Archive for the ‘Neptun’ Category

 

Zahlenmystik: Neun – zwischen Ambivalenz und Transzendenz

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9: Spirale zur anderen Welt?
Die Neun, Zahl des Göttlichen und Dämonischen zugleich.
Liebling der Magier – Objekt der Furcht bei den Pythagoräern.
©scrano 2014

Die Zahl Neun wurde bei den Alten mit besonderer Ehrfuhrcht betrachtet, nicht zuletzt deshalb, weil sie das Prinzip der Drei in erhöhter Form darstellt: Bereits die Summation 3+3+3 enthält drei Summanden der heiligen Drei. Sie ist zudem die erste Quadratzahl einer ungeraden Zahl.

Nach einer Variante der antiken Elemente-Lehre war jedes der Grundprinzipien Erde-Wasser-Feuer-Luft aus je drei der anderen Elemente formbar. Allerdings waren diese Bestandteile nicht separierbar: Hört sich ein Bisschen wie Quarks an … lol! Es gab auch eine Auffassung, die dem chinesischen fünf-Elemente Zyklus ähnelt: Hier waren jedem der nur drei Elemente ein Paar der anderen beiden beigestellt, die einen regulativen Aspekt darstellten: Feuer wird z.B. von Wasser gehemmt und von Erde (Holz) genährt. Der Luftaspekt wurde in der sehr frühen Elementelehre meist ausser Acht gelasssen, so dass wieder eine heilige Dreiheit gebildet wurde: 3 Elemente, die wiederum ternär aufgebaut waren, in der Summation also wieder eine Neun bildend. Deswegen in der Magie der Spruch: … bei der Macht von drei mal drei … um Dinge der materiellen Welt zu beieinflussen. Gleichzeitig rief man die göttliche Drei des Jupiter in dreifacher Form an, wie beim grichischen Eid: Drei mal schwör ich’s, beim Zeus! Hier hilft in Wirklichkeit eine Neun, um sich des göttlichen Beistands zu versichern!

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Von der Acht zur Neun: Materie, von der höheren Warte betrachtet.

Bei den Pythagoräern war die Neun einerseits die Repräsentaion der Materie, wie schon erklärt, anderseits war sie eine machtvolle, ihnen etwas unheimliche Umschreibung des universellen Kreislaufs: Die Neun hat gegenüber allen Transformationen (Rechenoperationen) einen gewissen Grad von Invarianz. Schlicht geprochen, am Ende steht als Ergebnis wieder eine Neun da. Dieser “in sich selbst zurückfallende” Effekt erinnert sehr an die andere “Unendlichkeitsnummer“, die Acht, mit ihrem einprägsamen Symbol, dem Ouroboros. Dazu kommt noch der Umstand dass ein Umkreis von 360° in der Quersumme ebenfalls Neun ergibt: 3+6+0=9. Daher war die Neun wegen der Perfektion des Kreises und seinem Bezug zur Sonne (astrologisches Sonnen-Symbol!) dem Lichtgott Apollon heilig, er wurde daher auch von neun Musen begleitet. Es gab neun himmlische Sphären, aber auch neun Kreise der Unterwelt (nicht erst seit Dante’s Inferno). Denn die Neun war auch deshalb ambivant besetzt, da sie wie die plutonische Acht die Unausweichlichkeit der Veränderung und der Vergänglichkeit in sich trägt. So war sie auch ein Symbol des Hades und mit der Acht zusammen wurde sie von der Ananke, dem Schicksalzwang beherrscht.

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Chateau Puivert, klimaktischer Schauplatz von die “Neun Pforten”.
Original von „CHATEAU CATHARE“ von Bridom – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0

Neun Stufen zur göttlichen Weisheit oder Neun Pforten in die Unterwelt ?

Im Film “The Ninth Gate” von Roman Polanski ist ebenfalls die Ambivalenz der Neun thematisiert: Obwohl sie im 9. Haus des Horoskops Sinnhaftigkeit unfd Weisheit repräsentiert, hat sie auch einen tedie-liebendenuflischen Ruch. Der Teufel im Tarot, Gegenkarte zu den “Liebenden” versinnbildlicht den oberen Pol der Achse 3/9 des Zodiak, Zwillinge und Schütze. Die Kartenzahlen 6 und fünfzehn (QS=6), ergeben die umgekehrte Neun. Sechs und Neun standen in der antiken Zahlenlehre in einem direkten Zusammenhang, wobei beiden Zahlen teuflische und göttliche Symbolik zugleich zugeschrieben wurde.der-teufel Nach der Übernahme der indisch-arabischen Ziffern wurde das durch die Symbolik der gemeinsamen, lediglich gedrehten Spiralglyphe noch stärker empfunden. Die Teufelskarte zeigt uns die Schattenzüge des Jupiter. Die Ikonographie verbindet den Teufel auch mit dem Hierophant, Sinnbild der organisierten Form von Religion, für die Jupiter und das 9. Haus ebenfalls stehen. Die Burg Puivert, eine Katharerfestung ist der Schauplatz des Showdowns im Film und schliesslich auch die echte 9. Pforte, durch die der Protagonist von Luzifer (Lichtträger) zum vollkommenen Wissen initiiert wird. Die Katharer, eine gnostisch-christliche Sekte hatten eine besondere Beziehung zum Dualismus Gott-Teufel. Für sie war er die Verkörperung des materiellen Asder-hierophantpekts im Kosmos. Ihren Körper verstanden sie als Gefängnis der Seele. Die ursprünglichen von den Bogumilen (=Gott liebenden) abstammenden Katharer oder Albigenser wurden von der römischen Kirche als Teufelsanbeter denunziert und gnadenlos verfolgt. Neun Pforten ist ein Hinweis auf die neun Kreise der Hölle bei Dantes Inferno, die ihren Ursprung wiederum in den neun Höllentoren der sumerischen Unterwelt haben. Hier im Reich der Göttin Ereschkigal, der dunklen Schwester von Inanna, herrschen auch neun Totenrichter, die Annunaki – nein es sind keine “Ancient Aliens”! Als Gegenstück zur schaurigen Unterwelt gab es auch neun Sphären des Paradieses.

Die Neun ist, wie bereits erwähnt, die erste Quadratzahl einer ungeraden natürlichen Zahl, sozusagen ein Ausbund an männlicher Zeugungskraft … bei den Pythagoräern waren ungerade Zahlen männlich, gerade weiblich (Papa Freud hätte seine Freud’). Diese Auffassung stammt von der Darstellung der Zahlen mit Zählsteinchen, den Psephoi, auf einem Rechenbrett in sogenannter Polygonalform (Dreieck, Quadrat, Rechteck). Ungerade Zahlen ergeben nach dieser Methode das als perfekt betrachtete Quadrat, gerade Zahlen ein Rechteck. Da man männlich als höherwertig betrachtete, alte Chauvi-Griechen, wurde die Zeugungskraft in die ungeraden Zahlen projeziert. Daher wurde von den Kabbalisten auch das Ei der Schöpfung mit der Neun in Verbindung gebracht (na ja, was soll am machen, mit einem einsamen männlichen Schöpfergott).

Das erste und kleinste magische Quadrat beitzt neun Felder und hat die magische Summe 15, QS=6, eine umgekehrte Neun!

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Die Invarianz der Neun

Die Pythagoräer vermieden wegen ihrer Besorgnis daher alles in Verbindung mit der Neun beim Namen zu nennen. Die schlimmste Zahl war für sie die 81, da sie die Quadratzahl von Neun ist, und oh Schreck, auch noch die Quersumme 8+1, wieder die Neun ergibt. Die Sechs galt als Symbol des Kosmos und der harmonischen Verbindung von Geist und Materie (Hexagramm der Alchemisten), der Kubus mit seinen sechs Flächen war ein Modell für das heilige Jerusalem. Die auf dem Kopf stehende Ziffer Neun wurde als Inversion dieses Prinzips und damit noch zusätzlich als latent dämonisch angesehen. Daher: Nicht 666 ist die Zahl des Tiers, sondern vieleicht 999? Ok … lassen wir die Gematrie lieber aussen vor, liebe Apokalyptiker.***

  • Beiden Zahlen liegt eine Spiralfigur zugrunde, die vom Rand ins Zentrum weist: Bei Sechs von Oben nach Unten, bei Neun gerade entgegengesetzt.
  • Hier führt die Neun die Wahrnehmung zur Göttlichkeit hin. Bewegt man sich aus dem Zentrum heraus ist die Symbolik gerade umgekehrt …

Eine weitere Kuriosität der Neun stellt folgende arithmetische Übung dar:

1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 . 7 . 8 . 9 . 10
9 . 18 . 27 . 36 . 45 . 54 . 63 . 72 . 81 . 90

In der ersten Reihe stehen einfach die Zahlen von 1 bis 10. In der darunterliegenden Zeile sind die Ergebnisse nach Multiplikation mit der Neun dargestellt. Betrachtet man die Zahlenfolge genauer, fällt auf, dass die linke Hälfte die rechte spiegelt: 45->54, 36->63 … etc. Dazu kommt noch dass die erste Ziffer der Zahlenreihe aufwärts wieder 1, 2, 3 … 9 ergibt, die zweite Ziffer tut dies spiegelverkehrt und abwärts.

Die Zahl Neun hat noch weitere mathe-magische Kuriosa zu bieten, sie scheint selbst vollkommen unwandelbar zu sein. Für die Welt des Materiellen ist sie entweder unsichtbar (Summen) oder sie führt alles, was mit ihr in Kontakt kommt, wieder auf sich selbst zurück (Produkt).

Eigener Exponent:

  • 9 = 387420489
  • Quersumme: 45
  • Basis 9 = 9

Summe:

  • Σ 9 = 45
  • Quersumme: 9

Fakultät:

  • 9! = 362880
  • Quersumme: 27
  • Basis 9 = 9

Magische Summe des 9×9-Quadrats:

  • M(9) = 369
  • Quersumme: 18
  • Basis 9 = 9

Im Freimaurertum wird die Neun als Potenzierung der heiligen Drei gesehen, daher wird auch dort die Neun und sie enthaltende Zahlen wie die 27 oder die 81 in der Ritualistik als Vielfaches der Drei behandelt und angesprochen. Doch die Macht von drei mal drei … und ganz ohne Hexerei ! Apropos Hexen: Natürlich wird so eine machtvoll zauberische Zahl auch hier fleissig verwendet, allerding wie bei der Bruderschaft und den alten Pythagoräern mit derselben heiligen Scheu. Da berufen wir uns doch lieber auf Zeus (Trinität mit Poseidon und Hades) oder die christliche Trinität (Vater-Sohn-Geist), als das Kind beim Namen zu nennen. Man weiss ja nicht …

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Von Zeus zum Hades: Die Ambivalenz der Neun …
Bilder: wikmedia, license CC-BY-SA 3.0/4.0

Was die zahlenmagische Welt nördlich der Alpen anbelangt:

Allvater Odin oder südgermanisch „Wodan“ oder „Wotan“ in der nordischen Mythologie hängte sich selbst 9 Tage und Nächte an der Weltenesche Yggdrasil auf, um danach mit größerer Weisheit zu neuem Glanz zu gelangen. Zuvor verwundete er sich mit einem Speer. Klingt ein wenig nach dem Sonnentanz der Lakota von den Great Plains. (Richard Harris in dem Film “Der Mann, den sie Pferd nannten” demonstrierte diese Schmerz-Initiation auf drastische Weise.) Dieses Selbstopfer Odins am Weltenbaum wird aber auch als symbolischer Tod mitsamt einer Wiederauferstehung verstanden und deshalb auch mit christlicher Symbolik und christlicher Überlieferung in Verbindung gebracht: Ist mir zu schamanisch für solche Einflüsse. Odin war auch keine Erlöserfigur, dafür käme mehr der solare Heros Balder in Frage. Der eher saturnisch-merkurische (mit einem kräftigen Schuss Jupiter) Odin strebte nach höherem Wissen, ganz nach Art einer schamanischen Initiation. Sein Yantra – der Walknot besteht aus drei Dreiecken=9! Dieses Symbol findet sich auf Gräbern von im Kampf gefallenen Wikingern.

Apropos Yggdrasil: Das Wort ist ambivalent besetzt, einerseits der Weltenbaum, der wundersamerweise auch neun Welt-Ebenen trägt, andererseits Sleipnir, das ACHT-beinige Reittier Odins wird auch so bezeichnet. Dieses Wunderross ist wegen der Bein-Nummer ein typisches Schamanenpferd, wie es ebenfalls am Altai auftaucht. Auch die griechischen Centauren kann man in diesem Licht betrachten, ihre wilde “Pferde”-Hälfte war wohl ihr Reisevehikel, die Centauren waren ausserdem für ihr grosses Heilwissen berühmt. Der bekannteste von ihnen, Chiron war ein Halbbruder von Jupiter, was wieder mit Odin und seinem Reittier Querverbindungen aufweist. Im Zusammenhang mit der Sinn- und Weisheitssuche, die hier mit der Mythologie des Neuner-Prinzips assoziert wird, steht in der Astrologie, wie bereits beschrieben, die Bedeutung des neunten Zeiches, dem Schützen mit seinem zugehörigen Haus. Hier herrscht der der König der Drei (mal Drei), nämlich Jupiter/Zeus. Sein Haus beinhaltet Thematiken wie Philosophie, Religion, Ethik, aber auch Expansions- und Bewegungsdrang, sowie die Sehnsucht nach Ferne und Exotik. Dargestellt wird das Zeichen wiederum als Zentaur.

Auch die Zahl Neun selbst ist global vertreten. Nicht nur in der alten Welt war diese Zahl heilig: In der Mythologie der Maya gab es eine 9-stufige Unterwelt:
Xibalbá war die unterste Ebene eines dreigliedrigen Kosmos und ähnelt dem Fegefeuer, wobei die Seelen hier nicht passiv verharren müssen, sondern sich Prüfungen stellen um sich von negativen Anhaftungen ihres alten Lebens zu befreien. Die Maya und andere meso-und südamerikanische Kulturen haben einen stark schamanisch geprägten Hintergrund, daher spielt die Drei und eben auch die Neun in ihrer Kosmologie ine besondere Rolle.

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Horus ist der Schlüssel: Kabbalistischer Lebensbaum und ägyptischer Schöpfungsmythos.
Enneade: Referenzen für wikimedia commons Inhalte am Ende des Artikels.

Von der Enneade zur Zehn des Etz Chaim: Eine Enneade ist eine Anordnung von neun Personen in einer Art Stammbaum-Tafel. Diese genealogische Abbildung erzählt häufig auch eine Schöpfungsgeschichte. Die berühmteste solche Bildtafel ist die von Heliopolis, mit ihren Vorläufern, der Ogdoade (Achtheit), die an die primordialen Götter und Titanen der alten Griechen erinnern. Amun, der alte Schöpfergott von Karnak tritt in der Ogdoade mit seiner Gemahin Amunet als letztes der Paare des primordialen Stammbaums hervor. Er gilt als Vater des Re, der später mit dem Atum der Enneade zu Atum-Re verschmilzt. Die Enneade ist wohl der älteste Schöpfungmythos im alten Ägypten. Auch hier erzeugt die Achtheit die Neunheit! Durch die Weiterführung der Enneade über die Osirislegende erhält man durch den Lichtgott Horus am Ende eine Zehnheit. Womit wir nun bei der Kabbala mit ihrem Lebnsbaum Etz Chaim angelangt sind. Dieser enthält 10 Stationen auf dem Weg zur Unio Mystica, der Vereinigung mit dem Göttlichen, wobei 22 Wege beschritten werden. Diese 10 Stufen nennt man Sephirot, singular Sephira, ZIFFER. In den hermetischen Lehren späterer Zeiten wird die Symbolik dieses Lebensbaumes dann mit den Grossen Arkana des Tarot in Zusammenhang gebracht.

In den kleinen Arkana spielt die Neun die Rolle eines Symbols der Fülle, aber auch des Übermasses, ganz im jupiterianischen Sinn.

  • 9 Stäbe: Viel Arbeit, Warnung, lieber etwas zurückzurudern
  • 9 Kelche: Hohe Zufriedenheit, Warnung vor zu viel Saturiertheit
  • 9 Schwerter: Grosse innere Spannung, Gedankenspirale, Warnung, vor übertriebenen Sorgen
  • 9 Münzen: Grosse materielle Sicherheit, Warnung vor Flucht in Äusserlichkeiten

der-eremitDie Karte IX, “Der Eremit” aus den grossen Arkana ist ein Bild für das Finden von wahren eigenen Werten und einer individuellen Berufung. Der Eremit ist ein Sinnbild für einen Pol der Achse: Jungfrau-Merkur|Fische-Jupiter (Neptun)*** und steht auch im Zusammenhang mit dem 9. Haus (Sinn-und Wahrheitssuche, im globalen Sinn). der-mondKarte XVIII (Quersumme 9) “Der Mond” warnt uns vor Selbstbetrug und Scheinheiligkeit, übertriebenen Erwartungen, dem Sumpf der Gefühle, gefolgt von Täuschung und Ent-täuschung. Diese Trumpfkarte ist der Gegenpol des Eremiten und steht thematisch sowohl mit dem 9. Haus des Schütze/Jupiter Prinzips als auch mit dem Neptun des 12.Hauses der Fische (Quersumme 3) in Beziehung.

***Jupiter herrscht in Haus neun und im Schützen, er ist auch der Co-Regent von Haus 12 und den Fischen. In den Fischen befindet sich Jupiter im Nachthaus, ist Yin-haft, und dem Wasserelement der Gefühle zugeordnet.

***666: Ambivalent, sowohl die »Zahl des Tiers«im Christentum, als auch die Zahl Hakathriels, des Engels der Hoheit. Gilt bei Fundamentalisten und Hollywoodautoren als Zahl des Antichrist, vielleicht auch nur ein gematrischer Fehler: 618 wurde auch schon diskutiert. Viele der frühen Kirchenlehrer waren nicht gerade die hellsten Lichter am Kronleuchter. Sie ist die nach Agrippa die solare Zahl, die Summe des Quadrats der Sonne (111), multipliziert mit der Seitenlänge 6. Eine Grundzahl der heiligen Geometrie. Genau wie bei 999 hat auch 666 die Quersumme NEUN!

Enneade: Bilderquellen aus wikimedia commons : Jeff Dahl, [GDFL] A worried citizen (Geb, Eigenes Werk) und A. Parrot (Nut, Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0/4.0], via Wikimedia Commons.

Posted by on Dezember 11th, 2016 Kommentare deaktiviert

Fraktale Welten: Dreaming like Salvador

Dreaming of Salvador (Dali).©scrano 2016 model:jamari lior

Phantastische Welten: Dreaming like Salvador (Dali).
©scrano 2016 model:jamari lior

  • Homage an Salvador Dali, enfant terrible und Meister des Surrealen.
  • Sonne im Stier, Mond im Widder, ASC Krebs – dominanter Uranus und Neptun.
  • Das Stierkampfmotiv taucht in den Werken Salvador Dalis, wie auch bei anderen spanische Malern, etwa Goya oder Picasso auf. Allerdings war Dali mehr an der Mythologie interessiert, wie dem Minotauros und dem Mithras-Stier, als an dem Geschehen in der Kampfarena.
  • Der Stier gilt als Symbol der kosmischen Schöpfung, er ist mit den alten Fruchtbarkeitsgöttinnen assoziert: Inanna, Ishtar oder die kretische MAgna MAter
  • Im Mithras-Kult gilt die Stiertötung als Akt zur Einleitung eines neuen Weltzeitalters.
  • Stierkampf ist uralt und wurde bereits bei den Kretern praktiziert – jedoch waren deren Stierspiele wahrscheinlich unblutig, eine Mutprobe als Initiation der Jugend – dennoch sehr gefährlich. An diesen als “Stierspringen” bekannten Ritualen nahmen  Mädchen und Jungen ateil.
  • Die moderne Stiermetzelei und auch das Stiertreiben von Pamplona braucht es wohl heutzuage nicht mehr, sie sind ein trauriger Abklatsch und eine Perversion des einstigen Stierkults im Mittelmeerraum.

* 11.5. 1904 in Figueras, Spanien.

Radix Salvador Dali

Radix Salvador Dali

Das T-Quadrat Neptun-Uranus mit dem Mond konjunkt am MC bestimmt wohl sein Kunstschaffen – modern, wagemutig und provokant, aber sehr emotional und voller Traumwelten. Der impulsive und leidenschaftliche Widdermond an der Spitze des T-Quadrates  ist besonders einflussreich, da er sein Geburtsherrscher (ASC Krebs) ist und gleichzeitig eleviert steht. Mit Sonne und Venus im Stier besass Dali ein Geschick für präzise handwerkliche Fähigkeiten – sein Stil entsprach der Maltechnik der alten Meister.  Der Tod, okkulte und abseitige Dinge (Pluto in 12, Saturn in 8 dazu im Trigon) , aber auch Religion inpirierten viele der Motive seiner Bilder. Er interessierte sich auch für das Medium Film (Neptun) als künstlerische Ausdrucksform,  oder wissenschaftliche und medizinische Neuerungen wie die Psychoanalyse (Uranus, Pluto in Haus 12) von Sigmund Freud. Beide Themen flossen in seine gemeinsame Arbeit mit Alfred Hitchcock ein:

Moderne Version der Traumsequenz aus dem psychologischen Thriller “Spellbound” mit Musik von Eurythmics.

Ausserdem war Dali, wie Escher begeistert von “unmöglichen” Geometrien – eines seiner berühmtesten Werke zeigt in einer Kreuzigungs-Szene sogar einen Tesseract oder Hypercube in seiner 3D-Explosions-Projektion: So ergibt sich ein aus Würfeln aufgebautes, 4-dimensionales  Kreuz, an dem Christus hängt. Ob Dali wohl auch an Fraktalen sein Vergnügen gehabt hätte?

Minolta DSC

Stierspringer auf einem Fries im Palast von Knossos, Kreta.
quelle: PD via wiki.

Fraktalbilder der Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

Posted by on Dezember 6th, 2016 Kommentare deaktiviert

Auf der roten Liste: Der Schamane – eine gefährdete Spezies?

SB_-_Altay_shaman_with_drum wikimedia commons

Altai-Schamanin: Quelle:wiki

Schamanische Rituale in der Moderne, blosse Touristenfolklore und Alles, ausser authentisch ??? Nein, es gibt echtes Schamanentum tatsächlich …. noch.

Der Schamanismus gilt als älteste Religion der Welt und seine Spuren lassen sich bis in die früheste Steinzeit zurückverfolgen. Im Laufe der Jahrtausende hat er verschiedene Formen angenommen, die so vielfältig sind wie die Kulturen dieser Erde – und gerade jetzt, in unserer modernen Zeit erlebt er eine Renaissance. Welchen Reiz übt heute eine archaische Weltanschauung aus, die auf uralten Ekstasetechniken beruht, die es dem Schamanen erlauben, in andere Welten zu reisen, um dort von Göttern und Geistern Wissen, Weisheit oder Heilung zu erlangen?

Gibt es jene Anderswelten wirklich oder beschreiten Schamanen lediglich einen Weg in innere Räume des Bewusstseins? Öko- und Ethnospiritualität steht hoch im Kurs – inklusive Risiken und  Nebenwirkungen ! Durch unkritische NewAge Anhänger vereinnahmt und leider meistens verfälscht ist gerade der Schamanismus als Weltkulturgut in Gefahr verramscht zu werden, oder zu Touristenkitsch zu verkommen:

  • Pauschaltourismus in die Geisterwelt – Schamane an einem Wochenende !
  • Als quasi-Animationsangebot – Spiri-tainment!
  • Die Anderswelt ein spirituelles Disneyland ?
  • Oder es werden gefährliche Praktiken mit psychedelischen Drogen vermittelt !

Mit Carlos Castaneda‘s umstrittenen Werken fing es an: in den 70er Jahren, befeuert von Timothy Leary’s LSD Experimenten, und gerade nachdem Mircea Eliade sein Buch über archaische, religiöse  Ekstasetechniken herausgebracht hatte. Seitdem rollt die Ethnopsychedelic-Welle im Nachzug der Hippiebewegung ungebremst bis heute. Dabei galt Schamanismus als psychische Krankheit oder Form der Epilepsie bis Mitte des 20. Jhd. und wurde als “Arktische Hysterie” bezeichnet. Erst der zuvor genannte Religionshistoriker und Anthropologe Mircea Eliade rehabilitierte ihn als authentische vollwertige Form der Religion und Medizin. Den Religionscharakter versucht man gegenwärtig wieder zu relativieren und spricht von Naturphilosophie etc. Dann wäre aber der Buddhismus auch nicht Religion zu nennen. Ausserdem enthalten viele  der antiken und auch der modernen Mainstream-Religionen einen Kern an schamanischen Vorstellungswelten. Doch nicht zuletzt die Funktion des Schamanen als Heiler fasziniert uns: Gerade im medizinischen Bereich finden Ethnobotaniker und Pharmakologen erstaunliche Schätze im pflanzlichen Arzneiwissen der Schamanen, aber hier droht Ausbeutung durch Pharamakonzerne, die das Pflanzenwissen der Naturvölker vor allem des Amazonasgebiets abgreifen um es dann zu patentieren.

Woher rührt aber das steigende Interesse, mit einer enormen Breitenwirkung, an religiösen und medizinischen Praktiken sogenannnter Naturvölker in der westlich-aufgeklärten Welt:

Ist es die Fragwürdigkeit von Machbarkeit um jeden Preis, die beklagte Entfremdung von der Natur – ihre befürchtete Zerstörung? Zu starke Technisierung, zu viel Wissenschaft? Nun gerade bei letzterer herrscht in der Rezeption durch die Allgemeinheit immer noch eine Sichtweise aus dem späten 19. Jhd. vor: Der andauernde Vorwurf des Reduktionismus ist vor allem in der modernen Physik nicht haltbar. Und was heisst hier modern, dieser Begriff ist schon auf die Göttinger Goldene Epoche des Born’schen Seminars der 1920iger Jahre anzuwenden. Das liegt vielleicht auch am lautstarken Ego-Posieren vieler der selbsternannten Skeptiker, deren Weltbild wirklich noch bei Descartes hängengeblieben ist.

  • Die moderne Wissenschaft ist vielleicht mystischer als Sie glauben.
  • Der Abschied vom cartesischen Weltbild mit seiner strikten Geist- Materie Trennung ist in etlichen Disziplinen schon erfolgt: Physik, Kybernetik, Neurowissenschaften etc.

Als Auslöser solcher archaischer Sehnsüchte ist wohl überwiegend die “Spirituelle Verarmung” zu nennen: Z.B das Fehlen von Psychodrama und ansprechenden Ritualen in den Mainstream-Religionen. Oder es werden immer noch angestaubte, entwicklungshemmende Dogmen verbreitet. Man denke nur an den  letzten Vorstoss des Papstes zur Erneuerung der Sexualmoral und des Verständnisses von Ehe und Familie: Über 70% der Geriatrie-Kleriker alias Kardinalskurie will an den alten Zöpfen festhalten.

Reiseführer

Reiseführer Schmetterling …eine Analogie zum Pluto-Prinzip.
Spirit Guide ©scrano 2013

An der verständlichen Sehnsucht nach mehr Unmittelbarkeit in der Spiritualität oder mehr Rückverbindung zur Natur ist eigentlich nichts Falsches,  und die schamanische Weltsicht der beseelten Natur kann uns neuen Respekt und achtsameren Umgang lehren. Das Verführerische an der  ”Schamanischen Erfahrung”  oder was man dafür hält, ist zudem die als kulturübergreifend verstandene und schlichte Ritualistik, die zu scheinbar schnellen Erfolgen führt. Vor allem der überstrapazierte Begriff des sogenannten “Core-Schamanismus” hat hier für viel Verwirrung gesorgt und wegen des Hypes, der darum entstanden ist, auch Menschen angezogen, die nicht das Seelenheil ihrer Klienten im Sinne hatten, sondern nur das schnelle Geld. Was muss man da nicht für unsinnige und teilweise gefährliche Angebote vor allem diversen Internetauftritten entnehmen! Darüber hinaus hat Harner, ein Anthropologe, dem wir die Theorie des “Core-Schamanismus” verdanken, bei allen Versuchen daraus eine Heilmethode für uns postindustrielle Wesen herauszudestillieren, nicht bedacht, dass so etwas nicht mit Verfahren der Lehrbuchpsychologie zu vergleichen ist.

Was nützt die beste aus vergleichenden Analysen hergeleitete Methodik, wenn einem die innere Landkarte der spirituellen Welt längst abhanden gekommen ist ? Die Anderswelt ist nicht die Spielwiese einer Fantasiereise, mit der diese Thematik oft verwechselt wird.

Auch Archetypen wollen interpretiert werden, auch der Schamane muss bei seinen “Reisen” navigieren. Dazu dienen Mythen, Überlieferungen und Märchen, die in jeder noch lebendigen schamanischen Kultur zentrale Elemente sind, und auch eine Grundlage des Wertesystems liefern.

Gerade hier liegt das Problem: Wie einheimische Nahrungsmittel und Heilpflanzen oft für uns besser verträglich sind als eingeführte, so ist das auch mit Mythologie: Sie entwickelt sich ebenfalls in Co-Evolution des Menschen mit seiner Umwelt. Mythen fremder Völker vermitteln uns nicht unbedingt die Vorstellungswelt, die man braucht, damit man erfolgreich in Anderswelten reisen kann. Eine reine Trance kann man sich relativ einfach verpassen. Dazu reicht schon eintönige Arbeit, mit einer körperliche Tätigkeit, die sich ständig wiederholt.

Wenn man sich schon auf schamanische oder andere religiös untermauerte naturmedizinische Verfahren einlassen will, sollte man doch eine gewisse eigene Grundlage mitbringen. Daher wäre es wohl vernünftiger, hier nicht  bei exotischen Völkern sein Heil zu suchen, sondern zuerst nach seinen eigene Wurzeln zu graben. Es ist leider nicht ganz leicht zu den eigenen naturreligiösen Ursprüngen zu gelangen. Dafür haben Romanisierung, Christianisierung, Völkerwanderungswirren, Radikalaufklärung und romantisierende Rezeptionen durch nationalistische Kreise (Wagner, Ariosophie etc.) und zuletzt noch die Nazis gesorgt.

Totem: Ahnengeister und Masken,
ein Accessoire des Schamanen.

Man durfte als Archäologe bis vor gar nicht so langer Zeit das Wort Kelte oder – oh Schreck, Germane gar nicht mehr in den Mund nehmen ohne gleich in die “Braune Abteilung” verlegt zu werden, oder seiner Karriere einen dauerhaften Knick zu bescheren. Ein paar dieser Rudimente eines europäischen Schamanentums lassen sich durchaus auch finden. Seit Frazer’s “Der Goldene Zweig” haben sich schon viele Gelehrte daran versucht, unter ihnen Margaret Murray, die bekannte britische Ägyptologin, später auch der renommierte Historiker Carlo Ginzburg. Das Problem hierbei ist, nicht über das Ziel hinauszuschiessen. Andere bemühten sich gleich um regelrechte religiöse Wurzeln, einen alten, im Neolithikum verorteten Kult einer “Magna Mater”  und eines “Herrn der Tiere” wiederzubeleben. Hierher gehört Gerald Gardner mit seiner Wicca-Religion, die ebenfalls deutlich schamanistische Züge aufweist, zumindest was das Weltbild betrifft. Die  moderne Alternative wäre, sich neue Mythen zu schaffen, wie sehr dies gewünscht wird zeigt der Erfolg von Büchern wie Harry Potter oder Filmen wie “Herr der Ringe”. Sie könnten die benötigten inneren Bilder liefern, die mit unserer Psyche in Resonanz treten. Viele der beliebten Online-Rollenspiele, wie WoW, bedienen dieselben Sehnsüchte. Der Trend zu mehr mystischem Erleben und einer heilen Beziehung zur Natur existiert schon seit dem Ende des 19. Jhd. und er läuft ungebremst weiter. Anthroposophie, Wandervögel, Naturisten machten den nur den Anfang, Wellnessbewegung und der Esoterikboom folgten auf dem Fuss. Nach einem Intermezzo mit Ayurveda und Feng Shui sind wir jetzt in den virtuellen Welten von Second Life, Mind Technology und Technoheiden angelangt.

Keltischer Herr der Tiere: CernunnosQuelle: wiki

Keltischer Herr der Tiere: Cernunnos
Quelle: wiki

Auf jeden Fall hilft erst einmal mehr Achtsamkeit auf Kulturinhalte der eigenen Vergangenheit bei der Orientierung im Dschungel der mythenbewegten Imagination. Gestützt von solidem Wissen, fällt es leichter, sich in der Welt der Archetypen und der eigenen Psyche zurechtzufinden, statt auf bunt zusammengewürfelte Folklore, aus exotischen Ländern oder direkt frei erfunden, hereinzufallen.

Gerade bei den angeblich authentischen Praktiken fremder Ethnien wird oft hanebüchener Unsinn vermarktet. Da gibt es: Selbsternannte Schamanen, kulturellen Diebstahl bei indigenen Völkern, vor allem bei den nordamerikanischen Indianern. Ironischerweise kommt dabei oft nur Indianerfolklore vom Karl May Typus des “edlen Wilden” heraus.

Alles nur "Schall und Rauch" oder "Sound and Vosion", wie der sehr Okkultismus-erfahrene David Bowie es ausdrückte.

Alles nur “Schall und Rauch” oder “Sound and Vision” ?
wie der sehr okkultismus-erfahrene David Bowie es ausdrückte.
Luft-Elemental, scrano 2013

Ausserdem haben die Indianer der “Great Plains”, die oft als Vorbild herhalten müssen, nicht die angeblichen Heilverfahren, sondern eine schamanische Kultur eigener Prägung, die die wenigsten der mit dem “Core-Schamanismus” assoziierten Elemente enthält. Durch Heya-Heya Singen in einer Schwitzhütte wird man kein Indianer und ohne entsprechende spirituelle Vorbereitung kann man aus dem Ritual auch nichts mitnehmen. Allenfalls wird die übliche Konsumerwartung bedient. Dann hat man es aber auch nicht anders verdient. Vielleicht tun viele Heilssucher doch besser daran, ihren Eskapismus im World-Wide-Web auszutoben, das ist für die Freizeitschamanen auch ungefährlicher  als bei der Indianersauna eine Herzattacke oder bei der Ayahuasca-Session das bisschen Restverstand zu riskieren. Denn  da die tatsächliche Wirkung der “Seelenliane” keineswegs den übersteigerten Erwartungen der Eso-Konsumenten entspricht, mischen manche der selbsternannten Zauberdoktoren den ahnungslosen Spiritainment-Abenteurern harte Drogen in das “magische” Gebräu.

Das Internet, die neue, sichere Anderswelt ? Cyber- und Technoschamanen lassen grüssen. Aber wenigstens lassen die Anderswelt-Süchtigen dann die Einheimischen in Ruhe und gefährden sich nicht selbst.

Denn mittlerweile hat sich in den letzten Kulturen mit indigenem Schamanentum ein ernstzunehmendes Problem entwickelt. Angehörige solcher noch authentisch nach ihren Glaubensvorstellungen lebenden Volksgruppen fragen sich zunehmend: “Warum unsere Praktiken nicht selbst vermarkten ?” Gerade bei der anderen, von wildgewordenen Heils-Touristen bedrängten Kultur schamanischer Prägung, den Tuva des Altai, hat sich ein Trivialschamanismus herausgebildet, den man an die Eso-Touristen weiterverkaufen kann. Dort werden dann Harners Theorien verbreitet, die echten Wurzeln sind durch solcherlei Umtriebe durchaus gefährdet. Ähnliches gab es auch schon bei den Geist-Chirurgen der Philippinen, und diese Epidemie gewinnt an Boden, auch gerade in Mittel-und Südamerika.

Daher die berechtigte Frage: Wie lange wird es diesen Kulturschatz noch unverfälscht geben? Der Verlust wäre unverzeihlich.

 

 

Posted by on November 22nd, 2016 1 Comment

Ängste im Horoskop: Die Kerker des Pluto

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Pluto oder Ananke konfrontieren uns mit dem Unausweichlichen.
Forza di Destino? ©scrano 2015

Ängste sind wohl jedem bekannt, sie begleiten uns schon von Kindesbeinen an. Da gibt es gesunde Ängste, die uns als Warnsignale dienen, oder welche die wir überwinden lernen, und damit unseren Mut und unser Selbstvertrauen stärken. Sie stammen meistens eher aus dem Umfeld, anders als die “Schwarzen Männer”, die sich in der unteren Schublade unseres Bewustseins ein behagliches Heim eingerichtet haben.  Um diese verdrängten Ängste geht es bei der Betrachtung der Schattenseiten der von den drei trans-saturnischen Planeten repräsentierten kollektiven Archetypen im Horoskop.

Die äußeren Planeten Pluto, Uranus und Neptun finden ihren Ausdruck in recht unterschiedlichen Arten von Angst, welche sich aus den mit ihnen verbundenen Mythen ableiten lassen. Zu den Angstthemen im Horoskop wird aber auch schon der Saturn, der Hüter der Grenze gerechnet. Durch ihn werden die verschwommenen Ur-Ängste erst zur Manifestation gebracht. Zusätzlich liefert er als Herr des Zweifels auch noch eigenen Zündstoff. Kennt man sein Geburtshoroskop, die Radix, kann man die Position der “Schattenwerfer” genauer analysieren, und so aus Haus-und Zeichenstellung abslesen, wie und wo Ängste sich am wahrscheinlichsten entwickeln können.

Aber auch hier lohnt sich ein Blick:

  • Sind die zugehörigen Häuser, besonders aber 8 und 12 besonders dicht bevölkert, oder mit Sonne, Mond besetzt, vielleicht sogar in harten Aspekten zu den Transaturniern? Liegt der Fokus einer sogenanten Spannungsaspektfigur (vor allem T-Quadrat) ?
  • Interessant ist auch wo die zugeordneten Häuserspitzen von Wassermann(Uranus,Saturn) Steinbock(Saturn), Fische(Neptun) und Skorpion(Pluto) liegen und wer der Dispositor ist.

Fangen wir mit dem äussersten Dunkelmann an, dem Zwergplaneten Pluto und seinen Spielfeldern Skorpion und 8.Haus:

Die plutonische Angst ist die stärkste und elementarste, sie konfrontiert uns mit den tiefsten Schatten, denen wir und stellen müssen. Pluto ist der Herrscher der Unterwelt, somit auch Herrscher über das Unbewußte. Wie seine mythischen alter egos, Ereschkigal oder Hades, bestimmt nur er, wer Zugang zu ihm erhält, und so können wir uns seinen Themen nur in Echtheit und Aufrichtigkeit nähern. Entblösst von irdischen Machtsymbolen, die wir vor seiner Tür zurücklassen müssen: Charon muss man bezahlen, der letzte Besitz bleibt am Ufer des Styx zurück. Inanna muss sieben Tore der Unterwelt durchschreiten und jedesmal etwas ablegen, was ihre göttliche Stellung auszeichnet. Am Ende wartet …. das Ende! Inanna wird von iherer Schwester getötet und muss als deren verwesende Trophäe  auf die Erlösung warten. Die kommt auch, aber sie hat dadurch eine Lektion in Demut gelernt. Es wird ihr gestattet einen Neuanfang zu machen, ohne die  kindliche Vorstellung der eigenen Unüberwindlichkeit. Im Hades der Griechen wird Hybris als einziges mit regelrechten Höllenstrafen belegt. Hades und seine ältere “Schwester” Ananke, die Göttin der Notwendigkeit (des Überlebensinstinkts), zwingen jeden, den ultimativen  Wahrheiten ins Auge zu sehen, und sie zu akzeptieren. Das ist wohl die Wurzel aller Ängste schlechthin: Selbst die Götter müssen sterben.

Hier ist das Heidentum konsequenter im Annehmen der kosmischen Naturprinzipien: Shivas Tanz des Weltenbrands, das nordische Ragnarök, auch bei mittelamerikanischen Kulturen gibt es ein zyklisches “Stirb und Werde” der Schöpfung, deren Teil auch die Götter sind. Die eigentliche Erschaffung des Universums geschieht durch “Ordo ab Chao“, spontan aus sich selbst: Klingt sehr modern, nicht wahr ?

Pluto ist ebenso in vielen Märchen und Mythen wiederzufinden: Im Demetermythos, wo die Mutter die Tochter loslassen muss: Das Kind stirbt, die Frau wird geboren.

Pluto steht für die Angst, die uns mit den Lernaufgaben der Achse des 2.und 8. Hauses der Fortpflanzung und des Besitzes und Begehrens auf der einen Seite, aber auch der unausweichlichen Befreiung von der Materie am Lebensende, konfrontiert.  Wir sind dort, wo Pluto steht, vom Willen zur Kontrolle, im Fall einer Verdrängung auch in einer obsessiven Form, durchdrungen.  Man versucht die Furcht, die einem die Inhalte des 8. Hauses bereitet zu “deckeln”, sich den unvermeidlichen Veränderungen zu entziehen und zu widersetzen, was die eigentliche transformative Aufgabe des Prozesses behindert. Überlebte Vorstellungen, Beziehungen oder Dinge können nicht losgelassen und friedlich verabschiedet werden. Auch die nicht umsonst so bezeichnete Trauerarbeit gehört hierher. Häufig ist sie von einer depressiven Phase (das Durchschreiten des Hades) begleitet, in der der Verlust des geliebten Menschen*** unüberwindbar scheint. Findet man keinen Weg heraus, wird man  der Kerkermeister in seinem eigenen Verliess des Schmerzes über unwiderbringliche Hoffnungen und Träume. Der nicht bewältigte Verlusst schwingt sich  zu einem alles beherrschenden Moloch auf, eine Quelle der Angst, der Opfer anderer Art gebracht werden müssen. Zwangstörungen und Scheu vor erneuten Beziehungen haben z.B. häufiger solche “schwarze Wuzeln”. Insbesondere dann, wenn auch persönliche Planeten wie die Sonne oder der Mond von Plutos Einfluß betroffen sind, sieht man solche Themen nicht als verhandelbar an, wie das auch für den gefürchteten Hades der Antike galt: “Ich entscheide, wer lebt oder stirbt”. Vergebliche Hybris. Eigentlich ist das Thema von Skorpion, Pluto und 8. Haus, einen Wandlungsprozeß von Angst in Vertrauen, von Kontrolle und Festhalten in Geschehenlassen zu durchlaufen. Sich einfach hingeben dem ewigen Sterben und neu werden, wenn das so einfach wäre! Pluto zwingt uns, das Gesetz der Vergänglichkeit zu akzeptieren (auch wenn man sich vor Wut darüber gleich mit auflösen möchte, besonders wenn Mars mit im Spiel ist). Er lehrt loslassen, wenn etwas seine Zeit hatte, Abschied zu nehmen von Erfülltem und Unerfülltem, wenn man sich seiner Angst davor ehrlich stellt, sie annimmt. Dann verleiht das Plutoprinzip auch die Kraft für den Akt der Erneuerung. Denn kein kosmisches Prinzip birgt so viel Vitalität und archaische Lebenskraft in sich wie Pluto. Er atmet Feuer, Gier und tödliche Leidenschaft, aber auch Heilung, Triumpf und jubelnde Schöpfungslust. Die Lösung besteht darin, Mut zu fassen, die verdrängten Schatten aufzusuchen den Deckel zu lüften, das Bedrohliche und Unvermeidliche zu integrieren.

In der Manifestation der Radix zeigt uns das  achte Haus, oder das, welches das Skorpionzeichen beiinhaltet, welche Lebensbereiche uns mit solchen Existenzfragen konfrontieren. Auch durch Auswirkungen eines Pluto-Transits zu sensitiven Punkten oder persönlichen Planeten unserer Radix werden wir in die Tiefen des Hades gezwungen, können uns ausgeliefert fühlen und ohnmächtig.  Nach einem intensiven Pluto-Transit, der immerhin zwei Jahre dauern kann,  erkennen wir oft erst, welchen Zugewinn wir durch unsere ernsthafte Klärung gewonnen haben. Wenn wir unsere Schatten erlöst haben, kann Pluto sein Füllhorn öffnen: wir werden uns unseres wahren Reichtums bewußt.

Kritischere Konstellationen:

  • Saturn im 8. Haus, Pluto im 8.Haus,
  • Skorpion im achten Haus, Steinbock im 8. Haus
  • Saturn im Skorpion, (Pluto im Steinbock, Pluto im Skorpion sind nur relevant, wenn sie in direkter Beziehung zu persönlichen Planeten stehen, sonst interessiert in erster Linie die Häuserstellung)
  • Pluto im 10. Haus, Pluto im 8. Haus, Pluto im 12.Haus
  • Saturn-Pluto in Spannung: Quadrat, Opposition, conj.
  • Pluto, Sonne oder Mond in Spannung, besonders wenn der Fokus in Haus 8, 12 liegt.
  • Pluto conj. oder Quadrat zum Midpoint Mond-Sonne
  • Pluto Quadrat ASC

Betroffene mit einer Kombination der obigen Szenarios in der Radix werden schon ihre Erfahrungen damit gemacht haben, besonders wenn harte Transite als Auslöser dazukommen.

Aber nur Mut, fellow Plutonians, “Ex tenebris Lux!“.

Oder wie es bei “Blue Oyster Cult” heisst: Don’t fear the Reaper …

Forza d Destino?Pluto oder Ananke konfrontieren uns mit dem Unausweichlichen.

Die Nacht hat tausen Augen – oder Monster, die drohen, aus der Dunkelheit hervorzuspringen.
Nitya Kali ©scrano 2013

 

 

Posted by on November 17th, 2016 Kommentare deaktiviert

Shiva Nataraja: Shall We Dance ?

Shivas Tanz: Schluss mit Lustig!

Shivas Tanz: Schluss mit Lustig?
Nataraja ©scrano 2014

Nataraja – Herr des Tanzes

Vor allem im Süden Indiens wird Shiva als Nataraja („König des Tanzes“) im Bogen der kosmischen Flammen dargestellt, die er selbst entfacht hat. Im Tanz zerstört Shiva die Unwissenheit (oft dargestellt als Zwerg) und darüber hinaus das ganze Universum durch Feuer, das er jedoch gleichzeitig wieder neu erschafft. Der älteste indische Schöpfergott war Agni, das personifizierte Feuer. Hier ergeben sich Parallelen zum iranischen Zorastrismus. Da die sogenannten Arier, Späteinwanderer der Eisenzeit in Nordindien, die den Brahmanismus mit sich brachten, wohl aus dem Iran kamen, ist das nicht verwunderlich. Vier oder acht Arme versinnbildlichen Shivas kosmischen Kräfte. Eine Hand deutet die Schutz gewährende Handstellung (abhayamudra) an, die andere die Gnade gewährende, während seine anderen beiden Hände die kleine Trommel und häufig eine Flamme tragen. Da es keine einheitliche hinduistische Ikonographie gibt, kann die Interpretation dieser Darstellung sehr unterschiedlich sein. Das Feuer habe ich von der Hand weggenommen und aus dem Muladhara-Chakra entspringend umgedeutet: Die Hitze des Feueratems entsteht hier (an der Wurzel der Kundalini, hinter ihm vom unteren Rücken ausgehend) als Ausdruck der Energie Shivas, nicht der blossen Vernichtung, wie durch eine Flamme in der Hand.

Er erweckt die Seelen aus der Illusion von Maya, mit seiner Trommel, gleichzeitig gibt er damit den Rhythmus des Lebens vor. Shiva in meinem Bild tanzt auf dem Dreizack, der Trisula, welche die Macht und die Trimurti (Brahma-Vishnu-Shiva) symbolisiert – er bringt den Kreislauf des Kosmos in Schwung und steht gleichzeitig darüber, da er die Kräfte beherrscht, nicht ihnen unterworfen ist. Endet sein Tanz, endet der Kosmos.

Die blaue Farbe, statt der üblichen asche-blaugrauen verbindet ihn mit Vishnu: Im Zusammenhang mit der Mythologie des Shiva-Tanzes gibt es da ein pikantes Detail zwischen den beiden … !” Ausserdem wird  eine weitere Ursprungslegende von Nataraja erzählt, nach der Shiva und Kali einen Tanzwettstreit ausgetragen hätten. Auch Kali (der Todesaspekt von Shivas Gemahlin Parvati – Mutter Zeit sozusagen) hat manchmal eine blaue Hautfarbe. Aschelinien und drittes Auge gibt es in meiner Darstellung auch nicht – dafür schaut er auch nicht so süsslich lächelnd wie auf den klassischen Abbildungen, eher herausfordernd oder auffordernd. Öffnet er das (unsichtbare) dritte Auge (es ist das Ajna-Chakra) wird das Universum vom Licht des vollkommenen Wissens erfüllt – das bedeutet auch gleichzeitig, dass alles materielle im selben Augenblick vergeht.

Shiva Mantra:

Musikalische Interpretation zur Erbauung

Om Namah Shivaya Om Namah Shivaya
Hara Hara Bole Namah Shivaya

“May the greatest, that can exist in this universe
be created within myself, within others, and within the world.”

Shiva Dancing: The End or A New Beginning?

Shiva tanzt: Ende oder neuer Anfang ?
The Awakening ©Scrano 2015

Om Namah Shivaya

  • 108 Rezitationen dieses populären Mantras sollen Frieden für Herz und Geist bringen.
  • Om Namah Shivaya ist das Panchakshara Mantra.
  • Die fünf “heiligen” Silben des Mantras stehen für Maya, das Anavamala (Antrieb für karmisches Wirken), Shiva, Shakti und die Seele. Die Zahl fünf ist dem Shiva heilig und viele Shivamantras sind deshalb auch fünfsilbig.

Om Namah Shivaya
Shivaya namaha, Shivaya namah om
Shambhu Shankara namah Shivaya,
Girija Shankara namah Shivaya

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Die Flammen des Chaos entfesseln:
Lord of the Dance ©scrano 2013.

Fraktalbilder und Digital Art der vorgestellten Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

 

 

Posted by on November 16th, 2016 2 Comments

A Walk in The Park … Schwetzingen im Spätherbst

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Apollon’s Sonne wird jetzt immer schwächer.

Der letzte Parkbesuch in diesem Jahr um die freimaurerischen und rosenkreuzerischen Schöpfungen der Gartenarchitekten zu bewundern.

Während im blattlosen Zustand im Frühling, zur Zeit der Kirschblüte etwa, besonders die architektonischen Elemente in den Vordergrund treten, bewundert man  im Sommer und jetzt im Herbst die gekonnte Gestaltung des Ensembles in Verbindung mit den Pflanzen.

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Formaler Garten mit Arkaden und mythologischen Figuren

 

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Gartenmoschee mit herstbtlicher Umrahmung

 

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Zeitreise in goldenen Farben

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Geheimnisvolles Wasserschloss: Tempel des Poseidon

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Herbst-Reflektion

Alle Fotos ©beast666

Unter Umständen werden wir Ende November noch einmal herkommen, wenn es stimmungsvoll-schaurige Nebelfetzen gibt …

Letztes Jahr hat mir die spätherbstliche Park-Szenerie den Hintergrund für mein “Victorian Gothic” Bild Nightflowers geliefert.

Jetzt bietet der Schlosspark für viele Hochzeitspaare den stilvollen Rahmen für ihre Foto-Shootings. Manche feiern vielleicht auch gleich im Zirkelbau des Schlosses. Desöfteren kommen wohl auch LARP-Gruppen in sehr schöner zeitgenössischer Kostümierung in den Schlossgarten,  wenn man freundlich fragt, darf man den einen oder anderen dieser Geschichts-Enthusiasten vielleicht ablichten?

Weitere Infos über den Schlosspark und weitere Veranstaltungen gibt es bei Ambrosia.

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©kmygraphic

 

 

Posted by on November 15th, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer November – Wolfsmond

November

November ©scrano 2015
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November – am Übergang zum Winter:

November, Novembris leitet sich vom lat. novem = Neunter, ab.

Im römischen Kalender war der November ursprünglich der neunte Monat (lat. novem = neun). Das Jahr begann damals mit dem 1. März., dem Tag der Einberufung der neuen Rekruten auf dem Marsfeld. Im Jahr 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn allerdings um zwei Monate vorverlegt, sodass die direkte Beziehung zwischen Name und Monatszählung verloren ging.  Im November herrscht hautsächlich noch der finstere Pluto mit seinem Zodiakzeichen Skorpion, erst Ende des Monats wechselt die Sonne in den Schützen.  Jupiters Zuversicht begleitet uns dann als eine Art Santa Claus in die Vorweihnachtszeit.

Passend zu seinem prägenden achtbeinigen Zodiakzeichen erinnert der November uns daran, dass unser irdisches Leben vergänglich ist, dass Zyklen enden, bevor ein neuer Anfang gemacht werden kann. Auch dass die Seele, um die Materie zu transzendieren, den Körper verlassen muss. Die Acht symbolisiert auch den Ourobouros und die Lemniskate, beides Sinnbilder der Unendlichkeit. Die Darstellung als Schlange ist ein Verweis auf die urprüngliche Dreiform des Zeichens: Schlange(Skorpion)-Adler-Phönix. Schlange und Skorpion wurden in der Antike und im Mittelalter häufig synomym verwendet. Selbst bei Harry Potter wird dies thematisiert: Das Haus Slytherin ist eigentlich dem Skorpion zugeordnet, Autorin Rowling wählt aber die von der Symbolik zu ihren Geschichten besser passende Schlange.

  • Slytherin-Skorpion – Wasser
  • Hufflepuff-Stier – Erde
  • Ravenclaw-Wassermann – Luft
  • Griffindor-Löwe – Feuer

Die vier fixen Zeichen des Zodiak werden schon in Babylon mit den Weltecken assoziiert. Auch die vier Evangelisten findet man mit den Symbolen dieser Zeichen dargestellt:

  • Markus-Löwe
  • Matthäus-Wassermann
  • Lukas-Stier
  • Johannes-Adler, hier wird die reifere, spirituelle Form des Skorpion gewählt.

Die gleiche Symbolik floss auch in den Tarot ein, die Karten X, “Rad des Schicksals” und XXI, “Welt oder Kosmos” zeigen ebenfalls diese Zuweisungen in ihrer Ikonographie.

Für die Vergegenwärtigung des Endlichen, aber auch die Hoffnung auf den Neubeginn gibt es im Monat November verschiedene Gedenktage:

  • Am 1. November feiert die katholische Kirche das Fest „Allerheiligen“, am 2. November das Fest „Allerseelen“. Auf den Friedhöfen werden die Gräber schön geschmückt und Grablichter entzündet. Der 1. November ist der Gedenktag aller Heiligen oder Märtyrer, der 2. November der aller Verstorbenen. Das Fest hat seinen Ursprung im Jahr 609 oder 610, als Bonifatius IV. das Pantheon in Rom, welches zuvor als Heiligtum der gesamten antiken Götter verehrt wurde, der Jungfrau Maria und allen Heiligen weihte. Für diese besondere “Kirchweih” wurde zuerst der auf Ostern folgenden Freitag als Festtag gewählt.  Papst Gregor III. legte den Feiertag auf den ersten November, wohl um das immer noch lebendige heidnische Toten- und Winterbrauchtum zu dieser Zeit christlich zu überdecken. Sowohl die mediterrane Welt, als auch Kelten und Germanen hatten hier nämlich wichtige Feste verankert.
  • Mit dem Buß- und Bettag, einem evangelischen Feiertag der Kontemplation und der Innenschau, dem Volkstrauertag, an dem der Gefallenen der Weltkriege gedacht wird, und dem Totensonntag, katholisch: Christkönigfest, neigt sich der November dem Ende zu. Mit dem Ingress der Sonne um den 23.11. in den Schützen beginnt die Advents- und Weihnachtszeit.
  • Ein Lichtblick unter all den Totenfeiern: Am Abend vor dem 11. November feiern die Kinder besonders in den katholischen Gegenden Deutschlands das Martinsfest. Es erinnert an den heiligen Martin, einen römischen Reiter-und Gardeoffizier, der mit seinem Schwert seinen Mantel teilte, um einem frierendem Bettler zu helfen (Einwand: Hätte es nicht der ganze Mantel getan, so ein Umhang war ja bloss eine Art Decke … Nun, es handelte sich wohl bei dem halbierten Kleidungsstück nicht um den Offiziersüberwurf, sondern eine Art Raff-Übertunika – ähnlich dem schottischen Urkilt. Da wäre Martin dann wohl halb nackig dagestanden.) Die ganze Mantelgeschichte ist ohnehin nicht unbedingt historisch zu werten.

Mit vielen bunten, selbst gefertigten Laternen, ziehen Kinder im Dunkeln in kleinen Gruppen durch die Straßen und singen das wohlbekannte Lied: “Laterne, Laterne …”. Den Zug führt ein als St. Martin verkleideter Reiter an. Am Ende der Prozession könnnen sich die kleinen Teilnehmer des Umzugs auf ein Martinsfeuer und oft auch eine mit Süßigkeiten gefüllte Martinstüte, zumindest aber einen Martinsweck, freuen – ein wenig Halloween-Stimmung, wenn auch gesitteter. Der heilige Martin von Tours  wurde 371 auf Drängen des Volkes, zum Bischof gewählt. Um der Wahl zu entgehen, soll er sich in einem Gänsestall versteckt haben. Die Gänse jedoch verrieten ihn mit lautem Geschnatter, so dass er schließlich sein Amt antreten musste. Interessanterweise leitet sich sein Name, Martinus, vom Kriegergott Mars ab, so dass es nicht erstaunlich ist, das er viele von dessen Attributen und Schutzfunktionen übernommen hat. Positiv: Er setzte sich für eher urchristlich gesinnte Häretiker ein, war gegen Verschwendung und für Frauenrechte in der Theologie. Auch reichlich feurig soll er gepredigt haben, allerdings liess er auch viele alte Kultstätten zerstören – das übliche Problem mit dem Monotheismus.  Für Protestanten wurde ein Gedenktag für den ebenfalls kämpferischen Martin Luther daraus, so dass auch evangelische Kindergruppen Laternenumzüge veranstalten. Sankt Martin gilt als Schutzpatron der Armeen, Ritter, Soldaten, Reisenden, Bettler und Tieren (Pferde, Hunde, Vögel?). Dass Martin häufig ein Schimmelreiter ist und eine Kavallerietruppe anführt, stellt wohl auch eine Querverbindung zu Odin auf seinem magischen Schimmel Sleipnir dar. Zu Martin beginnt auch bereits die Zeit der Perchten, winterlichen Naturgeistern und Vorläufern der “Wilden Jagd” der Rauhnächte. St. Martin kündigt den Winter an, so dass er auch als “Pelzmärtel” bezeichnet wird. In manchen Gegenden beinhaltet das Martinsfest auch Geschenkbräuche, und ersetzt sogar den Nikolaus. Laternenprozessionen mit Singen und Erbetteln von Gaben begegnen uns häufig in der Zeit von Ende Oktober bis zum Andreastag am 30.November. Sie knüpfen an vorchristliche Licht- und Feuerzeremonien an, in erster Linie sollen sie schadenstiftende Geister fernhalten und vertreiben. Das sogenannte Rübengeistern, die ursprünglichen Laternen bestanden aus ausgehöhlten, gruselig geschnitzten Runkelrüben,  ist schon ein sehr altes Brauchtum. Mit dem Martinsfeuer wurde der Sommer verabschiedet, auch die Fastenzeit begann. Daher wollte man sich vor der Kasteiung noch einmal stärken, danach durch das Feuer symbolisch von alten Sünden reinigen. Auch das hat wohl heidnische Wurzeln, da der vorchristliche Brauch der Herbstfeuer denselben Vorstellungen folgte.

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Land Art: Unendlichkeits-Symbol Spirale.
Es stellt den Kosmos und den Mutterleib dar, auch im Gänsespiel,
welches den Lauf des Lebens versinnbildlicht, ähnlich wie das frühzeitliche Labyrinth,
mit seinen Kranichtänzen (Geranos). November am Breitenstein. ©beast666

Durch die Martinslegende, aber eigentlich bereits vorchristlichen Ursprungs, ist es in dieser Zeit Brauch, einen üppigen Gänsebraten zu verzehren. Die Gans ist ein Tier der “Grossen Mutter” und Sinnbild des überpersönlich archetypisch Weiblichen. Schwäne und Gänse gehörten zu Göttinen wie Hera, Freya, Aphrodite aber auch zur Nemesis! Nicht zuletzt zu Frau Holle - Bettfedern bedeuten Schnee – der Vogel steht in unseren Breiten für auch den Winter.  Im Märchen hat die magische Bedeutung überdauert – der Gänseflug ist oft ein Synonym für schamanische Erlebnisse, das Hüten von Gänsen für den Dienst an der Göttin. Das Gansessen hat seine eigentlichen Wurzeln bei dem letzten Erntefest des Jahres: Schlachten von Vieh, für das man keine Versorgung über den Winter hatte,  Anfang bis Mitte  November, sowohl bei Kelten, als auch Germanen.
Von den Kelten ist bekannt, dass sie sich Gänse als Haus- und Kulttiere hielten. Wer schon mit Gänsen zu tun hatte, weiß, dass sie hervorragende „Wachhunde“ sind. Bei den Römern beschützten heilige Gänse das Capitol, den sakralen Mittelpunkt des römischen Reiches, die Gans ist somit auch ein Tier des Jupiter. Den italienischen Wachschutz bekamen wir bei einem Toskana-Urlaub zu spüren, die Vögel sind aggressiver und schlimmer als jeder Hund! Da nicht alle Gänse über den Winter gefüttert werden konnten, musste man viele Tiere bis auf wenige Zuchtpaare im Herbst schlachten. Das Fett konnte man mit Fleisch vermengt (frz. Rilettes) einmachen, somit eignete es sich als haltbarer Wintervorrat. Der am Martinstag fällige Pachtbetrag wurde ebenfalls oft mit dem Federvieh beglichen. Auch die Daunen wurden verwertet: Im Winter war die Zeit des gemeinsamen Federspleissens, um für neue Bettfüllungen, auch für die Aussteuerbetten, zu sorgen. Deshalb wurden junge Mädchen im Heiratsalter hier erstmals in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Durch vielerlei Geschichten und Unterweisungen während der eher mühseligen und eintönigen Arbeit wurden sie auf das Leben einer Ehefrau und Mutter vorbereitet. Ein ähnlicher Brauch ist das gemeinsame Quilten in den ländlichen Gegenden der amerikanischen Ostküste, wobei eine kunstvolle Aussteuerdecke für das Mädchen gefertigt wird, welches im folgenden Jahr Hochzeit feiert. Ob die Geschichten um Mother Goose, einer Sammlung von englischen Kindereimen, mit solchen Bräuchen in Zusammenhang stehen?

Gänse im Februar - den Winterfeiern entkommen …Im alten Rom wurden sie statt Wachhunden gehalten.

Glückliche Gänse im Januar – den Winterfeiern entkommen …
Im alten Rom wurden sie statt Wachhunden gehalten.

Der November ist die Zeit der Rotwildjagd: Cernunnos oder seine christianisierte Version Hubertus (3.11.), der britische Herne the Hunter streifen nächtens durch die Wälder, beleuchtet von den Sternen des grossen Himmelsjägers Orion, welcher nun gut sichtbar am Himmel steht. Die Sonne reist gleichzeitig durch den Skorpion: Dieses archaische, den Spinnen und Krebsen nahestehende wehrhafte Tier spielt eine Rolle bei der Sage um die tragische Beziehung der Mondgöttin Artemis und ihrem Geliebten und Jagdgefährten Orion:

Eine Variante der Geschichte sieht nicht Eifersucht (wegen seiner Affaire mit Eos) als Grund für Orions Untergang, sondern Hybris: Orion rühmte sich, der grösste Jäger des Erdkreises zu sein und allen Geschöpfen der Gaia nachstellen zu wollen. Die Erdmutter Gaia und Artemis brachten daraufhin einen Skorpion hervor, der ihn mit einem Stich in die Ferse tötete. Der Heiler Asklepios versuchte vergeblich sein Leben zu retten. Wegen seiner Anmassung wurden Orion und der Skorpion als Sternbilder in den Himmel versetzt, wo sie sich immer noch jagen. (Orions Sternbild ist in den Wintermonaten zu sehen, das des Skorpions zur Sommerzeit, beide gleichzeitig jedoch fast nie.) Auch Asklepios wurde als Sternbild Ophiochus, der Schlangenträger am Nachthimmel verewigt. Dieses steht zwischen Skorpion und Schütze, gehört aber nicht zum Zodiak, da nicht alle seine Sterne auf der Ekliptik liegen.

Diese Bestrafung von Frevel soll uns daran erinnern, dass wir die guten Gaben von Mutter Natur nicht einfach plündern dürfen. Und dass Gaia nicht nur uns allein beherbergt – die Tiere, von denen wir uns ernähren, sind auch Geschöpfe mit einer Seele und Fähigkeit zum Fühlen. Sie sind keine Dinge, deren man sich einfach bemächtigen kann. Selbst der langmütigsten Mutter geht einmal die Geduld aus – das sollten wir beherzigen … auch im Hinblick auf unbedachten und übermässigen  Fleischkonsum. In der Vergangenheit brauchten die Menschen diese Form von Nahrung unbedingt, man verwertete auch immer ein Schlachttier vollständig – jetzt ist sie eher Luxus, den man stark beschränken kann – bloss Gensoja-Veganismus ist NICHT die Lösung. Truthahn und Weihnachtsgans – ja, wenn man sonst beim Fleisch eher Enthaltung übt, und nicht aus quälerischer Massenhaltung.

Bei der geschilderten Sage um den grossen Jäger stellt sich die Frage ob es sich bei Orion nicht um eine Form des “Herrn der Tiere” gehandelt hat, oder um den Jahreskönig, der im Herbst stellvertetend für die Sonne stirbt, und wie Osiris währende des Winters  in der Unterwelt herrscht. Die Auffindung des Osiris wurde den Anhängern des Isis-Kults nämlich ebenfalls Anfang November gefeiert.

Der Winter naht: Frau Holle schüttelt die Betten aus.Swan Prince ©scrano 2015

Der Winter naht: Frau Holle schüttelt die Betten aus.
Swan Prince ©scrano 2015

Römische Feiertage

  • 3. November – Inventio Osiridis („Auffindung des Osiris“), im Rahmen des römisch-hellenistischen Isiskultes
  • 4. November bis 17. November – Ludi Plebii, Spiele für das Volk Roms durch die Ädile (seit 216 v. Chr.)
  • 13. November – Epulum Jovis
  • 15. November – Feiertag zu Ehren von Feronia, Schutzherrin der Wälder und Heilpflanzen
  • 24. November – Beginn der Brumalien, von Romulus eingesetzte 30-tägige Festzeit zu Ehren des Bacchus

Keltische Feste:

  • Der November steht immer noch im Zeichen von Samhain, ein Fest, das ursprünglich mehrere Tage dauerte, es kündigte das letzte Erntefest des Jahres an: Ein Grund warum der November auch Blutmond oder Schlachtmond hiess, Vieh, das man nicht über den Winter bringen konnte, wurde jetzt für die Wintervorräte geschlachtet. Auch der schon beschriebene Brauch der Martinsgans gehört hierher, dazu war die Gans noch ein heiliges Tier.
  • 1.November: Tag der Cailleach, der verschleierten Alten, Personifikation des Winters – ähnlich der Holle/Perchta. Sie bricht einen Holunderzweig und überzieht mit seiner Hilfe die Landschaft mit Reif.

Germanische Gedenktage:

  • 11.-14. November: Bloz-Fest, das angelsächsiche Schlacht- und Opferfest, wahrscheinlich überall im germanischen Raum üblich, fällt auf den heutigen Martinstag. Auch Totengedenkfeste zu Monatsanfang sind rudimentär überliefert.

USA:   Am letzten Donnerstag im Monat findet Thanksgiving statt, ein traditionelles Erntedankfest. Es ist im Gegesatz zum amerikanischen Kommerz- Weihnachten eher still und familiär. Statt Gans gibt es Truthahn.

Hexenfeste: 16.November, Nacht der dunklen Göttin.  Neben dem 16. Februar, dem historischen griechischen Fest der Hekate geweiht. Orakelnacht, Jahresbilanz. 25. November, Nacht der Erdmutter Ambeth und der chtonischen Göttinnnen wie Hel, Persephone.

Volks-Magisch: Wintermond, Nebelmond, Wolfsmond, Windmond, Schlachtmonat, Blutmonat – durch die von Osten heranrückende Kälte wurden Raben und Wölfe in die noch wärmeren Gebiete gelockt. Es ist also auch Rabenzeit.

Magischer November – Korrespondenzen

  • Pflanzen:  Pilze, wie Morcheln, Ziegenbart, Hallimasch, Schirmtintling und Parasol, plutonische Pflanzen wie Alpenveilchen, Haselwurz, Efeu, Herbstzeitlose, Safrankrokus, Herbstkrokus, Ringelblume, Tagetes. Jupiterpflanzen wie Ysop, Heliconie, Strelizie.
  • Baum: Stechpalme, Eibe, Zypresse, Thuja, Buche (Pluto), Walnuss, Eiche (Jupiter)
  • Duft:  Oppoponax, Minze, Ysop, Sternanis
  • Gottheiten: Pluto, Hekate, Persephone, Hel, Gwyn ap Nudd, Cerridwen, Cailleach, Cernunnos, Shiva, Osiris, ab 23. 11. Jupiter, Odin, Rosmerta, Fortuna, Vishnu.
  • Zodiak:  Skorpion mit Pluto/Mars und Schütze mit Jupiter
  • Steine: Granat, Hämatit, Rhodochrosit (Skorpion), Amethyst, Karneol, Lapislazuli (Schütze)
  • Metall:  Eisen, Wolfram (Pluto), Zinn, Bronze (Jupiter)
  • Kristalle: Rauchtopaz, Cairngorm, Hämatit, Karneol (Pluto), Feueropal, Iolith, Tanzanit (Jupiter)
  • Elementale:  Undinen (Wasser), Salamander (Feuer)
  • Tiere:  Spinne, Fledermaus, Eule, Schlange. Die Schlange ist ein Symbol der chtonischen Urmutter, sie symbolisiert das ewige Leben – die Schlange häutet sich, ihre Form inspirierte den Ourobouros und die Ziffer Acht.  Wolf, schwarze Hunde und Katzen. (Pluto, Hekate, Holle). Pferde, Hirsch, Adler, Schwein, Gans (Jupiter).
  • Mythologische Figuren: Spinne, Weberin, Gans, Manticore, Zentaur, Greif, Phönix.
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Herbstwanderung: Vom Heimenstein zur Ruine Reussenstein.

November-Rituale – raus aus dem Grau!

  • Im November ist auch wieder Sternschnuppen-Zeit, die Leoniden schauen vorbei: Starke Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 17.11.2016 – eigentlich durchquert die Erde einen Partikelschwarm auf ihrer Bahn um die Sonne. Gelegenheit zum Staunen und Feiern mit Familie und Freunden. Und natürlich zum Wünschen !! Gleich Anfang November gibt es noch die Tauriden zu bewundern. Da es jetzt eher dunkel wird, und bei all den prächtigen Herbststernbildern, lohnt eine Beobachtungsnacht in diesem Monat besonders – wenn es denn aufklart.
  • Es gibt noch letzte Äpfel, Nüsse, Pilze und frostreifende Früchte, wie Schlehen, die eignen sich für Gelees und Likör. Schlehen werden erst weich nach dem ersten Frost – ausserdem eine stachelige Angelegenheit, sie zu sammeln. Der Schwarzdorn oder Schlehenstrauch – er blüht als erster und fruchtet als letzter, ein Gewächs der Mythen und Sagen. Er trägt die Signatur von Mond und Saturn, Venus und Mars(Pluto).
  • Sogar im Gartenkalender geht es um Recycling – der Kompost wird jetzt umgesetzt.
  • Letztes Herbstlaub muss gesammelt werden.
  • Ein Schmuck für den Schrein/Meditationsplatz oder generell das Heim: Ziergräser, Sedumblüten, vertrocknete Hortensien (natürliche Trockenblumen) mit Zweigen, Nüssen und Efeuranken arrangieren. Auch Flechten und Moose eignen sich zur Dekoration – aber nicht vandalisieren! Kränze von Holunderholz mit Schneckenhäusern und Sempervivum sind ein stimmungsvoller Grabschmuck.
  • Braune, graue und orangerote, später dunkelgrüne oder violette Kerzen und Teelechter auf hübschen Tellern anordnen, ihr Schein erwärmt das Gemüt.
  • Räuchern: Oppoponax, Wermut, Salbei, Patchouli und Copal, ab 23.11. Weihrauch, Muskat, Ysop, Sternanis und Eichenmoos.
  • Die Herbstlandschaft geniessen: Morgendliche Nebelschleier an später sonnigen Tagen sind auch ein mystisches Erlebnis – das letzte bunte Herbstlaub und die sich golden verfärbenden Lärchen bieten noch einmal Abwechslung für das Auge.
Goosy, goosy… gander, das Gänsepiel. Kommt sogar im Spionagefilm Arabeske vor.

Goosy, goosy… gander, das Gänsepiel. Kommt sogar im Spionagefilm Arabeske vor.
Ein uraltes Brettspiel, das schon der olle Goethe kannte.

Gesellschaftspiele: Wenn der Nebel gar recht graut – wie wäre es mit Snakes&Ladders oder dem erwähnten Gänsespiel? Mal was anderes als das kapitalistische Monopoly … das hat schon Generationen von Kindern verdorben. Hier gibt es eine ausdruckbare Vorlage mit Spielregeln.

 

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Schlehdorn (Prunus spinosa) ©abrasax: An der Schwelle zum Totenreich,
der Anti-Baum zum Weissdorn, der das Feenreich bewacht.
Seine dunkelblauen Früchte erntet man im November. (Mars(Pluto)/Venus.

Schlehenlikör:

  • 600 g reife Schlehen, am besten nach ein/zwei Frostnächten ernten
  • 750 ml trockener Rotwein
  • 1 Stange/ Zimt,
  • 3 Gewürznelken
  • 1 Sternanis
  • Zesten einer unbehandelten Zitrone
  • 350 ml Akazien-Honig
  • 750 ml weisser Rum (Bacardi)

Schlehen waschen, sehr gut abtropfen. Entweder im Mörser zermusen oder rundherum tief einritzen. Ein paar Früchte auf jedenfall zerstampfen, samt Stein, das gibt zusätzlich Aroma. Nicht übertreiben, alle Steinfrüchte enthalten Blausäure im Kern. Mit Rotwein und Gewürzen zugedeckt 3 Tage kühl stellen. Durch ein Sieb in einen Stieltopf abfiltern, erhitzen und kurz aufwallen lassen. Abkühlen, auf zwei 1l Flaschen aufteilen und mit Rum aufgiessen.

  • Mindestens 4 Wochen stehenlassen, über Kaffeefilter abziehen, falls noch Trübungen vorhanden sind. In einer dekorativen Flasche ein gern gesehenes Mitbringsel.
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Schlehenstrauch – saure Beeren und stachelige Zweige – aber köstlicher Likör.
Quelle:PD by wiki

 Bauernregelnund Lostage  für den November

  • Novemberwasser auf den Wiesen, dann wird das Gras im Lenze sprießen.
  • November warm und klar, wenig Segen fürs nächste Jahr.
  • Wenn im November die Wasser steigen, so werden sie sich im ganzen Winter zeigen.
  • Novemberschnee tut den Saaten wohl, nicht weh.
  • Wenn der November blitzt und kracht, im nächsten Jahr der Bauer lacht.
  • Wenn der Donner im November rollt, das kommende Jahr den Früchten hold.
  • Novemberwind scheut Schaf und Rind.
  • November sternenklar – wird man bald den Frost gewahr. Im November sind die Nächte bereits deutlich länger als die Tage. Zum Ende des Monats schon länger als 15 Stunden. Im Gegensatz zur klaren Nacht verhindert eine dichte Wolkendecke die Auskühlung während der längeren sonnenlosen Zeit. Daher droht nur geringer Frost.
  • Wenn der November schneit, hat der Winter verkalbt.

1.11Allerheiligen bringt den Nachsommer.happythanksgiving_by_kmygraphic-d9h7151
Selbst zu vorgeschrittener Jahreszeit können sich vor allem in Alpennähe, beispielweise durch Föhneinflüsse, kurzzeitig nochmals  Temperaturen bis 20 Grad einstellen.

3.11. St.Hubertus (Cernunnos) – Grosses Halali mit Jägermesse im Wald. wobei die Hobby-Jagd ein eher perverses Freizeitvergnügen darstellt. Für unsere Vorfahren notwendig – für neureiche Yuppie-Blödel eher nicht. Hubertus selbst entsagte der Jagd nach einer Vision und wurde Eremit. In keltischen Landen wurde er mit dem gehörnten Gott von Samhain Cernunnos synkretisiert.

Wobei man überlegen sollte: Nach Hegevorschriften ausgewähltes Wild vom erfahrenen Jäger/Förster sauber erlegt entspricht eher dem natürlichen Kreislauf als Schlachtfabriken! Eine solche Jagd fügt Tieren auch weniger Stress zu. Und man muss den Preis für das Fleisch annehmen (können). Allerdings werden Wildbestände heute durch Winterfütterung regelrecht angemästet und schädigen den Wald durch Verbiss.

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Am Entenbühl: Ehemaliger Bunker, zur Hubertuskapelle umgestaltet, mit Freiluftaltar und Kreuz.
Früher wohl ein keltischer Kultplatz in der Nähe der Waldnaabquelle.
Vision des Hubertus ©abrasax

11.11. Sankt Martin kommt nach alten Sitten gern auf dem Schlitten angeritten -> erster Schneefall.

11.11. Beginn der Karneval-Saison: Wohl wegen des unchristlichen Datums: Zwei mal die teuflische Elf!
19.11. Sankt Elisabeth sagt es an, was der Winter für ein Mann. Der 19. November ist der Todestag der heiligen Elisabeth von Thüringen (1207-1231). Sie gilt als Schutzpatronin der Kranken, Notleidenden und Verfolgten, der Caritasvereinigungen und des Deutschen Ordens.
25.11. Kathrein – lässt den Winter ein. Katharina von Alexandria (3./4. Jahrhundert) gehört zu den vierzehn Nothelfern. Mit dem 25.November endete früher allgemein der Aufenthalt des Viehs auf den Weiden, begann die Schafschur, und die Knechte und Mägde bekamen ihren Lohn ausbezahlt. In vielen Gegenden war dies der Beginn der Vorweihnachtszeit und sogenannte Kathreinmärkte wurden abgehalten.
30.11. Andreasschnee tut Korn und Weizen weh. Es ist der Tag des heiligen Andreas, einem der zwölf Apostel. Der Andreastag ist ein bedeutender Lostag für die Feldfrucht. In der sogenannten Andreasnacht zogen früher die Kinder maskiert von Haus zu Haus, sangen Verse und wurden zum Lohn dafür beschenkt. Nach Volksglauben können heiratswillige Mädchen in dieser Nacht den Zukünftigen im Spiegel sehen. Andreas ist der Patron der Fischer und Fischhändler, Bergleute, Metzger. Weiterhin ist er für die Ehevermittlung, das Eheglück und den Kindersegen zuständig.

Referenzen für mein Novemberbild:

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Wilde Weiber: Schleier der Tanit

Mondin in mysteriöser Pracht …Schleier der Tanit ©scrano 2014

Mondin in mysteriöser Pracht …
Schleier der Tanit ©scrano 2014

Die Mond- und Fruchtbarkeitsgöttin Tanit wurde bis zum Untergang der phönizischen Kultur verehrt. Als Dea Caelestis lunare ist sie auf  Votivstelen abgebildet, die man überall im ehemaligen Einflussbereich des karthagischen Reiches findet, am häufigsten aber auf Malta. In der Hauptstadt Karthago selbst ist bis jetzt nur ein archäologisches Zeugnis überliefert, eine Stele, bei der Merkur zusammen mit dem Thron der Tanit abgebildet ist.  Ihr Symbol ist ein Dreieck mit einem Querbalken und einem Kreis. Die Römer setzten sie mit Ops und Nutrix, der Nährerin des Saturnus (als Erntegott), gleich, die Griechen mit der Jagd- und Fruchtbarkeitsgöttin Artemis, ebenfalls einer Mondgöttin. Sie gilt als Jungfrau, aber auch als Mutter des Baal, die den Gott jeden Frühling wiedererweckt. Ein Indiz für einen lunisolaren Kult, wie er ursprünglich bei bäuerlichen Zivilisationen üblich war. Tanit ist wahrscheinlich eine Überformung der älteren Ishtar/Astarte aus Mesopotamien, die auch eine jungfräuliche Ackerbaugöttin war. Ein anderer Einfluss könnte Anat aus Ugarit gewesen sein, die ebenfalls kriegerische Züge hatte. Tanit wird auch mit Löwinnen assoziert, die ein typisches Attribut der Inanna/Ishtar/Astarte und anderer “Grossen Mütter” waren: Hathor/Sechmet oder die Magna Mater aus Catal Hüyük. Auf Malta, das seit dem Neolithikum ein Zentrum der Verehrung einer universellen All-Mutter war, hielt sich der Kult der Tanit am längsten.

Tanit-Stele von einem sogenannten Tophet.

Tanit-Stele von einem sogenannten Tophet.
Quelle: wiki

Tanit-Symbole befinden sich oft auf Urnen-Friedhöfen mit den Überresten von Kleinkindern. Dies wurde früher als Indiz für das von den Römern angeprangerte Knabenopfer an den Gott Moloch gewertet. Heute weiss man, dass es keinen Moloch (eigentlich melek=König) gegeben hat, und dass es wahrscheinlich keine Menschenopfer-Überreste sind, die auf einem Tophet beerdigt wurden. Die moderne Forensik zeigt, dass es sich bei den Kinder-Urnen um Mädchen und Knaben handelt, sowie die Tatsache, dass viele Totgeburten und Föten, oder Kleinstkinder unter den Bestatteten sind. Die Kindersterblichkeit in der Antike war sehr hoch.  Baal Hammon, der vermeintliche Moloch ist eher mit dem “Goldenen Kalb” gleichzusetzen oder dem Apis-Stier, er ist ein erdhafter Frühlingsgott. Vermutlich sollten die verstorbenen Kinder in die Hände des Götterpaares Tanit/Baal zurückgegeben werden, da diese auch die menschliche Fruchtbarkeit regierten. Auf Friedhöfen mit den Gräbern von Erwachsenen finden sich nämlich keinerlei Beisetzungen von Kindern.

Der heilige Zaimph (juwelenebesetztes Sternenkleid) der Tanit als Schutztotem des punischen Reiches spielt im Historienroman “Salammbo” von Gustave Flaubert eine zentrale Rolle. Hier hat Flaubert wohl einen Haken zur Isis von Sais geschlagen, die ebenfalls hinter einem Schleier vorborgen war, wohl weil auch Tanit als Urmutter des Kosmos angesehen wurde. Ein sternenbesetztes Himmelskleid haben viele Mondgöttinnen, es symbolisiert die sternenklare Nacht bei Neumond (Schwarzmond). Hekate ist ebenfalls ein Beispiel, auch die sumerische Inanna, die auch Venus/Mars(Pluto) und Mondaspekte in sich trägt. Die alten Griechen vereinten alle diese Varianten im Sternbild Virgo, das für sie Asträa, die sogenannte Sternenjungfrau darstellt. Der jungfräuliche Aspekt der antiken Fruchtbarkeitsgöttinen war einerseits ein Ausdruck ihrer Verbindung mit dem Mond und seinen Phasen. Gleichzeitig sind aber im Symbol der Jungfrau männlich (vir=Mars) und weiblich (gyne=Venus) vereint, der letzte Abglanz einer weiblichen Schöpfergottheit, die den Kosmos aus sich heraus (parthenogenetisch) gebiert. Die Jungfrau ist unabhängig und frei, daher rührt ihre sogenannte “Reinheit”, die weniger der Keuschheit, sondern eher einer Unparteilichkeit und vollkommenen Wahrhaftigkeit geschuldet ist. Die schon erwähnte, scheinbar paradoxe kriegerische Seite dieser Himmelsköniginnen, ein weiter Titel, mit dem auch Tanit angerufen wurde, hat hier ebenfalls ihre Wurzeln. Die Jungfrau in Waffen (und Männerkleidung) als Retterin in der Not ist ein Archetyp, der bis zu Jeanne von Orleans reicht.***

„Ich bin alles, was ist, was gewesen ist und was sein wird. Kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben.“
Friedrich Schiller, Vom Erhabenen (1793)

Von der historischen Göttin Tanit ist kein heiliger Mantel oder ein ähnliches Textil überliefert, auch kein zentrales Heiligtum in der Stadt Karthago. Da hat Flaubert vielleicht hier noch eine zweite Quelle gefunden: Eine weitere “schleierhafte” Geschichte ist die biblische Erzählung von Salome (Inspiration für die fikitive Salambo?), Tochter der Herodias, die das Haupt von Johannes dem Täufer als Gegenleistung für ihren Striptease (Tanz der sieben Schleier) verlangt. Das verhüllende Gewebe ist auch wiederum ein Synonym für Jungfräulichkeit, ein Symbol für das Hymen. Weltweit tragen Bräute Schleier, zumindest bei den Völkern, die aus dem eurasischen Raum stammen, dieses einstige Zeichen eines weiblichen Mysteriums wurde in den patriarchalischen Gesellschaften zum Ausdruck des Marktwerts eines Mädchens pervertiert. Den Gipfel dieser Demütigung stellt die Vollvermummung durch Burka, Niqab oder Tschador dar: Ein Gefängnis aus Stoff, bei der Burka gibt es gleich auch Fenstergitter mitgeliefert. Obwohl der Koran an sich nicht so frauenfeindlich daherkommt, wie man vielleicht vermuten würde. Aber wie beim Christentum wurde sehr viel lokale Tradition der Nachfolgenerationen einfach zum religiösen Dogma erklärt. Bei allen Buchreligionen bildeten sich im Verlauf ihrer Entsteheung schnell Gruppierungen, deren Anführer meistens gegenseitig in erbitterter Feindschaft zueinander standen, und daher die Schriften auch zu ihrem eigenen Nutzen auslegten. Hier liegen nicht nur Schleier sondern ganze Filzteppiche, das kann man den etablierten Religionen generell vorwerfen.

All die historischen und religiösen Gewebe, die auch Tabus darstellen,  zu lüften, daran hat sich am Ende des 19. Jhd. die Okkultistin und Spritualistin (Medium) Helena Blavatsky versucht. Ihr Erstlingswerk heisst demzufolge auch: “Die entschleierte Isis”. Dem folgten noch mehrere Abhandlungen, z.B. “The Secret Doctrine”, die dann den Kern ihrer neuen religiösen Philosophie bildeten, die sie Theosophie nannte (Weisheit vom Göttlichen). Wie im synkretischen Hermetismus wird hier auch eine Brückenschlag zwischen Okkzident und Orient versucht, gleichzeitig auch eine neue Kosmologie entwickelt. H.P.Blavatsky ist in ihren Schlussfolgerungen allerdings zu sehr im Zeitgeist verhaftet, während die hermetische Lehre über Jahrhunderte viele transformatorische Stufen durchlaufen hat, und am Ende, vor allem durch den starken Einfluss der griechischen Philosophie, daraus ein eher allgemeingültiges naturphilosophisches Konzept entanden ist.

Hpb

H.P.Blavatsky ca. 1880.
quelle: wiki

Schillernde Persönlichkeit mit vielen Facetten und Widersprüchlichkeiten: Gründerin der Theosophischen Gesellschaft und von Neu-Esoterikern gerne (falsch) zitiert.  Ihre Radix werde ich noch besprechen: Sonne Löwe, Mond Waage, ASC Krebs, mit dominantem Neptun und Pluto-Thema.

***mehr zur Etymolgie “Virgo” im Zusammenhang mit den Sternzeichen: Der Wortstamm hat wohl auch etwas mit “messen”, “zählen” und “einschätzen” zu tun. Wenn man an die Detailverliebtheit und den Hang zu Perfektion der von Jungfrau-Merkmalen geprägten Menschen (und Tiere, meine Katze hat einen Jungfraumond … ) denkt, wohl keine falsche Auslegung. “Stab”, “Ranke” – eine weitere Deutung – allen gemeinsam ist auch eine Zuordnung zum Merkur, dem planetaren Herrscher des Zeichens. Besonders das hermaphroditische Element der Jungfrau als archaisches Symbol wird durch den Gott der Reisenden und Schamanen abgedeckt: Wie in seinem Attribut, dem schlangenumrankten Hermesstab “Caduceus”, werden die Gegensätze vereint. Der Merkur in der Jungfrau, weniger der in den Zwillingen, steht auch für die Prozesse in der Alchemie, chemisch wie spirituell.

Posted by on September 13th, 2016 Kommentare deaktiviert

Heilpflanzen im September: Signatur des Merkur

Dualer Merkur, vereint Gegensätzliches mit Liebe zum Detail.Twain ©scrano 2014

Dualer Merkur, vereint Gegensätzliches mit Liebe zum Detail.
Twain ©scrano 2014

Signaturen in der Pflanzenastrologie:

Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

Als MacGyver der Götter  ist der Merkur  das Symbol für den Verstand, die Vernunft, den Intellekt und die Logik. Damit verkörpert er das Denken, Kommunzieren mit anderen und das Lernen von neuen Fähigkeiten. Der kleine innerste Planet  umläuft die Sonne in nur 87 Tagen. Daher galt der flinke Merkur in der griechischen Mythologie als Götterbote, Herold des Zeus und Unterhändler zwischen den Göttern und Menschen.  Sein primäres Element ist die Luft, sein Domizil liegt in den Zwillingen und er herrscht im dritten Haus. Allerdings hat er einen russigen (Zwillings)-Bruder, auch ein Erfindertalent, wenn auch nicht so beweglich: Hephaistos mit dem lahmen Bein und den geschickten Händen. Dieser regiert die Jungfrau und das sechste Haus, sein Element ist die Erde.

Der Merkur, aber auch sein Bruder, der unterirdische Schmied galten als neu- und wissbegierig: In beiden Formen  unterstützt dieser Archetyp  unsere logischen und analytischen Fähigkeiten, lässt uns unvoreingenommen auf Menschen und Situationen zugehen, Neues aufnehmen und umsetzen. Der Hephaistos segnet uns auch mit einem pragmatischen Verstand – so dass man sich nicht in Luftschlössern und Abstraktionen verliert.

 Merkurräucherungen nützen an den Tagen der Retrogradation des Planeten, seinen inneren Zusammenhalt aufrechtzuerhalten und Missverständnissen durch fehlinterpretierte Äusserungen seitens seiner Mitmenschen aus dem Weg zu gehen.  So ein kleines Planeten-Räucherritual macht auch Menschen mit einem rückläufigen  Merkur in der Radix, besonders in Haus 3, 6 oder 9, das Leben leichter. Eine gute meditative Übung vor einem Vortrag, oder wenn man schwierige Texte verfassen muss.

  • Räucherpflanzen, die unsere Merkurfähigkeiten unterstützen, sind z.B. Hopfenzapfen, Lavendelblüten, Pfefferminze, Macisblüte, Salbei, Ysop und Lemongras oder Zitrusschale.

Die in Merkurpflanzen häufig enthaltenen ätherischen Öle wirken in der Aromalampe gegen Kopfschmerzen, innere Unruhe und fördern die Konzentration bei Lernaufgaben.  Darum haben sie sich auch in Prüfungszeiten bewährt. Beispiele: Zitrone und Lemongras aktivieren, Mandarine baut Stress und Spannungskopfschmerz ab. Lavendel beruhigt nervöse Gemüter. Pfefferminze und Bergamotte erfrischen den Geist. Überhaupt sind stark merkurische Heilmittel oft durch Inhalieren anwendbar, weniger als Tee oder Tinktur, da sie häufig dem Element Luft unterstehen.

In seiner Funktion als geflügeltem  Götterboten entspricht dem Merkur/Hermes das Prinzip des Informationsflusses, damit die Geschwindigkeit aller Stoffwechselprozesse und das dafür verantwortliche Hormonsystem (Schilddrüse, mit ihrer Schmetterlingsform, ein Merkursymbol)  und auch die Bronchien und Lungen. Als Mittel des Ausdrucks, des Erfahrens der Umwelt und kreativen Schaffens sind auch die Hände dem Merkur unterstellt.

Der hermetische Gegenpol von Merkurpflanzen wird klassisch von Jupiter (9,Haus, Schütze und 12. Haus, Fische) gebildet. In der modernen Astrologie kommt zum Jupiter des Nachthauses noch der Neptun als neuer Hauptherrscher von Fische und 12. Haus hinzu. Häufig sind beide Pol-Signaturen sogar gleich stark ausgeprägt. Beispiele: Iris, Königskerze, Baldrian, Katzenminze.

Jugendlicher Hermes als Jäger. Schwtezinger Park, ©beast666 2016

Jugendlicher Hermes als Reisender.
Sein Begleittier ist der wachsame Hahn, der auch ein solares Symbol darstellt. Schwetzinger Park, ©beast666 2016

Die Idee des Vermittlers, wie sie Merkur als Götterbote und geschickter Unterhändler verkörpert, zeigt uns, dass seine Pflanzen dazu dienen, unterschiedliche Wirksysysteme zusammenzubringen.  Im Körper helfen sie auch, die inneren Taktgeber zu regulieren. In seinen Eigenschaften ist Merkur ambivalent. Er kann das Feindliche befreunden und auch Fehlendes ergänzen. Auch viele Sonnenpflanzen vermögen das, weil sowohl Merkur als auch sein älterer Bruder Apollon (Sonne) als innere Heiler gelten. Das zeigt sich in ihrer mythologischen Beziehung zum archetypischen Arzt Äskulap, einem Sohn Apollons, und Träger eines Schlangenstabs – dem Caducceus, wie ihn auch Merkur besitzt. Auch der Caducceus mit Flügeln und zwei Schlangen die sich umwinden verkörpert das Duale und seine Überwindung: Er vereint das Obere mit dem Unteren und bringt die Gegensätze (Schlangen) zusammen.

  • Daher sind beide Pflanzenmittel wichtig in Rezepturen – sie bringen die Wirkung erst zur Entfaltung.

Gentiana lutea - gelber Enzian. Merkur/Jupiter mit typischen "Wegerichblättern".

Gentiana lutea – gelber Enzian. Merkur/Jupiter mit typischen “Wegerichblättern”. Quelle:wiki

Gewächse, welche eine Merkursignatur tragen, haben blassblaue bis violette oder maisgelbe Blüten, wechselnde Blütenfarben, Komplementärfarben, Scheckung, Dolden- und Schirmblüten, kleine individuelle Blüten in Rispen und Ähren. Sie weisen eine schlanke Gestalt auf, vor allem aber lanzettliche, parallelnervige, gefiederte, nadelartige oder flügelförmige Blätter (Farne), die im wechselnden Rhythmus angeordnet sind. Rutenartige (Ginster, Tannenwedel, Schachtelhalm) Ausformungen kommen ebenfalls vor, oder „Blatthände“, wie bei Fingerkraut und Kastanie.  Auch rauhe Haare und weiche Borsten, welche die Pflanze bedecken, sind charakteristisch: Küchenschelle, Borretsch, Königskerze. Ihr Wuchs ist streng aufrecht (Odermennig, Königskerze, Fingerhut), oder  sie  klettern und ranken (Efeu, Hopfen, Bohnen). Typisch sind auch  Samen, die mit dem Wind verteilt werden z.B. Flugborsten oder Fallschirmchen tragen.  Merkurpflanzen wachsen  oftmals am Wegrand. Beispiele sind die Wegwarte und der Wegerich.

Düfte von Merkurpflanzen kommen seltener von den Blüten (ausser Lavendel) sondern von den Blättern und beruhen oft auf einem Gehalt an ätherischen Ölen, z.B. Lavendel. Salbei, Rosmarin, Thymian. Die Merkurpflanze ist ein Insektenliebling, oft eine regelrechte Tankstelle mit Treff für Falter, Bienen, Käfer. Beispiele: Wilde Möhre, Baldrian, Schmetterlingsmagnet Buddleia.

Echium vulgare - Natternkopf aus der Familie der Borretschgewächse.

Echium vulgare – Natternkopf aus der Familie der Borretschgewächse.

Erd-Merkurpflanzen (Jungfrau) ranken eher am Boden entlang als dass sie hochaufstrebend wären. Ihr Gegenpart ist Neptun, so dass sie auch invasive, flachwurzelnde Rhizomgeflechte bilden können. Beispiel hierfür sind Gräser oder der Giersch. Luftmerkurpflanzen (Zwillinge) sind die klassischen Kletterer, die auch ausladende Pflanzendschungel bilden lönnen, weil ihr Gegenpol der expansive Jupiter ist – Wein oder Wisteria sinensis stellen beide gute Verteter dieses Prinzips dar.  Egal ob Neptun oder Jupiterprinzip den Gegenpol bilden, häufig enthalten diese Gewächse beruhigende oder berauschende Inhaltsstoffe, wie z.B. der Hopfen, die Passiflora, oder die Prunkwinde.

Viele Pflanzen tragen eine Merkur-Nebensignatur: Holunder, Orchideen, Walnussbaum (Jupiter), Rosskastanie (Jupiter, Mars/Venus), Schafgarbe, selbst Rosen.

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Zaunwinde, eine alte Hexenpflanze – und ein Heilkraut.

Gewächse unter der Herrschaft des Merkur:

  • Akelei (Jupiter, Mars/Venus)
  • Ackerschachtelhalm (Mond/Saturn)
  • Bärlapp (Saturn/Mond),
  • Bittersüß (Venus/Pluto),
  • Baldrian (Mond/Saturn, Neptun),
  • Beifuß (Saturn, Mond),
  • Bingelkraut (Uranus),
  • Borretsch (Jupiter)
  • Braunwurz (Saturn),
  • Dill (Sonne/Uranus),
  • Ehrenpreis (Jupiter),
  • Euphrasia (Augentrost), (Neptun, Mond/Saturn)
  • Esche (Jupiter),
  • Fenchel (Mond/Saturn),
  • Fingerhut (Jupiter, Mars/Venus)
  • Frauenhaarfarn
  • Gelber Enzian (Jupiter, Mars/Venus)
  • Geissblatt (Neptun)
  • Giersch (Neptun, Mond/Saturn)
  • Ginster (Venus/Mars)
  • Gundermann (Venus/Mars),
  • Herzgespann (Venus/Mars),
  • Hirschzunge (Saturn/Mond),
  • Hopfen (Neptun, Mars/Venus)
  • Huflattich (Jupiter, Venus/Mars),
  • Katzenminze (Neptun, Mond/Saturn)
  • Kerbel, (Mond/Saturn)
  • Küchenschelle (Venus/Mars),
  • Kümmel, (Mond/Saturn)
  • Lavendel, (Neptun)
  • Linde (Venus/Mars),
  • Lungenkraut (Saturn),
  • Melisse (Neptun, Mond/Saturn);
  • Minzen (Venus/Pluto), Poleiminze, Krauseminze, Spearmint etc.
  • Natternkopf (Jupiter),
  • Odermennig (Jupiter),
  • Oleander (Jupiter, Venus/Pluto),
  • Passiflora (Neptun, Jupiter)
  • Petersilie, (Jupiter, Mond/Saturn)
  • Schierling (Saturn/Mond),
  • Schwalbenwurz (Saturn, Mond),
  • Tannenwedel (Mond/Saturn)
  • Teufelsabbiß, (Mond/Saturn)
  • Thymian (Mars/Venus)
  • Wegeriche (Venus/Mars)
  • Duftwicke (Neptun, Venus/Mars)
  • Winden: Prinkwinde, Zaunwinde, (Jupiter, Neptun, Mond/Saturn)
  • Wegwarte (Jupiter, Saturn/Mond)
  • Wolfstrapp
  • Wurmfarn (Mond/Saturn);

Nahrungsmittel:

  • Getreidearten (Jupiter-Mais, Neptun alle anderen)
  • Bohnen, Erbsen (Venus/Mars)
  • Süsskartoffel (eine Windenartt, Mond/Saturn)
  • Obst: Johannisbeeren, Stachelbeeren, mit Venus/Mars
  • Passionsfrucht, (Neptun, Jupiter)

Merkur untersteht auch die Blatt- und Stengelausprägung sowie der Samenflug. Merkurpflanzen aktivieren den Stoffwechsel und eignen sich wegen ihrer Anpassungsfähigkeit gut zur Abrundung von Rezepten.

Wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten: Zu den merkurgeprägten Giftpflanzen zählen der sehr toxische Goldregen (Mars/Pluto und Venus), der schwächer giftige Ginster, die Hundsgiftgewächse (Vinca, Oleander mit Venus/Pluto) und die Hahnenfussgewächse (Mars/Pluto und Venus), die allesamt Gift- oder Reizstoffe enthalten. Hier wie auch beim Maiglöckchen sind es die Nebensignaturen, welche das aggressive Element tragen. Auch Bohnen (Mars/Venus) sind ungekocht toxisch.

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Polygonatum – Salomonssiegel, Elfensporn.
Typisch die parallelnervigen Blätter und die ährige Blüte.
Nebensignatur Mond/Saturn, wie beim verwandten ebenfalls giftigen Maiglöckchen.

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des 6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus und dessen Herrscher
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter (separativer) Mondaspekt des Dekumbitur zum AC-Herrscher -> Ursache, nächste Mondaspekte -> Krisen, Heilungschancen und Dauer.

Bilder: ©beast666  und gemeinfrei (Enzian).

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

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6. August 2017 – 72 Jahre nach Hiroshima

Eve of Destruction

Eve of Destruction ?
Deadly Flower ©scrano 2013

Ich bin der Tod der Alles raubt … Erschütterer der Welten

Shiva im Bhagavadgita

Oppenheimers Zitat bei der Beobachtung der Trinity-Exposion: Am 16. Juli 1945 um 5:29:45 Uhr Ortszeit in White Sands nahe Alamogordo. Und sie schmolzen den Sand zu Glas … grünliches Trinitit, ein radiaktives Überbleibsel und Souvenir für Atom-Touristen.

**”Zerschlage mein Herz, dreifaltiger Gott“

Bei der Bombardierung Hiroshimas und Nagasakis starben ca. 230.000 Menschen, die Hälfte davon sofort, der Rest innerhalb von sechs Monaten. Langzeitopfer der Strahlenschäden dürften ein Vielfaches mehr an Todesopfern gefordert haben. Dazu kommen die Auswirkungen auf die nächste Generation.

Da fehlen die richtigen Worte, auch noch nach so langer Zeit. Man muss sich da selbst herantasten, besonders für uns Physiker ist es schmerzlich, im Bewustsein einer verlorenen Unschuld. Schlimm genug, dass im Studium keinerlei Auseinandersetzung mit solchen Themen von enormer ethischer und moralischer Tragweite stattfindet. Wenigstens haben einige von uns in Wackersdorf demonstriert und das im Bayern von Atom-Daddy FJS!

Vielleicht eine brauchbare Zusammenstellun von Infos und Quellen::

Der aus dem Besitz von Nuklearwaffen resultierende Machtwahn hatte auch Auswirkung auf die nächsten Generationen:

Wenigstens kam dann die Friedensbewegung und mit den ersten Demos in Whyl auch das langsame Ende der Kernkraft-Utopie.

“…und es ging auf ein Rauch aus dem Brunnen wie ein Rauch eines großen Ofens…”

Erst die radioaktive Rauchsäule des zerstörten Reaktor 4 im Kraftwerk von Chernobyl brachte uns ein wirkliches Umdenken.

Zeitgleich erfolgte auch das vorläufige Ende des nuklearen Wettrüstens durch Michail Gorbatschow. Das Ende des Sowjetreichs setzte aber eine ungewollte Proliferation in Gang:

Heutzutage muss man sich allerdings fragen ob nicht Nuklearwaffen in den Händen religiöser Fanatiker ein ebenso gefährlicher Zündstoff sind. Pakistan, Indien, auch der Iran, selbst wenn da momentan ein wenig Entspannung herrscht, werden zu unberechenbaren Nuklearmächten. Dazu dann noch Israel, auch da treiben munter religiöse Terroristen ihr Unwesen (Frauen steinigen, Lesben und Schwule abstechen … ) und wenn ich mir das Gesicht Netanjahus betrachte: Das ist jedenfalls kein Mensch, dem ich Atomwaffen anvertrauen möchte! Viele junge Israelis sehen es genauso und suchen sich eine friedlichere Zukunft woanders. Dass überall die Welt am Flüchten ist … wen wundert es.

Bei all den Regierungen mit zunehmend merkwürdigem Demokratieverständnis: Versuchen wir selbst mehr Einfluss auf unser Schicksal zu nehmen! Kriege passieren nicht einfach so, sie sind keine Naturkatastrophen. Die Ursachen sind häufig Wirtschaftsinteressen, die als nationale Propaganda verkauft werden. Heldenschwulst, Pathos und Paranoia inklusive.

Der jetzt geführte weltweite Krieg ist sowieso schon lange ein anderer: Reich gegen Arm – nicht sogenannte Wohlstandsländer (die gibt es sowieso bald nicht mehr) gegen die Drittländer, nein die Klasse der Superreichen (ca. 2% der Weltbevölkerung) gegen den Rest – uns ALLE! Und er wird von unserer Seite gerade an allen Fronten verloren: Klimakatastrophe, Überbevölkerung und Ausplünderung sind eine Folge der unermesslichen Gier dieser Gruppe.

Also wappnet Euch.

Einen guten Platz für den Weltuntergang, wünsche ich! Duck and Cover, wie Bert the Turtle!

Pluto, der Herr der Unterwelt und der entfesselten Mächte des Atoms, hat uns das Gastmahl schon bereitet, nachdem wir von Neptun’s Propaganda das Hirn vernebelt bekommen haben und von den technischen Utopien des Uranus träumen durften.

Denn wer den Wind sät … der Rest steht in der Bibel {Altes Testament, Hos 8,7}

 

 ** Oppenheimers Namensgeber für die Bombe, ein religiöses Gedicht von John Donne. Überhaupt: Enola Gay für das Bombenflugzeug, Fat Man, Little Boy  für die Bomben … ich würde meinen das ist bereits Schuldverdrängung.
 

Posted by on August 6th, 2016 2 Comments