Archive for the ‘Lilith’ Category

 

Samhain – Wenn Hekate um die Häuser zieht

Samhain Fire

All Souls Night

Bonfires dot the rolling hills
Figures dance around and around
To drums that pulse out echoes of darkness
Moving to the pagan sound. Somewhere in a hidden memory
Images float before my eyes
Of fragrant nights of straw and of bonfires
And dancing till the next sunrise.

I can see lights in the distance
Trembling in the dark cloak of night
Candles and lanterns are dancing, dancing
A waltz on All Souls Night.

Loreena McKennitt***
 

Hekate ist eine Patronin von Samhain, wie sie es wohl schon beim römischen “Cereris mundi patet” war. Sie steht auch mythologisch der Demeter-Ceres nahe: Sie half ihr nach der verschwundenen Kore zu suchen, nachdem diese von Hades/Pluto in die Unterwelt entführt wurde. Der Kore als Unterweltskönigin Persephone ist sie eine Freundin, deren Gegenwart sie mehr schätzt als die ihres Gatten, dessen brütend-finstere Laune (echt plutonisch eben) sie oft flieht. Hekate ist der Sternenhimmel und die Nacht des Dunklen Mondes zugeordnet. Ausserdem noch die Mondfinsternisse. Sie hat auch eine ikonographische Verwandtschaft mit Asträa, der Sternenjungfrau, die in alten Zeiten ursprünglich ebenfalls eine Versinnbildlichung der steinzeitlichen”Grossen Mutter” war. Die Figur der Asträa beinhaltete alle Aspekte der Demeter, Kore und Hekate/Persephone, sowie auch der Dike, Themis und Nemesis. Hierin ähnelt sie wiederum der Frau Holle. Das ihr zugeordnete Sternbild Jungfrau war in antiken Zeiten als grosse Frühjahrskonstellation bekannt und schloss Waage (der Gerechtigkeit) und Skorpion (das Schwert, die Strafe) mit ein. Nach der dorischen Einwanderung in der Eisenzeit und dem stärker werdendem Patriarchat im Mittelmeerraum blieb von der mächtigen “Magna Mater” nur noch die immerhin widerborstige Hekate übrig. Sie hatte wie Pluto den Schlüssel zum Hades, auch sie war fähig unsichtbar unter den Sterblichen wandeln, allerdings nur in der Dunkelheit. Zeus konnte über sie nicht gebieten, ein letztes Zeichen von Respekt gegenüber der altehrwürdigen, einst allmächtigen Göttin.  Der schwarze Hund und die Granatfrucht wurden ihr gleichermassen wie dem Herrn der Unterwelt zugeordnet.

Hekate Trivia

Hekate Trivia

Allerdings trägt sie noch die Fackeln der Weisheit, ein Überrest ihrer einstigen solaren Form, und als Wächterin über Weggabelungen hat sie noch ihre ursprüngliche Dreigestalt. Sie beherrscht auch die Grenzen, wie Saturn, die Übergänge von Nacht und Tag, dem Reich der Lebenden und Toten. Sie ist auch ein Psychopompos wie Merkur, aber sie hilft auch den Seelen auf die Welt, sie ist Beschützerin der Gebärenden und Neugeborenen. Das erste Waschwasser und die Nabelschnur werden an Wegkreuzungen  oder am Fuss des privaten Hekate-Schreines ausgebracht. Auch diese Tradition gibt es nördlich der Alpen im Brauchtum der Verehrung der im Hollerbusch wohnenden Frau Holle. Man braucht wohl nicht zu betonen, dass sie eine sehr volkstümliche Göttin war, und griechische Familien ihr an ihrem Festtag zu Neumond gerne ein Hekate Deipnon, das Festmahl der Hekate darbrachten. Diese Gaben, Eier, Schalen mit Zwiebeln und Knoblauch etc. wurden an Weggabelungen oder bestimmten Plätzen der wilden Natur niedergelegt. Von diesen Opferungen profitierten die Ärmsten der Bevölkerung. Da sie auch eine mächtige Schutzgöttin war, gab man auch alles was nach der Körperpflege übrig blieb, abgeschnittene Haare, Nägel, Milchzähne der Kinder etc. unter ihre Obhut. Dies diente auch dem Schutz vor Behexung und daran zu erinnern, dass Alles wieder in den natürlichen Kreislauf zurückkehrt. Diese Verbindung mit “Stirb und Werde” , ihre chtonische Natur hat sie mit dem Pluto gemein, das verbindet sie mit dem achten Haus und dem Zeichen Skorpion. Ironischerweise wurde ausgerechnet Hekate in der Spätantike und im Christentum zur Hexengöttin umgedeutet. Das hing vielleicht mit dem bisschen weiblicher Rest-Wildheit als Herrscherin über Nacht und wilde Natur, eine dunklere Artemis sozusagen, die ja auch als Hexenpatronin galt, zusammen. Die alte schamanische Herrin der Tiere geisterte da noch in manchen Kleriker-Köpfen, wiedergespiegelt auch in der Vorstellung vom Besenritt, einer Verballhornung der schamanischen Reise. Zudem war sie als Gebieterin über den Geburtsvorgang auch Schutzherrin der Hebammen, was den misogynen Kirchenvätern ebenfalls nicht passte. Eine Frau sollte ja beim Gebären dem höchstmöglichen Mass an Leiden unterworfen sein (Vollidioten oder Sadisten, wahrscheinlich beides). Dazu hätte ja die teuflische Hebamme auch noch das Neugeborene dem Satan weihen können, bevor es getauft worden wäre.  Zusammengefasst, alles in Verbindung mit Schwangerschaft und Geburt roch verdächtig nach schwefligen Teufelsausdünstungen …

Lochstein: Er symbolisierte eine Grenze, synonym auch für Geburt und Tod, und die Hebammengöttin Hekate.

Nadelöhr an der Teck, einem Berg mit viele kultischen Plätzen.Durchblicke ©beast666 2014

Nadelöhrfels an der Teck, einem Berg mit vielen kultischen Plätzen.
Durchblicke ©beast666 2014

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Hekate tanzt vor einem Altar

Die vielfältigen Anrufungen der Hekate sind interessant, da sie noch einiges von ihrem alten Glanz zum Ausdruck bringen:

  • Phosphoros- Lichtbringer, Propolos- Führerin
  • Propylaia- Torhüterin, Kourotrophos- Pflegerin
  • Khtonia- (Unter)Erdige, Ourania- Himmlische
  • Enodia- Die am Wege, Angelos- Botin
  • Antaia- Begegnerin, Melana- Schwarze
  • Kleidophoros/Kleidouchos- Schlüsseltragende
  • Prytania-Unüberwindbare (Herrin der Toten), 
  • Purphoros/Dadophoros/Lampadophoros- Fackeltragende
  • Psychopompos- Seelenführerin, Soteira- Erlöserin
  • Triformis- Dreiförmige, Dreifache, Dreigestaltige
  • Trioditis- Dreiwege, Aidônaia- Herrin (des Hades)
  • Agriope- die Wilde, Anassa- Herrin
  • Aphrattos- Unaussprechliche, Azostos- Ungegürtete
  • Epipyrgidia- Die Wächterin des Turmes (auf Athens Akropolis),
  • Eukoline- Gutherzige
  • Genetyllis- Beistehende bei Geburten, Helike- Weide
  • Kalliste- Wunderschöne, Kouros- Jungfrau
  • Kratais -Mächtige,  Krokopeplos- in Saffran Gekleidete
  • Megiste- Größte, Monogenes- Einziggeborene
  • Nykterian- Nächtliche, Ouresiphoites- Die in den Bergen Schweifende
  • Pantos Kosmou Kleidouchos- Schlüsseltragende Herrin des Alls,
  • Perseis- Licht
  • Phileremon- Liebbhaberin der Einsamkeit,
  • Prothegetis- Anführerin (der wilden Jagd, wie Holle oderArtemis),
  • Phryne (Kröte) , ein späteres Hexentier!
  • Prothuraea. Die vor dem Tore, Skylakitin- Herrin der Hunde
Grenzregionen in der freien Natur, und Wegkreuzungen - Plätze der Hekate-Verherung.

Grenzregionen in der freien Natur, und Wegkreuzungen,
Plätze der Hekate-Verehrung. Auch ihre Zauberpflanzen wachsen eher hier,
als in der kultivierten Rabatte. Traufblick ©beast666 2012

Der Hekate zugeordnete Pflanzen und andere Korrespondenzen, zusammen mit ein paar Rezepten für Samhain, Halloween oder einfach einen besinnlichen Abend, an dem man sich den immerwährenden Kreislauf der Natur vergegenwärtigt und ein wenig Ehrfurcht empfindet, wenn man diese vielleicht heute nicht mehr Hekate nennt, gibt es in Teil II: Zaubergarten der Hekate.

 ***Homepage von  Loreena McKennit

 

Posted by on Oktober 29th, 2016 Kommentare deaktiviert

Samhain: Brauchtum und kleine Rituale

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Der “Dunkle Mond”, Hekate, Lilith, “Dunkle Mutter” und mit Pluto verbunden:
Auch in den Jägern der Nacht, besonders Katzen und Eulen steckt dieser Archetyp.

Samhain Nights

When the moon on a cloud cast night
Shone above the tree tops’ height
You sang me of some distant past
That made my heart beat strong and fast

Now I know I’m home at last

You offered me an eagle’s wing
That to the sun I might soar and sing
And if I heard the owl’s cry
Into the forest I would fly
And in its darkness find you by.

So our love’s not a simple thing
Nor our truths unwavering

But like the moon’s pull on the tide
Our fingers touch, our hearts collide
I’ll be a moonsbreath from your side

I’ll be a moonsbreath from your side

Loreena McKennit auf YouTube

Der Tag des keltischen Fests Samhain, das bedeutet schlicht “Sommerende” wird nicht an Allerheiligen begangen, sondern ist der Zeitpunkt des Neumonds im Oktober oder des 11. Vollmonds des Jahres, im November. Der liturgische Kalender der Kelten richtete sich nach den Mondzyklen, im Unterschied zur christlichen Kalendertradition, die auf der Siebentagewoche mit der Betonung des Sonntags basiert. Beide beinhalteten auch noch die Höhepunkte des solaren Jahres und die Äquinoktion. Die willkürliche Festlegung mancher Feiertage, wie Halloween/Allerheiligen auf kalendarische Fixpunkte, vor allem solcher, die einen ursprünglich heidnischen Bezug hatten, wurde von der Kirche durchaus bewusst so gewählt. Dadurch konnte man diese Feste vereinnahmen, sie aber aus ihrem naturreligiösen oder paganen Zusammenhang lösen. Samhain galt als Zeit, in der die Ahnengeister und auch die Sidhe (Feen, Elfen) sich unter den Sterblichen gesellen konnten. Bei den Römern gab es auch Feste, an dem der Orkus offenstand: “Mundus Cereris patet”, eines davon am 8. November, wahrscheinlich der Ursprung des Allerheiligenfests, das eigentlich aus Italien stammt. Diese Zeit ist in unseren Breiten, bedingt durch den nahenden Winter, generell mit den Attributen Tod und Vergänglichkeit besetzt. Der römische Kalender beinhaltete drei solche Grenz-Tage, allesamt Erntefeste, wie der Name Ceres (Demeter) in der Bezeichnung ahnen lässt. Das ist durchaus analog der keltischen Abfolge Lughnasa, Mabon, Samhain und fand zu ähnlichen Zeitpunkten statt. Bei den in ihrer Frühzeit nicht sesshaften Kelten hatten die vier Mondfeste Imbolc, Beltane, Lughnasa und Samhain noch Vorrang noch vor den Sonnenfeiern des bäuerlichen Jahrezeitenkreislaufs. Obwohl man wohl schon im Neolithikum versuchte die beiden Kalendersysteme zu synchronisieren. Manche Archäologen vermuten in den megalithischen Steinsetzungen, wie zum Beispiel den Alignements von Carnac oder dem eindrucksvollen Steinkreis von Stonehenge Anlagen mit der Funktion einer astronomischen Uhr. In die Zeit der Erichtung der ältesten dieser Monumente um 5000 v. Chr. fällt in Mittel- und Nordeuropa auch die Umstellung auf eine Ackerbauerngesellschaft. Alle diese Steinsetzungen haben neben dem Bezug zu den  Sonnenwenden auch eine Ausrichtung auf Eklipsen, solare und lunare. In diesen Finsternissen war für das religiöse Empfinden  der neolithischen Völker die Beziehung der beiden götttlichen Himmelslichter als spektakuläres Himmelsdrama  erlebbar. Auch die Himmelsscheibe von Nebra aus der frühen Bronzezeit ist in einem solchen Zusammenhang zu sehen.

Standing Stones Alignements von Menhiren bei Carnac.©beast666

Standing Stones: Alignements von Menhiren bei Carnac.
©beast666

Samhain ist Fest des letzen Viertelmonds oder der “mondlosen” Nacht. Jetzt beginnt die dunklen Hälfte  des Jahres. Die Verbindung des Festes zum Jahrezeiten-Zyklus ist sehr deutlich. Nach Ausreifung der Früchte, nach der Samenbildung, welken die oberirdischen Teile der Pflanzen und sterben ab. Einjährige Blumen vergehen gänzlich. Nur der neue Samen, der den nächsten Kreislauf in sich birgt, überdauert. Die Lebenskraft zieht sich bei zunehmender Kälte ins Innerste der Erdmutter zurück. Diese trägt nun auch nach dem Tod des solaren Prinzps des alten Jahres, bereits das neue Licht in sich, dass sie an Yul wieder in die Welt bringen wird. Wir müssen lernen, Vertrautes und Geliebtes wieder gehen zu lassen und den Tod als Teil des Naturzyklus zu begreifen. Auch dass es nichts dauerhaftes gibt, noch nicht einmal den Tod.


witch_hatIn der Nacht zum 01. November wird in den meisten Hexentraditionen das Übergangsritual zwischen den Welten gefeiert, zu dem Orakelbefragungen und Kontakte mit der Geisterwelt möglich sind. Andere naturreligiöse Gruppen feiern ihr Samhain in der 11. Schwarzmond- oder Vollmondnacht.

Samhain ist eines der acht Eckfeste, die bei den vorchristlichen, europäischen Völkern mit Feuerzeremonien in Verbindung standen:

sam-greeting Kopie

Ab Samhain begibt sich die Sonne in die Obhut von Gaia.
Sie bewahrt sie in ihrem unterirdischen Reich bis Yul.
Little Earth Mother ©scrano 2016

Gottheiten:

  • Gwyp ap Nudd – Herrscher von Anwyn, der Unterwelt/Anderswelt, Gemahl von Queen Mabd, entspricht Pluto
  • Cernunnos, der Herr der Tiere, der Hirschkönig
  • Ceridwen, Cailleach, die Alte mit dem Kessel der Regeneration
  • Dis Pater, Pluto, Hades
  • Hekate
  • Ereschkigal
  • Hel/Holle, der Todes-Aspekt von Freya/Frigg
  • Saturn, Baron Samdi, Papa Legba
  • Jahreskönig, Tammuz, Holly King
  • Orion, Herne
  • Morrigan in ihrer Dreigestalt: Macha, Nemain, Babdh

Symbole:

  • Kessel,
  • Feuer
  • Krähe, Fledermaus, Eule
  • schwarze Tiere
  • Spinnen, Schlangen
  • Kürbis(Rüben)-Laterne
  • Äpfel und Haselnüsse

Rituale:

Räuchern, am besten im Freien, manche der Samhain-Räucherungen stinken, ich sage nur Asa Foetida! Wermut entwickelt auch keinen Rosenduft. Wer kann, entzündet ein Samhain-Feuer, das geht auch im Kamin. In vorchristlicher Zeit man die Ahnen feierlich gebeten in den Kreis der Menschen um das Feuer zurückzukehren. Schwangere Frauen erhofften eine Reinkanation eines Familienmitglieds in ihrem ungeborenen Kind.

Ein wohlriechenderes Rezept:

  • 1 Teil Beifuss
  • 1 Teil Oppoponax oder Myrrhe
  • 1 Teil Minze
  • 1 Teil Salbei
  • 1 Teil Patchouli

Alles im Mörser zerkleinern, dann portionsweise auf Räucherkohle geben.

Gemeinsam essen:

Häufig gibt es Wurzelgemüse, Knollen aber auch vor allem in früherer Zeit auch Fleisch. Es ist der Brauch der  “letzten Ernte”, Tiere, die es nicht über den Winter schaffen würden, hat man jetzt geschlachtet und das Fleisch für die karge Jahreszeit haltbar gemacht. In diesem Zusammenhang steht auch die Martinsgans, das Tier ist zugleich ein Symbol der Grossen Mutter.

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Nein, nicht wegschauen, Vegetarier-und Veganersensibelchen: Das gehört auch zum Leben! Davon abgesehen, dass hier es sich nicht um eine obszöne Tötungsmaschinerie***, wie in unseren Schlachthöfen handelte. Die Tiere gehörten mit zur Familie, man musste sich schon sehr überwinden, und wusste genau, wem man das Überleben im Winter zu verdanken hatte. Heute hat man es leichter, auf Fleisch zu verzichten, damals hing das Leben davon ab, und die Menschen mussten in der Winterkälte schwer körperlich schuften. Mit Soja-Müsli wäre das wohl nicht allein zu bewerkstelligen gewesen. Das war keine Frage von Luxus-Lebensmitteln, sondern von Hunger. Auch für die Tiere, die bei zuwenig Futter im Winter ebenfalls elend zugrunde gehen konnten. Den Aufstieg und die rasante Gehirnenwicklung verdankt der Mensch auch dem Zugang zu tierischem Protein, schon die Grossaffen waren Jäger. Das früher geschmähte Mesolithikum brachte eine “Kulturexposion”, wie man durch neuere archeologische Funde weiss, auch gerade wegen der erstmals systematisch durchgeführten Küsten- und in Anfängen sogar Hochseefischerei. Viele der jetzt zum Vorschein kommenden, blühenden Ansiedlungen lagen an der Küste, oder z.B. im Bereich der Sände des jetzigen Wattenmeers (Doggerbank). Nicht zu vergessen ist der natürliche Dünger (auch eine plutonische Geschichte), den die Nutzviehhaltung liefert, und ohne den eine BIO-Landwirtschaft gar nicht möglich wäre. Oder wollt Ihr lieber Mineraldünger aus der Chemiefabrik?

  • Aber heutzutage tut es auch Apfelstrudel, Gemüse-Eintopf mit Kohl, und Kürbis-Suppe mit selbstgebackenem Zwiebelbrot. Oder ein leckerer Kürbiskuchen, mit dessen Rezept man auch Halloween-Muffins backen kann. Wir haben ja Zentralheizung und sind im allgemeinen nur Bürostuhlwärmer.

Man kann auch gemeinsam Maronen am Kaminfeuer rösten, dafür gibt es Maronenröstkörbe mit langem Stiel aus Gusseisen in Kaminzubehör-Läden.

Als Getränk: Heisser Apfel-Cidre mit Gewürzen schmeckt nicht schlecht, ein bisschen für die Ahnen versprengen!

Einen Platz am Tisch zusätzlich decken, oder draussen, wenn der Gartentisch noch auf der Terasse steht, einen Teller mit Speisen anrichten und eine Kerze dazustellen.

  • Das sogenannte “dumb supper“, ein symbolisches Mahl für  verstorbene Familienmitglieder, vor allem des letzten Jahres, auch geliebte Haustiergefährten werden hier bedacht.
  • Ein Licht ins Fenster stellen, ein Brauch der in vielen Gegenden zu Allerheiligen ausgeübt wird, aber vorchristliche Wurzeln hat.

    ouiji

    Ouja Board by sevenoaksart.co.uk

Orakeln:

  • Gerne darf das angestaubte Ouja-Board zum Einsatz kommen. Glaubt bloss nicht den Unsinn über bööööse Flüche und Geister, es ist einfach eine art Do-it-yourself Seance mit nicht mehr Auswirkungen wie etwa Gläserrücken (davon stammt es vermutlich ab) oder Bleigiessen zu Sylvester.
  • Für viele ist Tarot der Klassiker unter den Orakeln. Ich verwende die Karten lieber zur Introspektion.

Entrümpeln und recyceln: Das Thema von Samhain ist auch ein skorpionisches, oder eins des 8.Hauses: Loslassen und Dinge in den natürlichen Kreislauf zurückführen.

Gärtnern: Jetzt ist die beste Zeit, den Komposter zu entleeren, und umzusetzen.

Trick or Treat: Last but not least, der jährliche Spass-Rummel für Kinder!

witch_by_kmygraphic-d9cyderDekoration: Allerlei Nachtgetier, die Halloweenkatze darf nicht fehlen, Fratzen, Masken, Hexenbesen und Hüte. Fratzen-Kürbisse und andere schaurige Laternen, besser als Kerzen, wenn Kinder mit von der Partie sind.

Wer weniger Fasching will:

  • Ich stelle 13 Maxi-Teelichte in Gläsern im Kreis auf, in die Mitte kommt ein grosser Kupferkessel mit Sand, in dem man auch räuchern kann.
  • Dekoriert wird mit Äpfeln, Nüssen und passenden Blumen (Ringelblumen z.B. gehören zum Pluto).
  • Dazu kommen schwarze, silberne und orange Kerzen auf einem Metall-Tablett.
  • Es ist schliesslich auch ein Fest der Stille, nach dem Geisterspektakel.
  • Bilder von verstorbenen Eltern, Grosseltern und Haustieren mit Blumen und Kerzen arrangieren

Man kann auch einen stillen Gang auf den Friedhof machen, oder in die Natur hinausgehen, wenn das Wetter nicht zu scheusslich ist. Bei Freimaurern gibt es den Brauch, verstorbenen Brüdern die symbolischen drei Rosen auf das Grab zu legen: Licht (weiss), Liebe(rot), Leben(rosa), oder Weisheit – Stärke – Schönheit.

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Loreena McKennitt, kanadische Folksängerin, Harfenvirtuosin und Komponistin:

Loreena McKennitts Lieder zeichnen sich durch mystisch beeinflusste Texte aus, gepaart mit der Musik von teilweise mittelalterlichen Instrumenten, wie irische Harfe, Drehleier und Dudelsack. Dominierend sind hierbei traditionelle irische bzw. keltische und orientalische Motive. Sie verarbeitet in ihrer Musik aber auch klassische Themen der britischen Literatur. So vertonte sie romantische Balladen wie “The Lady Of Shalott von Alfred Tennyson und “The Highwayman” von Alfred Noyes sowie mehrere Sonnette von William Shakespeare.

 

***Da ist die Art und Weise wie Löwenbabys als nicht rentabel genug einfach in Zoos eingeschläfert werden, damit angehende Veterinäre was zum Üben haben, schon eher pervers. Obwohl man weiss, das diese Raubkatzen extrem gefährdet sind!  So geschehen in Dänemark, und wer weiss noch wo sonst.

Referenzen “little earth mother”

Posted by on Oktober 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

Und dann war da noch …. Lilith

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Lilith, chtonische Ur-Eva mit der Schlange der Erd-Mutter.
Das oft dämonisierte Tier symbolisiert
Weisheit und Wiedergeburt. Nach J.Collier.

Lady Lilith

Of Adam’s first wife, Lilith, it is told
(The witch he loved before the gift of Eve,)
That, ere the snake’s, her sweet tongue could deceive,
And her enchanted hair was the first gold.
And still she sits, young while the earth is old,
And, subtly of herself contemplative,
Draws men to watch the bright web she can weave,
Till heart and body and life are in its hold.

The rose and poppy are her flower; for where
Is he not found, O Lilith, whom shed scent
And soft-shed kisses and soft sleep shall snare?
Lo! as that youth’s eyes burned at thine, so went
Thy spell through him, and left his straight neck bent
And round his heart one strangling golden hair.

( Dante Rossetti, Collected Works, 216)

Wie im Talmud berichtet wird, schuf Gott an Adams Seite eine Frau namens Lilith als völlig gleichberechtigt und ebenbürtig, daher verstand sie sich als ein freies Wesen, dem Unterordnung völlig fremd war.  Ihr stolzes und selbstbewusstes Auftreten, ihre Weigerung Adam zu dienen, stiessen nicht gerade auf die Zustimmung Gottes, der Adam als Ebenbild seinesgleichen sah und damit den Freiheitswillen der ersten Frau als Rebellion gegen sich verstand. Interessanterweise heisst es aber an anderer Bibelstelle: Als Mann UND Frau schuf er sie, nach Seinem Bilde.  Wie die ersten Menschen des Zeus, die Hermaphroditen waren, und aus Angst vor deren Machtpotential vom Olympier-Chef in Mann und Frau gespalten wurden. Ein wahrliches: “Teile und Herrsche!”

Auch der kabbalistische Adam Kadmon wird manchmal als gemischtgeschlechtlich dargestellt. Es wird weiterhin erzählt, dass Lilith beim Sex die Missionarsstellung verweigerte. Adam aber wollte die dominante Position nicht aufgeben, und schließlich kam es zum Eklat zwischen den beiden. Lilith verwendete den geheimen Namen Gottes  “Schem Hammeforasch”, als Zauberformel, und flog davon. Eine Version, wie man sie auch von Medea kennt, die fortflog als sie ihre und Jasons gemeinsamen Kinder getötet hatte.  Oder Morgan le Fay, nach ihrem Verrat an Artus Auf Adams Flehen hin sandte Gott drei Engel (Sanvi, Sansanvi und Semangelaf) aus, um seine Ex-Frau  zurückzuholen. Lilith brach in schallendes Gelächter aus ob deren Versuche und Adams Wehklagen. Sie hatte sich an der Küste des Roten Meeres niedergelassen und mit den dort ansässigen Luftgeistern  viele  Nachkommen. Als Preis für Liliths Freiheit verlangte Gott  jeden Tag 100 ihrer Kinder zu  töten.  Aus Trauer und Zorn fing Lilith an, den Kindern der Sterblichen (Adams Nachkommen) nachzustellen. Hier wieder eine Parallele zu Medea, und den späteren Vorwürfen gegen der Hexerei verdächtige Frauen. Auch soll sie die Schlange im Paradies gewesen sein, welche Eva die Frucht vom Baum der Erkenntnis angeboten hat. Eine echte Feministin: “Betty Friedan” im Paradies, sozusagen. Für Adam, der mit der fügsameren Eva ein angenehmes Leben führte, hatte damit das Müssiggängerdasein ohne Sorgen wieder ein Ende. Bekanntermaßen mussten er und Eva aus dem paradiesischen Zustand heraus in die harte Wirklichkeit des Arbeitsalltags.

Dante Gabriel Rossetti [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

Dante Gabriel Rossetti: Lady Lilith mit roten Haaren und Mohnblüten.

Soweit die Geschichte von Lilith, die aus den sogenannten apokryphen Schriften des alten Testaments stammt – ja das gibt es nicht nur im Christentum, das Judentum kennt auch einen offiziellen Kanon. Überhaupt sind die überlieferten Hinweise zu Lilith recht spärlich und noch dazu stark geprägt vom Zeitgeist. Trotz verstärkter Recherchen auch aus den Kreisen der feministischen Theologie – im Christentum und Judentum, hat sich nicht viel Neues ergeben. Durch die gesamten sogenannten heiligen Schriften haben sich die Patriarchen aller Konfessionen redlich Mühe gegeben, Lilith als dämonisches Weib darzustellen. Eine verruchte Verführerin und widerspenstige Gottesgegnerin, die sich Männern entgegenstellt, um sie vom rechten Weg abzubringen.

Trotzdem, für die feministischen und emanzpatorischen Bestrebungen der Gegewart bleibt Lilith seit den Siebzigern ein starkes Symbol für Freiheitsdurst und Kampf um Unabhängigkeit. Die ersten Frauenbuchhandlungen und Frauencafés aus dieser Zeit nannten sich oft Lilith. Auch als weiblicher Vorname wurde Lilith beliebt. Der Lilithmythos beschreibe die Selbständigkeit der Frau und den Versuch der Männer, diese mittels einer höheren Autorität zu unterdrücken. In Lilith sehen einige die Gegenheldin zu der biblischen Eva, die in der patriarchalen Tradition stehe, obwohl eine Verbindung der beiden Archetypen, der sozialen Eva und der wilden Lilith wohl ein wirklicheres Bild der natürlichen Persönlichkeit von Frauen darstellt.
Die zwei scheinbar gegensätzliche Eigenschaften der Frauen – Sinnlichkeit, Leidenschaft und Autonomie (Lilith) und Fürsorglichkeit, Fähigkeit die eigenen Bedürfnisse nach hinten zustellen und Zuwendung zur Familie (Eva)  sind schon im Tierreich bei allen Vertreterinnen der Säugetiergattung angelegt und coexistieren durchaus im Einklang miteinander. Man denke an Löwinnen, Bärinnen aber auch in anderen Tierarten sind oft die Weibchen im Ernstfall einerseits die gefährlichern und trotzdem gleichzeitig die besser sozialisierbaren Vertreter(innen). Das Perfide an der Lilith-Story ist eher die Verweigerung eigener Vorstellungen von Sexualität und der Besitzanspruch gegenüber dem weiblichen Körper seitens der Männer.

Mythischer Ursprung: Der Name Lilith wird vom babylonischem Wort Lilitu abgeleitet und bedeutet übersetzt Windgeist. Im alten Testament (Jesajas 34,14) wird sie als weiblicher Dämon ( eine Nachtfahrende) erwähnt, ihren Ursprung hat sie allerdings eher in der babylonischen Mythologie, wo sie als Nachtherrscherin auftritt, und als ein Aspekt der Inanna/Ishtar angesehen wird. In den Talmud wird sie als ursprünglich als Unholdin übernommen, sie gilt sie blutsaugendes Nachtgespenst, das vor allem Kinder bedroht – eine Art Anti-Hekate. Erst im 9. Jhd. wird sie zu Adams Ex, und danach vor allem in der Kabbala erwähnt. In anderen antiken Kulturen wird sie eher in ihrer ursprünglichen Form als Schutzgöttin gesehen, wie z.B. in Griechenland, weil sie der Hekate ähnelt, wohl wegen ihrer übereinstimmenden Bildsymbolik z.B. dem Uhu oder der  Schlange.

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Lilitu mit Schlangen (wie die kretische Allmutter) und Eulen.
Eulenfüsse- und Flügel als Symbol für die Nacht.
Aber: Man beachte die eigentlich solaren Löwinnen
der Ishtar zu ihren Füssen!

In der Ikonographie von religiösen Lilith-Darstellungen wird sie von Kopf bis Nabel als wunderschöne Frau abgebildet, hüftabwärts aber als brennendes Feuer, was ein  eindeutiger Verweis auf ihre starke erotische Leidenschaft sein dürfte. Bei den babylonischen Lilithfiguren findet man häufig Eulenfüsse- und Flügel, Das ihr zugeordnete Tier ist der nachtaktive Greifvogel, der sowohl als Sinnbild der Weisheit, als auch als Totenvogel gilt. In Griechenland war die Eule sowhl Athena als auch Hekate heilig. Desweiteren findet man auch die bereits erwähnte Schlange, was wohl in die Paradieslegende eingflossen ist – obwohl die Schlange am Weltenbaum schon eine deutlich ältere Überlieferung ist.

In der Astrologie bezeichnet Lilith einen sensitiven Punkt, den „dunklen Zwilling des Mondes“ (auch „Schwarzer Mond“). Als materieller Trabant unseres Planeten wurde er 1918 von dem esoterischen Astrologen Sepharial postuliert. Das heute teilweise in Horoskopen verwendete Planetensymbol Lilith (eine Sichel) ist jedoch kein realer Himmelskörper, sondern entweder der (neben der Erde) zweite Brennpunkt der elliptischen Mondbahn oder aber das Apogäum derselben. Daher wird Lilith manchmal auch als schwarze Erde bezeichnet, dem Unterweltsapekt von Gaia. Zur Positionsbestimmung geht man von der Umlaufbahn des Mondes aus. In dieser Ellipse werden die zwei entferntesten Punkte mit einer Achse miteinander verbunden. Auf dieser Achse liegt Lilith der Erde gegenüber, mit gleichem Abstand zum Mittelpunkt der Ellipse. Ein Umlauf dauert dauert 8,9 Jahre. Durch diese Eigenschaft als “blinder Fleck” der Mondbahn ergibt sich die missverständliche Bezeichnung Schwarzmond, aus der bereits Rückschlüsse auf ihre Wirkung gezogen werden können. Sie verkörpert die andere (naturbedingte, archaische) Seite der Weiblichkeit, die unsichtbar, eben dunkel bleibt. Sie gibt nicht nur Leben, sondern ist auch Todesbringerin, Trägerin von Schmerz und Entbehrung. Lilith ist das Lebens-Blut aus dem alles entstand, entsteht und entstehen wird. Psychologisch zeigt sie uns die Schattenseiten unserer durch die Notwendigkeit zu Sozialisierung verdrängten Persönlichkeit, unser versagtes und unerfülltes Verlangen, unser Aufbegehren und Ablehnen. Durch initiierte Ereignisse während kritischer Transite kann sie uns zur Selbsterkenntnis und Annahme der dunklen Aspekte führen, oder aber zum Scheitern bringen, wenn wir uns weigern, diese Lebenslehren anzunehmen. Die Eigenschaften von Lilith ähneln einer Vebindung von Venus und Pluto, Eros und Thanatos oder der Thematik der Häuserachse: 2/8.

In Goethes Faust I erscheint sie in der Walpurgisnacht.

Auf Fausts Frage nach ihr erhält er von Mephistopheles die Antwort:

  • „Lilith ist das.“
  • Faust: „Wer?“
  • Mephistopheles: „Adams erste Frau. / Nimm dich in Acht vor ihren schönen Haaren, vor diesem Schmuck, mit dem sie einzig prangt. / Wenn sie damit den jungen Mann erlangt, / So läßt sie ihn so bald nicht wieder fahren.“

Wie bei dem oben zitierten Gedicht von Rosetti findet sich der Hinweis auf Liliths Haarpracht: Goldenes Haar, Quelle der Verführung?

Wohl eine Überblendung mit Eigenschaften der germanischen Freyja oder auch der Sif, mit ihrem goldgesponnenenm Zauberhaar. Man denke auch an das Märchen Rapunzel oder den biblischen Samson. Das Haar gilt als Sinnbild der Lebenskraft und Sexualität. In vielen Kunstwerken der Präraffaeliten und auch später im Jugendstil führt das häufig rote Haar der dargestellten weiblichen Figuren oft ein regelrechtes, schlangenhaftes Eigenleben. Fast wie bei der Gorgone Medusa. Ein Anklang an das chtonische Erbe der alten Muttergöttin.  In der jüdischen und islamischen Moraltheologie soll die Frau als Zeichen der Keuschheit das Haar bedecken.

Auch im christlichen Mittelalter kam die verheiratete Frau “unter die Haube“, Witwen trugen ebenfalls einen Haar-Schleier, aus dem die Nonnentracht hervorging.  Mönche aller Glaubensrichtungen scheren sich die Haare, ägyptische Priester im Altertum unterzogen sich ebenfalls dieser Prozedur, sogar am ganzen Körper. Ein Rückfall in vorpubertäre, kindliche Körperlichkeit, ein Zeichen der Unterwerfung gegenüber der Gottheit, als Symbol der wiedergewonnen Unschuld und Reinheit. Büsserinnen schor man den Kopf, die Entfernung der als sündhaft und Quell der Verführung geltenden Haarpracht galt als Geste der Demut und Abwendung von der Unmoral. Bei Trauerfällen in der Familie war die Haar-oder Augenbrauenrasur ein lange erhaltener Brauch im Mittelmeerraum.

Die Bedeutung: Jetzt herrscht hier Thanatos, nicht Eros. Die anschliessenden oft ausgelassenen Totenfeiern symbolisieren den Wiedereinzug des Lebens in die Gemeinschaft. In vielen Religionen versprechen sie auch Hoffnung auf Wiedergeburt. So wie das Haar wieder nachwachsen wird.

 

Posted by on April 14th, 2015 Kommentare deaktiviert

Pluto: To Hell And Back …

Pluto: Fleurs du Mal ?

Pluto: Fleurs du Mal ? Nicht so ganz!
Hades Flowers, ©scrano 2014

Pluto, die höhere Oktave des Mars: Der Schatten der Unterwelt.

Die Ursache von Samsara.

“Everything must GO”, Senator Kreutzer in “Wild Palms”.

Der äußerste Planet bewacht die Finsternis als Herrscher im Reich der Schatten.

Götter: Der Jahreskönig, Hades, Pluto, Shiva, Luzifer (Asmodeus+Mephisto), Serapis, Seth, Anubis, Osiris (mit Saturn), Orpheus, Dionysos, Cernunnos, Annwyn, Baron Samdi (mit Saturn)

Tartaros, der dunkelste Ort des Hades (die am stärksten angstbesetzte, unheimlichste Form des 8.Hauses und des Skorpionprinzips): Bestrafung der Hybris (Sonne, Löwe, 5. Haus), des Besitzstrebens (2.Haus, Venus, Stier) und des Auflehnens gegen die natürliche Rechts-Ordnung (11. Haus, Wassermann): Ixion, Sisiphus und Tantalos vergingen sich gegen die natürliche Ordnung und begingen damit die Sünde der Hybris.

Aus dem schwarzen Mond geboren: Hera, in ihrer Rolle als weiblicher Saturn (Gegenpol zum eigentlich mütterlichen Krebs-Mond) → bringt den Ares, den griechischen Mars, hervor, weiblicher Zorn als verselbstständigter Archetyp. Steht der feurige Mars in der Repression, im vom Wasserelement beherrschten Nachthaus des Skorpion, drückt er sich in Yin-hafter Weise aus: Aus dieser brodelnden, dampfenden Vereinigung der elementaren Gegensätze resultiert das Pluto-Prinzip.

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New Horizons: Pluto-Vorbeiflug 2015
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Mythologisch stellt Pluto den dunkelsten Teilaspekt des Zeus/Jupiter dar, Zeus Chtonios, der unterirdische oder andere Vater, Dis Pater, wie ihn die Römer nannten. In dieser Funktion ist er auch Vater des schamanischen Ekstase-Gottes Dionysos. Poseidon/Neptun ist ein weiterer solcher Anteil Jupiters. Hier hat man wohl all die furchteinflössenden weiblichen chtonischen All-Mutter Göttinnen der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit hineingepackt, um der männlich interpretierten Ratio als Kopfgeburt (Athena) des eisenzeitlichen patriarchalen Zeus zum Sieg zu verhelfen.Die parthogenetische Geburt des Ares ist auch ein Hinweis auf solche Verdrängungsprozesse. Insofern stehen Pluto und Mars sowohl psychologisch alsauch mythologisch in einer Beziehungskette.

Göttinnen: Die dunkle Mutter, religiöses Matriarchat mit Jahreskönig, Necesssitas oder Ananke, Coatlicue, Caillleach, Kali, Nyx, Persephone, Nephtys, Ereschkigal, Hel, Nemesis, Medea, Lilith. Frau Holle, Maman Brigitte, die Ghede des Voodoo.

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Plutonischer Archetyp:
Magie, Rache, Obsession und Mord:
Kolchische Priesterin Medea.
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Dreigestaltige weibliche Gottheiten wie Morrigan: Mabd, Macha, Nemain oder Hekate trivia und ursprünglich auch Demeter, Kore, Persephone. Die drei Parzen, Moiren und Nornen, alles Schicksalsgöttinnen, denen auch die restlichen Götter unterworfen sind. Die gefürchteten Eumeniden oder Erinnyen, bei den Römern Furien genannt. Im hohen Norden waren wohl Freyja, Frigg und Hel ebenfalls ein solches Dreiergespann.

Psychologisch: Das Verborgene, die Sippe, das Kollektiv, das Verdrängte (abgespaltene Lebensbereiche, Persönlichkeitsanteile), die verdeckte Machtausübung, Gene, Karma, Vorfahren, Unerbittlichkeit der Natur, Zweifel an der Sinnhaftigkeit der individuellen Existenz, Überlebens-Trieb, Passion, Fanatismus, Eifersucht, faustischer Pakt, Fluch, Verschreibung, Macht und Ohnmacht, Amour Fou, Begehren, Obsession, Bondage, Kontrolle, Zwang, Sex-Trieb, S&M, OCD, Unterwerfung, Dominanz, Sklaverei, Schuld und Sühne, tiefe Depression(mit Saturn), Luzifers Sturz (mit Uranus), Scham, Nekrophilie, Seelenangst( mit Neptun),Verlust, Scharfrichter, Strafe, Nemesis (mit Saturn), Hass, Vergeltung, kalte Wut, Repression, Unfähigkeit zur Vergebung: Der Schritt von Passion → zu Compassion.

Kulturen:

  • Sparta: Ares/Pluto
  • im Vergleich dazu das republikanische Rom: Mars/Saturn
  • Ägypten: Osiris/Sethos, Serapis
  • Moderne Diktaturen mit sozialdarwinistischen Zügen und ethnischen Säuberungen: Hitler, Stalin, Bosnien.
  • Moderne Monstren, born to kill: Serienmörder, Stalker, Vergewaltiger, Psychopathen ?

aber: Ex Tenebris Lux!

Einen Hinweis zum wahren Wesen Plutos finden wir in der griechischen Mythologie:

Beim Übersetzen über den Styx müssen an Charon 2! KUPFER-(Venusmetall) Münzen bezahlt werden: Ablegen der Bindungen aus Haus 2/Stier/Erde/Materie. In der Magie müssen vor dem Ritual alle METALL-Gegestände (Reichtum, Materie) abgelegt werden.

Aus dem Loslassen und der Erfahren der “Letzten Wahrheit” wird erst die Evolution zum spirituellen Wesen möglich: Auferstehung, Gnosis, die Schlüssel zum Königreich des Himmels, Pluto ist auch der Herr des Reichtums (materiell+Wissen). Er trägt auch symbolisch Schlüssel, genauso wie Hekate, eigentlich die mythologisch ältere Vertreterin des plutonischen Archetyps.

Kulte: Archaische Dionysosmysterien ausschliesslich für Frauen mit mänadischer Raserei, in transzendierter Form: Orphische Mysterien mit Zagreus/Dionysos/Orpheus als Erlöser und geopferter Gott (mit Neptun-Aspekt), Demetermysterien von Eleusis.

Weitergabe des Lebens an die nächste Generation: Erneuerung durch Transformation, Evolution nur durch Aufgabe des Alten.

Auch bei den Ägyptern im Osiris-Mythos, den Initiationen der Isis-Mysterien und im Schamanentum der zentralasiatischen Völker gibt es ähnliches. Moderne Initiationsbünde: 3. Grad der Freimaurer-Initiation behandelt die eigene Endlichkeit: Macbenach – er lebt im Sohn. Bei Mysterienkulten wird in den Initiationen generell das symbolische Erleben des eigenen Todes in den Mittelpunkt gestellt. Im Schamanentum wird diese Schwellenerfahrung durch die sogenannte Berufungskrise erlebt, wobei sie hier im Extremfall weniger abstrakt, sondern vielmehr direkt und physisch als Nahtoderlebnis durchlitten wird.

Also gibt es auch Positives über Pluto zu berichten:

Intensität, Wahrheit, Suche nach den “Dingen hinter den Dingen”, Tiefe, Tiefenpsychologie, Mythen, Archetypen (mit Uranus), Loyalität, Prinzipien, Standhaftigkeit, Entbindung vom Körperlichen, Selbstüberwindung,, Loslassen, Verlustbewältigung, Martial Arts, Zen-Übungen und Meditation (mit Neptun), Schamanische Reisen (mit Merkur oder Jupiter), Selbstbeherrschung, tiefe Einsichten.

  • Bei Naturvölkern und in der Magie: Entsühnung von alten Seelenverträgen.
  • Im Buddhismus stellt der ACHT-fache Pfad → Anleitungen zum Lösen vom Begehren (dem oralen Prinzip des Venus-Gegenpols im 2. Haus) dar.

Im alten Schwellenplaneten Saturn trifft man schliesslich auf die Vereinigung von irdischen und tranzendenten Aspekten: 2+8 : Zehn(tes Haus, Steinbock), pythagoräische Perfektion, Bereitschaft Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Hierzu ist die transformatorische Kraft des Pluto notwendig, um über sich hinausgehen zu können. Nachdem die materialistischen Bestrebungen des 2. Hauses im 8. als Irrweg erkannt sind, kann man sich über die Sinnfindung des 9. Hauses dem irdischen Lebensziel (10.Haus) nähern.

Orte und Geltungsbereich des Pluto-Prinzips: Höhlen, Grüfte, Friedhöfe, Ölfelder, Minen, Vulkane, Sümpfe, Abfall, Kompost, Erdöl (Neptun), Unterwelt, Geister, Untote, Pathologen, Bestatter,, Archäologen, Kryptologen, Atomphysik, Logen, Geheimdienste, Geheimbünde, Mafia, Auftragskiller, Sniper, Magische Zirkel, Hexen-Coven, okkulte Orden, militärische Orden.

Herrscher über 8. Haus, Skorpion und Co-regent von Widder (Mars in seinem wässrigen Yin-Nachthaus)

Im Exil: Stier, 2. Haus, Waage 7. Haus

Erhöhung, Fall: Wie Mars, in Steinbock und Krebs

Tag: Dienstag (mit Mars)

Zeit: Frühling+Herbst, Samhain+Beltane: Abnehmender und Dunkler Mond (nicht Neumond)

Farben: magenta, rot, schwarz

Zahlen: acht, null, die Mond- und Venuszahl dreizehn, neun und drei (dunkler Jupiter, Dis Pater). Neun ist auch die Zahl Odins, der auch einen Hades-Aspekt trägt (Totenheer).

Qualität: fix, Wasser, Yin, Gegenpol zur 2 in der 2/8 Achse: Resourcen, Materie, Bindung, Körper: Macht die Endlichkeit spürbar, regiert über Regeneration und Sexualität als treibende Kraft für den ewigen Kreislauf des Lebens.

Chakra: Pluto symbolisiert eher Kundalini, als ein Chakra.

Alchemie: Nigredo, der Wolf, Putrefactio, Prima Materia, Caput Mortuum → siebenmal wirst Du die Asche sein … die acht bringt die Transformation.

Kristalle: Magnetit, Hämatit, Granat, Obsidian.

Richtung: Norden, Azrael

Metall: Eisen, Wolfram, radioktive Elemente

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Ich mach heute mal auf Pluto.

Tiere: Skarabäus, Skorpion, Schlange, Spinnen, Nacht-Tiere: Eulen, Wolf, schwarze Tiere (besonders Hunde). Aasfresser: Geier, Schakal. Fledertiere. Insekten die die Stadien Larve-Puppe-Imago durchlaufen: Paradebeispiel Schmetterling.

Mythologische Kreaturen: Cerberos (3 Köpfe) Phoenix, Werwolf, Vampir, Hydra: NEUN Köpfe, Fenris-Wolf. Ourobouros. Midgard-Schlange, Nydhogg, Medusa. Die Schlange am Weltenbaum.

Pflanzen: Lebensfeindliche, giftige: Eisenhut, Nachtschatten (mit Saturn, Mars), Kasteiung und Regeneration: Brennessel (Mars/Pluto+Venus), Rauschmittel mit gefährlichem Grenzerfahrungs-Effekt (Alkaloide, mit Saturn), fleischfressende Pflanzen (mit Mars), Aasblumen (mit Saturn), Aristolochia-Arten, Aaronsstab-Gewächse. Die Minzen sind durch den Mythos der Nymphe Minthe mit Pluto verbunden. Die Korrespondenzen des Pluto stimmen im wesentlichen mit denen der Hekate überein, diese hat aber eine zusätzliche Funktion als Hebamme des Lebens, daher werden ihr auch die Frauenkräuter zugeordnet.

Signatur: Im Sumpf oder vulkanischen Einöden wachsend, düstere Ausstrahlung, Herbstblüher, blutroter Saft (Mars), modernd, gärend, als Fermentationsmittel verwendbar, Dunkelkeimer, treibt nach Gärung des Samenmantels.

Baum: Pappel, Erle, Thuja, Wermut (mit Mond), Granatapfel (mit seinem Gegenpol Venus).

Duft: Oppoponax, Myrrhe

Organe: Keimbahn, Geschlechtsorgane, Ausscheidung, Enddarm, Schliessmuskel, Regenerationsfähigkeit, der Nacken, die Faust (mit Mars)

Anfälligkeiten: Venerische Krankheiten (8. Haus) , Gendefekte, Reproduktionsprobleme, Hämhorroiden.

Korrespondenzen:

Tarot: Der Teufel, Der Tod, Achten, Judgement (Die Erneuerung). todBeim Tod ist im Waite-Tarot vor allem die Symbolik der weissen Rose als umgekehrtes Venus-Pentagramm auffällig. Auch der plutonische Schmetterling taucht auf: In den Schwerterkarten symbolisiert er die Wandlung der Seele (Königin, König).

Rituale: Schutz, Transformation, Erneuerung, Bannung, Vergeltung, Macht, Wissen, Nekromantie, Tantra der linken Hand, Sexual-Magie → Orgasmus als Le Petit Mort.

Conjunctio in der Alchemie als Überwindung von 2/8. Hieros Gamos: Erzeugung von Materie: Saturn 8+2 !

Entdeckung: Percival Lowell und 1930 Clyde Tombaugh (Namen!) am Rande der Oort´schen Wolke → Quelle des Lebens (Kometen)!

Glyphe: Ähre aus dem Demeter-Mythos, PL für Percival Lowell, Gral, dunkler Mond, Eclipse von Sonne, Mond und Pluto.

plutosymbol KopieMundan seit den 1930iger Jahren (seiner Entdeckung).

  • im Zwilling: Imperialismus, Mercantilismus, Massenkommunikation -> Telefon, Radio, Massenmedium Zeitung (Hearst -> Citizen Kane)
  • im Krebs: Heimat, Familie, Vorfahren, Vaterland, Blut & Boden -> Faschismus, Entdeckung der DNA, Atombombe -> Übergang zum Löwen
  • im Löwen: Individualismus, Status-Symbole, Selbstverwirklichung, Superhelden, Raumflug, Kalter Krieg (Ego-Posieren der Supermächte), Individualverkehr, Individual-Kino (TV).
  • in der Jungfrau: Gesundheitsbewusstsein, Hygiene, Medizin, Ernährung, Verwaltung (IT-Zeitalter beginnt), Tierschutz für Haustiere, beginnendes Umweltbewusstsein
  • in der Waage: Emanzipation, Aufbrechen ders Rollenverständnisses, Verbreitung der Pille: Abkopplung der Fortpflanzung vom Sexualverhalten (Venus!), Aufklärungswelle, Sexindustrie, Kommunen, antiautoritäre Erziehung, Friedensbewegung
  • im Skorpion: Banken und Börse gewinnen an Macht, AIDS, Zusammenbruch des Kommunismus, Anti-Atomkraft, Grüne Bewegung nimmt Fahrt auf: Recycling und mehr Bewusstsein für Umweltverschmutzung und Müllberge, militanter Tierschutz
  • im Schützen: New Age, Internet, Globalisierung, Aufblähung des Finanzmarkts: Zockertum, Fernreisen, Kreuzzüge (Islamismus, Evangelikale), Welthandel
  • im Steinbock: Sparkurs, Rückschrumpfung, Ernüchterung, Resourcenknappheit, Festhalten an starren Strukturen, aber auch mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit, Landwirtschaft
  • beherrscht Weltwirtschaft → 8. Haus, die gemeinsamen Resourcen.

Lebensbereiche : Massen, Macht, Ausbeutung, Reichtum, Tod, “okkult”, Erfolgs- und Schwarzmagie, Manipulation.

Literatur: Dostojewski, Goethe, Poe, Sartre, Camus, John Milton (Paradise Lost), Lovecraft, Gothic Novels, Stoker, Shakespeare’s Königsdramen,

VIP, berühmt oder berüchtigt: M.Luther, M.Gandhi, I.Gandhi, A.Hitler, T.Bundy, Bruce Lee, Grace Kelly, Björk, N.Paganini, Nehru, J.Stalin, C.Manson, A.Nasser, Prince Charles, A.Hitchcock. Hier wirkt der Pluto-Archetyp auf vielfältige Weise: Dominanter (elevierter) Planet, ASC oder Sonne Skorpion etc.

Filme: Joe Black, Dracula, Wolf, Twilight, The Long Kiss Goodnight, Der Pate, Die Neun Pforten, Tomb Raider, Dancer in the Dark – beonders düster! Sieben, Alien. James Bond 007: inbesondere mit Sean Connery, Timothy Dalton, Daniel Craig.

Dokus: Nachtmeerfahrten: C.G.Jung.

Bildende Kunst: Picasso, Dali, Symbolismus (mit Neptun), Surrealismus (mit Uranus), Auguste Rodin.

Musik: Trommeln, Hard Rock, Heavy Metal, Goth, Björk

Symbolik der Acht in der Mythologie

Fluto und seine Symbole: Höhle, Granatapfel, Schlange, der dunkle Verführer, Schätze. Kali und Shiva, die den Kreislauf von Werden und Vergehen antreiben.
Tarotkarte XX, “Das Gericht”: Die Auferstehung, das Loslösen von der Materie.

Pluto symbolisiert auch unsere Beziehungsfähigkeit, die sich auf Grund unserer Interaktion mit den Eltern, deren eigener Beziehung und dem daraus resultierenden Umfeld definiert. Er ist der notwendige Gegenpol der Venus im 2. Haus des Du, Besitzenwollens und der Fähigkeit zur Fortpflanzung, und stellt mit seinem Domizil, dem achten Haus, den gemeinsamen Besitz, das Loslassen und die gelebte Sexualität dar. Es ist das Prinzip von “Stirb und Werde” das in der Beziehungsachse des Zodiak herrscht: Eros und Thanatos. Oder “Sex, Tod und Steuern“, wie es jemand einmal auf den Punkt gebracht hat. Besonders, wenn Pluto einen harten Winkel mit dem Mond bildet, haben wir uns der Meinung der Mutter unterwerfen müssen, wenn mit der Sonne dann der des Vaters. Bei weichen Aspekten ist es mehr eine Art subtiler Anpassung. Wo die Schicksalsgöttin Ananke Leiden für uns bereithält, hängt von der Plutostellung nach Haus und Tierkreiszeichen ab. In diesem Lebensbereich gilt oft „Leiden ist geil“, daher werden hier auch karmische Altlasten ausgelebt. Obwohl oft auf die Sünde der Hybris zurückzuführen, werden Plutos dunkle Geschenke meist als äusseres Schicksal empfunden. Pluto als dunkler Verführer ist ein zweifelhafter Berater, weil er unser zwanghaftes Verhalten symbolisiertund uns deshalb in Verstrickungen und Abhängigkeiten führt, obwohl wir glauben hier Macht ausüben zu können oder zu wollen. Dort wo bei uns in der Kindheit Macht und Druck ausgeübt wurde, neigen wir später dazu, ebenfalls Macht und Druck auszuüben, um unsere Ohmachtsituation während der Kindheit zu kompensieren. Im Grunde genommen versuchen wir durch den Pluto jene Eigenschaften in anderen zu kontrollieren, derentwegen wir selbst die Kontrolle verlieren. Nicht umsonst ist Pluto der Archetyp, der wohl als Patron der BDSM-Szene gelten kann (Fifty Shades Of Grey, anyone?). Im Pluto liegt auch der Preis unserer Wahlmöglichkeiten, sich über die Materie zu erheben, Lasten abzuwerfen und Dinge loszulassen, die oft Abhängigkeiten mit sich bringen und uns in die Falle locken.

Die Hausstellung von Pluto ist ein Hinweis auf diejenigen Schattenseiten, welche uns in den eigenen Beziehungen manchmal schmerzlich bewusst werden. Wohin Pluto seinen Schatten im Horoskop wirft, ist die “Twilight-Zone“, wo wir Macht und Ohnmacht erleben.

Entführung der Kore durch Hades

Entführung der Kore durch Hades, quelle:wikipedia

Hier sitzt der Schmerz des Verlusts besonders tief, wenn wir das Opfer bringen müssen, um unseren eigenen Weg zu gehen und uns von Fremdbestimmung zu befreien. Ein gutes Literaturbeispiel für SciFi oder Fantasy-Leser: Rocannons Welt von Ursula LeGuin. Es thematisiert auch die nordischen Mythen, besonders Odins Suche nach der ultimativen Weisheit, und dem damit verbundenen Opfer, das auch Motive des Neptun-Archetyps anspricht. Auskunft über die Natur plutonischer Beziehungen gibt auch der Demeter-Mythos. Hier muss Kore/Persephone unter der Hybris ihrer Mutter leiden, weil diese ihr eine Entwicklung zu erwachsenen Frau verweigert. Dies erregt den Zorn der Aphrodite: Sie stachelt Hades/Pluto an, Eros Pfeil trift bei ihm ins Schwarze und das ewige Mädchen Kore und ihre Mutter Demeter müssen sich den Gesetzmässigkeiten von Ananke unterwerfen. Als Persephone landet die Tochter in den Armen ihres Ent- oder eher Verführers aus der Unterwelt und wird zu seiner Königin. Wie das bei plutonischen Beziehungen häufig der Fall ist, findet sich einer der Partner gefangen in einer für ihn überwältigenden Realität wieder. Daher läuft die frustrierte Persephone auch heim zu Muttern, was aus Zeus’ Geheiss zum legendären Deal führt: Während des Sommerhalbjahrs darf Kore als Vegetationsgöttin (Veilchen) auf der Erde wandeln, die dunkle Jahreszeit verbringt sie als Winterkönigin bei ihrem Gatten. Ausgehandelt wurde dieser Ehevertrag natürlich vom grossen Kommunikator des Olymp: Dem gewieften Hermes oder Merkur, der als Psychopompos wie auch Hekate zwischen den Welten reisen darf. Letztere tut dies aber nur bei Nacht. Auch der Granatapfel als Plutos Symbol hat hier seinen Ursprung: Persephone isst von dieser Frucht der Unterwelt, die ihr von ihrem Gemahl (Pluto=Manipulation!) schlauerweise als Zeichen der Vermählung angeboten wird, daher kann sie ihre Ehe nun nicht mehr annulieren lassen. Sie muss sich transformieren und ihre natürliche Bestimmung als erwachsene Frau annehmen.

Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Figuren des Lichts vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.
Carl Gustav Jung

Leiden ist nicht geil, aber führt zu Wandlungsprozessen“
Dobrin M. Antonov

Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend‘ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt die fremde Fühlung
Wenn die stille Kerze leuchtet.
Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.
Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt,
Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
Goetheskull

Pluto Schlüsselworte:

  • Erkenntnis der eigenen Bestimmung
  • Absurdität in kleinlichem Verhalten und Bestrebungen
  • Sich der absoluten Wahrheit stellen

Schlüsselfragen:

  • Wo und wie kann ich meinem Leben Bedeutung geben ?
  • Wie erkenne ich die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Welt?
  • Wo muss ich mich vor Dominanzbestrebungen und Manipulation hüten,
  • Wie vermeide ich Machtkämpfe in Beziehungen?

Retrograder Pluto:

  • Angst vor “Ausgeliefertsein”
  • Sich nicht zur erkannten Wahrheit bekennen
  • Kann zu Bescheidenheit und Mässigung in der Machtausübung führen.

Kritischer Pluto:

  • Harte Aspekte zu den persönlichen Planeten, besonders Quadrat.
  • Konjunktion: abhängig von den restlichen Aspekten und Hausposition
  • Besonders harte Saturn/Pluto Aspekte haben es in sich.
  • Pluto in 12: Repression und Ohnmacht, Sündenbock (mit Saturn eine sehr karmische Stellung), muss stellvertretend die Schattenthemen der Gesellschaft ausleben (Negativer Aspekt vom 12. Haus: Anstalt, Gefängnis)

Weitere Aspekte:

  • In Verbindung mit Pluto-Themen stehen auch Mondknoten, Lilith, der Apogäumspunkt des Mondes, Sonnen- und Mondfinsternis, Vesta und der Centaur Nessus (Rachethematik).
  • Besonders stark wirksam ist das Plutoprinzip: In den Yin-Wasserhäusern, Erdhäusern: Vor allem im 10. und 4. Haus, der karmischen Achse der Familie und Inkarnation (Eltern, Erblasten, “Familienfluch”).
  • Als Dispositor von Mars → 1. Haus, da er hier als Mitregent von Widder wirkt, einer der Charismafaktoren, neben Neptun und Chiron.
  • Pluto ist sehr bedeutsam in der Synastrie, wie alle transpersonalen Planeten.
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Unendlichkeit und Wandel: Plutos Kräfte drücken sich auch in der Zahl Acht aus.
Sie kennzeichnet auch den Skorpion, achtes Zeichen des Zodiak und sein
zugehöriges Haus. Infinity dissolving ©scrano 2013

 

 

Posted by on März 26th, 2015 Kommentare deaktiviert