Archive for the ‘Merkur’ Category

 

Mundan-Astrologie: Jupiter in der Waage – Chief Justice?

Jupiter läuft in der Waage: Ausgleich im Grossmasstab? Mehr Wertschätzung und Eunhaltung voon Gesetzen?

Jupiter läuft in der Waage: Ausgleich im Grossmasstab?
Mehr Wertschätzung und Einhaltung von Gesetzen?
Hoffen wir das Beste! Quelle: Zeus als PD via wiki, Libra als free png.

Jupiter in der Waage erzeugt den Ausgleich – ja, allerdings, wenn man Pech hat, und das sprichwörtliche Übermass des Olympherrschers die Oberhand gewinnt, geschieht dies vielleicht im Sinne der altägyptischen Maat: Das heisst Störendes wird entfernt oder ausgemerzt. Das Bild an der Wand MUSS gerade gerückt werden, der hässliche Teppich kommt auf den Müll. Dann bleibt nicht viel von Venus-Harmonie, davon abgesehen, dass Harmonia die Tochter von Mars UND Waageherrscherin Venus war. Denn Jupiter zeigt auch an, wo man sich vor Auswüchsen in den Themen des Zeichens in Acht nehmen muss, durch das er gerade läuft.
Waage-Sonne, Venusdominanz und Waage-Überhang (ASC, volles 7.Haus etc.)  in in ihren Horoskopen hatten z.B. Himmler und Hitler – und gerade zusammen mit mächtig viel Jupiter und Uranus- Themen. Dazu noch ein wenig Pluto, um es noch interessanter zu machen. Und ausgerechnet zwischen diesen drei Archetypen (Uranus/Jupiter/Pluto) findet inden nächsten Monaten ein Kräftemessen in Spannungsaspekten statt, das nicht gerade als Anzeiger für Stabilität zu sehen ist.
Was die schöngeistige Herrscherin der Waage anbelangt – die Griechen nannten sie Venus Urania, im Gegensatz zur Venus Pademos im Stier. Sie ist eher kühl kalkulierend als sinnenfreudig und feierlaunig. Beide Venus-Typen sind nicht empathisch, gefühlsduselig oder romantisch – dafür ist der Mond zuständig.
Ich sehe eher das Nemesis-Prinzip als Teil der Waage, da früher Jungfrau/Waage und Teile des Skorpions ja ein Sternbild waren: In der Jungfrau und der Waage herrscht Asträa, die Sternjungfrau – eine mächtige archetypische Figur. In Sumer war sie Inanna/Astarte, die kriegerische Fruchtbarkeitsgöttin, in Ägypten Maat, in Griechenland Dike/Kore/Themis und eben auch Nemesis. Diese etwas sperrige Version der Gerechtigkeit (natürliches Recht) wurde auch in den Mysterien von Eleusis thematisiert. Die Waagschalen, das einzige unbelebte Zodiak-Zeichen sind bereits ein Teil des Nemesis-Aspekts dieser Sternjungfrau, das (Richt)-Schwert bekommen wir dann im Skorpion, denn als Klauen des Skorpions betrachteten die Alten früher das Sternbild Waage.
Jungfrau und Skorpion ähneln sich nicht nur von ihren Glyphen her, das Zeichen wird oft als kleiner Skorpion gesehen – die dazwischen liegende Waage wäre dann so etwas wie das Instrument, dass sich beide teilen. Zwischen der Realitätserkenntnis (Jungfrau) und der Konsequenz (Skorpion) steht sie als Werkzeug der Entscheidung, eher passiv. Der Ausgleich ist also zwangsläufig und bestimmt nicht vom Wunsch nach Kuscheln bestimmt.

Gezählt (Jungfrau)  gewogen (Waage) geteilt (Skorpion) (mene, tekel, upharsin)
(Alb)Traum des Belsazar

Da Jupiter Krisen eher verschlimmbessert und mit Uranus in einer Opposition ein Tauziehen veranstaltet, können wir gespannt sein. Jupiter steht ja nicht für Gerechtigkeit, sondern für die Legislative – der Eid wurde beim Zeus geschworen, die Gesetze stammten von den älteren Titanen (Saturn). Der Saturn blockiert aber den Jupiter in seinem eigenen Zeichen, dem Schützen. Was für Eier-Tänze da wohl aufgeführt werden …? Nicht Jupiter sondern Saturn steht in der Waage erhöht, da er der ursprüngliche Gesetzgeber war. Saturn/Schütze und Jupiter/Waage spiegeln einander sogar ein wenig. Da Jupiter zudem nicht nur von Uranus, sondern auch von Pluto unter Druck gerät, die drei bilden ein sogenanntes T-Quadrat, eine sehr dynamische, harte Figur, wird er nicht sehr förderlich wirken können.

Da sieht es schlecht aus mit Frieden – zähe Verhandlungen und Powerplay garantiert, gerechterer Verteilung der Wirtschaftsgüter oder Machtverhältnisse.
Balanzieren kann sie ja immerhin, die Waage – das lässt hoffen, dass nach allen Schwankungen und Ausschlägen am Ende doch noch ein fairer Deal zustande kommt, und dass die jupiterianische Expansion im Sinne von gerechtem Ausgleich im grossen Stil stattfindet. Grosszügigkeit, für die der Olympherrscher auch bekannt ist, wäre von allen Seiten angebracht. Oder die ganze Jupiterblähung endet wegen mangelnder Entscheidungskompetenz in der Waage  mit einem furchtbar stinkendem Furz, wenn er dann in den Skorpion wechselt, der stachelschwänzige Herrscher im 8. Haus ist unter anderem auch  für solche Enddarmprodukte zuständig.  Vielleicht hilft ja Kümmel dagegen, das alte Hausmittel gegen üble Winde, ein Gewächs des Merkur, dem astrologischen Gegenpol des Olymp-Bosses.

Posted by on November 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

A Walk in The Park … Schwetzingen im Spätherbst

apollon_and_nymphs_by_scrano-da230mk

Apollon’s Sonne wird jetzt immer schwächer.

Der letzte Parkbesuch in diesem Jahr um die freimaurerischen und rosenkreuzerischen Schöpfungen der Gartenarchitekten zu bewundern.

Während im blattlosen Zustand im Frühling, zur Zeit der Kirschblüte etwa, besonders die architektonischen Elemente in den Vordergrund treten, bewundert man  im Sommer und jetzt im Herbst die gekonnte Gestaltung des Ensembles in Verbindung mit den Pflanzen.

colored_emotions_by_scrano-d9e8kpy

Formaler Garten mit Arkaden und mythologischen Figuren

 

autumn_mosque_by_scrano-d9e8ibq

Gartenmoschee mit herstbtlicher Umrahmung

 

time_passages_by_scrano-d9e8sgl

Zeitreise in goldenen Farben

secret_water_castle_by_scrano-d9e8u8h

Geheimnisvolles Wasserschloss: Tempel des Poseidon

fall_reflection_by_scrano-d9e8jbi

Herbst-Reflektion

Alle Fotos ©beast666

Unter Umständen werden wir Ende November noch einmal herkommen, wenn es stimmungsvoll-schaurige Nebelfetzen gibt …

Letztes Jahr hat mir die spätherbstliche Park-Szenerie den Hintergrund für mein “Victorian Gothic” Bild Nightflowers geliefert.

Jetzt bietet der Schlosspark für viele Hochzeitspaare den stilvollen Rahmen für ihre Foto-Shootings. Manche feiern vielleicht auch gleich im Zirkelbau des Schlosses. Desöfteren kommen wohl auch LARP-Gruppen in sehr schöner zeitgenössischer Kostümierung in den Schlossgarten,  wenn man freundlich fragt, darf man den einen oder anderen dieser Geschichts-Enthusiasten vielleicht ablichten?

Weitere Infos über den Schlosspark und weitere Veranstaltungen gibt es bei Ambrosia.

toamna__autumn__150_by_kmygraphic-d977pyf

©kmygraphic

 

 

Posted by on November 15th, 2016 Kommentare deaktiviert

Das Luft-Element: Leichtigkeit, Frühlingsfrische und Ratio

alchemy__air___clouds_of_imagination_by_scrano-d6gvyj4

Elementarmagie: Luft, Wolken. Kühle, Bewegung.
Für Kommunikation, Denken, Lernen, Kreativprozess.
Cloud of Imagination ©scrano 2013

Astrologie:

  • Zwillinge: mutabel – Merkur in seinem Taghaus
  • Waage: kardinal – Venus Urania
  • Wassermann: fix – Uranus, Saturn in seinem Taghaus
  • Häuser 3,7,11

Tarot: Schwerter

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • gelb, violettblau, graublau

Alchemie:

  • AirNach oben weisendes Dreieck mit Querbalken.

Elemental:

  • Sylphen,
  • Osten,
  • Raphael
  • Euros

Tage:

  • Mittwoch – Merkur

Pflanzen:

  • Doldenblütler: Möhre, Fenchel, Kümmel

Signatur:

Aufrecht, grazil, rankend, ätherische Öle, aufmunternd, erfrischend, belebt den Geist.

Öle:

  • Citrus-Arten
  • Bergamotte-Minze,
  • Anis.
  • Bergamotte,
  • Lemongras,
  • Limette,
  • Salbei,
  • Eukalyptus,
  • Minze,
  • Kümmel
  • Fenchel

Tiere:

  • Vögel, besonders Sittiche, Beos und Kolibris.
  • fliegende Insekten: Bienen (Neptun – Kollektiv, Drohnenopfer), Nebensignaturen: Mond/Saturn, aber auch Venus/Mars, Sonne/Uranus die Biene zeigt viele Signaturen in allen ihren Lebensaspekten (Zodiak) ist sie ausgeglichen. Für uns Menschen ist alles davon nützlich, als einziges Insekt ist die Honigbiene domestiziert, und das schon seit der frühen Bronzezeit. Schmetterlinge (mit Pluto), Libelle (Neptun, lebt am/im Wasser, Mars/Venus).
  • Affen und andere flinke, baumlebende Säugetiere. Fledermäuse (Neptun, Mond/Saturn, Pluto/Venus – Vampirmythen!), sie orientieren sich mit Schall, der sich durch die Luft ausbreitet, fliegen und fressen Insekten, die vegetarischen Flughunde befruchten Pflanzen.

animated-star-sign-image-0012

animated-star-sign-image-0006

animated-star-sign-image-0002

 

 

 

 

 

Obwohl in der klassischen Element-Lehre als “Heiss und Feucht” klassifiziert, hat das Element Luft wohl eher die Yang-Eigenschaft aktive Bewegung, im Gegesatz zum Wasser, zu dem die Yin Variante “Passive Bewegung” passt. Einzig die Venus Urania des Luft-Zeichens Waage wäre noch als “Heiss” zu bewerten, gerade sie ist aber geradezu aufdringlich neutral.

Daher passt die Frische und Kühle des Frühlings am besten, ebenfalls der Osten als Himmelsrichtung. Das Erdelement repräsentiert den Herbst und den Westen, der  Winter und der Norden wäre wohl dem Wasserelement zuzuordnen, wie der Sommer und der Süden dem Feuer. Andere Lehrsysteme rechnen den Norden zum Erdelement, den Westen zum Wasser. In der klassischen Lehre waren die Korrespondenzen der Elemente mit der Astrologie, dem Jahreskreis, den Temperamenten und deren Einteilungen auch nicht so eindeutig, neben dem Modell von Empedokles gab es auch einige mit Übergangselementen, z.B. gerade dem Element Luft. Dies wäre dann den aufbauenden und abbauenden Elementezyklen, wie man sie aus der chinesischen FÜNF-Elementlehre kennt sehr ähnlich. Auch bei den Ayurvedischen Doshas lässt sich eine Elementzuordnung finden, aber  da ist eine exakte Übereinstimmung mit dem hellenistischen Modell ebenfalls schwierig. Später erweiterte man das klassische System noch um Quintessenz oder Pneuma, was einen seelisch-geistigen Anteil ausdrücken sollte.

Auch das Siebener-Muster der Chakren wird mit den Grund-Elementen in Zusammenhang gebracht, aber ebenso mit den klassischen Planeten. Im Tantrismus haben wir dann die sogenannten Tattvas: Erde-Luft-Geist-Wasser-Feuer, deren Yantras (Symbolbilder) auch für Visualisierungsübungen bei klassischen Element-Meditationen verwendet werden. Das klassische Tantra hat nichts mit den halbseidenen neotantrischen Sex-Gurus zu tun, die überall ihre “Dienstleistungen” anbieten! Es ist vielmehr die Grundlage der Yoga-Lehre mit den zwei Varianten: Hatha-Yoga und Kundalini-Yoga.

Das Element Luft ist der grosse Kommunikator: Laute, ob nun Musik oder Sprache, jede Art von Ton wird als Wellen komprimierter Luft übertragen. Daher ist Merkur, der flinke und sprachgewandte Götterbote auch der Patron dieses Elements. Er erfand auch die Lyra für seinen älteren Bruder, den Musik-Freund Apollon. Luft ist auch mit dem Verstand assoziert, hier ist sie die Kühle, Frische und Distanz des Himmels, die Leichtigkeit mit der Wolken dahinschweben: Wie Gedanken sind sie frei von der Erdenschwere. Alles was fliegt untersteht diesem Element: Ob nun Falter, Libelle oder Düsenjet, natürlich auch Piloten und das Internet mit seiner schnellen, scheinbar von der Materie befreiten Nachrichtenübermittlung und dem schier unbegrenzten Informations-Austausch. Auch Düfte als Botenstoffe, wie sie von Pflanzen eingesetzt werden unterstehen der Luft. Daher eignen sich Räucherungen und die Duftlampe als gute Meditationshilfen beim spirituellen Arbeiten mit diesem Element. Uranus, ein weiterer Archetyp symbolisiert die grenzenlose Freiheit des weiten Himmels, aber auch Lebens-Ferne und mangelnde Erdung, gleiches gilt für die seinem Sperma entsprungene Venus Urania, die Perfektionistin der Ästhetik, Muse der Künstler. Im Gegensatz zu ihrer irdischeren Schwester Venus Pandemos schert sie sich wenig um die Grundbedürfnisse des Menschen, daher wohl die häufige Armut von begnadeten Künstlern, die sich ganz ihr in völliger Hingabe verschrieben hatten. Ihre zweite Heimat ist interessanterweise der Gerichts-Saal, wohl wegen ihrer Neutralität gegenüber Emotionen.  Dies ist keine Kuschel-Venus, wer Herzens-Liebe sucht ist bei der wässrigen Mondin besser aufgehoben.

Die Zustandformen des Elementes im Luft-Trigon:

  • Wassermann: fix, atmosphärische Zellen, Plasma (geladenes Gas)
  • Zwilling: mutabel, Böen, Wirbel
  • Waage: kardinal, grosse Strömungen (Temperaturausgleich der Atmosphäre)
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos ausgerichtet. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

 

Posted by on September 23rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Asträa für Freimaurer: Licht der Vernunft

Maria im Ährenkleid, ca. 1450. Quelle: wikimedia Commons.

Maria im Ährenkleid, ca. 1450. Quelle: wikimedia Commons.

Asträa als mythologische Figur gilt in der Tradition der Aufklärung und der Menschenrechtsbestrebungen ein Leitsymbol. Deshalb gibt es etliche Logen vor allem aus der Gründerzeit des Freimaurertums, die dieses Symbol zum Namensgeber und Leitbild für ihre Loge wählten. Was fanden diese Brüder der ersten Stunde so besonderes an der hellenischen Gottheit?

Asträa bedeutet Sternenjungfrau: Forscht man nach in ihrer Geschichte bietet sich ein komplexes Bild, das sich schon in der Vielfalt der bildlichen Darstellung abzeichnet.

Mit Sternen ist sie bekrönt oder mit einer richtigen Krone geschmückt. Manchmal trägt sie ein Sternengewand, häufig ist sie eher leichtgeschürzt oder nackt. Ihre Attribute sind ebenfalls umfangreich, ein Schwert, das nach oben weist, eine Waage, manchmal ein Bündel Kornähren. Am Nachthimmel glänzt sie als Sternbild der Jungfrau, lateinisch Virgo mit seinem auffälligen Hauptstern Spica. Laut Hesiod wurde sie vom Göttervater an den Himmel gesetzt, weil sie schwermütig über den Mangel an natürlichem Rechtsempfinden unter der Menschheit, dieser den Rücken gekehrt hatte und bei ihrem Vater Zeus Zuflucht fand. Daher findet man das astrologische Symbol der Virgo oft statt eines Abbildes in Bijoux von Logen, die die Asträa in ihrem Namen führen.

Asträa zu den drey Schwertern und zur Grünenden Raute mit der astrologischen Virgo-Glyphe

Asträa zu den drey Schwertern und zur Grünenden Raute
mit der astrologischen Virgo-Glyphe

Man sieht, sie ist ein vielschichtiges Wesen, das man nicht auf die Allegorie namens Justitia (die blinde Rechtssprechung) reduzieren darf. Asträa hat KEINe Augenbinde und hält oft einerseits die Kornähre, welche ein Bestandteil des Gesellenrituals und der drei symbolischen Entlohnungen Salomos ist, andererseits ein Schwert, das nicht gesenkt ist, sondern bereit die Frevler zu bestrafen und die Unterdrückten zu beschützen. Sie blickt sehenden Auges, da sie die Wahrheit verkörpert und daher auch oft nackt dargestellt wird. Auch ihr Freiheitsanspruch und damit ihre Unparteilichkeit spiegelt sich in ihrer Darstellung mit entblösster Brust oder gänzlicher Nacktheit wieder. Man denke an die allegorische Darstellung der Freiheit in Delacroix berühmten Revolutionsgemälde. Es symbolisiert dieses Himmelskleid auch ihre Reinheit, vor allem die Reinheit der Gedanken. Der Begriff Jungfrau darf nicht täuschen ,er hat nicht mit Keuschheit zu tun, sondern mit Unabhängigkeit. So nannte sich die englische Königin Elisabeth I. auch „Virgin Queen“ um ihre Freiheit von der Entrechtung durch das Ehejoch ihres Zeitalters auszudrücken.

Wie schon erwähnt, im alten  Griechenland war Asträa als Dike die Verkörperung des Natur-rechts, einer frühen Form der Menschenrechte und der harmonischen Beziehungen allen Lebens miteinander, die dann auf der Erde wandelte, als das goldene Zeitalter herrschte. Dieses bricht dann wieder an, wenn sie aus ihren himmlischen Gefilden zurückkehrt.

Um die Gleichwerigkeit allen Lebens im Angesicht der Natur zu verdeutlichen, trägt sie eine Waage, die das Prinzip der Ausgleichung und der Gleichheit verkörpert.

Wie wichtig für eine Zivilisation diese Figur ist, sieht man daran, dass sie bei den Griechen schon als Titanin Themis die Gerechtigkeit (nicht die Rechtsprechung – das war Sache des Zeus) verkörpert, also einer älteren Kulturschicht zuzuordnen ist als die Olympier. Auch die strafende Nemesis, daher das Schwert,  ist ein Aspekt von ihr. Asträa war wohl ein Teil einer ursprünglich triformen archaischen Muttergottheit der in Griechenland ansässigen Pelasger vor der dorischen Einwanderung in der Eisenzeit.

Dies erkennt man auch daran, dass die Sternenkonstellationen Virgo, Libra und Scorpio in alter Zeit als eine zusammenhängende Einheit gesehen wurden. Sie symbolisieren Naturrecht, Gerechtigkeit und Strafe, aber auch die Fruchtbarkeit der Urmutter. Erst in den späteren Überlieferungen durch Hesiods Theogonie wird die Sternenjungfrau zu Dike, Tochter des Zeus mit Themis als ihrer Mutter. Die bereits erwähnten Kornähren erinnern an Demeter und Persephone oder Kore der Eleusinischen Mysterien. Das ebenfalls mit dem Mythos vom Raub der Persephone in Zusammenhang gebrachte Sternbild Jungfrau hiess in der Frühzeit der Menschheit Ackerfurche, der fruchtbare Schoss, aus dem das Heil kommt, da seine beste Sichtbarkeit in die Zeit der Aussaat fällt.

Quelle: Wikimedia Commons.

Delacroix, Ende 18. Jhd.: Die Freiheit stürmt die Barrikaden von Paris.
Mit nackter Brust, versteht sich!

Viele Vorstellungen, die mit der Asträa verbunden sind, fanden auch eine Resonanz im Christentum, das den Geburtstag der Maria deshalb innerhalb des liturgischen Kalenders in das Sternzeichen Jungfrau, auf den 8. September, legte. Auch die Darstellung mit Sternenkranz, der schon im Namen Asträa mitklingt wurde übernommen, sowie das Himmelskleid, nun ein blauer Mantel statt der Nacktheit. Dieser ist zudem, besonders im Mittelalter, gerne mit Kornähren geschmückt.

Die Sternenjungfrau, von der fürsorglichen, nährenden Urmutter, die über das harmonische Zusammenleben der Menschen wacht, dem späteren Symbol der Gerechtigkeit und Wahrhaftigkeit zur jungfräulichen Mutter Christi, eine Figur, die die Zeiten überdauert hat.

Auch viele der grossartigen Kathedralen, welche in starker Beziehung zu unserer Bruderschaft stehen,  sind Marienkirchen. Die gesamte Gotik ist durchzogen von Marianischer Mystik und Verehrung, sie hat hier ihren Höhepunkt. Neben den beiden bekannten Patronen, Johannes, dem Täufer und dem Evangelisten, gilt auch die Gottesmutter als Schutzherrin der Steinmetzen und Dombaumeister.

Nicht zuletzt ist noch  ein Aspekt der Asträa für uns Freimaurer bestimmend: Durch ihren Sternenkranz ist sie auch ein Lichtsymbol, das Licht der reinen Wahrheit und der Vernunft, der Befreiung von der geistigen Unterdrückung, das auch für das Zeitalter der Aufklärung steht. Daher wird sie manchmal auch mit einer Fackel dargestellt, wie man sie von der Freiheitsstaue kennt.  Sie steht also für Werte, die gerade in unserer Zeit  nichts an Gültigkeit verloren haben.

Für eine komplette Behandlung des Themas Asträa mit allen zugrundeliegenden Mythen, die bis in Neolithikum und besonders ins Zweistromland zurückreichen, habe ich für Br. Freimaurer einen kompletten Vortrag anzubieten. Dauer ca. 2h. Kontakt über Ambrosia.

 

Posted by on September 17th, 2016 1 Comment

Heilpflanzen im September: Signatur des Merkur

Dualer Merkur, vereint Gegensätzliches mit Liebe zum Detail.Twain ©scrano 2014

Dualer Merkur, vereint Gegensätzliches mit Liebe zum Detail.
Twain ©scrano 2014

Signaturen in der Pflanzenastrologie:

Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

Als MacGyver der Götter  ist der Merkur  das Symbol für den Verstand, die Vernunft, den Intellekt und die Logik. Damit verkörpert er das Denken, Kommunzieren mit anderen und das Lernen von neuen Fähigkeiten. Der kleine innerste Planet  umläuft die Sonne in nur 87 Tagen. Daher galt der flinke Merkur in der griechischen Mythologie als Götterbote, Herold des Zeus und Unterhändler zwischen den Göttern und Menschen.  Sein primäres Element ist die Luft, sein Domizil liegt in den Zwillingen und er herrscht im dritten Haus. Allerdings hat er einen russigen (Zwillings)-Bruder, auch ein Erfindertalent, wenn auch nicht so beweglich: Hephaistos mit dem lahmen Bein und den geschickten Händen. Dieser regiert die Jungfrau und das sechste Haus, sein Element ist die Erde.

Der Merkur, aber auch sein Bruder, der unterirdische Schmied galten als neu- und wissbegierig: In beiden Formen  unterstützt dieser Archetyp  unsere logischen und analytischen Fähigkeiten, lässt uns unvoreingenommen auf Menschen und Situationen zugehen, Neues aufnehmen und umsetzen. Der Hephaistos segnet uns auch mit einem pragmatischen Verstand – so dass man sich nicht in Luftschlössern und Abstraktionen verliert.

 Merkurräucherungen nützen an den Tagen der Retrogradation des Planeten, seinen inneren Zusammenhalt aufrechtzuerhalten und Missverständnissen durch fehlinterpretierte Äusserungen seitens seiner Mitmenschen aus dem Weg zu gehen.  So ein kleines Planeten-Räucherritual macht auch Menschen mit einem rückläufigen  Merkur in der Radix, besonders in Haus 3, 6 oder 9, das Leben leichter. Eine gute meditative Übung vor einem Vortrag, oder wenn man schwierige Texte verfassen muss.

  • Räucherpflanzen, die unsere Merkurfähigkeiten unterstützen, sind z.B. Hopfenzapfen, Lavendelblüten, Pfefferminze, Macisblüte, Salbei, Ysop und Lemongras oder Zitrusschale.

Die in Merkurpflanzen häufig enthaltenen ätherischen Öle wirken in der Aromalampe gegen Kopfschmerzen, innere Unruhe und fördern die Konzentration bei Lernaufgaben.  Darum haben sie sich auch in Prüfungszeiten bewährt. Beispiele: Zitrone und Lemongras aktivieren, Mandarine baut Stress und Spannungskopfschmerz ab. Lavendel beruhigt nervöse Gemüter. Pfefferminze und Bergamotte erfrischen den Geist. Überhaupt sind stark merkurische Heilmittel oft durch Inhalieren anwendbar, weniger als Tee oder Tinktur, da sie häufig dem Element Luft unterstehen.

In seiner Funktion als geflügeltem  Götterboten entspricht dem Merkur/Hermes das Prinzip des Informationsflusses, damit die Geschwindigkeit aller Stoffwechselprozesse und das dafür verantwortliche Hormonsystem (Schilddrüse, mit ihrer Schmetterlingsform, ein Merkursymbol)  und auch die Bronchien und Lungen. Als Mittel des Ausdrucks, des Erfahrens der Umwelt und kreativen Schaffens sind auch die Hände dem Merkur unterstellt.

Der hermetische Gegenpol von Merkurpflanzen wird klassisch von Jupiter (9,Haus, Schütze und 12. Haus, Fische) gebildet. In der modernen Astrologie kommt zum Jupiter des Nachthauses noch der Neptun als neuer Hauptherrscher von Fische und 12. Haus hinzu. Häufig sind beide Pol-Signaturen sogar gleich stark ausgeprägt. Beispiele: Iris, Königskerze, Baldrian, Katzenminze.

Jugendlicher Hermes als Jäger. Schwtezinger Park, ©beast666 2016

Jugendlicher Hermes als Reisender.
Sein Begleittier ist der wachsame Hahn, der auch ein solares Symbol darstellt. Schwetzinger Park, ©beast666 2016

Die Idee des Vermittlers, wie sie Merkur als Götterbote und geschickter Unterhändler verkörpert, zeigt uns, dass seine Pflanzen dazu dienen, unterschiedliche Wirksysysteme zusammenzubringen.  Im Körper helfen sie auch, die inneren Taktgeber zu regulieren. In seinen Eigenschaften ist Merkur ambivalent. Er kann das Feindliche befreunden und auch Fehlendes ergänzen. Auch viele Sonnenpflanzen vermögen das, weil sowohl Merkur als auch sein älterer Bruder Apollon (Sonne) als innere Heiler gelten. Das zeigt sich in ihrer mythologischen Beziehung zum archetypischen Arzt Äskulap, einem Sohn Apollons, und Träger eines Schlangenstabs – dem Caducceus, wie ihn auch Merkur besitzt. Auch der Caducceus mit Flügeln und zwei Schlangen die sich umwinden verkörpert das Duale und seine Überwindung: Er vereint das Obere mit dem Unteren und bringt die Gegensätze (Schlangen) zusammen.

  • Daher sind beide Pflanzenmittel wichtig in Rezepturen – sie bringen die Wirkung erst zur Entfaltung.

Gentiana lutea - gelber Enzian. Merkur/Jupiter mit typischen "Wegerichblättern".

Gentiana lutea – gelber Enzian. Merkur/Jupiter mit typischen “Wegerichblättern”. Quelle:wiki

Gewächse, welche eine Merkursignatur tragen, haben blassblaue bis violette oder maisgelbe Blüten, wechselnde Blütenfarben, Komplementärfarben, Scheckung, Dolden- und Schirmblüten, kleine individuelle Blüten in Rispen und Ähren. Sie weisen eine schlanke Gestalt auf, vor allem aber lanzettliche, parallelnervige, gefiederte, nadelartige oder flügelförmige Blätter (Farne), die im wechselnden Rhythmus angeordnet sind. Rutenartige (Ginster, Tannenwedel, Schachtelhalm) Ausformungen kommen ebenfalls vor, oder „Blatthände“, wie bei Fingerkraut und Kastanie.  Auch rauhe Haare und weiche Borsten, welche die Pflanze bedecken, sind charakteristisch: Küchenschelle, Borretsch, Königskerze. Ihr Wuchs ist streng aufrecht (Odermennig, Königskerze, Fingerhut), oder  sie  klettern und ranken (Efeu, Hopfen, Bohnen). Typisch sind auch  Samen, die mit dem Wind verteilt werden z.B. Flugborsten oder Fallschirmchen tragen.  Merkurpflanzen wachsen  oftmals am Wegrand. Beispiele sind die Wegwarte und der Wegerich.

Düfte von Merkurpflanzen kommen seltener von den Blüten (ausser Lavendel) sondern von den Blättern und beruhen oft auf einem Gehalt an ätherischen Ölen, z.B. Lavendel. Salbei, Rosmarin, Thymian. Die Merkurpflanze ist ein Insektenliebling, oft eine regelrechte Tankstelle mit Treff für Falter, Bienen, Käfer. Beispiele: Wilde Möhre, Baldrian, Schmetterlingsmagnet Buddleia.

Echium vulgare - Natternkopf aus der Familie der Borretschgewächse.

Echium vulgare – Natternkopf aus der Familie der Borretschgewächse.

Erd-Merkurpflanzen (Jungfrau) ranken eher am Boden entlang als dass sie hochaufstrebend wären. Ihr Gegenpart ist Neptun, so dass sie auch invasive, flachwurzelnde Rhizomgeflechte bilden können. Beispiel hierfür sind Gräser oder der Giersch. Luftmerkurpflanzen (Zwillinge) sind die klassischen Kletterer, die auch ausladende Pflanzendschungel bilden lönnen, weil ihr Gegenpol der expansive Jupiter ist – Wein oder Wisteria sinensis stellen beide gute Verteter dieses Prinzips dar.  Egal ob Neptun oder Jupiterprinzip den Gegenpol bilden, häufig enthalten diese Gewächse beruhigende oder berauschende Inhaltsstoffe, wie z.B. der Hopfen, die Passiflora, oder die Prunkwinde.

Viele Pflanzen tragen eine Merkur-Nebensignatur: Holunder, Orchideen, Walnussbaum (Jupiter), Rosskastanie (Jupiter, Mars/Venus), Schafgarbe, selbst Rosen.

convulvulus_by_scrano-daevbfx

Zaunwinde, eine alte Hexenpflanze – und ein Heilkraut.

Gewächse unter der Herrschaft des Merkur:

  • Akelei (Jupiter, Mars/Venus)
  • Ackerschachtelhalm (Mond/Saturn)
  • Bärlapp (Saturn/Mond),
  • Bittersüß (Venus/Pluto),
  • Baldrian (Mond/Saturn, Neptun),
  • Beifuß (Saturn, Mond),
  • Bingelkraut (Uranus),
  • Borretsch (Jupiter)
  • Braunwurz (Saturn),
  • Dill (Sonne/Uranus),
  • Ehrenpreis (Jupiter),
  • Esche (Jupiter),
  • Fenchel (Mond/Saturn),
  • Fingerhut (Jupiter, Mars/Venus)
  • Frauenhaarfarn
  • Gelber Enzian (Jupiter, Mars/Venus)
  • Geissblatt (Neptun)
  • Giersch (Neptun, Mond/Saturn)
  • Ginster (Venus/Mars)
  • Gundermann (Venus/Mars),
  • Herzgespann (Venus/Mars),
  • Hirschzunge (Saturn/Mond),
  • Hopfen (Neptun, Mars/Venus)
  • Huflattich (Jupiter, Venus/Mars),
  • Katzenminze (Neptun, Mond/Saturn)
  • Kerbel, (Mond/Saturn)
  • Küchenschelle (Venus/Mars),
  • Kümmel, (Mond/Saturn)
  • Lavendel, (Neptun)
  • Linde (Venus/Mars),
  • Lungenkraut (Saturn),
  • Melisse (Neptun, Mond/Saturn);
  • Minzen (Venus/Pluto), Poleiminze, Krauseminze, Spearmint etc.
  • Natternkopf (Jupiter),
  • Odermennig (Jupiter),
  • Oleander (Jupiter, Venus/Pluto),
  • Passiflora (Neptun, Jupiter)
  • Petersilie, (Jupiter, Mond/Saturn)
  • Schierling (Saturn/Mond),
  • Schwalbenwurz (Saturn, Mond),
  • Tannenwedel (Mond/Saturn)
  • Teufelsabbiß, (Mond/Saturn)
  • Thymian (Mars/Venus)
  • Wegeriche (Venus/Mars)
  • Duftwicke (Neptun, Venus/Mars)
  • Winden: Prinkwinde, Zaunwinde, (Jupiter, Neptun, Mond/Saturn)
  • Wegwarte (Jupiter, Saturn/Mond)
  • Wolfstrapp
  • Wurmfarn (Mond/Saturn);

Nahrungsmittel:

  • Getreidearten (Jupiter-Mais, Neptun alle anderen)
  • Bohnen, Erbsen (Venus/Mars)
  • Süsskartoffel (eine Windenartt, Mond/Saturn)
  • Obst: Johannisbeeren, Stachelbeeren, mit Venus/Mars
  • Passionsfrucht, (Neptun, Jupiter)

Merkur untersteht auch die Blatt- und Stengelausprägung sowie der Samenflug. Merkurpflanzen aktivieren den Stoffwechsel und eignen sich wegen ihrer Anpassungsfähigkeit gut zur Abrundung von Rezepten.

Wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten: Zu den merkurgeprägten Giftpflanzen zählen der sehr toxische Goldregen (Mars/Pluto und Venus), der schwächer giftige Ginster, die Hundsgiftgewächse (Vinca, Oleander mit Venus/Pluto) und die Hahnenfussgewächse (Mars/Pluto und Venus), die allesamt Gift- oder Reizstoffe enthalten. Hier wie auch beim Maiglöckchen sind es die Nebensignaturen, welche das aggressive Element tragen. Auch Bohnen (Mars/Venus) sind ungekocht toxisch.

polygonatum_by_scrano-daax12z

Polygonatum – Salomonssiegel, Elfensporn.
Typisch die parallelnervigen Blätter und die ährige Blüte.
Nebensignatur Mond/Saturn, wie beim verwandten ebenfalls giftigen Maiglöckchen.

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des 6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus und dessen Herrscher
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter Mondaspekt des Dekumbitur zum Mond in der Radix -> Ursache, nächste Mondaspekte -> Krisen, Heilungschancen und Dauer.

Bilder: ©beast666  und gemeinfrei (Enzian).

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

Posted by on September 11th, 2016 Kommentare deaktiviert

Merkur, der Vielgestaltige

twain_by_scrano-d7i6sde

Regent der mutablen Jungfrau und der dualen Zwillinge:
Der flinke doppelgesichtige Merkur, er ist auch ein Vermittler und Verbinder,
daher auch Herr über die Alchemie.

Der Merkur steht für Zwillinge und die Jungfrau, er herrscht in Haus III und VI.

Diese Häuser gelten als Bereiche des Denkens, Lernens und der Kommunikation.

Sein Tag ist der Mittwoch (Wednesday = Woden#s Day)

Seine Farben sind gelb, violett, grau und orange.

Mineralien: Sodalith, Citrin.

Chakra: Vishuddha.

Tarot: Magier, Zwei, Schwerter, Münzen, Liebende (Zwillinge), Mässigung (Jungfrau).

Körper: Lunge, Hände, Schilddrüse, Nerven (mit Uranus).

Symbol: Es vereint das Elementkreuz mit Geist (Sonne=Kreis) und Seele (Mondsichel). Merkur

Qualität:

  • mutabel, Element Luft (Zwilling) und Erde (Jungfrau).
  • Yang (Zwilling)+Yin(Jungfrau), typisch dual.

Dignitäten:

  • Domizil: Jungfrau, Zwillinge.
  • Exil: Fische, Schütze.
  • sein hermetischer Gegenpol sind der Jupiter (Zwillinge)  und der Neptun (Jungfrau).

Mythologisch: Sohn von Zeus und Maia (einer Bergnymphe).

Bruder von Apollon und Hephaistos, Vater von Pan. Patron der Alchemisten.

Symbole: Helm aus Hundefell oder Reisehut mit Flügeln/Federn. Flügelschuhe, Caducceus. Der Helm der Unsichtbarkeit war auch ein Symbol des Hades.

Hermes, der flinke Götterbote.

Hermes, der flinke Götterbote.

Hermes teilt viele Attribute mit den anderen Olympiern, teilweise unfreiwllig: Er stiehlt sie einfach. Oder er hat sie erfunden, zusammen mit seinem mythologischen Spiegelbild: Hephaistos. Er ist der MacGyver der Götter.

Er kann sich die Eigenschaften der anderen Archetypen zu eigen machen, er ist ein Gestaltwandler, ein Trickster. Dies macht ihn zur Wildcard im Horoskop, er kann als Helferlein für Probleme und Defizite dienen.

Die starke Nähe zur Sonne, dem anderen Heiler des Horoskops wird auch in der Mythologie deutlich: Der jüngere Bruder des Apollon, er erfindet die Leier und erhält den Caducceus zum Geschenk, wie auch Apollons Sohn der Heiler/Schamane Asklepios. Auch astronomisch ist Merkur der schellste echte Planet und nie weiter als ein Zeichen von der Sonne entfernt. Der Merkur ist nur kurz vor Sonnenaufgang und kurz nach Sonnenuntergang zu sehen. Ihm unterstehen Verbindungen, alles schnelle, sich verändernde, der Austausch. Schutzgott des Verkehrs und der Reisenden → daher auch ein Bezug zu Schamanen.

Die Dreiheit von Feuer, Sonne und dem Luftelement findet sich in allen indoeuropäischen Mythen: Hephaistos/Hermes/Apollon, Loki/Odin/Baldur, Lugh/Gwydion/Bel. Hephaistos/Loki/Lugh waren die Handwerker und Schmiede (Ränkeschmiede auch!) und geschickt mit den Händen (eine merkurische Domäne!) Sie hatten häufig ein Handikap im Gegensatz zu ihrem luftigen Gegenstück: Hermes besitzt Flügelsandalen, Hephaistos behindert sein lahmes Bein. Alle diese Archetypen zeigen auch eine Verwandtschaft mit dem Uranus-Prinzip, mit dem sie durch den Prometheus Mythos verbunden sind.

Verkörperungen des Merkurprinzips:

Steinhaufen, die Herme – Wegmarkierung:  Ein Pyramidenstumpf mit einem bärtigen Männlein mit Riesenphallus darin -→ immerhin war Hermes Pan#s Daddy.

Reisehut: Schamanentum, wie auch Odins Hut und der Hut der Druiden, alles Hüte aus Baumrinde, bevorzugt Birkenrinde. Diese hat auch selbst eine duale Qualität durch ihre auffällige schwarzweisse Musterung und gilt als ein typischer Schamanenbaum in Sibirien und bei den Sami.

Der Caducceus und das mythische Zwillingspaar ist Symbol für beide, Apollon und Hermes. Apollon hatte eine Zwillingsschwester, Artemis, die Mondgöttin, nach alten Quellen auch Hekate, die Göttin des nächtlichen Sternenhimmels (und dunklen Mondes). Hekatos galt als ein Beiname des Apollon. Hermes war der Schutzpatron des halb göttlich, halb menschlichen Paares Castor und Polydeukes. Sie symbolisieren Geist und Materie, Apollon und Artemis Geist und Seele.

Im Merkur ist die Dualität vereint: Alchemie, bei denen zwei Stoffe verbunden werden, ihr allegorisches Symbol, der Hermaphroditus, das Doppelwesen. Der Stoff, der alles verbindet, das philosophische Quecksilber. Den materiellen Aspekt der Alchemie beherrscht Saturn, das transformatorische Prinzip Pluto.

Eins der wichtigsten Symbole des Hermes ist sein Caducceus.

Zwei Schlangen winden sich um den Weltenbaum, an der Spitze sitzt ein Adler. Dies ist ein uraltes Symbol der Menschheit, der Mythos von Adler, Schlange und Baum. Beispiele finden sich im sumerischen Etana-Mythos, Veden, Edda, bei den Azteken, oder im Voodoo.

Der Psychopompos

Der Psychopompos, Reisender zwischen den Welten.
Sein Symbol ist der Caducceus, mit zwei Schlangen, die das irdische und zwei Flügeln die das geistige Element verkörpern. Die Gegensätze des Lebens (zwei Schlangen stehen sich gegenüber) werden vereint und zum höheren Ziel geführt.

Die Gestaltung wird verschieden interpretiert: einerseits als Verbindung gegensätzlicher Kräfte (dieser Auslegung bedienten sich später vor allem die Alchimisten), andererseits auch als Sinnbild für Fruchtbarkeit, wobei der Stab als Phallussymbol angesehen wurde, über dem sich zwei Schlangen paaren. Auf Vasenbildern und Münzen findet man meistens einen dünnen Stab (Rute) mit Kreis am Ende und einem darübergesetzten Halbkreis (oder Halbmond). Die gleiche Form soll auch bei Phöniziern und Hethitern zu finden sein und möglicherweise eine Kombination aus Sonne und Halbmond darstellen. In Indien soll das Symbol von Sonne und Halbmond in noch früherer Zeit als „Trisula“ existiert haben. In der Alchimie und der Astrologie steht der Hermesstab bis heute für „Mercurius“ (Quecksilber) und den Planeten Merkur. Eine der frühesten Darstellungen, bei denen sich zwei Schlangenköpfe am Hermesstab finden, ist ein Bronze-Caduceus aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. im Nationalmuseum von Palermo. Auch hier besteht der Caduceus im Wesentlichen aus einem Kreis mit Halbkreis auf dem Stab, nur dass die Enden des Halbkreises als Schlangenköpfe dargestellt sind. Die früheste Darstellung von Flügeln am Stab des Hermes findet sich an einer Statue aus dem 1. Jahrhundert nach Chr.

Götter : Merkur, Hermes, Thoth, Anubis.

Psychologisch : Verständigung, Veränderung, Wissen, Denken, Geschick.

Lebensbereiche : Kommunikation, Geschäft, Handel, Handwerk, Computer (mit Uranus, Saturn), Betrug.

Organe/Körperfunktionen : Lunge, Nerven, Hormone (Schilddrüse), Schleimhäute, Dünndarm, Stoffwechsel. Die Hände.

Indikationen : HNO/Lunge, nervöse Störungen, Allergien (Neptun), Handverletzungen (mit Mars), Nägel (mit Saturn und Mars).

Metall : Quecksilber, Zink.

Pflanzensignatur : ätherische Öle, Blatt/Stengel, Doldenblütler, Schmetterlingsblütler Farne, Bromelien (Uranus), Hahnenfußgewächse. Lavendel, Geissblatt, Reben, graufilzige Blätter. Viele oder schlanke oder gefiederte Blätter, grazil, aufrecht, luftig, Epiphyten, Mistel (mit Saturn/Mond und Uranus/Sonne).

Zahlen: 3 – der Vermittler (Zwillinge, 3. Haus), 5 (2+3, Materie und Geist), 8 (Transformation und Polarität)

Feurige Acht: Lemniskate, ewige Schwingung, Symbol der Alchemisten.

Feurige Acht: Lemniskate, ewige Schwingung, Symbol der Alchemisten.

Mythische Zuordnungen:

  • Helfer bei der mythischen Heldenreise à Herakles, Odysseus, Perseus, als Helferlein der Sonne ( des Sonnenhelden).
  • Der Götterbote. Als solcher verkündet Hermes vor allem die Beschlüsse des Zeus.
  • Der Psychopompos: Er geleitet die Toten bis an den Fluss des Vergessens – den Eingang der Unterwelt. Der Unterhändler.
  • Der Grenzgänger: Er wandelt zwischen Dunkel und Licht, Leben und Tod, dem Olymp und dem Hades.
    • Gott der Kaufleute
    • Gott der Hirten
    • Gott der Wissenschaft
    • Gott der Magier (Hermetische Weisheit, Alchemie)
    • Gott der Diebe
    • Gott der Redekunst
    • Gott des Schlafes und der Träume → Schamanen → Asklepios
Merkur überredet zwei streitende Schlangen sich auf seinem Caduceus zu vereien.

Merkur überredet zwei streitende Schlangen sich auf seinem Caduceus zu vereinen. Er verbindet das Gegensätzliche.
In diesem Bild wird auch die androgyne Natur des Götterboten deutlich.
Evelyn de Morgan, Merkur ca. 1870, wikimedia.

Die synkretische Form des Hermes Trismegisthos, aus dem Hellenismus in Ägypten durch Verschmelzung der Merkur mit dem Schreiber-Gott Thot (auch ein Psychopompos) entstanden, gab der Philosophie der Hermetik ihren Namen.

Der mythische Schöpfer der hermetischen Philosophie.

 

Posted by on September 2nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer September – Erntemond

september_by_scrano-d9vjc9h

Mutter Gaia: Astraia mit dem heilenden Caducceus, Demeter bringt Fülle.
September ©scrano 2016

Am 22. oder 23. September findet die  herbstliche Tagundnachtgleiche statt: Die Sonne steht in der Äquatorebene der Erde und geht an diesem Tag genau im Osten auf und genau im Westen unter. An einem dieser zwei Tage beginnt, astronomisch gesehen, der Herbst. Der September ist der neunte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender und hat 30 Tage.

Historische deutsche Namen für den September sind Scheiding, Herbstmond, Herbsting, Engelmonat und Holzmonat, weil jetzt Holz für den Winter gemacht und der Sommer verabschiedet wurde.

Im römischen Kalender war der September ursprünglich der siebte Monat (lat. septem = sieben). 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn jedoch um zwei Monate vorverlegt, so dass die Beziehung zwischen Namen und Monatszählung verloren ging. Dies wird manchmal bei der Übertragung früher verwendeter lateinischer Datumsangaben („9ber“ und „7ber“) übersehen.  Die alte Bezeichnung mit dem Frühlingspunkt im März als Jahresanfang spiegelt die Einteilung des Jahres nach dem Zodiak wieder – die Waage, Herbstpunkt oder Deszendent ist das siebte Zeichen im Tierkreis. Caligula benannte im Jahr 37 den September dann in Germanicus um. Diese vorgetäuschte Ehrung seines berühmten Feldherrn-Vaters war nur von kurzer Dauer, denn nach Caligulas Tod erhielt der September seinen alten Namen zurück.

Am 22. Sptember wechselt die Sonne von der Jungfrau in das siebte Zeichen des Zodiak, die Waage, die auch das siebte Haus regiert.  Nach der Emsigkeit und Detailfreude der Jungfrau kommt nun Perfektionsanspruch und eine Sehnsucht nach Balance und Harmonie dazu. Die Waage setzt sozusagen der Jungfrau ein rosa Rüschenhäubchen auf – oder das Sahnehäubchen auf den Zwetschgenkuchen des September. Waage mit ihrer Herrscherin Venus Urania regiert über Ästhetik, geregeltes Miteinander und  Unparteilichkeit, Jungfrau über Gesundheit, Ernährung, die Rituale des Alltags und Vernunftsentscheidungen.

Lostage im September

  • Wie der Basilius (2. Januar), so der September.
  • September warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr.
  • Am Septemberregen ist dem Bauer viel gelegen.
  • Donnert’s im September noch, wird der Schnee um Weihnacht hoch.
  • Im September die Birnen fest am Stiel, bringt der Winter Kälte viel.
  • Wenn im September viele Spinnen kriechen, sie einen harten Winter riechen.
  • Viel Nebel im September über Tal und Höh’, bringt im Winter tiefen Schnee.
  • Viel Eicheln im September, viel Schnee im Dezember.

1. September: St. Ägidius

  • Ist Ägidi ein heller Tag, ich dir schönen Herbst ansag.
  • Wer Korn schon um Ägidi sät, nächstes Jahr viel Frucht abmäht.

4. September: St. Rosalia

  • Zu Sankt Veit (15. Juni) geht’s auf die Weid, Sankt Rosal treibt’s Vieh ins Tal.
  • St. Rosalia ist die Schutzpatronin von Palermo und der Mafiosi

8. September: Mariä Geburt

  • Wird Mariä Geburt gesät, ist’s nicht zu früh und nicht zu spät.
  • Zu Mariä Geburt fliegen die Schwalben furt. Bleiben sie noch da, ist der Winter nicht nah.
  • Ein fiktives Datum, das Bezug zur Mythologie der Sternenjungfrau Asträa aufweist.
  • In der Zeit vom 3.-9. September findet auf dem Hohenrechberg eine Marienwallfahrt statt

11. September: St. Protus

  • Wenn’s an Protus nicht nässt, ein dürrer Herbst sich sehen lässt.
  • Gedenktag des Anschlags auf das WTC

12. September: Mariä Namen

  • An Mariä Namen, sagt der Sommer Amen.
  • Es ist möglich, dass der Name Maria=Marjam ursprünglich nicht hebräisch, sondern ägyptisch ist; dann könnte er bedeuten: „die von Gott (Jahwe) Geliebte, Bevorzugte“. Andere Deutungen (Herrin, Schöne, Stern des Meeres) sind noch unsicherer. Ein Dankfest im Sinne “Maria hat geholfen” – hier bei der Abwehr der Osmanen im 17. Jhd.

14. September: Kreuzerhöhungstag

  • Ist’s hell am Kreuzerhöhungstag, so folgt ein strenger Winter nach.
  • Die Mutter Konstantins, Helena, vielleicht eine britische Druidin namens Eilan, fand wundersamerweise das Kreuz von Golgatha samt INRI-Tafel – nach 300 Jahren! Naja wer’s glaubt- Hinrichtungsgeräte wurden nicht aufgehoben – von den Römern schon gar nicht. Für die christliche Urgemeinde (1. Jhd) war das Kreuz auch nicht wichtig – die Auferstehung war die spirituelle Essenz ihres Glaubens.

16. September: St. Cyrianus

  • An Sankt Cyprian zieht man oft schon Handschuh’ an.
  • Das war früher so, als wir noch Schulkinder waren – in der rauheren Oberpfalz wurden am Morgen für den Schulweg schon Handschuhe und Strumpfhosen getragen. Am Mittag wechselte man wieder in dei sommerlichen Kniestrümpfe. Beim Aufstehen konnte man den Reif auf dem Gras glitzern sehen.

21. September: St. Matthäus

  • Wenn Matthäus weint statt lacht, Essig aus dem Wein er macht.
  • Wenn Matthäus freundlich schaut, man auf gutes Wetter baut.
  • Jetzt ist Herbsttag- und Nachtgleiche, die Sonne wechselt in die Waage.
  • Für Naturreligiöse ist jetzt Mabon, das Fest der zweiten Ernte – das Frucht- und Weinfest.
  • Ab jetzt ist die Hochzeit der Apfel und Birnenernte – es wir gemostet.

26. September: St. Damian und St. Kosmas

  • Sankt Kosmas und Sankt Damian fängt das Laub zu färben an.
  • Heutzutage muss man schon bis zum Oktober warten -ausser bei Kischbäumen.

27. September: St. Hiltrud/Helmtrud

  • Wenn Hiltrud im Kalender steht, wird noch einmal das Gras gemäht.
  • Fallen die Eicheln vor Michael (29. September) ab, so steigt der Sommer früh in’s Grab.
  • Es gibt Eicheln, Buckeckern und Rosskastanien.

28. September: St. Wenzeslaus (Wenzel, Vaclav)

  • Kommt Wenzeslaus mit Regen an, werden wir Nüsse bis Weihnachten ha’n.

29. September: Die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael

  • Der Michel zündt’s Licht an.
  • Sind Zugvögel an Michaeli noch hier, haben bis Weihnachten lind Wetter hier.
  • Um Michaelis in der Tat gedeiht die beste Wintersaat.
  • wo ist bei der Engelschar der gute Uriel geblieben – aus der katholischen Engellehre einfach schwups verschwunden?
  • Michael: Feuer – Süden, Raphael: Luft – Osten, Gabriel: Wasser – Westen, Uriel: Erde – Norden
  • Bei den Germanen: Odin’s Tag (=Michael), an Michaelskapellen lagen wohl alte Odinkultstätten. St. Michael ist auch im Keltenland häufig anzutreffen, wo er die Grenze zwischen Heiden- und Christentum bewacht: St. Michael’s Mount, Mont St.Michel, auf dem Glastonbury Tor steht ebenfalls eine Michaelskirche. Der Erzengel besetzt häufig der Platz einer solaren Gottheit, oder wenn eine Drachenlegende involviert ist, bezwingt er die alte Erdmutter.
  • Und last but not least … ab Michaeli wird gebraut.

30. September: St. Hieronymus

  • Von Michel und Hieronymus mach aufs Weihnachtswetter Schluss.
sun_dream_by_scrano-dafpgiz

Sonnenstrahl – gegen erste trübe Tage.
I love sunflowers! ©scrano 2016

Antike Feiertage
- religiöse, staatspolitische, meistens für Cäsar, Augustus & Co, habe ich weggelassen:

  • 21. September – Consualia, zu Ehren von Consus, einem genuin römischen Gott, Beschützer von Saatgetreide und Erntevorräten. Consus war ein Teilaspekt des römischen bäuerlichen  Hauptgotts Saturn (Jupiter aus dem griechischen Pantheon war der Obermotz für die Oberschicht). Beide stmmten u. Umständen noch von den Etruskern (Satre=Saturn).
  • 15-19. September – Beginn der Mysterien von Eleusis, zu Ehren von Demeter- Kore – Persephone, die hellenisierte Form der dreifachen “Magna Mater”. An dieses Datum verlegt George Washington die Grundsteinlegung für das Capitol.

Brauchtum

  • In München beginnt traditionsgemäß seit 1872 das Oktoberfest in der zweiten Hälfte des September, mit dem Auszug der Prunkwagen der Brauerein und dem Bieranstich durch den OB. Früher endete es mit einem Pferderennen in der ersten Oktoberwoche. Ein solches Rennen zu Ehren der Erntegöttin Ops, der Gemahlin von Saturn oder Consus gab es bereits im alten Rom. Im September findet die Hopfenernte statt, Ende des Monats und so richtig dann ab Oktober wird wieder offiziell gebraut. Historischer verfahrenstechnischer Hintergrund – bei untergärigen Bieren konnte nur bei entsprechend niedrigen Tagestemperaturen ein brauchbares Ergebnis erzielt werden. Die nach alten Rezepturen hergestellten Biere, die tagtäglich statt des oft schmutzigen Wassers getrunken wurden, waren im Sommer auch wegen des geringeren Alkoholgehaltes trotz Kellerlagerung schlecht haltbar. Deshalb war das letzte Bier, das im März gebraut wurde, hochprozentiger – Starkbier eben. Dessen in tiefen Kellern lagernde Restbestände wurden dann zum Auftakt der neuen Saison bei den Oktoberfesten ausgegschenkt.

  • In Amerika endet die offizielle Urlaubszeit mit dem Labour Day – passend zum Zeichen der fleissigen Jungfrau.

Magischer September – Korrespondenzen

  • Pflanzen: Ringelblumen, Astern, Dahlien (Venus, Pluto). Eisenhut (Merkur, Jupiter, Mars/Venus). Merkur in der Jungfrau prägt alle Getreide und den Hopfen. Minzen, Salbei, Disteln, auch die Artischocke. Venus prägt jetzt weniger die Blüten als die Früchte: Rose (Hagebutte), Apfelbaum, Weissdorn.
  • Baum: Walnuss, Ross- und Ess-Kastanie, Merkur, Jupiter, bei letzteren auch Mars/Venus – Nüsse und Maroni dienen dem Wintervorrat – in der Toskana wird jetzt aus Edelkastanien Pürree, Süsswaren und Mehl hergestellt. Die rotglänzenden Rosskastanien kann man gut zum Basteln verwenden. Rosengewächse (Venus/Mars) tragen jetzt Früchte: Rose, Apfel, Birne, Zwetschge etc.
  • Duft:  Lemongrass, Lavendel, Minze, Salvia, Heliotrop (Merkur), Rose, Vanille, Ylan-Ylang, Benzoe, Patchouli, Tonkabohne (Venus).
  • Gottheiten:  Hephaistos, Vesta, Ops, Demeter, Merkur, Thot, Venus, Isis, Freyja, Themis, Asträa
  • Zodiak: Jungfrau mit Merkur, Venus Urania (Waage)
  • Steine:  Peridot, grüner Turmalin (Jungfrau), Rosenquarz, rosa Turmalin, Blutstein (Waage)
  • Metall:  Quecksilber – Merkur, Kupfer – Venus
  • Kristalle:  Peridot, Olivin, Achat, Katzenauge, Jaspis (Merkur), Rosenquarz, Smaragd, Opal, Ametrin,
  • Farben: , ockergelb, lavendelblau (Jungfrau), rosa, hellgrün, (Waage)
  • Elementale:   Gnome (Erde), Sylphen (Luft)
  • Tiere:  Zikaden, Grillen, Spinnen – ihre Netze prägen den Altweibersommer Anfang September. Zugvögel (ebenfalls Merkur) scharen sich zu Schwärmen.
  • Mythologische Tiere: Sphinx, Einhorn (Jungfrau), Waagschalen (Waage)

 

Herbstfeuer - ein kleiner Dank.Mabon Altar Schmuckstrauss.

Herbstfeuer – ein kleiner Dank.
Mabon Altar Schmuckstrauss.
©beast666 2015

September-Rituale

Im September ist Mars gut durch schon ein mittleres Teleskop beobachtbar. Er steht dann zwar realtiv tief, aber das Seeing durch sommerliche Hitzeschliren ist schon kein so grosses Problem mehr. Der Sternhimmel wandelt sich zum Herbst – jetzt zieht der Skorpion herauf – Antares zeigt sich neben Mars.

  • Aus Eicheln und Kastanien Figuren basteln – macht besonders Kindern Spass!
  • Maronen rösten … es gibt sie schon zu kaufen – aus der Toskana oder einigen Gebieten in Baden. An Weihnachten sind oft schon recht vertrocknet. Auch eine Aktivität zu Mabon – am besten am offenen Feuer – Kamin oder Grill. Für diese Spezialität werden Maroniröstkorbe angeboten, aus Schmiedeisen mit genug langem Stiel. Wenn man sie frisch erntet, ist das Entfernen der sehr stacheligen Hülle ein kleines Abenteuer. Als wir in der Toskana in der Landvilla eines echten Don (italienischer Adel) unser Feriendomizil hatten, konnten wir von dessen eigenen Maronenbäumen ernten. Mit Hilfe eines MacGyver- und eines Leatherman Tools konnte das pieksige Hindernis schliesslich beseitigt werden. Das Maronenbraten in den “walk in fireplaces” des ehemaligen Gutshauses aus dem 16. Jhd ist dann natürlich noch mal ein ganz anderes Erlebnis! In einem Geschäft in Pienza haben wir auch unseren Röstkorb erstanden. Über unsere Toskanaferien (vier längere Geniesser-Reisen vollgepackt mit Kultur) mit Freund und fünf Katzen werde ich auch noch posten.
  • Aus kleinen Äpfeln, Hagebutten Dahlien, Rosen oder Zwergsonnenblumen Sträusse für den saisonalen Schrein binden. Trockene Gräser und Strohblumen, Sedumblüten, ein paar Efeublätter und Nüsse, Eicheln, Bucheckern sind auch hübsch zu arrangieren. Ein Metallteller mit Teelichten oder Kerzen in Braun, Ocker und Grün bringen noch heimeliges Licht an den früher einsetzenden Dämmerstunden.
  • Blütenstände von Hortensien, Katzenpfötchen, Hagebutten und Ebereschbeeren, Mohnkapseln liefern Basismaterial für Dekos.

Mabon – Frucht- und Weinfest - das zweite Erntefest des Jahres steht an.

Zur Zeit des Waage-Eintritts der Sonne herrscht wieder Tag-und Nachtgleiche – die Natur gewinnt einen Moment der Balance zwischen den Jahreszeiten. Jetzt ernten wir im Garten auf dem Feld oder im Leben, was wir im Frühling gepflanzt haben. Für das Gute, das wir erhalten sollten wir der Grossen Mutter danken, das nicht so Angenehme als Lektion begreifen, die uns nicht brechen, sondern ertüchtigen soll. Zeit einer ersten Jahresbilanz, ein wenig innezuhalten und über Ereignisse des Jahres nachzudenken. Eine Tag-und Nachtgleiche ist ein Wendepunkt, wie bei einer mathematischen Funktion ist er ein Moment des Stillstands, bevor die Bewegungsrichtung sich ändert. Die Wärme des Sommers weicht endgültig kälteren Tagen, der solare Heros muss in den Schoss der Mutter Erde zurückkehren. Sein Scheiden lässt die Menschen trauern, aber trägt auch einen Hoffnungsstrahl in sich – zur Wintersonnwende wird er neu erstehen.

Mabon ist ein Dankesfest, daher sollten wir uns freuen und auch an die Menschen denken und sie in unsere Feste einbeziehen, die uns auf dem Weg durch das Jahr begleitet haben und unsere Erfolge und Miserfolge teilen. Auch der tierische Gefährte verdient unseren Dank!

roasria_by_scrano-dafm5kv

Im Zeichen der Rose – Venus herrscht jetzt in der Waage.
Noch blühen letzte Rosen, oft besonders schön,
da die Sonne sie nicht mehr bleicht. Rosaria ©beast666 2015

Eine gute Gelegenheit Sabbatwein- und Kuchen zuzubereiten.

  • Es gibt jetzt Zwetschgen, Äpfel, Birnen für  Saft, Marmeladen, Kompott. Aus dem reichlich anfallenden Kernobst lassen sich Kuchen und Tartes bereiten, die sich auch gut zum Einfrieren eignen. Der Klassiker: Apfelstrudel.
  • Zwiebelblumen – Lilien, Tulpen etc. müssen jetzt in die Erde.
  • Ende September kann man die mehrjährigen Stauden teilen, Dahlien jetzt ausgraben.
  • Letzter Rasenschnitt und Gehölztrimmung
  • Empfindliche Kübelpflanzen schützen (Vliese auflegen) – bei längerem Kaltwetter einräumen
  • Freilandgemüse (Tomaten, Zucchini, Auberginen) wird abgeerntet – bis auf Kohl, Beeten, Rüben und Endivien
  • erste Kürbisse sind reif
  • Kaltkeinemde Blumen aussäen

 Sabbatwein

  • 1/2 l trockener Rotwein
  • 250 ml naturtrüber Apfelsaft
  • Mark einer Vanilleschote
  • 1/2 Stange Zimt
  • 100 ml Rosenwasser
  • 2 Kardamomschoten gequetscht
  • flüssiger Honig (Akazien, Kastanien oder Lindenblüten)

Am Tag vor dem Erntemond Rotwein mit Saft im Kessel erhitzen (darf nicht kochen!). Vanillemark, Kardamom und Zimt unterrühren.
Abkühlen, durch ein Kaffefilter in eine Weithalskaraffe giessen. Rosenwasser hinzugeben, mit Honig abschmecken.

Sabbatwein – Variante

  • 1l Rotwein
  • 1 TL getrocknete Hagebuttenschalen
  • 1 TL Apfelstückchen
  • 1 Gewürznelke
  • Mark von 2 Vanilleschoten
  • 2 EL Ahornsirup

Alle Zutaten in einem Topf verrühren und kurz aufkochen.
Mind. 15 min ziehen lassen, abfiltrieren, erkalten lassen.

Syzygium_aromaticum_-_Köhler–s_Medizinal-Pflanzen-030

Gewürznelken: Erwärmende Zutat zum Sabbatwein. Signatur von Mars/Venus.

Moonlight Cookies

  • 250g Dinkelmehl 630
  • 125g feinblättrige Haferflocken (Schmelzflocken)
  • 1oog gemahlene Mandeln
  • 75ml Linden-Honig
  • 150g Butter
  • 1TL geriebene Zitronenschale
  • 2 EL Buttermilch
  • 1 Ei (m)
  • Safranbackpulver
  • je eine Prise Salz, Kardamon, Nelkenpulver, Koriander, Zimt.
  • Backbrett, Wellholz, grössere Auststechförmchen “Mondsichel”

Alle Zutaten werden miteinander zu einem fertigen Teig vermischt, gut geknetet und anschließend 1h in den Kühlschrank. Auswellen und Mondsicheln ausstechen.
Auf Blech mit Backpapier setzen und bei 160°C Heissluft 15-20 min hellgelb backen.

  • Sabbatwein und Cookies eignen sich gut für gemeinsame Feiern an den Eckfesten des Jahres – der Wein und die Kekse enthalten wärmende Gewürze, die den Sommer einfangen.

An Mabon kann man auch etwas davon an die Obstbäume im Garten sprengen – früher gossen Bäuerinnen Milch auf eine Ackerfurche des abgeernteten Feldes, eine Geste der Dankbarkeit- ein Ritual an Lammas oder Mabon. Kekse mit einer Kerze in ein Fenster gestellt ist eine freundliche Geste für die eigenen Vorfahren an Samhain.

sun_over_chartres_by_scrano-d7kauye

Herbstsonne – noch hat sie Glut – bald wird
sie sich in den Farben des Herbstlaubes verlieren.

 

September credits&refernces:

Month of Virgo, Demeter and Gaia
model: jl-modelstock, faestock
bg: eirian stock, koko stock

full credits: September

Posted by on September 1st, 2016 Kommentare deaktiviert

Sieben Todsünden: Invidia – Neid – Merkur

Neid, Schatten des Merkur.

Neidvoller Blick: Schatten des Merkur.

“Der Neid ist die einzige Todsünde, die überhaupt keinen Spaß macht.” Joseph Epstein.

  • Luzifer – Stolz – Sonne
  • Mammon – Geiz- Saturn
  • Leviathan – Neid – Merkur
  • Satan – Zorn – Mars
  • Asmodeus – Wollust – Venus
  • Beelzebub – Völlerei – Jupiter
  • Belphegor – Faulheit – Mond

Die Symbolik der “Sieben”. gibt es schon im Zusammenhang mit Lastern in der babylonischen und persischen Zeit. Es wird vermutet, der Ursprung der Todsündenlehre liege im Motiv der vorgeburtlichen Seelenreise. Bevor die Seele in die Welt der Materie  eintritt, müsse sie sieben Himmelssphären durchwandern. In jeder nehme sie einen guten Geist in sich auf, aber auch einen schlechten. Gebräuchlich war auch eine Zuordnung der Todsünden zu den Wochentagen: Am Sonntag bedrohe Stolz den Menschen, wenn er sich in der Messe Gott nicht unterwerfe. Tag des Neids sei der Montag, des Zorns der Dienstag. Die Trägheit, speziell die spirituelle, bedrohe den Menschen am Mittwoch, weil er zeitlich am weitesten vom Sonntag entfernt ist. Wenn der Mensch seine Gottnähe verloren habe, sei er am Donnerstag gefährdet, nach materiellen Gütern zu gieren, und sich am Freitag, wenn er dem Fasten verpflichtet wäre, der Völlerei hinzugeben. Wollust ist die Sünde des Samstags. Diese Form einer Korrespondenz-Lehre steht aber im Widerspruch zu der Hermetischen Zuordnung der Sünden zu den Tagen und ihren Planetenentsprechungen. Sowohl in der gnostischen, der hermetischen als auch gemäss der klassischen Moraltheologie sind die “Sieben Todsünden” weniger in Handlungen begründet, sondern Dispositionen: Persönlichkeitsstörungen oder Charakterdefizite. Deshalb kann man sie auch nicht beichten. Sie legen erst den Keim der Unmoral und sind die Ursache der späteren verwerflichen Akte. Astrologisch und psychologisch stellen sie die Schattenthematik der entsprechenden planetarischen  Archetypen dar.

Der Merkur beherrscht den Gedanken- und Informationsaustausch, sein Schatten: Üble Nachrede, Konkurrenzneid, Hinterlist und Schadenfreude. Die dunklen Seiten des Merkur in Loki oder Hermes, beide als extrem listig aber auch als Ränkeschmiede bekannt. So findet der Neid der SiebenTodsünden sein Ventil in der Schadenfreude oder im Austricksen der unliebsamen Mitstreiter. Spielen mit gezinkten Karten, Unfairness und Betrug, alles Folgen dieses Grundübels. Neid entsteht durch das Gefühl der Zurücksetzung und häufig auch durch Missverständnisse, eine gestörte Kommunikation. Shakespeares “Grünäugiges Monster” ein Kerkermeister der Seele, und ein schleichendes, fressendes Gift.  Solch destruktiver Neid ist nur unangenehm und schmerzhaft: Eine Mischung aus Gefühlen von Minderwertigkeit, Feindseligkeit und Ressentiment. Ihn verspürt, wer erkennt, dass ein anderer einen Vorzug besitzt, den er selbst gerne hätte – oder von dem er wünschte, der andere besäße ihn nicht.  Eine Quelle dafür ist  ”Benchmarking“, diese so hochgelobte neudeutsche Trendsportart: Messen und Differenzieren ist auch eine Hauptdomäne des Merkur. Er ist auch Herr der Skalen und der Unterscheidungen. So mancher dieser Massstäbe hängt aber schief,  wenn dieses Prinzip aus dem Ruder läuft. Wie ein gestörter Merkur sich auswirkt, weiss jeder, der schon seine Erfahrungen mit retrograden Phasen des schnellen Himmelsläufers gemacht hat. Den archetypischen Klassiker des Neid-Prinzips stellt wohl die Figur des Jago im Othello dar. Aber auch der biblische Kain fällt in diese Kategorie. König David ebenfalls, der den Urija um seine Frau beneidet und ihn deswegen in eine tödliche Feldschlacht schickt. Merkur beherrscht auch Handel und Wandel: Der Neid gilt auch als Motor der Ökonomie. Wer kennt nicht nicht den bezeichnenden Slogan: “Mein Haus, mein Auto, mein Boot ?”

1280px-Christian_Köhler_Othello

… hast Du zur Nacht gebetet, Desdemona? Shakespeare-Tragödie, durch Neid verursacht.
Othello und seine schlafende Frau, Quelle:wiki

Auch für die Buddhisten ist der Neid wohl eine der Hauptursachen für das Begehren, das wiederum Leiden erschafft und den karmischen Kreislauf antreibt.

 

Posted by on August 30th, 2016 Kommentare deaktiviert

Magisches Schwetzingen: Tempel des Mercurius

mercury_temple_by_scrano-d9eboyx

Freie Sicht auf den Merkurtempel vom Moscheeteich.
©beast666 2015

Das ungewöhnlich aussehende Gebäude zu Ehren des Gottes Merkur, errichtet von Nicolas de Pigage, 1787-1792, stellt eigentlich einen Totentempel dar, der  einem römischen Kuppelgrab nachempfunden wurde. Um einen weiteren Bezug zur Unterwelt herzustellen,  wurde er auf einem auf der Rückseite felsigen Hügel errichtet, der den Eingang in eine Grotte öffnet. Künstliche Ruinen waren in den Parks des Rokokko durchaus en vogue, sie sollten eine Art romatische “Parallelwelt”, ein verschwundenes paradiesisches Arkadien , nach dem man sich zurücksehnen kann, versinnbildlichen. Bei Pigage ist die Ruine  als Symbol der Vergänglichkeit alles Irdischen zu verstehen, das eine Verbindung zur Rolle des Hermes/Merkur als Psychopompos, einem Seelenführer herstellt. In der Antike bschützten diese die Verstorbenen und geleiteten sie in die Unterwelt. Weitere Seelenfüher waren Hekate oder bei den Ägyptern der Schakalgott Anubis und der Schreiber der Götter, Toth.  Letzterer wurde in der ptolemaischen Zeit dann mit dem griechischen Hermes/Merkur gleichgesetzt.

Am Merkurtempel sind als Schmuckelemente mehrere steinerne Bildttafeln angebracht. Über den Zugängen zum Tempel stellen Reliefs zur Mythologie des erfinderischen Götterboten und Beschützers der Reisenden einige Schlüsselszenen aus seinem Leben nach:
Hermes/ Merkur hat den hundertäugigen Wächter Argos mit Hilfe der Musik eingeschläfert, um ihm Io in Gesatalt einer Kuh zu rauben.  Ein mit Bändern geschmückter Stierschädel als Symbol des Totenkults hängt am Tympanon eines Fensters. Hermes war der einzige Olympier, der beliebig in den Hades abtauchen und diesen auch wieder unversehrt verlassen konnte. Er stellt ein daher wesentliches Element des Demeter-Mythos und damit der eleusinischen Mysterien dar: Als Unterhändler (er war auch für Verträge zuständig) brachte er den Kompromiss zustande, welcher die ob des Raubes ihrer Tochter erzürnte Göttin Demeter zum Einlenken veranlasste. Dieser Reise-Aspekt und seine Nähe zum Naturgott Pan (seinem Sohn) lassen vermuten, dass in dem umtriebigen Götterboten noch ein gutes Stück Urschamane steckt. Auch sein typischer Reisehut und gerade die Fähgkeit zum Unterhandeln, und nicht zuletzt auch sein Bezug zur Heilkunst – der Hermesstab Caduceus ist auch ein Symbol des Heilgottes Apollon und desssen Sohnes Äskulap – tragen zu diesem Bild bei.

Nahansicht der künstlichen Ruine. Szenen aus dem Leben des Merkur zieren die Portale. ©beast666 2014

Nahansicht der künstlichen Ruine. Szenen aus dem Leben
des Merkur zieren die Portale und Fenster. ©beast666 2014

Der Merkurtempel liegt auf einr Anhöhe gegenüber der Moschee und ist in Gänze nur über die Wasserfläche des davor liegenden Teiches hinweg zu sehen, in dem er sich spiegelt. Nähert sich der Besucher auf dem Landweg, verbirgt er sich dem Blick. Das Gebäude hat insgesamt eine unwirkliche, leicht unheimliche Anmutung, ein Effekt, der in Vollmondnächten bestimmt noch stärker zum Tragen kommt. Der Ruineneindruck ist auch aus der Nähe sehr realistisch: Risse durchziehen sichtbar das Mauerwerk und ein Teil der Kuppel fehlt. Doch verborgene Verankerungen bieten Halt, eine geniale Konstruktion des 18. Jahrhunderts. Nach der aufwendigen Restaurierung ist es auch wieder möglich über eine enge Wendeltreppe ins Innere der Kuppel zu gelangen. Hier eröffnet sich ein wunderschöner Ausblick über den Park.

Geheimsivoller Merkurtempel bei Vollmond.Verbirgt er das Wissen der Antike?

Geheimnisvoller Merkurtempel bei Vollmond.
Liegt in seiner Grotte das Portal zur Unterwelt?

Als Hermes Trismegistos, einem Beinamen, den er in der Spätantike erhielt,  steht Merkur auch für die Alchemie und die Wissenschaften, besonders für die okkulten Lehren der antiken Mysterien, auf die von den Geheimgesellschaften des 18. Jhd. wieder zurückgegriffen wurde. Sowohl Rosenkreuzer als auch Freimaurer beziehen einen grossen Teil ihrer Symbolik aus der Hermetik, manche Brüder der ersten Stunde, wie Elias Ashmole oder Sir Christopher Wren in Grossbritannien, waren bekennende Alchemisten.

Fotos: © beast666 2015

 

Posted by on August 28th, 2016 Kommentare deaktiviert

Segensreiche Disteln: Jupiter trifft Merkur in der Jungfrau

jupiter_in_capricorn_by_scrano-d8zve6x

Mandala: Jupiter in der vom Merkur regierten Jungfrau.
Fast wie eine Distel-Blüte: Fülle der Details.
Auch die Distel trägt die Signatur von Merkur und Jupiter.
Mars/Venus, bei Milchdisteln Mond/Saturn sind ebenfalls vertreten. 

 Die Distel und die Rose

Stand ein staubiger Distelstrauch
Und eine blühende Rose auch
Auf der sonnigen Heide. –
War die Distel voll Neide. –
Fegte der Winter den eisigen Hauch
Verderblich über die Flur.
Klagte die Rose voll Leide:
“Liebe Distel, jetzt sind wir nur
Stachelgewächse beide!”

Albert Roderich

(1846 – 1938), deutscher Dichter und Aphoristiker
Stängellose Kratzdistel am Albtrauf.

Stängellose Kratzdistel am Albtrauf.

In den als stacheliges Unkraut geschmähten Disteln steckt viel Gutes. Besonders heilwirksam ist die Mariendistel, die ihren Namen den weissen Flecken auf ihren Blättern verdankt: Milch der heiligen Jungfrau.*** Die Mariendistel gehört tatsächlich zu den ältesten Heilpflanzen. Bereits in der Antike  hat man im Mittelmeerraum die Früchte der stachligen Pflanze zur Behandlung von Leberleiden angewendet. Im Mittelalter wurde das wild wachsende Gewächs dann für die Klostermedizin regelrecht kultiviert.

Zur Vorbeugung gegen Reisekrankheit (Merkur):

  • Mit einem Liter kochenden Wasser ein Distelblatt, eine Prise gequetschter Mariendistelfrüchte und ein Wurzelstückchen überbrühen.
  •  Einige Minuten ziehen lassen, abseihen und süßen (Honig oder Ahornsirup)
  • Am Tag vor der Reise in kleinen Schlucken trinken.

Gegen Leberbeschwerden (Jupiter): Mariendistel-Tee.

  • Einen Teelöffel Mariendistelfrüchte im Mörser zerquetschen und mit kochendem Wasser überbrühen.
  • 10 bis 15 Minuten ziehen lassen,und abseihen. Noch heiß in kleinen Schlucken trinken: Am Morgen auf nüchternen Magen die erste Tasse, eine halbe Stunde vor dem Mittagessen die zweite. Die dritte und letzte Tasse trinken Sie vor dem Schlafengehen
  • Der Tee kann auch ergänzend mit Pfefferminze zubereitet werden. Er hilft vorbeugend und akut bei Beschwerden der Leber.

Magen und Darm (Merkur) anregen:

  • Fünf Gramm Distel-Kraut, getrocknet, mit kochendem Wasser aufgießen. Fünf Minuten ziehen lassen.
  • Abseihen und drei bis vier Tassen im Laufe des Tages trinken.

Als Leber-und Galletonikum gibt es auch bereits Fertigpräparate in der Apotheke, die Mariendistel enthalten.

Die Wirkkraft der Mariendistel auf die Leber ist so gross, dass sie bei Zirrhose eingesetzt wird und sogar Knollenblätterpilzvergiftungen mit ihrem Extrakt  behandelt werden. Hierzu wird eine Direktinfusion des Wirkstoffs Silybin verabreicht.

Auch die verdauungsfördernde Artischoke gehört zu den Distelgewächsen, ebenso die Karde, die gleichfalls heilkräftig und leberwirksam ist, wenn auch nicht in dem Ausmass wie bei der Mariendistel.

Kugeldisteln und grosse Karde sind hübsch im Staudenbeet und eine hervorragende Bienenweide im blütenarmen Spätsommer und Herbst.

Mariendistel-Blüte: Silybum marianum

Mariendistel-Blüte: Silybum marianum

Und schliesslich ist die Distel auch die Nationalblume von Schottland. Sogar die inoffizielle Nationalhymne der eigenwilligen Bewohner der Highlands, Erfinder des Whisky und der industriellen Revolution ist nach ihr benannt: Flower of Scotland”. Den Text zu “Flower of Scotland” gibt es hier. Ein weiteres schottischen Motto, das des Clans der Mackintosh lautet:Touch not the Cat but a Glove“. Schotten sprechen von sich auch als Volk des Clan Chattan, was soviel wie Katzenclan heisst, hier ist die schottische Wildkatze gemeint. Katzen und Disteln, Schottlands Nationalsymbole kommen alle ein wenig kratzbüstig daher. Wen wundert es, bei der Geschichte …

**Wie bei allen Heilpflanzen gilt: Vor Anwendung Beschwerden diagnostisch abklären lassen! Heilpraktiker und viele Ärzte verordnen mittlerweile auch wieder mehr pflanzliche Mittel.

***Solche “Milchflecken” deuten auch auf eine Mondsignatur: Tatsächlich hilft die Mariendistel auch bei Lymphproblemen und wird in der Intensivmedizin bei Hirnödemen eingesetzt. Lymphe und Hirnmasse werden vom Mond regiert. Damit wäre die Mariendistel, wie viele der alten Heilpflanzen auch eine Art Panacea, ähnlich der Schafgarbe oder der Ringelblume.

Essbare Kohldistel: Mehr vom Merkur dominiert.

Essbare Kohldistel: Mehr vom Merkur dominiert als vom Jupiter/Mars – gelbe Blüten.

Ernte: Die Kohldistel blüht von Juni bis Oktober.  Erntezeit der Blätter ist auf gemähten Wiesen von Mai bis September möglich. Die großen Blätter lassen sich in Streifen geschnitten oder blanchiert sehr gut einfrieren.

Cirsium_oleraceum

Cirsium oleraceum – Kohldistel
quelle:wiki

Zubereitungsarten: Die Kohldistel ist äußerst wohlschmeckend, der Geschmack ist mit keinem anderen Kulturgemüse vergleichbar, ein wenig der ebenfalls zur Familie gehörenden Artischocke ähnlich. Wie bei der grossen Schwester und auch der kratzbürstigen Silberdistel schmecken die Blütenböden besonders gut. Dafür sammelt man sie kurz vor dem Vollerblühen. Für eine Distel sind die Blätter nur wenig bestachelt. Sehr gut machen sich Kohldistelblätter als Wildspinat oder auch in klassischen Gemüseaufläufen. Ausgebacken in Bier- oder Weinteig sind Kohldistelblätter eine regelrechte Delikatesse.  Als Salatzutat schmeckt Kohldistel auch in rohem Zustand angenehm herb und vom Aroma her ein wenig nussig, fast walnussartig.

Carlin acaulis - Silberdistel - sie hat auch eine Mond/Saturn Signatur.

Carlin acaulis – Silberdistel – sie hat auch eine Mond/Saturn Signatur.

Auch die Silberdistelblüten wurden gegessen: Jäger- oder Hirtenbrot war daher der volkstümliche Name. Wegen der Nektarfülle wird sie gerne von Biene und Hummeln besucht. Disten sind eine gute Bienenweide im Spätsommer.

Eselsdistel

Bizarre Schönheit iund deutliches Signal: Don’t Touch!
Trotzdem werden Disteln von Ziegen gefressen.
Für Vögel sind ihre Samen unwiderstehlich.

Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

Posted by on August 25th, 2016 Kommentare deaktiviert