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Das Erdelement: Stabilität, Fruchtbarkeit, Realitätssinn

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Fruchtbar grünes Erdelement: Kessel oder Füllhorn der Mutter Erde.
Cornucopia ©scrano 2013

Korrespondenzen des Erd-Elementes:

Zodiak:

  • Jungfrau: mutabel – Merkur in seinem Nachthaus, Vesta
  • Steinbock: kardinal – Saturn in seinem Nachthaus
  • Stier: fix – Venus Pandemos

Tarot: Pentakel, Münzen

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Grün, rostrot, ocker, braun, grau, schwarz

Alchemie:

  • EarthNach unten zeigendes Dreieck mit Querbalken

Elemental:

Tage:

  • Samstag – Saturn

Pflanzen:

  • Getreide (Merkur), Wurzelgemüse (Venus), Immergrüne (Saturn), Nadelbäume (Saturn)

Signatur:

Wenig Blüten, unscheinbare Blüten, ledrige Blätter, knorrig, kriechend- oft mit Rhizom, starke Wurzelbildung, mineralstoffhaltig, kieselsäurehaltig, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stärkebildung, wenig Zucker oder Saft. Erdiger Duft. Pflanzen der arktischen Regionen. Kältevertäglich.

Öle:

  • Patchouli (Venus, Pluto)
  • Vetiver, (Venus, Pluto)
  • Kalmus, (Saturn, Sonne, Mond)
  • Tonka, (Venus, Mars)
  • Myrrhe (Saturn, Mond)
  • Iriswurzel, (Saturn, Mond)
  • Zypresse, (Saturn, Sonne)
  • Sandelholz (Venus, Mars)
  • Eichenmoos,
  • Karotte

Tiere:

  • Auf vier Beinen laufende Tiere, vor allem Weidetiere, Reptilien, Höhlen- oder Baubewohner wie Murmeltiere, Dachse. Tiere der Felsenregionen.

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Der Erde,  zu der die Yin Variante “Ruhe und Empfängnis” passt ist in jedem Elementesystem die Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren, aber auch des Menschen zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie von Saturn und Venus regiert, dem Winter- und Frühlingsapekt der bäuerlichen Kulte. Den Erdzeichen haftet vor allem die Neigung zur realen, physischen Manifestation der Dinge an an, sogar der Merkur-beherrschten Jungfrau. Diese repräsentierte aber in antiken Vorstellungen  Asträa, die Sternenjungfrau. Deren Symbol war die Kornähre. Als Zeichen der Aussaat und Ernte (heliakischer Aufgang bzw. Untergang zu diesen Jahreszeiten) war Virgo/Asträa auch mit den Mysterien der erdhaften Muttergöttin Demeter verbunden. Allen drei Erdzeichen ist eine wert-konservative Einstellung zueigen. Das Erdzeichentrigon repräsentiert: Wachstum der Vegetation (Stier) Ernte (Jungfrau) Winterruhe (Steinbock).

Zustandsformen der Elemente im Erd-Trigon:

  • Steinbock: kardinal, aufstrebende Berggipfel, Felsen
  • Stier: fix, weite Ebenen, Ackerland
  • Jungfrau: mutabel, vom Wind bewegtes Grasland, Getreidefelder.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos interessiert. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Posted by on Januar 12th, 2017 No Comments

Mitten im kalten Winter: Yule – Rauhnacht – Sonnenkind

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.
Yul Embers ©scrano 2014

When the Wheel begins to turn, let the Beltane fires burn.
When the Wheel has turned a Yule, light the Log and let Pan rule.

WINTER SONNWENDE – YULE

Im nordisch-germanischen Neuheidentum (z. B. Asatru) ist das altgermanische Julfest eines der drei Eck-Feste im Jahr und man versucht auf das Brauchtum zurückzugreifen, das man aus den Überlieferungen noch rekonstruieren kann:  z. B. Wilde Jagd oder Raunächte, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu begehen. Als Datum kommt hierfür entweder direkt die astronomische Sonnwende am 21.12. oder der Tag des ersten Vollmonds danach in Frage, welcher Julmond heisst. Deneben gibt es noch das Haakon dem Guten zugeschriebene Datum am 25.12.  Daher ist das Julfest wohl nicht nur dem solares Kalender zuzuordnen. Unter Umständen ist die Zeit der Raunächte auch ein Versuch den Sonnen- und den Mondkalender zu synchronisieren, wie man es auch schon jungsteinzeitlichen Bauten wie Stonenhenge als ein möglicher Verwendungszweck zuschreibt. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Wie in allen einfachen, „nicht-interkalierenden Lunisolarkalendern“ (also allen Mondkalendern ohne Schaltmonate, wie man sie in bäuerlichen Kulturen findet), werden die auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als  Tage „außerhalb der Zeit“, eingeschoben. Von solchen Tagen wird in der zugehörigen Kosmologie angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien und daher die Grenzen zu anderen Welten durchlässig würden. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne oftmals mit Tabus, Ritualen und Volksmythen. Es wird auch vermutet, dass die Bräuche um die „Winterauskehr“ am Ende des Faschings in diesem Zusammenhang stehen: Sie simulieren eine Interkalation bezüglich des Jahresbeginns mit dem Frühlings-Äquinoktium. Besonders deutlich findet sich das in den römischen Saturnalien und Lupercalien.

Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Der Julmond, der auch Nytungl (Neuer Mond) oder Nykung (Neuer König) heißt, wird mit dem rituellen Jultrinken begrüßt. In der christlichen Weihnachtsliturgie war früher die sogenannte Johannisminne, ein rituelles Zutrinken, üblich, am 27. 12., dem Feiertag des Evangelisten Johannes.  Zu den verwandten Bräuchen kann man auch den Wassail rechnen, wie er in Schottland noch üblich ist, oder auch in Teilen Bayerns als Flursegen angewandt wird. Dort besprengt man die Flur bzw die Apfelwiesen mit Milch oder Most aus der vergangenen Ernte. Der Julmond im Januar kennzeichnet den Beginn des neuen Jahres. Man sieht die Rauhnächte zwischen Wintersonnenwende (Mütternacht) und Dreizehnttag (Perchtennacht) als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Das Haus wird geräuchert mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus,“ oder “Evil shall leave and not enter”, wie es im Original heisst.  Der „Julbock“, wird aufgestellt, sehr zur Freude der Kinder: Ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke. Gastfreundschaft soll schon früher ein wichtiges Element der Julzeit gewesen sein, so soll das Haus den Gästen offengestanden haben, die ein und aus gingen und reich bewirtet wurden. Zudem ist es ein Brauch, einen großen Holzklotz – den Julklotz – aus dem Wald zu holen, und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Vergleichbar mit dem Volksbrauch, Feuerräder bzw. Osterräder von Bergen abzurollen, werden von Anhöhen brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, herab gerollt. Als Kinder haben wir kleinere solche brennende Reifen mit Hilfe von Haselstöcken durch den Ort gerollt, im schwer katholischen Bayern! Überhaupt sind hier die Raunachtsbräuche noch sehr lebendig. Perchtenlauf, Räuchern und etliche Tabus in der Zeit zwischen der Zeit werden hier noch in breiter Vielfalt und grosser Selbstverständlichkeit praktiziert. Nicht erst als neuaufgelegte Touristen-Folklore oder als ärgerliches Rudiment aus der Nazi-Zeit. Die enorme Vielfalt des lokalen Brauchtums legt ausserdem die Annahme vorchristlicher Ursprünge nahe, leider ohne dass heute noch feststellbar wäre, wo die jeweiligen kulturellen Wurzeln tatsächlich liegen. bzw. wie weit sie zurückreichen. Germanische Bezüge vieler Raunachtsvorstellungen sind aber naheliegend, denn zu dieser Zeit soll sich nämlich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin/Woden/Wotan über das Land ziehen sollten:

Im Zentrum der  Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, steht dann Woden’s “Wilde Jagd”. Zu dieser Zeit stehe die “überirdische Anderswelt” endgültig in Verbindung mit der Menschenwelt und die Seelen der Verstorbenen dürfen Kontakt aufnehmen. Dieser Glaube, dass zu sich zu dieser Zeit das Tor zum Geisterreich öffnet, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (dumb supper) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen z.B. Bretagne, britische Inseln, mit sich. Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle (Berchta, Perchta), die eine deutliche Verwandschaft zur germanischen Totengöttin Hel hat. Aber nicht nur in Regionen nördlich der Alpen wurden solcherlei Glaubensvorstellungen gepflegt: Auch die Römer kannten entsprechendes Brauchtum, ebenso verbreitet ist es in Griechenland oder Osteuropa, also in grossen Teilen des  indoeuropäischen Sprachraums. Erdhafte und unterweltliche Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd einherziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Ost-Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten. Die Bräuche zu den verschiedenen “Zwischenzeiten” des Jahres ähneln sich sehr: Es existieren Übereinstimmungen z.B. zwischen dem Rauhnachtsbrauchtum und dem von Samhain oder All Hallows Eve” und den graeco-römischen Feiern der Erntefeste, an denen auch “Mundus Cereris Patet“: Saturnalia, Lupercalia.

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Krampus, auch ein Weihnachtspercht,
der manchmal schon mit dem Nikolaus kommt.
Er ähnelt dem Habergoas. quelle:wikimedia

Diese Umsetzung solcher Vorstellungen spiegelt sich besonders in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Dort gibt es allerlei teuflisch erscheinende Gestalten, die Schiechperchten, zum Beispiel den Habergoas, eine Mischung aus Pferd und Ziegenbock, ersteres ein Symbol Wodens, der Bock ein Tier des Thor. Die sogenannten Holzperchten schlagen besonders die Mädchen mit Haselzweigen, wohl eine Variante des “Quickens“, ein Fruchtbarkeitsritual. Auch die Hasel gehört zu Thor, der als Fruchtbarkeitsgott der Feind des Winters war: Im hohen Norden beteten die Menschen zu ihm, dass er die grimmigen Eisriesen mit seinem Hammer möglichst bald zerschmettert.  Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die schellenbehängten Schepperer oder Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. Wobei nicht nur der Lärm, sondern auch der Schwefeldampf des Schiesspulvers die üblen Geister vertreiben soll.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende) (längste Nacht des Jahres)
  • 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten)
  • 31. Dezember/1. Januar (Silvester)
  • 5./6. Januar (Epiphanias, Erscheinung des Herrn)

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt, obwohl hier der alte heidnische Bezug noch extrem deutlich ist:

“Der Thama mit’m Hamma”

Die Nacht vor Thomas (21. Dezember) ist eine der wichtigsten und eigenartigsten Losnächte. Er ist recht volkstümlich, der “Thama mit’m Hamma”. Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden, wetterbeherrschenden Gott der Germanen Thor/Donar, der mit seinem Hammer Mjölnir an die Wolken schlug und damit den Donner erzeugte. Der blutige Thamerl, wie er bei uns genannt wurde, war besonders als Kinderschreck gefürchtet.

Auch die seltsame Luzier: Hl. Lucia, am 13. Dezember gefeiert, gehört eigentlich noch zu den Raunachtsgestalten. Der 13. Dezember war früher ein wichtiger Tag für die traditionellen Feierlichkeiten der Sonnenwende, denn bis 1752 fand die Wintersonnenwende (z.B. in Schweden) an diesem Tag statt. Die Sichel der St.Lucia, als Symbol ihres Märtyrertums,  wird nun zum Drohwerkzeug für unartige Kinder, wie der Thorshammer des “Thamerl”. Diese Sichel kann man auch als Symbol des Saturn, als Herrn der Zeit und Schnitter Tod interpretieren, oder als Mondsichel der “Grossen Göttin”. Zur Deutung als Saturnsymbol kommen noch Janus und Terminus dazu, die in der Römerwelt für die räumlichen und zeitlichen Grenzen zuständig waren. Beide Gottheiten standen mit Saturn in Verbindung. Besser kommt Lucia in Schweden weg, hier wird ihr Gedenktag als Lichterfest gefeiert, vor allem für die Töchter der Familien ein Spass: Die älteste Tochter weckt weiss bekleidet, mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, morgens die Familie und serviert ihnen Frühstück bei Kerzenschein: Vor allem Safrangebäck, ein Symbol der Sonne. Diese süssen Kringel, auch als Lussekatter=Luciakatzen bezeichnet, können auch ein Hinweis auf aur nordische Göttin Freya sein, deren Himmelswagen ein Katzengespann zog. An diesem Tag wird das berühmte Lucia-Lied gesungen, das von der Wiederkehr des Lichtes handelt, auch ein Bezug zum alten Datum der Sonnwende.

Die Etymologie, also die sprachliche Wurzel,  des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Eine Möglichkeit stellt das mittelhochdeutsche Wort rûchhaarig‘ dar,  das es in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren heute noch gibt. Es würde sich dabei auf die mit Fell bekleidete Schmutz- oder Schiechperchten beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh. Wie zum Beispiel das Räuchern der Ställe mit dem Johannisbuschen des Sommers. Das würde aber auch die andere Herleitung des Wortes liefern: Rauch-Nacht, vom Haus-und Hof -Räucher-Ritual abgeleitet, das von der Bäuerin ausgeführt wird. Die alternative Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch, der auf der Sage beruht, dass entweder Thor oder Odin zu dieser Zeit die Gastfreundschaft der Menschen überprüfe, und je nach Ausübung oder Verweigerung belohne oder bestrafe. Wie auch Frau Holle im Märchen.

Die Rauhnächte als Quasi-Niemandszeit sind auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich mehr aus Spass und Geselligkeit – in Form des Bleigießens (das Metall Saturns, des Herrn der Grenzen und der Zeit)  bis heute weiter gepflegt. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Ein bisschen blitzt da noch das sprechendes Odinspferd, der achtbeinige Sleipnir, oder Fallada aus dem Märchen “Die Gänsemagd” durch.  Mancherorts dürfen sich die Tiere bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Heinzelmännchen, Laren und Manen lassen grüssen!

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die wilden Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Wohl eine Art Angst vor “Incubi” oder Besessenheit.  Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Beide galten als besonders anfällig für Hexerei, als Opfer und Täter. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.

Diese Tabus sind wohl der Dämonisierung des älteren Brauchtums durch die Christianisierung zuzuschreiben: Die Götter der alten Religion sind häufig die Teufel der neuen. Vor allem weil einige Yul- oder Raunachtsbräuche mit Fruchtbarkeit zu tun haben, oder auch mit Orakelbräuchen, die vielleicht mit dem Genuss von Pilzdrogen, wie der Amanita muscaria einhergingen: Das mochten die sittenstrengen Kirchenlehrer wohl gar nicht dulden.

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Wintersonnenwende – Mutternacht. Das Leben kehrt zurück.
Modranecht ©scrano 2015

Doch zurück zum Neuheidentum:

Auch in der teilweise auf keltischen Überlieferungen*** basierenden Wicca-Religion ist das Julfest eines der 8 Feste des Jahreskreises, an dem mit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des an Samhain gestorbenen gehörnten Gottes bzw. der Tod des Winter- oder Holly Kings (Winterhalbjahr) und dessen Ablösung durch den Oak King (Sommerhalbjahr) gefeiert wird. Holly (Ilex, Stechpalme) und Oak (Eichenlaub) stehen auf den britischen Inseln als Symbole für den Winter und Sommer. Das sieht man auch an den vielfältigen Darstellungen der sogenannten “Green Men”, welche die Vegetation oder Herne, den Geist des Waldes, einer Art Kreuzung aus Odin, Cernunnos und Jennerwein***, versinnbildlichen.

Die Nacht dieses Wechsels wird als in der Zeit gefrorener Moment begriffen: Die Welt hält einen Moment den Atem an. Im Kessel der “Grossen Mutter” wird das Licht neu geboren, aus dem “Dunklen Winterkönig” wird das Sonnenkind.  Dieses Symbol der zunehmenden Tageslänge ist das Versprechen auf einen neuen Sommer voller Licht und Wärme. Die Göttin beginnt einen neuen Zyklus im ewigen Kreislauf, wobei sie sich wieder zu ihrer “jungfräulichen” Form transformiert.  Auch hier spielt das Feuer, z.B. der Jul-Block (nicht Bock!) und das Räuchern im Ritual eine zentrale Rolle. Die traditionellen Weihnachtsfarben: Gold, Grün und Rot kommen ebenfalls zum Einsatz, sie repräsentieren Licht und Leben.

Zum Räuchern als Ausleitung des alten und Einleitung eines neuen Lebenskreislaufs werden Pflanzen mit Korrespondenzen zum Feuerelement oder der Sonne verwendet:

  • Zimt, Nelken, Weihrauch, Myrrhe aber auch Zedernholz und vor allem Lorbeer für den Gott in seiner Form als Sonnengott und Lichtgott Apollon oder Bel/Balder und Rosmarin für die Göttin in ihrer Repräsentation als Artemis/Brigid/Freya.
  • Der Lorbeer hat als heilige und heilende Pflanze eine lange Tradition: Schon die Orakelpriesterinnen in Delphi verwendeten ihn, wahrscheinlich schon in der Zeit der alten Erdgöttin Python, bevor Delphi zum Orakeltempel des Apollon wurde. Zu Heil- und Reinigungszwecken eingesetzt wurde Lorbeer  im Heiligtum des Asklepios und bei Ritualen zu Ehren der Göttin Ceres oder der keltischen Cerridwen. Der Rauch des Lorbeer hat eine erdhafte und eine sprirituelle Note.
  • Auch mit Salbei wurde und wird in der Zeit geräuchert, ein Brauch, der ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt. Nicht verwechseln mit “Sage” dem Steppenbeifuss der amerikanischen Ureinwohner.

Viele der anderen genannten Düfte sind uns bereits aus dem allgemeinen Weihnachtsbrauchtum vertraut. Sie wirken stimmungsaufhellend und vertreiben die Schatten des Winterblues. Es ist die Zeit der Neuanfänge und um die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Jetzt wird das Samenkorn für ein gutes neues Jahr gepflanzt. Wir können Bernstein oder Tigerauge als Glücksbringer verschenken, die sowohl die Sonne als auch den glücklichen Wechsel versinbildlichen.

In allen Traditionen, sei es nun historisch oder neuheidnisch, aber auch traditionell christlich wird in dieser Zeit gefeiert und die Hoffnung auf gute Zeiten ausgedrückt.

Häufig auch durch Geselligkeit bei gutem Essen:

  • Truthahn, Gans, reichhaltiges Gebäck wie Stollen und Früchtekuchen, Glühwein oder Punsch.
  • Und natürlich darf der sonnenhafte Met aus dem Honig des Sommers nicht fehlen, am Besten als Heissgetränk.

 

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***Die herrschende Vorstellung der kosmischen Eltern, einer Allmutter (der mondhaften Göttin) und eines solaren Jahresgottes (der Vegetation) ist relativ generisch. Viele Wicca haben ihr individuelles Götterpaar, wobei auf unterschiedliche Kulturen zurückgegriffen wird: Graeco-Romanische, Nordische, Keltische oder Slawische Traditionen, beispielsweise. Sogar eine christlich geprägte Variante mit Maria und Jesus als Mutter/Sohn Paar gibt es in den USA. Da Maria oft mit der Mondsichel abgebildet und Jesus als wiedererstehendes Licht gefeiert wird – für naturreligiöse Christen erscheint diese Tradition nicht abwegig.
  • “Alle Göttinnen und Götter sind eine Göttin und ein Gott”.
Somit handelt es sich beim Wicca um naturreligiös motivierten Pantheismus. Die Ritualistik hat allerdings deutliche Bezüge zum inselkeltischen Brauchtum, aber auch zum Freimaurertum und zu hermetischen Orden, wie “Golden Dawn”.
***Herne,the Hunter aus Shakespeares “Merry Wives of Windsor” hat wohl Wurzeln sowohl in einer historischen Figur, dem berüchtigten Wilderer Richard Horne, aber auch bei mythischen Gestalten wie Odin mit der Wilden Jagd. Er ähnelt damit Robin Hood, oder Figuren des Nibelungenliedes und der Artus-Sage. Odin als Waldgeist kennen wir im Märchen in der Gestalt des Rübezahl.
 

christmas_flower_by_kmygraphic-daroyvx Animation: ©kmygraphic

Posted by on Dezember 19th, 2016 2 Comments

Sieben Todsünden: Gula – Völlerei – Jupiter

Ja ich weiss, jetzt ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit, mit allen Leckereien, gibt es jetzt die Klatsche … allerdings, besser ist das, wie es bei “Werner” heisst. Denn die Pfunde nachher müssen dann wieder mit Schweiss und Kasteiung angegangen werden. Zudem passt das Thema gut hierher: Santa Claus und Jupiter haben ja einiges gemeinsam, es läuft auch gerade die Sonne durch den Schützen, wo der Olymp-Chef sein Domizil hat. Also lohnt vielleicht eine Bechäftigung mit den dunklen Punkten in seiner Agenda.

Gula

Gula, der Schlund – Völlerei, Masslosigkeit: Schatten des Jupiter

  • Mammon – Geiz- Saturn
  • Leviathan – Neid – Merkur
  • Satan – Zorn – Mars
  • Asmodeus – Wollust – Venus
  • Beelzebub – Völlerei – Jupiter
  • Belphegor – Faulheit – Mond
  • Luzifer – Stolz – Sonne

Die Symbolik der “Sieben“. gibt es schon im Zusammenhang mit Lastern in der babylonischen und persischen Zeit. Es wird vermutet, der Ursprung der Todsündenlehre liege im Motiv der vorgeburtlichen Seelenreise. Bevor die Seele in die Welt der Materie  eintritt, müsse sie sieben Himmelssphären durchwandern. In jeder nehme sie einen guten Geist in sich auf, aber auch einen schlechten. Gebräuchlich war auch eine Zuordnung der Todsünden zu den Wochentagen: Am Sonntag bedrohe Stolz den Menschen, wenn er sich in der Messe Gott nicht unterwerfe. Tag des Neids sei der Montag, des Zorns der Dienstag. Die Trägheit, speziell die spirituelle, bedrohe den Menschen am Mittwoch, weil er zeitlich am weitesten vom Sonntag entfernt ist. Wenn der Mensch seine Gottnähe verloren habe, sei er am Donnerstag gefährdet, nach materiellen Gütern zu gieren, und sich am Freitag, wenn er dem Fasten verpflichtet wäre, der Völlerei hinzugeben. Wollust ist die Sünde des Samstags. Diese Form einer Korrespondenz-Lehre steht aber im Widerspruch zu der Hermetischen Zuordnung der Sünden zu den Tagen und ihren Planetenentsprechungen. Sowohl in der gnostischen, der hermetischen als auch gemäss der klassischen Moraltheologie sind die “Sieben Todsünden” weniger in Handlungen begründet, sondern Dispositionen: Persönlichkeitsstörungen oder Charakterdefizite. Deshalb kann man sie auch nicht beichten. Sie legen erst den Keim der Unmoral und sind die Ursache der späteren verwerflichen Akte. Astrologisch und psychologisch stellen sie die Schattenthematik der entsprechenden planetarischen  Archetypen dar.

Wie das Zeichen des Schützen, und das 9. Haus, in denen er herrscht, steht auch Jupiter für Erweiterung des Horizonts in jeder Hinsicht. Fernreisen, Religionen und spirituelle Organisationen Wertesysteme, Philosophie und Sinnfindung und grenzenloser Enthusiasmus sind mit ihm verbandelt. Der Wunsch einer Reise zum Guru nach Indien dürfte stark vom Jupiter-Prinzip beeinflusst sein. In der vedischen Astrologie heisst der Planet sogar gleich Guru. Unter der Schattenseite dieser Expansionslust kann die Umgebung leiden, die sich überwältigt fühlt. Jupiter kann der fördernde Gönner sein, aber auch der aufgeblähte Luftballon eines Schaumschlägers, aus dem nur heisse Luft entweicht. Wachstum und Erweiterung werden in unserer Gesellschaft durchweg als positive Werte gesehen, doch es gibt auch schädliches und gefährliches Wachstum wie starke Gewichtszunahme oder eine Tumorbildung.

Jupiter ist grenzenlos und zügellos – auch rücksichtslos. Neptun, Venus und Jupiter in gespannten Aspekten sind ungesund – Essen und Alkohol im Übermaß könnten hier ein Problem werden. Es ist kein Zufall, dass Jupiter auf der körperlichen Ebene unter anderem die Leber regiert. Jupiter am Aszendenten, auch beim Transit hat oft Übergewicht zur Folge, ebenso im 6. Haus.

Er ist ein Gigant und wirft auch keinen kleinen Schatten:

  • Übertreibung, Kreuzzüglertum, Rastlosigkeit, Oberflächlichkeit, va banque Spieler, Seitensprünge und instabile Beziehungen, Opportunismus, Bon vivant, Don Juan, Megalomanie, Realitätsblindheit (Hoffen auf ein Wunder).
  • Oberlehrer, Pharisäer, Selbstgerechtigkeit, Arroganz, Machtmissbrauch → Bei Saturn finden wir eher den Amtsmissbrauch.
  • Die Börse mit all ihren Krächen und der Schalter des Wettbüros sind auch ein gefährlicher Spielplatz Jupiters, weil ihn manchmal blinder Optimismus und zu wenig Achtsamkeit auf Details (sein Gegenspieler ist der Merkur) antreiben. “From a Distance, there is Harmony …” lautet der Titel eines Songs von Bette Midler, einer Schütze-Künstlerin, allerdings durchaus ironisch gemeint.
  • Nicht umsonst heisst es auch:”Toleranz wächst mit dem Abstand zum Problem …”

Trotz all der Problematik, der Planet Jupiter galt in der klassischen Astrologie als der Wohltäter und “Glücksplanet” schlechthin. In der modernen, psychologisch ausgerichteten Astrologie wurde diese These revidiert; man weiß heutzutage, dass auch Jupiter nicht nur glücksverheißend ist, sondern auch fordernde Aufgaben bergen kann. Trotzdem: seine Schattenthemen werden immer noch relativiert: Bildet er beispielweise einen Spannungsaspekt (Quadrat, Oppositon) zu einem persönlichen Planeten, wird dieser Spannung ein geringeres Gefährdungspotential zugesprochen als beispielsweise einem spannungsreichen Aspektgefüge mit Saturn. Er wird also als relativ “harmlos” angesehen… auch in seinen Transiten.

Dass diese Einschätzung nicht so ganz funktioniert, meint auch Eve Jackson, Autorin des Buches “Jupiter – Der alte Wohltäter in einem neuen Licht” und stellt die provokante Frage, warum gerade dieser Planet in den Horoskopen von Naziführern und Kriminellen dominiert. Für sie ist Jupiter der “pompöse Hüter von Traditionen und Moral” bzw. der “Entwurzelte, der sich weigert, erwachsen zu werden”, letzteres wohl auch in der Verbindung zum Leben als ewig Suchender oder Gypsy. Denn auch Cowboys und “Fahrendes Volk” wie Wanderzirkus oder Schausteller unterstehen dem Jupiterprinzip. Mir ist das etwas zu vereinfachend formuliert, jetzt den Bösewicht hauptsächlich beim Jupiter zu suchen: Gerade bei Naziführern haben andere ungünstige Faktoren des Horoskops mehr Gewicht: Saturn, der grausam sein kann und Uranus, der nicht immer nur den Genius verkörpert, sondern auch Gewalttätigkeit. Sogar die Venus spielt hier oft eine fatale Rolle, weil sie unsere Beziehungsfähigkeit regelt, wie z.B. bei Adolf Hitler zu sehen ist. Der Jupiter vergrössert hier lediglich das eigentliche Übel. Bei Unterweltsbossen und Hochstaplern stimmt der Zusammenhang mit dem Schütze-Herrscher schon eher, z.B. Al Capone, “Lucky” Luciano. Aber sogar bei manchen Serienmördern (Ted Bundy) findet man einen starken aber gestörten Jupiter.

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Shakespeares Sir John Falstaff, ein richtiges  Ritter-Schwergewicht.
Personifizierte Völlerei, ein echter Jupiter-Avatar.
E.Grützner ca. 1900.

Trotzdem sollte man die Kirche im Dorf lassen, allerdings auch keine Schönfärberei betreiben, was die Spannungsaspekte Jupiters, sowohl im Radix, als auch im Transit angeht. Bei letzterem kann sogar manchmal die “glückbringende” Konjunktion problematisch sein, wenn sie eine vorhandene “Zeitbombe” triggert, hier ist wiederum das verstärkende Prinzip des Jupiter wirksam. Manche harten natalen Aspekte, wie etwa zum Chiron, der thematisch mit der Mythologie des Schützen als Zentaur verwandt ist, stellen möglicherweise ein tiefergehenderes Problem dar: Ein Quadrat vom Jupiter in 2 (Selbstwert) zum Chiron haben z.B. sowohl Anders Breivik als auch Oscar Pistorius. Durch solche schwierigen Jupiter-Aspekte ist oft die Fähigkeit gemindert, Dinge aus einem gewissen Abstand und mit grosszügiger Toleranz zu betrachten, auch Sinnfindung und Zuversicht können gestört sein. Bei Pistorius und Breivik findet man aber ausserdem noch eine extrem gespannte Kombination von Pluto- und Uranusthemen, bzw. Wassermann/Skorpion Verbindungen.

Jupiter und das 9. Haus verkörpern die gesellschaftlichen und persönlichen Wertesysteme: Ein beeinträchtigter Jupiter birgt hier die Gefahr, nur die eigenen Prinzipien gelten zu lassen. Daher vielleicht die eingangs erwähnte Verbindung zu Mafiabossen, Kartellchefs (oft problematischer Jupiter im Widder oder Skorpion) oder Serienmördern, wie sie in einer niederländischen Untersuchung gefunden wurde. Der sogenannte Glücksaspekt trägt hier dann nur dazu bei, dass die Täter nicht so leicht zu fassen sind und ihre Erfolgsbilanz bei auch bei gewagten Coups besser ist. Oder makaber in der besonders grossen Zahl ihrer Opfer.

Also ist nicht alles Gold was glänzt, auch nicht im Olymp. Zeus hatte auch seine dunklen Seiten: Notorisch untreu und selbstgerecht, auch ein wenig autoritär und aufgeblasen konnte er sein, der Göttervater.

Allerdings zeigt er sich zumeist doch lieber als Gönner und fähig zum Humor, neben seiner Unverwüstlichkeit eine seiner besten Eigenschaften.

Der Zusammenhang mit Gula, der Völlerei ist durch den Mythos der Geburt der Athena mitbegründet: Zeus verschlingt die schwangere Metis, die Verkörperung der Weisheit und hat danach eine wahrliche Kopfgeburt. Die Göttin Athena entspringt seiner Stirn, welche Hephaistos auf Anraten des Prometheus gespalten hat, voll ausgewachsen und mit Rüstung.  Der Grund für derlei drastische Aktionen: Bei der Schwangerschaft von Metis war ihm geweissagt worden, ein männlicher Nachkomme würde viel mächtiger sein als er, und ihn entthronen, so wie er seinen Vater Kronos gestürzt hatte. Eine Tochter wäre ihm ebenbürtig. Da Metis Zwillinge erwartete, wollte er wohl kein Risiko eingehen. Interessanterweise blieben nach der Befreiung Athenas sowohl Metis als auch der ungeborene Sohn in Zeus. Da der Junior sich so keinen eigenen Namen machen konnte, blieb er für den Olymp-Chef ungefährlich. Die Weisheit der Metis hatte dieser auch gleich “incorporated”. Athena, dankbar für die Unterstützung bei dem “Geburtsakt” blieb ihren “Hebammen” Prometheus und Hephaistos (mit Merkur bilden diese MacGyver des Olymp eine Art “Verstandes-Triade”) sehr verbunden. Auch sie eine Verkörperung der Logik und Vernunft, im Gegesatz zum intuitiven “Daddy” Jupiter.

Wie bei Paracelsus so schön geschrieben steht: Es ist kein Ding ohne Gift, die Dosis macht das Gift. Daher: “Alles in Massen und nichts im Übermass!”  Ein weiser, antiker Leitspruch, man kann ihn heute noch am Apollontempel von Delphi lesen.

 

Posted by on November 29th, 2016 Kommentare deaktiviert

Jupiter – Santa Claus – Schamane

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Jupiter Mandala, purpur, lila, feuerrot und blau sind seine Farben.
©scrano 2015

Mit der Sonne im Schützen wollen wir uns dem in diesem Zeichen herrschenden Jupiter-Archetyp und dem astrologischen Jupiter-Prinzip widmen.

O Fortuna, Imperatrix Mundi, wie es in Carl Orffs “Camina Burana” heisst: O Göttin des Glücks, Herrscherin der Welt!

schuetzeJupiter, die Sinnsuche, das Streben nach Glück – was liegt hinter den Dingen, der größere Zusammenhang, von der “Höheren Warte” betrachtet, das ganzheitliche Bild. Synthese, Zuversicht, Selbstvertrauen. Grossmut und Humor. Gaben und Begabungen. Eine Kreuzung aus Erbonkel und Santa Claus ?

Die Götter, die seinen Typus ebenfalls verkörpern:

  • Zeus, Jupiter, Odin (+Merkur), Thor (+Mars), Olorun, Damballah, Rosmerta, Fortuna mit dem Füllhorn.

Archetypen:

  • Positiv: Richter, Philosoph, Lehrer, Vater, Patriarch, Mäzen, Priester, Zigeuner, Weltreisender, Optimist, Santa Claus, Druide, Förster, Wildhüter, Naturschützer. Idealismus, Großmut. Gastfreundschaft (wie Thor, aber auch Odin), Optimismus, Vertrauen in die Zukunft, Zuversicht. Positives Karma, Neidlosigkeit, moralische Unterstützung, die glückliche Bestimmung. Humor, Fröhlichkeit.
  • Negativ: Falstaff und Popanz, Windbeutel, Hybris, Selbstgerechtigkeit, Opportunismus. Übertreibung, Kreuzzüglertum, Rastlosigkeit, Oberflächlichkeit, “va banque” Spieler, Seitensprünge und instabile Beziehungen, “Bon vivant”, Don Juan, Megalomanie, Realitätsblindheit (Hoffen auf ein Wunder). Oberlehrer, Pharisäer, Selbstgerechtigkeit, Arroganz, Machtmissbrauch → Saturn (AMTsmissbrauch).
  • Das Prinzip der Expansion, das eigene Potential, die glückliche Fügung, Gelegenheit, der fördernde Vater, das Suchbild des Ehemanns, das Selbstbild als Ehemann, Streben nach Einsichten und Philosophie, Rechtsauffassung, Suche nach Weite/Erweiterung im inneren und Äußeren. Talente und Mäzene. Ethik und Idealismus.

Rechtswesen:  ”Ich schwör’s bei Zeus, DREI mal schwör ich!”  Zeus galt als Beschützer des Eids, die Drei und Vielfache (6,9,12) als seine heilige Zahl(en).

Organisierte Religion mit Priestertum und Opfer-Ritualen und prachtvollen Zeremonien. Religiöse Lebensregeln, die zivilisatorisch wirken. Urbanisierung der Gesellschaft, Fernhandel und Kolonialismus. Rituale für Glück und Unterstützung, der Deus ex Machina. Wohlstand und Philantropie, mit Uranus.

Jupiterprinzip im Tarot: “Der Hierophant”, “Das Schicksal”, Dreien, Neunen, Könige, “Der Teufel“. Hierophant und Teufel stellen Spiegelkarten dar.

Orte: Universität, Tempel, Kirche, Schule, Reisebüro, Kultureinrichtungen, intellektuelle oder spirituelle Zirkel, Kasinos, Börsen.
Berufe: Schiedsrichter, Friedensrichter, Richter, Priester, Lehrer, Philosoph, Literat, Verlagswesen, Reiseleiter, Import/Export, internationaler Vertrieb, Agentur.

Astrologischer Herrscher über 9. Haus, Schütze und Fisch (mit Neptun)

  • Tag: Donnerstag
  • Farben: Purpur, violett, königsblau, orange-gelb.
  • Zahlen: Drei und Neun (mit Mars), Zwölf und Sechs (mit Neptun und Merkur).
  • Qualität: Mutables Feuer, Yang, im Fisch auch Wasser+Yin (das Nachthaus des Jupiter in der klassischen Astrologie).
  • Gegenpol zur 3 in der 3/9 Achse: Mentales ich, Erkenntnis der Dinge — > mentales Wir, Erkenntnis der Zusammenhänge zwischen den Dingen.

Dignitäten:

  • Domizil: Schütze,Fische
  • Exil:Zwillinge, Jungfrau
  • erhöht im Krebs, im Fall, Steinbock

Korrespondenzen:

  • Chakra: 2. 6. 7. je nach Lehrart, bei meinem System gehört das 5. Chakra: Lehren, Lernen, Kommunikation zur Achse Jupiter/Merkur.
  • Alchemie: der König, conjunctio.
  • Kristalle: Lapislazuli, Amethyst, Saphir, Hyazinth, Tansanit, Feueropal.
  • Richtung: Süden+Westen
  • Metall: Zinn (Bronze)
  • Tiere: Pferd, Adler, Hirsch, Elefant, Wildschwein, der Stier.

Dem Zeus wurden Stiere geopfert, er verwandelte sich in einen Stier, um Europa zu entführen (über das Meer), siehe unter männliche Trinität.

Pflanzen:

  • Grosswüchsige Pflanzen, frucht-tragende -> Obstbäume, Nussbäume, Eiche, Walnuss, Artischocke, Karde, Distel (mit Mars), wohlschmeckend, nahrhaft, exotische Herkunft (Gewürze: Muskat, Macis, Sternanis).
  • Krampflösend, leberunterstützend. blau-violette Blüten, Anis (mit Merkur), Kerbel, Borretsch (der die Ängste vertreibt). Mädesuess (mit Mond), Ysop, Eisenkraut, Odermenning und der Löwenzahn (gelbe, bittere Pflanzen dienen oft als Lebermittel), Schöllkraut (mit Mond und Saturn).
Stattliche Buche auf der Alb.Bäume tragen stets auch eine Jupiter-Signatur.

Stattliche Buche auf der Alb.
Bäume tragen stets auch eine Jupiter-Signatur.

Baum:

  • Eiche, Esche, Fichte, Olive, Feige (mit Venus), Jupiterbäume sind speziell die Kastanie, die Eiche und der Walnussbaum: Juglans regia heisst Jupiter-Eichel, grundsätzlich fallen unter ihn jedoch alle Wälder, Alleen und Haine, sowie die fruchtragenden Obstbäume (mit Venus, die für die Blüten und Früchte zuständig ist). Aber auch verholzende Kräuter, wie Thymian, Rosmarin, Salbei (Hauptsignatur Merkur).
  • Die Walnuss mit ihren Nusskernen, die wie Hirnhälften aussehen hat eine Signatur für mentale Prozesse: Tatsächlich sind die Wirkstoffe der Walnusskerne förderlich für das zentrale Nervensystem. Hier wirkt die zum Jupiter gehörende Merkursignatur (Nerven, Denken) und Mond(Gehirnmasse) /Saturn.
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Royales Blau: Iris germanica mit deutlicher Jupiter/Merkur Signatur.
Wasser-Iris Neptun/Merkur, Zwiebeliris zusätzlich mit Mars/Venus.

Duft:

  • Muskat, Safran (mit Sonne), Sternanis, Basilikum, Macis (der Samenmantel der Muskatnuss).

Organe:

  • Hüfte, Oberschenkel – Ischiasnerv, Leber, Oberkopf, Wachstumsprozesse (Anabolismus), Stoffwechsel (mit Merkur → Schilddrüse), Nährstoffaufnahme im Blut.
  • Das typische Jupiterorgan Leber, eines der größten und lebenswichtigsten Organe bzw. die größte Drüse des Körpers, ist nicht nur ein Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan, sondern aus astromedizinischer Sicht auch verantwortlich für unser Temperament, für Gemüts-Krankheiten wie Cholerik und Melancholie (gestörtes bzw. geschwächtes Jupiterprinzip).
  • Dem Jupiter unterstehen desweiteren der Oberschenkel (unser größter und stärkster Muskel), die Po-Muskulatur, die Hüfte, der Fetthaushalt (Metabolismus, mit Venus), und Wucherungen.

Krankheiten:

  • Ischias, Hüftgelenk, Übergewicht, Leberstörung mit allen Folge-Erscheinungen, gutartige Wucherungen (Achtung: Gefahr von Bösartigkeit mit harten Aspekten zu Pluto!!) , Gicht (mit Saturn), bipolare Störung (mit Saturn/Uranus).
    Metall als Heilmittel: Zinn – Stannum, Mg für die Nerven und mentale Stärke (Nüsse!).
  • Die Gesundheits-Häuser: 2, 6 und teilweise auch 1. Steht hier Jupiter gut, kann man über eine robuste Physis verfügen. Ebenfall in Haus Acht, dem auch unser Ableben zugerechnet wird,  sorgt er meist für ein friedliches Ende, u. Umständen sogar auf Reisen. Transite des Jupiter in diesen Häusern verbessern oft das Wohlbefinden. Bei ungünstiger Stellung in der Radix oder Transiten mit harten Aspekten muss man sich vor Übertreibung hüten: Sonst führt der angenehme Transit über den Aszendenten vielleicht eher zu ordentlich Hüftgold!

Kabbala: Chesed

Ritual Magie:

  • Potential, Glück, Reisen, Rechtsangelegenheiten, Wohlstand, Unterstützung durch Gönner. Attraktion und generell Vermehrung von positiven Einflüssen.

Problematischer Jupiter:

  • Quadrat: Fanatismus, Rechthaberei
  • Konjunktion: Übertreibung
  • Opposition: bipolares Verhalten

Retrograde:

  • Potentiale liegen verborgen, Spätentwickler, ebenso bei 12. Haus. Kann aber auch einfach Freude an Ruhe und Zurückgezogenheit, z.B. Meditation bedeuten. Bei dieser Stellung sind Exerzitien oder ein Aufenthalt in einem Zen-Refugium ab und zu durchaus anzuraten.
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Die glücklich-dysfunktionale Grossfamilie von Papa Jupiter.
Olympians, courtesy of anotherstranger-me

Mythologie:

  • Zeus ist der jüngste Sohn der Rhea und des Kronos/Saturn. Diesem war geweissagt worden, einer seiner Söhne würde ihn stürzen. Daher verschlang er seine Kinder nach der Geburt. Um nicht ebenfalls dieses Schicksal zu teilen, versteckt ihn Rhea (kultiviertere Form der Gaia), vor seinem Vater auf Kreta in der Höhle der Dikte. Als er herangewachsen war, wurde er von seiner Mutter dem Kronos als Mundschenk untergeschoben. Mittels eines Brechmittels und Schlafmittels im Wein förderte er seine älteren Geschwister wieder zutage, und entmachtete seinen Vater.
  • Der wurde ins Exil geschickt: Wahlweise in den Tartaros, nach Elysium oder aber nach Arkadien, wo er auf der Insel der Seligen herrscht: Saturn-Pluto Affinität.
  • Vorher wanderte er als Eremit nach Latium und wurde der Stammvater der Römer, mit Mars und Bona Dea (Rhea) → ein Stammvater bäuerlicher Kulturen. Zeus/Jupiter passt eher zu einer imperialen Seemacht und urbanen Kultur, die die Griechen später annahmen.
  • Zeus teilte die Welt unter seine Geschwister auf: Hestia, Hera, Hades, Poseidon, Demeter. Mit seiner Schwester Hera zeugte er Hephaistos, alleine Athena, wie Hera den Ares. Mit Maia den Hermes, mit Leto Artemis und Apollon, mit Demeter Persephone/ Kore, mit Themis Astraia, mit Semele den Dionysos.
  • Die männliche Triade Hades-Poseidon-Zeus: Sie ersetzt die alten weiblichen Trinitäten, die mit dem Mond verbunden waren: Hekate, Eurynome etc. Die Gemeinsamkeit zwischen dem olympischen Zeus, Poseidon, der ursprünglich eher ein Erd-Gott war und dem Hades, der das Reich unter der Erde bekam sind die Opfertiere: Schwarze Stiere, die alle drei auch als Symboltiere haben. Der Stier, obwohl er so männlich wirkt, ist ein altes Symbol der lunaren Grossen Mutter: Das Gehörn erinnert an die Sichel des Mondes, der Stier-Schädel an die Fortpflanzungsorgane der Frau. Man sieht das am Stierkult in den matrilinearen Kulturen Kreta, Catal Hüyük und der alten ägyptischen Gottheit Hathor. Im Hinduismus ist es die Ur-Kuh Prithivi Mata, die den Kosmos verkörpert, im Mithras-Kult der Himmels-Stier der aber ursprünglich von der Göttin Inanna geschaffen wurde.

    allsehendes Auge

    Jupiter’s Allsehendes Auge mit der Drei
    und der Neun (3×3 Strahlen). Steht auch
    für die HeiligeTrinität.

Keywords:

  • Himmelsvater mit menschlich-zvilisatorischem Fürsorge-Aspekt, wohlwollender Beschützer, Motivator, Mediator, Richter, einverleibt (verschlingt) viele Aspekte früherer arachaischer Götter, die dann als harmlosere, menschlichere Variante aus ihm wiedergeboren werden:
  • Semele (Ekstase): Dionysos aus dem Schenkel des Jupiter : Tieraspekt, Zentaur, unio mystica.
  • Metis (Sophia, Weisheit): Athena aus dem Kopf  des Jupiter: Mentaler Aspekt, “Pfeil des Schützen”.
  • Er ist die kulturgeschichtlich jüngste, urbanste Form des archaischen Dyaus Pitar (Himmelsherrscher, Sky Father) der alten Indo-Europäer:
  • Uranos/Ti, Tyr, Ziu, Thor, die mit fruchtbarem Regen und lebensspendendem, schöpferischen und expandierendem Prinzip (Endlosigkeit, Zeitlosigkeit des Himmels) assoziert werden. Der leuchtende Himmel (Phanes, Hyperion, Gwydion, Woden) der zusammen mit Aspekten des Merkur (Loki, Lughus, Heimdall, Hermes) gesehen wird, ist sein ergänzendes männliches, solares Prinzip. Dies wird auch durch die Achse 3 (Zwillinge, Merkur) und 9 (Schütze, Jupiter) ausgedrückt.
  • Nach der orphischen Legende verschlang Jupiter Phanes (das leuchtende Wesen), das dem Urei entsprang und wurde dadurch zum All-Vater. Auch Odin(Woden) ist ein All-Vater mit solarem Charakterzug.
  • In diesen Mythen der Einverleibung findet bereits eine langsame Entwicklung zum monotheistischen Weltbild statt.
  • Symbol: Das Auge der Vorsehung (Dreieck mit Auge, mit einem Strahlenkranz). Auch Woden/Odin ist ein Symbol mit magischer Dreierkombination zugehörig: Der Valknot.
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Valknot: Mit der Macht von 3×3.
Symbole für Odin/Thor und Jupiter. Toi Toi Toi -
die dreifache Anrufung von Thor soll Glück bringen.

Animus:

Anima:

Jupiter, Merkur, Pluto sind Träger beider Prinzipien.

  • Der Jupiter verkörpert bereits eine stärkere Vermenschlichung und Individualisierung der unbewussten kollektiven Impulse, eine Einbindung in ein zivlisiertes Umfeld, wie bei Freud’s “Totem und Tabu”. Kulturgeschichtlich entspricht das Jupiterprinzip dem Beginn der Verstädterung und des globalen Handels am Beginn der Bronzezeit.

Haus-Platzierung:

  • Fortschritt, Sinnerfüllung, Talent, Berufung, Weiterbildung, Erfolg, Bewusstseinserweiterung.

Nach Zeichen:

  • Steht für das Suchbild und Selbstbild des Ehe-Partners (Loyalität, Familiensinn), das Haus für das Ehe-Umfeld. Sonst die Bereiche, in denen nach höherer Bildung oder  persönlicher Expansion gesucht wird, und die Art der Umsetzung dieser Bestrebungen.

    Jupiter_Earth_Comparison

    Jupiter im Vergleich zur winzigen Erde
    quelle:wikimedia

Astronomisch: Fast ein kleines Sonnensystem mit all den großen (Mars, Merkur-grossen) Monden. Er produziert selbst Wärme im Inneren, fast fähig zur Fusion. Wohltäter, da er viele Irrläufer einfängt, die uns sonst bombardieren würden. Verbirgt in sich ein” quasi-solares” Feuer.

Symbolik:

Seele über der Materie

Seele über der Materie

  • Glyphe: Mondsichel (Seele) über der Materie (Kreuz),
  • der Pfeil des Zentauren, assoziiert mit Sternbildern Aquila (Adler) und Sagitta (Pfeil).

Der Zentaur:

  • Menschliche Weisheit und kosmische Einsichten mit Tierkörper (animalischer Instinkt, natürliche Rythmen):
  • Naturliebe, Bewegung, Beine, Trieb (Zügellosigkeit), Unberechenbarkeit. Pferde, Großtiere, Jagd.
  • Der Centaur Chiron, der dunkle Bruder des Jupiter: Heiler, Schamane, Außenseiter, überwindet seine Tiernatur, wird zum berühmten Heiler und Lehrer vieler solaren Helden.
  • Unterrichtet Achilles, Herakles, Jason.

Trotzdem: Rastlosigkeit und Unruhe durch den erdhaften Tier-Anteil, der auch Ursache seines Leidens wird – Leiden durch andere ohne eigene Schuld – das Ungeschick seines Freundes Herakles. Chiron opfert seine unsterbliche Seite zugunsten der Erlösung des Prometheus von seiner Bestrafung am Kaukasus, da er dann vom Schmerz befreit ist. Er muss aber dann in den Hades, um ein Schattendasein zu führen, wenn auch ein geachtetes. Prometheus, der Fortschrittsgeist kommt frei, weil der Mensch sich von der Einheit mit der Natur entfremdet: Wenn er sie ins Dunkel des Unbewussten verdrängt. Die neuen Religionen, deren Vorläufer Zeus schon darstellt, sind auch zunehmend anthropozentrisch, die Natur muss unterdrückt, zurückgedrängt und verleugnet werden. Die urbane, kolonisierende Seite, im Jupiter zur Gottheit erhöht, setzt sich durch. Chiron taucht unter und wird Schamane …!

Chiron lehrt dem jungen Achiles die Geheimnisse der Natur.

Chiron lehrt dem jungen Achiles
die Geheimnisse der Natur.

Daher auch: Alle Kolonialreiche, von den Römern (aus einer saturnischen Republik in eine jupiterianische “Pax Romana”), über das “British Empire” zum “American Way of Life” sind von den meistens mit zunehmender Fortdauer immer negativeren Auswirkungen des Jupiterprinzips geprägt. Ihnen gemeinsam ist eine urbane, auf global operierenden Handelsimperien (Konzernen) aufgebaute Grundstruktur, sowie eine weiträumige Erschliessungen  ermöglichende Infrastruktur. Die Römer bauten Strassen, die Briten Schiffe, in der westlichen globalisierten Welt haben wir Flugzeuge (Jupiters “Adler”) und das Internet.

  • Das Recht auf Streben nach Glück“, wie es in der amerikanischen Verfassung steht, kann Jupiters Credo nicht deutlicher ausdrücken. Ja, schön, aber auf wessen Kosten ??? Darüber darf man dann auch nicht GROSSZÜGIG hinwegsehen, sondern man muss sich daran erinnern, dass zum Jupiter auch ein ethischer Anspruch gehört.

“From a Distance there is Harmony !” sollte nicht der Wahlspruch der Eliten  und von Jupiter glücklich Bestrahlten sein. 

Einige VIPs: Tina Turner, Bette Midler, Nostradamus, Max Born, Spinoza, Steven Spielberg, Brad Pitt, William Blake, Ludwig van Beethoven, Willi Brandt, Osho (Shree Raijneesh a.k.a Bhagwan), Papst Franziskus I. Papst Johannes XXIII.

Zodiak of Horrors: Serienmörder Ted Bundy, Edmund Kemper, Diktatoren Stalin,Pinochet, Franco,  Mafiabosse “Lucky!!!” Luciano, Vito Genovese, Drug Lord Pablo Escobar, Revolverheld Billy the Kid.

Fortunas Füllhorn: Ein Universum voller Möglichkeiten.Horn of Plenty ©scrano 2013

Fortunas Füllhorn: Ein Universum voller Möglichkeiten.
Horn of Plenty ©scrano 2013

 

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Mundan-Astrologie: Jupiter in der Waage – Chief Justice?

Jupiter läuft in der Waage: Ausgleich im Grossmasstab? Mehr Wertschätzung und Eunhaltung voon Gesetzen?

Jupiter läuft in der Waage: Ausgleich im Grossmasstab?
Mehr Wertschätzung und Einhaltung von Gesetzen?
Hoffen wir das Beste! Quelle: Zeus als PD via wiki, Libra als free png.

Jupiter in der Waage erzeugt den Ausgleich – ja, allerdings, wenn man Pech hat, und das sprichwörtliche Übermass des Olympherrschers die Oberhand gewinnt, geschieht dies vielleicht im Sinne der altägyptischen Maat: Das heisst Störendes wird entfernt oder ausgemerzt. Das Bild an der Wand MUSS gerade gerückt werden, der hässliche Teppich kommt auf den Müll. Dann bleibt nicht viel von Venus-Harmonie, davon abgesehen, dass Harmonia die Tochter von Mars UND Waageherrscherin Venus war. Denn Jupiter zeigt auch an, wo man sich vor Auswüchsen in den Themen des Zeichens in Acht nehmen muss, durch das er gerade läuft.
Waage-Sonne, Venusdominanz und Waage-Überhang (ASC, volles 7.Haus etc.)  in in ihren Horoskopen hatten z.B. Himmler und Hitler – und gerade zusammen mit mächtig viel Jupiter und Uranus- Themen. Dazu noch ein wenig Pluto, um es noch interessanter zu machen. Und ausgerechnet zwischen diesen drei Archetypen (Uranus/Jupiter/Pluto) findet inden nächsten Monaten ein Kräftemessen in Spannungsaspekten statt, das nicht gerade als Anzeiger für Stabilität zu sehen ist.
Was die schöngeistige Herrscherin der Waage anbelangt – die Griechen nannten sie Venus Urania, im Gegensatz zur Venus Pademos im Stier. Sie ist eher kühl kalkulierend als sinnenfreudig und feierlaunig. Beide Venus-Typen sind nicht empathisch, gefühlsduselig oder romantisch – dafür ist der Mond zuständig.
Ich sehe eher das Nemesis-Prinzip als Teil der Waage, da früher Jungfrau/Waage und Teile des Skorpions ja ein Sternbild waren: In der Jungfrau und der Waage herrscht Asträa, die Sternjungfrau – eine mächtige archetypische Figur. In Sumer war sie Inanna/Astarte, die kriegerische Fruchtbarkeitsgöttin, in Ägypten Maat, in Griechenland Dike/Kore/Themis und eben auch Nemesis. Diese etwas sperrige Version der Gerechtigkeit (natürliches Recht) wurde auch in den Mysterien von Eleusis thematisiert. Die Waagschalen, das einzige unbelebte Zodiak-Zeichen sind bereits ein Teil des Nemesis-Aspekts dieser Sternjungfrau, das (Richt)-Schwert bekommen wir dann im Skorpion, denn als Klauen des Skorpions betrachteten die Alten früher das Sternbild Waage.
Jungfrau und Skorpion ähneln sich nicht nur von ihren Glyphen her, das Zeichen wird oft als kleiner Skorpion gesehen – die dazwischen liegende Waage wäre dann so etwas wie das Instrument, dass sich beide teilen. Zwischen der Realitätserkenntnis (Jungfrau) und der Konsequenz (Skorpion) steht sie als Werkzeug der Entscheidung, eher passiv. Der Ausgleich ist also zwangsläufig und bestimmt nicht vom Wunsch nach Kuscheln bestimmt.

Gezählt (Jungfrau)  gewogen (Waage) geteilt (Skorpion) (mene, tekel, upharsin)
(Alb)Traum des Belsazar

Da Jupiter Krisen eher verschlimmbessert und mit Uranus in einer Opposition ein Tauziehen veranstaltet, können wir gespannt sein. Jupiter steht ja nicht für Gerechtigkeit, sondern für die Legislative – der Eid wurde beim Zeus geschworen, die Gesetze stammten von den älteren Titanen (Saturn). Der Saturn blockiert aber den Jupiter in seinem eigenen Zeichen, dem Schützen. Was für Eier-Tänze da wohl aufgeführt werden …? Nicht Jupiter sondern Saturn steht in der Waage erhöht, da er der ursprüngliche Gesetzgeber war. Saturn/Schütze und Jupiter/Waage spiegeln einander sogar ein wenig. Da Jupiter zudem nicht nur von Uranus, sondern auch von Pluto unter Druck gerät, die drei bilden ein sogenanntes T-Quadrat, eine sehr dynamische, harte Figur, wird er nicht sehr förderlich wirken können.

Da sieht es schlecht aus mit Frieden – zähe Verhandlungen und Powerplay garantiert, gerechterer Verteilung der Wirtschaftsgüter oder Machtverhältnisse.
Balanzieren kann sie ja immerhin, die Waage – das lässt hoffen, dass nach allen Schwankungen und Ausschlägen am Ende doch noch ein fairer Deal zustande kommt, und dass die jupiterianische Expansion im Sinne von gerechtem Ausgleich im grossen Stil stattfindet. Grosszügigkeit, für die der Olympherrscher auch bekannt ist, wäre von allen Seiten angebracht. Oder die ganze Jupiterblähung endet wegen mangelnder Entscheidungskompetenz in der Waage  mit einem furchtbar stinkendem Furz, wenn er dann in den Skorpion wechselt, der stachelschwänzige Herrscher im 8. Haus ist unter anderem auch  für solche Enddarmprodukte zuständig.  Vielleicht hilft ja Kümmel dagegen, das alte Hausmittel gegen üble Winde, ein Gewächs des Merkur, dem astrologischen Gegenpol des Olymp-Bosses.

Posted by on November 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

Ängste im Horoskop: Die Kerker des Pluto

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Pluto oder Ananke konfrontieren uns mit dem Unausweichlichen.
Forza di Destino? ©scrano 2015

Ängste sind wohl jedem bekannt, sie begleiten uns schon von Kindesbeinen an. Da gibt es gesunde Ängste, die uns als Warnsignale dienen, oder welche die wir überwinden lernen, und damit unseren Mut und unser Selbstvertrauen stärken. Sie stammen meistens eher aus dem Umfeld, anders als die “Schwarzen Männer”, die sich in der unteren Schublade unseres Bewustseins ein behagliches Heim eingerichtet haben.  Um diese verdrängten Ängste geht es bei der Betrachtung der Schattenseiten der von den drei trans-saturnischen Planeten repräsentierten kollektiven Archetypen im Horoskop.

Die äußeren Planeten Pluto, Uranus und Neptun finden ihren Ausdruck in recht unterschiedlichen Arten von Angst, welche sich aus den mit ihnen verbundenen Mythen ableiten lassen. Zu den Angstthemen im Horoskop wird aber auch schon der Saturn, der Hüter der Grenze gerechnet. Durch ihn werden die verschwommenen Ur-Ängste erst zur Manifestation gebracht. Zusätzlich liefert er als Herr des Zweifels auch noch eigenen Zündstoff. Kennt man sein Geburtshoroskop, die Radix, kann man die Position der “Schattenwerfer” genauer analysieren, und so aus Haus-und Zeichenstellung abslesen, wie und wo Ängste sich am wahrscheinlichsten entwickeln können.

Aber auch hier lohnt sich ein Blick:

  • Sind die zugehörigen Häuser, besonders aber 8 und 12 besonders dicht bevölkert, oder mit Sonne, Mond besetzt, vielleicht sogar in harten Aspekten zu den Transaturniern? Liegt der Fokus einer sogenanten Spannungsaspektfigur (vor allem T-Quadrat) ?
  • Interessant ist auch wo die zugeordneten Häuserspitzen von Wassermann(Uranus,Saturn) Steinbock(Saturn), Fische(Neptun) und Skorpion(Pluto) liegen und wer der Dispositor ist.

Fangen wir mit dem äussersten Dunkelmann an, dem Zwergplaneten Pluto und seinen Spielfeldern Skorpion und 8.Haus:

Die plutonische Angst ist die stärkste und elementarste, sie konfrontiert uns mit den tiefsten Schatten, denen wir und stellen müssen. Pluto ist der Herrscher der Unterwelt, somit auch Herrscher über das Unbewußte. Wie seine mythischen alter egos, Ereschkigal oder Hades, bestimmt nur er, wer Zugang zu ihm erhält, und so können wir uns seinen Themen nur in Echtheit und Aufrichtigkeit nähern. Entblösst von irdischen Machtsymbolen, die wir vor seiner Tür zurücklassen müssen: Charon muss man bezahlen, der letzte Besitz bleibt am Ufer des Styx zurück. Inanna muss sieben Tore der Unterwelt durchschreiten und jedesmal etwas ablegen, was ihre göttliche Stellung auszeichnet. Am Ende wartet …. das Ende! Inanna wird von iherer Schwester getötet und muss als deren verwesende Trophäe  auf die Erlösung warten. Die kommt auch, aber sie hat dadurch eine Lektion in Demut gelernt. Es wird ihr gestattet einen Neuanfang zu machen, ohne die  kindliche Vorstellung der eigenen Unüberwindlichkeit. Im Hades der Griechen wird Hybris als einziges mit regelrechten Höllenstrafen belegt. Hades und seine ältere “Schwester” Ananke, die Göttin der Notwendigkeit (des Überlebensinstinkts), zwingen jeden, den ultimativen  Wahrheiten ins Auge zu sehen, und sie zu akzeptieren. Das ist wohl die Wurzel aller Ängste schlechthin: Selbst die Götter müssen sterben.

Hier ist das Heidentum konsequenter im Annehmen der kosmischen Naturprinzipien: Shivas Tanz des Weltenbrands, das nordische Ragnarök, auch bei mittelamerikanischen Kulturen gibt es ein zyklisches “Stirb und Werde” der Schöpfung, deren Teil auch die Götter sind. Die eigentliche Erschaffung des Universums geschieht durch “Ordo ab Chao“, spontan aus sich selbst: Klingt sehr modern, nicht wahr ?

Pluto ist ebenso in vielen Märchen und Mythen wiederzufinden: Im Demetermythos, wo die Mutter die Tochter loslassen muss: Das Kind stirbt, die Frau wird geboren.

Pluto steht für die Angst, die uns mit den Lernaufgaben der Achse des 2.und 8. Hauses der Fortpflanzung und des Besitzes und Begehrens auf der einen Seite, aber auch der unausweichlichen Befreiung von der Materie am Lebensende, konfrontiert.  Wir sind dort, wo Pluto steht, vom Willen zur Kontrolle, im Fall einer Verdrängung auch in einer obsessiven Form, durchdrungen.  Man versucht die Furcht, die einem die Inhalte des 8. Hauses bereitet zu “deckeln”, sich den unvermeidlichen Veränderungen zu entziehen und zu widersetzen, was die eigentliche transformative Aufgabe des Prozesses behindert. Überlebte Vorstellungen, Beziehungen oder Dinge können nicht losgelassen und friedlich verabschiedet werden. Auch die nicht umsonst so bezeichnete Trauerarbeit gehört hierher. Häufig ist sie von einer depressiven Phase (das Durchschreiten des Hades) begleitet, in der der Verlust des geliebten Menschen*** unüberwindbar scheint. Findet man keinen Weg heraus, wird man  der Kerkermeister in seinem eigenen Verliess des Schmerzes über unwiderbringliche Hoffnungen und Träume. Der nicht bewältigte Verlusst schwingt sich  zu einem alles beherrschenden Moloch auf, eine Quelle der Angst, der Opfer anderer Art gebracht werden müssen. Zwangstörungen und Scheu vor erneuten Beziehungen haben z.B. häufiger solche “schwarze Wuzeln”. Insbesondere dann, wenn auch persönliche Planeten wie die Sonne oder der Mond von Plutos Einfluß betroffen sind, sieht man solche Themen nicht als verhandelbar an, wie das auch für den gefürchteten Hades der Antike galt: “Ich entscheide, wer lebt oder stirbt”. Vergebliche Hybris. Eigentlich ist das Thema von Skorpion, Pluto und 8. Haus, einen Wandlungsprozeß von Angst in Vertrauen, von Kontrolle und Festhalten in Geschehenlassen zu durchlaufen. Sich einfach hingeben dem ewigen Sterben und neu werden, wenn das so einfach wäre! Pluto zwingt uns, das Gesetz der Vergänglichkeit zu akzeptieren (auch wenn man sich vor Wut darüber gleich mit auflösen möchte, besonders wenn Mars mit im Spiel ist). Er lehrt loslassen, wenn etwas seine Zeit hatte, Abschied zu nehmen von Erfülltem und Unerfülltem, wenn man sich seiner Angst davor ehrlich stellt, sie annimmt. Dann verleiht das Plutoprinzip auch die Kraft für den Akt der Erneuerung. Denn kein kosmisches Prinzip birgt so viel Vitalität und archaische Lebenskraft in sich wie Pluto. Er atmet Feuer, Gier und tödliche Leidenschaft, aber auch Heilung, Triumpf und jubelnde Schöpfungslust. Die Lösung besteht darin, Mut zu fassen, die verdrängten Schatten aufzusuchen den Deckel zu lüften, das Bedrohliche und Unvermeidliche zu integrieren.

In der Manifestation der Radix zeigt uns das  achte Haus, oder das, welches das Skorpionzeichen beiinhaltet, welche Lebensbereiche uns mit solchen Existenzfragen konfrontieren. Auch durch Auswirkungen eines Pluto-Transits zu sensitiven Punkten oder persönlichen Planeten unserer Radix werden wir in die Tiefen des Hades gezwungen, können uns ausgeliefert fühlen und ohnmächtig.  Nach einem intensiven Pluto-Transit, der immerhin zwei Jahre dauern kann,  erkennen wir oft erst, welchen Zugewinn wir durch unsere ernsthafte Klärung gewonnen haben. Wenn wir unsere Schatten erlöst haben, kann Pluto sein Füllhorn öffnen: wir werden uns unseres wahren Reichtums bewußt.

Kritischere Konstellationen:

  • Saturn im 8. Haus, Pluto im 8.Haus,
  • Skorpion im achten Haus, Steinbock im 8. Haus
  • Saturn im Skorpion, (Pluto im Steinbock, Pluto im Skorpion sind nur relevant, wenn sie in direkter Beziehung zu persönlichen Planeten stehen, sonst interessiert in erster Linie die Häuserstellung)
  • Pluto im 10. Haus, Pluto im 8. Haus, Pluto im 12.Haus
  • Saturn-Pluto in Spannung: Quadrat, Opposition, conj.
  • Pluto, Sonne oder Mond in Spannung, besonders wenn der Fokus in Haus 8, 12 liegt.
  • Pluto conj. oder Quadrat zum Midpoint Mond-Sonne
  • Pluto Quadrat ASC

Betroffene mit einer Kombination der obigen Szenarios in der Radix werden schon ihre Erfahrungen damit gemacht haben, besonders wenn harte Transite als Auslöser dazukommen.

Aber nur Mut, fellow Plutonians, “Ex tenebris Lux!“.

Oder wie es bei “Blue Oyster Cult” heisst: Don’t fear the Reaper …

Forza d Destino?Pluto oder Ananke konfrontieren uns mit dem Unausweichlichen.

Die Nacht hat tausen Augen – oder Monster, die drohen, aus der Dunkelheit hervorzuspringen.
Nitya Kali ©scrano 2013

 

 

Posted by on November 17th, 2016 Kommentare deaktiviert

Plutos Prüfungen: To Hell and Back …

Pluto: Fleurs du Mal ?

Pluto: Fleurs du Mal ? Nicht so ganz!
Hades Flowers, ©scrano 2014

Pluto, die höhere Oktave des Mars: Der Schatten der Unterwelt.

Die Ursache von Samsara.

“Everything must GO”, Senator Kreutzer in “Wild Palms”.

Der äußerste Planet bewacht die Finsternis als Herrscher im Reich der Schatten.

Götter: Der Jahreskönig, Hades, Pluto, Shiva, Luzifer (Asmodeus+Mephisto), Serapis, Seth, Anubis, Osiris (mit Saturn), Orpheus, Dionysos, Cernunnos, Annwyn, Baron Samdi (mit Saturn)

Tartaros, der dunkelste Ort des Hades (die am stärksten angstbesetzte, unheimlichste Form des 8.Hauses und des Skorpionprinzips): Bestrafung der Hybris (Sonne, Löwe, 5. Haus), des Besitzstrebens (2.Haus, Venus, Stier) und des Auflehnens gegen die natürliche Rechts-Ordnung (11. Haus, Wassermann): Ixion, Sisiphus und Tantalos vergingen sich gegen die natürliche Ordnung und begingen damit die Sünde der Hybris.

Aus dem schwarzen Mond geboren: Hera, in ihrer Rolle als weiblicher Saturn (Gegenpol zum eigentlich mütterlichen Krebs-Mond) → bringt den Ares, den griechischen Mars, hervor, weiblicher Zorn als verselbstständigter Archetyp. Steht der feurige Mars in der Repression, im vom Wasserelement beherrschten Nachthaus des Skorpion, drückt er sich in Yin-hafter Weise aus: Aus dieser brodelnden, dampfenden Vereinigung der elementaren Gegensätze resultiert das Pluto-Prinzip.

Pluto-transparent

New Horizons: Pluto-Vorbeiflug 2015
quelle:wikipedia

Mythologisch stellt Pluto den dunkelsten Teilaspekt des Zeus/Jupiter dar, Zeus Chtonios, der unterirdische oder andere Vater, Dis Pater, wie ihn die Römer nannten. In dieser Funktion ist er auch Vater des schamanischen Ekstase-Gottes Dionysos. Poseidon/Neptun ist ein weiterer solcher Anteil Jupiters. Hier hat man wohl all die furchteinflössenden weiblichen chtonischen All-Mutter Göttinnen der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit hineingepackt, um der männlich interpretierten Ratio als Kopfgeburt (Athena) des eisenzeitlichen patriarchalen Zeus zum Sieg zu verhelfen.Die parthogenetische Geburt des Ares ist auch ein Hinweis auf solche Verdrängungsprozesse. Insofern stehen Pluto und Mars sowohl psychologisch alsauch mythologisch in einer Beziehungskette.

Göttinnen: Die dunkle Mutter, religiöses Matriarchat mit Jahreskönig, Necesssitas oder Ananke, Coatlicue, Caillleach, Kali, Nyx, Persephone, Nephtys, Ereschkigal, Hel, Nemesis, Medea, Lilith. Frau Holle, Maman Brigitte, die Ghede des Voodoo.

Alfons_Mucha_-_Medea

Plutonischer Archetyp:
Magie, Rache, Obsession und Mord:
Kolchische Priesterin Medea.
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Dreigestaltige weibliche Gottheiten wie Morrigan: Mabd, Macha, Nemain oder Hekate trivia und ursprünglich auch Demeter, Kore, Persephone. Die drei Parzen, Moiren und Nornen, alles Schicksalsgöttinnen, denen auch die restlichen Götter unterworfen sind. Die gefürchteten Eumeniden oder Erinnyen, bei den Römern Furien genannt. Im hohen Norden waren wohl Freyja, Frigg und Hel ebenfalls ein solches Dreiergespann.

Psychologisch: Das Verborgene, die Sippe, das Kollektiv, das Verdrängte (abgespaltene Lebensbereiche, Persönlichkeitsanteile), die verdeckte Machtausübung, Gene, Karma, Vorfahren, Unerbittlichkeit der Natur, Zweifel an der Sinnhaftigkeit der individuellen Existenz, Überlebens-Trieb, Passion, Fanatismus, Eifersucht, faustischer Pakt, Fluch, Verschreibung, Macht und Ohnmacht, Amour Fou, Begehren, Obsession, Bondage, Kontrolle, Zwang, Sex-Trieb, S&M, OCD, Unterwerfung, Dominanz, Sklaverei, Schuld und Sühne, tiefe Depression(mit Saturn), Luzifers Sturz (mit Uranus), Scham, Nekrophilie, Seelenangst( mit Neptun),Verlust, Scharfrichter, Strafe, Nemesis (mit Saturn), Hass, Vergeltung, kalte Wut, Repression, Unfähigkeit zur Vergebung: Der Schritt von Passion → zu Compassion.

Kulturen:

  • Sparta: Ares/Pluto
  • im Vergleich dazu das republikanische Rom: Mars/Saturn
  • Ägypten: Osiris/Sethos, Serapis
  • Moderne Diktaturen mit sozialdarwinistischen Zügen und ethnischen Säuberungen: Hitler, Stalin, Bosnien.
  • Moderne Monstren, born to kill: Serienmörder, Stalker, Vergewaltiger, Psychopathen ?

aber: Ex Tenebris Lux!

Einen Hinweis zum wahren Wesen Plutos finden wir in der griechischen Mythologie:

Beim Übersetzen über den Styx müssen an Charon 2! KUPFER-(Venusmetall) Münzen bezahlt werden: Ablegen der Bindungen aus Haus 2/Stier/Erde/Materie. In der Magie müssen vor dem Ritual alle METALL-Gegestände (Reichtum, Materie) abgelegt werden.

Aus dem Loslassen und der Erfahren der “Letzten Wahrheit” wird erst die Evolution zum spirituellen Wesen möglich: Auferstehung, Gnosis, die Schlüssel zum Königreich des Himmels, Pluto ist auch der Herr des Reichtums (materiell+Wissen). Er trägt auch symbolisch Schlüssel, genauso wie Hekate, eigentlich die mythologisch ältere Vertreterin des plutonischen Archetyps.

Kulte: Archaische Dionysosmysterien ausschliesslich für Frauen mit mänadischer Raserei, in transzendierter Form: Orphische Mysterien mit Zagreus/Dionysos/Orpheus als Erlöser und geopferter Gott (mit Neptun-Aspekt), Demetermysterien von Eleusis.

Weitergabe des Lebens an die nächste Generation: Erneuerung durch Transformation, Evolution nur durch Aufgabe des Alten.

Auch bei den Ägyptern im Osiris-Mythos, den Initiationen der Isis-Mysterien und im Schamanentum der zentralasiatischen Völker gibt es ähnliches. Moderne Initiationsbünde: 3. Grad der Freimaurer-Initiation behandelt die eigene Endlichkeit: Macbenach – er lebt im Sohn. Bei Mysterienkulten wird in den Initiationen generell das symbolische Erleben des eigenen Todes in den Mittelpunkt gestellt. Im Schamanentum wird diese Schwellenerfahrung durch die sogenannte Berufungskrise erlebt, wobei sie hier im Extremfall weniger abstrakt, sondern vielmehr direkt und physisch als Nahtoderlebnis durchlitten wird.

Also gibt es auch Positives über Pluto zu berichten:

Intensität, Wahrheit, Suche nach den “Dingen hinter den Dingen”, Tiefe, Tiefenpsychologie, Mythen, Archetypen (mit Uranus), Loyalität, Prinzipien, Standhaftigkeit, Entbindung vom Körperlichen, Selbstüberwindung,, Loslassen, Verlustbewältigung, Martial Arts, Zen-Übungen und Meditation (mit Neptun), Schamanische Reisen (mit Merkur oder Jupiter), Selbstbeherrschung, tiefe Einsichten.

  • Bei Naturvölkern und in der Magie: Entsühnung von alten Seelenverträgen.
  • Im Buddhismus stellt der ACHT-fache Pfad → Anleitungen zum Lösen vom Begehren (dem oralen Prinzip des Venus-Gegenpols im 2. Haus) dar.

Im alten Schwellenplaneten Saturn trifft man schliesslich auf die Vereinigung von irdischen und tranzendenten Aspekten: 2+8 : Zehn(tes Haus, Steinbock), pythagoräische Perfektion, Bereitschaft Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Hierzu ist die transformatorische Kraft des Pluto notwendig, um über sich hinausgehen zu können. Nachdem die materialistischen Bestrebungen des 2. Hauses im 8. als Irrweg erkannt sind, kann man sich über die Sinnfindung des 9. Hauses dem irdischen Lebensziel (10.Haus) nähern.

Orte und Geltungsbereich des Pluto-Prinzips: Höhlen, Grüfte, Friedhöfe, Ölfelder, Minen, Vulkane, Sümpfe, Abfall, Kompost, Erdöl (Neptun), Unterwelt, Geister, Untote, Pathologen, Bestatter,, Archäologen, Kryptologen, Atomphysik, Logen, Geheimdienste, Geheimbünde, Mafia, Auftragskiller, Sniper, Magische Zirkel, Hexen-Coven, okkulte Orden, militärische Orden.

Herrscher über 8. Haus, Skorpion und Co-regent von Widder  (Mars in seinem wässrigen Yin-Nachthaus)

Im Exil: Stier, 2. Haus, Waage 7. Haus

Erhöhung, Fall: Wie Mars, in Steinbock und Krebs

Tag: Dienstag (mit Mars)

Zeit: Frühling+Herbst, Samhain+Beltane: Abnehmender und Dunkler Mond (nicht Neumond)

Farben: magenta, rot, schwarz

Zahlen: acht, null, die Mond- und Venuszahl dreizehn, neun und drei (dunkler Jupiter, Dis Pater). Neun ist auch die Zahl Odins, der auch einen Hades-Aspekt trägt (Totenheer).

Qualität: fix, Wasser, Yin, Gegenpol zur 2 in der 2/8 Achse: Resourcen, Materie, Bindung, Körper: Macht die Endlichkeit spürbar, regiert über Regeneration und Sexualität als treibende Kraft für den ewigen Kreislauf des Lebens.

Chakra:  Pluto symbolisiert eher Kundalini, als ein Chakra.

Alchemie: Nigredo, der Wolf, Putrefactio, Prima Materia, Caput Mortuum → siebenmal wirst Du die Asche sein … die acht bringt die Transformation.

Kristalle: Magnetit, Hämatit, Granat, Obsidian.

Richtung: Norden, Azrael

Metall: Eisen, Wolfram, radioktive Elemente

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Ich mach heute mal auf Pluto.

Tiere: Skarabäus, Skorpion, Schlange, Spinnen, Nacht-Tiere: Eulen, Wolf, schwarze Tiere (besonders Hunde). Aasfresser: Geier, Schakal. Fledertiere. Insekten die die Stadien Larve-Puppe-Imago durchlaufen: Paradebeispiel Schmetterling.

Mythologische Kreaturen: Cerberos (3 Köpfe) Phoenix, Werwolf, Vampir, Hydra: NEUN Köpfe, Fenris-Wolf. Ourobouros. Midgard-Schlange, Nydhogg, Medusa. Die Schlange am Weltenbaum.

Pflanzen: Lebensfeindliche, giftige: Eisenhut, Nachtschatten (mit Saturn, Mars), Kasteiung und Regeneration: Brennessel (Mars/Pluto+Venus), Rauschmittel mit gefährlichem Grenzerfahrungs-Effekt (Alkaloide, mit Saturn), fleischfressende Pflanzen (mit Mars), Aasblumen (mit Saturn), Aristolochia-Arten, Aaronsstab-Gewächse. Die Minzen sind durch den Mythos der Nymphe Minthe mit Pluto verbunden. Die Korrespondenzen des Pluto stimmen im wesentlichen mit denen der Hekate überein, diese hat aber eine zusätzliche Funktion als Hebamme des Lebens, daher werden ihr auch die Frauenkräuter zugeordnet.

Signatur: Im Sumpf oder vulkanischen Einöden wachsend, düstere Ausstrahlung, Herbstblüher, blutroter Saft (Mars), modernd, gärend, als Fermentationsmittel verwendbar, Dunkelkeimer, treibt nach Gärung des Samenmantels.

Baum: Pappel, Erle, Thuja, Wermut (mit Mond), Granatapfel (mit seinem Gegenpol Venus).

Duft: Oppoponax, Myrrhe

Organe: Keimbahn, Geschlechtsorgane, Ausscheidung, Enddarm, Schliessmuskel, Regenerationsfähigkeit, der Nacken, die Faust (mit Mars)

Anfälligkeiten: Venerische Krankheiten (8. Haus) , Gendefekte, Reproduktionsprobleme, Hämhorroiden.

Korrespondenzen:

Tarot: Der Teufel, Der Tod, Achten, Judgement (Die Erneuerung). todBeim Tod ist im Waite-Tarot vor allem die Symbolik der weissen Rose als umgekehrtes Venus-Pentagramm auffällig. Auch der plutonische Schmetterling taucht auf: In den Schwerterkarten symbolisiert er die Wandlung der Seele (Königin, König).

Rituale: Schutz, Transformation, Erneuerung, Bannung, Vergeltung, Macht, Wissen, Nekromantie, Tantra der linken Hand, Sexual-Magie → Orgasmus als Le Petit Mort.

Conjunctio in der Alchemie als Überwindung von 2/8. Hieros Gamos: Erzeugung von Materie: Saturn 8+2 !

Entdeckung: Percival Lowell und 1930 Clyde Tombaugh (Namen!) am Rande der Oort´schen Wolke → Quelle des Lebens (Kometen)!

Glyphe: Ähre aus dem Demeter-Mythos, PL für Percival Lowell, Gral, dunkler Mond, Eclipse von Sonne, Mond und Pluto.

plutosymbol KopieMundan seit den 1930iger Jahren (seiner Entdeckung).

  • im Zwilling: Imperialismus, Mercantilismus, Massenkommunikation -> Telefon, Radio, Massenmedium Zeitung (Hearst -> Citizen Kane)
  • im Krebs: Heimat, Familie, Vorfahren, Vaterland, Blut & Boden -> Faschismus, Entdeckung der DNA, Atombombe -> Übergang zum Löwen
  • im Löwen: Individualismus, Status-Symbole, Selbstverwirklichung, Superhelden, Raumflug, Kalter Krieg (Ego-Posieren der Supermächte), Individualverkehr, Individual-Kino (TV).
  • in der Jungfrau: Gesundheitsbewusstsein, Hygiene, Medizin, Ernährung, Verwaltung (IT-Zeitalter beginnt), Tierschutz für Haustiere, beginnendes Umweltbewusstsein
  • in der Waage: Emanzipation, Aufbrechen ders Rollenverständnisses, Verbreitung der Pille: Abkopplung der Fortpflanzung vom Sexualverhalten (Venus!), Aufklärungswelle, Sexindustrie, Kommunen, antiautoritäre Erziehung, Friedensbewegung
  • im Skorpion: Banken und Börse gewinnen an Macht, AIDS, Zusammenbruch des Kommunismus, Anti-Atomkraft, Grüne Bewegung nimmt Fahrt auf: Recycling und mehr Bewusstsein für Umweltverschmutzung und Müllberge, militanter Tierschutz
  • im Schützen: New Age, Internet, Globalisierung, Aufblähung des Finanzmarkts: Zockertum, Fernreisen, Kreuzzüge (Islamismus, Evangelikale), Welthandel
  • im Steinbock: Sparkurs, Rückschrumpfung, Ernüchterung, Resourcenknappheit, Festhalten an starren Strukturen, aber auch mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit, Landwirtschaft
  • beherrscht Weltwirtschaft → 8. Haus, die gemeinsamen Resourcen.

Lebensbereiche : Massen, Macht, Ausbeutung, Reichtum, Tod, “okkult”, Erfolgs- und Schwarzmagie, Manipulation.

Literatur: Dostojewski, Goethe, Poe, Sartre, Camus, John Milton (Paradise Lost), Lovecraft, Gothic Novels, Stoker, Shakespeare’s Königsdramen,

VIP, berühmt oder berüchtigt: M.Luther, M.Gandhi, I.Gandhi, A.Hitler, T.Bundy, Bruce Lee, Grace Kelly, Björk, N.Paganini, Nehru, J.Stalin, C.Manson, A.Nasser, Prince Charles, A.Hitchcock. Hier wirkt der Pluto-Archetyp auf vielfältige Weise: Dominanter (elevierter) Planet, ASC oder Sonne Skorpion etc.

Filme: Joe Black, Dracula, Wolf, Twilight, The Long Kiss Goodnight, Der Pate, Die Neun Pforten, Tomb Raider, Dancer in the Dark – beonders düster! Sieben, Alien. James Bond 007: inbesondere mit Sean Connery, Timothy Dalton, Daniel Craig.

Dokus: Nachtmeerfahrten: C.G.Jung.

Bildende Kunst: Picasso, Dali, Symbolismus (mit Neptun), Surrealismus (mit Uranus), Auguste Rodin.

Musik: Trommeln, Hard Rock, Heavy Metal, Goth, Björk

Symbolik der Acht in der Mythologie

Fluto und seine Symbole: Höhle, Granatapfel, Schlange, der dunkle Verführer, Schätze. Kali und Shiva, die den Kreislauf von Werden und Vergehen antreiben.
Tarotkarte XX, “Das Gericht”: Die Auferstehung, das Loslösen von der Materie.

Pluto symbolisiert auch unsere Beziehungsfähigkeit, die sich auf Grund unserer Interaktion mit den Eltern, deren eigener Beziehung und dem daraus resultierenden Umfeld definiert. Er ist der notwendige Gegenpol der Venus im 2. Haus des Du, Besitzenwollens und der Fähigkeit zur Fortpflanzung, und stellt mit seinem Domizil, dem achten Haus, den gemeinsamen Besitz, das Loslassen und die gelebte Sexualität dar. Es ist das Prinzip von “Stirb und Werde” das in der Beziehungsachse des Zodiak herrscht: Eros und Thanatos. Oder “Sex, Tod und Steuern“, wie es jemand einmal auf den Punkt gebracht hat. Besonders, wenn Pluto einen harten Winkel mit dem Mond bildet, haben wir uns der Meinung der Mutter unterwerfen müssen, wenn mit der Sonne dann der des Vaters. Bei weichen Aspekten ist es mehr eine Art subtiler Anpassung. Wo die Schicksalsgöttin Ananke Leiden für uns bereithält, hängt von der Plutostellung nach Haus und Tierkreiszeichen ab. In diesem Lebensbereich gilt oft „Leiden ist geil“, daher werden hier auch karmische Altlasten ausgelebt. Obwohl oft auf die Sünde der Hybris zurückzuführen, werden Plutos dunkle Geschenke meist als äusseres Schicksal empfunden. Pluto als dunkler Verführer ist ein zweifelhafter Berater, weil er unser zwanghaftes Verhalten symbolisiertund uns deshalb in Verstrickungen und Abhängigkeiten führt, obwohl wir glauben hier Macht ausüben zu können oder zu wollen. Dort wo bei uns in der Kindheit Macht und Druck ausgeübt wurde, neigen wir später dazu, ebenfalls Macht und Druck auszuüben, um unsere Ohmachtsituation während der Kindheit zu kompensieren. Im Grunde genommen versuchen wir durch den Pluto jene Eigenschaften in anderen zu kontrollieren, derentwegen wir selbst die Kontrolle verlieren. Nicht umsonst ist Pluto der Archetyp, der wohl als Patron der BDSM-Szene gelten kann (Fifty Shades Of Grey, anyone?). Im Pluto liegt auch der Preis unserer Wahlmöglichkeiten, sich über die Materie zu erheben, Lasten abzuwerfen und Dinge loszulassen, die oft Abhängigkeiten mit sich bringen und uns in die Falle locken.

Die Hausstellung von Pluto ist ein Hinweis auf diejenigen Schattenseiten, welche uns in den eigenen Beziehungen manchmal schmerzlich bewusst werden. Wohin Pluto seinen Schatten im Horoskop wirft, ist die “Twilight-Zone“, wo wir Macht und Ohnmacht erleben.

Entführung der Kore durch Hades

Entführung der Kore durch Hades, quelle:wikipedia

Hier sitzt der Schmerz des Verlusts besonders tief, wenn wir das Opfer bringen müssen, um unseren eigenen Weg zu gehen und uns von Fremdbestimmung zu befreien. Ein gutes Literaturbeispiel für SciFi oder Fantasy-Leser: Rocannons Welt von Ursula LeGuin. Es thematisiert auch die nordischen Mythen, besonders Odins Suche nach der ultimativen Weisheit, und dem damit verbundenen Opfer, das auch Motive des Neptun-Archetyps anspricht. Auskunft über die Natur plutonischer Beziehungen gibt auch der Demeter-Mythos. Hier muss Kore/Persephone unter der Hybris ihrer Mutter leiden, weil diese ihr eine Entwicklung zu erwachsenen Frau verweigert. Dies erregt den Zorn der Aphrodite: Sie stachelt Hades/Pluto an, Eros Pfeil trift bei ihm ins Schwarze und das ewige Mädchen Kore und ihre Mutter Demeter müssen sich den Gesetzmässigkeiten von Ananke unterwerfen. Als Persephone landet die Tochter in den Armen ihres Ent- oder eher Verführers aus der Unterwelt und wird zu seiner Königin. Wie das bei plutonischen Beziehungen häufig der Fall ist, findet sich einer der Partner gefangen in einer für ihn überwältigenden Realität wieder. Daher läuft die frustrierte Persephone auch heim zu Muttern, was aus Zeus’ Geheiss zum legendären Deal führt: Während des Sommerhalbjahrs darf Kore als Vegetationsgöttin (Veilchen) auf der Erde wandeln, die dunkle Jahreszeit verbringt sie als Winterkönigin bei ihrem Gatten. Ausgehandelt wurde dieser Ehevertrag natürlich vom grossen Kommunikator des Olymp: Dem gewieften Hermes oder Merkur, der als Psychopompos wie auch Hekate zwischen den Welten reisen darf. Letztere tut dies aber nur bei Nacht. Auch der Granatapfel als Plutos Symbol hat hier seinen Ursprung: Persephone isst von dieser Frucht der Unterwelt, die ihr von ihrem Gemahl (Pluto=Manipulation!) schlauerweise als Zeichen der Vermählung angeboten wird, daher kann sie ihre Ehe nun nicht mehr annulieren lassen. Sie muss sich transformieren und ihre natürliche Bestimmung als erwachsene Frau annehmen.

Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Figuren des Lichts vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.
Carl Gustav Jung

Leiden ist nicht geil, aber führt zu Wandlungsprozessen“
Dobrin M. Antonov

Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend‘ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt die fremde Fühlung
Wenn die stille Kerze leuchtet.
Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.
Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt,
Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
Goetheskull

Pluto Schlüsselworte:

  • Erkenntnis der eigenen Bestimmung
  • Absurdität in kleinlichem Verhalten und Bestrebungen
  • Sich der absoluten Wahrheit stellen

Schlüsselfragen:

  • Wo und wie kann ich meinem Leben Bedeutung geben ?
  • Wie erkenne ich die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Welt?
  • Wo muss ich mich vor Dominanzbestrebungen und Manipulation hüten,
  • Wie vermeide ich Machtkämpfe in Beziehungen?

Retrograder Pluto:

  • Angst vor “Ausgeliefertsein”
  • Sich nicht zur erkannten Wahrheit bekennen
  • Kann zu Bescheidenheit und Mässigung in der Machtausübung führen.

Kritischer Pluto:

  • Harte Aspekte zu den persönlichen Planeten, besonders Quadrat.
  • Konjunktion: abhängig von den restlichen Aspekten und Hausposition
  • Besonders harte Saturn/Pluto Aspekte haben es in sich.
  • Pluto in 12: Repression und Ohnmacht, Sündenbock (mit Saturn eine sehr karmische Stellung), muss stellvertretend die Schattenthemen der Gesellschaft ausleben (Negativer Aspekt vom 12. Haus: Anstalt, Gefängnis)

Weitere Aspekte:

  • In Verbindung mit Pluto-Themen stehen auch Mondknoten, Lilith, der Apogäumspunkt des Mondes, Sonnen- und Mondfinsternis, Vesta und der Centaur Nessus (Rachethematik).
  • Besonders stark wirksam ist das Plutoprinzip: In den Yin-Wasserhäusern, Erdhäusern: Vor allem im 10. und 4. Haus, der karmischen Achse der Familie und Inkarnation (Eltern, Erblasten, “Familienfluch”).
  • Als Dispositor von Mars → 1. Haus, da er hier als Mitregent von Widder wirkt, einer der Charismafaktoren, neben Neptun und Chiron.
  • Pluto ist sehr bedeutsam in der Synastrie, wie alle transpersonalen Planeten.
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Unendlichkeit und Wandel: Plutos Kräfte drücken sich auch in der Zahl Acht aus.
Sie kennzeichnet auch den Skorpion, achtes Zeichen des Zodiak und sein
zugehöriges Haus. Infinity dissolving ©scrano 2013

 

 

Posted by on November 13th, 2016 Kommentare deaktiviert

Sieben Todsünden: Invidia – Neid – Merkur

Neid, Schatten des Merkur.

Neidvoller Blick: Schatten des Merkur.

“Der Neid ist die einzige Todsünde, die überhaupt keinen Spaß macht.” Joseph Epstein.

  • Luzifer – Stolz – Sonne
  • Mammon – Geiz- Saturn
  • Leviathan – Neid – Merkur
  • Satan – Zorn – Mars
  • Asmodeus – Wollust – Venus
  • Beelzebub – Völlerei – Jupiter
  • Belphegor – Faulheit – Mond

Die Symbolik der “Sieben”. gibt es schon im Zusammenhang mit Lastern in der babylonischen und persischen Zeit. Es wird vermutet, der Ursprung der Todsündenlehre liege im Motiv der vorgeburtlichen Seelenreise. Bevor die Seele in die Welt der Materie  eintritt, müsse sie sieben Himmelssphären durchwandern. In jeder nehme sie einen guten Geist in sich auf, aber auch einen schlechten. Gebräuchlich war auch eine Zuordnung der Todsünden zu den Wochentagen: Am Sonntag bedrohe Stolz den Menschen, wenn er sich in der Messe Gott nicht unterwerfe. Tag des Neids sei der Montag, des Zorns der Dienstag. Die Trägheit, speziell die spirituelle, bedrohe den Menschen am Mittwoch, weil er zeitlich am weitesten vom Sonntag entfernt ist. Wenn der Mensch seine Gottnähe verloren habe, sei er am Donnerstag gefährdet, nach materiellen Gütern zu gieren, und sich am Freitag, wenn er dem Fasten verpflichtet wäre, der Völlerei hinzugeben. Wollust ist die Sünde des Samstags. Diese Form einer Korrespondenz-Lehre steht aber im Widerspruch zu der Hermetischen Zuordnung der Sünden zu den Tagen und ihren Planetenentsprechungen. Sowohl in der gnostischen, der hermetischen als auch gemäss der klassischen Moraltheologie sind die “Sieben Todsünden” weniger in Handlungen begründet, sondern Dispositionen: Persönlichkeitsstörungen oder Charakterdefizite. Deshalb kann man sie auch nicht beichten. Sie legen erst den Keim der Unmoral und sind die Ursache der späteren verwerflichen Akte. Astrologisch und psychologisch stellen sie die Schattenthematik der entsprechenden planetarischen  Archetypen dar.

Der Merkur beherrscht den Gedanken- und Informationsaustausch, sein Schatten: Üble Nachrede, Konkurrenzneid, Hinterlist und Schadenfreude. Die dunklen Seiten des Merkur in Loki oder Hermes, beide als extrem listig aber auch als Ränkeschmiede bekannt. So findet der Neid der SiebenTodsünden sein Ventil in der Schadenfreude oder im Austricksen der unliebsamen Mitstreiter. Spielen mit gezinkten Karten, Unfairness und Betrug, alles Folgen dieses Grundübels. Neid entsteht durch das Gefühl der Zurücksetzung und häufig auch durch Missverständnisse, eine gestörte Kommunikation. Shakespeares “Grünäugiges Monster” ein Kerkermeister der Seele, und ein schleichendes, fressendes Gift.  Solch destruktiver Neid ist nur unangenehm und schmerzhaft: Eine Mischung aus Gefühlen von Minderwertigkeit, Feindseligkeit und Ressentiment. Ihn verspürt, wer erkennt, dass ein anderer einen Vorzug besitzt, den er selbst gerne hätte – oder von dem er wünschte, der andere besäße ihn nicht.  Eine Quelle dafür ist  ”Benchmarking“, diese so hochgelobte neudeutsche Trendsportart: Messen und Differenzieren ist auch eine Hauptdomäne des Merkur. Er ist auch Herr der Skalen und der Unterscheidungen. So mancher dieser Massstäbe hängt aber schief,  wenn dieses Prinzip aus dem Ruder läuft. Wie ein gestörter Merkur sich auswirkt, weiss jeder, der schon seine Erfahrungen mit retrograden Phasen des schnellen Himmelsläufers gemacht hat. Den archetypischen Klassiker des Neid-Prinzips stellt wohl die Figur des Jago im Othello dar. Aber auch der biblische Kain fällt in diese Kategorie. König David ebenfalls, der den Urija um seine Frau beneidet und ihn deswegen in eine tödliche Feldschlacht schickt. Merkur beherrscht auch Handel und Wandel: Der Neid gilt auch als Motor der Ökonomie. Wer kennt nicht nicht den bezeichnenden Slogan: “Mein Haus, mein Auto, mein Boot ?”

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… hast Du zur Nacht gebetet, Desdemona? Shakespeare-Tragödie, durch Neid verursacht.
Othello und seine schlafende Frau, Quelle:wiki

Auch für die Buddhisten ist der Neid wohl eine der Hauptursachen für das Begehren, das wiederum Leiden erschafft und den karmischen Kreislauf antreibt.

 

Posted by on August 30th, 2016 Kommentare deaktiviert

Sonne in der Jungfrau – nicht nur sauber, sondern rein

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Ob Asträa – oder himmlische Bibliothekarin – Jungfrau Sonne nimmt es ganz genau.
Virgo ©scrano 2016

Jungfrau, lat. virgo, ist, als femininum zu vir (= Mann, der Kräftige, sich auf etwas zu Bewegende), “die kräftig und geradlinig etwas Verfolgende”.

Wo dieser Archetyp in Märchen, Mythos und Sage auftritt (oder auch in romantischer Dichtkunst) ist er Symbol  nicht entstellter Unmittelbarkeit, erfüllt von Klarheit, Wahrheit und frei von Verwirrung und Täuschung.  Daher ist die Jungfrau häufig leichtgeschürzt oder gar nackt dargestellt. Am Sternenhimmel verkörpert sie Asträa, natürliche Ordnung und Unparteilichkeit. Als Symbol der Freiheit trägt sie die Fackel voran und ist auch mutige Retterin und Führerin aus tiefer Not (Lady Liberty, Jungfrau v. Orléans, Dantes Beatrice). Als Sakraltypus ist sie ein Aspekt der primordialen  Magna Mater , die weibl. und männl. Potenz in sich vereint, aus sich selbst zeugt und in sich entfaltet (“parthenogenetisch” – von gr. parthenos = Jungfrau), und ohne gleichrangigen männlichen Gegenpart auskommt. In der griechischen Antike war dies die orphische Eurynome, eine Schöpfungsgottheit, mit der ozeanischen ungezähmten Kraft der Mondin verbunden, welche später auf den nun männlichenPoseidon/Neptun übertragen wurde. Nur Artemis bleibt noch als noch freie, unabhängige (nicht an Mann oder Familie gebunden) Jägerin unter dem monderhellten Nachthimmel. Die Göttin als Neumondsichel symbolisiert die jungfräuliche Form der Grossen Mutter”, die sich mit jedem lunaren aber auch solaren Zyklus wieder erneuert. Wie Brigid zu Imbolc oder Aphrodite, die ihre physische Jungfräulichkeit jeweils durch ein Bad wiederherstellt. Die rüstungtragende Pallas Athene verkörpert Klugheit, Erfindergeist, den inspirierenden Aspekt der jungfräulichen Göttin. Allerdings ist sie schon patriarchalisch vorbesetzt. Zeus hat sie sich buchstäblich AUSgedacht. In mehr egalitären Gesellschaften, wie bei den Kelten war der Verstandesanteil der Göttin keine männlich überformte Angelegenheit, Brigid, ein echtes Vollweib, stand für die wiederkehrende Fruchtbarkeit im Frühling, daneben inspirierte sie Barden, Künstler und Denker aller Art. Ausserdem war sie noch für Vieh, Schmiede, Kriegshandwerk und Feuer zuständig, letzteres wie die ebenfalls jungfräulichen Vestalinnen. Diese Frauen hatten einerseits grosse Macht, das Schickal des Imperiums hing vom Feuer der Göttin Vesta ab, waren aber der eisernen Kontrolle durch die patriarchalische römische Priesterschaft unterworfen: Ihre Keuschheit wurde strikt überwacht, auf Übertretung stand der Tod durch lebendiges Begraben als Sühneopfer. Dabei behauptet man immer, die Römer praktizierten keine Menschenopfer.
Auch bei Naturvölkern und im Volksglauben sind Jungfrauen zum Gelingen vieler Rituale nötig, sei es Saat oder Ernte, Neubeginn oder Beschwichtigung der Numina nach Regelverstößen. Auch hier wird die Jungfrau als Archetypus der natürlichen Ordnung, der Wiederfindung von Ordnung und Befreiung von der Verirrung sichtbar. Nicht zuletzt kann nur sie das wilde weisse Einhorn fangen, Symbol der Reinheit und der Wahrheit, weil es nämlich freiwillig zu ihr kommt.

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Jungfrau mit Kornähre der Demeter

In der sumerischen Mythologie wurde das Sternbild Jungfrau auch mit Inanna aus dem Gilgamesch-Epos in Verbindung gebracht. Die kriegerische Fruchtbarkeitsgöttin schickte den Himmelsstier auf die Erde, um Gilgamesch und Enkidu zu bestrafen. Als astronomischer Vorgang fand dieser Mythos am Himmel ihr Gegenstück. Mit dem heliakischen Aufgang des Sternbilds Jungfrau ging das Sternbild Stier unter; im mythologischen Kontext folgte dem Aufstieg von Inanna das Herabkommen des Stiers auf die Erde, der die Rolle des Regenbringers und des Pflug-Ochsen übernahm.

Die Jungfrau in der Astrologie regiert das 6. Zeichen und Haus des Tierkreises und hat die Aufgabe die schöpferische Gestaltung und Selbstwerdung des 5. Hauses und des Löwen in etwas Fassbares für die alltäglichen Bedürfnisse zu umzusetzen. Ihre Bildsymbolik gleicht der mit dem Sternbild Virgo gleichesetzten Asträa, Sternenjungfrau und Verkörperung der Gerechtigkeit, der Vernunft aber auch der Ackergöttin Demeter. Die Inspiration muss mit der pragmatischen Vernunft gekoppelt werden um etwas Nützliches zustandezubringen. Eine Vision ohne Umsetzung ist eine Halluzination pflegte Edison zu sagen. Hier ist das erdhafte 6. Haus eindeutiger Gegenpol des Neptunischen Traumes im 12. Haus der Fische. Die Idee muss sich an der Realität messen lassen. Es herrscht das Bedürfnis nach Erkenntnis des Wesentlichen und Wesensgemässen, die Sinnfindung erfolgt durch  Arbeit und Dienen am unmittelbar Gegenwärtigen. In der Aufgliederung von Materie und Wertung der Funktionalität der Bestandteile für ein ordnungsgemässes Zusammenspiel, wie bei einem Uhrwerk, liegen die schöpferischen Gestaltungsmöglichkeiten. Im Zeichen Jungfrau findet sich die Fähigkeit, mit Mängeln und Niederlagen umzugehen, sie kritisch zu analysieren, entsprechend der Faktenlage zu korrigieren. Es geht um Kategorisierung, Systematik, Sorgfalt und Achtsamkeit, Kultur, aber auch Kult der scheinbar banalen Welt der täglichen Verrichtungen, Verankerung des Geistigen in der Wirklichkeit, der dinglichen Welt, im Körperlichen. Daher sind hier auch die Belange der Gesundheit, vor allem aber Hygiene und Ernährung angesiedelt, aber auch die Psychoanalyse und alle empirischen Wissenschaften, weil diese mit Statistik arbeiten. Diese Disziplin der Mathematik ist aber die Lieblingsspielwiese der Jungfrau. Der Zeichenherrscher Merkur ist ebenfalls ein Herr der Skalen, des Messens, aber er dient auch der Vermittlung und Verbindung zwischen den inneren und äusseren Prozessen der Welt, sei es Mikro- oder Makrokosmos. In der Alchemie ist Mercurius /Quecksilber ein Löse- und Bindemittel zugleich: Er löst Metalle auf und bildet Amalgame mit dem edlen Gold. Solve et coagula - Löse und binde erneut, nach Scheidung der unedlen Bestandteile. Medizinisch sind der Jungfrau der Dünndarm und die Verdauungsenzyme zugeordnet, diese schliessen die Nahrung in ihre verwertbaren Bestandteile auf. Unbrauchbares wird abgetrennt. Im Verdauungssystem befinden sich auch viele Nervenzellen, die mit dem Hirn des Menschen über den Vagusnerv verbunden sind, eine Art Zweithirn, dass die Begegnung der Innen- mit der Aussenwelt regelt, tatsächlich, und  im wörtlichen Sinn. Im Darm sitzt schliesslich auch der Hauptteil des Immunsystems aus Myriaden dienstbarer Geister, der Darmflora: Hier wird unterschieden was gefährlich ist, oder nützlich.

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Albedo, Weissung, Reinheit : Eine Stufe des alchemistischen Transformationsprozesses

Zu den Bereichen der Jungfrau und des 6. Hauses zählen auch Haustiere, besonders Katzen, die ansonsten eher mondenhaft sind. Besonders die liebevolle Fürsorge für kleinere Tiere ist in diesem Zeichen beheimatet. Da in der Jungfrau, wie in den Zwillingen, der Merkur herrscht, ist sie ebenfalls ein Zeichen der Hände:  Hier finden wir oft ausgeprägte  handwerkliche Geschicklichkeit mit viel Liebe zum Detail, wogegen bei den Zwillingen eher die Kommunikation (Gestik) oder das Schreiben das wesentliche Element darstellt. Durch ihre Verbindung zur Alchemie regiert sie auch die Spagyrik und die daraus abgeleitete Pharmazie.

Im Tarot wird die Jungfrau durch Temperantia (Mässigung, vormals Prudentia: Man denke an das Gleichnis der klugen Jungfrauen) verkörpert. Ihre Namensgeberin, das Sternbild Virgo findet man aber auch auf der Karte 8, “Die Ausgleichung, oder Gerechtigkeit” in Form der bekrönten Asträa mit dem Schwert wieder. Diese Trumpf-Karten, Nr. 8 und Nr. 14, sowie die zum Zwillings-Merkur zugehörige Nr. 6, “Die Liebenden” gelten als Darstellung von Vernunfts- und Erkenntnisprozessen, letztlich geht es hier um Entscheidungen. Der Eremit als weitere Jungfrau-Karte zeigt uns den Aspekt der Innenschau und Selbstkritik.

Der Schatten des Jungfrau-Archetypus liegt in Unzufriedenheit mit dem Gegebenen, Detailverlorenheit, Pedanterie, Kleben am Gewohnten und an Formalismen, dazu kommen Schüchternheit und Hypochondrie, was sie mit ihrem neptunischen Gegenpol gemeinsam hat aber auch Phobien, obsessives Verhalten und Angst-Zwangs-Störungen.

Sidney_Hall_-_Urania's_Mirror_-_Virgo

Virgo als geflügelte Asträa, aber mit der Ähre der Demeter.

Das Sternbild Virgo in der Astronomie:

Die Jungfrau wird meist als geflügeltes Mädchen dargestellt, das einen Bündel Ähren in der Hand hält. In einer Ähre leuchtet Spica, der Hauptstern der Jungfrau. Dieser Stern ist etwa 280 Lichtjahre von uns entfernt und leuchtet 2300 mal stärker als unsere Sonne. Spica symbolisiert als Getreideähre den Frühling, in dem die Natur wieder auflebt und alles grünt und blüht. Er signalisiert die Zeit der Aussat, welche im Herbst die Ernte verspricht. Das Sternbild Jungfrau gehört als einziges weibliches zu den 12 Tierkreiszeichen. Nahe an Spica vorbei verläuft die Ekliptik mit den Sterbildern des Zodiak.  Auch die Sonne hält sich jedes Jahr im Herbst einige Zeit in der Jungfrau auf. Obwohl Virgo als sehr großes Sternbild des Frühlings am Himmel steht, kann man die Konstellation aber leider nicht gut erkennen. Ihre Sterne leuchten nur schwach, hier ähnelt sie den Fischen, ihrem Gegenpol auf der “Achse des Dienens” im Zodiak. Auffällig ist lediglich Alpha Virginis, die Kornähre Spica. Da unser Erdtrabant ebenfalls die Bahn der Ekliptik durchwandert, kann man die Lage von in der Nähe liegenden Sternbildern ebenfalls durch den jeweiligen Mondstand ermitteln. Günstig ist dafür natürlich die Phase des Neumonds, mit einer nur schmalen Sichel.
Trotz ihrer Bescheidenheit hat die Jungfrau für Astronomen durchhaus etwas zu bieten: In diesem Sternbild findet man mit einem Teleskop viele Galaxien. Sie bilden einen großen Galaxienhaufen, der auch Virgohaufen genannt wird und vermutlich aus 3000 Galaxien besteht, die etwa 70 Millionen Lichtjahre von uns entfernt sind. Etwa 250 seiner Mitglieder können mit einem mittleren Teleskop ab 15 cm Öffnung beobachtet werden. 11 der Galaxien nahm der französische Astronom Charles Messier in seinen Katalog nebliger Objekte auf, darunter die äuffällige elliptische Galaxie M87. Bei dieser schiesst ein extrem heller Materie-Jet aus dem Zentrum weit in den Weltraum hinaus.

Korrespondenzen zur Jungfrau:

Positive Eigenschaftengraphics-zodiac-signs-737857

  • lernbegierig
  • schnelle Auffassung (Merkur)
  • analytisch
  • grosser Wissenshorizont (Leseratte Hermione aus Harry Potter)
  • nüchtern
  • pragmatisch
  • zuverlässig
  • beschützend  (Tierschutz, Naturschutz)
  • sicherheitsorientiert
  • handwerklich begabt, besonders mit Holz oder Uhren
  • ordentlich
  • bescheiden
  • geduldig
  • vorsichtig

Negative Eigenschaften

  • eigenbrötlerisch
  • konservativ
  • unnahbar
  • nörglerisch
  • unfrieden (mit sich selbst)
  • perfektionistisch
  • schüchtern
  • stets besorgt
  • pessimistisch
  • pedantisch
  • hypochondrisch

Die Jungfrau gehört zum 6. Haus des Zodiak, hier herrscht Merkur in seinem Nachthaus..

  • Element: Erde, mutabel, Yin
  • Farbe: ocker, beige, gelb, blaugrau, gelbgrün
  • Kristalle: Turmalin, Jade, Peridot
  • TarotMässigung, Gerechtigkeit, Eremit
  • Domizil: Merkur,
  • Exil: Neptun, Jupiter
  • erhöht: Mars (Pluto)
  • Fall: Stier-Venus (Pandemos)
  • Pflanzen: Alle Merkur- und Erdpflanzen, vor allem Gräser, Getreide, Doldenblütler.
  • Duft: Lavendel
  • Götter-Mythen: Merkur/Hermes, Hephaistos, Prometheus, Chiron, Lugh, Loki
  • Göttinnen-Mythen: Innana, Demeter – Persephone, Hekate, Vesta/Hestia, Brigid, Asträa – Dike, Athena Parthenos, Artemis/Diana und Teilaspekte von Aphrodite/Venus(Urania)

Als Nebenherrscher der Jungfrau werden auch der Zwergplanet Vesta und der Irrläufer Chiron, einer der Kentauren diskutiert.

Diese Zuordnung basiert auf deren jeweiliger Mythologie:

  • Der Zentaur Chiron war ein berühmter Heiler und lebte bescheiden im Hintergrund, fast wie ein Eremit.
  • Der ursprünglich vorgeschlagene Hephaistos als eigentlicher Zeichenherrscher kann durchaus als erdhaftes “Alter Ego” des geflügelten Merkur in seinem Nachthaus betrachtet werden. Der umtriebige Merkur hat ja ein ganzes Spektrum an Identitäten.
  • Wie Hephaistos hat Vesta eine Verbindung zum Feuer und ist ausserdem eine (alte) Jungfer. Vesta oder Hestia wirkt zusammen mit Merkur beim Schutz des Heims, sie werden als Hausgötter-Paar verehrt
  • Der hypothetische Planet Hephaistos/Vulkan ist mittlerweile wohl aus der Diskussion.
  • Die meisten dieser Mythen thematisieren auch das Feuer: Hephaistos, Vesta, Prometheus, Libertas, auch Demeter trägt eine Fackel, ebenso Hekate (plutonischer Anteil von Asträa). Hier steht es für das gezähmte Herdfeuer, Schmiedefeuer und Licht der Vernunft. Feuer ist auch ein Mittel der Reinigung und Befreiung, im physischen und spirituellen Sinn. Besonders deutlich wird diese Verbindung bei der keltischen jungfräulichen Frühlingsgöttin Brigid.

***Lesetip:

  • Alice Bailey: “Die 12 Arbeiten des Herkules” aus astrologischer Sicht. Ist zwar etwas theosophisch, aber das kann man getrost ignorieren.
  • Johann Wolfgang Denzinger: “Die 12 Aufgaben des Herkules im Tierkreis”

 

 

Posted by on August 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Keine alte Jungfer: Asträa, Mythologie der Sternzeichens Jungfrau und Waage

Demeter/Ceres, ein Aspekt der Sternjungfrau-Mythologie.

Demeter/Ceres, ein Aspekt der Sternjungfrau-Mythologie.

Die Gestalt der Astraea ist ein komplexes Thema.

In der Antike war sie die Sternkonstellation Jungfrau + Waage, und verkörperte wie die ägyptische Maat, das Prinzip der göttlichen Ordnung und des Ausgleichs (wie oben so unten), daher war sie in Ägypten auch die Göttin mit der Waage des Totengerichts. Ursprünglich war sie in Griechenland aber Astraia (Astraea) die jungfräuliche Göttin des Naturrechts, die nachdem die Menschheit immer schlechter wurde, enttäuscht in den Olymp zurückkehrte. Seither ist das Rechtsempfinden nicht mehr natürlich im Menschen vorhanden, sondern muss von aussen erzwungen werden. Erst ihre Rückkehr läutet eine neue Periode des Friedens, ein neues “Goldnes Zeitalter” ein. In der Erzählung Hesiods wird sie von einer ursprünglich kraftvollen Figur, einer Vereinigung der Titanin Themis und der formidablen Nemesis zu einer schmollenden Tochter, die zu ihrem Vater flüchtet. Zeus wurde so zum Bewahrer des Rechts, der Gerichtsbarkeit, Astraia/Dike, zu seiner Tochter geworden, war nicht mehr unabhängig. Also Gerechtigkeit von nun an als Teilaspekt des männlichen Himmelsgottes Zeus, bei dessen Namen auch der Eid abgelegt werden musste. Dies kann man wohl als Übergang einer matriliniear/egalitären Kultur zu einer patriarchalischen werten. Das deutet auch die Abfolge Goldenes, Silbernes, Ehernes (bronzenes+eisernes) Zeitalter an. Zu Beginn der Eisenzeit war der Übergang zur patriarchalischen Gesellschaftsform im griechischen Sprachraum vollzogen (Einwanderung der kriegerischen Dorer in das mykenisch-pelasgische Griechenland).

Raffael: . Quelle Wikimedia Commons.

Raffael: Astraea, Quelle Wikimedia Commons.

Das Attribut der Jungfräulichkeit gehörte deshalb zum Richteramt, da sie in der Antike nichts mit Keuschheit, sondern mit Unabhängigkeit von der Pflichten einer Mutter zu tun hatte. Eine jungfräuliche Göttin war für alle da, und unparteiisch: Daher rührte auch der Mythos der jungfräulichen Königin für Elizabeth I. (Sonne in der Jungfrau, Aszendent Steinbock, dominanter Planet Pluto) von England, die sich das Charisma einer solchen Figur zu Nutze machte – sie hatte ja auch den grossen Lehrmeister der Alchemie (John Dee) als Berater.

Astraea heist also auch: Unabhängigkeit im Denken ohne Beeinflussung (Reinheit). Justitia im modernen Sinn ist eher eine Allegorie, der Gerichtsbarkeit, einer Institution, Astraea entspricht einem Archetyp (nach C.G. Jung). Astraea war auch keinesfalls blind, wie Justitia im der modernen Auffassung, sondern hatte in ihrer Form als Nemesis eine strafende Funktion. Ihr zugesellt waren auch die 3 Eumeniden (Erinyen, Furien) Tisiphone, Megaira, Alecto, (= das Gewissen) die bei besonderen Vergehen, die als widernatürlich angesehen wurden, die Bestrafung übernahmen. Insbesondere war dies der MUTTERmord, wie in der Orestie bezeugt. Daher findet Asträa ihre Repräsentation als “Die Gerechtigkeit” in den ebenfalls archetypischen “Grossen Arkana” des Tarot (astrologische Symbolik der Trumpfkarten)  auch OHNE Augenbinde, mit Krone und mit erhobenem Schwert.

Das Schwert symbolisiert auch den Verstand (zweischneidig). Mit dem Sternbild Jungfrau war ursprünglich im altbabylonischen Zodiak die Göttin Astarte=Inanna (hebr. Aschera, die Gattin Jahwes!) (im griechischen wohl zu Astaria –> Asträa abgewandelt) bezeichnet. Diese war eine kriegerische Fruchtbarkeitsgöttin mit jungfräulichem Aspekt (kein Widerspruch! s.o.), ähnlich der griechischen Artemis (wilde Natur, Tiere, Jagd) oder wahrscheinlich auch der Urform der Hekate. In ganz alten Texten heisst das Sternbild Virgo „Die Ackerfurche (Mutterschoss)“.

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Fernando Gallego-Boveda: Virgo. Quelle Wikimedia Commons.

In Griechenland wurde auch noch der Mythos der Eleusinischen Mysterien mit dem Sternbild Virgo verbunden, weil dieses nur in den Monaten August/September heliakalisch aufgeht. Heliakalischer Aufgang von Sternen und Planeten war ein wichtiges Kalenderwerkzeug der Antike. Gleichzeitig stand Demeter, die Kornmutter (Ernte im Spätsommer), in ihrer Dreigestalt (Kore, Demeter, Persephone) im Zentrum der wichtigsten Mysterienspiele der Antike. Bedeutsam war auch die Tatsache, dass der helle Hauptstern Spica in der Konstellation Virgo zur Zeit der Aussaat gerade über dem nächtlichen Horizont steht.

Man sieht also, Asträa kommt in vielerlei Gestalt daher  und hat auch viele Wandlungen hinter sich – ihre Mythologie spiegelt auch Entwicklungsphasen der Menschheitsgeschichte, unterschiedliche Stufen der Sozialisierung und der Rechtsauffassung. Die Sternjungfrau hat aber auch immer eine Beziehung zu einer Form des Archetyps „Die grosse Mutter“/Himmelskönigin..

Ackerfurche (Mutterschoss) -> Fruchtbarkeits/Erntegöttin, -> Lehrerin der Menschheit — Mutter Gottes im Christentum.

Als kosmischer Mutter-Archetyp hatte Asträa immer schon mit der Aufrechterhaltung der natürlichen Weltordnung zu tun (natürliches Recht). Maat ist das weitere typische Beispiel. Die dunkle Seite davon ist das Ausgleichsopfer: Alle Söhne der grossen Mutter müssen im Jahreskreislauf (der Natur) sterben, um dann wiedergeboren zu werden: Adonis, Tammuz, Dumuzi, Jesus.

Übrigens – die Waagschalen des Sternbildes Waage waren in der Antike als Zangen des Sternbildes Skorpion betrachtet worden, der versinnbildlicht zwar die Rache (Strafe) in seiner niedrigsten Form, aber auch die Läuterung und Transformation zur Weisheit –> Also von der natürlichen Rechtsordnung (Jungfrau, mit ihrem sprichwörtlichen Ordnungssinn) zur Abwägung der Taten eines Menschen, Bemessung der Strafe + Läuterung (Waage+Skorpion) zur Weisheit (Schütze=Zentaur, Zentauren standen zwischen der wilden Natur (Pferd) und der kosmischen Weisheit (Menschenkörper) –> Prometheussage, Zentaur Chiron !) -> Übernahme von Verantwortung und Perfektion der Materie (Steinbock)  ->  Menschenliebe und Idealismus (Wassermann) – > Erlösung (Fische).

Zur Ikonographie des Sternbildes der Astraea/Nemesis/Virgo/Demeter : Das Sternenkreuz mit dem Hauptstern Spica  in der Konstellation wird entweder als Kornähre (Demeter, Virgo) oder als (gesenktes) Schwert (Dike, Libra) gedeutet. Das gibt doch dem Spruch „ … macht Schwerter zu Pflugscharen“ eine ganz neue Bedeutung … Das Richtschwert wird aber auch statt einer Fackel oder eines Ölzweigs erhoben in der rechten Hand dargestellt (Nemesis), dann in Verbindung mit der Waage.

justitia

Die Gerechtigkeit – Ausgleichung:
Karte 8 (alt, Crowley) oder 11 (Golden Dawn).

Tarotkarte:  ”Die Gerechtigkeit”, “Die Ausgleichung”

Nummer: 11 oder 8, ich tendiere zu Crowleys Auffassung, die auch der ursprünglichen Zahlenfolge entspricht: 8, und teile auch seine Interpreation der Asträa als Ausgleichung, wie Maat.

Astrologisch: Libra, Waage, Venus

Element: Luft

Zeitqualität: Herbst, Monate September, Oktober

Farben: Grün

Schlüsselworte: Fairness, Verantwortung, Entscheidung, Ursache und Wirkung, Pendulum, Anubis, Zurechtrücken, Zentrierung, Karma, Gleichgewicht,  Gerechtigkeit, Vernunft.

Den  Aspekt der Demeter mit der Ähre trägt die andere gekrönte Figur im Tarot: “Die Kaiserin”, Venus des Erdelements, sie herrscht über die Vegetation.

Astraea = Virgo/Demeter/Nemesis/Astarte/Maria ……. und mehr. Nicht vergessen darf man auch den Zusammenhang mit Hekate, auch einer Sternenjungfrau, die in ihrer ursprünglichen Heimat Karien eine  triforme “Magna Mater” war.

Die Sternenjungfrau (Virgo) mit Krone war im schon im frühen Christentum mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht worden (siehe Abschnitt: “Die Mythologie”)

LITURGISCHES Geburtsdatum der Maria am 8.September heisst Sonne in der Jungfrau (wie Elizabeth I. die sich Ikonographie der Gottesmutter und des Zeichens Virgo zu eigen machte ). Maria wird, wie die Fruchtbarkeitsgöttin der Antike, als Himmelskönigin bezeichnet, wie Asträa trägt auch sie eine Krone aus Sternen. Der Beiname gotischer Münster: “Unserer Lieben Frau” ist der Gottesmutter gewidmet, fast alle gotischen Münster sind Marienkirchen, die Marienverehreung hatte in der Gotik einen Höhepunkt, zusammen mit der Vorstellung von Christus als „Sohn und Schmerzensmann“ , nicht als Triumphator, wie noch in der Romanik. Das weibliche Element kommt in der Gottes-Verehrung stärker zur Geltung.

Nicht zuletzt gilt Asträa als mythologische Figur in der Tradition der Aufklärung und der Menschenrechtsbestrebungen als ein Leitsymbol. Deshalb gibt es etliche Logen vor allem aus der Gründerzeit des Freimaurertums, die dieses Symbol für ihre Loge wählten. Was fanden diese Brüder der ersten Stunde so besonderes an ihr? Sie wird wie Maria als Licht der (reinen) Wahrheit gesehen –> Lichtsymbol. Die reine Wahrheit im Verständnis der Aufklärung steht auch für die Vernunft und Vorurteilslosigkeit. Das hat wieder Rückbezüge zur antiken Asträa. Vernunft oder das natürliche Recht (Menschenrecht !!) war wie die natürliche Religion (Ethik, Gottesliebe) den frühen Freimaurern sehr wichtig. Auch die reine (=unbeeinflusst) Vernunft gilt als ein Lichtsymbol. Siehe Thomas Paine: “Common Sense”, “The Origin of Freemasonry”. Daher war der Name Asträa als Bestandteil von Logennamen beliebt:”Asträa zur Grünenden Raute in Dresden”, Grossloge von Russland: “Asträa” (1815 in Petersburg). Siehe: Asträa für Freimaurer. Auch in der “Lady Liberty” des freimaurerischen Bildhauers Bartholdi aus Colmar steckt ein bisschen Asträa. Eine frühe Form der Freiheitsstatue krönt bereits die Kuppel des Capitols in Washington, auch sie ziert ein Sternen-Diadem. Pikanterweise trägt sie Gesichtszüge, die an die amerikanischen Ureinwohner erinnern. Ich finde die Skulptur hässlich, beonders wegen des seltsamen Adlers auf dem Helm der Figur. Eine ähnlich geschmacklose Kopfbedeckung kenne ich nur noch von Kaiser Wilhelm II. Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen der amerikanischen Staatengemeinschaft – “e pluribus unum”, unter einem gemeinsamen Ideal vereint. So steht es auf dem Sockel – ein frommer Wunsch, aber das war es schon bei der griechischen Ur-Asträa. Interessanterweise haben die amerikanischen Ureinwohner aus der Gegend der amerikanischen Kapitale auch eine Sternenjungfrau-Legende als Teil ihres eigenen Schöpfungsmythos.

 

Lady Liberty in ihrer Urform - auch der Umhang sieht eher indianisch aus.quelle:wiki

Lady Liberty in ihrer Urform – auch der Umhang
sieht eher indianisch aus.
quelle:wiki

Die Mythologie: (Quelle der Kurzfassung: Wikipedia:Asträa)

Astraea oder Astraia (griechisch Ἀστραíα) ist eine Gestalt der griechischen und römischen Mythologie, die in Zusammenhang steht mit dem Mythos von den Weltaltern, der erstmals in Hesiods Gedicht Werke und Tage erscheint. Dort beschreibt der Dichter das letzte, das eiserne Geschlecht, das keine Achtung für Gerechtigkeit und Gesetz mehr kennt, keinen Respekt vor den Eltern oder der Heiligkeit des Gastes, wodurch deren Verkörperung schließlich die Erde verlässt: Aidos, die Personifikation der Scham (vor allem der Scheu vor Schande und der Scham wegen begangenen Unrechts), und Nemesis, die Verkörperung der strafenden göttlichen Gerechtigkeit, kehren einer hoffnungslos verderbten Menschheit den Rücken und markieren so den Rückzug des Göttlichen aus der Welt.Was von Hesiod nur knapp angesprochen wird, wurde von Aratos von Soloi im 3. Jahrhundert in dessen Phainomena zu einem eigenständigen Mythos erweitert.In diesem astronomischen Lehrgedicht erzählt er die Geschichte der Entstehung des Sternbilds der Jungfrau.

Diese Jungfrau war die Dike, die Verkörperung der Gerechtigkeit (entsprechend der Nemesis bei Hesiod), die ursprünglich, im Goldenen Zeitalter mitten unter den Menschen wohnte und sichtbar in den Versammlungen erschien, um das Gesetz zu verkünden:

Vor dem nächsten, dem silbernen Menschengeschlecht, das schon zur Gewalttat sich neigte, zog Dike sich in ferne Berge zurück, von denen sie nur noch selten unter die Menschen kam, und dann nur, um Verfall anzuklagen und vor einer noch schlimmeren Zukunft zu warnen. Diese trat dann auch ein mit dem Erscheinen des dritten, des ehernen Menschengeschlechts (in der Version der Weltalter des Aratos gibt es weder ein eisernes Menschengeschlecht, noch ein Geschlecht der Heroen; das dritte, eherne, ist bereits das verderbteste). Unter diesen Mördern und Räubern, die den Pflugstier schlachten und fressen, ist für Dike kein Weilen mehr, sie fährt auf zum Himmel und wird dort zum Sternbild der Jungfrau.

Traditionell war Dike die Tochter des Zeus und der Themis, bei Aratos aber wird als Vater der Jungfrau Astraios genannt, bei Hyginus wird dann noch Eos als Mutter ergänzt.

Ovid schließlich gibt der Nemesis/Dike/Jungfrau den eigenen Namen, Astraea, oder griechisch Astraia. Er lässt in seiner Version des Mythos wie Hesiod die Jungfrau nur am Ende auftreten, als sie die blutbesudelte Erde des eisernen Zeitalters verlässt: Achtende Scheu ist dahin, und von blutbefeuchteten Ländern Kehrte die Jungfrau heim, Astraia, der Himmlischen letzte.

In Vergils berühmter prophetischer 4. Ekloge zeigt umgekehrt das Erscheinen der Jungfrau die bevorstehende Wiederkehr des Goldenen Zeitalters an: Schon ist das Ende der Zeit nach dem Lied von Cumae gekommen. Und großartig beginnen den Lauf ganz neue Geschlechter. Schon kehrt wieder Astraea, es kehrt Saturnus’ Regierung: Neue Geburten entsteigen nun bald dem erhabenen Himmel.Unmittelbar anschließend spricht Vergil von der Geburt eines Kindes, eines Heilsbringers, was die Zeitgenossen auf Augustus (aber auch auf andere möglicherweise gemeinte Personen) bezogen, Vergil unterstützte eine Deutung auf Augustus, indem er in der Aeneis bei der Unterweltsfahrt des Aeneas dessen Vater Anchises von der Rückkehr des Goldenen Zeitalters künden lässt, diesmal unter ausdrücklicher Bezugnahme auf Augustus. Im Christentum wurde Vergils 4. Ekloge auf die Geburt von Jesus gedeutet, wodurch wiederum Vergil eine Art vorweggenommener Heiliger wurde. Naheliegender Weise wurde die mythische Jungfrau der Prophetie mit der Jungfrau Maria identifiziert, erstmals durch Kaiser Konstantin in seiner „Rede an die Versammlung der Heiligen“.

Im England Elisabeths I. wird dieser Mythos, wie schon erwähnt,  erneut aufgegriffen. Die Königin wird selbst zu Astraea, die Gerechtigkeit und die Rückkehr zur ursprünglichen Religion verspricht (sie bzw. ihre Hofpoeten beziehen sich hier auf die anglikanische Kirche). Das Goldene Zeitalter erlangt eine neue Realität durch die Entdeckung und Besiedlung der Neuen Welt. Es ist nun nicht mehr lediglich ein Reich des Glaubens, sondern ein  weltumspannendes Imperium, das durch die Herrschaft einer gerechten, tugendhaften Königin vereint ist.

Posted by on August 21st, 2016 2 Comments