Archive for the ‘Katzen’ Category

 

A nice pair: Katzen und Krimi

Meisterin der Hypnose

Mentalist-Detektivin Jamilla: Meisterin der Hypnose
The Gibbs Stare … ©beast666

Katzenkrimis:

sind eine beliebte Literaturgattung, bei der Stubentiger die Rolle des Detektives mit übernehmen, teilweise wird aus Sicht der Vierbeiner erzählt.

Eine Anregung auch für Leseratten, die gerne mal ein Buch mit in den Urlaub nehmen. Einige der Serien gibt es auch in der deutschen Übersetzung. Aber schon wegen des Wortwitzes lohnt sich das englische Original.

Rita Mae Brown & Sneaky Pie: 

  • Die ersten zwei Bände SUPER, der Rest ist sehr durchwachsen und wird immer moralinsaurer und konservativer. Rita, Du sollst über Southern Belles schreiben, nicht eine werden …

Lilian Jackson Brown’s Quilleran, Koko&YumYum:

  • The Cat Who …. Serie, besonders die ersten drei Bände vom Ende der 1960iger Jahre sind lesenswert. Eine der ersten Katzenkrimi-Serien.
  • Der Reboot aus den 1980igern ist höchstens zehn Bände wert, der Rest ist flach und öde. Die Masche wird totgeritten. Die frühen Originalstories und die ersten paar der Neuauflage haben immer einen kleinen Noir-Twist und sind daher nicht kitschig.

Shirley Rousseau Murphy: Joe Grey Cat Mysteries,

  • mit einem gewissen Fantasy Element, ein Spinoff ihres bekannten Romans “The Catswold Portal”.

Carole Nelson Douglas Midnight Louie Stories:

  • My favorite: Cozy Noir, Satire und herrlich überdreht, Mike Hammer im Katzenfell! Die Rahmenhandlung spielt in Las Vegas. Eine plutonische Autorin (Sonne Skorpion), daher werden auch Tabu-Themen nicht ausgespart … Obwohl kein expliziter erotischer Inhalt, oder übertriebene Gewalt, nicht für Kinder, da die Handlungsstränge und Beziehungsgeschichten etwas komplizierter ausfallen. Lesenswert auch die Irene Adler Serie der Autorin, und die ist definitiv NC-17!

Deutsch:

  • Akif Pirinccis Felidae-Serie, nicht für Kinder, wegen drastischer Gewaltszenen. Nicht unbedingt mein Fall, obwohl spannend erzählt.

Für Kinder:

  • Elke Heidenreich: Nero Corleone

 Zu Sci-Fi und Fantasy-Literatur mit Katzen gibt es bereits diesen Post.

miett

Posted by on Januar 14th, 2017 Kommentare deaktiviert

Magisches Jahr 2017

Apprentice ©scrano 2016

Apprentice ©scrano 2016
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Mein kleiner Almanach beinhaltet für jeden Monat unterschiedliche Daten für Feste und Brauchtum, christlich, pagan oder historisch heidnisch. Ausserdem gibt es kleine Rituale, Gartentipps und Rezepte.

Posted by on Januar 11th, 2017 Kommentare deaktiviert

Mehr als 400.000 Besucher – Herzlichen Dank an all unsere Leser!

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Danke, auch von den vierbeinigen Co-Autoren Ginger und Jamilla!
Ginger ©scrano 2013

 

Ein Fall von Mengeritis …? ©scrano 2016

Ein Fall von Mengeritis …? ©scrano 2016

Mind Gears ©scrano 2015

Mind Gears ©scrano 2015

anniversary-gates

Bilanz nach etwas mehr als anderthalb Jahren – mehr als 300.000 Besucher des Hermetik-Blogs und Leser unserer Artikel!

Vielen Dank für Euer dauerhaftes Interesse.

Als Dankeschön gibt es die fraktale Blume Blue Light oder das 3D-Render

“Ein Fall von Mengeritis… (Alien Energy Source)”

und für Pastellfreunde “Mind Gears”  als Download frei zum persönlichen Gebrauch.

Wer sie grösser ausdrucken (persönlicher Gebrauch)  möchte:

Bei Anfrage via email an Ambrosia, sende ich Euch eine Bild-Datei (jpg) in Auflösung 200 dpi.

Seid also weiterhin achtsam auf Euch und Eure Mitwelt!

Bleibt uns treu, wir versuchen ständig unser Bestes zu geben.

Blesssed Be!

commented

*** Und kommentiert auch!

Teddy & gate animations: sevenoaks art.

triuloom

Ein rätselhafter Fund …?
Atlantis ©scrano 2015

 

Fraktalbilder meiner Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.00€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 2.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

Posted by on Januar 5th, 2017 1 Comment

Drei Weise aus dem Morgenland machen sich auf …

miezisanta

Drei Boten aus dem Morgenland …
©scrano 2014

Diese hermetisch gebildeten Meister, die am 6. Januar (Fest von Epiphanias) dem Jesuskind ihre Aufwartung machen, sind eigentlich eine  verspätete Multi-Kulti Zutat zum Fest der Geburt des Christkind. Ursprünglich waren nördlich der Alpen nämlich es die 3 Bethen: Ambeth, Borbeth und Wilbeth, die da zum Neuen Jahr das Licht begrüssten! Eine sehr alte, wahrscheinlich keltische oder sogar noch ältere Trinität, die als “Grosse Mutter” noch alle Aspekte des Universum und das Schicksal der Menschen beherrschte: Mond=Wilbeth, Erde=Ambeth, Sonne=Borbeth. Ein wenig klingt noch fort in den drei Matronen der alten Germanen, deren Heiligtum man bei Köln gefunden hat. Auch die alte Bezeichnung Mutternacht für das Fest der Wintersonnenwende, oder später die Nacht des 24.12. ist dafür ein Indiz. In den drei Parzen oder Moiren der römisch-griechischen Welt ist eine ähnliche Symbolik präsent: Klotho spinnt den Faden (Symbol:Rad), Lachesis webt ihn (Symbol: Schlange, Wurm), Atropos schneidet ihn ab, das Leben (Sonne) endet wieder im dunklen Schoss der Mutter Erde (Symbol:Turm). Die Germanen kannten die drei Nornen: Urd, Verdandi und  Skuld mit fast denselben Aufgaben. Aus diesen drei vielleicht sogar schon prä-indoeuropäischen Jahres- und Schicksalsgöttinen wurden dann im Christentum zunächst die drei heiligen Madel:

  • Margarethe mit dem Wurm,
  • Barbara mit dem Turm,
  • Katharina mit dem Radl,
  • sind die heiligen drei Madel.

Die drei Weisen aus dem Morgenland oder “Drei heiligen Könige”, wie sie in der katholischen Auslegung heissen, wurden eigentlich als Lückenbüsser für den freigewordenen Feiertag der Geburt Christi auserwählt: In der Ostkirche feiert man diesen noch heute am 6. Januar. In der weströmischen Welt wurde er auf den Tag von Sol Invictus gelegt, der unbesiegten Sonne, auch der Geburtstag von Mithras: 25. Dezember.  Die passenden Heiligen fand man in den Magi, eigentlich Zauberpriester des Zoroasterkultes (Mithras!), die dem neuen König Israels huldigen wollten. Über diese Magi gibt es in den Evangelien sehr widersprüchliche Angaben, nicht einmal ihre Anzahl drei steht fest. Als Möglichkeit, auch gleich ein ursprünglich heidnisches Fest einzuvernehmen eigneten sie sich aber offenbar gut: Vielleicht wegen ihrer Exotik. Da konnte man dann die alten weiblichen Gottheiten zu den Hexen und Dämonen einreihen: Salige Fräulein, wie sie in alpenländischen Sagen noch heute herumgeistern. Bestenfalls noch die Befana-Fee*** oder Frau Holle.

Also C.M.B heisst nur aufgrund patriarchalischer Paranoia Caspar, Melchior und Balthasar? Vielleicht, weil so eine exotische Zutat wie drei gelehrte, astrologiekundige Magi den VIP Status der Heiligen Familie erhöht ?  Nach der offiziellen Kirchenlehre bedeutet es sowieso nur in aller Schlichtheit:

  • Christus Mansionem Benedicat, also Christus segnet dieses Heim. Ganz ohne weibliche Zutaten, ob Befana-Fee oder Schicksals- Trinität.  Aber auch ohne exotische VIPs.

*** Die Befana-Fee, (der Name kommt von Epiphanias) eine Art weiblicher Santa Claus bringt in Italien den Kindern die Geschenke, aber erst am Dreikönigstag, also gibt es Bescherung erst am 6. Januar. Die Befana ähnelt der Percht oder noch mehr der “Frau Holle”. Wie die italienische Dreikönigsfee brachten die ursprünglichen Matronen Ambeth, Borbeth und Wilbeth oder die drei “Grossen Mütter” den Menschen Gaben und das Versprechen auf ein “Gutes Neues Jahr”.

Also nochmals Frohes Fest:

Kmygraphic on deviantart: Pretty gifs and glitter animations

Und hinterlasst uns ein paar Eurer Eindrücke als Kommentar … ?

 It’s a Kind of Magic …

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Winterfichte – Fraktales Pflanzenwachstum.
Winter Fir ©scrano 2015

 

Posted by on Dezember 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

Nachtfahrende und Wütis Heer: Volksbrauchtum und Aberglauben zu den Losnächten (Raunachtsbrauchtum)

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Magische Polarlichter erhellen den arktischen Winter nd führten zu Spekulationen über Geistwesen.
Northern Lights ©scrano 2014

Orakel, Tabus und Vorkehrungen gegen die Geister der Wilden Jagd. Oder Verführung zum Ausflug mit der Hexenkönigin Diana?

  • An den 4 wichtigsten Raunächten sollte man Räuchern, mit einer Mischung aus Wacholder, Lorbeer, Fichtenharz und Weihrauch. Die Stallungen räuchert man auf dem Land mit Johanniskrautbuschen aus, die aus dem um die Sommersonnwende herum gesammelten Hartheu gebunden wurden, oder mit Stücken aus dem Kräuterbuschen von Maria Himmelfahrt, dem 15. August.

    Dürer: Hexe

    Dürer: Hexe, 1502.
    Man beachte die Putti/Genien!

  • In den Rauhnächten bewegt sich das Chaos in eine neue Ordnung hinein:
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    Heiliger Rauch: Zu keiner Zeit der Jahres wurde so viel geräuchtert wie in den Rau(ch)nächten.
    Häufig auch mit psychoaktiven Pflanzen oder Pilzen.

    Alle Räder sollten stillstehen.

  • So wurde in dieser Zeit nicht gesponnen, gewaschen oder gemahlen. Alle Räder, die sich normalerweise drehen, werden abgestellt, weil sich in dieser Zeit das Schicksalsrad dreht. Manche Menschen halten  daher die Uhr kurz vor zwölf an und setzen sie nach dem letzten Schlag der Kirchturmuhr wieder in Gang.
  • Zwischen Weihnachten und Neujahr soll nicht gewaschen und ausgemistet werden. Das kann Unglück und Tod bringen, Bettlaken symbolisieren ein Leichentuch.
  • Kinder, die an einem Samstag oder Sonntag während der Rauhnächte geboren werden, sollen magische Fähigkeiten besitzen. Sie sind hellfühlig und medial, haben das “Zweite Gesicht”, bringen Glück und können sehr reich werden.
  • In den Raunächten ist es auch keinerlei Glücksspiel erlaubt, besonders verteufelt ist das Kartenspiel. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um Menschen, die das Spielverbot missachteten und dadurch unheimliche Begegnungen hatten, die ihnen fast den Verstand raubten. Vor allem der Boandlkramer, oder der Klaubauf können einen dan heimsuchen: Das Theaterstück “Der Brandner Kasper schaut ins Paradies” thematisiert die Folgen so eines Kartenspiels in der Freinacht.

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    Freiya mit Katzen und Engeln/Genien!
    Zur Anführerin der Wilden Jagd in ihrer winterlichen Gestalt
    Frau Holle, wird sie zur Zeit der Hexenverfolgung
    in Personalunion mit der römischen Diana.

  • Wer die Türen zuknallt, hat im neuen Jahr mit Blitz und Streit im Haus zu rechnen.
  • Wer Bettzeug und Wäsche im Freien lüftet, hat mit Krankheiten zu rechnen, da sich die Unholde und Geister, die in diesen Nächten umherziehen, in der Bettwäsche verfangen.
  • Wer sich in den Rauhnächten die Haare und Nägel schneidet, muss im Neuen Jahr mit Kopfschmerzen und Nagelbettentzündungen rechnen.
  • Wer sich Dinge geliehen hat, sollte diese bis zu den Rauhnächten zurückbringen und wer etwas verliehen hat, sollte es zu den Rauhnächten wiederbekommen. Ansonsten ist im Neuen Jahr mit Energieverlust und Krankheiten zu rechnen.
  • Jeder Tag der Zeit der Losnächte symbolisiert einen Monat des kommenden Jahres: Daher orakelt man in diesem Zusammenhang gerne:
  • Träume gehen in Erfüllung. Werden sie in der ersten Nachthälfte bis Mitternacht geträumt, so erfüllen sie sich in der ersten Monatshälfte des jeweiligen Rauhnachtsmonats. Träume der zweiten Rauhnachtshälfte beziehen sich auf die zweite Monatshälfte.
  • Unordnung und Dreck ziehen die Nachtfahrenden an und verursachen Krankheit und schlechte Gefühlempfindungen. Vor dem Beginn der Rauhnächte sollte man daher gründlich aufräumen und saubermachen. Der Sage nach gehen Odin oder Frau Holle/Perchta um, in Italien die Befana-Fee, und belohnen Menschen in ordentlichen Häusern. Die Schlampigen werden im kommenden Jahr abgestraft.
  • Stirbt jemand in dieser Zeit, wird es im darauffolgenden Jahr zwölf weitere Sterbefälle in der näheren Umgebung geben.
  • Wenn Hunde in den Rauhnächten bellen, ist diese eine Bestätigung, dass der Gedanke, der gerade gedacht wurde, richtig ist. Bellt ein Hund allerdings um Mitternacht, so wird jemand sterben.
  • Viel Wind in den Rauhnächten kündigt ein unruhiges Jahr an. Viel Nebel steht für alte Dinge, die bereinigt werden wollen und kündigt ein nasses Jahr an. Helles und klares Wetter, bedeutet warme, trockene und gute Zeiten.
  • Viele Eisblumen an den Fenstern, Reif oder Schnee auf den Bäumen deuten auf ein ertragreiches Jahr hin.
  • Besen sollten in den Rauhnächten gebunden werden, weil man mit ihnen Krankheitsdämonen und böse Geister aus dem Haus fegen kann.
  • Heilkräuter wirken in dieser Zeit besonders stark und sollten verstärkt zum Einsatz kommen.

Mythologie der Wilden Jagd:

In den oft stürmischen Winternächten in früheren Zeiten … gibt es sowas heute noch, Klimawandel sei Dank?  Also, es ächzte und krachte ganz schön bei den Winterstürmen meiner Kindheit, und man konnte das Brechen von Ästen unter Schneelasten durchaus hören. Das ist die Zeit der “Wilden Jagd” oder von Wütis Heer, ein Begriff, der aus der germanischen Mythologie stammt. Über das Aussehen und die Teilnehmer der Wilden Jagd gibt es verschiedene Traditionen.

„Åsgårdsreien“ von Peter Nicolai Arbo - http://godsbay.ru/vikings/einherjars.html. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%C3%85sg

Einherjer: Wilde Jagd Odins

In einer der Überlieferungen wird die Wilde Jagd vom germanischen Gott Wotan/Odin, der auch “Wilder Jäger” genannt wird, und Frau Holle, der Freyja/Frigga in der Verkörperung der Totengöttin Hel, angeführt. In ihrem Gefolge befinden sich nebenn den Walküren auch die Seelen der Toten. Das Geisterheer braust durch die Lüfte mit starkem Wind, und enormem Lärm. Dieses Totenheer, das hauptsächlich aus gefallenen Kriegern besteht, bezieht sich in der nordischen Mythologie auf Ragnarök, den Weltuntergang, für dessen Bekämpfung Odins Krieger trainieren müssen. Ein Augenzeuge der das Treiben am Himmel beobachtet, wird von der Wilden Jagd erfasst und mitgerissen. Deswegen sollte man sich in den Rauhnächten besser im Haus verstecken bis das Geschehen vorüber ist. Im hohen Norden war die Wilde Jagd wohl auch eine Erklärung der in den langen Nächten besonders gut sichtbaren Nordlichter. Odin und Frau Holle kann man während ihrer Jagd aber auch gütlich stimmen und ihnen Reste vom Weihnachtsessen als Opfer bringen. Diese sind entweder vor die Tür oder – sofern vorhanden – unter den Obstbäumen im Garten bereitzulegen. Ähnlich den Opfern bei den schamanischen Tuva des Altai, oder in anderen Naturreligionen, sind das Kuchen, Gebäck, Milch aber auch Schnaps und Tabak. Den eigenen Ahnen kann man ein Licht ins Fenster stellen. Sogar Hafer für Odins Pferd Sleipnir wurde früher bereitgestellt.

Wegen der Gefahr einer “quasi- Zwangsrekrutierung” blieb man also im Haus, später galt das hauptsächlich für Mädchen und Frauen, da durch den zunehmenden Hexenglauben man diese als besonders gefährdet ansah. Das wilde Heer wurde jetzt von Herodias oder Diana, wahlweise auch noch Frau Holle angeführt. Auch wurde die Gefolgschaft der Nachtfahrenden zunehmend dämonischer. Aus Naturgeistern und Kriegerseelen wurden Hexen, Teufel und Unholde.

Ein Exkurs:

Der Gedanke eines Heers aus Verstorbenen spukt wohl als archteypische Furcht (Wiedergänger, Vampire, Zombies) in den Köpfen der Menschen. Eine neuere makabere Variante eines solchen gespenstischen Zuges stellen die weissen Wanderer und ihre Armee der Untoten dar, die sich G.R.R. Martin in seinem vielbändgen Epos “A Song Of Ice And Fire”, auch bekannt als “Game of Thrones” ausgedacht hat. Solcherlei immer gefragtere Fantasy-Literatur, von Herr der Ringe bis zu Teenie-Vampirsehnsüchten ala “Twilight”spiegelt wohl die immer deutlicheren Eskapismus-Tendenzen aus unserer glatten geistigen Ödnis des Mainstreams und seiner zensurhaften “Political Correctness” wieder. Früher haben wir als Kids gerne Italo-Western angeschaut, weil da gefurzt und geflucht wurde sie von zynischen Sprüchen und Zoten nur so strotzten. Und es gab dort auch keine weichgespülten Typen, weder Männer NOCH Frauen.

Eine zusätzliche Erklärung solcher Vorstellungen von fliegenden Geistern in der “Zeit zwischen der Zeit” liegt vielleicht im Brauchtum des Weissagens und Orakelns, dessen Ergebnisse dann als besonders  aussagekräftig galten. Unterstützt wurden diese Praktiken durchaus mit dem Einsatz psychoaktiver Substanzen, vom Met-Vollrausch über Fliegenpilzsüppchen und Schamanenurin wurde alles mögliche kosumiert. Auch die als Hexenflugsalben verrufenen “Schlaf-und Fieberschmieren” mit ihren potenten Alkaloiden könnten gebraucht worden sein. Auffällig erinnern die Darstellungen der “Wilden Jagd” an die Schilderungen der Ausfahrt zum Hexen-Sabbat von Frauen, die wegen Hexerei angeklagt und gefoltert wurden. Vielleicht hat die Vorstellung der “Wilden Jagd” auch noch ältere,  schmanische Wurzeln, wie etwa bei den Benandanti des Friaul, die noch bis in die Neuzeit einen Fruchtbarkeitskult ausübten, bei denen religiöse Ekstasepraktiken mit Flugvorstellungen und Kämpfen gegen Dämonen üblich waren.

Die genauen Formeln der Flugsalben sind nicht überliefert, Ethnologen, Botaniker,  Mediziner und selbst Alchemisten haben sich um Rekonstruktionen bemüht. So eine Flugsalbe war etwa folgendermassen zusammengesetzt:

Hexensabbat, schamanische Reise, Wilde Jagd schöpfen wahrscheinlich aus einer Quelle.

Hexensabbat, schamanische Reise, Wilde Jagd schöpfen wahrscheinlich aus einer Quelle.

Diese Art Rausch dürfte nicht sehr angenehm gewesen sein: Extremes Hitzgefühl, Mundtrockenheit, Atemdämpfung, Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit, Tremor sind typisch für Alkaloid-Drogen. Keine Selbstversuche mit solchen Rezepturen, vor allem bei Hexenschmieren: Die Bestandteile sind wesentlich giftiger als übliche Drogen, wie Cannabis oder Mushrooms und ähnliches. Falsch dosierte Alkaloide führen zum Exitus und nicht zur Ekstase! TODsicher!!

 

Posted by on Dezember 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Jamilla sagt: Sweet Dreams are made …

White Christmas by scrano

Jamilla träumt von weissen Weihnachten …
@beast666

I’m dreaming of a white Christmas

Andererseits – so als Miezekatze mag ich natürlich lieber eine warme Ofenbank … Ein paar virtuelle Schneesterne dürfen es dann schon sein!

Und was Bing Crosby anbelangt … der soll ja ein ziemliches Ekel gewesen sein. Zumindest laut der Aussage seines ältesten Sohnes. Wohl so eine “herzliche” Beziehung zur Familie wie bei “Rabenmutter” Joan Crawford. Aber man soll ja von den in der Anderswelt Weilenden nicht schlecht reden. Cool finde ich dagegen Frankieboy Sinatra, wenigstens ein offizieller Mafioso, und kein Pseudo-Saubermann. Ausserdem hat er fast so schöne blaue Augen wie ich …

Jetzt zu den wirklich süssen Dingen: Letzte Chance zum Backen für alle Leckermäuler!

Hmmm … ich hatte ja versprochen, Euch die Rezepte zu verraten … oje, ich glaube ich habe es verschlafen!

Trotzdem:

Süsse Träume:
Viel Spass beim Backen und Probieren!

Ach ja, fast vergessen: Eine Schneeflocke ist natürlich auch ein Fraktal, sehr ähnlich wie der Koch-Stern“.

Was hassen wir Katzen noch mehr als Schnee? Annie Lennox verrät es Euch!

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Doch statt dessen … Feenglanz!
A Magical Christmas ©scrano 2016

ho_ho_ho_by_kmygraphic-daqlh78©kmygraphic

 

Posted by on Dezember 17th, 2016 Kommentare deaktiviert

Jamilla sagt: Quo Vadis – Humanitas?

Wie manche menschliche Zeitgenossen denken und handeln … einfach unglaublich!

Wie manche menschliche Zeitgenossen denken und handeln … einfach unglaublich!

Spätestens im Sommer werden die Tierheime mit den Haustieren, die dieses Weihnachtsfest  ganz oben auf dem Wunschzettel der Kinder an das Christkind oder Santa Claus gestanden haben konfrontiert. So manches landet als lebendiges Geschenk unter dem Weihnachtsbaum. Naht dann die Ferienzeit und steht die geplante Urlaubsreise an, werden viele dieser Haustiere ausgesetzt, als ob sie eine lästige Sache wären, die man einfach loswerden kann.  Man findet sie in einer Schachtel auf der Schwelle, oder aber es werden Hunde  mit der Leine an Bäume irgendeines Rastplatzes entlang der Urlaubsroute festgebunden. So berichten jedenfalls jedes Jahr die Medien, die mit Tierschützern bzw. Personal von Tierheimen sprechen. Zugleich erleben plötzliche Ausbrüche von Tierhaarallergien ein Jahreshoch. Was sind das für Soziopathen- Kretins, die wehrlose, ihnen anvertraute Geschöpfe so behandeln ? Denn zu einer Gemeinschaft emphatischer Wesen gehören sie meiner Meinung nach nicht mehr.  Empfindungsfähige Lebewesen werden einfach als Dinge betrachtet, die man, wenn man ihrer überdrüssig ist, entsorgt.  Wenn ich mich dafür entscheide, ein Tier in meine Familie aufzunehmen, dann habe ich auch eine moralische Verpflichtung, mich so gut es geht um das Tier zu kümmern. Es IST auch ein fühlendes Wesen, mit einem Bewusstsein, das unter solcher Behandlung leiden kann wie ein Mensch.  Die Gründe für diese Wegwerfmentalität fallen entsprechend aus: “Man will doch nur den „wohlverdienten  Urlaub“ machen, da stören die Haustiere”. Früher sagte man, der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, nun wird er abgeschoben. Vielleicht kann man sie auch dort hin, wohin die Reise gehen soll, nicht mitnehmen und eine Unterbringung würde zu sehr die Urlaubskasse belasten?  Das Tier – ein Konsumgut …? Ich will hier nicht dem Vegetarismus das Wort reden, aber muss es Fleisch aus Massentierhaltung sein ? Mit allen damit verbundenen Schreckensbildern ? Bei der Jagd wurde wenigstens ein natürlicher Ablauf im Räuber/Beute Zyklus der Nahrungskette gewahrt. Und man war sich dessen bewusst, dass der Preis für das Fleisch der Tod eines anderen Wesens ist.  Man fragt sich woher solche Einstellungen kommen, dieser Mangel an Achtsamkeit auf das, was mit einem den Globus bevölkert – mit dem GLEICHEN Recht wie die Menschheit.  Ist die einfältige Auslegung der Lehren der Buchreligionen schuld, wonach der Mensch über allen anderen Geschöpfen stünde? “…. machet Euch die Erde unmafiocattertan”,  soll wohl hoffentlich keine Aufforderung zu Raub und Plünderung sein! Gut, “… seid Fruchtbar und mehret Euch” , kann man heutzutage eher als “seid FURCHTBAR” uminterpretieren. Aber selbst dem Gott der Bibel will ich zugutehalten, dass als er solcherlei Auswüchse, wie wir sie immer mehr vorfinden, wohl nicht gutheissen kann. Zumal sich die Propheten des Alten Testaments ofttmals gegen die nach Tierfleisch hungernden Opferpriester des Jahwe-Kultes ausgeprochen haben, und Jesus im Neuen Testament etliche Äusserungen zugunsten einer vegetarischen Lebensführung macht – viele davon haben die Kleriker aus der neu christianisierten römischen Oberschicht wegen ihrer Freude an Schlemmerorgien einfach zensieren lassen. (Briefe des hl. Hieronymus, einem der frühchristlichen Bibelübersetzer).Und zweifellos darf man die angeblich so fortschrittlichen Anschauungen der Aufklärer auch nicht ausnehmen: So grusele ich mich immer noch wenn ich an den Ausspruch von deren Oberguru Descartes denke: “Die Schmerzensschreie eines Tieres gleichen dem Quietschen einer Maschine”. Rousseau war herzlos zu seinen Kindern, die er allesamt in ein Waisenheim abschob. Voltaire war ein boshafter alter Mann, der die Sklaverei und den Rassismus befürwortete. Egal ob von Gottes Gnaden oder aus angeblich wissenschaftlicher Sicht, diese Selbstüberhöhung der Menschen ist nicht nur bizarr, sie wird auch unseren Untergang besiegeln. Wir schaffen es ja nicht einmal, unsere Population einigermassen zu beschränken, nein, wir sind ein Krebs auf dieser Welt geworden. Wachstumswahn  dieser Art ist ein Fluch, der alles durchdringt, weil er auf Gier gegründet ist. Diese obszöne Grundhaltung ist ein Muster, das überall zu finden ist, unsere gesamte Wirtschaft basiert darauf.  Alles ist nur eine Resource geworden, nach ihrem Warenwert taxiert, nicht nur die Tiere: Human Resources - welch ein Zynismus! Mangel an Empathie kommt auch von bewusster oder unbewusster Ignoranz, besser wir schauen weg, wenn ein Stressfaktor für unser Moralempfinden und unsere Bequemlichkeit ins Blickfeld gerät. Die oben genannten “Weltanschauungen” als Legitimation helfen gut dabei,  das Unbehagen zu verdrängen.

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Vertrauensvoll in die Zukunft blicken? Das sollte für alle fühlenden Wesen dieses
Planeten gelten. Denn sonst ist der Mensch trotz oder gerade wegen seiner
Intelligenz die armseligste Kreastur auf dieser Welt.

In den meisten alten heidnischen Kulturen mit ihren Naturreligionen haben die Menschen die Umwelt und auch die Tiere hoch geachtet, denn sie waren auch von direkt davon abhängig. Sie versuchten in  einer halbwegs symbiotischen Beziehung mit ihrer Mitwelt zu leben. Wenn sie gegen diese Regel handelten, wurden sie relativ schnell abgestraft, wie das Verlöschen der Kultur der Anasazi, Maya oder das Schicksal von Rapa Nui zeigt. Diese Furcht vor der Hybris als schlimmster Sündenfall steckt auch in der Vorstellung der alten Griechen mit Astraea als Sinnbild der natürlichen Ordnung oder bei den Ägyptern mit der Maat. Das drückt sich auch in der Überlegung aus, dass die natürliche Gesetzgebung über den Olympiern steht. Zeus war nur Verteidiger von Recht und Gesetz, nicht der Gesetzgeber. Beide Figuren, Maat und Astraea besitzen eine Waage als Symbol des Ausgleichs.  In der hermetischen Philosophie wird dies  durch das Prinzip von “actio=reactio” ausgedrückt, wie wir das auch aus der Newton’schen Mechanik kennen. Sir Isaac Newton, ein grosser Verfechter der Hermetik übrigens, war auch ein Katzenfreund und der Erfinder der Katzenklappe.  Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass die Göttin Astraea einen strafenden Aspekt besitzt, die Nemesis, die selbst die anderen Götter fürchteten. Für Nemesis und Hades gilt, dass über Dinge in ihrem Einflussbereich keinerlei Verhandlungsspielraum mehr existiert.

Nur ein Zurückbesinnen darauf, dass wir Gäste auf unseren Planeten sind und mit der Umwelt, den Tieren und Pflanzen, sorgsam umgehen, kann den unausweichlichen Untergang der Menschheit (bald 10 Milliarden) aufhalten. Dazu gehört auch Bildung und Aufklärung zu verbreiten, denn Mangel an Verständnis und Empathie ist oft wie schon erwähnt verursacht durch einen Mangel an Wissen, oder die Indoktrination mit unsinnigen Glaubenslehren. Letzteres dient oft nur dazu durch die Vermehrung der Kopfzahl ungebildeter, abhängiger Schäflein die eigene Machtposition zu stärken. Zu diesen Irrlehren gehört auch die Theorie vom unbegrenzten Konsum, weil die Weltwirtschaft nur durch Wachstum definiert sei.  ”Wir pfeifen auf Ernährung, wir machen nur Vermehrung!”, ein zynischer Satz, der schon in den Achtziger Jahren den Vertretern diverser reaktionärer Glaubensgemeinschaften vorgehalten wurde. Leider hat man wohl nichts dazugelernt. Vom Lager der kaltherzigen Nihilisten, auch bekannt als Wirtschaftsbosse, kann man sowieso keine Einsicht erwarten.

Bessert Euch!

Eure Jamilla

minijamiEin Nachtrag: Neulich habe ich den Film “A World Beyond” gesehen … nett von Dir George (Clooney), der Zukunft der Menschheit noch eine Chance zu geben …! Aber die Träumer und Querdenker, die es braucht eine Welt jenseits des Mammons und er brutalen Gier oder der totalen Verdummung durch dogmatische Religionen zu gestalten, wirst Du bald nicht mehr finden. Das Basteln von Tomorrow-Buttons für solche Menschen  kannst Du Dir wohl schenken …? Die Gates, Zuckerbergs, Bushs und ähnliche Zeitgenossen überwiegen wohl die Teslas, Einsteins oder Feynmans bei weitem. Steve Jobs war “a man in the middle”, von Uranus befeuert, der Verführung Plutos erlegen und selbst ein neptunischer Svengali und Guru. Wenigstens hatte er anfangs eine Idee, die noch in Ansätzen humanitär war … Edison: Als Weltverbesserer gescheitert, wurde er ein machtbesessener Tyrann – das Schicksal manch eines Uranus-umgetriebenen Innovators, der im Alter zum unflexiblen Despoten wurde. Die schöpferische Kraft des gestürzten Himmelsvaters und seines Alter Ego Prometheus ist stark in allen Querdenkern und Erneuerern. Auch in Revolutionären …  Das bringt mich wieder zu Geoge Clooney. Wie sagte er so schön:” Die alte Struktur muss weichen, das Gebäude abgerissen werden …” Recht hast Du ja, dann fang mal an:  Use the Force … George ! Allerdings: Verschone uns mit diesem technophilen Disneyland – schenk uns lieber eine Zukunft wie bei den Nox in Stargate SG-1, wenn es schon ein SciFi Utopia sein soll. Ach ja, Kaffee in Plastik/Alucontainern ist eine Umweltsauerei – Du Pharisäer. aber “pecunia non olet!” Noch nicht mal nach Kaffee.

Posted by on Dezember 10th, 2016 6 Comments

Sacred Pleasure: Fruchtbarkeit und Religion

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Fruchtbarkeit als ewiger Antrieb des Schöpfungskreislaufs.
Fertility rites ©scrano 2016 model:faestock

Wann begannen sich die Menschen überhaupt verstärkt für dieses Thema zu interessieren? Wahrscheinlich mit dem Beginn des Agrarzeitalters am Ende des Mesolithikums – wobei die Szenarien, in deren Zusammenhang dieser Begriff von  Sesshaften oder durch wandernde Hirtenvölkern gebraucht wurde, sich nach einiger Zeit auseinander entwickelten. Zu der Fruchtbarkeit der Natur stand die eigene Reproduktionsfähig nun auch vermehrt im Mittelpunkt der sich neu formierenden Gesellschaften, da das Überleben der Gruppe immer stärker von einer gewissen Kopfzahl abhing:

Bauern brauchen Feldarbeiter, und Schutztruppen um ihr Land oder den Zugang zum Wasser zu sichern, Hirten Verteidiger und Pfleger der Herden. Daneben musste noch Alltagsarbeit verrichtet werden. Ausfälle durch Kindersterblichkeit waren hoch, besonders am Anfang des Neolithikums, wegen der ungewohnten Ernährung, oder durch Zoonosen, durch enges Zusammenleben mit dem Nutzvieh. Selbst für die fischenden Küstenkulturen am Ende des Mesolithikums galten solche Überlebensbedingungen bereits. Mit der Entwicklung von Städten dynamisierte sich der von der neolithischen Revolution eingeleitete gesellschaftliche Strukturwandel dann nochmals verstärkt.

Wie immer in der menschlichen Geschichte bleiben Probleme bei der Existenzsicherung und im Zusammenleben nicht aus: Wo also Hilfe holen, wenn man sich in seiner Not an höhere Wesen wenden will? Welche neue Form von Magie oder Religion impliziert die neue Lebensweise?

Dass weibliche Tiere durch Geburt neues Leben hervorbringen war den Menschen bereits zur Jäger-und Sammler Zeit hinlänglich bekannt – auch ein Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus und den Mondphasen war wohl schon ein Bestandteil mancher Kulte. Eine mythische Herrin der Tiere kennen auch viele Schamanenkulturen auch heute noch – sie gibt Leben, wo vorher Tod war, aus den Knochen des erlegten Wildes regeneriert sie durch Neubeseelung die jagdbaren Bestände. Daher musste man den Tieren unter ihrem Schutz Respekt erweisen, damit ihre Seele unbeschadet blieb, die Knochen legte man im Wald unter besondere Bäume, oft die Form des Tieres nachahmend. Zeugnisse solcher Vorstellungen finden sich heute noch bei tungusischen Völkern oder der „Büffelfrau“ der Cheyenne. Man kann also wahrscheinlich von einer  weitverbreiteten weiblichen Schöpfer-Urgestalt ausgehen, die parthenogenetisch alles hervorbringt, was auf der Erde lebt. Ihr Symbol war wohl der Mond.

Wie ging es weiter? Jäger brauchen die mondhellen Nächte für ihre Beutezüge, Agrargesellschaften nutzen aber vor allem das Sonnen-Licht des Tages. Man merkte bald, dass es  zudem vielfältige zusätzliche begünstigende und schädliche Einflüsse gab, die Ernte oder Ertrag der Viehherde beeinflussten.

Ganz zu Anfang waren dies hauptsächlich Bodenbeschaffenheit der potentiellen Äcker und das Wetter, welches Temperatur und Wasserreserven bestimmte.

Wie man aus den Ursprüngen der Sesshaftigkeit weiss, z.B. Catal Hüyük in Anatolien, war das Urweibliche immer noch prägend für die Spiritualität.  Die Magna Mater hatte jedoch plötzlich auch solare  Symbole, neben der Mond-Kuh (Hörner) und der Doppelaxt, die für die Mondphasen und die Axis mundi stehen, trifft man jetzt auf Raubkatzen, besonders Löwinnen. Selbst die Urmütter in der Neuen Welt (z.B. Coatlicue) zeigen von Anfang an Raubtierkrallen oder Zähne. Das weitere Element, das jetzt ins Spiel kommt, ist die Schlange, auch dieses Symbol ist global. Sowohl Schlange als Axt (später dann Thorhammer, Donnerkeil) sind auch phallisch, letztere wird auch als magisches Requisit für das Wettermachen (Blitzaxt) angesehen, viele der Grossen Mütter tragen sie als Machtinsignie.

Also, zu Beginn des Neolithikums vor  ca  5000-8000 Jahren, je nach Klimazone, war im spirituellen Bereich noch alles im Kern mutterzentriert. Auch die universellen Meeresgottheiten der Fischerkulturen waren wohl weiblich, schon weil der Mond die Gezeiten regiert. Man kennt das immer noch bei den Inuit, mit ihrer Göttin Sedna. Alle diese Vorstellungen und Symbole begegnen uns bis in die Bronzezeit, besonders in Kleinasien und auf Kreta, aber auch bei den Kelten.  Diese Mutterfiguren sind häufig dreigestaltig, herrschen über Erde und Unterwelt, Tag- und Nachthimmel. Sie besitzen einen Jungfrau-Aspekt, der ihre Unabhängigkeit und Zeugungskraft betont – aus sich selbst heraus schaffend und sich zyklisch regenerierend. Sie sind auch kriegerisch und nicht immer angenehm. Einige Überbleibsel der chtonischen, destruktiven Natur finden wir in der indischen Kali, die trotz des furchteinflössenden Äusseren -blaue Haut, Krallen und herausgestreckte Zunge – als Verkörperung der Grossen Mutter und Beschützerin angesehen wird. Auch die zweite Variante der indischen Grossen Göttin, die der Rhea/Gaia/Kybele ähnliche Durga wird mit Löwinnen abgebildet. Lediglich die Dritte im hunduistischen Göttinnnendreigestirn, Parvati kommt ohne angstbesetzte Aspekte aus.

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Schlafende Dame aus Hal Safieni, Malta. Ein Form der chtonischen Urmustter.
Wie viele der steinzeitlichen Göttinnen hat sie recht üppige Formen.
quelle: PD via wiki

Exkurs: An dieser Stelle sollte man anmerken, dass wie im letzten Absatz angedeutet, diese weiblichen Universalgöttinnen durchaus zerstörerisch und gewalttätig sein konnten, sie waren auch regelrecht unberechenbar und leicht erzürnt – da sie auch für die gefährlichen Risiken und Nebenwirkungen der Natur standen. Und Gesellschaften, die eine matrizentrierte Religion ausübten waren genauso kriegerisch wie die späteren patriarchalen – die Zeiten waren hart, man musste sich verteidigen, oder vielleicht auch anderen Wasser- oder Landrechte streitig machen. Und dass Seehandelsvölker wie die Kreter nicht auch als Piraten unterwegs waren, wenn es nichts zu handeln gab … siehe Wikinger & Co. Ob in diesen Kulturen ein regelrechtes Matriarchat geherrscht hat – eher unwahrscheinlich, allerdings waren egalitäre Gemeinschaften durch eine solche Religion begünstigt. Ein Anzeichen dafür ist die Exogamie, der Mann heiratet in die Sippe der Frau ein, oder die Partnerwahl ist frei, mit Promiskuität beider Geschlechter vor der Ehe.

Aufzeichnungen über Kulthandlungen und religiöse Vorstellungen findet man vor der Erfindung der Schrift nur spärlich, in Felszeichnungen, Wandmalerei oder Skulpturen. Daher muss man vieles aus den Bildzeugnissen herauslesen – oft erschliesst sich der Sinn erst im Bezug zur Architektur, Landschaft oder besonderen Örtlichkeite der Funde. Die Interpretation ist immer auch ein wenig vom Zeitgeist gesteuert. So werden Kuhhörner als männlich (Stiersymbolik) gedeutet, oder als Mondsichel und Darstellung weiblicher Fortpflanzungsorgane. Auch wenn Marija Gimbutas heute angegriffen wird – Rinderschädel stammten oft von Kühen, deren Hörner noch nicht weggezüchtet waren – und die Analogie ist schon sehr deutlich. Auch das stark mütterliche Element der milchspendenden Tiere kommt als Einflussfaktor hinzu. Erst zur Zeit der sumerischen Stadtgründungen, z.B. in Uruk, werden dann wirkliche schriftliche Zeugnisse über religiöse Praktiken und Mythen überliefert. Männliche Symbolik wird tatsächlich stärker sichtbar erst mit dem Auftauchen von widderhörnigen Gottheiten und regelrechten Phallusdarstellungen, etwa bei Amun (Min), und geht einher mit der fortschreitenden Verstädterung sowie der Ausbildung von ausgedehnteren Reichen mit Armeen.

Um die sich vollziehende Wandlung zu verstehen,  ist als wichtigste Gottheit einer der ältesten Zivilisation im Zweistromland wohl zweifellos die sumerische Inanna heranzuziehen. Sie steht zwischen den alten eher matrizentrierten universellen Göttervorstellungen und einem sich bereits abzeichnenden komplexeren Pantheon, mit dann immer wichtiger werdenden männlichen Figuren. Inanna besitzt noch ein ganzes Arsenal von Attributen, die weiblich und männlich zugleich sind: Kuhhörner – Mond, Venus-Stern (8-zackig), Blitz-Axt (Labrys), solare Löwinnen, schliesslich Eulen und die Schlangen in ihrer Form als Nachtdämonin Lilitu.

Wie die Herrin der Tiere  in den alten schamanischen Kulturen ist sie ein Formwandler und Hermaphrodit  – letzteres auch eine Eigenschaft, die damals in Einheit mit dem Begriff „Jungfrau“ gesehen wurde: Zeugerin und Empfangende, sich stets erneuernde Gebärerin.  Ihr Sternbild, Virgo – damals hiess es schlicht  Ackerfurche:

  • „Ich bin die jungfräuliche Ackerfurche und der befruchtende Regen“, heisst es in den Gesängen der Inanna.
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Abb 1: Inanna als Herrin von Himmel und Erde.
Quelle: PD via wiki

Mit der Zeit wurde die Götterfamlie, wie bereits angedeutet,  immer komplexer, Aspekte der Urgöttin, z.B. solare wurden dann Brüdern oder Vätern übertragen. Auch die dunkle Seite der Natur, Tod und Unterwelt waren ursprünglich ebenfalls in der einen Göttin vereint – im sumerischen Mythos zeigt sich hier auch eine Abspaltung, in Form der Ereskigal – als Schwester von Inanna. Die Himmelswelt wird zunehmend dual – göttliche Paare treten auf, noch sind sie einigermassen gleichberechtigt.

Diese Einführung einer himmlischen „Soap Opera“ lag auch daran, dass man immer mehr Himmelsbeobachtung betrieb, um zu einer genaueren Kalendergrundlage zu kommen. Viele der Himmelsdramen wurden in Mythen umgesetzt, Bewegungen auffälliger Himmelskörper göttlichen Wesen zugeordnet:  z.B. der heliakische Aufgang der Spica, Hauptstern der Jungfrau, bei gleichzeitigem Untergang des Stier. Dieses Ereignis leitete an Euphrat und Tigris den Beginn der Aussaat ein. Daher gab es auch einen mythologischen Hintergrund: Inanna steigt zum Himmel auf und schickt den Stier, der eigentlich die Himmelsachse dreht,  auf die Erde. Ursprünglich war dieser als Strafe für den unbotmässigen Gilgamesch gedacht, der die Bestie jedoch zähmt und dem Menschen als Pflugstier nutzbar machte.

Wie auf dem Bild Abb. 1 zu sehen ist, herrscht Inanna allerdings noch über das Wetter, nicht nur über die Ackererde. Sie hält Blitzbündel in der Hand – ein untergeordneter Gott (Wassermann?)  giesst das Regen-Nass auf den Boden.

Hinter ihr fährt der Windgott Adad, ihr Bruder den Wolkenwagen.

Neben den astronomischen und kalendarischen Überlegungen der Ackerbauern ging mit der Verstädterung natürlich auch ein immer komplexeres Sozialgefüge mit immer stärkerer Aufgabenteilung und Weltzugewandtheit einher – der Fernhandel begann sich zu entwickeln, ein Rechtssystem wurde eingeführt, z.B. der Codex Hammurabi.  Für derlei neue Dynamiken wollte man auch entsprechende Zuständigkeiten in der Götterwelt angesiedelt sehen.

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Abb 2 Gilgamesch zähmt den Himmelsstier. Quelle: PD via wiki

Doch zurück zur Fruchtbarkeitsgöttin: Eines ihrer Hauptattribute war die Zuordnung Inannas zur Venus als achtzackigem Stern, wie in Abb 2. – wieso?  Nun, man erkannte, dass  der Morgen-bzw. Abend-“stern“ einen Hell-Dunkelzyklus aufweist, wie der bereits weiblich besetzte Mond. Die acht Strahlen deuten darauf hin, dass man im alten Sumer schon den Zyklus der unteren Konjunktionen der Venus kannte, die das berühmte Himmelspentagramm im Verlauf von acht Erdjahren aufspannen. Daraus ergeben sich für den Planeten Venus 13 Umläufe – der Mond wiederum kommt auf 13 Voll-Zyklen in einem Jahr, daher waren sowohl der naheliegende Mond als auch die Venus, welche auch beide zyklische Phasen durchlaufen, mit dem göttlich Weiblichen verbunden.

Diese astronomisch/astrologische Verquickung ist etwas, das alle späteren Fruchtbarkeitsgöttinnen, neben der uns heute paradox erscheinenden „Jungfräulichkeit“ eine lange Zeit gemeinsam haben werden.

Wie gestaltete sich nun, vom Zweistromland und den frühen indoeuropäischen Volksgruppen ausgehend,  die weitere Entwicklung der Fruchtbarkeitsgöttinen? Wenn man das Etana-Mythos liest, wird darin Inannas Stellung bereits stark in die göttliche Familie der Stadtkultur integriert – mit starken Nachteilen für die göttlich weibliche Unabhängigkeit.

Inanna beklagt sich bei ihrem Bruder, dem SONNEN-Gott, dass ein Adler und eine Schlange ihren heiligen Baum, den sie für das Holz ihres Thrones verwenden wollte, streitig machten.: Der vertreibt die Schlange und tötet den Adler – Inanna baut sich also ihren Thron – um welchen Preis?

Schlange und Adler sind urschamanische Symbole für männliches und weibliches Prinzip, die  im Weltenbaum ungetrennt leben und ihn beschützen.  Die Welt ist nicht genug, scheint Inanna zu sagen, indem sie ihn fällen lässt, um ihre Herrschaft nun durch äussere Zeichen zu legitimieren. Dies gelingt ihr jedoch nur mit Hilfe eines Mannes, ihrer Bruders. Auch der Versuch, einen Anspruch auf das Reich ihrer Schwester Ereskigal in der Unterwelt zu erheben scheitert, wieder muss ein Mann sie retten. Beides sind Pyrrhus-Siege, durch Verkennung der wahren Natur der Welt – Vorrausblick auf einen grundlegenden Paradigmenwechsel und  einer damit verbundenen Abwertung der weiblichen Rolle in der Schöpfung.

Beltane - jetzt beginnt der keltische Sommer, er dauert ein halbes Jahr. Beltane ©scrano 2016

Die heilige Hochzeit von Sonne und Mond an Beltane,
dem keltischen Fruchtbarkeitsfest schlechthin.
Beltane ©scrano 2015

Doch weiter mit der Fruchtbarkeit: Noch sind allerdings die Jungfrau-Göttinen von Sex und Überfluss angesehen. Hathor in Ägypten, deren solarer Furcht-Aspekt, die Löwin Sechmet zur wohltätigen Miezekatze Bastet mutiert,  die zypriotische Aphrodite, und die nicht mehr so wilde Inanna, nun als Ishtar in Babylon verehrt, die kretische „Grosse Göttin“, wahrscheinlich die am längsten existierende, echte universelle Magna Mater und Herrin der Tiere im europäischen Raum, aussser der syrischen Atargatis und der kleinasiatischen Kybele. Doch sind diese in hellenistischer Zeit schon mehr auf den mondenhaften Teil der Anima ausgerichtet, und passen daher immer noch ins Gesamtbild der Spätantike. Diese Art Mutterkult fand sogar noch Anhänger im alten Griechenland – z.B. in Ephesus, oder im multireligiösen Rom. Der wildere und kriegerische Anteil landete beim schwachen Abklatsch der einst mächtigen Herrin der Tiere: Jungfräulichen Jagdgöttinnen wie Artemis oder Diana, aber immerhin noch ebenfalls bei der Liebesgöttin Aphrodite. Diese hatte einen Fuss wohl immer noch im Zweistromland, und deutliche Wurzeln bei Inanna/Ishtar/Astarte, also einen Migrationshintergrund. Sie bescherte dem eher biederen und androzentrischen Pantheon der Griechen ein wenig Glamour und Unberechenbarkeit – ein bisschen Sex soll auch mit im Spiel gewesen sein … Und sie konnte sich durch ein Bad jederzeit zur Jungfrau zurückwandeln …

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Kybele, Magna Mater aus Kleinasien. Ihr Kult bestand noch im alten Rom.
Ihr zu Ehren gab es Stieropfer, ihre Priester waren Eunuchen.

Generell wird in der Antike dem Lustfaktor im Sexleben durchaus noch Platz jenseits der Verklemmtheit der späteren Patriarchen und einer Reduktion auf reine Reproduktion  eingeräumt – allerdings hauptsächlich im Orient: Lebhafte Beschreibungen der Orgien von Bubastis, zügelloser Hathor-Feste oder der Tempelprostitution in den Heiligtümern von Ishtar und selbst der Aphrodite auf Delos liefern dafür Beweise. Wenn auch es auch für die mythischen Geliebten der Fruchtbarkeitsgöttinnnen kaum ein “Happy End” gab: Orion starb durch den Skorpion seiner schmollenden Artemis, Adonis, Attis, Tammuz (Dumuzi) die Gefährten der Kybele, Atargatis oder Inanna nahmen auch kein gutes Ende. Die Angst vor der weiblichen Sexualität als Ausdruck der Macht über den natürlichen Lebenskreislauf war immer noch gross, so dass man sich deren reproduktiver Kraft ohne Risiken bemächtigen wollte.

Was die alten Fertilitäts-Idole ausser der ägyptischen Bastet im Laufe der zivilisatorischen Entwicklung zusehends auszeichnet, ist eine deutliche Unabhängigkeit von Mutterpflichten – jetzt werden Vollmondaspekt und Venuseigenschaften voneinander getrennt. d.h. Mutterschaft und Leidenschaft oder Eros driften auseinander.  Kinder und Ehe gehören nun zusammen, sie unterstehen Göttinnen, nunmehr blosse Gemahlinnen, deren eigene Zeugungskraft negiert wird. Zuerst passiert dies in den Hirtenvölkern, sie erlangen immer mehr die Kontrolle über die Fruchtbarkeit ihrer Herden, sie beginnen zu züchten, dadurch wird die eigene Vermehrung auch zusehends unter diesem Aspekt gesehen – die Rolle der Frau als passive Gebärerin und als Besitz des Mannes nimmt ihren Anfang. Für fruchtbare, grüne Weiden war den Hirten der regenspendende Himmel wichtiger als das Land, über das sie zogen. Die Hausmacht beim Wettermachen hatten aber inzwischen männliche Kriegs- und Sturmgötter übernommen: Als Ausdruck davon wird die Zeuger-Rolle des Mannes als Ebenbild des Regengottes daher überhöht. Sehr deutlich kommt die im Mythos von Zeus und Danae zum Ausdruck – ein goldener Regen, eine Gestalt des Zeus, schwängert diese. Auch Grossvater Uranos war schon ein ewig Zeugender, ebenfalls eine Verkörperung des Gewitterhimmels, der Winde und der Weite.

Durch allerlei Kunstkniffe wie Schenkel- und Kopfgeburten entsteht in den Zeus-Mythen eine unhängig von Frauen Leben schaffende männliche Gottheit. In den Zeiten davor wäre so etwas wohl als lächerlich angesehen worden. Nur Hera entzieht sich noch einmal dem Alleinherrschaftsanspruch ihres Gatten: Ares/Mars entsteht wohl als letzter Gott der Alten Welt parthenogenetisch aus einer Frau, als Reaktion auf die patriarchalische Usurpation des Zeus mit Athenes Kopfgeburt. Am Ende steht jedoch ein männlicher Götterboss als Wurzel des androzentrierten Monotheismus nicht nur bei den Hebräern.

Solcherlei Glaubensvorstellungen  enden schliesslich mit der abstrusen Überlegung, dass beim Zeugungsakt der Mann der Frau einen fertigen Homunkulus einpflanzt, sie ist also nur  noch ein Brutkasten. Auch die Erblinie und damit der Anspruch auf eigene Besitztümer, wird durch diesen Wandel rein männlich definiert. Kinder sind Besitz, Ehebruch, besonders mit Folgen, eine für die Frau tödlich endender Rechtsverstoss.

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Männliches Fruchtbarkeitssymbol, Phallus.
Freudian Slip? ©scrano 2013

Nördlich der Alpen bietet sich ein ähnliches Bild wie im alten Griechenland: Allerdings haben die Göttinnen Freyja oder Brigid einen unabhängigeren Status als ihre Entsprechungen  im hellenischen Pantheon. Wie Aphrodite/Venus beflügeln sie auch die Künste, befruchten also auch den Geist, doch lassen sie sich von ihrem kriegerischen oder Unterweltaspekt nicht so leicht lösen.

Die wilden Feste der Ägypter haben wir schon erwähnt – die Götterfamile am Nil stellt sich etwas quer: Der Himmel ist hier weiblich, die Göttin Nut überdeckt ihren Bruder-Gemahl Geb.

Auch der Herr über die Nilflut der etwas moppelige Hapi, dessen Sternbild der Regenbringer Wassermann ist – eine männliche Gottheit – mit hermaphroditischen Merkmalen. Die Feldfrucht repräsentiert Osiris in seiner Form als Apis-Stier.  Die Fruchtbarkeit der Menschen und Tiere hingegen hängt immer noch stark vom Allweiblichen ab: Hathor und Bastet sind hochgeschätzt und werden in sehr ausschweifenden Festen verehrt. Die männliche Potenz und Schaffenskraft des Schöpfergottes Amun wird von der Königlichen Gemahlin des Pharao  als Grosse Gottesgemahlin in einem staatstragenden Ritus quasi „hervorgelockt.“  Frauen haben in den Städten am Nil einen höheren Status und gelten nicht als Besitz, aussereheliche Kinder sind keine Schande, etwas was vielleicht mit der afrikanischen Herkunft zusammenhängt. Hier galt lange der Nepotismus im Erbrecht – die Abkömmlinge der ältesten Schwester  bekamen den Besitz übertragen. Erst mit der hellenistischen Überhöhung des Isis-Kults erhält die Mutterschaft ohne Leidenschaft mehr Stellenwert, ein griechisch patriarchalischer Einfluss. Der Sohn Horus erhält nun Erlöserzüge und wird zum Sinnbild der Seele, wie Kore/Persephone in den Mysterien von Eleusis, einem ursprünglich eher ekstatischen Fest zu Ehren der Urmutter Demeter.

Bastet mit Ank und Sistrum.quelle: wikimedia

The Cat and The Fiddle …
Bastet mit Ank und Sistrum.
quelle: wikimedia

Bastet mit lebensspendendem Ankh und uterusförmigem Sistrum – geziert von einem Hathor-Kopf. Quelle:By Gunkarta (Own work) [CC BY-SA 3.0  http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Ein Blick hinter Schleier und Tempelvorhänge: Anlässlich der plastischen Schilderungen solcher „Verführungskünste“ in den alten Texten – wie waren die Riten gestaltet, mit deren Hilfe all die Gottheiten aufgefordert wurden ihre Pflicht zu tun …?

Ein Teil der Zeremonien fand natürlich um die heilige Hochzeit statt, dem „Hieros Gamos“, der Vereinigung des weiblichen mit dem männlichen Prinzip. Im Neolithikum war dies der Gemahl der Grossen Göttin, eine Art Jahreskönig, der dann am Ende seiner Amtszeit geopfert wurde – real oder symbolisch. Anklänge davon findet man in den irischen Sakralkönigen – bei der berühmten Einsetzung der irischen Hochkönige auf Tara wurde zuerst ein Kopulationsritual mit einer weissen Stute, der Verkörperung des Landes,  vollzogen, danach wurde das Ross stellvertretend geopfert, der in einem Kessel sitzende neue Herrscher wurde mit dem Blut des Tieres „getauft“.

Hieros Gamos als staatstragendes Ritual gab es wohl auch in Ägypten in einer Zeremonie des Pharaos mit seiner Gemahlin auf der Nilinsel Elefantine, um die Nilschwemme zu sichern.  In symbolischer Form wurde er beim schon erwähnten Ritual der „Gottesgemahlin des Amun“ vollzogen. Aus Sumer und Babylon sind solche Bräuche ebenfalls bekannt, die Göttinnen Ishtar und Inanna galten für den jeweiligen Stadtkönig als Verkörperung des Landes. Umgekehrt war eine Vereinigung einer  auserwählten Adeligen mit dem Stadtgott Marduk die einleitende Zeremonie zum Neujahrfest in Babylon und auch schon in den sumerischen Vorgänger-Städten.

Modern kennt man derlei Zeremonien aus dem hinduistischen Indien – Lingam und Heilige Yoni – stellvertetend für die Vereinigung von Parvati und Shiva werden zum Schöpferfest (Maha Shivatri) mit Milch übergossen, um die beiden Götter anzuspornen – ausserdem sind die Wände des Tempels, der Austragungstätte der „Heiligen Hochzeit“ ist,  voll von eindeutigen Darstellung erotischer Künste. Interessanterweise ist bei der eher partriarchalischen Gesellschaft Indiens trotz alledem die Milchkuh heilig – eine solche gilt als Ursprung des Kosmos – Mama ist eben überall.

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Kosmischer Sex-Akt: Shiva meets Parvati.
Lingam/Yoni, quelle wiki – gemeinfrei.

Gemäss der magischen Korrespondenzprinzipien, die solchen Handlungen unterliegen, praktizierten auch die einfachen Bürger Fruchtbarkeitsrituale – der Bauer mit der Bäuerin in der ersten Ackerfurche vor der Aussaat, nackte Frauen mit einem Besen als Steckenpferd, die so hoch sprangen wie sie sich die Getreidehalme wünschten, Schwangere, die über die Fluren liefen, nacktes Wälzen auf taufeuchten Wiesen. Natürlich gab es auch den jeweiligen Klimazonen entsprechende Symbolik aus der Tier- und Pflanzenwelt.

Eier sind schon alte Träger von Fruchtbarkeitsvorstellungen, auch vermehrungsfreudige Tiere wie Hasen, oder solche, die ihre Sexualität deutlich zum Ausdruck bringen, wie die lautstarken Katzen lieferten passende Vorlagen.

Das Ei spielt in vielen, auch späteren Schöpfungsmythen ein zentrale Rolle – z.B. bei den Orphikern. Diese Genesis kennt noch eine jungfräuliche Urmutter, Eurynome, die sich aus dem Chaos als Wirbel manifestiert:

Um nicht allein zu bleiben erzeugt sie den Nordssturm, der sich in eine Schlange namens Ophion verwandelt. Sie vereinigen sich und erzeugen das kosmische Ei, von Ophion siebenfach (kosmische Zahl=Anzahl der  klassischen Planeten) umschlungen.  Es zerspringt – heraus tritt Phanes, aus dem alle Planeten und die Sonne entstehen.

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Es tanzt die Göttin im Wirbel des Chaos… Eurynome aus dem orphischen Schöpfungsmythos.
Visitor ©scrano 2016, model:ascent by frozenstocks

Eurynome und Ophion finden ihre Entsprechungen in den Vorstellungen der Gnostiker als Sophia und Demiurgus.

Die abstrakteren Formen des Geschlechtlichen, wie Phallus und Yoni (Freud hätte seine Freud) sind auch schon früh als sexuelle Symbolik belegt, z.B. in der Induskultur von Harappa. Der in unseren Breiten  aufgestellte Maibaum ist ebenfalls so ein Vereinigungssymbol: Baumschaft und Zweigkranz, dazu die meist zweifarbig rot und weissen Bänder, die für Menarche und Sperma stehen. Der Tanz, der diese verflicht, läuft interessanterweise für die Mädchen mit dem Mondlauf – widdershins, ganz dem weiblichen Element Tribut zollend. Die Burschen bewegen sich deosil, nach dem Sonnenlauf.

Eine simple Wasserweihe in der katholischen Kirche hat auch noch solche Wurzeln:  Dreimal taucht der Priester die geweihte Kerze in das Wasserbecken … honi soit qui mal y pense !

Der wirbelnde Schöpfungstanz der Eurynome oder der Reigen um den Maibaum, um „anzubandeln“ –  natürlich, Tänze, die darf man nicht vergessen:

Kein Fruchtbarkeitsritual ohne Musik oder Gesang und Tanz, letzterer war zuerst ein meist gesitteter Rundtanz, um sich dann in mehr und mehr ekstatische Zustände zu entwickeln. Diese Tänze ermöglichten es vor allem der Jugend sich näher zu kommen. Fruchtbarkeitsfeste waren auch ein Heiratsmarkt – nicht nur hierzulande anlässlich Beltane oder des Frühlingsthings, auch von Bubastis ist dies bekannt.

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Bastetfeierlichkeiten waren ausgelassen und boten vor allem den
Frauen grosszügige Freiheiten.

Ägyptische Familien schickten ihre „alten Jungfern“ zu den „Festen der lieblichen Trunkenheit“ um, wenn schon nicht mit einem Mann, dann doch mit einem Kind heimzukehren. Eine kinderlose Frau galt als krank, und für die Familie als schlechtes Vorzeichen. Die abgebildeten Frauen bieten wohl eine antike Variante des Bauchtanzes dar.

Auch die Wurzeln dieses als urorientalisch angesehenen Tanzes stammen aus Fruchtbarkeitsritualen, er ist wohl ein universeller Ausdruck der Schöpferkraft, denn Ähnliches ist auch von nördlich der Alpen aus der Bronzezeit aus bildlichen Darstellungen dokumentiert.

So ist ein gut erhaltenes Mädchengrab aus Dänemark bekannt, das wahrscheinlich die letzte Ruhestätte einer Fruchtbarkeits-Tänzerin darstellte. Sie starb zwar jung, aber eines natürlichen Todes und wurde mit reichen Beigaben beerdigt.

Bemerkenswert: Die goldene Sonnenscheibe mit einem phallus-förmigen Kegel, die als zentrales Schmuck-Element ihres Tanzkostüms, das einem Bauchtanz-Outfit nicht unähnlich war, fungierte. Abbildungen solcher Tänzerinnen zeigen eine akrobatische Darbietung, wobei die Sonnenstrahlen eingefangen und mit dem Kegel zurückreflektiert wurden:
Die lebensspendende Sonne wurde durch den Tanz rituell vom Himmel geholt („drawing down the sun“) und ihre Segnungen auf die Gemeinschaft übertragen. Besonders dem Rock aus Filzschnüren kam in dem Tanz wohl eine besondere Bedeutung zu. Interessanterweise gab es bei den Römern ebenfalls einen Frühlingssbrauch, der mit solchen Schnüren aus Tierhaut oder Wolle verbunden war: Die Lupercalia im Februar, einem Monat der nach diesen Fruchtbarkeits-Riemen benannt war, den sogenannten Februae.

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Bronzezetlicher Fruchtbarkeitstänzerin.

Bronzezeitliche Sonnenpriesterin aus dem dänischen Egdvet: Eigene Interpretation einer gemeinfreien Vorlage von wikimedia.

In Anbetracht der antiken Ansichten über ungesunde Kinderlosigkeit und heute noch existierenden Befürchtungen in Hinsicht auf mangelnde männliche Vitalität– was tun wenn es mal nicht so recht klappen will?

Heute gibt es die „blauen Wunder“, aber was war früher los, mit der Last bei der Lust?

Neben Opferung und Andacht in den jeweiligen Schreinen der zuständigen Gottheiten, bedienten sich unsere Altvorderen durchaus pragmatischer Mittelchen.

Aphrodisiaka und Baby-Booster waren auch damals heiss begehrt. Es fanden vielerlei Möglichkeiten, die Abhilfe schaffen sollten:

  • Pharmazie – Phytotherapie
  • Magisches Ritual (Psychologie)
  • Kombipackung

Das Zauber-Ritual bediente sich häufig der sympathetischen Magie, bei der bildliche Entsprechungen und Ersatzhandlungen eingesetzt wurden: Amulett, Talisman, magische Puppe sind nur ein paar Möglichkeiten. Mit Nadeln und Wachsbildern wurde auch im europäischen Raum gearbeitet, keine Erfindung der Vodun-Religion. Es wurden regelrechte magische Akupunkturen durchgeführt – als Bindezauber in Liebesdingen, aber auch als Heilmittel.

Eine komplexe medizinische Heilzeremonie wurde von Ärzten oder Heiler(innen) durchgeführt, bei der meistens Pflanzenmittel verordnet wurden, aber auch mit Psychologie wurde gearbeitet. Dem Hilfesuchenden wurden etwa Weihehandlungen auferlegt, z.B. Wallfahrten, die waren auch in der Antike, vor allem bei den Kelten sehr verbreitet. Am Ziel gab es oft eine „Wunderquelle“,  in deren Wasser man genesen konnte. Vor allem Frauen mit Kinderwunsch pilgerten zu solchen Orten.

Doch nun zu den Pflänzchen:

Stimmungsmacher waren und sind häufig Gewürzpflanzen. Hier ein paar Beispiele mit ihren astromedizinischen Zuordnugen:

Mondpflanzen wirken auf die weibliche Fruchtbarkeit durch Wirkung auf den Uterus und erleichtern den Geburtsvorgang. Sie sind milchfördernd, wassertreibend und eher anaphrodisisch.

Venuspflanzen regeln die Fruchtbarkeit von Mann und Frau über hormonelle und harmonisierende Wirkung. Da sie häufig wohlschmeckend oder duftend sind, regen sie sie Fähigkeit zu sinnlichem Genuss an. Sie wirken auf die Nierentätigkeit und den Kohlehydrathaushalt.

Marspflanzen steigern die Libido und haben oft eine kräftigende und durchblutungsfördernde Wirkung. Sie wirken immunstimulierend.

Sonnenpflanzen wirken tonisierend und wie Jupiterpflanzen stimmungsaufhellend. Sie wirken auf das Herz-Kreislaufsystem.

Jupiterpflanzen: lebertonisierende Gewächse, Genussdrogen (Wein)

Saturnpflanzen sind wie Mondpflanzen eher anaphrodisisch. Sie sind häufig giftig und wurden als Abortiva verwendet.

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Liebeszauber – oder männliche Wunschvorstellung?
Liebestränke waren zu allen Zeiten der Renner unter den Zaubermitteln.
Love Potion ©scrano 2015, gilrl by twins72 stocks magical brush: obsidiandawn

Du siehst, mit diesem Trank im Leibe,
Bald Helenen in jedem Weibe.

Goethe, Faust:Der Tragödie erster Teil, in der Hexenküche.

ABC der kleinen Helferlein …

  • Basilikum (Jupiter, Merkur, Mond, Saturn)
  • Chili (Mars, Venus, Mond, Saturn)
  • Gingko (Mond,/Saturn Sonne/Uranus)
  • Ginseng (Sonne, Saturn/Uranus)
  • Ingwer (Mars, Venus, Sonne, Saturn/Uranus)
  • Kakao (Mars, Venus, Mond, Saturn)
  • Koriander (Venus, Mars, Merkur/Jupiter)
  • Mandel (Mond, Saturn, Venus, Pluto)
  • Muskatnuss (Jupiter/Neptun, Merkur (auch Macis))
  • Muskatellersalbei (Mond, Merkur, Neptun/Jupiter, Saturn)
  • Myrrhe (Mond, Saturn),
  • Oppoponax (Venus,Pluto)
  • Petersilie (Merkur, Jupiter, Mond, Saturn)
  • Safran (Venus/Pluto, Merkur/Jupiter), äusserlich ähnlich der sehr giftigen Herbstzeitlose (Venus/Pluto, Mond/Saturn) und ebenfalls -> Hekate geweiht)
  • Thymian (Merkur, Neptun/Jupiter)
  • Vanille (Merkur/Neptun, Venus/Mars) – ein pheromonähnlicher Lockstoff
  • Zimt (Sonne,/Uranus, Venus/Mars)
  • Kapuzinerkresse (Venus/Mars)
  • Wachholder (Mond/Saturn, Venus/Mars)
  • Hafer (Merkur/Jupiter)
  • Kalmus (Mond/Saturn)
  • Estragon (Mond/Saturn, Merkur/Jupiter)
  • Damiana (Venus/Mars, Jupiter/Merkur)
  • Hanf (Neptun/Jupiter – Merkur)

Aber manches heimisches “Unkraut” erfüllt den Dienst auch:

  • Brennessel (Venus/Mars(Pluto), belebende Wirkung
  • Schafgarbe (Panacea – dominant Venus/Mond zu Saturn/Mars) – Duft, Blattform

Oder Obst/Gemüse:

  • Erdbeeren (Venus/Mars, Merkur/Jupiter(Neptun)) – Duft, Farbe

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    ©kmygraphic

  • Granatäpfel (Venus/Pluto) – viele Samen, Form und Farbe
  • Holderbeeren und Blüten (Venus/Pluto, Mond/Saturn)
  • Kürbis(kerne), Venus/Pluto, Jupiter/Merkur, Form, Samen, Üppigkeit
  • Spargel (Mond, Saturn, Merkur, Jupiter) – hier machts wohl eher die Form …
  • Sellerie (Jupiter/Merkur, Mond/Saturn)

Tierische Lebensmittel:

  • Austern (Mond/Saturn) – Konsistenz und Aussehen, Meeresbewohner
  • Garnelen (Mond/Saturn) – Aussehen, Meeresbewohner
  • Oktopus (Mond/Saturn) – Aussehen, Meeresbewohner
  • Meeresfrüchte enthalten viel Eiweiss und Zn, das für die Fruchtbarkeit wichtig ist.

Pilze:

  • Trüffel (Neptun/Merkur, Venus/Pluto) – Lockstoffe

Düfte:

  • Patchouli (Venus/Pluto)
  • Rose (Venus/Mars)
  • Sandelholz (Venus/Mars)
  • Jasmin (Neptun/Merkur, Mond/Saturn)

Wirksame Aphrodisiaka zeichnet eine Dominanz des Mars/Venus Pols aus, wobei die beiden Prinzipien etwa gleich stark vertreten sind.

Zum Thema Tantra und generell ritualisiertem Sex für magische und religiöse Praktiken, ohne Bezug zu Fruchtbarkeit und Fortpflanzung gibt es noch einen weiteren Artikel.

 

Posted by on Dezember 8th, 2016 Kommentare deaktiviert

Jamilla sagt: Jetzetle aber ran ans Nudelholz!

Heit isch Kehrwoch!

Nach der ganzen Backerei: Ein Wellness-Bad und chillen.

An alle Dosenöffner: Die Pause ist vorbei!
Aber es müssen immer noch Plätzchen gebacken werden:

Und natürlich:

Alle Rezepte werden noch nicht verraten … vielleicht noch was Schnelles für Sylvester?
Nach dem Putz-und Fegetag ist auch das Archiv wieder sauber und neue Posts sind in der Warteschlange!
Das Notrufsäule wird wieder eingemottet.

Mit tätzlichen Grüssen,

Eure  “abgschaffte” Birma Queen

tin-cat

Abhängen hab ich mir aber anders vorgestellt!

 Wackel-Mieze:sevenoaksart.co.uk
old_lady_by_scrano-dalj5vx

Jetzt wird gechillt!
Old Lady ©scrano 2016

 

Posted by on Dezember 2nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Hexenküche: Plätzchen …Plätzchen … noch mehr Plätzchen!

let_it_snow_by_scrano-d9k7djg

Weihnachtszauber … süss und glitzernd.
Christmas candy ©scrano 2014

Hildegard-Plätzchen, festlichere Version, helle und dunkle.

Zutaten:christmas-train
  • 750 g Dinkelfeinmehl 630
  • 500g Dinkel-Vollkornmehl
  • 500 g Butter
  • 300 g Rohrzucker, fein
  • 35 g Muskatnusspulver
  • 35 g Zimt
  • 10 g Nelkenpulver
  • 300 g fein gemahlene Mandeln
  • einige TL Ahornsirup
  • 3 Eigelb (M), bei sehr saugfähigem Mehl 1-2 mehr und einen Schuss lauwarmes Wasser
  • 1 Prise Meersalz
  • 4 EL Trinkschokoladepulver
  • 1 Pckg Vanille-Zucker
  • Feinst-Zucker zum Wenden
  1. Die Hälfte der  Zutaten zu einem Mürbeteig verarbeiten.
  2. Der 2. Hälfte Zutaten Trinkschokolade zufügen, ebenfalls zu Mürbteig verarbeiten.
  3. Beide Teigklumpen im Kühschrank eine Stunde ruhen lassen.
  4. Auf dem bemehlten Backbrett auswellen, Plätzchen ausstechen. Bei Heissluft 160° 10-12 min backen.
  5. Sie sollten nur leicht bräunen. Heisse Plätzchen sofort in einer Mischung aus Vanille-Zucker und Feinst-Zucker wälzen.
  6. In einer kühl aufbewahrten Blechdose sind diese Plätzchen ca. sechs Wochen haltbar.

Hildegard-Kekse sind zwar lecker, aber kein Naschwerk für Kinder! Eine wirkstoffhaltigere Variante als stimmungsaufhellender “Glücks-Keks” ebenfalls nur für Erwachsene gibt es hier. Generell gilt bei ALLEN stark gewürzhaltigen Plätzchen: Nicht für kleinere Kinder! Nicht nur Muskatnuss, auch Zimt, Nelken und Co. können durchaus problematische Reaktionen auslösen.

Zweierlei Kokosmakronen:hang-in-there-xmas

Zutaten:
  • 400 g Marzipan – Rohmasse
  • 500 g Feinst-Zucker
  • 2 Eigelb (M)
  • 10 Eiweiß
  • 4 EL Zitronensaft
  • je 1 Pkg Orangeat und Zitronat
  • 600 g Kokosraspel (3 Pckg), möglichst nicht zu grob.
  1. Den Backofen auf 160 Grad Celsius Heissluft vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Marzipanrohmasse, Puderzucker und das eine Eigelb mit dem Knethaken des Handrührgerätes verkneten. Alle Eiweiß mit dem Feinst-Zucker steif schlagen. Die Hälfte davon mit zerkleinerter Marzipanrohmasse, 2 El Zitronensaft und 1 Pckg. Kokosraspel unterheben. Den Teig mit zwei Teelöffeln etwa walnussgroß auf das Blech setzen.Die Makronen gehen noch etwas auseinander.
  2. Für Version zwei: Den restlichen Eischnee mit Eigelb, Kokosraspeln, Orangeat und Zitronat vermengen. Ebenfalls Makrönchen formen und auf Backpapier setzen.
  3. Beide  Makronen-Varianten  im Backofen (Mitte, Umluft 150 Grad Celsius) 20 Minuten backen.
  4. Geht ohne Oblaten, nur Vorsicht beim Ablösen. Noch etwas nachtrocknen lassen, daher einige Zeit umgekehrt lagern.

 

Vanille-Kipferl:

cat-dog

Zutaten:
  • 200 g gemahlene Mandeln
  • 600g Dinkelfeinmehl 630
  • 400g Butter
  • 160g Roh-Rohrzucker, hell& fein
  • 1 Eigelb
  • 1 Pkg Vanille-Zucker (echter !)
  • Feinstzucker und 2 Pckg Vanillezucker zum Wenden
  1. Alles zu einem Mürbeteig verarbeiten. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  2. Dann nochmal kurz kneten und eine dickere Teigrolle auf dem bemehlten Backbrett formen.
  3. Stücke davon abreissen, zu “Teigwürstchen” rollen, dann wie bei “Bubespitzle” formen und zu Hörnchen biegen.
  4. Auf Backpapier setzen. Bei Heissluft 160° 15 min backen. Die Spitzen sollen leicht golden bräunen.
  5. Heisse Kipferl schnell in der Zuckermischung wenden.

 

Hafer-Terrassen:

Zutaten:wreath-teddybear
  • 200 g gemahlene Mandeln
  • 400g Dinkelfeinmehl 630
  • 200g Feinblatt-Haferflocken (blütenzart)
  • 400g Butter
  • 160g Roh-Rohrzucker, fein
  • 1-2  Eigelb
  • 1 Pkg Vanille-Zucker (echter !)
  • ca 150g Johannisbeer-  oder Preiselbeer-Marmelade
  • 1-2 EL weisser Rum
  • 3-er (Terrassen) Ausstechförmchen, eckig oder rund.
  1. Alles zu einem Mürbeteig verarbeiten. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  1. Dann nochmal kurz kneten und eine dickere Teigrolle auf dem bemehlten Backbrett formen.
  2. Grössere Klumpen abreissen, mit dem Nudelholz zur Teigplatte ausrollen. Taler in den unterschiedlichen Grössen ausstechen. Bei der kleinsten Form noch ein Loch mit einem Fingerhut erzeugen. Die passende Anzahl der unterschiedlich grossen Plätzchen beachten!  Auf Backpapier setzen. Bei Heissluft ca 160° 10 min backen.
  3. Marmelade mit Rum gut verrühren -> darf nicht zu dünnflüssig werden.
  4. Ausgekühlte Plätzchen mit der Marmeladenfüllung bestreichen und zusammensetzen. Das geht am Besten ein paar Tage nach dem Backen, dann sind die Plätzchen nicht mehr so spröde.
  5. Erst vor dem Verzehr mit Puderzucker bestäuben.

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Mandelkekse mit Orangenaroma und Safran

Zutaten:

  • 500 g Dinkelfeinmehl 630
  • 1 Pkg Safran-Backpulver
  • Safranfäden
  • 100 g gehackte Mandeln
  • 1 unbehandelte Bio-Orange Schale und Saft
  • 200 g Butter
  • 175 g Rohr-Zucker, ungebleicht
  • 2 Eier, Grösse M
  • 100g Mandelblättchen
  1. Orange mit Zestenreisser sehr dünn schälen, nicht das Weisse der Schale mitnehmen! Saft in ein Glas auspressen.
  2. Weiche Butter, Zucker, Zitronensaft, Safran und Ei schaumig aufschlagen.
  3. Zesten sehr fein wiegen. Mehl mit Backpulver, Mandeln und Orangenschale vermengen, zur Ei-Buttermasse geben.
  4. Mit dem Handrührgerät zu einem glatten Teig verarbeiten.
  5. Auf dem bemehlten Backbrett eine Rolle formen, von dieser dünne Scheiben abschneiden. Auf Backpapier setzen, mit Mandelblättchen bestreuen, ein wenig festdrücken.
  6. Bei 175 °C Heissluft 12-15 min backen. Die Mandelblättchen werden dabei golden

Bei allen Plätzchen-Rezepten auf gute, möglichst BIO Zutaten achten. Sonst lohnt der Aufwand nicht.

 

 Viel Spass beim Backen und Naschen!

 

Posted by on November 27th, 2016 Kommentare deaktiviert