Posts Tagged ‘Alchemie’

 

Das Erdelement: Stabilität, Fruchtbarkeit, Realitätssinn

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Fruchtbar grünes Erdelement: Kessel oder Füllhorn der Mutter Erde.
Cornucopia ©scrano 2013

Korrespondenzen des Erd-Elementes:

Zodiak:

  • Jungfrau: mutabel – Merkur in seinem Nachthaus, Vesta
  • Steinbock: kardinal – Saturn in seinem Nachthaus
  • Stier: fix – Venus Pandemos

Tarot: Pentakel, Münzen

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Grün, rostrot, ocker, braun, grau, schwarz

Alchemie:

  • EarthNach unten zeigendes Dreieck mit Querbalken

Elemental:

Tage:

  • Samstag – Saturn

Pflanzen:

  • Getreide (Merkur), Wurzelgemüse (Venus), Immergrüne (Saturn), Nadelbäume (Saturn)

Signatur:

Wenig Blüten, unscheinbare Blüten, ledrige Blätter, knorrig, kriechend- oft mit Rhizom, starke Wurzelbildung, mineralstoffhaltig, kieselsäurehaltig, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stärkebildung, wenig Zucker oder Saft. Erdiger Duft. Pflanzen der arktischen Regionen. Kältevertäglich.

Öle:

  • Patchouli (Venus, Pluto)
  • Vetiver, (Venus, Pluto)
  • Kalmus, (Saturn, Sonne, Mond)
  • Tonka, (Venus, Mars)
  • Myrrhe (Saturn, Mond)
  • Iriswurzel, (Saturn, Mond)
  • Zypresse, (Saturn, Sonne)
  • Sandelholz (Venus, Mars)
  • Eichenmoos,
  • Karotte

Tiere:

  • Auf vier Beinen laufende Tiere, vor allem Weidetiere, Reptilien, Höhlen- oder Baubewohner wie Murmeltiere, Dachse. Tiere der Felsenregionen.

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Der Erde,  zu der die Yin Variante “Ruhe und Empfängnis” passt ist in jedem Elementesystem die Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren, aber auch des Menschen zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie von Saturn und Venus regiert, dem Winter- und Frühlingsapekt der bäuerlichen Kulte. Den Erdzeichen haftet vor allem die Neigung zur realen, physischen Manifestation der Dinge an an, sogar der Merkur-beherrschten Jungfrau. Diese repräsentierte aber in antiken Vorstellungen  Asträa, die Sternenjungfrau. Deren Symbol war die Kornähre. Als Zeichen der Aussaat und Ernte (heliakischer Aufgang bzw. Untergang zu diesen Jahreszeiten) war Virgo/Asträa auch mit den Mysterien der erdhaften Muttergöttin Demeter verbunden. Allen drei Erdzeichen ist eine wert-konservative Einstellung zueigen. Das Erdzeichentrigon repräsentiert: Wachstum der Vegetation (Stier) Ernte (Jungfrau) Winterruhe (Steinbock).

Zustandsformen der Elemente im Erd-Trigon:

  • Steinbock: kardinal, aufstrebende Berggipfel, Felsen
  • Stier: fix, weite Ebenen, Ackerland
  • Jungfrau: mutabel, vom Wind bewegtes Grasland, Getreidefelder.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos interessiert. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Posted by on Januar 12th, 2017 Kommentare deaktiviert

Solar Fire: Räucher-Ritual zur Wintersonnenwende

Sonnenfeuer - Winterglanz

Sonnenfeuer – Corona
©scrano 2015

Prolog im Himmel, Goethe: Faust I

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Flammenfraktal im Wortsinn, das die Sonne mit der brüllenden Kraft ihrer Magnetosphäre darstellt. Ohne Sonne kein Leben, daher sehnen wir uns nach der langen winterlichen Dunkelheit instinktiv nach ihr.

Ein bisschen Sonne ins Haus holt uns jetzt eine Räucherung beim warmen Licht echter Bienenwachskerzen. Die Biene vereint lunare*** und solare Elemente in echter Harmonie. Sie schenkt uns das Wachs mit seiner Heilwirkung und dem Licht, das es uns als Material für Kerzen spendet.  Das regelmässige Sechseck der Wabe: Ein Sonnensymbol, wie das Zentrum des Hexagramms, dem sechs-Stern, der das klassische Sonnensystem der Alchemie darstellt. Und erst der Inhalt: Der Honig in seiner goldenen Pracht wirkt schon wie eingefangener, flüssiger  Sonnenschein, darin gleicht er dem Bernstein, ebenfalls ein solares Naturprodukt, das vom Harz schon längst fossilierter Nadelwälder stammt. In diesem ebenfalls goldenen klebrigen Saft steckt die Essenz der Bäume, die einen sehr effektiven, lebendigen Speicher der Sonnenenergie darstellen.

  • Daher gehört der Bernstein zu einer solaren Räuchermischung hinzu, ebenso der Weihrauch, auch ein Harz.
  • Dazu kommen Rosmarin und Zeder, Zitrusschalen, Calendulablüten, Gewürznelken, Zimt und Calmuswurzel, welche als belebend und erwärmend gelten. Auch der Ingwer zählt zu den solaren Mitteln, aber eher als Süssigkeit oder im Tee. Der Rauch ist unangenehm scharf, da zeigt sich Mars. Daher eignet sich Ingwer, wie auch das ebenfalls solar-marsische Johanniskraut eher für Rituale im Freien, bei denen der Winter ausgetrieben werden soll.
  • Pflanzen mit einer Sonnen- Signatur besitzen häufig fette Öle, z.B. Sonnenblume oder  Lorbeer, der Sonnenpflanze der alten Griechen: Wahrzeichen des Apollon. Lorbeerblätter kann man auch verräuchern, zusammen mit Weihrauch, Fichtenharz  und Wacholderbeeren, die marsisch-abwehrend wirken. Eine Vielzahl an solaren Gewächsen sind auch Herzmittel, wobei sie verstärkt tonisierend wirken: Korrespondenz zum Zeichen des Löwen und den Eigenschaften des 5. Hauses.

Die Sonne steht in unser aller Zentrum, ihre Symbolik sollte daher verbinden und nicht trennen: Mit einem solaren Räucher-Ritual kann man alle Aspekte des Mittwinterfestes, der Zeit der Wintersonnenwende recht gut vereinen. Die alte naturreligiöse Tradition nördlich der Alpen und die römisch-christliche Feier des Jesus-Kindes als Licht der Welt, Sol Invictus. Religion heisst nicht umsonst Rückverbindung. Allerdings sollte hier den positiv spirituellen Elementen von Licht und Wärme gehuldigt werden, und nicht den verknöcherten Dogmen. Die braucht keiner. Die lässt man am Besten von den Perchten der ebenfalls am Sonnwendstag, dem 21. Dezember , beginnenden Raunächte verscheuchen.

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**Lunares Element des Bienenvolkes ist ihre Gesellschaftsform als matriarchales Kollektiv, daher ist auch der saturnische (Struktur, Gegenpol des Mondes) und der neptunische (Aufgabe der Individualität, Gegenpol des Merkur- fliegende Geschöpfe) Archetyp vertreten. Wie bei den Borg, die allerdings mit ihrem kriegerischen Expansionsdrang eher den Ameisen gleichen, bei denen das Mars-Element ebenfalls mehr in den Vordergrund tritt. Die Biene hat zwar einen marsischen Stachel, stirbt aber wenn sie ihn einsetzt, ein allerletztes Mittel also. Bienen besitzen marsische und  venerische Züge, da sie Blüten befruchten.  Pollen=Mars, Frucht=Venus.
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Bernsteingold: Fraktales Weihnachtsbäumchen -
Fichtenharz ist ein beliebtes Räuchermittel – Sonne/Uranus, Mars/Venus.

 

Posted by on Dezember 20th, 2016 2 Comments

Das Wasserelement – Yin, Westen, Emotion

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Das Wasser-Element: Beherrschende Kraft unseres Planeten.
Ocean Born ©scrano 2013

Korrespondenzen des Wasserelements:

Zeichen:

  • Fische: mutabelNeptun, Jupiter in seinem Nachthaus
  • Krebs: kardinalMond/Luna
  • Skorpion: fixPluto, Mars im Nachthaus

Tarot: Kelche

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Blau, violettblau, grausilbern, seegrün

Alchemie:

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Elemental:

  • Undinen,
  • Westen,
  • Gabriel
  • Zephyros

Tage:

  • Montag – Luna

Pflanzen:

  •  Gardenie, Lilie, Jasmin, Mohn, Kakteen und Sukkulenten (mit, Mars, Saturn), Kürbisgewächse, Algen

Signatur:

Nachtblüher, fleischig, wasserliebend, Sumpf-Gewächse, weisse oder zartblaue Blüten, beruhigend, schwerer Duft, kühlend, schmerzlindernd, Frauenkräuter (mit Venus), Milchsaft.

Öle:

  • Kampher,
  • Jasmin,
  • Anis.
  • weisses Sandelholz
  • Myrte

Tiere:

  • alle Wasserlebewesen, Mollusken (Schnecke), Amphibien, nachtaktive Tiere.

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Dem Wasser, zu dem die Yin Variante “Passive Bewegung” passt ist in jedem Elementesystem die weibliche Urkraft zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie vom Mond regiert, wie die realen Wasservorräte der Erde auch. Allen Wasserzeichen haftet diese Mondhaftigkeit an, sogar dem Skorpion, dem in der klassischen Astrologie der Mars in seinem Nachthaus zugeordnet war. Allerdings muss man wissen, dass Ares/Mars quasi eine weibliche Seite hat, er ist fleischgewordener Zorn einer verschmähten Frau. Von Hera, des Göttervaters Gattin. wurde er ohne männliches Zutun in die Welt gesetzt, gänzlich aus ihr selbst heraus.  Wie Athena Pathenos von Zeus, der brauchte aber noch eine Göttin dafür: Die personifizierte Weisheit, Metis. Erst dann gab es die berühmte Kopfgeburt, welche seine Gattin so erboste. Hera ist aber die Verkörperung der Saturn/Mond Achse des Zodiak, daher hat ihr Sprössling auch mondhaft-kindliche Züge: Ein ewig dreijähriges Riesenbaby, das schmollt und trotzt. Die Emotion ist die Kraft und die Krux der Wasserzeichen, ihr Element fliesst aus der Seelenschale des Mond-Symbols.

Element-Zustände des Wasser-Trigons:

  • Krebs: Fliessendes Wasser, hervorsprudelnd, Quelle
  • Skorpion: Stehendes Gewässer, Eis
  • Fische: Fein verteiltes Wasser ohne Grenze: Nebel, Wolke mit Luft, Dampf mit Feuer, Sumpf mit Erde. Der alles umfassende Weltozean.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos ausgerichtet. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Zu den verschiedenen Persönlichkeitsmodellen: HIER eine schnelle Übersicht – allerdings in englischer Sprache.

 

Posted by on November 19th, 2016 Kommentare deaktiviert

Plutos Prüfungen: To Hell and Back …

Pluto: Fleurs du Mal ?

Pluto: Fleurs du Mal ? Nicht so ganz!
Hades Flowers, ©scrano 2014

Pluto, die höhere Oktave des Mars: Der Schatten der Unterwelt.

Die Ursache von Samsara.

“Everything must GO”, Senator Kreutzer in “Wild Palms”.

Der äußerste Planet bewacht die Finsternis als Herrscher im Reich der Schatten.

Götter: Der Jahreskönig, Hades, Pluto, Shiva, Luzifer (Asmodeus+Mephisto), Serapis, Seth, Anubis, Osiris (mit Saturn), Orpheus, Dionysos, Cernunnos, Annwyn, Baron Samdi (mit Saturn)

Tartaros, der dunkelste Ort des Hades (die am stärksten angstbesetzte, unheimlichste Form des 8.Hauses und des Skorpionprinzips): Bestrafung der Hybris (Sonne, Löwe, 5. Haus), des Besitzstrebens (2.Haus, Venus, Stier) und des Auflehnens gegen die natürliche Rechts-Ordnung (11. Haus, Wassermann): Ixion, Sisiphus und Tantalos vergingen sich gegen die natürliche Ordnung und begingen damit die Sünde der Hybris.

Aus dem schwarzen Mond geboren: Hera, in ihrer Rolle als weiblicher Saturn (Gegenpol zum eigentlich mütterlichen Krebs-Mond) → bringt den Ares, den griechischen Mars, hervor, weiblicher Zorn als verselbstständigter Archetyp. Steht der feurige Mars in der Repression, im vom Wasserelement beherrschten Nachthaus des Skorpion, drückt er sich in Yin-hafter Weise aus: Aus dieser brodelnden, dampfenden Vereinigung der elementaren Gegensätze resultiert das Pluto-Prinzip.

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New Horizons: Pluto-Vorbeiflug 2015
quelle:wikipedia

Mythologisch stellt Pluto den dunkelsten Teilaspekt des Zeus/Jupiter dar, Zeus Chtonios, der unterirdische oder andere Vater, Dis Pater, wie ihn die Römer nannten. In dieser Funktion ist er auch Vater des schamanischen Ekstase-Gottes Dionysos. Poseidon/Neptun ist ein weiterer solcher Anteil Jupiters. Hier hat man wohl all die furchteinflössenden weiblichen chtonischen All-Mutter Göttinnen der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit hineingepackt, um der männlich interpretierten Ratio als Kopfgeburt (Athena) des eisenzeitlichen patriarchalen Zeus zum Sieg zu verhelfen.Die parthogenetische Geburt des Ares ist auch ein Hinweis auf solche Verdrängungsprozesse. Insofern stehen Pluto und Mars sowohl psychologisch alsauch mythologisch in einer Beziehungskette.

Göttinnen: Die dunkle Mutter, religiöses Matriarchat mit Jahreskönig, Necesssitas oder Ananke, Coatlicue, Caillleach, Kali, Nyx, Persephone, Nephtys, Ereschkigal, Hel, Nemesis, Medea, Lilith. Frau Holle, Maman Brigitte, die Ghede des Voodoo.

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Plutonischer Archetyp:
Magie, Rache, Obsession und Mord:
Kolchische Priesterin Medea.
quelle:wikipedia

Dreigestaltige weibliche Gottheiten wie Morrigan: Mabd, Macha, Nemain oder Hekate trivia und ursprünglich auch Demeter, Kore, Persephone. Die drei Parzen, Moiren und Nornen, alles Schicksalsgöttinnen, denen auch die restlichen Götter unterworfen sind. Die gefürchteten Eumeniden oder Erinnyen, bei den Römern Furien genannt. Im hohen Norden waren wohl Freyja, Frigg und Hel ebenfalls ein solches Dreiergespann.

Psychologisch: Das Verborgene, die Sippe, das Kollektiv, das Verdrängte (abgespaltene Lebensbereiche, Persönlichkeitsanteile), die verdeckte Machtausübung, Gene, Karma, Vorfahren, Unerbittlichkeit der Natur, Zweifel an der Sinnhaftigkeit der individuellen Existenz, Überlebens-Trieb, Passion, Fanatismus, Eifersucht, faustischer Pakt, Fluch, Verschreibung, Macht und Ohnmacht, Amour Fou, Begehren, Obsession, Bondage, Kontrolle, Zwang, Sex-Trieb, S&M, OCD, Unterwerfung, Dominanz, Sklaverei, Schuld und Sühne, tiefe Depression(mit Saturn), Luzifers Sturz (mit Uranus), Scham, Nekrophilie, Seelenangst( mit Neptun),Verlust, Scharfrichter, Strafe, Nemesis (mit Saturn), Hass, Vergeltung, kalte Wut, Repression, Unfähigkeit zur Vergebung: Der Schritt von Passion → zu Compassion.

Kulturen:

  • Sparta: Ares/Pluto
  • im Vergleich dazu das republikanische Rom: Mars/Saturn
  • Ägypten: Osiris/Sethos, Serapis
  • Moderne Diktaturen mit sozialdarwinistischen Zügen und ethnischen Säuberungen: Hitler, Stalin, Bosnien.
  • Moderne Monstren, born to kill: Serienmörder, Stalker, Vergewaltiger, Psychopathen ?

aber: Ex Tenebris Lux!

Einen Hinweis zum wahren Wesen Plutos finden wir in der griechischen Mythologie:

Beim Übersetzen über den Styx müssen an Charon 2! KUPFER-(Venusmetall) Münzen bezahlt werden: Ablegen der Bindungen aus Haus 2/Stier/Erde/Materie. In der Magie müssen vor dem Ritual alle METALL-Gegestände (Reichtum, Materie) abgelegt werden.

Aus dem Loslassen und der Erfahren der “Letzten Wahrheit” wird erst die Evolution zum spirituellen Wesen möglich: Auferstehung, Gnosis, die Schlüssel zum Königreich des Himmels, Pluto ist auch der Herr des Reichtums (materiell+Wissen). Er trägt auch symbolisch Schlüssel, genauso wie Hekate, eigentlich die mythologisch ältere Vertreterin des plutonischen Archetyps.

Kulte: Archaische Dionysosmysterien ausschliesslich für Frauen mit mänadischer Raserei, in transzendierter Form: Orphische Mysterien mit Zagreus/Dionysos/Orpheus als Erlöser und geopferter Gott (mit Neptun-Aspekt), Demetermysterien von Eleusis.

Weitergabe des Lebens an die nächste Generation: Erneuerung durch Transformation, Evolution nur durch Aufgabe des Alten.

Auch bei den Ägyptern im Osiris-Mythos, den Initiationen der Isis-Mysterien und im Schamanentum der zentralasiatischen Völker gibt es ähnliches. Moderne Initiationsbünde: 3. Grad der Freimaurer-Initiation behandelt die eigene Endlichkeit: Macbenach – er lebt im Sohn. Bei Mysterienkulten wird in den Initiationen generell das symbolische Erleben des eigenen Todes in den Mittelpunkt gestellt. Im Schamanentum wird diese Schwellenerfahrung durch die sogenannte Berufungskrise erlebt, wobei sie hier im Extremfall weniger abstrakt, sondern vielmehr direkt und physisch als Nahtoderlebnis durchlitten wird.

Also gibt es auch Positives über Pluto zu berichten:

Intensität, Wahrheit, Suche nach den “Dingen hinter den Dingen”, Tiefe, Tiefenpsychologie, Mythen, Archetypen (mit Uranus), Loyalität, Prinzipien, Standhaftigkeit, Entbindung vom Körperlichen, Selbstüberwindung,, Loslassen, Verlustbewältigung, Martial Arts, Zen-Übungen und Meditation (mit Neptun), Schamanische Reisen (mit Merkur oder Jupiter), Selbstbeherrschung, tiefe Einsichten.

  • Bei Naturvölkern und in der Magie: Entsühnung von alten Seelenverträgen.
  • Im Buddhismus stellt der ACHT-fache Pfad → Anleitungen zum Lösen vom Begehren (dem oralen Prinzip des Venus-Gegenpols im 2. Haus) dar.

Im alten Schwellenplaneten Saturn trifft man schliesslich auf die Vereinigung von irdischen und tranzendenten Aspekten: 2+8 : Zehn(tes Haus, Steinbock), pythagoräische Perfektion, Bereitschaft Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Hierzu ist die transformatorische Kraft des Pluto notwendig, um über sich hinausgehen zu können. Nachdem die materialistischen Bestrebungen des 2. Hauses im 8. als Irrweg erkannt sind, kann man sich über die Sinnfindung des 9. Hauses dem irdischen Lebensziel (10.Haus) nähern.

Orte und Geltungsbereich des Pluto-Prinzips: Höhlen, Grüfte, Friedhöfe, Ölfelder, Minen, Vulkane, Sümpfe, Abfall, Kompost, Erdöl (Neptun), Unterwelt, Geister, Untote, Pathologen, Bestatter,, Archäologen, Kryptologen, Atomphysik, Logen, Geheimdienste, Geheimbünde, Mafia, Auftragskiller, Sniper, Magische Zirkel, Hexen-Coven, okkulte Orden, militärische Orden.

Herrscher über 8. Haus, Skorpion und Co-regent von Widder  (Mars in seinem wässrigen Yin-Nachthaus)

Im Exil: Stier, 2. Haus, Waage 7. Haus

Erhöhung, Fall: Wie Mars, in Steinbock und Krebs

Tag: Dienstag (mit Mars)

Zeit: Frühling+Herbst, Samhain+Beltane: Abnehmender und Dunkler Mond (nicht Neumond)

Farben: magenta, rot, schwarz

Zahlen: acht, null, die Mond- und Venuszahl dreizehn, neun und drei (dunkler Jupiter, Dis Pater). Neun ist auch die Zahl Odins, der auch einen Hades-Aspekt trägt (Totenheer).

Qualität: fix, Wasser, Yin, Gegenpol zur 2 in der 2/8 Achse: Resourcen, Materie, Bindung, Körper: Macht die Endlichkeit spürbar, regiert über Regeneration und Sexualität als treibende Kraft für den ewigen Kreislauf des Lebens.

Chakra:  Pluto symbolisiert eher Kundalini, als ein Chakra.

Alchemie: Nigredo, der Wolf, Putrefactio, Prima Materia, Caput Mortuum → siebenmal wirst Du die Asche sein … die acht bringt die Transformation.

Kristalle: Magnetit, Hämatit, Granat, Obsidian.

Richtung: Norden, Azrael

Metall: Eisen, Wolfram, radioktive Elemente

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Ich mach heute mal auf Pluto.

Tiere: Skarabäus, Skorpion, Schlange, Spinnen, Nacht-Tiere: Eulen, Wolf, schwarze Tiere (besonders Hunde). Aasfresser: Geier, Schakal. Fledertiere. Insekten die die Stadien Larve-Puppe-Imago durchlaufen: Paradebeispiel Schmetterling.

Mythologische Kreaturen: Cerberos (3 Köpfe) Phoenix, Werwolf, Vampir, Hydra: NEUN Köpfe, Fenris-Wolf. Ourobouros. Midgard-Schlange, Nydhogg, Medusa. Die Schlange am Weltenbaum.

Pflanzen: Lebensfeindliche, giftige: Eisenhut, Nachtschatten (mit Saturn, Mars), Kasteiung und Regeneration: Brennessel (Mars/Pluto+Venus), Rauschmittel mit gefährlichem Grenzerfahrungs-Effekt (Alkaloide, mit Saturn), fleischfressende Pflanzen (mit Mars), Aasblumen (mit Saturn), Aristolochia-Arten, Aaronsstab-Gewächse. Die Minzen sind durch den Mythos der Nymphe Minthe mit Pluto verbunden. Die Korrespondenzen des Pluto stimmen im wesentlichen mit denen der Hekate überein, diese hat aber eine zusätzliche Funktion als Hebamme des Lebens, daher werden ihr auch die Frauenkräuter zugeordnet.

Signatur: Im Sumpf oder vulkanischen Einöden wachsend, düstere Ausstrahlung, Herbstblüher, blutroter Saft (Mars), modernd, gärend, als Fermentationsmittel verwendbar, Dunkelkeimer, treibt nach Gärung des Samenmantels.

Baum: Pappel, Erle, Thuja, Wermut (mit Mond), Granatapfel (mit seinem Gegenpol Venus).

Duft: Oppoponax, Myrrhe

Organe: Keimbahn, Geschlechtsorgane, Ausscheidung, Enddarm, Schliessmuskel, Regenerationsfähigkeit, der Nacken, die Faust (mit Mars)

Anfälligkeiten: Venerische Krankheiten (8. Haus) , Gendefekte, Reproduktionsprobleme, Hämhorroiden.

Korrespondenzen:

Tarot: Der Teufel, Der Tod, Achten, Judgement (Die Erneuerung). todBeim Tod ist im Waite-Tarot vor allem die Symbolik der weissen Rose als umgekehrtes Venus-Pentagramm auffällig. Auch der plutonische Schmetterling taucht auf: In den Schwerterkarten symbolisiert er die Wandlung der Seele (Königin, König).

Rituale: Schutz, Transformation, Erneuerung, Bannung, Vergeltung, Macht, Wissen, Nekromantie, Tantra der linken Hand, Sexual-Magie → Orgasmus als Le Petit Mort.

Conjunctio in der Alchemie als Überwindung von 2/8. Hieros Gamos: Erzeugung von Materie: Saturn 8+2 !

Entdeckung: Percival Lowell und 1930 Clyde Tombaugh (Namen!) am Rande der Oort´schen Wolke → Quelle des Lebens (Kometen)!

Glyphe: Ähre aus dem Demeter-Mythos, PL für Percival Lowell, Gral, dunkler Mond, Eclipse von Sonne, Mond und Pluto.

plutosymbol KopieMundan seit den 1930iger Jahren (seiner Entdeckung).

  • im Zwilling: Imperialismus, Mercantilismus, Massenkommunikation -> Telefon, Radio, Massenmedium Zeitung (Hearst -> Citizen Kane)
  • im Krebs: Heimat, Familie, Vorfahren, Vaterland, Blut & Boden -> Faschismus, Entdeckung der DNA, Atombombe -> Übergang zum Löwen
  • im Löwen: Individualismus, Status-Symbole, Selbstverwirklichung, Superhelden, Raumflug, Kalter Krieg (Ego-Posieren der Supermächte), Individualverkehr, Individual-Kino (TV).
  • in der Jungfrau: Gesundheitsbewusstsein, Hygiene, Medizin, Ernährung, Verwaltung (IT-Zeitalter beginnt), Tierschutz für Haustiere, beginnendes Umweltbewusstsein
  • in der Waage: Emanzipation, Aufbrechen ders Rollenverständnisses, Verbreitung der Pille: Abkopplung der Fortpflanzung vom Sexualverhalten (Venus!), Aufklärungswelle, Sexindustrie, Kommunen, antiautoritäre Erziehung, Friedensbewegung
  • im Skorpion: Banken und Börse gewinnen an Macht, AIDS, Zusammenbruch des Kommunismus, Anti-Atomkraft, Grüne Bewegung nimmt Fahrt auf: Recycling und mehr Bewusstsein für Umweltverschmutzung und Müllberge, militanter Tierschutz
  • im Schützen: New Age, Internet, Globalisierung, Aufblähung des Finanzmarkts: Zockertum, Fernreisen, Kreuzzüge (Islamismus, Evangelikale), Welthandel
  • im Steinbock: Sparkurs, Rückschrumpfung, Ernüchterung, Resourcenknappheit, Festhalten an starren Strukturen, aber auch mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit, Landwirtschaft
  • beherrscht Weltwirtschaft → 8. Haus, die gemeinsamen Resourcen.

Lebensbereiche : Massen, Macht, Ausbeutung, Reichtum, Tod, “okkult”, Erfolgs- und Schwarzmagie, Manipulation.

Literatur: Dostojewski, Goethe, Poe, Sartre, Camus, John Milton (Paradise Lost), Lovecraft, Gothic Novels, Stoker, Shakespeare’s Königsdramen,

VIP, berühmt oder berüchtigt: M.Luther, M.Gandhi, I.Gandhi, A.Hitler, T.Bundy, Bruce Lee, Grace Kelly, Björk, N.Paganini, Nehru, J.Stalin, C.Manson, A.Nasser, Prince Charles, A.Hitchcock. Hier wirkt der Pluto-Archetyp auf vielfältige Weise: Dominanter (elevierter) Planet, ASC oder Sonne Skorpion etc.

Filme: Joe Black, Dracula, Wolf, Twilight, The Long Kiss Goodnight, Der Pate, Die Neun Pforten, Tomb Raider, Dancer in the Dark – beonders düster! Sieben, Alien. James Bond 007: inbesondere mit Sean Connery, Timothy Dalton, Daniel Craig.

Dokus: Nachtmeerfahrten: C.G.Jung.

Bildende Kunst: Picasso, Dali, Symbolismus (mit Neptun), Surrealismus (mit Uranus), Auguste Rodin.

Musik: Trommeln, Hard Rock, Heavy Metal, Goth, Björk

Symbolik der Acht in der Mythologie

Fluto und seine Symbole: Höhle, Granatapfel, Schlange, der dunkle Verführer, Schätze. Kali und Shiva, die den Kreislauf von Werden und Vergehen antreiben.
Tarotkarte XX, “Das Gericht”: Die Auferstehung, das Loslösen von der Materie.

Pluto symbolisiert auch unsere Beziehungsfähigkeit, die sich auf Grund unserer Interaktion mit den Eltern, deren eigener Beziehung und dem daraus resultierenden Umfeld definiert. Er ist der notwendige Gegenpol der Venus im 2. Haus des Du, Besitzenwollens und der Fähigkeit zur Fortpflanzung, und stellt mit seinem Domizil, dem achten Haus, den gemeinsamen Besitz, das Loslassen und die gelebte Sexualität dar. Es ist das Prinzip von “Stirb und Werde” das in der Beziehungsachse des Zodiak herrscht: Eros und Thanatos. Oder “Sex, Tod und Steuern“, wie es jemand einmal auf den Punkt gebracht hat. Besonders, wenn Pluto einen harten Winkel mit dem Mond bildet, haben wir uns der Meinung der Mutter unterwerfen müssen, wenn mit der Sonne dann der des Vaters. Bei weichen Aspekten ist es mehr eine Art subtiler Anpassung. Wo die Schicksalsgöttin Ananke Leiden für uns bereithält, hängt von der Plutostellung nach Haus und Tierkreiszeichen ab. In diesem Lebensbereich gilt oft „Leiden ist geil“, daher werden hier auch karmische Altlasten ausgelebt. Obwohl oft auf die Sünde der Hybris zurückzuführen, werden Plutos dunkle Geschenke meist als äusseres Schicksal empfunden. Pluto als dunkler Verführer ist ein zweifelhafter Berater, weil er unser zwanghaftes Verhalten symbolisiertund uns deshalb in Verstrickungen und Abhängigkeiten führt, obwohl wir glauben hier Macht ausüben zu können oder zu wollen. Dort wo bei uns in der Kindheit Macht und Druck ausgeübt wurde, neigen wir später dazu, ebenfalls Macht und Druck auszuüben, um unsere Ohmachtsituation während der Kindheit zu kompensieren. Im Grunde genommen versuchen wir durch den Pluto jene Eigenschaften in anderen zu kontrollieren, derentwegen wir selbst die Kontrolle verlieren. Nicht umsonst ist Pluto der Archetyp, der wohl als Patron der BDSM-Szene gelten kann (Fifty Shades Of Grey, anyone?). Im Pluto liegt auch der Preis unserer Wahlmöglichkeiten, sich über die Materie zu erheben, Lasten abzuwerfen und Dinge loszulassen, die oft Abhängigkeiten mit sich bringen und uns in die Falle locken.

Die Hausstellung von Pluto ist ein Hinweis auf diejenigen Schattenseiten, welche uns in den eigenen Beziehungen manchmal schmerzlich bewusst werden. Wohin Pluto seinen Schatten im Horoskop wirft, ist die “Twilight-Zone“, wo wir Macht und Ohnmacht erleben.

Entführung der Kore durch Hades

Entführung der Kore durch Hades, quelle:wikipedia

Hier sitzt der Schmerz des Verlusts besonders tief, wenn wir das Opfer bringen müssen, um unseren eigenen Weg zu gehen und uns von Fremdbestimmung zu befreien. Ein gutes Literaturbeispiel für SciFi oder Fantasy-Leser: Rocannons Welt von Ursula LeGuin. Es thematisiert auch die nordischen Mythen, besonders Odins Suche nach der ultimativen Weisheit, und dem damit verbundenen Opfer, das auch Motive des Neptun-Archetyps anspricht. Auskunft über die Natur plutonischer Beziehungen gibt auch der Demeter-Mythos. Hier muss Kore/Persephone unter der Hybris ihrer Mutter leiden, weil diese ihr eine Entwicklung zu erwachsenen Frau verweigert. Dies erregt den Zorn der Aphrodite: Sie stachelt Hades/Pluto an, Eros Pfeil trift bei ihm ins Schwarze und das ewige Mädchen Kore und ihre Mutter Demeter müssen sich den Gesetzmässigkeiten von Ananke unterwerfen. Als Persephone landet die Tochter in den Armen ihres Ent- oder eher Verführers aus der Unterwelt und wird zu seiner Königin. Wie das bei plutonischen Beziehungen häufig der Fall ist, findet sich einer der Partner gefangen in einer für ihn überwältigenden Realität wieder. Daher läuft die frustrierte Persephone auch heim zu Muttern, was aus Zeus’ Geheiss zum legendären Deal führt: Während des Sommerhalbjahrs darf Kore als Vegetationsgöttin (Veilchen) auf der Erde wandeln, die dunkle Jahreszeit verbringt sie als Winterkönigin bei ihrem Gatten. Ausgehandelt wurde dieser Ehevertrag natürlich vom grossen Kommunikator des Olymp: Dem gewieften Hermes oder Merkur, der als Psychopompos wie auch Hekate zwischen den Welten reisen darf. Letztere tut dies aber nur bei Nacht. Auch der Granatapfel als Plutos Symbol hat hier seinen Ursprung: Persephone isst von dieser Frucht der Unterwelt, die ihr von ihrem Gemahl (Pluto=Manipulation!) schlauerweise als Zeichen der Vermählung angeboten wird, daher kann sie ihre Ehe nun nicht mehr annulieren lassen. Sie muss sich transformieren und ihre natürliche Bestimmung als erwachsene Frau annehmen.

Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Figuren des Lichts vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.
Carl Gustav Jung

Leiden ist nicht geil, aber führt zu Wandlungsprozessen“
Dobrin M. Antonov

Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend‘ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt die fremde Fühlung
Wenn die stille Kerze leuchtet.
Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.
Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt,
Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
Goetheskull

Pluto Schlüsselworte:

  • Erkenntnis der eigenen Bestimmung
  • Absurdität in kleinlichem Verhalten und Bestrebungen
  • Sich der absoluten Wahrheit stellen

Schlüsselfragen:

  • Wo und wie kann ich meinem Leben Bedeutung geben ?
  • Wie erkenne ich die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Welt?
  • Wo muss ich mich vor Dominanzbestrebungen und Manipulation hüten,
  • Wie vermeide ich Machtkämpfe in Beziehungen?

Retrograder Pluto:

  • Angst vor “Ausgeliefertsein”
  • Sich nicht zur erkannten Wahrheit bekennen
  • Kann zu Bescheidenheit und Mässigung in der Machtausübung führen.

Kritischer Pluto:

  • Harte Aspekte zu den persönlichen Planeten, besonders Quadrat.
  • Konjunktion: abhängig von den restlichen Aspekten und Hausposition
  • Besonders harte Saturn/Pluto Aspekte haben es in sich.
  • Pluto in 12: Repression und Ohnmacht, Sündenbock (mit Saturn eine sehr karmische Stellung), muss stellvertretend die Schattenthemen der Gesellschaft ausleben (Negativer Aspekt vom 12. Haus: Anstalt, Gefängnis)

Weitere Aspekte:

  • In Verbindung mit Pluto-Themen stehen auch Mondknoten, Lilith, der Apogäumspunkt des Mondes, Sonnen- und Mondfinsternis, Vesta und der Centaur Nessus (Rachethematik).
  • Besonders stark wirksam ist das Plutoprinzip: In den Yin-Wasserhäusern, Erdhäusern: Vor allem im 10. und 4. Haus, der karmischen Achse der Familie und Inkarnation (Eltern, Erblasten, “Familienfluch”).
  • Als Dispositor von Mars → 1. Haus, da er hier als Mitregent von Widder wirkt, einer der Charismafaktoren, neben Neptun und Chiron.
  • Pluto ist sehr bedeutsam in der Synastrie, wie alle transpersonalen Planeten.
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Unendlichkeit und Wandel: Plutos Kräfte drücken sich auch in der Zahl Acht aus.
Sie kennzeichnet auch den Skorpion, achtes Zeichen des Zodiak und sein
zugehöriges Haus. Infinity dissolving ©scrano 2013

 

 

Posted by on November 13th, 2016 Kommentare deaktiviert

Jamilla empfiehlt: Katzenliteratur, SciFi & Fantasy, Krimi und Humor

The Catswold Portal - Fanatstische Geschichten von Shirley Rousseau Murphy

The Catswold Portal – Fanatstische Geschichten von Shirley Rousseau Murphy

 Alltime Favorites der Katzenliteratur:

  • The Catswold Portal – Shirley Rousseau Murphy und ihre Katzen Krimi-Reihe, die an die Catswold AU Zeitlinie anknüpft. Katzendetektiv Joe Grey.
  • Mark of the Cat und Year of the Rat - Andre Norton

Diese Erzählungen spielen im archaisch-exotischen Fantasy-Universum von Karen Kuykendall’s “Cat People Tarot“, dessen in einem Begleitheft geschilderte Rahmenhandlung sie aufgreifen. Auch das Tarot ist sehr ansprechend gestaltet, die Malerin hat ein besonderes Händchen für Katzendarstellungen. Echte Fantasy mit Magie, Heroen, Finsterlingen a la Sauron, Schamanismus und tollen Katzen in einer detailliert geschilderten Welt.

  • Cat Fantastic Reihe: Herausgeberin Andre Norton
  • A-Z” Cat Crime Stories aus Las Vegas mit Midnight Louie, P.I. – Carole Nelson Douglas. Auch ihre Della Street, Paranormal Investigator und Irene Adler Serien (ja, die aus “Sherlock Holmes”) sind zu empfehlen. Nichts für Kids. Cozy Noir.
  • The Cat Who … Katzenkrimis von Lilian Jackson Braun, allerdings nur bis ca 2000, dannach baut sie schwer ab, ist ja mittlerweile auch schon ein altes Mädchen. Schade, ihre frühen Bücher sind ein schönes Beispiel für “Cozy Noir”. Bedingt für Kinder, da weder expliziter Sex noch extreme Gewalt.

“Cat Wizard Stories” von Diane Duane:

  • The Book of Night with Moon
  • To Visit the Queen
  • The Big Meow

Nicht für Kinder, im Gegensatz zu ihren “Young Wizard” Stories, die ein bisschen den “Harry Potter” Romanen ähneln.

  • Felidae-Reihe von Akkif Pirincci
  • Tailchaser’s Song von Tad Williams
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Fantasie beflügelt:
Ich heb gleich ab!

“Alchemist” Reihe von Gabriel King:

  • The Wild Road
    The Golden Cat

King muss wohl ein Hasser von Isaak Newton sein, der in den Geschichten so eine Art Dr. Evil darstellt. Ausserdem sind manche Schilderungen sehr drastisch, ähnlich wie bei den Felidae-Büchern von Pirincci.

  • Mrs. Murphy Cat Crime stories von Rita Mae Brown und Sneaky Pie
  • Cat Magic, von Whitley Strieber, für Interessierte an Naturmagie und Wicca, nicht für Kids.
  • The Door into Summer, von Robert. A, Heinlein, eine Zeitreise-und Liebesgeschichte.
  • Compleat Cat, von Cleveland Amory, einem engagierten Tierschützer.

Vielleicht wundert sich der eine oder andere, warum fast nur englische Titel aufgelistet sind. OK, die meisten der Bücher exisitieren in deutscher Übersetzung. Aber davon abgesehen, dass sie dann oft deutlich verlieren, es handelt sich um Prosa für Erwachsene, mit entsprechenden Inhalten, die nicht in Kinderhände gehören. Nein, nicht unbedingt Sex, aber doch teilweise düstere Themen und Gewalt, die für Kinder nicht so leicht zu verkraften sind. Die Katzentitel und Bilder auf den Einbänden verführen vielleicht manche Kids zum schmökern, daher ist Fremdsprachigkeit ein guter Schutz vor solchen “Missgriffen”.

Über einige Bücher auf der Liste werde ich noch eine Besprechung einstellen. Einen Beitrag zu Buch-Tipps für die Katzenhaltung wird es auch noch geben.

Zum Schluss noch: Spannende Lesestunden !

minijami

wünscht auch Co-Autorin Jamilla!

 

 

 

Posted by on Oktober 20th, 2016 Kommentare deaktiviert

Goldene Wege: Eightfold Path

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Mysteriem des Achtfachen Pfads
©scrano 2015

Die Acht ist die Zahl der weltlichen und der sprituellen Transformation. In der Alchemie sthet sie für die innere und äussere Wandlung.  in den östlichen Philosophien ist die Acht besonders heilig, sie gilt als kosmische Zahl. Die Lehre Buddhas weisst eine hohe Übereinstimmunmg mit den Lebensregeln der Pythagoräern auf, die in den sogenannten 72 Goldenen Versen zusammengefasst wurden. Dieses Lehrgedicht ähnelt in seinem Aufbau und dem sprachlichen Duktus an Zen-Koans. 72 ist eine sehr  heilige Zahl, da sie die 12 und die sechs enthält: Kosmische Ganzheit (12) und eine perfekte Zahl (6 ist mathematisch perfekt), die auch als Zahl der irdischen Wirklichkeit gilt. Das sechte Haus des Zodiak enthält die Art, wie wir  die Dinge des Alltags bewältigen. 9×8 =72, Neun ist ebenfalls eine Zahl, die mit spiritueller Transformation einhergeht.

Achtpfad

Struktur des Achtfachen Pfades zur Erleuchtung im Buddhismus.

Posted by on September 27th, 2016 Kommentare deaktiviert

Merkur, der Vielgestaltige

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Regent der mutablen Jungfrau und der dualen Zwillinge:
Der flinke doppelgesichtige Merkur, er ist auch ein Vermittler und Verbinder,
daher auch Herr über die Alchemie.

Der Merkur steht für Zwillinge und die Jungfrau, er herrscht in Haus III und VI.

Diese Häuser gelten als Bereiche des Denkens, Lernens und der Kommunikation.

Sein Tag ist der Mittwoch (Wednesday = Woden#s Day)

Seine Farben sind gelb, violett, grau und orange.

Mineralien: Sodalith, Citrin.

Chakra: Vishuddha.

Tarot: Magier, Zwei, Schwerter, Münzen, Liebende (Zwillinge), Mässigung (Jungfrau).

Körper: Lunge, Hände, Schilddrüse, Nerven (mit Uranus).

Symbol: Es vereint das Elementkreuz mit Geist (Sonne=Kreis) und Seele (Mondsichel). Merkur

Qualität:

  • mutabel, Element Luft (Zwilling) und Erde (Jungfrau).
  • Yang (Zwilling)+Yin(Jungfrau), typisch dual.

Dignitäten:

  • Domizil: Jungfrau, Zwillinge.
  • Exil: Fische, Schütze.
  • sein hermetischer Gegenpol sind der Jupiter (Zwillinge)  und der Neptun (Jungfrau).

Mythologisch: Sohn von Zeus und Maia (einer Bergnymphe).

Bruder von Apollon und Hephaistos, Vater von Pan. Patron der Alchemisten.

Symbole: Helm aus Hundefell oder Reisehut mit Flügeln/Federn. Flügelschuhe, Caducceus. Der Helm der Unsichtbarkeit war auch ein Symbol des Hades.

Hermes, der flinke Götterbote.

Hermes, der flinke Götterbote.

Hermes teilt viele Attribute mit den anderen Olympiern, teilweise unfreiwllig: Er stiehlt sie einfach. Oder er hat sie erfunden, zusammen mit seinem mythologischen Spiegelbild: Hephaistos. Er ist der MacGyver der Götter.

Er kann sich die Eigenschaften der anderen Archetypen zu eigen machen, er ist ein Gestaltwandler, ein Trickster. Dies macht ihn zur Wildcard im Horoskop, er kann als Helferlein für Probleme und Defizite dienen.

Die starke Nähe zur Sonne, dem anderen Heiler des Horoskops wird auch in der Mythologie deutlich: Der jüngere Bruder des Apollon, er erfindet die Leier und erhält den Caducceus zum Geschenk, wie auch Apollons Sohn der Heiler/Schamane Asklepios. Auch astronomisch ist Merkur der schellste echte Planet und nie weiter als ein Zeichen von der Sonne entfernt. Der Merkur ist nur kurz vor Sonnenaufgang und kurz nach Sonnenuntergang zu sehen. Ihm unterstehen Verbindungen, alles schnelle, sich verändernde, der Austausch. Schutzgott des Verkehrs und der Reisenden → daher auch ein Bezug zu Schamanen.

Die Dreiheit von Feuer, Sonne und dem Luftelement findet sich in allen indoeuropäischen Mythen: Hephaistos/Hermes/Apollon, Loki/Odin/Baldur, Lugh/Gwydion/Bel. Hephaistos/Loki/Lugh waren die Handwerker und Schmiede (Ränkeschmiede auch!) und geschickt mit den Händen (eine merkurische Domäne!) Sie hatten häufig ein Handikap im Gegensatz zu ihrem luftigen Gegenstück: Hermes besitzt Flügelsandalen, Hephaistos behindert sein lahmes Bein. Alle diese Archetypen zeigen auch eine Verwandtschaft mit dem Uranus-Prinzip, mit dem sie durch den Prometheus Mythos verbunden sind.

Verkörperungen des Merkurprinzips:

Steinhaufen, die Herme – Wegmarkierung:  Ein Pyramidenstumpf mit einem bärtigen Männlein mit Riesenphallus darin -→ immerhin war Hermes Pan#s Daddy.

Reisehut: Schamanentum, wie auch Odins Hut und der Hut der Druiden, alles Hüte aus Baumrinde, bevorzugt Birkenrinde. Diese hat auch selbst eine duale Qualität durch ihre auffällige schwarzweisse Musterung und gilt als ein typischer Schamanenbaum in Sibirien und bei den Sami.

Der Caducceus und das mythische Zwillingspaar ist Symbol für beide, Apollon und Hermes. Apollon hatte eine Zwillingsschwester, Artemis, die Mondgöttin, nach alten Quellen auch Hekate, die Göttin des nächtlichen Sternenhimmels (und dunklen Mondes). Hekatos galt als ein Beiname des Apollon. Hermes war der Schutzpatron des halb göttlich, halb menschlichen Paares Castor und Polydeukes. Sie symbolisieren Geist und Materie, Apollon und Artemis Geist und Seele.

Im Merkur ist die Dualität vereint: Alchemie, bei denen zwei Stoffe verbunden werden, ihr allegorisches Symbol, der Hermaphroditus, das Doppelwesen. Der Stoff, der alles verbindet, das philosophische Quecksilber. Den materiellen Aspekt der Alchemie beherrscht Saturn, das transformatorische Prinzip Pluto.

Eins der wichtigsten Symbole des Hermes ist sein Caducceus.

Zwei Schlangen winden sich um den Weltenbaum, an der Spitze sitzt ein Adler. Dies ist ein uraltes Symbol der Menschheit, der Mythos von Adler, Schlange und Baum. Beispiele finden sich im sumerischen Etana-Mythos, Veden, Edda, bei den Azteken, oder im Voodoo.

Der Psychopompos

Der Psychopompos, Reisender zwischen den Welten.
Sein Symbol ist der Caducceus, mit zwei Schlangen, die das irdische und zwei Flügeln die das geistige Element verkörpern. Die Gegensätze des Lebens (zwei Schlangen stehen sich gegenüber) werden vereint und zum höheren Ziel geführt.

Die Gestaltung wird verschieden interpretiert: einerseits als Verbindung gegensätzlicher Kräfte (dieser Auslegung bedienten sich später vor allem die Alchimisten), andererseits auch als Sinnbild für Fruchtbarkeit, wobei der Stab als Phallussymbol angesehen wurde, über dem sich zwei Schlangen paaren. Auf Vasenbildern und Münzen findet man meistens einen dünnen Stab (Rute) mit Kreis am Ende und einem darübergesetzten Halbkreis (oder Halbmond). Die gleiche Form soll auch bei Phöniziern und Hethitern zu finden sein und möglicherweise eine Kombination aus Sonne und Halbmond darstellen. In Indien soll das Symbol von Sonne und Halbmond in noch früherer Zeit als „Trisula“ existiert haben. In der Alchimie und der Astrologie steht der Hermesstab bis heute für „Mercurius“ (Quecksilber) und den Planeten Merkur. Eine der frühesten Darstellungen, bei denen sich zwei Schlangenköpfe am Hermesstab finden, ist ein Bronze-Caduceus aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. im Nationalmuseum von Palermo. Auch hier besteht der Caduceus im Wesentlichen aus einem Kreis mit Halbkreis auf dem Stab, nur dass die Enden des Halbkreises als Schlangenköpfe dargestellt sind. Die früheste Darstellung von Flügeln am Stab des Hermes findet sich an einer Statue aus dem 1. Jahrhundert nach Chr.

Götter : Merkur, Hermes, Thoth, Anubis.

Psychologisch : Verständigung, Veränderung, Wissen, Denken, Geschick.

Lebensbereiche : Kommunikation, Geschäft, Handel, Handwerk, Computer (mit Uranus, Saturn), Betrug.

Organe/Körperfunktionen : Lunge, Nerven, Hormone (Schilddrüse), Schleimhäute, Dünndarm, Stoffwechsel. Die Hände.

Indikationen : HNO/Lunge, nervöse Störungen, Allergien (Neptun), Handverletzungen (mit Mars), Nägel (mit Saturn und Mars).

Metall : Quecksilber, Zink.

Pflanzensignatur : ätherische Öle, Blatt/Stengel, Doldenblütler, Schmetterlingsblütler Farne, Bromelien (Uranus), Hahnenfußgewächse. Lavendel, Geissblatt, Reben, graufilzige Blätter. Viele oder schlanke oder gefiederte Blätter, grazil, aufrecht, luftig, Epiphyten, Mistel (mit Saturn/Mond und Uranus/Sonne).

Zahlen: 3 – der Vermittler (Zwillinge, 3. Haus), 5 (2+3, Materie und Geist), 8 (Transformation und Polarität)

Feurige Acht: Lemniskate, ewige Schwingung, Symbol der Alchemisten.

Feurige Acht: Lemniskate, ewige Schwingung, Symbol der Alchemisten.

Mythische Zuordnungen:

  • Helfer bei der mythischen Heldenreise à Herakles, Odysseus, Perseus, als Helferlein der Sonne ( des Sonnenhelden).
  • Der Götterbote. Als solcher verkündet Hermes vor allem die Beschlüsse des Zeus.
  • Der Psychopompos: Er geleitet die Toten bis an den Fluss des Vergessens – den Eingang der Unterwelt. Der Unterhändler.
  • Der Grenzgänger: Er wandelt zwischen Dunkel und Licht, Leben und Tod, dem Olymp und dem Hades.
    • Gott der Kaufleute
    • Gott der Hirten
    • Gott der Wissenschaft
    • Gott der Magier (Hermetische Weisheit, Alchemie)
    • Gott der Diebe
    • Gott der Redekunst
    • Gott des Schlafes und der Träume → Schamanen → Asklepios
Merkur überredet zwei streitende Schlangen sich auf seinem Caduceus zu vereien.

Merkur überredet zwei streitende Schlangen sich auf seinem Caduceus zu vereinen. Er verbindet das Gegensätzliche.
In diesem Bild wird auch die androgyne Natur des Götterboten deutlich.
Evelyn de Morgan, Merkur ca. 1870, wikimedia.

Die synkretische Form des Hermes Trismegisthos, aus dem Hellenismus in Ägypten durch Verschmelzung der Merkur mit dem Schreiber-Gott Thot (auch ein Psychopompos) entstanden, gab der Philosophie der Hermetik ihren Namen.

Der mythische Schöpfer der hermetischen Philosophie.

 

Posted by on September 2nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Sonne in der Jungfrau – nicht nur sauber, sondern rein

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Ob Asträa – oder himmlische Bibliothekarin – Jungfrau Sonne nimmt es ganz genau.
Virgo ©scrano 2016 all credits: original

Jungfrau, lat. virgo, ist, als femininum zu vir (= Mann, der Kräftige, sich auf etwas zu Bewegende), “die kräftig und geradlinig etwas Verfolgende”.

Wo dieser Archetyp in Märchen, Mythos und Sage auftritt (oder auch in romantischer Dichtkunst) ist er Symbol  nicht entstellter Unmittelbarkeit, erfüllt von Klarheit, Wahrheit und frei von Verwirrung und Täuschung.  Daher ist die Jungfrau häufig leichtgeschürzt oder gar nackt dargestellt. Am Sternenhimmel verkörpert sie Asträa, natürliche Ordnung und Unparteilichkeit. Als Symbol der Freiheit trägt sie die Fackel voran und ist auch mutige Retterin und Führerin aus tiefer Not (Lady Liberty, Jungfrau v. Orléans, Dantes Beatrice). Als Sakraltypus ist sie ein Aspekt der primordialen  Magna Mater , die weibl. und männl. Potenz in sich vereint, aus sich selbst zeugt und in sich entfaltet (“parthenogenetisch” – von gr. parthenos = Jungfrau), und ohne gleichrangigen männlichen Gegenpart auskommt. In der griechischen Antike war dies die orphische Eurynome, eine Schöpfungsgottheit, mit der ozeanischen ungezähmten Kraft der Mondin verbunden, welche später auf den nun männlichenPoseidon/Neptun übertragen wurde. Nur Artemis bleibt noch als noch freie, unabhängige (nicht an Mann oder Familie gebunden) Jägerin unter dem monderhellten Nachthimmel. Die Göttin als Neumondsichel symbolisiert die jungfräuliche Form der Grossen Mutter”, die sich mit jedem lunaren aber auch solaren Zyklus wieder erneuert. Wie Brigid zu Imbolc oder Aphrodite, die ihre physische Jungfräulichkeit jeweils durch ein Bad wiederherstellt. Die rüstungtragende Pallas Athene verkörpert Klugheit, Erfindergeist, den inspirierenden Aspekt der jungfräulichen Göttin. Allerdings ist sie schon patriarchalisch vorbesetzt. Zeus hat sie sich buchstäblich AUSgedacht. In mehr egalitären Gesellschaften, wie bei den Kelten war der Verstandesanteil der Göttin keine männlich überformte Angelegenheit, Brigid, ein echtes Vollweib, stand für die wiederkehrende Fruchtbarkeit im Frühling, daneben inspirierte sie Barden, Künstler und Denker aller Art. Ausserdem war sie noch für Vieh, Schmiede, Kriegshandwerk und Feuer zuständig, letzteres wie die ebenfalls jungfräulichen Vestalinnen. Diese Frauen hatten einerseits grosse Macht, das Schickal des Imperiums hing vom Feuer der Göttin Vesta ab, waren aber der eisernen Kontrolle durch die patriarchalische römische Priesterschaft unterworfen: Ihre Keuschheit wurde strikt überwacht, auf Übertretung stand der Tod durch lebendiges Begraben als Sühneopfer. Dabei behauptet man immer, die Römer praktizierten keine Menschenopfer.
Auch bei Naturvölkern und im Volksglauben sind Jungfrauen zum Gelingen vieler Rituale nötig, sei es Saat oder Ernte, Neubeginn oder Beschwichtigung der Numina nach Regelverstößen. Auch hier wird die Jungfrau als Archetypus der natürlichen Ordnung, der Wiederfindung von Ordnung und Befreiung von der Verirrung sichtbar. Nicht zuletzt kann nur sie das wilde weisse Einhorn fangen, Symbol der Reinheit und der Wahrheit, weil es nämlich freiwillig zu ihr kommt.

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Jungfrau mit Kornähre der Demeter

In der sumerischen Mythologie wurde das Sternbild Jungfrau auch mit Inanna aus dem Gilgamesch-Epos in Verbindung gebracht. Die kriegerische Fruchtbarkeitsgöttin schickte den Himmelsstier auf die Erde, um Gilgamesch und Enkidu zu bestrafen. Als astronomischer Vorgang fand dieser Mythos am Himmel ihr Gegenstück. Mit dem heliakischen Aufgang des Sternbilds Jungfrau ging das Sternbild Stier unter; im mythologischen Kontext folgte dem Aufstieg von Inanna das Herabkommen des Stiers auf die Erde, der die Rolle des Regenbringers und des Pflug-Ochsen übernahm.

Die Jungfrau in der Astrologie regiert das 6. Zeichen und Haus des Tierkreises und hat die Aufgabe die schöpferische Gestaltung und Selbstwerdung des 5. Hauses und des Löwen in etwas Fassbares für die alltäglichen Bedürfnisse zu umzusetzen. Ihre Bildsymbolik gleicht der mit dem Sternbild Virgo gleichesetzten Asträa, Sternenjungfrau und Verkörperung der Gerechtigkeit, der Vernunft aber auch der Ackergöttin Demeter. Die Inspiration muss mit der pragmatischen Vernunft gekoppelt werden um etwas Nützliches zustandezubringen. Eine Vision ohne Umsetzung ist eine Halluzination pflegte Edison zu sagen. Hier ist das erdhafte 6. Haus eindeutiger Gegenpol des Neptunischen Traumes im 12. Haus der Fische. Die Idee muss sich an der Realität messen lassen. Es herrscht das Bedürfnis nach Erkenntnis des Wesentlichen und Wesensgemässen, die Sinnfindung erfolgt durch  Arbeit und Dienen am unmittelbar Gegenwärtigen. In der Aufgliederung von Materie und Wertung der Funktionalität der Bestandteile für ein ordnungsgemässes Zusammenspiel, wie bei einem Uhrwerk, liegen die schöpferischen Gestaltungsmöglichkeiten. Im Zeichen Jungfrau findet sich die Fähigkeit, mit Mängeln und Niederlagen umzugehen, sie kritisch zu analysieren, entsprechend der Faktenlage zu korrigieren. Es geht um Kategorisierung, Systematik, Sorgfalt und Achtsamkeit, Kultur, aber auch Kult der scheinbar banalen Welt der täglichen Verrichtungen, Verankerung des Geistigen in der Wirklichkeit, der dinglichen Welt, im Körperlichen. Daher sind hier auch die Belange der Gesundheit, vor allem aber Hygiene und Ernährung angesiedelt, aber auch die Psychoanalyse und alle empirischen Wissenschaften, weil diese mit Statistik arbeiten. Diese Disziplin der Mathematik ist aber die Lieblingsspielwiese der Jungfrau. Der Zeichenherrscher Merkur ist ebenfalls ein Herr der Skalen, des Messens, aber er dient auch der Vermittlung und Verbindung zwischen den inneren und äusseren Prozessen der Welt, sei es Mikro- oder Makrokosmos. In der Alchemie ist Mercurius /Quecksilber ein Löse- und Bindemittel zugleich: Er löst Metalle auf und bildet Amalgame mit dem edlen Gold. Solve et coagula - Löse und binde erneut, nach Scheidung der unedlen Bestandteile. Medizinisch sind der Jungfrau der Dünndarm und die Verdauungsenzyme zugeordnet, diese schliessen die Nahrung in ihre verwertbaren Bestandteile auf. Unbrauchbares wird abgetrennt. Im Verdauungssystem befinden sich auch viele Nervenzellen, die mit dem Hirn des Menschen über den Vagusnerv verbunden sind, eine Art Zweithirn, dass die Begegnung der Innen- mit der Aussenwelt regelt, tatsächlich, und  im wörtlichen Sinn. Im Darm sitzt schliesslich auch der Hauptteil des Immunsystems aus Myriaden dienstbarer Geister, der Darmflora: Hier wird unterschieden was gefährlich ist, oder nützlich.

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Albedo, Weissung, Reinheit : Eine Stufe des alchemistischen Transformationsprozesses

Zu den Bereichen der Jungfrau und des 6. Hauses zählen auch Haustiere, besonders Katzen, die ansonsten eher mondenhaft sind. Besonders die liebevolle Fürsorge für kleinere Tiere ist in diesem Zeichen beheimatet. Da in der Jungfrau, wie in den Zwillingen, der Merkur herrscht, ist sie ebenfalls ein Zeichen der Hände:  Hier finden wir oft ausgeprägte  handwerkliche Geschicklichkeit mit viel Liebe zum Detail, wogegen bei den Zwillingen eher die Kommunikation (Gestik) oder das Schreiben das wesentliche Element darstellt. Durch ihre Verbindung zur Alchemie regiert sie auch die Spagyrik und die daraus abgeleitete Pharmazie.

Im Tarot wird die Jungfrau durch Temperantia (Mässigung, vormals Prudentia: Man denke an das Gleichnis der klugen Jungfrauen) verkörpert. Ihre Namensgeberin, das Sternbild Virgo findet man aber auch auf der Karte 8, “Die Ausgleichung, oder Gerechtigkeit” in Form der bekrönten Asträa mit dem Schwert wieder. Diese Trumpf-Karten, Nr. 8 und Nr. 14, sowie die zum Zwillings-Merkur zugehörige Nr. 6, “Die Liebenden” gelten als Darstellung von Vernunfts- und Erkenntnisprozessen, letztlich geht es hier um Entscheidungen. Der Eremit als weitere Jungfrau-Karte zeigt uns den Aspekt der Innenschau und Selbstkritik.

Der Schatten des Jungfrau-Archetypus liegt in Unzufriedenheit mit dem Gegebenen, Detailverlorenheit, Pedanterie, Kleben am Gewohnten und an Formalismen, dazu kommen Schüchternheit und Hypochondrie, was sie mit ihrem neptunischen Gegenpol gemeinsam hat aber auch Phobien, obsessives Verhalten und Angst-Zwangs-Störungen.

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Virgo als geflügelte Asträa, aber mit der Ähre der Demeter.

Das Sternbild Virgo in der Astronomie:

Die Jungfrau wird meist als geflügeltes Mädchen dargestellt, das einen Bündel Ähren in der Hand hält. In einer Ähre leuchtet Spica, der Hauptstern der Jungfrau. Dieser Stern ist etwa 280 Lichtjahre von uns entfernt und leuchtet 2300 mal stärker als unsere Sonne. Spica symbolisiert als Getreideähre den Frühling, in dem die Natur wieder auflebt und alles grünt und blüht. Er signalisiert die Zeit der Aussat, welche im Herbst die Ernte verspricht. Das Sternbild Jungfrau gehört als einziges weibliches zu den 12 Tierkreiszeichen. Nahe an Spica vorbei verläuft die Ekliptik mit den Sterbildern des Zodiak.  Auch die Sonne hält sich jedes Jahr im Herbst einige Zeit in der Jungfrau auf. Obwohl Virgo als sehr großes Sternbild des Frühlings am Himmel steht, kann man die Konstellation aber leider nicht gut erkennen. Ihre Sterne leuchten nur schwach, hier ähnelt sie den Fischen, ihrem Gegenpol auf der “Achse des Dienens” im Zodiak. Auffällig ist lediglich Alpha Virginis, die Kornähre Spica. Da unser Erdtrabant ebenfalls die Bahn der Ekliptik durchwandert, kann man die Lage von in der Nähe liegenden Sternbildern ebenfalls durch den jeweiligen Mondstand ermitteln. Günstig ist dafür natürlich die Phase des Neumonds, mit einer nur schmalen Sichel.
Trotz ihrer Bescheidenheit hat die Jungfrau für Astronomen durchhaus etwas zu bieten: In diesem Sternbild findet man mit einem Teleskop viele Galaxien. Sie bilden einen großen Galaxienhaufen, der auch Virgohaufen genannt wird und vermutlich aus 3000 Galaxien besteht, die etwa 70 Millionen Lichtjahre von uns entfernt sind. Etwa 250 seiner Mitglieder können mit einem mittleren Teleskop ab 15 cm Öffnung beobachtet werden. 11 der Galaxien nahm der französische Astronom Charles Messier in seinen Katalog nebliger Objekte auf, darunter die äuffällige elliptische Galaxie M87. Bei dieser schiesst ein extrem heller Materie-Jet aus dem Zentrum weit in den Weltraum hinaus.

Korrespondenzen zur Jungfrau:

Positive Eigenschaftengraphics-zodiac-signs-737857

  • lernbegierig
  • schnelle Auffassung (Merkur)
  • analytisch
  • grosser Wissenshorizont (Leseratte Hermione aus Harry Potter)
  • nüchtern
  • pragmatisch
  • zuverlässig
  • beschützend  (Tierschutz, Naturschutz)
  • sicherheitsorientiert
  • handwerklich begabt, besonders mit Holz oder Uhren
  • ordentlich
  • bescheiden
  • geduldig
  • vorsichtig

Negative Eigenschaften

  • eigenbrötlerisch
  • konservativ
  • unnahbar
  • nörglerisch
  • unfrieden (mit sich selbst)
  • perfektionistisch
  • schüchtern
  • stets besorgt
  • pessimistisch
  • pedantisch
  • hypochondrisch

Die Jungfrau gehört zum 6. Haus des Zodiak, hier herrscht Merkur in seinem Nachthaus..

  • Element: Erde, mutabel, Yin
  • Farbe: ocker, beige, gelb, blaugrau, gelbgrün
  • Kristalle: Turmalin, Jade, Peridot
  • TarotMässigung, Gerechtigkeit, Eremit
  • Domizil: Merkur,
  • Exil: Neptun, Jupiter
  • erhöht: Mars (Pluto)
  • Fall: Stier-Venus (Pandemos)
  • Pflanzen: Alle Merkur- und Erdpflanzen, vor allem Gräser, Getreide, Doldenblütler.
  • Duft: Lavendel
  • Götter-Mythen: Merkur/Hermes, Hephaistos, Prometheus, Chiron, Lugh, Loki
  • Göttinnen-Mythen: Innana, Demeter – Persephone, Hekate, Vesta/Hestia, Brigid, Asträa – Dike, Athena Parthenos, Artemis/Diana und Teilaspekte von Aphrodite/Venus(Urania)

Als Nebenherrscher der Jungfrau werden auch der Zwergplanet Vesta und der Irrläufer Chiron, einer der Kentauren diskutiert.

Diese Zuordnung basiert auf deren jeweiliger Mythologie:

  • Der Zentaur Chiron war ein berühmter Heiler und lebte bescheiden im Hintergrund, fast wie ein Eremit.
  • Der ursprünglich vorgeschlagene Hephaistos als eigentlicher Zeichenherrscher kann durchaus als erdhaftes “Alter Ego” des geflügelten Merkur in seinem Nachthaus betrachtet werden. Der umtriebige Merkur hat ja ein ganzes Spektrum an Identitäten.
  • Wie Hephaistos hat Vesta eine Verbindung zum Feuer und ist ausserdem eine (alte) Jungfer. Vesta oder Hestia wirkt zusammen mit Merkur beim Schutz des Heims, sie werden als Hausgötter-Paar verehrt
  • Der hypothetische Planet Hephaistos/Vulkan ist mittlerweile wohl aus der Diskussion.
  • Die meisten dieser Mythen thematisieren auch das Feuer: Hephaistos, Vesta, Prometheus, Libertas, auch Demeter trägt eine Fackel, ebenso Hekate (plutonischer Anteil von Asträa). Hier steht es für das gezähmte Herdfeuer, Schmiedefeuer und Licht der Vernunft. Feuer ist auch ein Mittel der Reinigung und Befreiung, im physischen und spirituellen Sinn. Besonders deutlich wird diese Verbindung bei der keltischen jungfräulichen Frühlingsgöttin Brigid.

***Lesetip:

  • Alice Bailey: “Die 12 Arbeiten des Herkules” aus astrologischer Sicht. Ist zwar etwas theosophisch, aber das kann man getrost ignorieren.
  • Johann Wolfgang Denzinger: “Die 12 Aufgaben des Herkules im Tierkreis”

 

 

Posted by on August 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Chakren und hermetische Korrespondenzen: Kompatible Systeme ?

Die Erweckung von Sahasrara, dem 7. Chakra.

Die Erweckung von Sahasrara, dem 7. Chakra.
Es symbolisiert die Reinkarnation.

Die Zuordung der Chakren zu astrologischen Prinzipien ist nicht eindeutig geklärt. Genau wie bei den Doshas der Ayurveda ist eine regelrechte Gleichheitsbeziehung zu den hellenistisch-hermetischen Korrespondenzen nicht so einfach  herzustellen.

Auch die bekannten Farbzuordnungen sind jüngeren Datums und fussen auf Ansichten von W. Leadbeater und haben auch teilweise theosophische Wurzeln (Avalon -J. Woodroff). Vor allem Leadbeater versuchte eine Synthese der tantrischen Chakra-Lehre mit der Alchemie, und damit auch zu den klassischen Planeten, sowie deren Metallen und Farben. Er berief sich hierbei vor allem auf Schriften von J.G.Gichtel, einem Schüler Jakob Böhmes aus dem 17. Jhd.

Die genuin indischen Chakra-Bilder sind keine echte visuelle Darstellung von Chakren, sondern Yantras, d.h. Meditationsbilder mit symbolischer Ikonographie. Die Farben dieser Yantras sind die Symbolfarben der Elemente, denen die Chakren zugeordnet sind. Die Anzahl der “Lotosblätter” richtet sich nach der Buchstabenanzahl im Sanskritalphabet (49). Ein jeder Buchstabe ist Ausdruck eines mantrischen Bausteines der generativen Kraft. Den verschiedenen Chakren sind entsprechende Buchstaben und Buchstabenanzahlen zugewiesen. Dies ist durchaus analog den 72 Gottesnamen in der Kabbala. Durch diese Referenz des Sanskritalphabets haben bei Leadbeater das Ajan-Chakra 98 Blütenblätter (2 x 49) und das Sahasrara-Chakra 980 (20 x 49).

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Manipura Chakra, das innere Zentrum, die Ego-Achse.

Die modern esoterischen Chakra-Farben stellen das Schwingungspektrum des sichtbaren Lichts (Regenbogenfarben) nach, wobei eine Wertigkeit der Chakren impliziert wird: Rot -> Violett bedeutet Materie -> Geist, was aber dem authentisch indischen System nicht so ohne weiteres gleichzusetzen ist.

Einige Korrespondenz-Systeme:

Einfach der natürlichen astrologischen Reihe (die Lichter Sonne und Mond zuerst, dann die klassischen Planeten) folgend:

7. Sonne – Geist, Fokus, violett+weiss

6. Mond – Intuition, Träume, Empathie wasserbalu

5. Merkur – Kommunikation, Verstand türkis

4. Venus – Sozialisation, Beziehungsfähigkeit, Ästethik grün

3. Mars – Wille, Ego goldgelb

2. Jupiter – Freude, Expansion orangerot

1. Saturn – Fundament, Manifestation dunkelrotbraun

Anahata, das Herz-Chakra

Anahata, das Herz-Chakra, vom Ich zum Du
Vermittler zwischen den körperlichen und geistigen Prinzipien.

Konventionellere Deutungen a la Leadbeater et. al. nach 1940:

7. Jupiter – Erleuchtung (+Neptun)

6. Mond – Intuition

5. Merkur – Kommunikation (Wahrnehmung)

4. Venus – Beziehungsfähigkeit (+Mond)

3. Sonne – Ego

2. Mars – Eros, Lebenskraft, Leidenschaft (+Pluto)

1. Saturn – Basis

Nach der Chaldäischen Reihe, wie von den Alchemisten verwendet (seit Gichtel, 17.Jhd)

7. Saturn, (ca. 29,5 Jahre), Blei

6. Jupiter, (ca. 12 Jahre), Zinn

5. Mars, (687 Tage), Eisen

4. Sonne, (1 Jahr), Gold

3. Venus, (7,5 Monate), Kupfer

2. Merkur, (3 Monate), Quecksilber

1. Mond, (27,5 Tage), Silber

Die alchemistisch/chaldäische Reihe richtet sich nach der geozentrischen Umlaufgeschwindigkeit der Himmelskörper.

ens astrale nach Gichtel

Sterneneinflüsse des Menschen nach Gichtel.

Die von Gichtel visulisierten “Sterne”oder Brennöfen der Seele sehe ich aber weniger als Chakren an, vielmehr bezeichnen sie wahrscheinlich die inneren Gestirne im Sinne Paracelsus “Ens Astrale”. Dies wird besonders deshalb einsichtig, wenn man sich die Spirale ansieht, welche die inneren  “Gestirne” verbindet: Der Ursprung liegt in der Sonne, also der inneren Mitte, nicht etwa in einer Wurzel, wie bei den indischen Chakren.

Die als Schlange dargestellte Lebenskraft (kann auch das innere Licht=Phanes aus dem orphischen Ei sein, das von der Schlange Ophion siebenfach umwunden wurde) steigt auch nicht senkrecht entlang der Wirbelsäule auf.

Es ist somit eher eine Art innerer Kosmos dargestellt, wie bei Paracelsus schon beschrieben.

Generell ist festzustellen, dass hier seit Beginn des 20. Jhds. jeder Esoteriker sein eigenes Bezugs-System bastelt, das macht aber die Arbeit mit solchen Assoziationsketten nicht vernünftig möglich.

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Muhadara, das Wurzel-Chakra wird mit Kali, der Herrscherin über Kundalini assoziert.
Daher im Zentrum ein Kali-Yantra.

Vieleicht sollte man sich auch von den Planetenherrschern trennen und die hermetischen Achsen heranziehen. Die Chakren gleichen schliesslich eher trichterförmigen Kanälen von der Brust zum Rücken, senkrecht zur Wirbelsäule. Oder aufspriessenden sich drehenden Lotosblüten. Der Drehsinn der dabei entstehenden “Energiewirbel” ist jeweils gegensätzlich. Diese Vorstellung entspricht der hermetischen Polarität jedenfalls besser als willkürliche Systeme von Planetenzuordnungen, die allesamt inkonsistent sind.

Horoskop-Achsen-System:

„ChakraDiag“ von Kim. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:ChakraDiag.jpg#mediaviewer/File:ChakraDiag.jpg

Chakra-Achsen.

1. Wurzel: Achse Krebs-Steinbock, the Gate of Man – Muladhara

2. Sexus, Freude, Begehren: Achse Stier-Skorpion – Svadhistana

3. Focus, Ego: Achse Löwe-Wassermann – Manipura

4. Sozialisation, Beziehung, das Du: Achse Waage-Widder – Anahata

5. Kommunikation, Wahrnehmung, Lernen: Achse Zwilling-Schütze – Vishuddha

6. Träume, Spiritualiät, Empathie, Hingabe: Achse Fische-Jungfrau – Ajna

7. Unio Mystica: Die Erleuchtung: Synthese – Der Kreis – Sahasrara

Auf diese Weise bringt jedes Zuviel oder Zuwenig eines Prinzips gleich sein Heilmittel mit. Eine alternative Deutung plaziert die 1. Achse: Krebs-Steinbock senkrecht, also parallel zur Wirbelsäule. Dies ist eine ebenfalls plausible Möglichkeit, da sie die alte astrologische Vorstellung des Inkarnationswegs vom Steinbock zum Krebs und zurück wieder spiegelt. Saturn, der Herrscher des Steinbocks und des 10. Hauses, regiert auch das Karma und die Manifestion des Geistes in der Materie. Im Krebs und dem ihm zugehörigen 4. Haus, sind Mutterschaft und Geburt verankert, sowie die Beseelung,

daher auch die Bezeichnung “Gate of Man”. Durch dieses Tor kommt der Mensch in die Welt. Die Achse IC (Nadir, 4.Haus) – MC (Himmelsmitte, 10. Haus) ist auch quasi das “Rückgrat” des Horoskops.

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Ajna Chakra, das 3. Auge.

 

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Sahasrara     Ajna      Vishuddha     Anahata   Manipurta     Svadhistana    Mulhadara
chakras symbols  © peter lomas

Chakra fractals ©scrano.

 

Posted by on August 12th, 2016 Kommentare deaktiviert

Rubedo – Goldenes Geheimnis der Alchemie

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Es röte sich der Stein – Höchstes Ziel der Alchemie
Lapis Philosophorum ©scrano 2014

 The alchemical process
is a method for self knowledge
that the soul undergoes
far outside its realm of existence.
Mary Anne Atwood

Das Opus Magnum

Das Grosse Werk ist eine Metapher der europäischen Alchemie des Mittelalters und der Renaissance, welche viele Autoren und Künstler zu unterschiedlichen Arbeiten inspiriert hat. Es zielt einerseits auf die Umwandlung einer primordialen Ursubstanz, der prima Materia  in (spirituelles) Gold, andererseits  auf die tatsächliche, stoffliche oder metaphysische Darstellung des Lapis Philosophorum, des Steins der Weisen, ab. Der Weg zur Herstellung des Lapis Philosophorum verlief über vier, später drei Stufen, je nach Autor geht man sogar von sieben oder zwölf (Zwischen-)Stufen aus. Die praktische Anwendung des Opus Magnum sollte unedle Substanzen durch Transmutation in Gold verwandeln, indem man den ursprünglichen Stoff durch den „roten Stein, den Lapis“ führte. Das aus dem sagenhaften Stein gewonnene “rote Elixir” war ein Mittel, das als Panacea (Allheilmittel)  angesehen wurde, und sogar Unsterblichkeit verhiess. Es bildete das Gegenstück zum einfacheren Kleinen Werk, bei dem man durch das „weiße Elixier“ unedle Stoffe zu Silber verwandelte. Dieser letzte Veredelungs-Vorgang wird auch als Multiplikation und Projektion bezeichnet. Wegen der Analogie als “Spender ewigen Lebens” wurde der Lapis auch mit dem “Heiligen Gral” assoziiert. Nicolas Flamel, einem der berühmtesten Alchemisten sagte man nach, er hätte das Geheimnis entschlüsselt, und würde seither unsterblich in der Welt wandeln. Auf dieser Geschichte basiert auch eine Einlassung im Roman “Harry Potter and the Philosopher’s Stone”. Der erste Band von J.K.Rowling’s Zauberlehrlingsreihe handelt ebenfalls vom Stein der Weisen und Nicolas Flamel und seine Frau Perennelle (die Ewige) werden als die Erschaffer und Besitzer desselben erwähnt. Als eine der verschiedenen Masken des unsterblichen Alchemisten spukt auch der berüchtigte Graf von St.Germain durch die Literatur. Und schliesslich taucht Flamel noch als Vorbild und Lehrmeister des vampirhaften Bösewichts Etienne im Horror-Krimi “Vidoq” mit Gerard Depardieu auf. Der historische Flamel handelte mit antiken und okkulten Schriften und war wohl auch sehr wohlhabend. Nach seinem Tod hinterliess er sein Haus und Vermögen einer Armenstiftung, die noch heute existiert.

Wie die transmutatorischen Umwandlungs-Stufen praktisch im Einzelnen auszusehen haben, war in der Alchemie ein Streitpunkt.  In der Antike war die Vorstellung vom  vierstufigen Prozess (Quaternität) vorherrschend – vielleicht wegen der Elemente-Lehre und der numerologischen Überlieferung, dass die Vier die Zahl der Manifestation sei. Der Kubus als platonischer Körper galt bei Kepler als Symbol für das Erdelement, sein zugehöriger planetarer Achetyp Saturn wurde schon in der Antike als einer der Meister der Alchemie angesehen. Der Saturn-Orbit wurde daher in Keplers Harmonices Mundi auf einem solchen Kubus als Aussensphäre beschrieben. Das auf der Sphärenharmonie fussende Modell liefert wie die Titius-Bode Reihe keine vollständig befriedigende Lösung bezüglich der Genauigkeit der planetaren Orbits – immerhin ein ästhetisch ansprechendes Modell, das auch in mit der  Musiktheorie in Beziehung gesetzt werden kann. Die Titius-Bode Reihe ist neuerdings bei der Auffindung von Exoplaneten wieder interessant geworden.

Die Stufen der antiken Vierheit:

  • nigredo – prima materia
  • albedo
  • citrinitas
  • rubedo

Erst im späten Mittelalter wurde die Quaternität zur Trinität, wobei die Stufe der Gelbung entfiel. Die Trinität war in der christlichen Lehre die heiligste Zahl, Sinnbild des Höchsten.

Es gab auch kompliziertere Schrittfolgen:

  • Materia Prima, Calcination, Sublimation, Solution, Putrefaction, Destillation, Coagulation, Tinctura, Multiplikation, Projection.

Hier sieht man eher eine Analogie zum realen Experiment. Der Naturphilosoph und Arzt Paracelsus geht ebenfalls über die vier Stufen hinaus und beschreibt unter anderem in seiner De natura rerum den Prozess eine Transmutation in sieben Schritten, vielleicht in Anlehnung an das damalige Planetenmodell der klassischen Himmelskörper. Er verwies ja bereits bei seiner Lehre von den Entia auf den Einfluss astrologischer Faktoren auf Krankheitsursachen.  Zur Darstellung iatrochmischer (spagyrischer ) Heilmittel wurde genau eine solche  siebenstufige Prozessierung für die Ausgangssubstanzen von ihm vorgeschlagen, um die Heilwirkung zu verstärken.

Im Verlauf der Jahrhunderte entwickelte sich das Opus Magnum zu einem kryptischen Gemisch verwirrender Anweisungen, wohl auch auf Grund der sehr individuellen Erfahrungen und Aufzeichnungsformen, die den praktischen Prozess immer unverständlicher werden liessen. Die einzelnen Vorschriften für die Präparationen waren zudem symbolträchtig, vieldeutig und häufig in reiner Bildform, wie z.B. dem Rebis oder Merkurbrunnen dargestellt. Die Verschlüsselung von wissenschaftlichen oder philosophischen Inhalten in Bilderrätsel ist seit der frühen Renaissance bekannt. Dies diente einerseits dem Schutz der Information vor Unbefugten – andererseits war es für den Adepten eine Möglichkeit Wissen in konzentrierter Form an seine Schüler weiterzugeben. Bilder eignen sich oft besser zum Vermitteln ganzheitlicher Inhalte, die in ihrer Gesamtheit gedeutet werden müssen. Beispiele sind das Hexastichon von Sebastian Brandt, aber auch der Tarot – letzterer ganz sicher kein gewöhnliches Kartenspiel.

Der Schritt von einer Vierheit zur Dreiheit kann auch mit einer Umwidmung der Alchemie von einer tatsächlich chemisch oder metallurgisch arbeitenden Disziplin zu einer rein geistigen zusammenhängen: Aus der Vier der Materie wird die Drei des Geistes. Das Magnum Opus  wurde nämlich schon immer auch als Anleitung und Allegorie für eine geistig-seelische Transformation in der Hermetischen Tradition verwendet.

Sir Isaac NewtonPhysiker, Mathemtiker - Alchemist - kein Widerspruch.quelle: wiki

Sir Isaac Newton
Physiker, Mathemtiker – Alchemist – kein Widerspruch.
quelle: wiki

So erhält die Alchemie schliesslich vor allem die Bedeutung eines Meditations- oder Seelenwegs in der abendländischen Mystik. Bei den Rosenkreuzern wird heute noch von geistiger oder spiritueller Alchemie gesprochen, die eine Vervollkommnung des eigenen Menschseins mit sich bringen soll. Gustav Meyrink (Satiriker und Mystiker) knüpft unter anderem an diese Tradition in seinen Werken an:

  • nigredo (putrefactio), Schwärzung (Fäulnis): Individuation, Reinigung, Entfernen von Unreinheit
  • albedo, Weißung: Vergeistigung, Erleuchtung;
  • rubedo, Rötung: Vereinigung des Menschen mit Gott, Vereinigung des Begrenzten mit dem Unbegrenzten.

Eine ähnliche Überlegung brachte den Begründer der Analytischen Psychologie, Carl Gustav Jung, ebenfalls zur Schlussfolgerung, dass eben jener oben beschriebene Schritt von der Quarternität zur Trinität mit inneren und psychischen Gründen zu erklären sei. Nicht experimentelle, chemische Prozesse würden im Großen Werk beschrieben, sondern unbewusste, innere Zusammenhänge in die Laborarbeit und die Bildwelten der Alchemie hineinprojiziert. Da wäre dann das transformatorische Experiment eine Art kontemplativer Zen-Weg des Westens, wie Bogenschiessen, Kalligraphie  oder Ikebana in Japan. Jung setzt diese Erkenntnis zu seiner Theorie der Individuation in Beziehung, wobei nun die Rubedo aus der ursprünglichen Vierheit die Persönlichkeit in ihrer Ganzheit erstehen lässt. Auch hier wird schliesslich eine Dreiheit geformt, weil Ego und Selbst verschmelzen. Es kommt als Ergebnis des Umwandlungs-Prozesses die wahre Natur des Individuums zum Vorschein. C.G. Jung und der Quantenphysiker Wolfgang Pauli waren die ersten, die sich über die Zusammenhänge zwischen Alchemie, Psychologie und Physik Gedanken gemacht haben. Sie verfolgten dabei die Idee, dass Materie und Bewusstsein (Psyche bzw. Geist) zwei verschiedene Erscheinungsformen ein und derselben zugrunde liegenden Realität sein könnten.

  • “Ascend above any height, descend further than any depth;
  • receive all sensory impressions of the created: water, fire, dryness and wetness.
  • Think that you are present everywhere: in the sea, on earth and in heaven;
  • think that you were never born and that you are still in the embryonic state:
  • young and old, dead and in the hereafter.
  • Understand everything at the same time: time, place, things: quality and quantity.”
  • (Corpus hermeticum, 1460).

Berühmte Alchemisten: Empedokles, Maria, die Alchemistin, Avicenna, Rhazes, Albertus Magnus, Nicolaus Flamel, Isaak Newton, Basilius Valentinus, Agrippa von Nettesheim, Johann Agricola, John Dee, Elias Ashmole, Robert Boyle, Christopher Wren

Bebilderte Werke:

Ein Nachtrag für Freimaurer: Die Alchemie basiert auf der Metallurgie und dem Bergwerkswesen. Ursprünglich hatte diese Aufgabe der Schmied der Gemeinschaft, er sammelte Erz an nur ihm bekannten Lagerstätten und erschmolz das Metall daraus. Später war er der Spezialist im Legieren der Bronze und dem Metallguss, neben seiner Tätigkeit als regelrechter Schmied. Warum ist das für Brüder interessant? Nun, der allseits bekannte Tubalkain war ein Schmied und auch Meister Hiram war ein kunstfertiger Giesser von Bronze und Eisen, zumindest laut biblischer Quelle. Kein Architekt, sondern ein Metall-Bildhauer, er fertigte Jachin und Boaz, sowie das eherne Meer und die Ritualgegenstände des Salomonischen Tempels. Also vom Schmied Tubalkain (etymologisch verwandt mit dem hinkenden Vulcanus) über den legendären Hiram führt ein Weg hin zum Alchemisten Elias Ashmole ?

  • Wer genaueres wissen will: Mircea Eliade: “The Forge and the crucible” von 1956  ist immer noch ein gutes Buch über dieser Thema.
  • Auch der Schamane der frühen Kulturen war ein Feuer-Künstler, der bereits um chemische Transformationen und Erzlagerstätten wusste.
  • Schmiede wurden im Mittelalter oft misstrauisch beäugt und galten als im Bund mit teuflischen Mächten.
  • Der Erschaffer der Himmelscheibe von Nebra war auch ein solcher Schmied-Schamane und wohl auch der Stammesführer, kein FÜRST – ich hasse diesen irreführenden Ausdruck! Fürst von Hochdorf, Fürstin von Vix etc … diese herausragenden Persönlichkeiten waren so wenig feudale Fürsten wie ein heutiges Clans-Oberhaupt im keltischen Schottland.

Ursprünglich stammt die Alchemie wohl aus dem antiken Ägypten, wie auch die Glasmacherkunst – die ebenfalls ein goldenens Geheimnis birgt: Das zu allen Zeiten begehrte blutrote Rubinglas entsteht nur durch Zusatz von Gold zur Schmelze – erst durch Zugabe des Edelmetalls als Goldpurpur rötet sich tatsächlich das Glas – eine echte Rubedo also. Die Ofenmeister der alten Glashütten wurden wie die Schmiede und Metallgiesser ebenfalls als eine Art Schamane oder Alchemist angesehen, da sie eine Transmutation der unscheinbaren Zutaten zu einem leuchtenden, das Licht einfangenden Ergebnis zustandebringen konnten. Auch sie hüteten die Rezepturen ihrer Zunft als eine Geheimwissenschaft. Das Rubinglas wurde tatsächlich von einem Alchemisten des 17 Jhd in Preussen erfunden, Johann Kunckel. Pikanterweise ist dies auch der Beginn der Nano-Technologie, da die Rubedo im Glas durch Gold-Nanopartikel, und erst beim finalen Temperprozess bewirkt wird. Vorher ist das Glas völlig klar durchsichtig, um sich dann bei der richtigen Temperatur blutrot zu färben – wie ein Akt der Magie. Von Getränken, die aus diesen Gläsern getrunken wurden, erhoffte man sich vielleicht auch eine lebensverlängernde Wirkung, ähnlich wie die des echten Lapis?

Selbst eine analoge Einteilung: Nigredo – Rubedo – Albedo existiert beim Glasmachen, nämlich bei der Prozessierung der früher aus Holz gewonnenen Pottasche. Auch diese gibt es ein drei Veredelungsstufen: Schwarze Rohform, ein rotes Zwischenprodukt und schliesslich der höchste Reinheitsgrad Albedo, nach der vorausgegengenen Calcinatio.

Nach der Meinung einiger Historiker könnte sogar das berüchtigte, noch nicht entschlüsselte Voynich-Manuskript einfach die Geheimnisse der venezianischen Glaskunst beherbergen. Als okkultes oder alchemistisches Schriftstück getarnt wären diese in einem Akt der Industriespionage ausser Landes gebracht worden, um der Todesstrafe für so einen Verrat zu entgehen.

Der schon erwähnte Horror-Krimi Vidoq spielt mit den Zusammenhängen zwischen Alchemie und Glasmacherei, besonders mit der von vielen Tabus belegten Spiegelherstellung. Diese liefert sogar den Haupthandlungsstrang und die Inspiration für den feurigen Showdown. Nur die Sache mit dem Jungfrauenblut – sensationalistischer Nonsens statt sauberer Recherche: Naja ein Horrorfilm eben. Da haben die Autoren wohl an Gräfin Bathory aus den Karpaten gedacht… die wolte ja auch durch Bäder im Blut junger Mädchen die ewige Jugend erlangen. So eine magische Spiegelmaske wie der böse Alchemist verwendete auch schon der schurkische Goa’uld Anubis aus Stargate SG-1, um seine Seele am richtigen Platz zu halten. Lustig, wer hat da wohl bei wem abgekupfert – Film und Serienstaffel kamen etwa zeitgleich (2001) heraus.

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Verwandlung der Materia prima durch den Lapis.

 

Posted by on August 10th, 2016 Kommentare deaktiviert