucht hat sich seit dem vierten Jahrhundert nach Christus, als die Tolteken, südamerikanische Ureinwohner, die “Speise der Götter” angeblich erstmals als Genussmittel entdeckten, wenig geändert. Kakaobäume lieben es warm; sie wachsen nur im Gebiet um den Äquator herum, also in Mittel- und Südamerika, Afrika und Südostasien. Gleichzeitig sind sie sehr anfällig für Schädlinge und Dürreperioden. Wie die Ernte ausfallen wird, lässt sich also nie vorhersagen. Um einen möglichst gleichbleibenden Ernteertrag zu gewährleisten, werden Pestizide verwendet, die bei uns sicherlich verboten wären.

Schon der Aufwand bei der Ernte ist groß und die Weiterverarbeitung ist arbeitsintensiv. Die reifen Früchte können nur mit der Machete von den Ästen abgetrennt werden. Die von einer schleimigen, weißlichen Masse umgebenen Samenkerne müssen von Hand aus der Schale befreit werden. Anschließend lässt man sie mehrere Tage fermentieren, damit die herben Gerbstoffe oxidieren. Die nunmehr braunen Kerne werden dann getrocknet. In manchen Gegenden geschieht das in Trockenöfen, die auf 60 Grad aufgeheizt werden. Häufig werden die Samen noch auf dem Ofen mit den Füßen bearbeitet, um klumpenfreien Rohkakao zu erhalten, der schließlich in die Weiterverarbeitungsländer verschifft werden kann. Eine Automatisierung der Ernte ist kaum möglich.

Man könnte meinen, dass sich nur die Reichen dieser Welt Produkte leisten könnten, die in grösseren Prozentsätzen Kakao enthalten. Dies ist aber ein Irrtum, wir alle können schon für wenig Geld Schokoladen-Produkte erstehen. Schokolade ist häufig sogar ein billiges Sonderangebot im Supermarkt. Pro Jahr konsumieren allein wir Europäer 1,5 Millionen Tonnen Schokolade ( dies entspricht ungefähr 15 Milliarden Tafeln). Jeder Deutsche isst ca. 11 kg Schokolade pro Jahr. Allerdings: Das  funktioniert nur, wenn der hohe Aufwand der Ernte und der ersten arbeitsintensiven Bearbeitung möglichst gering entlohnt werden.Die Kakaobauern erhalten für einen Kilogramm Kakao, aus denen ca. 40 Tafeln Schokolade produziert werden, gerade einmal einen Euro. Bereits die Exporteure verlangen für das Kilogramm Kakao 2,50 € und machen somit enorme Profite.

Die zynische Lösung dieses „Problems“ wird  durch Kinder- oder Sklavenarbeit realisiert.

Die Früchte werden tatsächlich überwiegend von Kindern, auch schon jüngeren Alters (8-10 Jahre), geerntet. Weltweit schuften weit mehr als 200.000 regelrechte Kindersklaven, die Dunkelziffer ist sicherlich noch höher, auf den Kakaoplantagen ohne einen einzigen Cent. Viele der Kinder wurden und werden aus Mali verschleppt und auf die Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste verkauft. Ein Kind kostet nach Angaben eines Plantagenbesitzers, der von den Reportern befragt wurde, ca. 230,-€ und kann dafür unbegrenzt ausgebeutet werden. Aber auch etwa 90 Prozent der Kinder von kleinen Kakaobauern müssen auf deren Plantagen schuften und können nicht zur Schule zu gehen.
 Sie werden geschlagen, zur Arbeit angetrieben und streng bewacht. Mindestens die Hälfte von ihnen leiden unter Migräne, Übelkeit, Schwindel und Erbrechen. Der Grund hierfür sind die Pestizide, die beim Kakao-Anbau reichlich eingesetzt werden.

Die Umweltorganisation Greenpeace stieß auf alarmierende Zustände. Sie berichtet von Zehnjährigen, die im Kakaogürtel der Elfenbeinküste durch die harte Arbeit wie müde Alte aussehen und unter Hautkrankheiten sowie schweren Verletzungen leiden, teils zugefügt von Arbeitgebern. Sie müssten ohne Schutzkleidung mit Macheten und Pestiziden hantieren, stundenlang unter sengender Hitze für Hungerlöhne arbeiten, würden teils aus Mali und Burkina Faso verschleppt und auf Plantagen eingesperrt, nur mit einem Minimum an Essen und Trinken. Ähnliche Zustände kennt man auch von den schon genannten Zuckerrohrplantagen in Mittel-und Südamerika, wo der zweite Schokoladengrundstoff herkommt, vor allem in den USA.

Genet at the German language Wikipedia [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html), CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], from Wikimedia Commons
Inneres der Kakao-Schote.
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Einer der Kämpfer für die Kinder ist der Journalist und Dokumentarfilmer Miki Mistrati. Er reiste nach Afrika und beobachtete, wie Kinder über mehrere 100 Kilometer in die Gebiete des Kakaoanbaus verschleppt wurden und dort Schwerstarbeit auf den Plantagen verrichten mussten. Nachdem er in der Presse bekannt machte, dass Kindersklaverei zum Alltag auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste gehörten, versuchten die großen Schokoladenhersteller wie Nestle, Mars oder Cargill  das schlechte Image zu verbessern und wieder das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen. Sie versprachen Schulen, medizinische Versorgung, Bildungsprogramme. So sollte das Leben der Kinder und der Bauern vor Ort erträglicher werden, damit wir in Deutschland Schokolade wieder ohne schlechtes Gewissen genießen können. Doch die Realität sieht anders aus. Wir sind ja weit weg von den Plantagen. Miki Mistrati wollte die wundersamen Programme der Schokoladen-Multis überprüfen. Doch er durfte in die Länder, die Kakao anpflanzen, nicht einreisen. Die Botschaft der Elfenbeinküste erteilt Visa für Reporter nur, wenn eine Einladung der Schokoladenindustrie vorliegt. Doch alle Schokoladenfirmen und Verbände verweigerten diese Einladung. Eine Allianz des Bösen, gefördert duch Korruption und politische Instabilität. Gefährlich ist die Recherche zudem: Ein Journalist ist bei seinen Nachforschungen unter ungeklärten Umstanden verschwunden. Mafiöse Zustände, also. Dennoch gelang es einem Fernsehteam, an die Elfenbeinküste zu reisen. Die investigative Dokumentation “Schmutzige Schokolade” von 2010 schaut einer Branche auf die Finger, die seit Jahrzehnten weiß, dass sie ein großes Imageproblem hat. Missbräuchliche Kinderarbeit sei unter keinen Umständen akzeptabel, so immer wieder ihr Versprechen an die Verbraucher. Viele Firmen verweisen auf ihre Zusammenarbeit mit Zertifizierern wie Rainforest Alliance und UTZ, deren Gütesiegel auf den Schokoprodukten dem Verbraucher mehr Sicherheit geben soll, Produkte aus Kinderarbeit zu vermeiden. Wie es aber tatsächlich vor Ort aussieht, das zeigt Miki Mistrati in seiner Dokumentation von 2010. Er konfrontiert Hersteller und Zertifizierer mit schockierenden Bildern.

Warum verbessert sich kaum etwas an diesen Zuständen?

Zuviele können profitieren: Schon der Kinderhandel ist lukrativ. Der Schlepper oder Sklavenhändler verdient, wie schon erwähnt, pro Kind ca. 200-300 € (***siehe Zusatz). Minderjährige wurden, zum Teil mit falschen Versprechungen aus den bitterarmen Nachbarländern Mali und Burkina Faso in die produzierenden Länder gelockt oder zum Teil aber auch einfach entführt. Das Kinderhilfswerk Unicef schätzt, dass jährlich 200.000 Minderjährige allein in Westafrika verschleppt werden, um als billige Arbeitskräfte zu dienen, und die internationale Arbeitsorganisation ILO vermutet, dass in ganz Afrika 30 Millionen Mädchen und Jungen unter 14 Jahren zum Arbeiten gezwungen werden. In den Kakaoplantagen der Elfenbeinküste sind Kindersklaven besonders begehrt.

Kako-Baum (ein Sterkuliengewächs) mit den direkt den Ästen entspringenden Schoten.
Kakao-Baum (ein Sterkuliengewächs)
mit den direkt den Ästen entspringenden
Schoten. quelle wikimedia.

Ein westafrikanischer Kleinbauer, der seine eigenen Kinder ausbeuten muss, verdient mit seiner Jahresernte an Kakao nach Angaben des Vereins Transfair nur etwa 150 Euro im Jahr. Hinzu kommen die stark schwankenden Weltmarktpreise: In den vergangenen zehn Jahren zahlten die Abnehmer in Europa oder den USA mal 800 Dollar pro Tonne, mal aber auch 3700 Dollar. Derzeit liegt der Preis bei 2700 Dollar. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass Kinderarbeit und Sklaverei weiterhin eine Chance haben bei der Kakaoproduktion, denn ohne billigste Arbeitskräfte ließen sich niedrige Endverbraucherpreise nicht halten.

Der Käufer der Schokoladentafel oder des Kakaogetränks im Supermarkt weiß freilich immer noch zu wenig von den Produktionsbedingungen. Als der britische Fernsehsender Channel 4 im Herbst 2000 eine Dokumentation über die “chocolate slaves” ausstrahlte, war die Überraschung und die Empörung groß. Britische Schokoladenhersteller verpflichteten sich daraufhin, bis spätestens Juli 2005 keinen Rohkakao mehr zu kaufen, bei dessen Herstellung Kinderarbeit im Spiel sei. Das Ziel wurde freilich verfehlt, man wollte es bis 2009 erreicht haben, aber wie die Doku “Dark Side of Chocolade” von 2010 zeigt, hat sich nicht viel verbessert.  Wer also sichergehen will, ist weiterhin auf Schokolade aus fairem Handel angewiesen, die inzwischen von mehreren Einzelhandels-Organisationen vertrieben wird. Dennoch, auch die großen Hersteller beginnen unter dem Druck der Öffentlichkeit, ihre Verantwortung anzunehmen. Man setzt, wie der Schweizer Konzern Barry Callebaut, verstärkt auf die Zusammenarbeit mit Musterfarmen in Ghana, wo die Bauern immerhin 70 Prozent des Weltmarktpreises bekommen. Zum Markenportfolio der Schweizer gehört auch Sarotti, und natürlich wäre es der Marke nicht zuträglich, würde sich der berühmte “Sarotti-Mohr” als geprügelter und geknechteter Kindersklave entpuppen.

Schokolade is(s)t in aller Munde, doch die meisten Menschen denken nicht darüber nach, unter welch unzarten Bedingungen die Inhaltsstoffe ihrer lila Kuh-Tafel oder des Power-Schokoriegels eigentlich gewonnen werden. Denn gerade bei konventionellen Industriewaren – anders, als es einem die Werbung mit Handarbeit unter Verwendung bester Zutaten suggerieren soll – bedeutet dies, dass alles, was in so einer Schokolade steckt, unter maximalen Kostensenkungskriterien hergestellt wird.

Selbst die versprochene Alpenmilch kommt von Kühen, die in Massentierhaltung aufwachsen und durch entsprechendes Kraftfutter (wieder aus der dritten Welt, oder möglicherweise gar “pfui Teufel-” aus Genmais? ) zur maximalen Leistung angetrieben werden – Profitmaximierung! Der Begriff ist ohnehin nicht geschützt, und kommt das Freihandelsabkommen mit den USA wird solcher Etikettenschwindel noch mehr um sich greifen. Das gleiche gilt auch für die restlichen Ingredenzien. Soweit sie auf Feldern angebaut werden, werden auch sie mit Pestiziden beaufschlagt. All das ist zwar gesetzlich erlaubt, aber es gibt Einem doch zu denken. Billige Schokolade enthält ausserdem noch zuviel Zucker, künstliche Aromen und ist daher auch vom Genusserlebnis als minderwertig anzusehen !!

Und trotzdem rennen viele zum Discounter und freuen sich, wenn sie wieder billigste Schokolade im Regal sehen!!! Warum müssen es immer Unmengen sein ? Qualität vor Quantität – weg vom amerikanischen “Super Size Me!”. Zu fett sind wir doch sowieso schon.

Was können wir als Verbraucher tun? Entscheidung leicht gemacht?

Einkaufen wird immer komplizierter. Für viele Kunden ist es nicht klar ersichtlich, welche Zutaten wirklich im Produkt stecken, woher sie kommen, welchen Anteil sie haben, usw. Eine klare Kennzeichnungspflicht besteht ja nicht immer.  Deshalb wurden Siegel (Labels) entwickelt, die für soziale und teilweise auch ökologische Mindeststandards stehen. Die Einhaltung der Standards wird, nach Angaben der Organisationen die sie vergeben, überwacht. (Wie auch immer: Da ich selbst im QM-Business tätig bin, weiss ich wie stark der Drang zur Schönfärberei ist, und wie schwierig aufzudecken). Dazu kommt mittlerweile auch eine gewisse Werbewirksamkeit der Fair-und Öko-Zerts.

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Selbermachen: Schokoknusperlis aus fairen Bio-Zutaten

Fairtrade” ist eines der bekanntesten Siegel: Im Jahr 2012 lag der Umsatz in Deutschland mit Fairtrade-Produkten bei rund 533 Millionen Euro. “Fairtrade” will durch etwas höhere Preise für die Rohstoffe die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern verbessern.

GEPA – The Fair Trade Company” ist ein großer Importeur fair gehandelter Lebensmittel aus den südlichen Ländern. Es ist ein Siegel mit hohen Anforderungen für die Hersteller, häufig auch BIO-Qualität.

UTZ Certified” garantiert nach eigenen Angaben: nachhaltigen Landbau und bessere wirtschaftliche Bedingungen für die Bauern. Das UTZ-Programm ermöglicht den Bauern, bessere Anbaumethoden zu erlernen, ihre Arbeits-bedingungen zu optimieren und besser für ihre Kinder und die Umwelt zu sorgen.

Rainforest Alliance” verspricht nachhaltige Anbaumethoden. Dabei geht es neben besseren Arbeitsweisen und mehr Arbeitssicherheit auch um Umweltschutz, soziale Gleichstellung und bessere ökonomische Bedingungen für die Bauern.

Die Organisation “Sourcetrust” in Ghana überwacht zum Beispiel für die Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli. Der Kakao von Sourcetrust lässt sich bis ins einzelne Dorf zurückverfolgen.

Flo-Cert” ist eine unabhängige Organisation in Deutschland, die für Fairtrade-Farmen inspiziert und zertifiziert. Flo-Cert leistet Gewähr dafür, dass Hersteller und Händler internationale Standards des fairen Handels einhalten.

Manche reden von Konsumverweigerung wie beim früheren Apartheits-Südafrika.

Doch Vorsicht: Ein Boykott will gut überlegt sein. Wenn etwa keiner mehr Schokolade von der Elfenbeinküste kauft, stehen die Kleinbauern ohne Einnahmen da. Nicht den Sack schlagen, wenn man den Esel treffen will.

Hinweis: Bitte schaut Euch diese Webseite an, wenn Ihr nicht schon die Links verfolgt habt:

  • www.thedarksideofchocolate.org
  • Die katastrophalen Zustände, unter denen die meisten Kinder arbeiten müssen, sind schon seit Jahren bekannt und wurden sowohl im Internet als auch durch den Fernsehsender ARD veröffentlicht. Besonders jetzt, in der vom Aufruf zu mehr Achtsamkeit geprägten Fastenzeit, möchte ich daher intensiv auf das himmelschreiende Unrecht hinweisen, das die ARD zuletzt in ihrer Dokumentation Schmutzige Schokolade (Dark Side of Chokolade) aufgezeigt hat.
  • Der Film ist noch in der Mediathek.
  • Wer diesen Bericht gesehen hat, kann nicht mehr guten Gewissens Schokolade essen.

***Zusatz, gefunden im WWW:

Kakaoernte mit tausenden Kindersklaven

Eine Form der sogenannten ethnischen Sklaverei existiert im Sudan und in Mauretanien. Dort betrachtet eine arabische Herrschaftsschicht die schwarzafrikanische Bevölkerung als Eigentum. Bereits fünf mal hat Mauretanien Sklaverei per Gesetz verboten – das letzte Mal 2007. Geändert hat dies nichts. Vermutlich 600.000 Sklaven, 20 Prozent der Bevölkerung, sind weiter der Willkür ihrer Besitzer ausgeliefert. Sklavenhändler verschleppen Kinder in Westafrika und verkaufen sie zum Stückpreis von 30 bis 300 Dollar an die Kakaoplantagen der Elfenbeinküste.

In einem weiteren Bericht ist zu lesen:

Rund 35 Prozent der weltweiten Kakaoernte wird dort produziert – mit Hilfe zehntausender Kindersklaven. Die Sklaverei erlebt im Zeitalter der Globalisierung eine neue Blüte. Das Volumen des Menschenhandels hat sich seit Mitte der 1990er Jahre weltweit vervierfacht. Am Berliner Institut für Menschenrechte weiß man, dass dies nicht nur ein Problem ferner Armutsregionen ist. “Wir haben Sklaverei oder Sklaverei ähnliche Zustände 2011 auch in Deutschland. Wir haben ein ganz breites Spektrum an Arbeitsausbeutungen und am Ende dieses Spektrums stehen die Sklaverei ähnlichen Verhältnisse,“ so Heike Rabe vom Projekt “Zwangsarbeit heute”.

Wir reden immer davon, dass wir moderne Menschen zivilisierter seien als unsere Altvorderen. Wo bitte? Wenn es uns ungestraft möglich ist, scheinen wir noch in der Sklavenwirtschaft der Antike festzustecken! Oder ist dies schon die vielbeschworene Gesellschaft von Morgen, wo nur noch der Kommerz zählt, wo es arbeitsbienenartige Untermenschen gibt. Dies erinnert mich an die sozialdarwinistischen Ansichten des Kolonialzeitalters, oder seines Möchte-Gern Nachfolgers, den Nationalsozialisten.  Oh Schreck! Liegen diese Grausamkeiten  wirklich in der  Vergangenheit oder stellen sie schon wieder die gruselige Zukunft dar??!!

Denkt man an die Produktionsbedingungen beim Elektronikhersteller FOXCOM oder der Textilindustrie in China, Thailand oder Indien, wo Produkte für uns billigst unter ebenfalls Sklaverei-ähnlichen Arbeitsbedingungen hergestellt werden, um bei uns wiederum billig, aber immer noch mit gewaltigen Gewinnen verkauft werden:  Die Globalisierung des  postindustriellen Zeitalters ist wohl wirklich nur als neoliberale Fortsetzung des Kolonialismus zu sehen. East India Trading Company, holländische Handelskompagnie oder schweizerische Lebensmittel-Multis und die Zuckerbarone aus den USA, wo ist der Fortschritt, wo der Unterschied? Wohl nur, dass man die Ausbeuterei mit moderner Technik und schnelleren Transportwegen noch effizienter betreiben kann. Dass man auch die Waffen sprechen lässt, wenn die Pfründe gefährdet sind, wurde auch schon längst bewiesen – nur heute lässt man die Ausgebeuteten gleich auch die Stellvertreterkriege führen. Dann spart man die Kosten für die Truppen und verdient mit den Rüstungsgütern gleich noch mal.

O Brave New World – that has such people in it!

(nicht nach Shakespeare, sondern nach Huxley!)

Quellen: Wikipedia, TV-Doku (ARD-Mediathek) und aktuelle Tagespresse

Ein Nachtrag: Auch bei uns läuft was falsch – die eigene Bevölkerung wird zusehends auf Hartz IV Niveau herabgewürdigt oder in Zeitarbeitsvertägen zu Dumpinglöhnen geknebelt. Dazu holt man dann noch millionenfach Wirtschaftsmigranten (keine Flüchtlinge) ins Land, um die Situation zu verschärfen, künstliche Verknappungen zu erzeugen. Auch schon fast wie im Kolonialismus – oder wie zu Dickens Zeiten! Einige wenige gewinnen schamlos und skandalös an der Not, der Rest wird in einer abhanden gekommenen Demokratie mundtot gemacht oder wirtschaftlich ruiniert. Die Ausplünderung unserer Sozialsysteme durch Import von Beziehern wird die Gesellschaft endgültig entsolidarisieren – auch das ist eine geplante Entwicklung. Solange die Mehrheit sich gegenseitig zerfleischt und um die letzten Almosen wie Hunde kämpft, können Superreiche ungestört ihren Machenschaften nachgehen. Der Globus gehört ihnen sowieso schon. Unangefochten? Das liegt an uns – noch. Nur eine starke Mittelschicht, das hat die Geschichte uns gezeigt steht für bürgerliche Freiheit und Wohlstand für viele – und für Widerstand gegen Despoten (frz. oder amerikanische Revolution). Deshalb soll sie jetzt vernichtet werden. Aber – aus ihrer Mitte kamen auch die ehemaligen Gründer und Innovatoren, die Nobelpreisträger und Genies – oder habt Ihr schon was in dieser Hinsicht von den Abkömmlingen von Multimilliardären gehört – wohl eher nicht.

Posted by on Dezember 6th, 2016 Kommentare deaktiviert