Archive for the ‘Jupiter’ Category

 

Zahlenmystik: Neun – zwischen Ambivalenz und Transzendenz

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9: Spirale zur anderen Welt?
Die Neun, Zahl des Göttlichen und Dämonischen zugleich.
Liebling der Magier – Objekt der Furcht bei den Pythagoräern.
©scrano 2014

Die Zahl Neun wurde bei den Alten mit besonderer Ehrfuhrcht betrachtet, nicht zuletzt deshalb, weil sie das Prinzip der Drei in erhöhter Form darstellt: Bereits die Summation 3+3+3 enthält drei Summanden der heiligen Drei. Sie ist zudem die erste Quadratzahl einer ungeraden Zahl.

Nach einer Variante der antiken Elemente-Lehre war jedes der Grundprinzipien Erde-Wasser-Feuer-Luft aus je drei der anderen Elemente formbar. Allerdings waren diese Bestandteile nicht separierbar: Hört sich ein Bisschen wie Quarks an … lol! Es gab auch eine Auffassung, die dem chinesischen fünf-Elemente Zyklus ähnelt: Hier waren jedem der nur drei Elemente ein Paar der anderen beiden beigestellt, die einen regulativen Aspekt darstellten: Feuer wird z.B. von Wasser gehemmt und von Erde (Holz) genährt. Der Luftaspekt wurde in der sehr frühen Elementelehre meist ausser Acht gelasssen, so dass wieder eine heilige Dreiheit gebildet wurde: 3 Elemente, die wiederum ternär aufgebaut waren, in der Summation also wieder eine Neun bildend. Deswegen in der Magie der Spruch: … bei der Macht von drei mal drei … um Dinge der materiellen Welt zu beieinflussen. Gleichzeitig rief man die göttliche Drei des Jupiter in dreifacher Form an, wie beim grichischen Eid: Drei mal schwör ich’s, beim Zeus! Hier hilft in Wirklichkeit eine Neun, um sich des göttlichen Beistands zu versichern!

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Von der Acht zur Neun: Materie, von der höheren Warte betrachtet.

Bei den Pythagoräern war die Neun einerseits die Repräsentaion der Materie, wie schon erklärt, anderseits war sie eine machtvolle, ihnen etwas unheimliche Umschreibung des universellen Kreislaufs: Die Neun hat gegenüber allen Transformationen (Rechenoperationen) einen gewissen Grad von Invarianz. Schlicht geprochen, am Ende steht als Ergebnis wieder eine Neun da. Dieser “in sich selbst zurückfallende” Effekt erinnert sehr an die andere “Unendlichkeitsnummer“, die Acht, mit ihrem einprägsamen Symbol, dem Ouroboros. Dazu kommt noch der Umstand dass ein Umkreis von 360° in der Quersumme ebenfalls Neun ergibt: 3+6+0=9. Daher war die Neun wegen der Perfektion des Kreises und seinem Bezug zur Sonne (astrologisches Sonnen-Symbol!) dem Lichtgott Apollon heilig, er wurde daher auch von neun Musen begleitet. Es gab neun himmlische Sphären, aber auch neun Kreise der Unterwelt (nicht erst seit Dante’s Inferno). Denn die Neun war auch deshalb ambivant besetzt, da sie wie die plutonische Acht die Unausweichlichkeit der Veränderung und der Vergänglichkeit in sich trägt. So war sie auch ein Symbol des Hades und mit der Acht zusammen wurde sie von der Ananke, dem Schicksalzwang beherrscht.

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Chateau Puivert, klimaktischer Schauplatz von die “Neun Pforten”.
Original von „CHATEAU CATHARE“ von Bridom – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0

Neun Stufen zur göttlichen Weisheit oder Neun Pforten in die Unterwelt ?

Im Film “The Ninth Gate” von Roman Polanski ist ebenfalls die Ambivalenz der Neun thematisiert: Obwohl sie im 9. Haus des Horoskops Sinnhaftigkeit unfd Weisheit repräsentiert, hat sie auch einen tedie-liebendenuflischen Ruch. Der Teufel im Tarot, Gegenkarte zu den “Liebenden” versinnbildlicht den oberen Pol der Achse 3/9 des Zodiak, Zwillinge und Schütze. Die Kartenzahlen 6 und fünfzehn (QS=6), ergeben die umgekehrte Neun. Sechs und Neun standen in der antiken Zahlenlehre in einem direkten Zusammenhang, wobei beiden Zahlen teuflische und göttliche Symbolik zugleich zugeschrieben wurde.der-teufel Nach der Übernahme der indisch-arabischen Ziffern wurde das durch die Symbolik der gemeinsamen, lediglich gedrehten Spiralglyphe noch stärker empfunden. Die Teufelskarte zeigt uns die Schattenzüge des Jupiter. Die Ikonographie verbindet den Teufel auch mit dem Hierophant, Sinnbild der organisierten Form von Religion, für die Jupiter und das 9. Haus ebenfalls stehen. Die Burg Puivert, eine Katharerfestung ist der Schauplatz des Showdowns im Film und schliesslich auch die echte 9. Pforte, durch die der Protagonist von Luzifer (Lichtträger) zum vollkommenen Wissen initiiert wird. Die Katharer, eine gnostisch-christliche Sekte hatten eine besondere Beziehung zum Dualismus Gott-Teufel. Für sie war er die Verkörperung des materiellen Asder-hierophantpekts im Kosmos. Ihren Körper verstanden sie als Gefängnis der Seele. Die ursprünglichen von den Bogumilen (=Gott liebenden) abstammenden Katharer oder Albigenser wurden von der römischen Kirche als Teufelsanbeter denunziert und gnadenlos verfolgt. Neun Pforten ist ein Hinweis auf die neun Kreise der Hölle bei Dantes Inferno, die ihren Ursprung wiederum in den neun Höllentoren der sumerischen Unterwelt haben. Hier im Reich der Göttin Ereschkigal, der dunklen Schwester von Inanna, herrschen auch neun Totenrichter, die Annunaki – nein es sind keine “Ancient Aliens”! Als Gegenstück zur schaurigen Unterwelt gab es auch neun Sphären des Paradieses.

Die Neun ist, wie bereits erwähnt, die erste Quadratzahl einer ungeraden natürlichen Zahl, sozusagen ein Ausbund an männlicher Zeugungskraft … bei den Pythagoräern waren ungerade Zahlen männlich, gerade weiblich (Papa Freud hätte seine Freud’). Diese Auffassung stammt von der Darstellung der Zahlen mit Zählsteinchen, den Psephoi, auf einem Rechenbrett in sogenannter Polygonalform (Dreieck, Quadrat, Rechteck). Ungerade Zahlen ergeben nach dieser Methode das als perfekt betrachtete Quadrat, gerade Zahlen ein Rechteck. Da man männlich als höherwertig betrachtete, alte Chauvi-Griechen, wurde die Zeugungskraft in die ungeraden Zahlen projeziert. Daher wurde von den Kabbalisten auch das Ei der Schöpfung mit der Neun in Verbindung gebracht (na ja, was soll am machen, mit einem einsamen männlichen Schöpfergott).

Das erste und kleinste magische Quadrat beitzt neun Felder und hat die magische Summe 15, QS=6, eine umgekehrte Neun!

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Die Invarianz der Neun

Die Pythagoräer vermieden wegen ihrer Besorgnis daher alles in Verbindung mit der Neun beim Namen zu nennen. Die schlimmste Zahl war für sie die 81, da sie die Quadratzahl von Neun ist, und oh Schreck, auch noch die Quersumme 8+1, wieder die Neun ergibt. Die Sechs galt als Symbol des Kosmos und der harmonischen Verbindung von Geist und Materie (Hexagramm der Alchemisten), der Kubus mit seinen sechs Flächen war ein Modell für das heilige Jerusalem. Die auf dem Kopf stehende Ziffer Neun wurde als Inversion dieses Prinzips und damit noch zusätzlich als latent dämonisch angesehen. Daher: Nicht 666 ist die Zahl des Tiers, sondern vieleicht 999? Ok … lassen wir die Gematrie lieber aussen vor, liebe Apokalyptiker.***

  • Beiden Zahlen liegt eine Spiralfigur zugrunde, die vom Rand ins Zentrum weist: Bei Sechs von Oben nach Unten, bei Neun gerade entgegengesetzt.
  • Hier führt die Neun die Wahrnehmung zur Göttlichkeit hin. Bewegt man sich aus dem Zentrum heraus ist die Symbolik gerade umgekehrt …

Eine weitere Kuriosität der Neun stellt folgende arithmetische Übung dar:

1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 . 8 . 9 . 10
9 . 18 . 27 . 36 . 45 . 54 . 63 . 72 . 81 . 90

In der ersten Reihe stehen einfach die Zahlen von 1 bis 10. In der darunterliegenden Zeile sind die Ergebnisse nach Multiplikation mit der Neun dargestellt. Betrachtet man die Zahlenfolge genauer, fällt auf, dass die linke Hälfte die rechte spiegelt: 45->54, 36->63 … etc. Dazu kommt noch dass die erste Ziffer der Zahlenreihe aufwärts wieder 1, 2, 3 … 9 ergibt, die zweite Ziffer tut dies spiegelverkehrt und abwärts.

Die Zahl Neun hat noch weitere mathe-magische Kuriosa zu bieten, sie scheint selbst vollkommen unwandelbar zu sein. Für die Welt des Materiellen ist sie entweder unsichtbar (Summen) oder sie führt alles, was mit ihr in Kontakt kommt, wieder auf sich selbst zurück (Produkt).

Eigener Exponent:

  • 9 = 387420489
  • Quersumme: 45
  • Basis 9 = 9

Summe:

  • Σ 9 = 45
  • Quersumme: 9

Fakultät:

  • 9! = 362880
  • Quersumme: 27
  • Basis 9 = 9

Magische Summe des 9×9-Quadrats:

  • M(9) = 369
  • Quersumme: 18
  • Basis 9 = 9

Im Freimaurertum wird die Neun als Potenzierung der heiligen Drei gesehen, daher wird auch dort die Neun und sie enthaltende Zahlen wie die 27 oder die 81 in der Ritualistik als Vielfaches der Drei behandelt und angesprochen. Doch die Macht von drei mal drei … und ganz ohne Hexerei ! Apropos Hexen: Natürlich wird so eine machtvoll zauberische Zahl auch hier fleissig verwendet, allerding wie bei der Bruderschaft und den alten Pythagoräern mit derselben heiligen Scheu. Da berufen wir uns doch lieber auf Zeus (Trinität mit Poseidon und Hades) oder die christliche Trinität (Vater-Sohn-Geist), als das Kind beim Namen zu nennen. Man weiss ja nicht …

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Von Zeus zum Hades: Die Ambivalenz der Neun …
Bilder: wikmedia, license CC-BY-SA 3.0/4.0

Was die zahlenmagische Welt nördlich der Alpen anbelangt:

Allvater Odin oder südgermanisch „Wodan“ oder „Wotan“ in der nordischen Mythologie hängte sich selbst 9 Tage und Nächte an der Weltenesche Yggdrasil auf, um danach mit größerer Weisheit zu neuem Glanz zu gelangen. Zuvor verwundete er sich mit einem Speer. Klingt ein wenig nach dem Sonnentanz der Lakota von den Great Plains. (Richard Harris in dem Film “Der Mann, den sie Pferd nannten” demonstrierte diese Schmerz-Initiation auf drastische Weise.) Dieses Selbstopfer Odins am Weltenbaum wird aber auch als symbolischer Tod mitsamt einer Wiederauferstehung verstanden und deshalb auch mit christlicher Symbolik und christlicher Überlieferung in Verbindung gebracht: Ist mir zu schamanisch für solche Einflüsse. Odin war auch keine Erlöserfigur, dafür käme mehr der solare Heros Balder in Frage. Der eher saturnisch-merkurische (mit einem kräftigen Schuss Jupiter) Odin strebte nach höherem Wissen, ganz nach Art einer schamanischen Initiation. Sein Yantra – der Walknot besteht aus drei Dreiecken=9! Dieses Symbol findet sich auf Gräbern von im Kampf gefallenen Wikingern.

Apropos Yggdrasil: Das Wort ist ambivalent besetzt, einerseits der Weltenbaum, der wundersamerweise auch neun Welt-Ebenen trägt, andererseits Sleipnir, das ACHT-beinige Reittier Odins wird auch so bezeichnet. Dieses Wunderross ist wegen der Bein-Nummer ein typisches Schamanenpferd, wie es ebenfalls am Altai auftaucht. Auch die griechischen Centauren kann man in diesem Licht betrachten, ihre wilde “Pferde”-Hälfte war wohl ihr Reisevehikel, die Centauren waren ausserdem für ihr grosses Heilwissen berühmt. Der bekannteste von ihnen, Chiron war ein Halbbruder von Jupiter, was wieder mit Odin und seinem Reittier Querverbindungen aufweist. Im Zusammenhang mit der Sinn- und Weisheitssuche, die hier mit der Mythologie des Neuner-Prinzips assoziert wird, steht in der Astrologie, wie bereits beschrieben, die Bedeutung des neunten Zeiches, dem Schützen mit seinem zugehörigen Haus. Hier herrscht der der König der Drei (mal Drei), nämlich Jupiter/Zeus. Sein Haus beinhaltet Thematiken wie Philosophie, Religion, Ethik, aber auch Expansions- und Bewegungsdrang, sowie die Sehnsucht nach Ferne und Exotik. Dargestellt wird das Zeichen wiederum als Zentaur.

Auch die Zahl Neun selbst ist global vertreten. Nicht nur in der alten Welt war diese Zahl heilig: In der Mythologie der Maya gab es eine 9-stufige Unterwelt:
Xibalbá war die unterste Ebene eines dreigliedrigen Kosmos und ähnelt dem Fegefeuer, wobei die Seelen hier nicht passiv verharren müssen, sondern sich Prüfungen stellen um sich von negativen Anhaftungen ihres alten Lebens zu befreien. Die Maya und andere meso-und südamerikanische Kulturen haben einen stark schamanisch geprägten Hintergrund, daher spielt die Drei und eben auch die Neun in ihrer Kosmologie ine besondere Rolle.

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Horus ist der Schlüssel: Kabbalistischer Lebensbaum und ägyptischer Schöpfungsmythos.
Enneade: Referenzen für wikimedia commons Inhalte am Ende des Artikels.

Von der Enneade zur Zehn des Etz Chaim: Eine Enneade ist eine Anordnung von neun Personen in einer Art Stammbaum-Tafel. Diese genealogische Abbildung erzählt häufig auch eine Schöpfungsgeschichte. Die berühmteste solche Bildtafel ist die von Heliopolis, mit ihren Vorläufern, der Ogdoade (Achtheit), die an die primordialen Götter und Titanen der alten Griechen erinnern. Amun, der alte Schöpfergott von Karnak tritt in der Ogdoade mit seiner Gemahin Amunet als letztes der Paare des primordialen Stammbaums hervor. Er gilt als Vater des Re, der später mit dem Atum der Enneade zu Atum-Re verschmilzt. Die Enneade ist wohl der älteste Schöpfungmythos im alten Ägypten. Auch hier erzeugt die Achtheit die Neunheit! Durch die Weiterführung der Enneade über die Osirislegende erhält man durch den Lichtgott Horus am Ende eine Zehnheit. Womit wir nun bei der Kabbala mit ihrem Lebnsbaum Etz Chaim angelangt sind. Dieser enthält 10 Stationen auf dem Weg zur Unio Mystica, der Vereinigung mit dem Göttlichen, wobei 22 Wege beschritten werden. Diese 10 Stufen nennt man Sephirot, singular Sephira, ZIFFER. In den hermetischen Lehren späterer Zeiten wird die Symbolik dieses Lebensbaumes dann mit den Grossen Arkana des Tarot in Zusammenhang gebracht.

In den kleinen Arkana spielt die Neun die Rolle eines Symbols der Fülle, aber auch des Übermasses, ganz im jupiterianischen Sinn.

  • 9 Stäbe: Viel Arbeit, Warnung, lieber etwas zurückzurudern
  • 9 Kelche: Hohe Zufriedenheit, Warnung vor zu viel Saturiertheit
  • 9 Schwerter: Grosse innere Spannung, Gedankenspirale, Warnung, vor übertriebenen Sorgen
  • 9 Münzen: Grosse materielle Sicherheit, Warnung vor Flucht in Äusserlichkeiten

der-eremitDie Karte IX, “Der Eremit” aus den grossen Arkana ist ein Bild für das Finden von wahren eigenen Werten und einer individuellen Berufung. Der Eremit ist ein Sinnbild für einen Pol der Achse: Jungfrau-Merkur|Fische-Jupiter (Neptun)*** Sinn-und Wahrheitssuche, von der höheren Warte (Licht/Erleuchtung) aus. der-mond Um dies im Alltag (Haus 6/Jungfrau) zu erreichen, muss man manchmal in Klausur (Eremitendasein=Haus 12/Fische). Karte XVIII (Quersumme 9) “Der Mond” warnt uns vor Selbstbetrug und Scheinheiligkeit, übertriebenen Erwartungen, dem Sumpf der Gefühle, gefolgt von Täuschung und Ent-täuschung. Diese Trumpfkarte ist der Gegenpol (Schatten) des Eremiten und steht thematisch sowohl mit den negativen Aspekten des 9. Hauses des Schütze/Jupiter Prinzips (Scheinheiligkeit, falsche Ideale) als auch mit denen des Neptun und des 12.Hauses der Fische (Abkapselung, Sektiererei) in Beziehung. In einer positiven Rezeption bedeutet die Mond-Karte  die Intuition oder Vorahnung, ebenfalls Thema von Haus 9 bzw. 12.

***Jupiter herrscht in Haus neun und im Schützen, er ist auch der Co-Regent von Haus 12 und den Fischen. In den Fischen befindet sich Jupiter im Nachthaus, ist Yin-haft, und dem Wasserelement der Gefühle zugeordnet.

***666: Ambivalent, sowohl die »Zahl des Tiers«im Christentum, als auch die Zahl Hakathriels, des Engels der Hoheit. Gilt bei Fundamentalisten und Hollywoodautoren als Zahl des Antichrist, vielleicht auch nur ein gematrischer Fehler: 618 wurde auch schon diskutiert. Viele der frühen Kirchenlehrer waren nicht gerade die hellsten Lichter am Kronleuchter. Sie ist die nach Agrippa die solare Zahl, die Summe des Quadrats der Sonne (111), multipliziert mit der Seitenlänge 6. Eine Grundzahl der heiligen Geometrie. Genau wie bei 999 hat auch 666 die Quersumme NEUN!

Enneade: Bilderquellen aus wikimedia commons : Jeff Dahl, [GDFL] A worried citizen (Geb, Eigenes Werk) und A. Parrot (Nut, Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0/4.0], via Wikimedia Commons.

Posted by on Dezember 11th, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer Dezember: Julmond

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Lucia und Frau Holle, Wintersonne und der Zentaur des Schützen.
Dezember, Julmond ©scrano 2015
Models: faestock.

Der alte deutsche Name des Dezembers ist Julmond. Der Name kommt vom Julfest, der germanischen Feier der Wintersonnenwende. Andere Namen für Dezember sind Christmonat, da Weihnachten – das Christfest – im Dezember gefeiert wird, oder auch Heilmond, da „Christus das Heil bringt“. Letztere Namen kamen erst nach der Umwidmung des Julfestes im Zuge der Christianisierung auf.

Am 21. oder 22. Dezember ist der Tag der Sonnenwende – die Sonne steht genau über dem Wendekreis des Steinbocks am südlichen Breitengrad von 23°26,3′. Dieser Tag ist auf der Nordhalbkugel der kürzeste im Jahr, die Nacht ist die längste, auf der Südhalbkugel ist es umgekehrt. Es ist auch das offizielle Datum des Winteranfangs.

Was das liturgische Kirchenjahr betrifft, so beginnt es, abweichend von der normalen Kalenderzählung, mit dem ersten Adventsonntag. Dieser kann bereits Ende November oder erst Anfang Dezember sein, je nachdem, auf welchen Wochentag Weihnachten fällt.

Der Name lateinischDecem”, bedeutet Zehn, nach der alten Monatszählung ab März. Im Zodiak ist der Steinbock das 10. Zeichen, er herrscht über das 10. Haus der Gesellschaft, der Beziehung zum Vaterprinzip und des beruflichen Horizonts (Medium Coeli).  Am 21. 12. findet dann der Ingress der Sonne in den Steinbock statt, sein Herrscher Saturn ist Symbol des Alters, des Winters und der Pflichten des Lebens. Bei den Kelten herrscht jetzt die Cailleach, eine Figur ähnlich der  germanischen Frau Holle. Letzere schüttelt nun auch ihre Betten und taucht die Landschaft in unschuldiges Weiss, passend zum Beginn eines neuen Jahres. Die zuversichtliche Zeit des Schützen und Jupiter weicht der harten Realität von Saturn.

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Feiertage:

  • Luciafest das alte und 21.12. das neue Datum der Wintersonnenwende, mit ihrer Lichtsymbolik
  • Lichterfest der Freimaurer: Im Dezember wird bei uns Freimaurern das Lichterfest begangen, das sowohl an die Wintersonnenwende als auch an den zweiten Patron des Bundes, Johannes den Evangelisten erinnert.
  • Weihnachten

Antike Feste

  • 4. Dezember – Bona Dea-Rituale, ausschließlich für Frauen
  • 5. Dezember – Faunalia, zu Ehren von Faunus
  • 11. Dezember – Septimontium, Fest der Bewohner der sieben Hügel Roms (septem montes) – sieben ist auch die Zahl der Sonne.
  • 17. Dezember – Saturnalien zu Ehren Saturns (offizieller Feiertag erst ab 45 v. Chr.), wichtigstes Fest im alten Rom, wilde Feiern und verkehrte Zeit: Die Sklaven wurden von ihren Herren bedient, ein Saturnalienkönig gekrönt, der dem verrückten Treiben als Zeremonienmeister vorstand. Und es gab einen Geschenke-Brauch. Eine Mischung aus Fastnacht und Weihnachten.
  • 19. Dezember – Opalia zu Ehren von Ops – die Gemahlin von Saturn, eine Verkörperung der Erdmutter, ein letzter Erntedank.
  • 21. Dezember – Divalia oder Angeronalia zu Ehren von Diva Angerona
  • 25. Dezember – Dies Natalis Invicti zu Ehren von Sol/Sol Invictus, und Geburtstag von Mithras, das spätere Weihnachtsfest
  • 30. Dezember – 1. Januar – Compitalia zu Ehren der Laren, der guten Geister des Heims und der Familie – ein bisschen schamanistische Ahnenverehreung.

Germanische Gedenktage:

  • 21.12-6.1 Yul und Raunächte, die Modranecht (Mutternacht), in der das Sonnenkind neu geboren wird.

Hexenfeste: 13.Dezember, Lucia-Fest. 21. Dezember, Jul-Fest, auch als Mutternacht gefeiert, dazu endet jetzt die Herrschaft des Holly King, der Oak King, Symbol des Sommerhalbjahrs kehrt zurück.

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Winter Feuer – Sonnenuntergang zu Midwinter 2015.

Magischer Dezember – Korrespondenzen

  • Elemente: Feuer+Wasser (Jupiter), Erde (Saturn)
  • Zodiak – Haupteinfluss: Schütze/ Jupiter, Ingress der Sonne in den Steinbock, Herrschaft des Saturn ab der Sonnenwende
  • Pflanzen:  Fliegenpilz, Mistel, Ysop, Heliconie, Strelizie, Narzisse, Stechpalme, Poinsettia, Helleborus, Efeu.
  • Baum: Walnuss, Eiche, Zaubernuss  (Jupiter), Fichte, Tanne, Zypresse, Stechpalme (Saturn)
  • Duft: Ysop, Sternanis, Muskat, Basilikum, (Jupiter) Myrrhe, Weihrauch, Wachholderbeeren, Fichtenharz, Bernstein, Patchouli (Saturn)
  • Gottheiten:  Jupiter, Odin, Rosmerta, Fortuna, Saturn, Ops, Mithras, Cailleach, Holle,
  • Zodiak: Schütze mit Jupiter, Steinbock mit Saturn
  • Steine: Amethyst, Karneol, Lapislazuli (Schütze), Onyx, Granat, Rauchquarz, Malachit (Steinbock)
  • Metall: Zinn, Bronze (Jupiter), Blei (Saturn)
  • Kristalle: Feueropal, Iolith, Tanzanit (Jupiter), Bergkristall, Onyx, Granat (Saturn)
  • Elementale: Salamander (Feuer), Gnome (Erde)
  • Tiere: Pferde, Hirsch, Adler, Schwein, Gans (Jupiter), Rabe, Wolf (Saturn)
  • Mythologische Figuren: Gans, Zentaur, Greif, Die Alte, Rübezahl,
  • Farben: Orangerot, violett, royalblau, schwarz, violett, dunkelbraun

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Dezember-Rituale – raus aus dem Dunkel!

  • Weihnachtsmärkte: Nicht die gedrängten, bunten, lärmenden sondern die kleineren lokalen Märkte suchen, auch beispielsweise im Elsass, abseits von Strassbourg oder Colmar. Dort sind sie auch vom 1. Adevent bis zu Silvester geöffnet.
  • Auch schön: Esslingen oder Ulm mit seinen historischen und mittelalterlichen Märkten. Sie sind besonders stimmungsvoll mit der abendlichen Festbeleuchtung – oftmals sogar mit Fackeln und Feuerkörben.
  • Die Winterlandschaft geniessen: Dunstschleier über Schnee an später sonnigen Tagen sind auch ein mystisches Erlebnis – Reif ziert Zweige und dürre Gräser mit glitzernden Überzügen. Winterliche Sonnenuntergänge gehören zu den prächtigsten Himmelsspektakeln.
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Frau Holle hat schon ihre Federn bereit: Der Winter hält Einzug.
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Aktivitäten für zu Hause:

  • Im Dezember ist auch wieder Sternschnuppen-Zeit, die Geminiden schauen an St.Lucia vorbei: Starke Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 13.12.2016 – eigentlich durchquert die Erde einen Partikelschwarm auf ihrer Bahn um die Sonne. Gelegenheit zum Staunen und Feiern mit Familie und Freunden. Und natürlich zum Wünschen !! Dafür ist am 23.12. mit dem  Ursiden-Schauer nochmals Gelegenheit. Da es jetzt eher dunkel wird, und bei dem prächtigen Wintersternhimmel, lohnt eine Beobachtungsnacht auch  in diesem Monat – wenn es denn aufklart.
  • Es gibt jetzt in der Natur nichts zu sammeln, ausser vielleicht Misteln und  Zweige von immergrünen Nadelbäumen für das Julfest. Jetzt lebte man vom Wintervorrat an Obst, Most, Nüssen und eingelagertem Gemüse – Kohlsorten wie Sauerkraut, Rotkohl und der noch frisch erntbare Grünkohl oder winterharter Endiviensalat. Dazu Wurzelgemüse, wie Rüben, Kartoffeln, Topinambur und Karotten, die in Erdmieten gespeichert wurden. Wir haben früher auch noch Karotten in Sandboxen gelagert. In den Rauchfängen hingen Würste und Schinken, in mageren Jahren nur ein paar Streifen Dörrfleisch. Vitaminmangel war vor der Verfügbarkeit von Frischobst auch im Winter, immer ein Thema in der kalten Jahreszeit, da war man froh über Hagebutten und getrocknete Beerenfrüchte oder Pilze. Später kam dann das Einmachen mit Zucker, als er nicht mehr so teuer war.
  • Schneeschippen – wenn die weisse Pracht denn bereits kommt. Einen Schneemann bauen.
  • An die Winterfütterung der Piepmätze denken! Amseln lieben besonders abgelagerte Äpfel, die man halbiert. Schnell noch selber Vogelhäuschen basteln oder auf dem Weihnachtsmarkt erwerben. Dort werden sie oft für von Tierschutz-Organisationen für den guten Zweck verkauft.
  • Ein Schmuck für den Schrein/Meditationsplatz oder generell das Heim: Ziergräser, Sedumblüten, vertrocknete Hortensien (natürliche Trockenblumen) mit Beeren-Zweigen, Nüssen und Efeuranken arrangieren. Auch Flechten und Moose eignen sich zur Dekoration – aber nicht vandalisieren! Jetzt wird noch mit den Julfarben Rot und Gold aufgetrumpft, Misteln, Tannen- und Fichtenzweige, Zapfen und rote Äpfel schmückt man mit Schleifen und stellt goldene oder echte Bienenwachskerzen dazu. Eine prächtige Amaryllis oder ein schöner Weihnachtsstern (nicht wegwerfen, nach dem Fest umtopfen!) setzen farbige Akzente. Pinienzapfen sind nicht nur dekorativ, man kann sich die leckeren Pinienkerne schmecken lassen. Für draussen: Helleborus in einem frostfesten grösseren Gefäss mit Zweigen, Bändern und ein paar LED-Lämpchen aufstellen – hübsch für den Tisch auf der Terrasse.
  • Jetzt geht’s ums Licht: Kerzen, Kerzen … Kerzen und Teelichter auf hübschen Tellern mit dekorativen Gewürzen anordnen, ihr Schein erwärmt das Gemüt. Sternanis, Gewürznelken-Orangen, Zimtstangen, getrocknete Zitrusscheiben erfreuen mit ihrem Duft. Auf die Feuergefahr achten!
  • Adventskalender – für Kinder oder Schokoholiker-Ehemänner. Es gibt sehr hübsche aus Stoff, mit Täschchen, oder welche aus Holz, die wie kleine Kommoden aussehen. Besser als die Wegwerfware aus Pappe, und vor allem ohne Plastik-Innenleben!
  • Räuchern: Weihrauch, Muskat, Ysop, Sternanis und Eichenmoos. Wachholder, Zeder, weisser Salbei, Gewürznelke, Fichtenharz, Myrrhe, Bernstein.
  • Barbarazweige geschnitten von Kirschen, Forsythien oder Zierquitten blühen, wenn man sie jetzt hereinholt und in eine Vase stellt, nach ca 14 Tagen auf. Nicht zu warm antreiben und weiches Wasser nehmen, täglich wechseln.

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  • Der Klassiker: Ein Kranz aus Stroh oder immergrünen Zweigen ist ein uraltes Symbol der Sonne und des Jahreskreises. Die vier Kerzen stehen eigentlich für die Elemente oder Jahreszeiten, sie symbolisieren die vier Speichen des Sonnenrades. Wie beim Kranz des Maibaums dominiert bei seinem Schmuck die Farbe Rot: Die Freude auf die Wiederkehr des Lebens wird gefeiert. In der protestantischen Tradition wurde der Adventskranz im 19. Jhd. als leuchtender Adventskalender von Johann Hinrich Wichern, einem Pastor der inneren Mission eingeführt. Auf diesem waren insgeskisses_under_mistletoe_by_kmygraphic-d6v9tmlamt 24 Kerzen aufgesteckt, wobei die Lichter für die Sonntage grösser waren. Auch der Adventskranz wurde wohl “getauft”, da seine Symbolik eigentlich eine sehr ursprüngliche ist, wie beim Weihnachtsbaum und Weihnachtsmann. Auch passt seine Lichtsymbolik sehr gut zur Vorstellung von Christus als Licht der Welt. Traditionell werden die Kerzen auf dem Adventskranz “widdershins” angezündet, also gegen den Sonnenlauf! Aus Antipathie gegen das Heidentum oder in guter alter magischer Tradition: Auf diese Weise reinigt man den Sakralraum von dunklen Mächten.
  • Nikolausstiefel füllen – jetzt kommt das selbstgemachte Weihnachtsgebäck recht. Dazu Nüsse, Mandarinen, kleine Äpfel und Schokofiguren.
  • Lucia-Katzen backen – ein Rezept wird es kurz vor dem Datum (13.12) geben.
  • Zum Julfest, Christfest oder Heiligabend:
  • Jul-Trinken (Jul-Minne), ein ursprünglich heidnischer Brauch, später wurde auf das neugeborene Jesuskind angestossen.
  • Wassail, nach einem gemeinsamen Umtrunk mit heissen Apfelmost aus der letzten Apfelernte die Obst-Bäume besprengen, einen Dank aussprechen – es soll sie gesund erhalten: Ein britischer Brauch:

“Old Apple tree, old apple tree;
We’ve come to wassail thee;
To bear and to bow apples enow;
Hats full, caps full, three bushel bags full;
Barn floors full and a little heap under the stairs.”

  • Weihnachtsbaum, er ist neueren Datums, nach England kam er erst mit Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg.
  • Mistelzweig mit roten Bändern schmücken, aufhängen – Schutzsegen für die Familie – auch ein Fruchtbarkeitsbrauch.
  • Julbock und Julblock: Ersterer erfreut die Kinder mit Geschenken, letzterer bringt Wärme und einen Segen fürs nächste Jahr ins Haus. Die Strohziegen-Figur mit ihren roten Bändern ist ein Wahrzeichen Thors, es symbolisiert Fruchtbarkeit. Zum Julfest wird er mit Geschenken beladen und zur Bescherung hereingeholt. Der zweite Julbrauch ist sehr alt und schlicht: Ein grosses Stück Holz von einer Esche oder Eiche wird feierlich entzündet, als neu erwachendes Licht. Der Julblock darf nicht erlöschen, das bedeutet Unglück.
Winterspaziergang am Breitenstein.

Winterspaziergang am Breitenstein.

In Frankreich ist der Julblock oder Christklotz ausgesprochen lecker, wir kaufen unseren im Elsass, oder wer selber Hand anlegen will: Leckere und kalorienreiche Buche de Noel.

  • Räuchern an Jul: Weihrauch, Lorbeer, Rosmarin, Wachholderbeeren, weisser Copal, Zeder, Fichtenharz.

 Lostage im Dezember:

1. Fällt auf Eligius ein kalter Wintertag, die Kälte vier Monate dauern mag.

4. Nach Barbara geht’s frosten an, kommt’s früher, ist nicht wohlgetan.

  • Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.
  • Barbara im weißen Kleid, verkündet gute Sommerzeit.
  • Auf Barbara die Sonne weicht, auf Lucia sie wiederum herschleicht.santa_is_comming_by_kmygraphic-dan1c9m
  • Geht die Barbara im Klee, kommts Christkind im Schnee.

6. Regnet’s an St. Nikolaus, wird der Winter streng und graus.

  • Trockener Nikolaus, milder Winter rund um’s Haus.

7. Ist Ambrosius schön und rein, wird Florian (22.12.) ein wilder sein.
8. Zu Mariä Empfängnis Regen, bringt dem Heu keinen Segen.
13. Kommt die Heiligie Luzia, ist die Kälte auch schon da.

  • St. Lucia kürzt den Tag, soviel sie ihn nur kürzen mag. Lucia ist das alte Datum der Sonnwende.
  • Zu den Raunachtsbräuchen und St. Lucia gibt es extra Artikel mit Rezepten.

21. Wenn Sankt Thomas dunkel war, gibt’s ein schönes neues Jahr: Beginn der Raunächte.

24. Wer sein Holz um Christmett fällt, dem sein Haus wohl zehnfach hält.thinking_home_by_kmygraphic-d83ifnd

  • Wenn es Weihnachten flockt auf allen Wegen, das bringt den Feldern segen.
  • Ist’s Heiligabend hell und klar, folgt ein höchst fruchtbares Jahr.
  • Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee.

26. Windstill muss St. Stephan sein, soll der Nächste Wein gedeih’n.

27. Hat der Evangelist Johannes Eis, dann macht es uns der Täufer heiß.
28. Habens die unschuldigen Kindlein kalt, so weicht der Frost noch nicht so bald.
31. Silvester Wind und warme Sunnen, wirft jede Hoffnung in den Brunnen.

Kalenderblatt Dezember:

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Posted by on Dezember 1st, 2016 Kommentare deaktiviert

Sieben Todsünden: Gula – Völlerei – Jupiter

Ja ich weiss, jetzt ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit, mit allen Leckereien, gibt es jetzt die Klatsche … allerdings, besser ist das, wie es bei “Werner” heisst. Denn die Pfunde nachher müssen dann wieder mit Schweiss und Kasteiung angegangen werden. Zudem passt das Thema gut hierher: Santa Claus und Jupiter haben ja einiges gemeinsam, es läuft auch gerade die Sonne durch den Schützen, wo der Olymp-Chef sein Domizil hat. Also lohnt vielleicht eine Bechäftigung mit den dunklen Punkten in seiner Agenda.

Gula

Gula, der Schlund – Völlerei, Masslosigkeit: Schatten des Jupiter

  • Mammon – Geiz- Saturn
  • Leviathan – Neid – Merkur
  • Satan – Zorn – Mars
  • Asmodeus – Wollust – Venus
  • Beelzebub – Völlerei – Jupiter
  • Belphegor – Faulheit – Mond
  • Luzifer – Stolz – Sonne

Die Symbolik der “Sieben“. gibt es schon im Zusammenhang mit Lastern in der babylonischen und persischen Zeit. Es wird vermutet, der Ursprung der Todsündenlehre liege im Motiv der vorgeburtlichen Seelenreise. Bevor die Seele in die Welt der Materie  eintritt, müsse sie sieben Himmelssphären durchwandern. In jeder nehme sie einen guten Geist in sich auf, aber auch einen schlechten. Gebräuchlich war auch eine Zuordnung der Todsünden zu den Wochentagen: Am Sonntag bedrohe Stolz den Menschen, wenn er sich in der Messe Gott nicht unterwerfe. Tag des Neids sei der Montag, des Zorns der Dienstag. Die Trägheit, speziell die spirituelle, bedrohe den Menschen am Mittwoch, weil er zeitlich am weitesten vom Sonntag entfernt ist. Wenn der Mensch seine Gottnähe verloren habe, sei er am Donnerstag gefährdet, nach materiellen Gütern zu gieren, und sich am Freitag, wenn er dem Fasten verpflichtet wäre, der Völlerei hinzugeben. Wollust ist die Sünde des Samstags. Diese Form einer Korrespondenz-Lehre steht aber im Widerspruch zu der Hermetischen Zuordnung der Sünden zu den Tagen und ihren Planetenentsprechungen. Sowohl in der gnostischen, der hermetischen als auch gemäss der klassischen Moraltheologie sind die “Sieben Todsünden” weniger in Handlungen begründet, sondern Dispositionen: Persönlichkeitsstörungen oder Charakterdefizite. Deshalb kann man sie auch nicht beichten. Sie legen erst den Keim der Unmoral und sind die Ursache der späteren verwerflichen Akte. Astrologisch und psychologisch stellen sie die Schattenthematik der entsprechenden planetarischen  Archetypen dar.

Wie das Zeichen des Schützen, und das 9. Haus, in denen er herrscht, steht auch Jupiter für Erweiterung des Horizonts in jeder Hinsicht. Fernreisen, Religionen und spirituelle Organisationen Wertesysteme, Philosophie und Sinnfindung und grenzenloser Enthusiasmus sind mit ihm verbandelt. Der Wunsch einer Reise zum Guru nach Indien dürfte stark vom Jupiter-Prinzip beeinflusst sein. In der vedischen Astrologie heisst der Planet sogar gleich Guru. Unter der Schattenseite dieser Expansionslust kann die Umgebung leiden, die sich überwältigt fühlt. Jupiter kann der fördernde Gönner sein, aber auch der aufgeblähte Luftballon eines Schaumschlägers, aus dem nur heisse Luft entweicht. Wachstum und Erweiterung werden in unserer Gesellschaft durchweg als positive Werte gesehen, doch es gibt auch schädliches und gefährliches Wachstum wie starke Gewichtszunahme oder eine Tumorbildung.

Jupiter ist grenzenlos und zügellos – auch rücksichtslos. Neptun, Venus und Jupiter in gespannten Aspekten sind ungesund – Essen und Alkohol im Übermaß könnten hier ein Problem werden. Es ist kein Zufall, dass Jupiter auf der körperlichen Ebene unter anderem die Leber regiert. Jupiter am Aszendenten, auch beim Transit hat oft Übergewicht zur Folge, ebenso im 6. Haus.

Er ist ein Gigant und wirft auch keinen kleinen Schatten:

  • Übertreibung, Kreuzzüglertum, Rastlosigkeit, Oberflächlichkeit, va banque Spieler, Seitensprünge und instabile Beziehungen, Opportunismus, Bon vivant, Don Juan, Megalomanie, Realitätsblindheit (Hoffen auf ein Wunder).
  • Oberlehrer, Pharisäer, Selbstgerechtigkeit, Arroganz, Machtmissbrauch → Bei Saturn finden wir eher den Amtsmissbrauch.
  • Die Börse mit all ihren Krächen und der Schalter des Wettbüros sind auch ein gefährlicher Spielplatz Jupiters, weil ihn manchmal blinder Optimismus und zu wenig Achtsamkeit auf Details (sein Gegenspieler ist der Merkur) antreiben. “From a Distance, there is Harmony …” lautet der Titel eines Songs von Bette Midler, einer Schütze-Künstlerin, allerdings durchaus ironisch gemeint.
  • Nicht umsonst heisst es auch:”Toleranz wächst mit dem Abstand zum Problem …”

Trotz all der Problematik, der Planet Jupiter galt in der klassischen Astrologie als der Wohltäter und “Glücksplanet” schlechthin. In der modernen, psychologisch ausgerichteten Astrologie wurde diese These revidiert; man weiß heutzutage, dass auch Jupiter nicht nur glücksverheißend ist, sondern auch fordernde Aufgaben bergen kann. Trotzdem: seine Schattenthemen werden immer noch relativiert: Bildet er beispielweise einen Spannungsaspekt (Quadrat, Oppositon) zu einem persönlichen Planeten, wird dieser Spannung ein geringeres Gefährdungspotential zugesprochen als beispielsweise einem spannungsreichen Aspektgefüge mit Saturn. Er wird also als relativ “harmlos” angesehen… auch in seinen Transiten.

Dass diese Einschätzung nicht so ganz funktioniert, meint auch Eve Jackson, Autorin des Buches “Jupiter – Der alte Wohltäter in einem neuen Licht” und stellt die provokante Frage, warum gerade dieser Planet in den Horoskopen von Naziführern und Kriminellen dominiert. Für sie ist Jupiter der “pompöse Hüter von Traditionen und Moral” bzw. der “Entwurzelte, der sich weigert, erwachsen zu werden”, letzteres wohl auch in der Verbindung zum Leben als ewig Suchender oder Gypsy. Denn auch Cowboys und “Fahrendes Volk” wie Wanderzirkus oder Schausteller unterstehen dem Jupiterprinzip. Mir ist das etwas zu vereinfachend formuliert, jetzt den Bösewicht hauptsächlich beim Jupiter zu suchen: Gerade bei Naziführern haben andere ungünstige Faktoren des Horoskops mehr Gewicht: Saturn, der grausam sein kann und Uranus, der nicht immer nur den Genius verkörpert, sondern auch Gewalttätigkeit. Sogar die Venus spielt hier oft eine fatale Rolle, weil sie unsere Beziehungsfähigkeit regelt, wie z.B. bei Adolf Hitler zu sehen ist. Der Jupiter vergrössert hier lediglich das eigentliche Übel. Bei Unterweltsbossen und Hochstaplern stimmt der Zusammenhang mit dem Schütze-Herrscher schon eher, z.B. Al Capone, “Lucky” Luciano. Aber sogar bei manchen Serienmördern (Ted Bundy) findet man einen starken aber gestörten Jupiter.

Meine Grossmutter sagte dazu: Der Teufel hilft zu seinen Leuten. Im Tarot ist Jupiter auch mit dem Teufel assoziert, der Spiegelfigur des Hierophanten und dem Gegenpol der “Liebenden“.

Eduard_Grützner_Falstaff_mit_Zinnkanne_und_Weinglas

Shakespeares Sir John Falstaff, ein richtiges  Ritter-Schwergewicht.
Personifizierte Völlerei, ein echter Jupiter-Avatar.
E.Grützner ca. 1900.

Trotzdem sollte man die Kirche im Dorf lassen, allerdings auch keine Schönfärberei betreiben, was die Spannungsaspekte Jupiters, sowohl im Radix, als auch im Transit angeht. Bei letzterem kann sogar manchmal die “glückbringende” Konjunktion problematisch sein, wenn sie eine vorhandene “Zeitbombe” triggert, hier ist wiederum das verstärkende Prinzip des Jupiter wirksam. Manche harten natalen Aspekte, wie etwa zum Chiron, der thematisch mit der Mythologie des Schützen als Zentaur verwandt ist, stellen möglicherweise ein tiefergehenderes Problem dar: Ein Quadrat vom Jupiter in 2 (Selbstwert) zum Chiron haben z.B. sowohl Anders Breivik als auch Oscar Pistorius. Durch solche schwierigen Jupiter-Aspekte ist oft die Fähigkeit gemindert, Dinge aus einem gewissen Abstand und mit grosszügiger Toleranz zu betrachten, auch Sinnfindung und Zuversicht können gestört sein. Bei Pistorius und Breivik findet man aber ausserdem noch eine extrem gespannte Kombination von Pluto- und Uranusthemen, bzw. Wassermann/Skorpion Verbindungen.

Jupiter und das 9. Haus verkörpern die gesellschaftlichen und persönlichen Wertesysteme: Ein beeinträchtigter Jupiter birgt hier die Gefahr, nur die eigenen Prinzipien gelten zu lassen. Daher vielleicht die eingangs erwähnte Verbindung zu Mafiabossen, Kartellchefs (oft problematischer Jupiter im Widder oder Skorpion) oder Serienmördern, wie sie in einer niederländischen Untersuchung gefunden wurde. Der sogenannte Glücksaspekt trägt hier dann nur dazu bei, dass die Täter nicht so leicht zu fassen sind und ihre Erfolgsbilanz bei auch bei gewagten Coups besser ist. Oder makaber in der besonders grossen Zahl ihrer Opfer.

Also ist nicht alles Gold was glänzt, auch nicht im Olymp. Zeus hatte auch seine dunklen Seiten: Notorisch untreu und selbstgerecht, auch ein wenig autoritär und aufgeblasen konnte er sein, der Göttervater.

Allerdings zeigt er sich zumeist doch lieber als Gönner und fähig zum Humor, neben seiner Unverwüstlichkeit eine seiner besten Eigenschaften.

Der Zusammenhang mit Gula, der Völlerei ist durch den Mythos der Geburt der Athena mitbegründet: Zeus verschlingt die schwangere Metis, die Verkörperung der Weisheit und hat danach eine wahrliche Kopfgeburt. Die Göttin Athena entspringt seiner Stirn, welche Hephaistos auf Anraten des Prometheus gespalten hat, voll ausgewachsen und mit Rüstung.  Der Grund für derlei drastische Aktionen: Bei der Schwangerschaft von Metis war ihm geweissagt worden, ein männlicher Nachkomme würde viel mächtiger sein als er, und ihn entthronen, so wie er seinen Vater Kronos gestürzt hatte. Eine Tochter wäre ihm ebenbürtig. Da Metis Zwillinge erwartete, wollte er wohl kein Risiko eingehen. Interessanterweise blieben nach der Befreiung Athenas sowohl Metis als auch der ungeborene Sohn in Zeus. Da der Junior sich so keinen eigenen Namen machen konnte, blieb er für den Olymp-Chef ungefährlich. Die Weisheit der Metis hatte dieser auch gleich “incorporated”. Athena, dankbar für die Unterstützung bei dem “Geburtsakt” blieb ihren “Hebammen” Prometheus und Hephaistos (mit Merkur bilden diese MacGyver des Olymp eine Art “Verstandes-Triade”) sehr verbunden. Auch sie eine Verkörperung der Logik und Vernunft, im Gegesatz zum intuitiven “Daddy” Jupiter.

Wie bei Paracelsus so schön geschrieben steht: Es ist kein Ding ohne Gift, die Dosis macht das Gift. Daher: “Alles in Massen und nichts im Übermass!”  Ein weiser, antiker Leitspruch, man kann ihn heute noch am Apollontempel von Delphi lesen.

 

Posted by on November 29th, 2016 Kommentare deaktiviert

Jupiter – Santa Claus – Schamane

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Jupiter Mandala, purpur, lila, feuerrot und blau sind seine Farben.
©scrano 2015

Mit der Sonne im Schützen wollen wir uns dem in diesem Zeichen herrschenden Jupiter-Archetyp und dem astrologischen Jupiter-Prinzip widmen.

O Fortuna, Imperatrix Mundi, wie es in Carl Orffs “Camina Burana” heisst: O Göttin des Glücks, Herrscherin der Welt!

schuetzeJupiter, die Sinnsuche, das Streben nach Glück – was liegt hinter den Dingen, der größere Zusammenhang, von der “Höheren Warte” betrachtet, das ganzheitliche Bild. Synthese, Zuversicht, Selbstvertrauen. Grossmut und Humor. Gaben und Begabungen. Eine Kreuzung aus Erbonkel und Santa Claus ?

Die Götter, die seinen Typus ebenfalls verkörpern:

  • Zeus, Jupiter, Odin (+Merkur), Thor (+Mars), Olorun, Damballah, Rosmerta, Fortuna mit dem Füllhorn, aber auch die wandelbare Mondin, ursprüngliche Verkörperung des wechselvollen Schicksal.

Archetypen:

  • Positiv: Richter, Philosoph, Lehrer, Vater, Patriarch, Mäzen, Priester, Zigeuner, Weltreisender, Optimist, Santa Claus, Druide, Förster, Wildhüter, Naturschützer. Idealismus, Großmut. Gastfreundschaft (wie Thor, aber auch Odin), Optimismus, Vertrauen in die Zukunft, Zuversicht. Positives Karma, Neidlosigkeit, moralische Unterstützung, die glückliche Bestimmung. Humor, Fröhlichkeit.
  • Negativ: Falstaff und Popanz, Windbeutel, Hybris, Selbstgerechtigkeit, Opportunismus. Übertreibung, Kreuzzüglertum, Rastlosigkeit, Oberflächlichkeit, “va banque” Spieler, Seitensprünge und instabile Beziehungen, “Bon vivant”, Don Juan, Megalomanie, Realitätsblindheit (Hoffen auf ein Wunder). Oberlehrer, Pharisäer, Selbstgerechtigkeit, Arroganz, Machtmissbrauch → Saturn (AMTsmissbrauch).
  • Das Prinzip der Expansion, das eigene Potential, die glückliche Fügung, Gelegenheit, der fördernde Vater, das Suchbild des Ehemanns, das Selbstbild als Ehemann, Streben nach Einsichten und Philosophie, Rechtsauffassung, Suche nach Weite/Erweiterung im inneren und Äußeren. Talente und Mäzene. Ethik und Idealismus.

Rechtswesen:  ”Ich schwör’s bei Zeus, DREI mal schwör ich!”  Zeus galt als Beschützer des Eids, die Drei und Vielfache (6,9,12) als seine heilige Zahl(en).

Organisierte Religion mit Priestertum und Opfer-Ritualen und prachtvollen Zeremonien. Religiöse Lebensregeln, die zivilisatorisch wirken. Urbanisierung der Gesellschaft, Fernhandel und Kolonialismus. Rituale für Glück und Unterstützung, der Deus ex Machina. Wohlstand und Philantropie, mit Uranus.

Jupiterprinzip im Tarot: “Der Hierophant”, “Das Schicksal”, Dreien, Neunen, Könige, “Der Teufel“. Hierophant und Teufel stellen Spiegelkarten dar.

Orte: Universität, Tempel, Kirche, Schule, Reisebüro, Kultureinrichtungen, intellektuelle oder spirituelle Zirkel, Kasinos, Börsen.
Berufe: Schiedsrichter, Friedensrichter, Richter, Priester, Lehrer, Philosoph, Literat, Verlagswesen, Reiseleiter, Import/Export, internationaler Vertrieb, Agentur.

Astrologischer Herrscher über 9. Haus, Schütze und Fisch (mit Neptun)

  • Tag: Donnerstag
  • Farben: Purpur, violett, königsblau, orange-gelb.
  • Zahlen: Drei und Neun (mit Mars), Zwölf und Sechs (mit Neptun und Merkur).
  • Qualität: Mutables Feuer, Yang, im Fisch auch Wasser+Yin (das Nachthaus des Jupiter in der klassischen Astrologie).
  • Gegenpol zur 3 in der 3/9 Achse: Mentales ich, Erkenntnis der Dinge — > mentales Wir, Erkenntnis der Zusammenhänge zwischen den Dingen.

Dignitäten:

  • Domizil: Schütze,Fische
  • Exil:Zwillinge, Jungfrau
  • erhöht im Krebs, im Fall, Steinbock
  • Freuden: 11. Haus
  • Triplizität: Feuer (klassisch, Lilly)

Korrespondenzen:

  • Chakra: 2. 6. 7. je nach Lehrart, bei meinem System gehört das 5. Chakra: Lehren, Lernen, Kommunikation zur Achse Jupiter/Merkur.
  • Alchemie: der König, conjunctio.
  • Kristalle: Lapislazuli, Amethyst, Saphir, Hyazinth, Tansanit, Feueropal.
  • Richtung: Süden+Westen
  • Metall: Zinn (Bronze)
  • Tiere: Pferd, Adler, Hirsch, Elefant, Wildschwein, der Stier.

Dem Zeus wurden Stiere geopfert, er verwandelte sich in einen Stier, um Europa zu entführen (über das Meer), siehe unter männliche Trinität.

Pflanzen:

  • Grosswüchsige Pflanzen, frucht-tragende -> Obstbäume, Nussbäume, Eiche, Walnuss, Artischocke, Karde, Distel (mit Mars), wohlschmeckend, nahrhaft, exotische Herkunft (Gewürze: Muskat, Macis, Sternanis).
  • Krampflösend, leberunterstützend. blau-violette Blüten, Anis (mit Merkur), Kerbel, Borretsch (der die Ängste vertreibt). Mädesuess (mit Mond), Ysop, Eisenkraut, Odermenning und der Löwenzahn (gelbe, bittere Pflanzen dienen oft als Lebermittel), Schöllkraut (mit Mond und Saturn).
Stattliche Buche auf der Alb.Bäume tragen stets auch eine Jupiter-Signatur.

Stattliche Buche auf der Alb.
Bäume tragen stets auch eine Jupiter-Signatur.

Baum:

  • Eiche, Esche, Fichte, Olive, Feige (mit Venus), Jupiterbäume sind speziell die Kastanie, die Eiche und der Walnussbaum: Juglans regia heisst Jupiter-Eichel, grundsätzlich fallen unter ihn jedoch alle Wälder, Alleen und Haine, sowie die fruchtragenden Obstbäume (mit Venus, die für die Blüten und Früchte zuständig ist). Aber auch verholzende Kräuter, wie Thymian, Rosmarin, Salbei (Hauptsignatur Merkur).
  • Die Walnuss mit ihren Nusskernen, die wie Hirnhälften aussehen hat eine Signatur für mentale Prozesse: Tatsächlich sind die Wirkstoffe der Walnusskerne förderlich für das zentrale Nervensystem. Hier wirkt die zum Jupiter gehörende Merkursignatur (Nerven, Denken) und Mond(Gehirnmasse) /Saturn.
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Royales Blau: Iris germanica mit deutlicher Jupiter/Merkur Signatur.
Wasser-Iris Neptun/Merkur, Zwiebeliris zusätzlich mit Mars/Venus.

Duft:

  • Muskat, Safran (mit Sonne), Sternanis, Basilikum, Macis (der Samenmantel der Muskatnuss).

Organe:

  • Hüfte, Oberschenkel – Ischiasnerv, Leber, Oberkopf, Wachstumsprozesse (Anabolismus), Stoffwechsel (mit Merkur → Schilddrüse), Nährstoffaufnahme im Blut.
  • Das typische Jupiterorgan Leber, eines der größten und lebenswichtigsten Organe bzw. die größte Drüse des Körpers, ist nicht nur ein Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan, sondern aus astromedizinischer Sicht auch verantwortlich für unser Temperament, für Gemüts-Krankheiten wie Cholerik und Melancholie (gestörtes bzw. geschwächtes Jupiterprinzip).
  • Dem Jupiter unterstehen desweiteren der Oberschenkel (unser größter und stärkster Muskel), die Po-Muskulatur, die Hüfte, der Fetthaushalt (Metabolismus, mit Venus), und Wucherungen. Alle Formen der sogenannten “Wohlstandskrankheiten” sind bei schlechter Jupiterstellung in den “Gesundheitshäusern” möglich.

Krankheiten:

  • Ischias, Hüftgelenk, Übergewicht, Leberstörung mit allen Folge-Erscheinungen, gutartige Wucherungen (Achtung: Gefahr von Bösartigkeit mit harten Aspekten zu Pluto!!) , Gicht (mit Saturn), bipolare Störung (mit Saturn/Uranus).
    Metall als Heilmittel: Zinn – Stannum, Mg für die Nerven und mentale Stärke (Nüsse!).
  • Die Gesundheits-Häuser: 2, 6 und teilweise auch 1. Steht hier Jupiter gut, kann man über eine robuste Physis verfügen. Ebenfall in Haus Acht, dem auch unser Ableben zugerechnet wird,  sorgt er meist für ein friedliches Ende, u. Umständen sogar auf Reisen. Transite des Jupiter in diesen Häusern verbessern oft das Wohlbefinden. Bei ungünstiger Stellung in der Radix oder Transiten mit harten Aspekten muss man sich vor Übertreibung hüten: Sonst führt der angenehme Transit über den Aszendenten vielleicht eher zu ordentlich Hüftgold!

Kabbala: Chesed

Ritual Magie:

  • Potential, Glück, Reisen, Rechtsangelegenheiten, Wohlstand, Unterstützung durch Gönner. Attraktion und generell Vermehrung von positiven Einflüssen.

Problematischer Jupiter:

  • Quadrat: Fanatismus, Rechthaberei
  • Konjunktion: Übertreibung
  • Opposition: bipolares Verhalten

Retrograde:

  • Potentiale liegen verborgen, Spätentwickler, ebenso bei 12. Haus. Kann aber auch einfach Freude an Ruhe und Zurückgezogenheit, z.B. Meditation bedeuten. Bei dieser Stellung sind Exerzitien oder ein Aufenthalt in einem Zen-Refugium ab und zu durchaus anzuraten.
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Die glücklich-dysfunktionale Grossfamilie von Papa Jupiter.
Olympians, courtesy of anotherstranger-me

Mythologie:

  • Zeus ist der jüngste Sohn der Rhea und des Kronos/Saturn. Diesem war geweissagt worden, einer seiner Söhne würde ihn stürzen. Daher verschlang er seine Kinder nach der Geburt. Um nicht ebenfalls dieses Schicksal zu teilen, versteckt ihn Rhea (kultiviertere Form der Gaia), vor seinem Vater auf Kreta in der Höhle der Dikte. Als er herangewachsen war, wurde er von seiner Mutter dem Kronos als Mundschenk untergeschoben. Mittels eines Brechmittels und Schlafmittels im Wein förderte er seine älteren Geschwister wieder zutage, und entmachtete seinen Vater.
  • Der wurde ins Exil geschickt: Wahlweise in den Tartaros, nach Elysium oder aber nach Arkadien, wo er auf der Insel der Seligen herrscht: Saturn-Pluto Affinität.
  • Vorher wanderte er als Eremit nach Latium und wurde der Stammvater der Römer, mit Mars und Bona Dea (Rhea) → ein Stammvater bäuerlicher Kulturen. Zeus/Jupiter passt eher zu einer imperialen Seemacht und urbanen Kultur, die die Griechen später annahmen.
  • Zeus teilte die Welt unter seine Geschwister auf: Hestia, Hera, Hades, Poseidon, Demeter. Mit seiner Schwester Hera zeugte er Hephaistos, alleine Athena, wie Hera den Ares. Mit Maia den Hermes, mit Leto Artemis und Apollon, mit Demeter Persephone/ Kore, mit Themis Astraia, mit Semele den Dionysos.
  • Die männliche Triade Hades-Poseidon-Zeus: Sie ersetzt die alten weiblichen Trinitäten, die mit dem Mond verbunden waren: Hekate, Eurynome etc. Die Gemeinsamkeit zwischen dem olympischen Zeus, Poseidon, der ursprünglich eher ein Erd-Gott war und dem Hades, der das Reich unter der Erde bekam sind die Opfertiere: Schwarze Stiere, die alle drei auch als Symboltiere haben. Der Stier, obwohl er so männlich wirkt, ist ein altes Symbol der lunaren Grossen Mutter: Das Gehörn erinnert an die Sichel des Mondes, der Stier-Schädel an die Fortpflanzungsorgane der Frau. Man sieht das am Stierkult in den matrilinearen Kulturen Kreta, Catal Hüyük und der alten ägyptischen Gottheit Hathor. Im Hinduismus ist es die Ur-Kuh Prithivi Mata, die den Kosmos verkörpert, im Mithras-Kult der Himmels-Stier der aber ursprünglich von der Göttin Inanna geschaffen wurde.

    allsehendes Auge

    Jupiter’s Allsehendes Auge mit der Drei
    und der Neun (3×3 Strahlen). Steht auch
    für die HeiligeTrinität.

Keywords:

  • Himmelsvater mit menschlich-zvilisatorischem Fürsorge-Aspekt, wohlwollender Beschützer, Motivator, Mediator, Richter, einverleibt (verschlingt) viele Aspekte früherer arachaischer Götter, die dann als harmlosere, menschlichere Variante aus ihm wiedergeboren werden:
  • Semele (Ekstase): Dionysos aus dem Schenkel des Jupiter : Tieraspekt, Zentaur, unio mystica.
  • Metis (Sophia, Weisheit): Athena aus dem Kopf  des Jupiter: Mentaler Aspekt, “Pfeil des Schützen”.
  • Er ist die kulturgeschichtlich jüngste, urbanste Form des archaischen Dyaus Pitar (Himmelsherrscher, Sky Father) der alten Indo-Europäer:
  • Uranos/Ti, Tyr, Ziu, Thor, die mit fruchtbarem Regen und lebensspendendem, schöpferischen und expandierendem Prinzip (Endlosigkeit, Zeitlosigkeit des Himmels) assoziert werden. Der leuchtende Himmel (Phanes, Hyperion, Gwydion, Woden) der zusammen mit Aspekten des Merkur (Loki, Lughus, Heimdall, Hermes) gesehen wird, ist sein ergänzendes männliches, solares Prinzip. Dies wird auch durch die Achse 3 (Zwillinge, Merkur) und 9 (Schütze, Jupiter) ausgedrückt.
  • Nach der orphischen Legende verschlang Jupiter Phanes (das leuchtende Wesen), das dem Urei entsprang und wurde dadurch zum All-Vater. Auch Odin(Woden) ist ein All-Vater mit solarem Charakterzug.
  • In diesen Mythen der Einverleibung findet bereits eine langsame Entwicklung zum monotheistischen Weltbild statt.
  • Symbol: Das Auge der Vorsehung (Dreieck mit Auge, mit einem Strahlenkranz). Auch Woden/Odin ist ein Symbol mit magischer Dreierkombination zugehörig: Der Valknot.
712px-Valknut-Symbol-borromean.svg

Valknot: Mit der Macht von 3×3.
Symbole für Odin/Thor und Jupiter. Toi Toi Toi -
die dreifache Anrufung von Thor soll Glück bringen.

Animus:

Anima:

Jupiter, Merkur, Pluto sind Träger beider Prinzipien.

  • Der Jupiter verkörpert bereits eine stärkere Vermenschlichung und Individualisierung der unbewussten kollektiven Impulse, eine Einbindung in ein zivlisiertes Umfeld, wie bei Freud’s “Totem und Tabu”. Kulturgeschichtlich entspricht das Jupiterprinzip dem Beginn der Verstädterung und des globalen Handels am Beginn der Bronzezeit.

Haus-Platzierung:

  • Fortschritt, Sinnerfüllung, Talent, Berufung, Weiterbildung, Erfolg, Bewusstseinserweiterung.

Nach Zeichen:

  • Steht für das Suchbild und Selbstbild des Ehe-Partners (Loyalität, Familiensinn), das Haus für das Ehe-Umfeld. Sonst die Bereiche, in denen nach höherer Bildung oder  persönlicher Expansion gesucht wird, und die Art der Umsetzung dieser Bestrebungen.

    Jupiter_Earth_Comparison

    Jupiter im Vergleich zur winzigen Erde
    quelle:wikimedia

Astronomisch: Fast ein kleines Sonnensystem mit all den großen (Mars, Merkur-grossen) Monden. Er produziert selbst Wärme im Inneren, fast fähig zur Fusion. Wohltäter, da er viele Irrläufer einfängt, die uns sonst bombardieren würden. Verbirgt in sich ein” quasi-solares” Feuer.

Symbolik:

Seele über der Materie

Seele über der Materie

  • Glyphe: Mondsichel (Seele) über der Materie (Kreuz),
  • der Pfeil des Zentauren, assoziiert mit Sternbildern Aquila (Adler) und Sagitta (Pfeil).

Der Zentaur:

  • Menschliche Weisheit und kosmische Einsichten mit Tierkörper (animalischer Instinkt, natürliche Rythmen):
  • Naturliebe, Bewegung, Beine, Trieb (Zügellosigkeit), Unberechenbarkeit. Pferde, Großtiere, Jagd.
  • Der Centaur Chiron, der dunkle Bruder des Jupiter: Heiler, Schamane, Außenseiter, überwindet seine Tiernatur, wird zum berühmten Heiler und Lehrer vieler solaren Helden.
  • Unterrichtet Achilles, Herakles, Jason.

Trotzdem: Rastlosigkeit und Unruhe durch den erdhaften Tier-Anteil, der auch Ursache seines Leidens wird – Leiden durch andere ohne eigene Schuld – das Ungeschick seines Freundes Herakles. Chiron opfert seine unsterbliche Seite zugunsten der Erlösung des Prometheus von seiner Bestrafung am Kaukasus, da er dann vom Schmerz befreit ist. Er muss aber dann in den Hades, um ein Schattendasein zu führen, wenn auch ein geachtetes. Prometheus, der Fortschrittsgeist kommt frei, weil der Mensch sich von der Einheit mit der Natur entfremdet: Wenn er sie ins Dunkel des Unbewussten verdrängt. Die neuen Religionen, deren Vorläufer Zeus schon darstellt, sind auch zunehmend anthropozentrisch, die Natur muss unterdrückt, zurückgedrängt und verleugnet werden. Die urbane, kolonisierende Seite, im Jupiter zur Gottheit erhöht, setzt sich durch. Chiron taucht unter und wird Schamane …!

Chiron lehrt dem jungen Achiles die Geheimnisse der Natur.

Chiron lehrt dem jungen Achiles
die Geheimnisse der Natur.

Daher auch: Alle Kolonialreiche, von den Römern (aus einer saturnischen Republik in eine jupiterianische “Pax Romana”), über das “British Empire” zum “American Way of Life” sind von den meistens mit zunehmender Fortdauer immer negativeren Auswirkungen des Jupiterprinzips geprägt. Ihnen gemeinsam ist eine urbane, auf global operierenden Handelsimperien (Konzernen) aufgebaute Grundstruktur, sowie eine weiträumige Erschliessungen  ermöglichende Infrastruktur. Die Römer bauten Strassen, die Briten Schiffe, in der westlichen globalisierten Welt haben wir Flugzeuge (Jupiters “Adler”) und das Internet.

  • Das Recht auf Streben nach Glück“, wie es in der amerikanischen Verfassung steht, kann Jupiters Credo nicht deutlicher ausdrücken. Ja, schön, aber auf wessen Kosten ??? Darüber darf man dann auch nicht GROSSZÜGIG hinwegsehen, sondern man muss sich daran erinnern, dass zum Jupiter auch ein ethischer Anspruch gehört.

“From a Distance there is Harmony !” sollte nicht der Wahlspruch der Eliten  und von Jupiter glücklich Bestrahlten sein. 

Einige VIPs: Tina Turner, Bette Midler, Nostradamus, Max Born, Spinoza, Steven Spielberg, Brad Pitt, William Blake, Ludwig van Beethoven, Willi Brandt, Osho (Shree Raijneesh a.k.a Bhagwan), Papst Franziskus I. Papst Johannes XXIII.

Zodiak of Horrors: Serienmörder Ted Bundy, Edmund Kemper, Diktatoren Stalin,Pinochet, Franco,  Mafiabosse “Lucky!!!” Luciano, Vito Genovese, Drug Lord Pablo Escobar, Revolverheld Billy the Kid.

Fortunas Füllhorn: Ein Universum voller Möglichkeiten.Horn of Plenty ©scrano 2013

Fortunas Füllhorn: Ein Universum voller Möglichkeiten.
Horn of Plenty ©scrano 2013

 

Posted by on November 28th, 2016 Kommentare deaktiviert

Mundan-Astrologie: Jupiter in der Waage – Chief Justice?

Jupiter läuft in der Waage: Ausgleich im Grossmasstab? Mehr Wertschätzung und Eunhaltung voon Gesetzen?

Jupiter läuft in der Waage: Ausgleich im Grossmasstab?
Mehr Wertschätzung und Einhaltung von Gesetzen?
Hoffen wir das Beste! Quelle: Zeus als PD via wiki, Libra als free png.

Jupiter in der Waage erzeugt den Ausgleich – ja, allerdings, wenn man Pech hat, und das sprichwörtliche Übermass des Olympherrschers die Oberhand gewinnt, geschieht dies vielleicht im Sinne der altägyptischen Maat: Das heisst Störendes wird entfernt oder ausgemerzt. Das Bild an der Wand MUSS gerade gerückt werden, der hässliche Teppich kommt auf den Müll. Dann bleibt nicht viel von Venus-Harmonie, davon abgesehen, dass Harmonia die Tochter von Mars UND Waageherrscherin Venus war. Denn Jupiter zeigt auch an, wo man sich vor Auswüchsen in den Themen des Zeichens in Acht nehmen muss, durch das er gerade läuft.
Waage-Sonne, Venusdominanz und Waage-Überhang (ASC, volles 7.Haus etc.)  in in ihren Horoskopen hatten z.B. Himmler und Hitler – und gerade zusammen mit mächtig viel Jupiter und Uranus- Themen. Dazu noch ein wenig Pluto, um es noch interessanter zu machen. Und ausgerechnet zwischen diesen drei Archetypen (Uranus/Jupiter/Pluto) findet inden nächsten Monaten ein Kräftemessen in Spannungsaspekten statt, das nicht gerade als Anzeiger für Stabilität zu sehen ist.
Was die schöngeistige Herrscherin der Waage anbelangt – die Griechen nannten sie Venus Urania, im Gegensatz zur Venus Pademos im Stier. Sie ist eher kühl kalkulierend als sinnenfreudig und feierlaunig. Beide Venus-Typen sind nicht empathisch, gefühlsduselig oder romantisch – dafür ist der Mond zuständig.
Ich sehe eher das Nemesis-Prinzip als Teil der Waage, da früher Jungfrau/Waage und Teile des Skorpions ja ein Sternbild waren: In der Jungfrau und der Waage herrscht Asträa, die Sternjungfrau – eine mächtige archetypische Figur. In Sumer war sie Inanna/Astarte, die kriegerische Fruchtbarkeitsgöttin, in Ägypten Maat, in Griechenland Dike/Kore/Themis und eben auch Nemesis. Diese etwas sperrige Version der Gerechtigkeit (natürliches Recht) wurde auch in den Mysterien von Eleusis thematisiert. Die Waagschalen, das einzige unbelebte Zodiak-Zeichen sind bereits ein Teil des Nemesis-Aspekts dieser Sternjungfrau, das (Richt)-Schwert bekommen wir dann im Skorpion, denn als Klauen des Skorpions betrachteten die Alten früher das Sternbild Waage.
Jungfrau und Skorpion ähneln sich nicht nur von ihren Glyphen her, das Zeichen wird oft als kleiner Skorpion gesehen – die dazwischen liegende Waage wäre dann so etwas wie das Instrument, dass sich beide teilen. Zwischen der Realitätserkenntnis (Jungfrau) und der Konsequenz (Skorpion) steht sie als Werkzeug der Entscheidung, eher passiv. Der Ausgleich ist also zwangsläufig und bestimmt nicht vom Wunsch nach Kuscheln bestimmt.

Gezählt (Jungfrau)  gewogen (Waage) geteilt (Skorpion) (mene, tekel, upharsin)
(Alb)Traum des Belsazar

Da Jupiter Krisen eher verschlimmbessert und mit Uranus in einer Opposition ein Tauziehen veranstaltet, können wir gespannt sein. Jupiter steht ja nicht für Gerechtigkeit, sondern für die Legislative – der Eid wurde beim Zeus geschworen, die Gesetze stammten von den älteren Titanen (Saturn). Der Saturn blockiert aber den Jupiter in seinem eigenen Zeichen, dem Schützen. Was für Eier-Tänze da wohl aufgeführt werden …? Nicht Jupiter sondern Saturn steht in der Waage erhöht, da er der ursprüngliche Gesetzgeber war. Saturn/Schütze und Jupiter/Waage spiegeln einander sogar ein wenig. Da Jupiter zudem nicht nur von Uranus, sondern auch von Pluto unter Druck gerät, die drei bilden ein sogenanntes T-Quadrat, eine sehr dynamische, harte Figur, wird er nicht sehr förderlich wirken können.

Da sieht es schlecht aus mit Frieden – zähe Verhandlungen und Powerplay garantiert, gerechterer Verteilung der Wirtschaftsgüter oder Machtverhältnisse.
Balanzieren kann sie ja immerhin, die Waage – das lässt hoffen, dass nach allen Schwankungen und Ausschlägen am Ende doch noch ein fairer Deal zustande kommt, und dass die jupiterianische Expansion im Sinne von gerechtem Ausgleich im grossen Stil stattfindet. Grosszügigkeit, für die der Olympherrscher auch bekannt ist, wäre von allen Seiten angebracht. Oder die ganze Jupiterblähung endet wegen mangelnder Entscheidungskompetenz in der Waage  mit einem furchtbar stinkendem Furz, wenn er dann in den Skorpion wechselt, der stachelschwänzige Herrscher im 8. Haus ist unter anderem auch  für solche Enddarmprodukte zuständig.  Vielleicht hilft ja Kümmel dagegen, das alte Hausmittel gegen üble Winde, ein Gewächs des Merkur, dem astrologischen Gegenpol des Olymp-Bosses.

Posted by on November 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

Auf der roten Liste: Der Schamane – eine gefährdete Spezies?

SB_-_Altay_shaman_with_drum wikimedia commons

Altai-Schamanin: Quelle:wiki

Schamanische Rituale in der Moderne, blosse Touristenfolklore und Alles, ausser authentisch ??? Nein, es gibt echtes Schamanentum tatsächlich …. noch.

Der Schamanismus gilt als älteste Religion der Welt und seine Spuren lassen sich bis in die früheste Steinzeit zurückverfolgen. Im Laufe der Jahrtausende hat er verschiedene Formen angenommen, die so vielfältig sind wie die Kulturen dieser Erde – und gerade jetzt, in unserer modernen Zeit erlebt er eine Renaissance. Welchen Reiz übt heute eine archaische Weltanschauung aus, die auf uralten Ekstasetechniken beruht, die es dem Schamanen erlauben, in andere Welten zu reisen, um dort von Göttern und Geistern Wissen, Weisheit oder Heilung zu erlangen?

Gibt es jene Anderswelten wirklich oder beschreiten Schamanen lediglich einen Weg in innere Räume des Bewusstseins? Öko- und Ethnospiritualität steht hoch im Kurs – inklusive Risiken und  Nebenwirkungen ! Durch unkritische NewAge Anhänger vereinnahmt und leider meistens verfälscht ist gerade der Schamanismus als Weltkulturgut in Gefahr verramscht zu werden, oder zu Touristenkitsch zu verkommen:

  • Pauschaltourismus in die Geisterwelt – Schamane an einem Wochenende !
  • Als quasi-Animationsangebot – Spiri-tainment!
  • Die Anderswelt ein spirituelles Disneyland ?
  • Oder es werden gefährliche Praktiken mit psychedelischen Drogen vermittelt !

Mit Carlos Castaneda‘s umstrittenen Werken fing es an: in den 70er Jahren, befeuert von Timothy Leary’s LSD Experimenten, und gerade nachdem Mircea Eliade sein Buch über archaische, religiöse  Ekstasetechniken herausgebracht hatte. Seitdem rollt die Ethnopsychedelic-Welle im Nachzug der Hippiebewegung ungebremst bis heute. Dabei galt Schamanismus als psychische Krankheit oder Form der Epilepsie bis Mitte des 20. Jhd. und wurde als “Arktische Hysterie” bezeichnet. Erst der zuvor genannte Religionshistoriker und Anthropologe Mircea Eliade rehabilitierte ihn als authentische vollwertige Form der Religion und Medizin. Den Religionscharakter versucht man gegenwärtig wieder zu relativieren und spricht von Naturphilosophie etc. Dann wäre aber der Buddhismus auch nicht Religion zu nennen. Ausserdem enthalten viele  der antiken und auch der modernen Mainstream-Religionen einen Kern an schamanischen Vorstellungswelten. Doch nicht zuletzt die Funktion des Schamanen als Heiler fasziniert uns: Gerade im medizinischen Bereich finden Ethnobotaniker und Pharmakologen erstaunliche Schätze im pflanzlichen Arzneiwissen der Schamanen, aber hier droht Ausbeutung durch Pharamakonzerne, die das Pflanzenwissen der Naturvölker vor allem des Amazonasgebiets abgreifen um es dann zu patentieren.

Woher rührt aber das steigende Interesse, mit einer enormen Breitenwirkung, an religiösen und medizinischen Praktiken sogenannnter Naturvölker in der westlich-aufgeklärten Welt:

Ist es die Fragwürdigkeit von Machbarkeit um jeden Preis, die beklagte Entfremdung von der Natur – ihre befürchtete Zerstörung? Zu starke Technisierung, zu viel Wissenschaft? Nun gerade bei letzterer herrscht in der Rezeption durch die Allgemeinheit immer noch eine Sichtweise aus dem späten 19. Jhd. vor: Der andauernde Vorwurf des Reduktionismus ist vor allem in der modernen Physik nicht haltbar. Und was heisst hier modern, dieser Begriff ist schon auf die Göttinger Goldene Epoche des Born’schen Seminars der 1920iger Jahre anzuwenden. Das liegt vielleicht auch am lautstarken Ego-Posieren vieler der selbsternannten Skeptiker, deren Weltbild wirklich noch bei Descartes hängengeblieben ist.

  • Die moderne Wissenschaft ist vielleicht mystischer als Sie glauben.
  • Der Abschied vom cartesischen Weltbild mit seiner strikten Geist- Materie Trennung ist in etlichen Disziplinen schon erfolgt: Physik, Kybernetik, Neurowissenschaften etc.

Als Auslöser solcher archaischer Sehnsüchte ist wohl überwiegend die “Spirituelle Verarmung” zu nennen: Z.B das Fehlen von Psychodrama und ansprechenden Ritualen in den Mainstream-Religionen. Oder es werden immer noch angestaubte, entwicklungshemmende Dogmen verbreitet. Man denke nur an den  letzten Vorstoss des Papstes zur Erneuerung der Sexualmoral und des Verständnisses von Ehe und Familie: Über 70% der Geriatrie-Kleriker alias Kardinalskurie will an den alten Zöpfen festhalten.

Reiseführer

Reiseführer Schmetterling …eine Analogie zum Pluto-Prinzip.
Spirit Guide ©scrano 2013

An der verständlichen Sehnsucht nach mehr Unmittelbarkeit in der Spiritualität oder mehr Rückverbindung zur Natur ist eigentlich nichts Falsches,  und die schamanische Weltsicht der beseelten Natur kann uns neuen Respekt und achtsameren Umgang lehren. Das Verführerische an der  ”Schamanischen Erfahrung”  oder was man dafür hält, ist zudem die als kulturübergreifend verstandene und schlichte Ritualistik, die zu scheinbar schnellen Erfolgen führt. Vor allem der überstrapazierte Begriff des sogenannten “Core-Schamanismus” hat hier für viel Verwirrung gesorgt und wegen des Hypes, der darum entstanden ist, auch Menschen angezogen, die nicht das Seelenheil ihrer Klienten im Sinne hatten, sondern nur das schnelle Geld. Was muss man da nicht für unsinnige und teilweise gefährliche Angebote vor allem diversen Internetauftritten entnehmen! Darüber hinaus hat Harner, ein Anthropologe, dem wir die Theorie des “Core-Schamanismus” verdanken, bei allen Versuchen daraus eine Heilmethode für uns postindustrielle Wesen herauszudestillieren, nicht bedacht, dass so etwas nicht mit Verfahren der Lehrbuchpsychologie zu vergleichen ist.

Was nützt die beste aus vergleichenden Analysen hergeleitete Methodik, wenn einem die innere Landkarte der spirituellen Welt längst abhanden gekommen ist ? Die Anderswelt ist nicht die Spielwiese einer Fantasiereise, mit der diese Thematik oft verwechselt wird.

Auch Archetypen wollen interpretiert werden, auch der Schamane muss bei seinen “Reisen” navigieren. Dazu dienen Mythen, Überlieferungen und Märchen, die in jeder noch lebendigen schamanischen Kultur zentrale Elemente sind, und auch eine Grundlage des Wertesystems liefern.

Gerade hier liegt das Problem: Wie einheimische Nahrungsmittel und Heilpflanzen oft für uns besser verträglich sind als eingeführte, so ist das auch mit Mythologie: Sie entwickelt sich ebenfalls in Co-Evolution des Menschen mit seiner Umwelt. Mythen fremder Völker vermitteln uns nicht unbedingt die Vorstellungswelt, die man braucht, damit man erfolgreich in Anderswelten reisen kann. Eine reine Trance kann man sich relativ einfach verpassen. Dazu reicht schon eintönige Arbeit, mit einer körperliche Tätigkeit, die sich ständig wiederholt.

Wenn man sich schon auf schamanische oder andere religiös untermauerte naturmedizinische Verfahren einlassen will, sollte man doch eine gewisse eigene Grundlage mitbringen. Daher wäre es wohl vernünftiger, hier nicht  bei exotischen Völkern sein Heil zu suchen, sondern zuerst nach seinen eigene Wurzeln zu graben. Es ist leider nicht ganz leicht zu den eigenen naturreligiösen Ursprüngen zu gelangen. Dafür haben Romanisierung, Christianisierung, Völkerwanderungswirren, Radikalaufklärung und romantisierende Rezeptionen durch nationalistische Kreise (Wagner, Ariosophie etc.) und zuletzt noch die Nazis gesorgt.

Totem: Ahnengeister und Masken,
ein Accessoire des Schamanen.

Man durfte als Archäologe bis vor gar nicht so langer Zeit das Wort Kelte oder – oh Schreck, Germane gar nicht mehr in den Mund nehmen ohne gleich in die “Braune Abteilung” verlegt zu werden, oder seiner Karriere einen dauerhaften Knick zu bescheren. Ein paar dieser Rudimente eines europäischen Schamanentums lassen sich durchaus auch finden. Seit Frazer’s “Der Goldene Zweig” haben sich schon viele Gelehrte daran versucht, unter ihnen Margaret Murray, die bekannte britische Ägyptologin, später auch der renommierte Historiker Carlo Ginzburg. Das Problem hierbei ist, nicht über das Ziel hinauszuschiessen. Andere bemühten sich gleich um regelrechte religiöse Wurzeln, einen alten, im Neolithikum verorteten Kult einer “Magna Mater”  und eines “Herrn der Tiere” wiederzubeleben. Hierher gehört Gerald Gardner mit seiner Wicca-Religion, die ebenfalls deutlich schamanistische Züge aufweist, zumindest was das Weltbild betrifft. Die  moderne Alternative wäre, sich neue Mythen zu schaffen, wie sehr dies gewünscht wird zeigt der Erfolg von Büchern wie Harry Potter oder Filmen wie “Herr der Ringe”. Sie könnten die benötigten inneren Bilder liefern, die mit unserer Psyche in Resonanz treten. Viele der beliebten Online-Rollenspiele, wie WoW, bedienen dieselben Sehnsüchte. Der Trend zu mehr mystischem Erleben und einer heilen Beziehung zur Natur existiert schon seit dem Ende des 19. Jhd. und er läuft ungebremst weiter. Anthroposophie, Wandervögel, Naturisten machten den nur den Anfang, Wellnessbewegung und der Esoterikboom folgten auf dem Fuss. Nach einem Intermezzo mit Ayurveda und Feng Shui sind wir jetzt in den virtuellen Welten von Second Life, Mind Technology und Technoheiden angelangt.

Keltischer Herr der Tiere: CernunnosQuelle: wiki

Keltischer Herr der Tiere: Cernunnos
Quelle: wiki

Auf jeden Fall hilft erst einmal mehr Achtsamkeit auf Kulturinhalte der eigenen Vergangenheit bei der Orientierung im Dschungel der mythenbewegten Imagination. Gestützt von solidem Wissen, fällt es leichter, sich in der Welt der Archetypen und der eigenen Psyche zurechtzufinden, statt auf bunt zusammengewürfelte Folklore, aus exotischen Ländern oder direkt frei erfunden, hereinzufallen.

Gerade bei den angeblich authentischen Praktiken fremder Ethnien wird oft hanebüchener Unsinn vermarktet. Da gibt es: Selbsternannte Schamanen, kulturellen Diebstahl bei indigenen Völkern, vor allem bei den nordamerikanischen Indianern. Ironischerweise kommt dabei oft nur Indianerfolklore vom Karl May Typus des “edlen Wilden” heraus.

Alles nur "Schall und Rauch" oder "Sound and Vosion", wie der sehr Okkultismus-erfahrene David Bowie es ausdrückte.

Alles nur “Schall und Rauch” oder “Sound and Vision” ?
wie der sehr okkultismus-erfahrene David Bowie es ausdrückte.
Luft-Elemental, scrano 2013

Ausserdem haben die Indianer der “Great Plains”, die oft als Vorbild herhalten müssen, nicht die angeblichen Heilverfahren, sondern eine schamanische Kultur eigener Prägung, die die wenigsten der mit dem “Core-Schamanismus” assoziierten Elemente enthält. Durch Heya-Heya Singen in einer Schwitzhütte wird man kein Indianer und ohne entsprechende spirituelle Vorbereitung kann man aus dem Ritual auch nichts mitnehmen. Allenfalls wird die übliche Konsumerwartung bedient. Dann hat man es aber auch nicht anders verdient. Vielleicht tun viele Heilssucher doch besser daran, ihren Eskapismus im World-Wide-Web auszutoben, das ist für die Freizeitschamanen auch ungefährlicher  als bei der Indianersauna eine Herzattacke oder bei der Ayahuasca-Session das bisschen Restverstand zu riskieren. Denn  da die tatsächliche Wirkung der “Seelenliane” keineswegs den übersteigerten Erwartungen der Eso-Konsumenten entspricht, mischen manche der selbsternannten Zauberdoktoren den ahnungslosen Spiritainment-Abenteurern harte Drogen in das “magische” Gebräu.

Das Internet, die neue, sichere Anderswelt ? Cyber- und Technoschamanen lassen grüssen. Aber wenigstens lassen die Anderswelt-Süchtigen dann die Einheimischen in Ruhe und gefährden sich nicht selbst.

Denn mittlerweile hat sich in den letzten Kulturen mit indigenem Schamanentum ein ernstzunehmendes Problem entwickelt. Angehörige solcher noch authentisch nach ihren Glaubensvorstellungen lebenden Volksgruppen fragen sich zunehmend: “Warum unsere Praktiken nicht selbst vermarkten ?” Gerade bei der anderen, von wildgewordenen Heils-Touristen bedrängten Kultur schamanischer Prägung, den Tuva des Altai, hat sich ein Trivialschamanismus herausgebildet, den man an die Eso-Touristen weiterverkaufen kann. Dort werden dann Harners Theorien verbreitet, die echten Wurzeln sind durch solcherlei Umtriebe durchaus gefährdet. Ähnliches gab es auch schon bei den Geist-Chirurgen der Philippinen, und diese Epidemie gewinnt an Boden, auch gerade in Mittel-und Südamerika.

Daher die berechtigte Frage: Wie lange wird es diesen Kulturschatz noch unverfälscht geben? Der Verlust wäre unverzeihlich.

 

 

Posted by on November 22nd, 2016 1 Comment

21.11. Ingress der Sonne in den Schützen, oder ist es doch Ophiuchus ?

Nur nicht danebentreffen!Sagittariue ©scrano 2016

Nur nicht danebentreffen!
Sagittarius ©scrano 2016

Der Schlangenträger alias Ophiuchus ist in der modernen Astronomie ein sehr ausgedehntes, aber wenig auffälliges Sternbild am Sommerhimmel. Da seine wenig hellen Sterne eine grosse Fläche abdecken, und wenig markant sind, ist es nicht ganz einfach, ihn zwischen dem Herkules und dem Skorpion zu identifizieren. Die Hauptsterne bilden eine annähernd trapezförmige Figur, von der westlich und östlich die Sterne der Schlange ausgehen. Der westliche Teil überlappt das Band der Milchstraße.

Der arme Schlangenträger bildet immer wieder die Grundlage für eine Kontroverse zwischen naseweisen (Jungspund-) Astronomen und Astrologen, da es angeblich das 13. Sternzeichen sei. Daher wäre die Astrologie widerlegt. Nun ja, Bullshit kommt in vielen Geschmacksrichtungen, trotzdem ist er nicht geniessbar.

Ophiuchus - Asklepiosquelle:PD via wiki

Ophiuchus – Asklepios, der Urheiler.
quelle:PD via wiki

Nein, es gibt nur 12 Tierkreiszeichen, aus folgenden Gründen:

  • Der Ophiuchus besitzt nach alter Sternbildkartierung zu wenige Sterne auf der Ekliptik, die Einbeziehung von schwächeren Sternen aus dem Skorpion und Festlegung ander Grenzen stammt aus dem Jahr 1928. Somit läuft die Sonne, kartographisch gesehen, derzeit vom 30. November bis zum 18. Dezember durch das Sternbild Schlangenträger – und zwar im Tierkreiszeichen Schütze, ein 30° großer Abschnitt auf der Ekliptik direkt vor dem Punkt der Wintersonnenwende.
  • Sternbilder und Tierkreiszeichen sind schon wegen der Präszessionsbewegung der Erdachse nicht (mehr) identisch. Auch das wussten die Menschen in der Antike bereits – belegt seit dem  ~2. Jhd. v.Chr.(Hipparchos), oder früher in Babylon (3. Jhd.). Das zugehörige “Platonische Jahr” war zur Zeit seines Namensgebers nach neueren Quellen bereits bekannt, also wären wir da schon beim 5. Jhd vor Chr.
  • Die Namen der späteren Tierkreiszeichen wurden ursprünglich, zu Beginn der astrologisch/astronomischen Aufzeichnung,  nach mythologischen Kriterien den Sternbildern zugeordnet. Die Konstellationen selbst bildeten das Zifferblatt einer himmlischen Jahres-Uhr. also markierten sie lediglich einen Himmelsauschnitt zu einer bestimmten Zeit. Dieser ändert sich nicht, egal was da gerade befindlich ist. Wesentlich für die damalige Ackerbaugesellschaft war die Beziehung der Himmelsabschnitte zu den Jahreszeiten. Dies war schon im alten Mesopotamien um 2000 v. Chr. der Fall. So zeigte ursprünglich beispielsweise das heliaklische (vor dem Sonnenaufgang) Erscheinen der Waagesterne – symbolisch passend – die Herbsttagundnachtgleiche an. Der griechische Astronom/Astrologe Ptolemäus machte den Tierkeis endgültig an den vier jahreszeitlichen Hauptpunkten fest. Den astrologischen Widder legt er daher auf den Frühlingspunkt, unabhängig von der Lage des Sternbilds gleichen Namens.
  • Die Tierkreis-Mythologie ist an den Himmel projezierte Psychologie oder Zeitgeist, nach antiker Auffassung findet man dort das gespiegelt, was auf der Erde vor sich geht. Die Namensgebung der Tierkreiszeichen  beinflusst nicht die Eigenschaften der unter diesen Zeichen Geborenen, es ist eher umgekehrt: Das was zu diesem Zeitpunkt hier unten passiert, auch die Wesensmerkmale von unter bestimmten Zeitabschnitten geborenen Menschen bestimmten die Auffassung vom kosmischen Geschehen. Deshalb ist ein Tierkreiszeichen das Symbol für ein komplettes Psychodrama, ein Szenario. Ähnliches findet man auch im Pantheon (Götterhimmel) der Griechen. Die Interpretationen der zwölf Zeichen des Zodiak stellen wie die Götter lediglich Archetypen eines komplexeren psychologischen Geschehens dar. Auch die zu den Zodiakzeichen zugehörigen Planeten-herrscher (alias Götter) beeinflussen NICHTS, sie sind nur Anzeiger für etwas, was auf der Erde geschieht.

Mythologisch ist Ophiuchus dem Halbgott Asklepios, Sohn den Lichtgottes Apollon zugeordnet. Einmal stellt er eine Querverbindung zum Orion (Skorpion)-Mythos her, dann gibt es noch eine Geschichte, nach der Hybris (Jupiter/Schütze) ihn zu Fall gebracht hätte: Er erweckt einen Toten, das erregt den Zorn der olympischen Dreigestirns (Jupiter,Neptun,Pluto). Jupiter/Zeus tötet ihn mit einem Blitz, dank Apollons Einspruch darf er an den Sternhimmel, statt in den Tartarus zu kommen. Also steht er doch irgendwie zwischen Skorpion und Schütze – der Schlangenträger … lol!

Letzte Ausfaht: Ophiuchus ?Der Schlangeträger folgt auf das Sternbild des Skorpion, nicht aber auf das das Tierkreiszeichen.Scorpio ©scrano 2016

Nächste Ausfahrt: Ophiuchus ?
Der Schlangenträger folgt auf das Sternbild des Skorpion, nicht aber auf das das Tierkreiszeichen.
Scorpio ©scrano 2016

Thanks for stock:

 

Posted by on November 21st, 2016 Kommentare deaktiviert

30 Jahre nach Wackersdorf: Bürgerprotest ade …?

Bürgerprotest vor 30 Jahren: Gedenklstein in Wackersdorf.

Erfolgreicher Bürgerprotest vor 30 Jahren: Gedenkstein in Wackersdorf.

Immer wieder im Gespräch: Neue Nuklearwaffen für Deutschland?!

Irgendwie gehen solche brisanten Themen mittlerweile unter in all dem Flüchtlingschaos – Absicht?

Habt Ihr denn gar nichts gelernt? Wo sind die Protest-Studenten und Akademiker geblieben? Vielleicht gerade mal noch auf einer Anti-TTIP Demo.

Warum haben wir uns in den 1980-igern für Euch Generation von Lahmärschen von der Polizei mit Wasserwerfern und CS-Gas traktieren lassen?

In Mutlangen und in Wackersdorf? Warum haben wir Schornsteine besetzt? Uns bei Greenpeace engagiert? Um eine friedlichere, grünere Welt zu schaffen, und der Atom-Lobby und der aggressiven Supermacht USA die Stirn zu bieten! Wir haben auch fleissig studiert und trotzdem mehr Zeit für einen Beitrag zur Gesellschafts- und Weltpolitik aufbringen können als für das neueste In-Produkt der Fun-Kultur. Und wir hatten keine digitalen Netzwerke, nur ein gemeinsames Anliegen.

Echte physische Präsenz zeigt keiner mehr gerne, aus dem Lager der angehenden Jung-Akademiker, es demonstrieren höchstens noch die erzkonservativen, oft schlicht gestrickten Wutbürger und auf der anderen Seite stehen geistig unterbelichtete AntiFa. Falsches Elite-Denken? Ein Shitstorm im Internet ist wohl schon eine gewaltige Anstrengung? Transparente schwenken statt Fitness-Lounge stärkt auch den Bizeps. Man muss sich ja schon dafür schämen, dass auf Demos mehr Rentner als junge Menschen ihren Protest in die Öffentlichkeit tragen. Und das hängt nicht am demographischen Faktor. Vielleicht liegt die Abwesenhenheit der Studenten bei echten Protestaktionn auch daran: Sie stammen zusehends nur noch aus der Oberschicht. Da will man doch lieber seine Privilegien nutzen, statt als Nestbeschmutzer dazustehen. Ausserdem ist Dauer-Party doch vieel schöner.

Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben.
Die Regierung sollte Angst vor ihrem Volk haben.

Thomas Jefferson

Das klappt aber nur, wenn die ReGIERung auch was von ihren Untertanen zu sehen bekommt. Besonders bei der WAHL und auf der Strasse!!

Wahrscheinlich war es unser Fehler für kommende Generation denken zu wollen: Man soll jede ihre Probleme selber lösen lassen … Zuviel fürsorgliche Achtsamkeit wird bestraft, da dann die Nachfolgegeneration zum verhätschelten, teilweise auch egomanischen Couch-Potato verkommt! Da sind wir wohl selber schuld, Erziehungskompetenz wegen Harmoniesucht:

  • 0 Punkte! Besonders bei den höheren Bildungsschichten.
  • Helikopter-Eltern, zieht Eure Rotorblätter ein und setzt zur Landung an!

Viel zu lange haben wir in Saturiertheit vor uns hingeschnarcht: Die Achziger Jahre sind anscheinend wieder da, nicht nur beim Musik-Geschmack! Gewalt eskaliert weltweit – und wie eingangs erwähnt, selbst Atomwaffen sind wieder im Gespräch – nicht nur bei Donald Trump! Viel Glück und rechtzeitig einen Logenplatz für den Weltuntergang buchen, wünsche ich Allen!

Oh Land of Confusion … !!

Final Countdown …   wie passend von der Gruppe Europe aus dem Jahr 1986.

Ein winziger Lichtblick:  CAMPACT und CETA:…und siehe da, ein paar Erfolge gibt es jetzt – vielleicht.

Und jetzt müssen sogar wieder Freuenrechte diskutiert werden…!!!

Ein schwarzer Sack über dem Kopf , mit oder ohne Sehschlitz, ist kein Zeichen der freien Religionsausübung, sondern ein Gewaltakt gegen Frauen. Der Koran schreibt nichts über Säcke. Frauen, die diese Vermummung als einen Sicherheitsaspekt begreifen müssen, tun mir leid. Unsere Männer sind keine Tiere, die bei einem sichtbaren Streifen Haut gleich eine Frau anfallen. Ich rede nicht vom Burkini – zuviel pralle Fleischbeschau am Strand ist auch mancher Nicht-Muslimin unangenehm, vom UV-Schutz für Überempfindliche mal abgesehen, den das Teil vielleicht bietet.  In ein Schwimmbad gehört sowas allerdings nicht. Da gibt es, wie bei der Sauna auch, eine “Girls only” Möglichkeit. Wer wirklich schwimmen will – Klamotten sind da einfach gefährlich, wie jeder Rettungsschwimmer weiss. Also ein sportlicher Schwimmanzug her, da wird sowieso alles plattgedrückt, was irgendwie weiblich aussieht. Und solange Männer nicht denselben Schamregeln unterworfen werden, ist dieser Verhüllungswahn einfach diskriminierend, egal wo und besonders hier:

Über der Strassenkleidung ein tragbares Textil-Gefängnis mit herumschleppen müssen – Nein, nein und NEIN!

Unsere Generation hat gegen Einschränkungen und Ungleichheit der Frau in der Gesellschaft gekämpft, um jetzt von vor allem grünen VollpfostINNEN in den Rücken gestochen zu werden. Schämt Euch in Grund und Boden für Burka-Verteidigung und Befürwortung von Sex mit Minderjährigen. Auch die Polygamie ist hierzulande gesetzeswidrig und soll es auch bleiben. Und ein Zeugnis kultureller Höhe der “Neubürger” sind all diese Begleiterscheinungen der Massenmigration beleibe nicht. Wenn Menschen hierher kommen und dann verlangen, dass das Gastland, das sie nährt, kleidet und medizinisch versorgt, sich gefälligst den eigenen anachronistischen Bräuchen zu unterwerfen hat, hört der Spass auf. Statt diese Frauen zu befreien, sperrt Ihr sie weiterhin in das Sack-Gefängnis. Natürlich haben sie nach jahrhundertelanger Entrechtung auch Angst vor so einem Schritt, hinaus ins grelle Licht sozusagen und Furcht vor Sanktionen durch den männlichen Teil ihrer Familie. Vollvermummung ist in erster Linie eine kulturelle Tradition, keine religiöse wie uns immer von grünen oder linken VollpfostINNEN weisgemacht wird. Davon abgesehen, um es überspitzt zu formulieren: Menschenopfer waren auch einmal kulturelles UND religiöses Brauchtum – wollen wir das auch wieder erlauben? ” 250 Jahre Aufklärung für nichts?

Und ja, wenn wir unseren liberalen Lebensstil weiter pflegen wollen, müssen wir sehr wohl darauf achten, wen wir in unsere Mitte aufnehmen. Wer für alles offen ist, ist wirklich nicht ganz dicht.

Hamburg bestätitg wieder einmal den fehlenden politischen Willen der Bildungseliten: Wenn nur noch randalierende und plundernde Horden selbsternannter Antifaschisten, aber ohne echtes politsiches Anliegen , die Masse der Demonstanten stellen, ist es mit der Demokratie sowieso vorbei.

Euer Abraxas

Für Mundan-Astrologie Interessierte, hier ist der exakte Saturn Ingress in den Schützen, vor ziemlich genau 30 Jahren. Den derzeitigen Saturn-Stand kann man als auch Saturn-Return der gesellschaftlichen Aktivitäten von uns Baby-Boomern deuten: Jetzt werden die Früchte und Konsequenzen der Aktionen aus den 1980 igern sichtbar. Auch mit den Fehlern werden wir konfrontiert.

Saturn Ingress Schütze, Mundanhoroskop Bonn, 1985. Man beachte den Mars in der Waage am Aszendenten. ASC-Bestimmung für den exakten Eintritt des Saturn in den Schützen.

Saturn Ingress Schütze, Mundanhoroskop Bonn, 1985.
Man beachte den Mars in der Waage am Aszendenten.
ASC-Bestimmung für den exakten Saturn-Ingress auf 0° Schütze.
Quelle: Astrodienst.

Der Saturn im Schützen (Regent Jupiter) stand damals in wechselseitiger Rezeption zum Jupiter im Wassermann (Saturn Co-regent) . Auch Jupiter und Uranus waren in gegenseitiger Rezeption. Da konnte man mit Organisation und dem Blick auf Nachhaltigkeit (2.Haus Saturn) etwas für mehr Idealismus (Uranus, Schütze, Jupiter im Wassermann) in der Heimat (4.Haus) tun. Dies geschah auch durch Kommunikation (3. Haus) neuer (Uranus conj. Merkur) Konzepte und Ideesn. Trotz der abkühlenden sozialen Klimas (Mond im Steinbock). Mars steht etwas auf verlorenem Posten in der Waage (Exil) und am Aszendenten (wie wir die Welt sehen wollen). Allerdings gibt es auch ein paar Probleme, die schon ihre Schatten werfen. Gespannt? Da bin ich jetzt mal wie Sherezade und sage: Eine genauere Analyse wäre mal einen Astro-Stammtisch wert: Also, wer traut sich ?? Email – Adressen findet Ihr unter Veranstaltungen.

Ambrosia

 

Posted by on September 25th, 2016 2 Comments

Heilpflanzen im September: Signatur des Merkur

Dualer Merkur, vereint Gegensätzliches mit Liebe zum Detail.Twain ©scrano 2014

Dualer Merkur, vereint Gegensätzliches mit Liebe zum Detail.
Twain ©scrano 2014

Signaturen in der Pflanzenastrologie:

Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

Als MacGyver der Götter  ist der Merkur  das Symbol für den Verstand, die Vernunft, den Intellekt und die Logik. Damit verkörpert er das Denken, Kommunzieren mit anderen und das Lernen von neuen Fähigkeiten. Der kleine innerste Planet  umläuft die Sonne in nur 87 Tagen. Daher galt der flinke Merkur in der griechischen Mythologie als Götterbote, Herold des Zeus und Unterhändler zwischen den Göttern und Menschen.  Sein primäres Element ist die Luft, sein Domizil liegt in den Zwillingen und er herrscht im dritten Haus. Allerdings hat er einen russigen (Zwillings)-Bruder, auch ein Erfindertalent, wenn auch nicht so beweglich: Hephaistos mit dem lahmen Bein und den geschickten Händen. Dieser regiert die Jungfrau und das sechste Haus, sein Element ist die Erde.

Der Merkur, aber auch sein Bruder, der unterirdische Schmied galten als neu- und wissbegierig: In beiden Formen  unterstützt dieser Archetyp  unsere logischen und analytischen Fähigkeiten, lässt uns unvoreingenommen auf Menschen und Situationen zugehen, Neues aufnehmen und umsetzen. Der Hephaistos segnet uns auch mit einem pragmatischen Verstand – so dass man sich nicht in Luftschlössern und Abstraktionen verliert.

 Merkurräucherungen nützen an den Tagen der Retrogradation des Planeten, seinen inneren Zusammenhalt aufrechtzuerhalten und Missverständnissen durch fehlinterpretierte Äusserungen seitens seiner Mitmenschen aus dem Weg zu gehen.  So ein kleines Planeten-Räucherritual macht auch Menschen mit einem rückläufigen  Merkur in der Radix, besonders in Haus 3, 6 oder 9, das Leben leichter. Eine gute meditative Übung vor einem Vortrag, oder wenn man schwierige Texte verfassen muss.

  • Räucherpflanzen, die unsere Merkurfähigkeiten unterstützen, sind z.B. Hopfenzapfen, Lavendelblüten, Pfefferminze, Macisblüte, Salbei, Ysop und Lemongras oder Zitrusschale.

Die in Merkurpflanzen häufig enthaltenen ätherischen Öle wirken in der Aromalampe gegen Kopfschmerzen, innere Unruhe und fördern die Konzentration bei Lernaufgaben.  Darum haben sie sich auch in Prüfungszeiten bewährt. Beispiele: Zitrone und Lemongras aktivieren, Mandarine baut Stress und Spannungskopfschmerz ab. Lavendel beruhigt nervöse Gemüter. Pfefferminze und Bergamotte erfrischen den Geist. Überhaupt sind stark merkurische Heilmittel oft durch Inhalieren anwendbar, weniger als Tee oder Tinktur, da sie häufig dem Element Luft unterstehen.

In seiner Funktion als geflügeltem  Götterboten entspricht dem Merkur/Hermes das Prinzip des Informationsflusses, damit die Geschwindigkeit aller Stoffwechselprozesse und das dafür verantwortliche Hormonsystem (Schilddrüse, mit ihrer Schmetterlingsform, ein Merkursymbol)  und auch die Bronchien und Lungen. Als Mittel des Ausdrucks, des Erfahrens der Umwelt und kreativen Schaffens sind auch die Hände dem Merkur unterstellt.

Der hermetische Gegenpol von Merkurpflanzen wird klassisch von Jupiter (9,Haus, Schütze und 12. Haus, Fische) gebildet. In der modernen Astrologie kommt zum Jupiter des Nachthauses noch der Neptun als neuer Hauptherrscher von Fische und 12. Haus hinzu. Häufig sind beide Pol-Signaturen sogar gleich stark ausgeprägt. Beispiele: Iris, Königskerze, Baldrian, Katzenminze.

Jugendlicher Hermes als Jäger. Schwtezinger Park, ©beast666 2016

Jugendlicher Hermes als Reisender.
Sein Begleittier ist der wachsame Hahn, der auch ein solares Symbol darstellt. Schwetzinger Park, ©beast666 2016

Die Idee des Vermittlers, wie sie Merkur als Götterbote und geschickter Unterhändler verkörpert, zeigt uns, dass seine Pflanzen dazu dienen, unterschiedliche Wirksysysteme zusammenzubringen.  Im Körper helfen sie auch, die inneren Taktgeber zu regulieren. In seinen Eigenschaften ist Merkur ambivalent. Er kann das Feindliche befreunden und auch Fehlendes ergänzen. Auch viele Sonnenpflanzen vermögen das, weil sowohl Merkur als auch sein älterer Bruder Apollon (Sonne) als innere Heiler gelten. Das zeigt sich in ihrer mythologischen Beziehung zum archetypischen Arzt Äskulap, einem Sohn Apollons, und Träger eines Schlangenstabs – dem Caducceus, wie ihn auch Merkur besitzt. Auch der Caducceus mit Flügeln und zwei Schlangen die sich umwinden verkörpert das Duale und seine Überwindung: Er vereint das Obere mit dem Unteren und bringt die Gegensätze (Schlangen) zusammen.

  • Daher sind beide Pflanzenmittel wichtig in Rezepturen – sie bringen die Wirkung erst zur Entfaltung.

Gentiana lutea - gelber Enzian. Merkur/Jupiter mit typischen "Wegerichblättern".

Gentiana lutea – gelber Enzian. Merkur/Jupiter mit typischen “Wegerichblättern”. Quelle:wiki

Gewächse, welche eine Merkursignatur tragen, haben blassblaue bis violette oder maisgelbe Blüten, wechselnde Blütenfarben, Komplementärfarben, Scheckung, Dolden- und Schirmblüten, kleine individuelle Blüten in Rispen und Ähren. Sie weisen eine schlanke Gestalt auf, vor allem aber lanzettliche, parallelnervige, gefiederte, nadelartige oder flügelförmige Blätter (Farne), die im wechselnden Rhythmus angeordnet sind. Rutenartige (Ginster, Tannenwedel, Schachtelhalm) Ausformungen kommen ebenfalls vor, oder „Blatthände“, wie bei Fingerkraut und Kastanie.  Auch rauhe Haare und weiche Borsten, welche die Pflanze bedecken, sind charakteristisch: Küchenschelle, Borretsch, Königskerze. Ihr Wuchs ist streng aufrecht (Odermennig, Königskerze, Fingerhut), oder  sie  klettern und ranken (Efeu, Hopfen, Bohnen). Typisch sind auch  Samen, die mit dem Wind verteilt werden z.B. Flugborsten oder Fallschirmchen tragen.  Merkurpflanzen wachsen  oftmals am Wegrand. Beispiele sind die Wegwarte und der Wegerich.

Düfte von Merkurpflanzen kommen seltener von den Blüten (ausser Lavendel) sondern von den Blättern und beruhen oft auf einem Gehalt an ätherischen Ölen, z.B. Lavendel. Salbei, Rosmarin, Thymian. Die Merkurpflanze ist ein Insektenliebling, oft eine regelrechte Tankstelle mit Treff für Falter, Bienen, Käfer. Beispiele: Wilde Möhre, Baldrian, Schmetterlingsmagnet Buddleia.

Echium vulgare - Natternkopf aus der Familie der Borretschgewächse.

Echium vulgare – Natternkopf aus der Familie der Borretschgewächse.

Erd-Merkurpflanzen (Jungfrau) ranken eher am Boden entlang als dass sie hochaufstrebend wären. Ihr Gegenpart ist Neptun, so dass sie auch invasive, flachwurzelnde Rhizomgeflechte bilden können. Beispiel hierfür sind Gräser oder der Giersch. Luftmerkurpflanzen (Zwillinge) sind die klassischen Kletterer, die auch ausladende Pflanzendschungel bilden lönnen, weil ihr Gegenpol der expansive Jupiter ist – Wein oder Wisteria sinensis stellen beide gute Verteter dieses Prinzips dar.  Egal ob Neptun oder Jupiterprinzip den Gegenpol bilden, häufig enthalten diese Gewächse beruhigende oder berauschende Inhaltsstoffe, wie z.B. der Hopfen, die Passiflora, oder die Prunkwinde.

Viele Pflanzen tragen eine Merkur-Nebensignatur: Holunder, Orchideen, Walnussbaum (Jupiter), Rosskastanie (Jupiter, Mars/Venus), Schafgarbe, selbst Rosen.

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Zaunwinde, eine alte Hexenpflanze – und ein Heilkraut.

Gewächse unter der Herrschaft des Merkur:

  • Akelei (Jupiter, Mars/Venus)
  • Ackerschachtelhalm (Mond/Saturn)
  • Bärlapp (Saturn/Mond),
  • Bittersüß (Venus/Pluto),
  • Baldrian (Mond/Saturn, Neptun),
  • Beifuß (Saturn, Mond),
  • Bingelkraut (Uranus),
  • Borretsch (Jupiter)
  • Braunwurz (Saturn),
  • Dill (Sonne/Uranus),
  • Ehrenpreis (Jupiter),
  • Euphrasia (Augentrost), (Neptun, Mond/Saturn)
  • Esche (Jupiter),
  • Fenchel (Mond/Saturn),
  • Fingerhut (Jupiter, Mars/Venus)
  • Frauenhaarfarn
  • Gelber Enzian (Jupiter, Mars/Venus)
  • Geissblatt (Neptun)
  • Giersch (Neptun, Mond/Saturn)
  • Ginster (Venus/Mars)
  • Gundermann (Venus/Mars),
  • Herzgespann (Venus/Mars),
  • Hirschzunge (Saturn/Mond),
  • Hopfen (Neptun, Mars/Venus)
  • Huflattich (Jupiter, Venus/Mars),
  • Katzenminze (Neptun, Mond/Saturn)
  • Kerbel, (Mond/Saturn)
  • Küchenschelle (Venus/Mars),
  • Kümmel, (Mond/Saturn)
  • Lavendel, (Neptun)
  • Linde (Venus/Mars),
  • Lungenkraut (Saturn),
  • Melisse (Neptun, Mond/Saturn);
  • Minzen (Venus/Pluto), Poleiminze, Krauseminze, Spearmint etc.
  • Natternkopf (Jupiter),
  • Odermennig (Jupiter),
  • Oleander (Jupiter, Venus/Pluto),
  • Passiflora (Neptun, Jupiter)
  • Petersilie, (Jupiter, Mond/Saturn)
  • Schierling (Saturn/Mond),
  • Schwalbenwurz (Saturn, Mond),
  • Tannenwedel (Mond/Saturn)
  • Teufelsabbiß, (Mond/Saturn)
  • Thymian (Mars/Venus)
  • Wegeriche (Venus/Mars)
  • Duftwicke (Neptun, Venus/Mars)
  • Winden: Prinkwinde, Zaunwinde, (Jupiter, Neptun, Mond/Saturn)
  • Wegwarte (Jupiter, Saturn/Mond)
  • Wolfstrapp
  • Wurmfarn (Mond/Saturn);

Nahrungsmittel:

  • Getreidearten (Jupiter-Mais, Neptun alle anderen)
  • Bohnen, Erbsen (Venus/Mars)
  • Süsskartoffel (eine Windenartt, Mond/Saturn)
  • Obst: Johannisbeeren, Stachelbeeren, mit Venus/Mars
  • Passionsfrucht, (Neptun, Jupiter)

Merkur untersteht auch die Blatt- und Stengelausprägung sowie der Samenflug. Merkurpflanzen aktivieren den Stoffwechsel und eignen sich wegen ihrer Anpassungsfähigkeit gut zur Abrundung von Rezepten.

Wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten: Zu den merkurgeprägten Giftpflanzen zählen der sehr toxische Goldregen (Mars/Pluto und Venus), der schwächer giftige Ginster, die Hundsgiftgewächse (Vinca, Oleander mit Venus/Pluto) und die Hahnenfussgewächse (Mars/Pluto und Venus), die allesamt Gift- oder Reizstoffe enthalten. Hier wie auch beim Maiglöckchen sind es die Nebensignaturen, welche das aggressive Element tragen. Auch Bohnen (Mars/Venus) sind ungekocht toxisch.

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Polygonatum – Salomonssiegel, Elfensporn.
Typisch die parallelnervigen Blätter und die ährige Blüte.
Nebensignatur Mond/Saturn, wie beim verwandten ebenfalls giftigen Maiglöckchen.

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des 6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus und dessen Herrscher
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter (separativer) Mondaspekt des Dekumbitur zum AC-Herrscher -> Ursache, nächste Mondaspekte -> Krisen, Heilungschancen und Dauer.

Bilder: ©beast666  und gemeinfrei (Enzian).

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

Posted by on September 11th, 2016 Kommentare deaktiviert

Segensreiche Disteln: Jupiter trifft Merkur in der Jungfrau

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Mandala: Jupiter in der vom Merkur regierten Jungfrau.
Fast wie eine Distel-Blüte: Fülle der Details.
Auch die Distel trägt die Signatur von Merkur und Jupiter.
Mars/Venus, bei Milchdisteln Mond/Saturn sind ebenfalls vertreten. 

 Die Distel und die Rose

Stand ein staubiger Distelstrauch
Und eine blühende Rose auch
Auf der sonnigen Heide. –
War die Distel voll Neide. –
Fegte der Winter den eisigen Hauch
Verderblich über die Flur.
Klagte die Rose voll Leide:
“Liebe Distel, jetzt sind wir nur
Stachelgewächse beide!”

Albert Roderich

(1846 – 1938), deutscher Dichter und Aphoristiker
Stängellose Kratzdistel am Albtrauf.

Stängellose Kratzdistel am Albtrauf.

In den als stacheliges Unkraut geschmähten Disteln steckt viel Gutes. Besonders heilwirksam ist die Mariendistel, die ihren Namen den weissen Flecken auf ihren Blättern verdankt: Milch der heiligen Jungfrau.*** Die Mariendistel gehört tatsächlich zu den ältesten Heilpflanzen. Bereits in der Antike  hat man im Mittelmeerraum die Früchte der stachligen Pflanze zur Behandlung von Leberleiden angewendet. Im Mittelalter wurde das wild wachsende Gewächs dann für die Klostermedizin regelrecht kultiviert.

Zur Vorbeugung gegen Reisekrankheit (Merkur):

  • Mit einem Liter kochenden Wasser ein Distelblatt, eine Prise gequetschter Mariendistelfrüchte und ein Wurzelstückchen überbrühen.
  •  Einige Minuten ziehen lassen, abseihen und süßen (Honig oder Ahornsirup)
  • Am Tag vor der Reise in kleinen Schlucken trinken.

Gegen Leberbeschwerden (Jupiter): Mariendistel-Tee.

  • Einen Teelöffel Mariendistelfrüchte im Mörser zerquetschen und mit kochendem Wasser überbrühen.
  • 10 bis 15 Minuten ziehen lassen,und abseihen. Noch heiß in kleinen Schlucken trinken: Am Morgen auf nüchternen Magen die erste Tasse, eine halbe Stunde vor dem Mittagessen die zweite. Die dritte und letzte Tasse trinken Sie vor dem Schlafengehen
  • Der Tee kann auch ergänzend mit Pfefferminze zubereitet werden. Er hilft vorbeugend und akut bei Beschwerden der Leber.

Magen und Darm (Merkur) anregen:

  • Fünf Gramm Distel-Kraut, getrocknet, mit kochendem Wasser aufgießen. Fünf Minuten ziehen lassen.
  • Abseihen und drei bis vier Tassen im Laufe des Tages trinken.

Als Leber-und Galletonikum gibt es auch bereits Fertigpräparate in der Apotheke, die Mariendistel enthalten.

Die Wirkkraft der Mariendistel auf die Leber ist so gross, dass sie bei Zirrhose eingesetzt wird und sogar Knollenblätterpilzvergiftungen mit ihrem Extrakt  behandelt werden. Hierzu wird eine Direktinfusion des Wirkstoffs Silybin verabreicht.

Auch die verdauungsfördernde Artischoke gehört zu den Distelgewächsen, ebenso die Karde, die gleichfalls heilkräftig und leberwirksam ist, wenn auch nicht in dem Ausmass wie bei der Mariendistel.

Kugeldisteln und grosse Karde sind hübsch im Staudenbeet und eine hervorragende Bienenweide im blütenarmen Spätsommer und Herbst.

Mariendistel-Blüte: Silybum marianum

Mariendistel-Blüte: Silybum marianum

Und schliesslich ist die Distel auch die Nationalblume von Schottland. Sogar die inoffizielle Nationalhymne der eigenwilligen Bewohner der Highlands, Erfinder des Whisky und der industriellen Revolution ist nach ihr benannt: Flower of Scotland”. Den Text zu “Flower of Scotland” gibt es hier. Ein weiteres schottischen Motto, das des Clans der Mackintosh lautet:Touch not the Cat but a Glove“. Schotten sprechen von sich auch als Volk des Clan Chattan, was soviel wie Katzenclan heisst, hier ist die schottische Wildkatze gemeint. Katzen und Disteln, Schottlands Nationalsymbole kommen alle ein wenig kratzbüstig daher. Wen wundert es, bei der Geschichte …

**Wie bei allen Heilpflanzen gilt: Vor Anwendung Beschwerden diagnostisch abklären lassen! Heilpraktiker und viele Ärzte verordnen mittlerweile auch wieder mehr pflanzliche Mittel.

***Solche “Milchflecken” deuten auch auf eine Mondsignatur: Tatsächlich hilft die Mariendistel auch bei Lymphproblemen und wird in der Intensivmedizin bei Hirnödemen eingesetzt. Lymphe und Hirnmasse werden vom Mond regiert. Damit wäre die Mariendistel, wie viele der alten Heilpflanzen auch eine Art Panacea, ähnlich der Schafgarbe oder der Ringelblume.

Essbare Kohldistel: Mehr vom Merkur dominiert.

Essbare Kohldistel: Mehr vom Merkur dominiert als vom Jupiter/Mars – gelbe Blüten.

Ernte: Die Kohldistel blüht von Juni bis Oktober.  Erntezeit der Blätter ist auf gemähten Wiesen von Mai bis September möglich. Die großen Blätter lassen sich in Streifen geschnitten oder blanchiert sehr gut einfrieren.

Cirsium_oleraceum

Cirsium oleraceum – Kohldistel
quelle:wiki

Zubereitungsarten: Die Kohldistel ist äußerst wohlschmeckend, der Geschmack ist mit keinem anderen Kulturgemüse vergleichbar, ein wenig der ebenfalls zur Familie gehörenden Artischocke ähnlich. Wie bei der grossen Schwester und auch der kratzbürstigen Silberdistel schmecken die Blütenböden besonders gut. Dafür sammelt man sie kurz vor dem Vollerblühen. Für eine Distel sind die Blätter nur wenig bestachelt. Sehr gut machen sich Kohldistelblätter als Wildspinat oder auch in klassischen Gemüseaufläufen. Ausgebacken in Bier- oder Weinteig sind Kohldistelblätter eine regelrechte Delikatesse.  Als Salatzutat schmeckt Kohldistel auch in rohem Zustand angenehm herb und vom Aroma her ein wenig nussig, fast walnussartig.

Carlin acaulis - Silberdistel - sie hat auch eine Mond/Saturn Signatur.

Carlin acaulis – Silberdistel – sie hat auch eine Mond/Saturn Signatur.

Auch die Silberdistelblüten wurden gegessen: Jäger- oder Hirtenbrot war daher der volkstümliche Name. Wegen der Nektarfülle wird sie gerne von Biene und Hummeln besucht. Disten sind eine gute Bienenweide im Spätsommer.

Eselsdistel

Bizarre Schönheit iund deutliches Signal: Don’t Touch!
Trotzdem werden Disteln von Ziegen gefressen.
Für Vögel sind ihre Samen unwiderstehlich.

Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

Posted by on August 25th, 2016 Kommentare deaktiviert