Archive for the ‘Geschichte’ Category

 

Veranstaltungen 2017: Herbst-Seminar “Grundlagen der Astrologie – Archetypen, Aspekte und ihre Dynamik”

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Hermetische Weltsicht: Spiegelung von Makro- und Mikrokosmos.
Diese Philosophie liegt auch der Astrologie zugrunde.
Unus Mundus ©scrano 2016

Horoskop einer bekannten Persönlichkeit - ein Förderer der astrologischen Forschung.

Horoskop einer bekannten Persönlichkeit – ein Förderer der astrologischen Forschung.
Erkennt ihr ihn?

Nach der Sommerpause:

Für Astrologie-Interessierte im Raum Esslingen/Göppingen/Kirchheim biete ich im Herbst 2017 wieder ein Wochenendseminar “Grundlagen der Astrologie mit Einführung in die Deutung des eigenen Radix” an.

Preis 75 €/Tag inkl. Verpflegung in den Pausen (Kaffee/Tee, Butterbrezen & süsse Stückle).

Wer Interesse hat, bitte rechtzeitig melden (bis 14 Tage vor Termin ), damit ich eine passende Örtlichkeit in Kirchheim und näherer Umgebung buchen kann. Bei <5 Teilnehmern bei mir zuhause, da ich medientechnisch voll ausgestattet bin. Bei der Anmeldung Geburtsdaten + Zeit angeben, damit ich für den Termin ein Radix jedes Teilnehmers erstellen kann.

 Termine 2017:

  • 26./27. November zum Anfang der Vorweihnachtszeit.
  • Der ideale Zeitraum, um  noch etwas Neues zu lernen, wenn 2017 langsam zu Ende geht: Ein neues interessantes Betätigungsfeld für dan nächste Jahr – und schon mal eine selbstgestellte Prognose für sich selbst und die Liebsten?
  • Anmeldung bis zum 30. September 2017 bei Ambrosia
  • Unverbindliche Auskünfte und Anfragen zum Seminar: Email an Ambrosia: oder reuterc(at)bawue.de.
  • PDF Flyer zum download.
  • Natürlich gebe ich auch Einzelunterricht, der im Rahmen eines gleichzeitigen Beratungsgesprächs stattfinden kann.

Solange die Nächte nicht so kalt sind: Sternhimmel und Sternbilder, Planeten- und Mondbeobachtung mit meinem Newton-Teleskop als kostenloses extra-Highlight zum Astrologie-Kurs an einem separaten Termin – normalerweise immer ab Mai/Juni., bis Anfang November. Die beste Zeit ist allerdings September/Oktober, wegen des Wegfalls von sommerlichem Hitzeflimmern der Atmosphäre. Ausserdem sind die Herbststernbilder bekanntlich die eindrucksvollsten.  Jupiter/Saturn und Venus waren dagegen bis Mai sehr gut beobachtbar. Mit freiem Auge sind natürlich auch die Sternschnuppen der Meteoritenströme des Spätsommers und Herbstes ein schöner Anblick.

Kurze Beispielsdeutungen:

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Mehr dazu findet ihr in meinen Artikeln.

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2017 ist für die Chinesen das Jahr des Hahnes im Element Feuer!
Nach Abt Knauers Wetterkalender wird es das Jahr der Sonne.
Lustigerweise ist der bunte Hahn als Frühaufsteher auch ein Symbol für die Sonne!

So stolz wie das klassische Wappentier, der Löwe ist er allemal.

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Ingress der Sonne in den Wassermann Age of Aquarius … ?

Eine Wasserfrau! Aber das nimmt das Uranus-beherrschte Zeichen sowieso nicht so genau.Aquarius ©scrano 2016

Eine Wasserfrau! Aber das nimmt das Uranus-beherrschte Zeichen sowieso nicht so genau.
Aquarius ©scrano 2016 model: eirian

“When the Moon is in the seventh house and Jupiter aligns with Mars then peace will guide the planets and love will steer the stars”

Im berühmten Musical “Hair” wird so die Ankunft des Wassermannzeitalters eingeläutet …

Astrologisch ist diese Aussage natürlich völlig daneben – in jeder Hinsicht und mit dem Wassermannzeitalter hat sie ausserdem rein gar nichts zu tun. Die vieldiskutierte  Einteilung nach “Zeitaltern” wird durch die Lage des Frühlingspunktes zum Tierkreis bestimmt. Dessen Lauf durch die einzelnen Tierkreiszeichen in jeweils ca. 2000 Jahren geht bekanntlicherweise mit der Erdachsen-Präzession einher. Der Gesamt-Umlauf von 25920 Jahren wird auch als platonisches Jahr bezeichnet. Astrologen ordnen den zwölf einzelnen Abschnitten durchaus eine Bedeutung zu: Ein 2000-jähriger Durchlauf wird platonischer Monat genannt, das betroffene Zeichen prägt das irdische Kollektiv dann für diesen Zeitraum.

Betrachten wir die letzten drei platonischen Monate:

Im Stier war die Himmelskuh, die neolithische Revolution mit Einführung einer agrarischen Lebensweise und die Verehrung einer “Grossen Mutter” als Verkörperung des Landes von dem man lebt,  Thema. Kulturen wie die minoische erlebten ihren Aufstieg im Stierzeitalter, auch in der sehr schwelgerischen und hochstehenden Kunst mit Betonung des Weiblichen ist dies bereits zu erkennen. Die Zeichenherrscherin des Stier, Venus Pandemos, ist der Archetyp, nach dem diese weiblichen Gottheiten gestaltet sind. Der zweite Einflussfaktor in Kreta ist neptunisch (höhere Oktave der Venus) – Leben im Kollektiv, Seefahrt und kein Militarismus. Selbst Kretas Gründungslegende handelt vom Stier, auch der Schatten-Aspekt dieser Gesellschaft, der Minotaurus. Im Alten Reich Ägyptens stand der Stier für die grosse Himmelskuh Hator, ebenfalls eine Göttin des Urtyps “kriegerische Fruchtbarkeitsgöttin”, wie auch Ishtar/Inanna im Zweistromland. Um all diese Fruchtbarkeitsgöttinen spinnt sich auch eine Legende  im Zusammenhang mit dem Mythos des Himmelsstiers. Kupfer und Bronze (Venus) sind die vorherrschenden Metalle.

Schliesslich stand der Widder zunächst für den Aufstieg der Viehzüchter-Nomadenkulturen (Schafhirten) im nahen Osten. Die Völker wenden sich zusehends dem Mars, Herrscher des Widder zu, besonders nach der Einführung des Eisens, seinem Metall. Eroberungen nehmen zu, es gibt erste aggressive Völkerwanderungen, unter anderem die Zeit der Seevölker, wikingerhafte Vorfahren der Philister und Achäer. In der Religion wird das männliche Element betont, schliesslich sogar zum Weltschöpfer stilisiert. In Ägypten des mittleren Reichs findet eine zunehmende Militarisierung statt, auch durch Einfälle von Wüstenvölkern, wie der Hyksos. In der Religion am Nil vollzieht sich ebenfalls ein Wandel: Der immer mehr dominierende männliche Schöpfungsgott Amun hatte ebenfalls Widder-Hörner, im grossen Tempel von Karnak steht eine ganze Allee von solchen Widder-Sphingen. Pharaonen nennen sich nun “dem Amun gefällig”, z.B. Amen-hetep. Der Schafbock spielt in den alten Kulturen dieses Zeitraums eine grosse Rolle, als Opfertier (Isaak und Abraham), als Lebens-Symbol, in Mythen (Goldenes Vlies) und als Lebensgrundlage.

Der Übergang vom “Lamm Gottes” zum ICHTYS (griechisch: Fisch) des Christentums vollzog sich pünktlich mit dem Vorrücken des Frühlingspunkts in die Fische. Plötzlich schossen Erlöser-Religionen wie die Pilze aus dem Boden, vorher breitete sich noch neptunischer Glamour über die Welt, durch das immer noch glanzvolle Imperium Romanum. Im Vorfeld des Christentums machten sich bereits Pythagoras, Buddha, Mysterienschulen wie Orphiker oder der Kult von Eleusis, die Mithras-Religion, die das astrale Stier-Thema im übertragenen Sinn noch einmal aufgriff, und schliesslich der Kult der mütterlichen Isis Gedanken über die Erlösung des Menschen aus dem irdischen Gefängnis.  Alle diese Philosophien und Kulte thematisierten in ihrem Kern bereits eine Wiederauferstehung der Seele oder zumindest ein erleuchtetes Weiterleben im Jenseits. Das Christentum hatte in dieser Vielfalt an spirituellen Heilslehren anfangs nur einen bescheidenen Rang, allerdings einen grossen Vorteil: Es bot sozusagen Mysterien für alle, da keine Einweihung notwendig war, ausser der Taufe. Mönchstum und einsiedlerische Askese, sowohl im Buddhismus als auch im Christentum kennzeichnen ebenfalls eine Religion des 12.Hauses (Abgeschiedenheit, Weltferne, Selbstverleugnung), in dem die Fische herrschen. Massenhysterie, Glauben statt Wissen und neptunische Nebelschleier über den Fakten – die Schattenseite des Fischezeitalters. Auch die vollständige Unterwerfung unter Gottes Willen, wie im Islam gefordert, und das Märtyrertum (christlich, muslimisch)  gehören zu den Kennzeichen der Erlösertraditionen. Und die Messianitis hat noch kein Ende gefunden. Sportidole, der Glanz der Leinwandhelden – silver screen, Neptuns Projektionsfläche. Propaganda, Werbung – Lügen von Politikern, glanzvoll inszeniert. Das neue Kollektiv heisst Internet.

… und das Wassermannzeitalter, leben wir bereits darin? In der Vorläufer-Phase bestimmt, der Transit zieht sich über wenigstens eine komplette Generation, die Eintrittspunkte sind auch nicht so genau bestimmt, es sind eher Zonen. Wann da ein “Vollzug” gemeldet werden kann, ist mehr erspürbar als berechenbar, eine Art kollektiver Intuition, oder eine Ereigniskette grösseren Ausmasses. Wie bei den Erlöserreligionen (Buddha, Orphiker) kann schon einige Jahrhunderte vor dem Transit eine Art Initialzündung stattfinden, oder subtiler, eine Untergrundströmung entstehen, die den Wandel anzeigt. Für uns stellt das Schlüsselereignis wohl die Aufklärung (Initial: Renaissance, frz. Revolution. Gesellschaftliche Strömung: Demokratisiereung, Industrialisierung) dar. Der Prozess läuft noch, mit all seinen Schwierigkeiten, die er mit sich bringt, das Alte weicht nicht so einfach oder gar gewaltlos. Das neue Zeitalter hat dann auch seine Tücken:

Schliesslich noch die Tarotsymbolik des Wassermanns:

  • “Der Narr” … wo Engel nicht zu schreiten wagen, unbekümmerter Freiheitsdrang und Vorwärtsstreben – allerdings in mentalen Dingen, nicht in physischen wie beim Widder . Es ist nicht der athletische, eher der Prometheus-Typ dargestellt. Die Instinktnatur in Gestalt des Hundes wird ignoriert.
  • “Der Turm” … das wohlgeordnete, aber als einengend empfundene saturnische Gebäude wird vom Blitz des Uranos zerstört, auch dies ein mentales Konzept: Die zündende Idee, die alte Ordnung wird “gesprengt”. Dieser Vorgang ist durchaus angstbesetzt, denn ein  Fluch der alten Chinesen lautet : “Mögest Du in interssanten Zeiten leben!” Revolutionen, Umwälzungen und persönliche Katastrophen, die das Leben des Individuums auf den Kopf stellen. Es ist aber auch eine Warnung vor Hybris (Turmbau), die  jod-förmigen Tränen sind als göttlicher Feuerregen deutbar – jod ist der führende Buchstabe im Namen JHWH – יהוה
  • “Der Stern” … eine neue Hoffnung,wie es bei “Star Wars” heisst. Dies ist die eigentliche Wassermann-Symbolik, eine androgyne Figur (der Nilgott Hapi oder der regenspendende Ouranos) giesst Wasser aus zwei Krügen auf das Land (direkt vom Himmel) und in ein Gewässer (die Nilschwemme folgt dem Regen in seinem Quellgebiet). Die achtzackigen Sterne und deren Zahl hängen mit dem Sirius-Mythos und seiner Bedeutung für die Nilflut zusammen. Der Bennu-Vogel im Hintergrund rechts ist ein altägyptischer Vorläufer des Vogel Phönix.

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Betrachtet man die Symbolik der drei Karten, und bedenkt den chinesischen Spruch, erkennt man dass das vielgelobte Wassermannzeitalter nicht unbedingt von “Love and Peace” erfüllt sein wird, sondern vielleicht von Chaos, gefährlichen Experimenten und geistiger Arroganz … bevor das uranische Prinzip in die Gesellschaft und das Leben des Einzelnen integriert werden kann. Da dem Wassermann das Individuum im Vergleich zum abstrakten “Grossen Ganzen” unwichtig ist, braucht man auf Empathie auch nicht hoffen. Immerhin wird vielleicht das verlogene “Licht und Liebe” Ideal von echter Freunschaft und Ehrlichkeit zwischen den Menschen abgelöst.

Das Hippie-Musical Hair bezieht trotz des “Age of Aquarius” Songs seine Grundaussage, nämlich All-Liebe, Mystik, Frieden und kollektive Lebensweise, sowie seine Anziehungskraft aus dem neptunischen Fische-Zeichen, genau wie das zur selben Zeit entstandene “Jesus Christ Superstar”.  Daher sollte man eine rosa Brille noch einmal überdenken: “…be careful, what you wish for !”

Die Uranus Mythologie ist gewalttätig, bevor mit der Venus aus seinem Phallus ein schöpferischer Archetyp entsteht, dem man sich ohne Lebensgefahr nähern kann. Das transaturnische, kreative Kollektiv-Prinzip Uranus hat seine Erhöhung nach Ansicht vieler Astrologen im Skorpion – es bringt die transformatorischen Bestrebungen des Skorpion/Pluto/8.Haus Themas voran. Und dort sitzt bekanntlich auch das Schattenreich des Zodiak, und es müssen Dinge und Leben enden, um Platz für Neues zu schaffen. Jede Revolution fordert Opfer.

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Wintermythen: Boreas, der listige Nordwind

Nordwind

Nordwind, der Unruhestifter bringt Dinge ins Rollen.
Boreas nach Waterhouse ©scrano 2013

…. aus dem Film “Chocolat.”

Ein Mandala mit Elementen des Gemäldes: “Boreas” von J.W.Waterhouse. Dargestellt ist die Nymphe Oreithyia, wie sie von Boreas, dem Nordwind entführt wird. Ein Motiv, das auch Gegenstand  von vielen schmückenden Bildszenen auf attischen Vasen ist.

Boreas (gr. Βορέας Boréas „der Nördliche“) stellte in der griechischen Mythologie die Personifikation des winterlichen Nordwinds dar. Er war der Sohn des Titanen Astraios und der Göttin Eos und wurde zusammen mit seinen Brüdern Euros (Ostwind), Notos (Südwind) und Zephyros (Westwind) verehrt. Er galt als rauer, unberechenbarer Geselle. Der Herr der  plötzlichen Ereignisse und Veränderungen. Darin gleicht er dem astrologischen Uranus.

Die Verehrung der vier Winde ist typisch für die Reiternomaden der Steppe und Seefahrervölker. Boreas raubte die Nymphe Oreithyia, Tochter des Erechtheus, eines mythischen Königs von Attika. Als die Nymphe am Ufer des Ilisos tanzte, hüllte er sie in eine Wolke und entschwebte mit ihr durch die Lüfte in seine Heimat Thrakien. Die Griechen nahmen an, dass Boreas dort lebte, weil er in diesem Landstrich gleichermaßen verehrt wurde. Herodot und Plinius beschreiben beide das  mythische Land Hyperborea („jenseits des Nordwinds“), in dem die Menschen bis ins hohe Alter in vollständigem Glück leben. Man glaubte, im Winter würde der Sonnengott Apollon sich dorthin zurückziehen, um erneut Kräfte zu sammeln. Eine eher unglückliche Rolle spielte Hyperborea in der Vorstellung der Nazis, die darin das sagenhafte Herkunftsland einer uralten Superrasse, der Arier, vermuteten. Die stammen aber nun mal aus dem Grenzgebiet zwischen Indien und Persien. Den falschen und pseudohistorischen Bezug zwischen Ariern und Hyperborea schuf H.P.Blavatsky mit ihrer Theorie von den sieben Wurzelrassen, die aber eher metaphorisch und mythologisch als wörtlich zu verstehen ist. Eine humorvollere Betrachtung des Nordwinds liefert folgendes Gedicht:

 

Boreas und Alekto

Als einst Fürst Boreas, der Popanz der Natur
Auf einen Staatsbesuch zum Vetter Pluto fuhr,
Verdarb sein freier Hauch Alekten
Von ungefähr die hydrische Frisur.
Das war ein Lärm! Die falben Schlangen blökten,
Mit grässlichem Gezisch den armen Windgott an.
Verzeihen Sie, Madam, rief er, was ich getan,
War ein Versehn. Mit höllevollem Blicke
Speit ihm die Furie standsmäßig ins Gesicht;
Allein ihr Speichel traf ihn nicht.
Er spritzte wie ein Tau auf ihr Gesicht zurücke,
Und gab ihm schnell die schwarzgesprengte Haut,
Vor welcher selbst dem Orkus graut.

Gottlieb Konrad Pfeffel

Die hier genannte Alekto ist eine der drei Erinnyen oder Furien: Megara, Tisiphone, Alekto. Diese enstanden bei der Entmannung des Uranos aus seinem Blut. Der listige, unstete Nordwind spielt auch eine Rolle in der romantischen Komödie “Chocolat” mit Johnny Depp und Juliette Binoche. In diesem Film-Märchen, das von den beiden Archetypen, Uranus und Pluto (der Vetter aus dem Spottgedicht) geprägt wird, ist er die Verkörperung der Uranus-oder Wassermann-typischen Rastlosigkeit. Der Nordwind oder Uranus bringt die äusseren Umbrüche und das Verlangen nach stetiger Neuerung, Pluto die inneren, auch schmerzlichen Transformationen, denen die Charaktere unterworfen sind. Erst Letztere sind entscheidend für eine Reifung und ein sinnerfülltes Leben, ohne ständigen Zwang zum fluchtartigen Aufbruch zu neuen, vermeintlich besseren Ufern. Auch dass der Nordwind mit der schamanischen Urgrossmutter der Protagonistin in Verbindung steht ist interessant: Die Himmelsrichtung Norden wird in der Elementarmagie mit der Welt der Ahnengeister und der Mutter Erde, den Planeten Pluto und Saturn assoziiert. Saturn gilt in der klassischen Astrologie als der Gegenpol zum solaren Prinzip des Ego, in der modernen Auffassung unter Einbeziehung der Trans-Saturnier ist dies wiederum Uranus.

 

 

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Winterfreuden: Polar-Sonne und Jodeln

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Suomi: Arktische Sonne, eingefangen in Bernsteintränen.
©scrano 2014

  • Der Joik (nordsamisch juoigan; Zeitwort: joiken, nordsam. juoigat) ist ein mit dem Jodler verwandter, eintönig-gutturaler Gesang der Samen, bei dem die Musik wichtiger ist als die Worte. Die Samen (Ureinwohner Lapplands) besingen damit Menschen, Tiere und Naturphänomene. Der Joik ist traditionell ein integraler Bestandteil ihrer Kultur, der weniger der Unterhaltung, als vielmehr der Möglichkeit dient, sich dem Besungenen näher zu fühlen.
  • Zur Zeit der samischen Religion wurde der Joik sowohl von den Schamanen als ritueller Gesang, als auch profan von allen Sámi verwendet.
  • Der Joik wird von Männern wie Frauen gepflegt und enthält gesungenen Text oder bedeutungslose Silben. Er war früher die einzige traditionelle Musikform der Samen und bestand aus einem Sologesang ohne instrumentale Begleitung. Das hauptsächliche Melodieinstrument war das Rohrblattinstrument fadno, während der Schamane für seine Sitzungen die Schamanentrommel verwendete. Beide dienten gelegentlich als Begleitung des Joik.
  • Quelle wikipedia: “Joik”.

Als aus der bayrischen Tradition stammend, interessiere ich mich natürlich auch für die “Verwandtschaft” des Jodelns mit ähnlicher Musik aus anderen Kulturen. Fündig wird man neben den Sami auch bei den Mongolen (Obertongesang) – da fragt man sich wie diese Ähnlichkeiten zustande kommen. Vor allem, da auch die aus Zentral-Asien stammende Maultrommel bei allen drei Volksgruppen auftaucht.

Bajuwaren – ein umstrittener Name, gab es diesen Volkstamm wirklich- ich meine nein. Im gymnasialen Geschichtsunterricht lernten wir “Bojos et Awares” also keltische Bojer aus dem böhmischen Raum und Awaren – ein finno-ugrisches Volk aus dem Gebiet der unteren Donau sollen die Urväter gewesen sein. Die joikenden Sami stammen auch aus der finno-ugrischen Sprachgemeinschaft … Und die Mongolen? Naja, Berührung hatte man genug mit Altai-Völkern: Im arktischen Raum lebten die Samojeden, die den ursprünglichen Waldbauern erst die Rentierzucht beibrachten – Sami – Samojeden? Und bei uns trieb sich am Ende des Römischen Imperiums Attila herum, auch Timur Lenk’s Heerscharen waren im frühen Mittelalter öfters mal in Ostbayern zu Gast. Da könnte es durchaus zu kulturellem Austausch gekommen sein, da auch Ansiedlungen wandermüder Hunnen z.B. bekannt sind.  Aber auch schon früher: Die Bojer waren, wie alle Kelten auch einmal am Schwarzen Meer zuhause, wo sie mit den Skythen zusammen einen Lebensraum teilten. Letztere hatten aber definitiv Berührung mit Altai-Völkern. Und die Germanen: Nix da, in Bayern sind die “Preissn” erst eine Spätzutat – Markomannen und Franken kamen erst gegen Ende der Völkerwanderung. Jodeln die etwa? Können die Schuhplatteln – auch ein keltisches Erbe? Höchstens wenn sie sich den Zeh verstauchen … Vom Fingerhakeln, Wettsägen und Steinwuchten mal ganz abgesehen – Highland Games – anyone? Auch der Bayer zeigt Bein in der Tracht, ganz wie der Schotte – man hat ja schliesslich Wadeln und keine Storchen-Haxn.

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Northern Lights -
Kaltes Feuer der Polarlichter ersetzt das solare Feuer im arktischen Winter.
©scrano 2015

 

Posted by on Januar 14th, 2017 2 Comments

All About … Saturn

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Wintermandala: Die strahlenden Gletscher von Asgard?
Odin und Saturn, beide gelten als Herren des Winters
des Alters, der Weisheit und der Zeit.

Saturn herrscht im Steinbock (Erde, Yin), sein Domizil ist das 10.Haus, welches den Zenit des Geburtshoroskops darstellt, das Medium Coeli, die Himmelsmitte. Klassisch ist er auch Regent von Wassermann (Taghaus, Luft,Yang), modern ist dies Uranus.

 Saturn für Freimaurer:

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Saturn als Herr der Zeit in der freimaurerischen Symbolik.
Er verschmilzt mit der Verkörperung des Todes, Thanatos.

Die Gesamtsymbolik des dargestellten Sujets – ikonographisch und freimaurerisch wurde gerne bei Grabdenkmälern des 19. Jhd. verwendet: Die gebrochene Säule, Vater Zeit (Schnitter Tod), die trauernde Jungfrau mit dem Akazienzweig liest im Buch des Lebens.

Posted by on Januar 13th, 2017 Kommentare deaktiviert

Neu: Kalender 2018 – zauberhafte Mandalas

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Mandalas 2017

Alle Kalendermotive sind auch als einzelne Bilder erhältlich.

Freie Auswahl von 13  Blättern aus der Galerie. Bitte das Deckblatt extra benennen. Für kleine Texte ist Platz, bitte nachfragen. Formate: DIN 20×20, 30×30, 40×30 cm Quadrat mit Metallspirale. Professioneller Qualitätsfotodruck >200 dpi, im Gegensatz zu den Überichten mit nur 72dpi.

Preis: ab 14 €, Poster ab 9€. Individueller Jahreskreis-Almanach bitte nachfragen.

Alle Anfragen bei Ambrosia per email.

Posted by on Januar 12th, 2017 Kommentare deaktiviert

Das Erdelement: Stabilität, Fruchtbarkeit, Realitätssinn

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Fruchtbar grünes Erdelement: Kessel oder Füllhorn der Mutter Erde.
Cornucopia ©scrano 2013

Korrespondenzen des Erd-Elementes:

Zodiak:

  • Jungfrau: mutabel – Merkur in seinem Nachthaus, Vesta
  • Steinbock: kardinal – Saturn in seinem Nachthaus
  • Stier: fix – Venus Pandemos

Tarot: Pentakel, Münzen

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Grün, rostrot, ocker, braun, grau, schwarz

Alchemie:

  • EarthNach unten zeigendes Dreieck mit Querbalken

Elemental:

Tage:

  • Samstag – Saturn

Pflanzen:

  • Getreide (Merkur), Wurzelgemüse (Venus), Immergrüne (Saturn), Nadelbäume (Saturn)

Signatur:

Wenig Blüten, unscheinbare Blüten, ledrige Blätter, knorrig, kriechend- oft mit Rhizom, starke Wurzelbildung, mineralstoffhaltig, kieselsäurehaltig, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stärkebildung, wenig Zucker oder Saft. Erdiger Duft. Pflanzen der arktischen Regionen. Kältevertäglich.

Öle:

  • Patchouli (Venus, Pluto)
  • Vetiver, (Venus, Pluto)
  • Kalmus, (Saturn, Sonne, Mond)
  • Tonka, (Venus, Mars)
  • Myrrhe (Saturn, Mond)
  • Iriswurzel, (Saturn, Mond)
  • Zypresse, (Saturn, Sonne)
  • Sandelholz (Venus, Mars)
  • Eichenmoos,
  • Karotte

Tiere:

  • Auf vier Beinen laufende Tiere, vor allem Weidetiere, Reptilien, Höhlen- oder Baubewohner wie Murmeltiere, Dachse. Tiere der Felsenregionen.

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Der Erde,  zu der die Yin Variante “Ruhe und Empfängnis” passt ist in jedem Elementesystem die Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren, aber auch des Menschen zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie von Saturn und Venus regiert, dem Winter- und Frühlingsapekt der bäuerlichen Kulte. Den Erdzeichen haftet vor allem die Neigung zur realen, physischen Manifestation der Dinge an an, sogar der Merkur-beherrschten Jungfrau. Diese repräsentierte aber in antiken Vorstellungen  Asträa, die Sternenjungfrau. Deren Symbol war die Kornähre. Als Zeichen der Aussaat und Ernte (heliakischer Aufgang bzw. Untergang zu diesen Jahreszeiten) war Virgo/Asträa auch mit den Mysterien der erdhaften Muttergöttin Demeter verbunden. Allen drei Erdzeichen ist eine wert-konservative Einstellung zueigen. Das Erdzeichentrigon repräsentiert: Wachstum der Vegetation (Stier) Ernte (Jungfrau) Winterruhe (Steinbock).

Zustandsformen der Elemente im Erd-Trigon:

  • Steinbock: kardinal, aufstrebende Berggipfel, Felsen
  • Stier: fix, weite Ebenen, Ackerland
  • Jungfrau: mutabel, vom Wind bewegtes Grasland, Getreidefelder.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos interessiert. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Posted by on Januar 12th, 2017 Kommentare deaktiviert

Magisches Jahr 2017

Apprentice ©scrano 2016

Apprentice ©scrano 2016
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Mein kleiner Almanach beinhaltet für jeden Monat unterschiedliche Daten für Feste und Brauchtum, christlich, pagan oder historisch heidnisch. Ausserdem gibt es kleine Rituale, Gartentipps und Rezepte.

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Wintermärchen im Januar: Schneeträume und Elfen

Noch zaubert der Schnee glitzernde Feenreiche.Galadriel @scrano 2015 model: reine-haru

Noch zaubert der Schnee glitzernde Elfen- und Feenreiche.
Galadriel @scrano 2015 model: reine-haru

Feenwelten

Elfen (auch Albe, Elben) ist eine Bezeichnung für eine sehr heterogene Gruppe von Fabelwesen in Mythologie und Literatur. Elfen sind Lichtwesen oder Naturgeister, die ursprünglich aus der nordischen Mythologie stammen. Altnordisch heißen sie álfr, ahd. alb, altengl. ælf, das gälische Wort ist Ellyll „der [ganz] Andere“. Als deutsche Variante waren Alb oder Elb, feminin die Elbe gebräuchlich,  allerdings wurde bereits im 18. Jahrhundert weitgehend die englische Form Elfen übernommen.  Der Alb kommt heutzutage eigentlich nur noch im „Albtraum“ vor, im Sinn von Nachtalb – vielleicht vom nordischen Dunkelalb?

Zur Herkunft der sprachlichen Wurzel *alb gibt es zwei Möglichkeiten:

  • wie althochdeutsch elbiʒ, altnordisch elptr, russisch lébed (лебедь) „Schwan“ und lateinisch albus „weiß“, zum indogermanischen *albh „glänzen, weiß sein“, im Sinne von „Lichtgestalt, weiße Nebelgestalt“. Im gälischen ist “gwen” das Wort für weiss, licht: Gwenyfhar, die Frau König Arthurs wäre im walisischen das weisse Phantom, also auch eine Art Fee oder Elbin und nicht das christliche Dummchen, zu dem sie im Laufe der Sagengeschichte vom Urtext bis zu Mallory wird.
  • mit der Grundbedeutung „geschickt, fleißig“ (verwandt mit lateinisch labor = Tagewerk), somit wäre  *albaz ein magischer Helfer“, da auch Elfen, neben Gnomen als kunstfertige Metallwerker gelten.
  • Snorri unterscheidet in der Edda zwischen Licht- und Schwarzalben, wobei diese Namen, bereits deren Wesen widerspiegeln. Ob Snorri diese Einteilung selbst entwickelt hat, oder ob sie älteren Urprungs ist, weiss man nicht genau. Die nordischen Alben stehen jedenfalls mit der Fruchtbarkeit in Beziehung, da sie zum Gefolge des Vegetationsgott Freyr gehören.
  • Alben sind so etwas wie der Seelenanteil der Geschöpfe in der wilden Natur, ob Pflanzen oder Tiere, oder auch Orte, ähnlich wie in der schamanischen Anderswelt.  Menschen hatten in der germanischen Mythenwelt auch einen elfenartigen Begleiter – die Fylgia. Dieser Geist-Doppelgänger wird von New Age Plastikschamanen gerne als Krafttier gedeutet – aber abgesehen davon, dass die Vorstellung von Krafttieren nur bei sehr wenigen schamanischen Kulturen überhaupt existiert, ist es einfach falsch. Die Fylgia gleichen dem griechischen Daimon, oder dem gleichnamigen Seelenzwilling in Philip Pullmans Trilogie “His Dark Materials“. Der erste Teil dieser humanistisch-aufklärerischen Buchreihe für Jugendliche wurde verfilmt unter dem  Namen “Der Goldene Kompass“. Die beiden anderen Bände durften auf Grund christlicher Filmzensur in den USA nicht mehr auf die Leinwand. Dafür musste man dann die völlig antiquierten und missionierenden Werke von C.S.Lewis ertragen. Den habe ich schon als Kind als Skandal empfunden, da er gegen alle Frauenrechte war … armer Tropf!
  • Die ambivalente Seite der Alben sieht man beim Wort Hexenschuss, welches eine Abwandlung des älteren Ausdrucks Albenschuss ist. Sie treiben Schabernack und spielen auch den Menschen Streiche – das erinnert eher an Pumuckl, oder allgemein Kobolde.
  • Letztes Refugium Island: Elfendoku bei youtube
  • Im späten Mittelalter wurden Alb und Elfe durch das Christentum dämonisiert und galten nun als angstbesetzt. Das eigentlich freundliche Wesen wurde als jetzt als nächtlicher Unhold, als eine Art Incubus oder Succubus gesehen. Erstmals wird der Begriff der guten Fee abgespalten, die streng betrachtet eigentlich als Lichtalbin betrachtet werden kann. In der allgemeinen Vorstellung werden Elfen oder Albe nun als Dämonen oder Geister von Verstorbenen beschrieben, wie Vampir oder Wiedergänger. Der Alb legt sich in der Nacht auf die Brust eines Schlafenden, der durch die Beklemmung dann Atemnot und Alp(b)träume (Albdruck oder schwerer Traum) erleidet. Er stiehlt Milch von den Tieren im Stall oder sogar von der Mutterbrust, auch als Blutsauger soll er sich betätigen – wieder die Vampirgeschichte.  Elfen schieben Menschen dem Volksglauben nach auch Wechselbälger unter, da ihre eigenen Kinder kränklich sind.
  • Rezipierung bei “Lord of the Rings”: Auch bei Tolkien entspringen die Elben Elementen, die der nordischen Mythologie entstammen, allerdings mit Versatzstücken antiker und christlicher Philosophie. Die Elben sind einerseits eine Art “homo superior” da sie viele Eigenschaften von antiken Göttern oder Engeln besitzen: Unsterblichkeit, physische Überlegenheit, ausserordentliche mentale Fähgkeiten. Wie die antiken Helden oder auch das griechische Pantheon weisen sie bei genauerem Hinsehen aber die gleichen charakterlichen Fehler und Unzulänglichkeiten auf, die auch den Menschen zu eigen sind. Hier gleichen sie auch den flugfähigen Superwesen Vrilya aus Bulwer-Lyttons “The coming Race”, besonders was ihre Arroganz anbelangt.
  • Die in neuerer Zeit aufgekommene Vorstellung von Elfen als winzige, feenähnliche Wesen mit Schmetterlingsflügeln, die in Blüten wohnen, ist seit Ende des 19. Jhd. in der Kinderliteratur, besonders aber in der modernen Zeichentrickwelt von Walt Disney zu finden – leider werden hier alte Vorstellungen von Naturgeistern, die man respektieren sollte verkitscht und kommerziell verramscht.
  • Aber das Schicksal teilen Elfen mit den Engeln: Eigentlich Krieger Gottes, die eher furchteinflösend daherkommen, werden sie seit der Zeit des Barock zu niedlichen rosabackigen (alle Backen!) drallen Putti verniedlicht.

midnightfairy

 Ich bin ein Elf – holt mich hier raus!

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Sieben Todsünden: Avaritia – Geiz – Saturn

Avaritia

Avaritia – Geiz: Schatten des Saturn
©scrano 2014

Die sieben Todsünden und ihre Planetenzuordnung nach der klassischen Astrologie.

Geiz ist eben doch nicht geil!

  • Archetyp: “Der Geizige” von Moliere.
  • Negative Form des selbstgenügsamen Saturn.
  • Analfixiert (besonders mit der Achse II./VIII. Haus oder Stier/Skorpion), Materialist, Verhärtung. Gönnt sich selbst und anderen nichts, auch im Sinne von Gefühlen oder Freude. Braucht die Selbstbeschränkung aus Angst vor Kontrollverlust.
  • Mangelnder Selbstwert, besonders bei Saturn in II. Haus, daher wird ein ein materielles Polster nötig. Hat ständig Angst, am nächsten Tag unter der Brücke schlafen zu müssen. Zweifelt am eigenen Können. Blanke Lebensangst.
  • Wehrt sich gegen Veränderung, notwendige Transformationsprozesse: Saturn in VIII. Haus. Kann nicht loslassen. Klammert sich an die materielle Existenz. Asket oder Nihilist aus Todesfurcht.
  • Die Furcht ist der Schatten des Saturn, nicht zu genügen, den Preis nicht zu erringen.
  • Doch als Saturn im VIII. Haus kann ich Euch anderen Saturn-Gebeutelten nur sagen, was schon im alten Sumer eine grundlegende Weisheit war:

Gilgamesch, wohin läufst du?
Das Leben, das du suchst, wirst du nicht finden!
Als die Götter die Menschen erschufen,
teilten den T o d sie der Menschheit zu
das Leben behielten sie für sich selbst.
Du, Gilgamesch dein
Bauch sei voll,
ergötzen magst du dich Tag und Nacht!
Mache jeden Tag zum Fest!
Tanz und spiel bei Tag und bei Nacht!
Deine Kleidung sei rein, gewaschen dein Haupt,
mit Wasser sollst du gebadet sein!
Schau den Kleinen an deiner Hand,
mache deine Frau glücklich mit deiner Umarmung!
Solcherart ist, was den Menschen zu tun bleibt.

Lied der Siduri, aus dem Gilgamesch-Epos
 

Oder “Live every day as if it were your last day“, denn das einzige was man nicht verschwenden sollte, ist Zeit, das wahre Symbol der Macht von Saturn/Kronos/Chronos.

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Der Geizige, karikierendes Bühnenstück von Moliere.
quelle:wikimedia

Die Symbolik der “Sieben. gibt es schon im Zusammenhang mit Lastern in der babylonischen und persischen Zeit. Es wird vermutet, der Ursprung der Todsündenlehre liege im Motiv der vorgeburtlichen Seelenreise. Bevor die Seele in die Welt der Materie  eintritt, müsse sie sieben Himmelssphären durchwandern. In jeder nehme sie einen guten Geist in sich auf, aber auch einen schlechten. Gebräuchlich war auch eine Zuordnung der Todsünden zu den Wochentagen: Am Sonntag bedrohe Stolz den Menschen, wenn er sich in der Messe Gott nicht unterwerfe. Tag des Neids sei der Montag, des Zorns der Dienstag. Die Trägheit, speziell die spirituelle, bedrohe den Menschen am Mittwoch, weil er zeitlich am weitesten vom Sonntag entfernt ist. Wenn der Mensch seine Gottnähe verloren habe, sei er am Donnerstag gefährdet, nach materiellen Gütern zu gieren, und sich am Freitag, wenn er dem Fasten verpflichtet wäre, der Völlerei hinzugeben. Wollust ist die Sünde des Samstags. Diese Form einer Korrespondenz-Lehre steht aber im Widerspruch zu der Hermetischen Zuordnung der Sünden zu den Tagen und ihren Planetenentsprechungen. Sowohl in der gnostischen, der hermetischen als auch gemäss der klassischen Moraltheologie sind die “Sieben Todsünden” weniger in Handlungen begründet, sondern Dispositionen: Persönlichkeitsstörungen oder Charakterdefizite. Deshalb kann man sie auch nicht beichten. Sie legen erst den Keim der Unmoral und sind die Ursache der späteren verwerflichen Akte. Astrologisch und psychologisch stellen sie die Schattenthematik der entsprechenden planetarischen  Archetypen dar.

 

Posted by on Januar 10th, 2017 Kommentare deaktiviert