Posts Tagged ‘Freimaurer’

 

Kalender: Schwetzinger Zauber 2018 jetzt bestellbar

 

 Romantischer Spaziergang im Kirschgarten.Erwartung ©scrano 2016

Romantischer Spaziergang im Kirschgarten.
Erwartung ©scrano 2016, model:jlior

Alle Kalendermotive sind auch als einzelne Bilder erhältlich.

Freie Auswahl von mindestens 13 Blättern*** aus der Galerie. Bitte das Deckblatt extra benennen. Für kleine Texte ist Platz, bitte nachfragen. Standard sind erklärende Untertitel für die einzelnen Fotos. Formate: DIN A4, A3, A2 quer mit Metallspirale. Professioneller Qualitätsfotodruck.

Preis: ab 14 € DIN A4

Alle Anfragen bei Ambrosia per email. Vorbestellungen wie immer, bis September 2017.

Für Br. und Sr. Freimaurer können speziell Motive mit entsprechener Symbolik zu einem Kalender zusammengestellt werden, inklusive genauer Erläuterung. Wer mehr wissen möchte, wir veranstalten auch Parkführungen.

*** Bei der Wahl hochformatiger Bilder können zwei auf einem Blatt arrangiert werden, daher mehr als 13 möglich. Alternativ sind Makros von schönen Pflanzen als Ergänzung, z.B. Iris:

Inner Glow ©scrano 2014

Inner Glow ©scrano 2014

Lasst Euch überraschen! Beispiele findet Ihr in unseren Artikeln über Natur und Zauberpflanzen oder die Signaturlehre von Paracelsus. Und … alle Bilder haben eine hohe Auflösung, nicht vergleichbar mit den “Ansichts-Thumbnails” der Galerie, die nicht für Quaitätsdruck geeignet sind.

 

Posted by on Januar 14th, 2017 No Comments

All About … Saturn

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Wintermandala: Die strahlenden Gletscher von Asgard?
Odin und Saturn, beide gelten als Herren des Winters
des Alters, der Weisheit und der Zeit.

Saturn herrscht im Steinbock (Erde, Yin), sein Domizil ist das 10.Haus, welches den Zenit des Geburtshoroskops darstellt, das Medium Coeli, die Himmelsmitte. Klassisch ist er auch Regent von Wassermann (Taghaus, Luft,Yang), modern ist dies Uranus.

 Saturn für Freimaurer:

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Saturn als Herr der Zeit in der freimaurerischen Symbolik.
Er verschmilzt mit der Verkörperung des Todes, Thanatos.

Die Gesamtsymbolik des dargestellten Sujets – ikonographisch und freimaurerisch wurde gerne bei Grabdenkmälern des 19. Jhd. verwendet: Die gebrochene Säule, Vater Zeit (Schnitter Tod), die trauernde Jungfrau mit dem Akazienzweig liest im Buch des Lebens.

Posted by on Januar 13th, 2017 No Comments

Das Erdelement: Stabilität, Fruchtbarkeit, Realitätssinn

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Fruchtbar grünes Erdelement: Kessel oder Füllhorn der Mutter Erde.
Cornucopia ©scrano 2013

Korrespondenzen des Erd-Elementes:

Zodiak:

  • Jungfrau: mutabel – Merkur in seinem Nachthaus, Vesta
  • Steinbock: kardinal – Saturn in seinem Nachthaus
  • Stier: fix – Venus Pandemos

Tarot: Pentakel, Münzen

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Grün, rostrot, ocker, braun, grau, schwarz

Alchemie:

  • EarthNach unten zeigendes Dreieck mit Querbalken

Elemental:

Tage:

  • Samstag – Saturn

Pflanzen:

  • Getreide (Merkur), Wurzelgemüse (Venus), Immergrüne (Saturn), Nadelbäume (Saturn)

Signatur:

Wenig Blüten, unscheinbare Blüten, ledrige Blätter, knorrig, kriechend- oft mit Rhizom, starke Wurzelbildung, mineralstoffhaltig, kieselsäurehaltig, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stärkebildung, wenig Zucker oder Saft. Erdiger Duft. Pflanzen der arktischen Regionen. Kältevertäglich.

Öle:

  • Patchouli (Venus, Pluto)
  • Vetiver, (Venus, Pluto)
  • Kalmus, (Saturn, Sonne, Mond)
  • Tonka, (Venus, Mars)
  • Myrrhe (Saturn, Mond)
  • Iriswurzel, (Saturn, Mond)
  • Zypresse, (Saturn, Sonne)
  • Sandelholz (Venus, Mars)
  • Eichenmoos,
  • Karotte

Tiere:

  • Auf vier Beinen laufende Tiere, vor allem Weidetiere, Reptilien, Höhlen- oder Baubewohner wie Murmeltiere, Dachse. Tiere der Felsenregionen.

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Der Erde,  zu der die Yin Variante “Ruhe und Empfängnis” passt ist in jedem Elementesystem die Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren, aber auch des Menschen zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie von Saturn und Venus regiert, dem Winter- und Frühlingsapekt der bäuerlichen Kulte. Den Erdzeichen haftet vor allem die Neigung zur realen, physischen Manifestation der Dinge an an, sogar der Merkur-beherrschten Jungfrau. Diese repräsentierte aber in antiken Vorstellungen  Asträa, die Sternenjungfrau. Deren Symbol war die Kornähre. Als Zeichen der Aussaat und Ernte (heliakischer Aufgang bzw. Untergang zu diesen Jahreszeiten) war Virgo/Asträa auch mit den Mysterien der erdhaften Muttergöttin Demeter verbunden. Allen drei Erdzeichen ist eine wert-konservative Einstellung zueigen. Das Erdzeichentrigon repräsentiert: Wachstum der Vegetation (Stier) Ernte (Jungfrau) Winterruhe (Steinbock).

Zustandsformen der Elemente im Erd-Trigon:

  • Steinbock: kardinal, aufstrebende Berggipfel, Felsen
  • Stier: fix, weite Ebenen, Ackerland
  • Jungfrau: mutabel, vom Wind bewegtes Grasland, Getreidefelder.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos interessiert. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Posted by on Januar 12th, 2017 No Comments

Gedanken zum Jahreswechsel 2016/17

Viel Glück für uns Alle, in diesen gebeutelten Zeiten!

Viel Glück für uns Alle, in diesen gebeutelten Zeiten!

Aus einer Predigt zum Neujahr 1883:

Herr, setze dem Überfluss Grenzen,
und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen
aber auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamten, Geschäfts- und Arbeitsleute,
die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.
Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen.
Aber nicht sofort. 

Pfarrer von St. Lamberti, Münster (1883)

Wir erkennen in diesem ein wenig ironisch anmutenden Gedicht, dass vor ca. 150 Jahren die Nöte der damaligen Zeitgenossen, im grossen wie im kleinen, unsere eigenen durchaus wiederspiegeln. Es spricht die zunehmende Oberflächlickeit und Doppel- bzw Scheinmoral einer Gesellschaft an, in der soziale Kälte und menschliches Desinteresse an Einfluss gewinnen. Diese Risiken und Nebenwirkungen einer Industriegesellschaft haben sich leider dank der Globalisierung auf fast die ganze Welt ausgedehnt.

Ein Wunschzettel an den „lieben Gott“ im rhetorischen Sinne, aber durchaus ein Wink an die versammelten „Schäflein“, in diesem Sinne zu wirken.

  • „Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es“, sagt nicht zuletzt ein Sprichwort.

Es wäre denn auch wenig zu passiv, zu einfach, darauf zu warten, dass sich eine höhere Macht einmischt, fast wie der „deus ex machina“ im klassischen Bühnendrama.

Mit Wünschen alleine wird sich nichts bewegen, mit guten Vorsätzen auch nicht.

Wie das mit den Vorsätzen so ist, weiss jeder, der schuldbewusst am Jahresende Bilanz bei sich selbst zieht, von den Weihnachts-Pfunden angefangen über manch andere Angewohnheit bis zu hehren Zielen: mal ehrlich – was ist davon übrig geblieben ?

  • Sagte nicht schon George Bernhard Shaw: Der Weg zur Hölle sei mit guten Vorsätzen gepflastert nicht mit schlechten ?

Es sind wohl die gemeint, deren Verwirklichung man sich selbst und anderen schuldig geblieben ist. So mancher Vorsatz scheitert schon an zu hoch gesteckten Zielen.

Vorsätze oder Ziele sollten daher realistisch und erreichbar sein, diese Aussage hört man auch von sogenannten „personal coaches“. Desgleichen solle man lieber kleine Schritte als grosse Sprünge machen.

  • Was wären solche Ziele im freimaurerischen Sinn ?

Wie heisst es so schön: “Wir bauen am Tempel der Humanität. Die Steine, deren wir bedürfen sind die Menschen. Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit sind der Mörtel des Tempelbaus.” Führen wir uns diese drei Grundpfeiler der Freimaurerei vor Augen:

  • Brüderlichkeit, und Toleranz, humanitäre Ethik.

Wohlklingende Begriffe, aber in ihrer Abstraktheit nur schwer in reale Ziele umzumünzen. Wo setzen wir hier an mit der Methode der kleinen Schritte ?

  • „Brüderlichkeit wird vermittelt durch Sicherheit, Vertrauen, Fürsorge, Mitverantwortung und der Verständigung mit- und untereinander.“

Wie gehen wir auf unsere Brüder zu bzw.ein? Sind wir uns der Verantwortung bewußt, die wir uns freiwillig auferlegt haben ? Kümmern wir uns genügend um den bzw. die Brüder? Sind wir in die Lage unser eigenes Ego-Posieren zurücknehmen und den anderen genug Raum zur Entwicklung lassen ? Sonnen wir uns im eigenen Glanz, blendet uns das Licht, den anderen überhaupt wahrzunehmen. Freuen wir uns mit dem Bruder über seine Erfolge, können wir sein Leid teilen ? Mehr Empathie und Achtsamkeit wäre hier der kleine Schritt.

  •  „Toleranz wird gelebt durch aktives Zuhören und Verständnis anderer Meinungen.“

Wir sind alle in unserem Bunde tolerante Menschen, die keine Dogmen vertreten oder sich solchen unterwerfen. Toleranz ist aber nicht gleich moralischer Schlendrian. Sie bedeutet nicht dass charakterliche Defizite von Brüdern oder Profanen geduldet werden müssen, besonders wenn sie Mitmenschen Schaden zufügen. Bewusstes Akzeptieren oder Übersehen von sozialem Fehlverhalten fördert Soziopathen.

  • Eine der Grundlagen des freimaurerischen Selbstverständnisses ist die Übereinstimmung in einer gemeinsamen Ethik.

Zum ethischen Handeln gehört meines Erachtens auch, von Brüdern Schaden abzuwenden. Korrektiv zu wirken heisst hier beides, dem Gedankenlosen zu mehr Einsicht und dem Überfahrenen zu seinem Recht zu verhelfen. Wie es so schön in der Zauberflöte heisst:  ….. und ist ein Mensch gefallen, führt Liebe ihn zur Pflicht. Der kleine Schritt wäre hier mehr Wachsamkeit walten zu lassen.

Um humanitäre Bestrebungen glaubwürdig nach aussen zu tragen müssen sie zuerst im Inneren verwirklicht sein. Das heisst, Verankerung im Denken jedes einzelnen Bruders, in den Handlungen der Brüder im Miteinander und als Gruppe. Viele kleine Schritte führen zum Tempelbau, viele einzelne wohlbehauene Steine sind dafür nötig. Haben wir also aktiv unseren Anteil daran.

Wie es in der Schließung der Werklehre heißt: “Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt, kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken, seid wachsam auf euch selbst.”

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Posted by on Januar 1st, 2017 3 Comments

Mitten im kalten Winter: Yule – Rauhnacht – Sonnenkind

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.
Yul Embers ©scrano 2014

When the Wheel begins to turn, let the Beltane fires burn.
When the Wheel has turned a Yule, light the Log and let Pan rule.

WINTER SONNWENDE – YULE

Im nordisch-germanischen Neuheidentum (z. B. Asatru) ist das altgermanische Julfest eines der drei Eck-Feste im Jahr und man versucht auf das Brauchtum zurückzugreifen, das man aus den Überlieferungen noch rekonstruieren kann:  z. B. Wilde Jagd oder Raunächte, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu begehen. Als Datum kommt hierfür entweder direkt die astronomische Sonnwende am 21.12. oder der Tag des ersten Vollmonds danach in Frage, welcher Julmond heisst. Deneben gibt es noch das Haakon dem Guten zugeschriebene Datum am 25.12.  Daher ist das Julfest wohl nicht nur dem solares Kalender zuzuordnen. Unter Umständen ist die Zeit der Raunächte auch ein Versuch den Sonnen- und den Mondkalender zu synchronisieren, wie man es auch schon jungsteinzeitlichen Bauten wie Stonenhenge als ein möglicher Verwendungszweck zuschreibt. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Wie in allen einfachen, „nicht-interkalierenden Lunisolarkalendern“ (also allen Mondkalendern ohne Schaltmonate, wie man sie in bäuerlichen Kulturen findet), werden die auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als  Tage „außerhalb der Zeit“, eingeschoben. Von solchen Tagen wird in der zugehörigen Kosmologie angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien und daher die Grenzen zu anderen Welten durchlässig würden. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne oftmals mit Tabus, Ritualen und Volksmythen. Es wird auch vermutet, dass die Bräuche um die „Winterauskehr“ am Ende des Faschings in diesem Zusammenhang stehen: Sie simulieren eine Interkalation bezüglich des Jahresbeginns mit dem Frühlings-Äquinoktium. Besonders deutlich findet sich das in den römischen Saturnalien und Lupercalien.

Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Der Julmond, der auch Nytungl (Neuer Mond) oder Nykung (Neuer König) heißt, wird mit dem rituellen Jultrinken begrüßt. In der christlichen Weihnachtsliturgie war früher die sogenannte Johannisminne, ein rituelles Zutrinken, üblich, am 27. 12., dem Feiertag des Evangelisten Johannes.  Zu den verwandten Bräuchen kann man auch den Wassail rechnen, wie er in Schottland noch üblich ist, oder auch in Teilen Bayerns als Flursegen angewandt wird. Dort besprengt man die Flur bzw die Apfelwiesen mit Milch oder Most aus der vergangenen Ernte. Der Julmond im Januar kennzeichnet den Beginn des neuen Jahres. Man sieht die Rauhnächte zwischen Wintersonnenwende (Mütternacht) und Dreizehnttag (Perchtennacht) als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Das Haus wird geräuchert mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus,“ oder “Evil shall leave and not enter”, wie es im Original heisst.  Der „Julbock“, wird aufgestellt, sehr zur Freude der Kinder: Ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke. Gastfreundschaft soll schon früher ein wichtiges Element der Julzeit gewesen sein, so soll das Haus den Gästen offengestanden haben, die ein und aus gingen und reich bewirtet wurden. Zudem ist es ein Brauch, einen großen Holzklotz – den Julklotz – aus dem Wald zu holen, und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Vergleichbar mit dem Volksbrauch, Feuerräder bzw. Osterräder von Bergen abzurollen, werden von Anhöhen brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, herab gerollt. Als Kinder haben wir kleinere solche brennende Reifen mit Hilfe von Haselstöcken durch den Ort gerollt, im schwer katholischen Bayern! Überhaupt sind hier die Raunachtsbräuche noch sehr lebendig. Perchtenlauf, Räuchern und etliche Tabus in der Zeit zwischen der Zeit werden hier noch in breiter Vielfalt und grosser Selbstverständlichkeit praktiziert. Nicht erst als neuaufgelegte Touristen-Folklore oder als ärgerliches Rudiment aus der Nazi-Zeit. Die enorme Vielfalt des lokalen Brauchtums legt ausserdem die Annahme vorchristlicher Ursprünge nahe, leider ohne dass heute noch feststellbar wäre, wo die jeweiligen kulturellen Wurzeln tatsächlich liegen. bzw. wie weit sie zurückreichen. Germanische Bezüge vieler Raunachtsvorstellungen sind aber naheliegend, denn zu dieser Zeit soll sich nämlich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin/Woden/Wotan über das Land ziehen sollten:

Im Zentrum der  Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, steht dann Woden’s “Wilde Jagd”. Zu dieser Zeit stehe die “überirdische Anderswelt” endgültig in Verbindung mit der Menschenwelt und die Seelen der Verstorbenen dürfen Kontakt aufnehmen. Dieser Glaube, dass zu sich zu dieser Zeit das Tor zum Geisterreich öffnet, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (dumb supper) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen z.B. Bretagne, britische Inseln, mit sich. Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle (Berchta, Perchta), die eine deutliche Verwandschaft zur germanischen Totengöttin Hel hat. Aber nicht nur in Regionen nördlich der Alpen wurden solcherlei Glaubensvorstellungen gepflegt: Auch die Römer kannten entsprechendes Brauchtum, ebenso verbreitet ist es in Griechenland oder Osteuropa, also in grossen Teilen des  indoeuropäischen Sprachraums. Erdhafte und unterweltliche Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd einherziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Ost-Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten. Die Bräuche zu den verschiedenen “Zwischenzeiten” des Jahres ähneln sich sehr: Es existieren Übereinstimmungen z.B. zwischen dem Rauhnachtsbrauchtum und dem von Samhain oder All Hallows Eve” und den graeco-römischen Feiern der Erntefeste, an denen auch “Mundus Cereris Patet“: Saturnalia, Lupercalia.

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Krampus, auch ein Weihnachtspercht,
der manchmal schon mit dem Nikolaus kommt.
Er ähnelt dem Habergoas. quelle:wikimedia

Diese Umsetzung solcher Vorstellungen spiegelt sich besonders in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Dort gibt es allerlei teuflisch erscheinende Gestalten, die Schiechperchten, zum Beispiel den Habergoas, eine Mischung aus Pferd und Ziegenbock, ersteres ein Symbol Wodens, der Bock ein Tier des Thor. Die sogenannten Holzperchten schlagen besonders die Mädchen mit Haselzweigen, wohl eine Variante des “Quickens“, ein Fruchtbarkeitsritual. Auch die Hasel gehört zu Thor, der als Fruchtbarkeitsgott der Feind des Winters war: Im hohen Norden beteten die Menschen zu ihm, dass er die grimmigen Eisriesen mit seinem Hammer möglichst bald zerschmettert.  Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die schellenbehängten Schepperer oder Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. Wobei nicht nur der Lärm, sondern auch der Schwefeldampf des Schiesspulvers die üblen Geister vertreiben soll.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende) (längste Nacht des Jahres)
  • 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten)
  • 31. Dezember/1. Januar (Silvester)
  • 5./6. Januar (Epiphanias, Erscheinung des Herrn)

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt, obwohl hier der alte heidnische Bezug noch extrem deutlich ist:

“Der Thama mit’m Hamma”

Die Nacht vor Thomas (21. Dezember) ist eine der wichtigsten und eigenartigsten Losnächte. Er ist recht volkstümlich, der “Thama mit’m Hamma”. Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden, wetterbeherrschenden Gott der Germanen Thor/Donar, der mit seinem Hammer Mjölnir an die Wolken schlug und damit den Donner erzeugte. Der blutige Thamerl, wie er bei uns genannt wurde, war besonders als Kinderschreck gefürchtet.

Auch die seltsame Luzier: Hl. Lucia, am 13. Dezember gefeiert, gehört eigentlich noch zu den Raunachtsgestalten. Der 13. Dezember war früher ein wichtiger Tag für die traditionellen Feierlichkeiten der Sonnenwende, denn bis 1752 fand die Wintersonnenwende (z.B. in Schweden) an diesem Tag statt. Die Sichel der St.Lucia, als Symbol ihres Märtyrertums,  wird nun zum Drohwerkzeug für unartige Kinder, wie der Thorshammer des “Thamerl”. Diese Sichel kann man auch als Symbol des Saturn, als Herrn der Zeit und Schnitter Tod interpretieren, oder als Mondsichel der “Grossen Göttin”. Zur Deutung als Saturnsymbol kommen noch Janus und Terminus dazu, die in der Römerwelt für die räumlichen und zeitlichen Grenzen zuständig waren. Beide Gottheiten standen mit Saturn in Verbindung. Besser kommt Lucia in Schweden weg, hier wird ihr Gedenktag als Lichterfest gefeiert, vor allem für die Töchter der Familien ein Spass: Die älteste Tochter weckt weiss bekleidet, mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, morgens die Familie und serviert ihnen Frühstück bei Kerzenschein: Vor allem Safrangebäck, ein Symbol der Sonne. Diese süssen Kringel, auch als Lussekatter=Luciakatzen bezeichnet, können auch ein Hinweis auf aur nordische Göttin Freya sein, deren Himmelswagen ein Katzengespann zog. An diesem Tag wird das berühmte Lucia-Lied gesungen, das von der Wiederkehr des Lichtes handelt, auch ein Bezug zum alten Datum der Sonnwende.

Die Etymologie, also die sprachliche Wurzel,  des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Eine Möglichkeit stellt das mittelhochdeutsche Wort rûchhaarig‘ dar,  das es in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren heute noch gibt. Es würde sich dabei auf die mit Fell bekleidete Schmutz- oder Schiechperchten beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh. Wie zum Beispiel das Räuchern der Ställe mit dem Johannisbuschen des Sommers. Das würde aber auch die andere Herleitung des Wortes liefern: Rauch-Nacht, vom Haus-und Hof -Räucher-Ritual abgeleitet, das von der Bäuerin ausgeführt wird. Die alternative Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch, der auf der Sage beruht, dass entweder Thor oder Odin zu dieser Zeit die Gastfreundschaft der Menschen überprüfe, und je nach Ausübung oder Verweigerung belohne oder bestrafe. Wie auch Frau Holle im Märchen.

Die Rauhnächte als Quasi-Niemandszeit sind auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich mehr aus Spass und Geselligkeit – in Form des Bleigießens (das Metall Saturns, des Herrn der Grenzen und der Zeit)  bis heute weiter gepflegt. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Ein bisschen blitzt da noch das sprechendes Odinspferd, der achtbeinige Sleipnir, oder Fallada aus dem Märchen “Die Gänsemagd” durch.  Mancherorts dürfen sich die Tiere bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Heinzelmännchen, Laren und Manen lassen grüssen!

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die wilden Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Wohl eine Art Angst vor “Incubi” oder Besessenheit.  Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Beide galten als besonders anfällig für Hexerei, als Opfer und Täter. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.

Diese Tabus sind wohl der Dämonisierung des älteren Brauchtums durch die Christianisierung zuzuschreiben: Die Götter der alten Religion sind häufig die Teufel der neuen. Vor allem weil einige Yul- oder Raunachtsbräuche mit Fruchtbarkeit zu tun haben, oder auch mit Orakelbräuchen, die vielleicht mit dem Genuss von Pilzdrogen, wie der Amanita muscaria einhergingen: Das mochten die sittenstrengen Kirchenlehrer wohl gar nicht dulden.

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Wintersonnenwende – Mutternacht. Das Leben kehrt zurück.
Modranecht ©scrano 2015

Doch zurück zum Neuheidentum:

Auch in der teilweise auf keltischen Überlieferungen*** basierenden Wicca-Religion ist das Julfest eines der 8 Feste des Jahreskreises, an dem mit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des an Samhain gestorbenen gehörnten Gottes bzw. der Tod des Winter- oder Holly Kings (Winterhalbjahr) und dessen Ablösung durch den Oak King (Sommerhalbjahr) gefeiert wird. Holly (Ilex, Stechpalme) und Oak (Eichenlaub) stehen auf den britischen Inseln als Symbole für den Winter und Sommer. Das sieht man auch an den vielfältigen Darstellungen der sogenannten “Green Men”, welche die Vegetation oder Herne, den Geist des Waldes, einer Art Kreuzung aus Odin, Cernunnos und Jennerwein***, versinnbildlichen.

Die Nacht dieses Wechsels wird als in der Zeit gefrorener Moment begriffen: Die Welt hält einen Moment den Atem an. Im Kessel der “Grossen Mutter” wird das Licht neu geboren, aus dem “Dunklen Winterkönig” wird das Sonnenkind.  Dieses Symbol der zunehmenden Tageslänge ist das Versprechen auf einen neuen Sommer voller Licht und Wärme. Die Göttin beginnt einen neuen Zyklus im ewigen Kreislauf, wobei sie sich wieder zu ihrer “jungfräulichen” Form transformiert.  Auch hier spielt das Feuer, z.B. der Jul-Block (nicht Bock!) und das Räuchern im Ritual eine zentrale Rolle. Die traditionellen Weihnachtsfarben: Gold, Grün und Rot kommen ebenfalls zum Einsatz, sie repräsentieren Licht und Leben.

Zum Räuchern als Ausleitung des alten und Einleitung eines neuen Lebenskreislaufs werden Pflanzen mit Korrespondenzen zum Feuerelement oder der Sonne verwendet:

  • Zimt, Nelken, Weihrauch, Myrrhe aber auch Zedernholz und vor allem Lorbeer für den Gott in seiner Form als Sonnengott und Lichtgott Apollon oder Bel/Balder und Rosmarin für die Göttin in ihrer Repräsentation als Artemis/Brigid/Freya.
  • Der Lorbeer hat als heilige und heilende Pflanze eine lange Tradition: Schon die Orakelpriesterinnen in Delphi verwendeten ihn, wahrscheinlich schon in der Zeit der alten Erdgöttin Python, bevor Delphi zum Orakeltempel des Apollon wurde. Zu Heil- und Reinigungszwecken eingesetzt wurde Lorbeer  im Heiligtum des Asklepios und bei Ritualen zu Ehren der Göttin Ceres oder der keltischen Cerridwen. Der Rauch des Lorbeer hat eine erdhafte und eine sprirituelle Note.
  • Auch mit Salbei wurde und wird in der Zeit geräuchert, ein Brauch, der ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt. Nicht verwechseln mit “Sage” dem Steppenbeifuss der amerikanischen Ureinwohner.

Viele der anderen genannten Düfte sind uns bereits aus dem allgemeinen Weihnachtsbrauchtum vertraut. Sie wirken stimmungsaufhellend und vertreiben die Schatten des Winterblues. Es ist die Zeit der Neuanfänge und um die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Jetzt wird das Samenkorn für ein gutes neues Jahr gepflanzt. Wir können Bernstein oder Tigerauge als Glücksbringer verschenken, die sowohl die Sonne als auch den glücklichen Wechsel versinbildlichen.

In allen Traditionen, sei es nun historisch oder neuheidnisch, aber auch traditionell christlich wird in dieser Zeit gefeiert und die Hoffnung auf gute Zeiten ausgedrückt.

Häufig auch durch Geselligkeit bei gutem Essen:

  • Truthahn, Gans, reichhaltiges Gebäck wie Stollen und Früchtekuchen, Glühwein oder Punsch.
  • Und natürlich darf der sonnenhafte Met aus dem Honig des Sommers nicht fehlen, am Besten als Heissgetränk.

 

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***Die herrschende Vorstellung der kosmischen Eltern, einer Allmutter (der mondhaften Göttin) und eines solaren Jahresgottes (der Vegetation) ist relativ generisch. Viele Wicca haben ihr individuelles Götterpaar, wobei auf unterschiedliche Kulturen zurückgegriffen wird: Graeco-Romanische, Nordische, Keltische oder Slawische Traditionen, beispielsweise. Sogar eine christlich geprägte Variante mit Maria und Jesus als Mutter/Sohn Paar gibt es in den USA. Da Maria oft mit der Mondsichel abgebildet und Jesus als wiedererstehendes Licht gefeiert wird – für naturreligiöse Christen erscheint diese Tradition nicht abwegig.
  • “Alle Göttinnen und Götter sind eine Göttin und ein Gott”.
Somit handelt es sich beim Wicca um naturreligiös motivierten Pantheismus. Die Ritualistik hat allerdings deutliche Bezüge zum inselkeltischen Brauchtum, aber auch zum Freimaurertum und zu hermetischen Orden, wie “Golden Dawn”.
***Herne,the Hunter aus Shakespeares “Merry Wives of Windsor” hat wohl Wurzeln sowohl in einer historischen Figur, dem berüchtigten Wilderer Richard Horne, aber auch bei mythischen Gestalten wie Odin mit der Wilden Jagd. Er ähnelt damit Robin Hood, oder Figuren des Nibelungenliedes und der Artus-Sage. Odin als Waldgeist kennen wir im Märchen in der Gestalt des Rübezahl.
 

christmas_flower_by_kmygraphic-daroyvx Animation: ©kmygraphic

Posted by on Dezember 19th, 2016 2 Comments

Wintersonnenwende, Lichterfest und brüderliche Tradition

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Vom Dunklen ins Licht!
Wendepunkt des Jahres: Wintersonne. ©scrano2015

Aus einer Zeichnung anlässlich des Winterjohanni, dem Lichterfest der Freimaurer. Diese besinnliche Feier zum Jahresausklang wird meist mit einer sogenannten weissen Arbeit begangen, an der auch Schwestern (die Gattinnnen der Brüder) und Gäste (Suchende, Freunde der Brüder) teilnehmen können. Sehr geehrte Anwesende, Liebe Schwestern, liebe Brüder, in meiner Zeichnung möchte ich mich mit  Gedanken zum Winterjohanni auseinadersetzen.

  • Treibt der Konsumwahnsinn in der Vorweihnachtzeit nicht seltsame Blüten?
  • In Geschäften werden Lebkuchen und Spekulatius schon ab Ende August angeboten.
  • Bis zum Heiligen Abend werden noch verzweifelt Geschenke gesucht, um nicht ohne ein kleines Mitbringsel bei den Verwandten und Bekannten das Fest feiern zu müssen.
  • Was vom Brauchtum übrig blieb – Hektik und oftmals Streit in der Familie.

Weder taugt dieses alljährliche Szenario, um eine der Jahreszeit entsprechende Stimmung  aufkommen zu lassen, noch um sich einer gewissen besinnlichen inneren Einkehr zu befleißigen – vom christlichen Fest der Liebe ganz zu schweigen. Lasst uns daher das Johannifest als einen Moment des Innehaltens in dem geschäftigen Treiben verstehen, der uns auch mit unserer Tradition verbindet: Denn Johannes der Evangelist, der dem Fest den Namen gegeben hat, war im Mittelalter noch fester Bestandteil des Liturgischen Kalenders und im Winter- und Weihnachtsbrauchtum verankert. Winterjohanni war eine volkstümliche Bezeichnung für den Gedenktag des Evangelisten Johannes (27. Dezember) im Gegensatz zum sommerlichen Johannistag (24. Juli), der Johannes dem Täufer gewidmet ist. Jahrhunderte lang stand der 27. Dezember im Kalender, als dritter von ursprünglich vier Weihnachtstagen. Im Volksmund wird er auch „Tag nach Weihnachten“ oder als „Tag zwischen den Jahren“ genannt. Erst im 19. Jahrhundert fiel der Gedenktag des Evangelisten Johannes preußischen Sparmassnahmen zum Opfer. Mit diesem Tag verbunden sind zahlreiche Bräuche, deren Ursprünge zum Teil in den alten kirchlichen Johanneslegenden zu suchen sind, vielfach aber älteren, nichtkirchlichen Traditionen entstammen. Der Evangelist gehört zu zahlreichen Weinheiligen und Schutzpatronen der Winzer, was seinen Namenstag vor allem in Weinbaugegenden zum Festtag werden ließ. Der frommen Legende nach, soll der heilige Johannes einst ohne Schaden zu nehmen, einen Becher mit vergiftetem Wein ausgetrunken haben, um durch diese Tat einen heidnischen Priester zu bekehren. Zu diesen Bräuchen gehört auch die Segnung bzw. Weihe des so genannten Johannesweins und das Trinken der so genannten Johannesminne oder Johanneslieb – wie der Trunk ursprünglich genannt wurde. Dieser Wein entstammte meist einer frommen Stiftung und wurde vom Ortsgeistlichen nach der Messfeier verteilt. Er stellte eine Geste der frommen Nächstenliebe dar. Den für den Hausgebrauch bestimmten Johanneswein brachte man mit, um ihn in der Kirche weihen zu lassen. Nach der Rückkehr, kredenzte der Familienvater allen Familienmitgliedern bis hin zum Neugeborenen einen Schluck, der gut für die Gesundheit sein sollte. Johannes war aber nicht nur Freund der Weinseligen, sondern auch Patron der Bildhauer, Maler, Buchdrucker, Schriftsteller, Notare und Theologen; unter seinem Schutz stand die Freundschaft; er half gegen Vergiftungen, Brandwunden und Epilepsie. Den Bezug der beiden Schutzheiligen zum Sonnenkalender macht die folgende Bauernregel klar: „Hat der Evangelist Johannes Eis, / dann macht es uns der Täufer heiß“. grr333Daß beide Johannes bereits eine Verbindung zur mittelalterlichen Bauhütten- tradition ausweisen, war wohl einer der Gründe die beiden Eckfeste des Maurerjahres, das Rosenfest im Sommer, das Lichterfest im Winter, nach ihnen zu benennen. Eine andere Motivation bestand, wie schon in der Vorrede angesprochen, in den Kalenderdaten der Ehrentage der beiden Schutzheiligen an den Sonnwenden. Sowohl die ursprüngliche heidnische, als auch die neue christliche Tradition, feiern an diesen Tagen die Ankündigung der Wiederkehr des Lichts, entweder direkt als Sonne, oder im übertragenen Sinn der Geburt des Göttlichen. So fiel der Geburtstag von Mithras, des göttlichen Helden eines persischen Mysterienkults und Bezwinger des Chaos und der Finsternis, des Sol invictus des altrömischen Kaiserkults, aber auch der von Jesus Christus, der in antiker Zeit oft noch als Helios/Apollon dargestellt wurde, in diese magische Zeit. Germanen und Kelten feierten die Geburt des Sonnenkindes in der sogenannten Mutternacht, dem Yul-Fest. Die freimaurerische Bruderschaft sieht sich in der Tradition der Lichtsucher der antiken Mysterienbünde. Die deutliche sichtbare Sonnensymbolik in ihrem Brauchtum veranlasste bereits den Aufklärer und Humanisten Thomas Paine im 18. Jhd. zu seinem Essay „The Origins of Freemasonry“, das die Ursprünge des Freimaurertums beim Sonnenkult der Druiden der britischen Inseln verankerte. Diese Lichtsymbolik vor allem als Verbildlichung des Erlebnisses der Wiedergeburt, als Erleuchtung und als Überwindung der Unerbittlichkeit der Zeit bildet allerdings ein Fundament aller Mysterienbünde. Sie alle sind Lichtkulte. Der Dualismus von Licht und Finsternis, Gut und Böse, Leben und Tod macht dem Menschen am meisten zu schaffen, erfüllt das ganze menschliche Dasein. Diesen Widerspruch aufzulösen und damit das quälendste Lebensrätsel zu beantworten steht im Zentrum eines jeden Mysterienbundes. Tod und die Geburt des Lichtes werden zugleich gefeiert. Die Brüder Freimaurer suchen die Vereinigung der Gegensätze, die Befreundung des Feindlichen. Wie im Symbol des Ouroboros (einer Schlange, die ihren Schwanz verschlingt) oder dem taoistischen Yin/Yang dargstellt, sind Licht und Finsternis eins! Ohne Tod kein Leben, ohne Dunkelheit kein Licht. Durch die gesamte Mysteriensymbolik zieht sich das Bestreben, diese dem Verstand schwer zugängliche Vorstellung bildlich zu verwirklichen und dem Menschen erlebbar und erfahrbar zu machen. Kampf und Vermählung von Licht und Finsternis, von Leben und Tod künden die Symbole. Die mit dem Lichtkult zusammenhängende Gestirnsymbolik findet man auch in der Verehrung des Ostens, dies lässt ihn zum erhabensten Teil des Mysterientempels werden. Nach Osten wenden sich die Blicke des Adepten, in den “ewigen Osten” geht der verstorbene Freimaurer ein. Licht, Liebe und Leben, für die auch die drei Rosen des Sommerjohannifestes stehen, hatte sich schon unser Br. Johann Gottfried Herder zusammen mit dem erwähnten Oroboros, dem ägyptischen Symbol für Unendlichkeit und Wiedergeburt, als Wappen- und Grabspruch erwählt. Dieser Spruch ist eine Zusammenfassung von Themen aus dem Johannesevangelium (Johannes-Evangelium Kapitel 8, Vers 12, Erster Johannesbrief 2,10; 4,16), womit wir wieder bei unserem Schutzpatron angekommen wären. Liebe Schwestern, liebe Brüder, seht unser Winterjohannifest als beschauliche Oase inmitten des auf Äusserlichkeit bedachten Weihnachtstrubels an, das ein wenig innere Freude und Wärme vermitteln soll, wie sie auch die wiederkehrende Sonne verspricht. Jetzt noch ein Wort an alle Schwestern: Nicht zuletzt und ganz besonders ist dies auch Euer Fest. Wir wollen Euch hier dafür danken, dass Ihr uns über das Jahr fast jeden Montag entbehren müsstet. Eine grosse Freude ist es auch immer mit anzusehen, mit welchem Elan Ihr unsere gemeinsamen Feiern gestaltet. Auch den hier erschienenen Gästen möchte ich für Interesse an unserer Bruderschaft danken und hoffe dass Sie unser Lichterfest als bereicherndes Erlebnis in Erinnerung behalten.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein erbauliches Winterjohanni !

 McKimSC

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Das Wasserelement – Yin, Westen, Emotion

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Das Wasser-Element: Beherrschende Kraft unseres Planeten.
Ocean Born ©scrano 2013

Korrespondenzen des Wasserelements:

Zeichen:

  • Fische: mutabelNeptun, Jupiter in seinem Nachthaus
  • Krebs: kardinalMond/Luna
  • Skorpion: fixPluto, Mars im Nachthaus

Tarot: Kelche

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Blau, violettblau, grausilbern, seegrün

Alchemie:

Nach unten zeigendes DreieckWater

Elemental:

  • Undinen,
  • Westen,
  • Gabriel
  • Zephyros

Tage:

  • Montag – Luna

Pflanzen:

  •  Gardenie, Lilie, Jasmin, Mohn, Kakteen und Sukkulenten (mit, Mars, Saturn), Kürbisgewächse, Algen

Signatur:

Nachtblüher, fleischig, wasserliebend, Sumpf-Gewächse, weisse oder zartblaue Blüten, beruhigend, schwerer Duft, kühlend, schmerzlindernd, Frauenkräuter (mit Venus), Milchsaft.

Öle:

  • Kampher,
  • Jasmin,
  • Anis.
  • weisses Sandelholz
  • Myrte

Tiere:

  • alle Wasserlebewesen, Mollusken (Schnecke), Amphibien, nachtaktive Tiere.

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Dem Wasser, zu dem die Yin Variante “Passive Bewegung” passt ist in jedem Elementesystem die weibliche Urkraft zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie vom Mond regiert, wie die realen Wasservorräte der Erde auch. Allen Wasserzeichen haftet diese Mondhaftigkeit an, sogar dem Skorpion, dem in der klassischen Astrologie der Mars in seinem Nachthaus zugeordnet war. Allerdings muss man wissen, dass Ares/Mars quasi eine weibliche Seite hat, er ist fleischgewordener Zorn einer verschmähten Frau. Von Hera, des Göttervaters Gattin. wurde er ohne männliches Zutun in die Welt gesetzt, gänzlich aus ihr selbst heraus.  Wie Athena Pathenos von Zeus, der brauchte aber noch eine Göttin dafür: Die personifizierte Weisheit, Metis. Erst dann gab es die berühmte Kopfgeburt, welche seine Gattin so erboste. Hera ist aber die Verkörperung der Saturn/Mond Achse des Zodiak, daher hat ihr Sprössling auch mondhaft-kindliche Züge: Ein ewig dreijähriges Riesenbaby, das schmollt und trotzt. Die Emotion ist die Kraft und die Krux der Wasserzeichen, ihr Element fliesst aus der Seelenschale des Mond-Symbols.

Element-Zustände des Wasser-Trigons:

  • Krebs: Fliessendes Wasser, hervorsprudelnd, Quelle
  • Skorpion: Stehendes Gewässer, Eis
  • Fische: Fein verteiltes Wasser ohne Grenze: Nebel, Wolke mit Luft, Dampf mit Feuer, Sumpf mit Erde. Der alles umfassende Weltozean.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos ausgerichtet. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Zu den verschiedenen Persönlichkeitsmodellen: HIER eine schnelle Übersicht – allerdings in englischer Sprache.

 

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Aussichten im November: A Traveller From The West …

To The West

Ein Reisender aus dem Okzident, auf dem Weg in den Orient um das Licht zu sehen
Steinmetzarbeit der Natur: Felstor auf der Presqu’ile Quiberon, Bretagne.
©beast666

In der mittelalterlichen Welt der operativen Steinmetz-Zunft mussten die Kathedralenbauer oft den Arbeitsort wechseln, sie zogen von einer Kirchenbaustelle  zur nächsten. Daher besassen sie das Recht,  FREI zu reisen, was in dieser Zeit nicht selbstverständlich war, und einen Degen zu führen (die Zeiten waren gefährlich). Bereits die Gesellen sollten, ja mussten an unterschiedlichen Orten ihre Tätigkeit ausüben, (die Gesellen-Walz gibt es heute noch) um ihre Kenntnisse zu erweitern. Besonders aber die Bauhüttenmeister, heute würde man sagen Architekten, als sehr erfahrene und gefragte Männer legten oft grosse Distanzen zurück, sie kamen wohl in ganz Europa herum.  Für diese Meister bestand auch innerhalb der Zunft keine Beschränkung in der Wahl ihres Arbeitsortes, ihrer Loge (Lodge=Bauhütte). Daher war es für einen Steinmetzmeister ein Kennzeichen seines Ranges, weitgereist, sozusagen welterfahren zu sein. Auf Grund der wechselnden Zusammensetzung der Bauhüttenmannschaft musste man Vorkehrungen  innerhalb der Steinmetzenbruderschaft gegen Hochstapler und Industriespionage treffen, dies war der Ursprung von Passwort, Zeichen und Griff, sowie der Bürgschaft. Letztere durfte nur ein in der betreffenden Bauhütte bereits wohlbekannter Zunftgenosse ausüben.

Dieses Reisen wurde in der spekulativen Maurerei des ausgehenden 16. Jhd. übernommen und im übertragenen Sinne als Lebensreise zu mehr Weisheit und Erleuchtung umgewertet. Auch das reale Reisen, in Form des Besuchs anderer Logen wird praktiziert. Der Geselle muss drei Reisen nachweisen, um erhoben werden zu können, allerdings kann er sich noch nicht allein auf den Weg machen. Hier ist es meist der Bürge, den es auch in der modernen Bruderschaft gibt, der dem Gesellen zum Einlass in die fremde Loge verhilft. Ein Freimaurer-Meister dagegen darf unbegleitet zwischen den Logen reisen, als besuchender Bruder ist er überall willkommen. Das findet sich auch im Symbol der Weltbruderkette.

In der Philosophie des Freimaurertums ist ein Meister immer ein Reisender von West nach Ost, ganz gemäss dem Sonnenlauf. So wie im alten Ägypten der Sonnengott Ra auf der unterirdischen Barke während der Nacht dem Horizont entgegenfährt, um wieder aufzusteigen, strebt auch der Freimaurer dem hellen Schein im Osten zu.  Wie bei den antiken Mysterien ist die Suche nach dem Licht (der Aufklärung, dem höheren Wissen) auch das zentrale Thema der Freimaurerwerklehre.

 “If I were to say to you that, “I am a stranger traveling from the East,
seeking that which is lost”…
Then I would reply that, “I am a stranger traveling from the West,

it is I whom you seek.”"

Zitat aus dem Film “The Mummy Returns“, interessant, aus welchen Quellen die Autoren so schöpfen … In Rudyard Kiplings “The Man Who Would Be King” gibt es eine ähnliche Textstelle. Kipling war ein bekannter Freimaurer.

Das eindrucksvolle Tor ist eines der Highlights der sogenannten wilden Küste (cote sauvage) auf der Halbinsel Quiberon an der südlichen Küste der Bretagne. Die Westseite der Halbinsel bietet eine Panorama-Tour, die man  in einer etwa 3 stündigen Wanderung entlang der spektakulär zerklüfteten Steilklippen ohne grosse Kletterei bewältigen kann. Wichtig: Genug zu trinken mitnehmen, wenn man in der Sommerhitze unterwegs ist. Bei stürmischem Wetter lässt sich etwas von der vollen Gewalt des Atlantiks  sprüren, wenn man nicht weggeweht wird … Es gibt auf halber Strecke ein Restaurant mit Spezialisierung auf frische Meeresfrüchte (was auch sonst, sie sind aber echt gut). Endstation der Route ist der Fischerort Port Maria, Ausgangspunkt einer der Wanderparkplätze an der Küstenstrasse. Das Felsen-Tor liegt am oberen Ende der Halbinsel, die durch eine Art Damm mit dem Festland verbunden ist. Weitere Sehenswürdigkeiten: Leuchtturm von Port Haliguen, Menhire und Dolmen in der Dünen- und Heidelandschaft, Museum von Quiberon. Vom Haupthafen von Quiberon, Port Maria starten Fähren, die die vorgelagerten Inseln Belle-Île, Île d’Houat (Enteninsel) und Île d’Hœdic (kleine Ente) anlaufen. Der Osthafen Port Haliguen ist im Sommer Ausgangspunkt für Ausflugsboote zu Touren durch den Golf von Morbihan (kleines Meer). Man kann z.B. nach Gavrinis, der Insel mit dem grössten neolithischen Cairn*** der Bretagne übersetzen. Diese komplexen Grabanlagen waren auch in Ost-West Richtung angelegt, mit Meerblick, wenn möglich. Ein anderer grösserer Cairn liegt in der Bucht von Morlaix, nahe Barnenez, er wartet  auch mit einem kleinen Museum auf.

Cairn von Barnenez, Grabkammer.©beast666

Cairn von Barnenez, Grabkammer.
©beast666

***Ein Cairn ist eine Anlage aus mehreren Dolmen, die mit einer Anhäufung von Bruchsteinen bedeckt wurde.

Museum am Cairn von Barnenez

Museum am Cairn von Barnenez.
©beast666 2007

 

Posted by on November 18th, 2016 Kommentare deaktiviert

A Walk in The Park … Schwetzingen im Spätherbst

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Apollon’s Sonne wird jetzt immer schwächer.

Der letzte Parkbesuch in diesem Jahr um die freimaurerischen und rosenkreuzerischen Schöpfungen der Gartenarchitekten zu bewundern.

Während im blattlosen Zustand im Frühling, zur Zeit der Kirschblüte etwa, besonders die architektonischen Elemente in den Vordergrund treten, bewundert man  im Sommer und jetzt im Herbst die gekonnte Gestaltung des Ensembles in Verbindung mit den Pflanzen.

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Formaler Garten mit Arkaden und mythologischen Figuren

 

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Gartenmoschee mit herstbtlicher Umrahmung

 

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Zeitreise in goldenen Farben

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Geheimnisvolles Wasserschloss: Tempel des Poseidon

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Herbst-Reflektion

Alle Fotos ©beast666

Unter Umständen werden wir Ende November noch einmal herkommen, wenn es stimmungsvoll-schaurige Nebelfetzen gibt …

Letztes Jahr hat mir die spätherbstliche Park-Szenerie den Hintergrund für mein “Victorian Gothic” Bild Nightflowers geliefert.

Jetzt bietet der Schlosspark für viele Hochzeitspaare den stilvollen Rahmen für ihre Foto-Shootings. Manche feiern vielleicht auch gleich im Zirkelbau des Schlosses. Desöfteren kommen wohl auch LARP-Gruppen in sehr schöner zeitgenössischer Kostümierung in den Schlossgarten,  wenn man freundlich fragt, darf man den einen oder anderen dieser Geschichts-Enthusiasten vielleicht ablichten?

Weitere Infos über den Schlosspark und weitere Veranstaltungen gibt es bei Ambrosia.

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©kmygraphic

 

 

Posted by on November 15th, 2016 Kommentare deaktiviert

Plutos Prüfungen: To Hell and Back …

Pluto: Fleurs du Mal ?

Pluto: Fleurs du Mal ? Nicht so ganz!
Hades Flowers, ©scrano 2014

Pluto, die höhere Oktave des Mars: Der Schatten der Unterwelt.

Die Ursache von Samsara.

“Everything must GO”, Senator Kreutzer in “Wild Palms”.

Der äußerste Planet bewacht die Finsternis als Herrscher im Reich der Schatten.

Götter: Der Jahreskönig, Hades, Pluto, Shiva, Luzifer (Asmodeus+Mephisto), Serapis, Seth, Anubis, Osiris (mit Saturn), Orpheus, Dionysos, Cernunnos, Annwyn, Baron Samdi (mit Saturn)

Tartaros, der dunkelste Ort des Hades (die am stärksten angstbesetzte, unheimlichste Form des 8.Hauses und des Skorpionprinzips): Bestrafung der Hybris (Sonne, Löwe, 5. Haus), des Besitzstrebens (2.Haus, Venus, Stier) und des Auflehnens gegen die natürliche Rechts-Ordnung (11. Haus, Wassermann): Ixion, Sisiphus und Tantalos vergingen sich gegen die natürliche Ordnung und begingen damit die Sünde der Hybris.

Aus dem schwarzen Mond geboren: Hera, in ihrer Rolle als weiblicher Saturn (Gegenpol zum eigentlich mütterlichen Krebs-Mond) → bringt den Ares, den griechischen Mars, hervor, weiblicher Zorn als verselbstständigter Archetyp. Steht der feurige Mars in der Repression, im vom Wasserelement beherrschten Nachthaus des Skorpion, drückt er sich in Yin-hafter Weise aus: Aus dieser brodelnden, dampfenden Vereinigung der elementaren Gegensätze resultiert das Pluto-Prinzip.

Pluto-transparent

New Horizons: Pluto-Vorbeiflug 2015
quelle:wikipedia

Mythologisch stellt Pluto den dunkelsten Teilaspekt des Zeus/Jupiter dar, Zeus Chtonios, der unterirdische oder andere Vater, Dis Pater, wie ihn die Römer nannten. In dieser Funktion ist er auch Vater des schamanischen Ekstase-Gottes Dionysos. Poseidon/Neptun ist ein weiterer solcher Anteil Jupiters. Hier hat man wohl all die furchteinflössenden weiblichen chtonischen All-Mutter Göttinnen der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit hineingepackt, um der männlich interpretierten Ratio als Kopfgeburt (Athena) des eisenzeitlichen patriarchalen Zeus zum Sieg zu verhelfen.Die parthogenetische Geburt des Ares ist auch ein Hinweis auf solche Verdrängungsprozesse. Insofern stehen Pluto und Mars sowohl psychologisch alsauch mythologisch in einer Beziehungskette.

Göttinnen: Die dunkle Mutter, religiöses Matriarchat mit Jahreskönig, Necesssitas oder Ananke, Coatlicue, Caillleach, Kali, Nyx, Persephone, Nephtys, Ereschkigal, Hel, Nemesis, Medea, Lilith. Frau Holle, Maman Brigitte, die Ghede des Voodoo.

Alfons_Mucha_-_Medea

Plutonischer Archetyp:
Magie, Rache, Obsession und Mord:
Kolchische Priesterin Medea.
quelle:wikipedia

Dreigestaltige weibliche Gottheiten wie Morrigan: Mabd, Macha, Nemain oder Hekate trivia und ursprünglich auch Demeter, Kore, Persephone. Die drei Parzen, Moiren und Nornen, alles Schicksalsgöttinnen, denen auch die restlichen Götter unterworfen sind. Die gefürchteten Eumeniden oder Erinnyen, bei den Römern Furien genannt. Im hohen Norden waren wohl Freyja, Frigg und Hel ebenfalls ein solches Dreiergespann.

Psychologisch: Das Verborgene, die Sippe, das Kollektiv, das Verdrängte (abgespaltene Lebensbereiche, Persönlichkeitsanteile), die verdeckte Machtausübung, Gene, Karma, Vorfahren, Unerbittlichkeit der Natur, Zweifel an der Sinnhaftigkeit der individuellen Existenz, Überlebens-Trieb, Passion, Fanatismus, Eifersucht, faustischer Pakt, Fluch, Verschreibung, Macht und Ohnmacht, Amour Fou, Begehren, Obsession, Bondage, Kontrolle, Zwang, Sex-Trieb, S&M, OCD, Unterwerfung, Dominanz, Sklaverei, Schuld und Sühne, tiefe Depression(mit Saturn), Luzifers Sturz (mit Uranus), Scham, Nekrophilie, Seelenangst( mit Neptun),Verlust, Scharfrichter, Strafe, Nemesis (mit Saturn), Hass, Vergeltung, kalte Wut, Repression, Unfähigkeit zur Vergebung: Der Schritt von Passion → zu Compassion.

Kulturen:

  • Sparta: Ares/Pluto
  • im Vergleich dazu das republikanische Rom: Mars/Saturn
  • Ägypten: Osiris/Sethos, Serapis
  • Moderne Diktaturen mit sozialdarwinistischen Zügen und ethnischen Säuberungen: Hitler, Stalin, Bosnien.
  • Moderne Monstren, born to kill: Serienmörder, Stalker, Vergewaltiger, Psychopathen ?

aber: Ex Tenebris Lux!

Einen Hinweis zum wahren Wesen Plutos finden wir in der griechischen Mythologie:

Beim Übersetzen über den Styx müssen an Charon 2! KUPFER-(Venusmetall) Münzen bezahlt werden: Ablegen der Bindungen aus Haus 2/Stier/Erde/Materie. In der Magie müssen vor dem Ritual alle METALL-Gegestände (Reichtum, Materie) abgelegt werden.

Aus dem Loslassen und der Erfahren der “Letzten Wahrheit” wird erst die Evolution zum spirituellen Wesen möglich: Auferstehung, Gnosis, die Schlüssel zum Königreich des Himmels, Pluto ist auch der Herr des Reichtums (materiell+Wissen). Er trägt auch symbolisch Schlüssel, genauso wie Hekate, eigentlich die mythologisch ältere Vertreterin des plutonischen Archetyps.

Kulte: Archaische Dionysosmysterien ausschliesslich für Frauen mit mänadischer Raserei, in transzendierter Form: Orphische Mysterien mit Zagreus/Dionysos/Orpheus als Erlöser und geopferter Gott (mit Neptun-Aspekt), Demetermysterien von Eleusis.

Weitergabe des Lebens an die nächste Generation: Erneuerung durch Transformation, Evolution nur durch Aufgabe des Alten.

Auch bei den Ägyptern im Osiris-Mythos, den Initiationen der Isis-Mysterien und im Schamanentum der zentralasiatischen Völker gibt es ähnliches. Moderne Initiationsbünde: 3. Grad der Freimaurer-Initiation behandelt die eigene Endlichkeit: Macbenach – er lebt im Sohn. Bei Mysterienkulten wird in den Initiationen generell das symbolische Erleben des eigenen Todes in den Mittelpunkt gestellt. Im Schamanentum wird diese Schwellenerfahrung durch die sogenannte Berufungskrise erlebt, wobei sie hier im Extremfall weniger abstrakt, sondern vielmehr direkt und physisch als Nahtoderlebnis durchlitten wird.

Also gibt es auch Positives über Pluto zu berichten:

Intensität, Wahrheit, Suche nach den “Dingen hinter den Dingen”, Tiefe, Tiefenpsychologie, Mythen, Archetypen (mit Uranus), Loyalität, Prinzipien, Standhaftigkeit, Entbindung vom Körperlichen, Selbstüberwindung,, Loslassen, Verlustbewältigung, Martial Arts, Zen-Übungen und Meditation (mit Neptun), Schamanische Reisen (mit Merkur oder Jupiter), Selbstbeherrschung, tiefe Einsichten.

  • Bei Naturvölkern und in der Magie: Entsühnung von alten Seelenverträgen.
  • Im Buddhismus stellt der ACHT-fache Pfad → Anleitungen zum Lösen vom Begehren (dem oralen Prinzip des Venus-Gegenpols im 2. Haus) dar.

Im alten Schwellenplaneten Saturn trifft man schliesslich auf die Vereinigung von irdischen und tranzendenten Aspekten: 2+8 : Zehn(tes Haus, Steinbock), pythagoräische Perfektion, Bereitschaft Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Hierzu ist die transformatorische Kraft des Pluto notwendig, um über sich hinausgehen zu können. Nachdem die materialistischen Bestrebungen des 2. Hauses im 8. als Irrweg erkannt sind, kann man sich über die Sinnfindung des 9. Hauses dem irdischen Lebensziel (10.Haus) nähern.

Orte und Geltungsbereich des Pluto-Prinzips: Höhlen, Grüfte, Friedhöfe, Ölfelder, Minen, Vulkane, Sümpfe, Abfall, Kompost, Erdöl (Neptun), Unterwelt, Geister, Untote, Pathologen, Bestatter,, Archäologen, Kryptologen, Atomphysik, Logen, Geheimdienste, Geheimbünde, Mafia, Auftragskiller, Sniper, Magische Zirkel, Hexen-Coven, okkulte Orden, militärische Orden.

Herrscher über 8. Haus, Skorpion und Co-regent von Widder  (Mars in seinem wässrigen Yin-Nachthaus)

Im Exil: Stier, 2. Haus, Waage 7. Haus

Erhöhung, Fall: Wie Mars, in Steinbock und Krebs

Tag: Dienstag (mit Mars)

Zeit: Frühling+Herbst, Samhain+Beltane: Abnehmender und Dunkler Mond (nicht Neumond)

Farben: magenta, rot, schwarz

Zahlen: acht, null, die Mond- und Venuszahl dreizehn, neun und drei (dunkler Jupiter, Dis Pater). Neun ist auch die Zahl Odins, der auch einen Hades-Aspekt trägt (Totenheer).

Qualität: fix, Wasser, Yin, Gegenpol zur 2 in der 2/8 Achse: Resourcen, Materie, Bindung, Körper: Macht die Endlichkeit spürbar, regiert über Regeneration und Sexualität als treibende Kraft für den ewigen Kreislauf des Lebens.

Chakra:  Pluto symbolisiert eher Kundalini, als ein Chakra.

Alchemie: Nigredo, der Wolf, Putrefactio, Prima Materia, Caput Mortuum → siebenmal wirst Du die Asche sein … die acht bringt die Transformation.

Kristalle: Magnetit, Hämatit, Granat, Obsidian.

Richtung: Norden, Azrael

Metall: Eisen, Wolfram, radioktive Elemente

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Ich mach heute mal auf Pluto.

Tiere: Skarabäus, Skorpion, Schlange, Spinnen, Nacht-Tiere: Eulen, Wolf, schwarze Tiere (besonders Hunde). Aasfresser: Geier, Schakal. Fledertiere. Insekten die die Stadien Larve-Puppe-Imago durchlaufen: Paradebeispiel Schmetterling.

Mythologische Kreaturen: Cerberos (3 Köpfe) Phoenix, Werwolf, Vampir, Hydra: NEUN Köpfe, Fenris-Wolf. Ourobouros. Midgard-Schlange, Nydhogg, Medusa. Die Schlange am Weltenbaum.

Pflanzen: Lebensfeindliche, giftige: Eisenhut, Nachtschatten (mit Saturn, Mars), Kasteiung und Regeneration: Brennessel (Mars/Pluto+Venus), Rauschmittel mit gefährlichem Grenzerfahrungs-Effekt (Alkaloide, mit Saturn), fleischfressende Pflanzen (mit Mars), Aasblumen (mit Saturn), Aristolochia-Arten, Aaronsstab-Gewächse. Die Minzen sind durch den Mythos der Nymphe Minthe mit Pluto verbunden. Die Korrespondenzen des Pluto stimmen im wesentlichen mit denen der Hekate überein, diese hat aber eine zusätzliche Funktion als Hebamme des Lebens, daher werden ihr auch die Frauenkräuter zugeordnet.

Signatur: Im Sumpf oder vulkanischen Einöden wachsend, düstere Ausstrahlung, Herbstblüher, blutroter Saft (Mars), modernd, gärend, als Fermentationsmittel verwendbar, Dunkelkeimer, treibt nach Gärung des Samenmantels.

Baum: Pappel, Erle, Thuja, Wermut (mit Mond), Granatapfel (mit seinem Gegenpol Venus).

Duft: Oppoponax, Myrrhe

Organe: Keimbahn, Geschlechtsorgane, Ausscheidung, Enddarm, Schliessmuskel, Regenerationsfähigkeit, der Nacken, die Faust (mit Mars)

Anfälligkeiten: Venerische Krankheiten (8. Haus) , Gendefekte, Reproduktionsprobleme, Hämhorroiden.

Korrespondenzen:

Tarot: Der Teufel, Der Tod, Achten, Judgement (Die Erneuerung). todBeim Tod ist im Waite-Tarot vor allem die Symbolik der weissen Rose als umgekehrtes Venus-Pentagramm auffällig. Auch der plutonische Schmetterling taucht auf: In den Schwerterkarten symbolisiert er die Wandlung der Seele (Königin, König).

Rituale: Schutz, Transformation, Erneuerung, Bannung, Vergeltung, Macht, Wissen, Nekromantie, Tantra der linken Hand, Sexual-Magie → Orgasmus als Le Petit Mort.

Conjunctio in der Alchemie als Überwindung von 2/8. Hieros Gamos: Erzeugung von Materie: Saturn 8+2 !

Entdeckung: Percival Lowell und 1930 Clyde Tombaugh (Namen!) am Rande der Oort´schen Wolke → Quelle des Lebens (Kometen)!

Glyphe: Ähre aus dem Demeter-Mythos, PL für Percival Lowell, Gral, dunkler Mond, Eclipse von Sonne, Mond und Pluto.

plutosymbol KopieMundan seit den 1930iger Jahren (seiner Entdeckung).

  • im Zwilling: Imperialismus, Mercantilismus, Massenkommunikation -> Telefon, Radio, Massenmedium Zeitung (Hearst -> Citizen Kane)
  • im Krebs: Heimat, Familie, Vorfahren, Vaterland, Blut & Boden -> Faschismus, Entdeckung der DNA, Atombombe -> Übergang zum Löwen
  • im Löwen: Individualismus, Status-Symbole, Selbstverwirklichung, Superhelden, Raumflug, Kalter Krieg (Ego-Posieren der Supermächte), Individualverkehr, Individual-Kino (TV).
  • in der Jungfrau: Gesundheitsbewusstsein, Hygiene, Medizin, Ernährung, Verwaltung (IT-Zeitalter beginnt), Tierschutz für Haustiere, beginnendes Umweltbewusstsein
  • in der Waage: Emanzipation, Aufbrechen ders Rollenverständnisses, Verbreitung der Pille: Abkopplung der Fortpflanzung vom Sexualverhalten (Venus!), Aufklärungswelle, Sexindustrie, Kommunen, antiautoritäre Erziehung, Friedensbewegung
  • im Skorpion: Banken und Börse gewinnen an Macht, AIDS, Zusammenbruch des Kommunismus, Anti-Atomkraft, Grüne Bewegung nimmt Fahrt auf: Recycling und mehr Bewusstsein für Umweltverschmutzung und Müllberge, militanter Tierschutz
  • im Schützen: New Age, Internet, Globalisierung, Aufblähung des Finanzmarkts: Zockertum, Fernreisen, Kreuzzüge (Islamismus, Evangelikale), Welthandel
  • im Steinbock: Sparkurs, Rückschrumpfung, Ernüchterung, Resourcenknappheit, Festhalten an starren Strukturen, aber auch mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit, Landwirtschaft
  • beherrscht Weltwirtschaft → 8. Haus, die gemeinsamen Resourcen.

Lebensbereiche : Massen, Macht, Ausbeutung, Reichtum, Tod, “okkult”, Erfolgs- und Schwarzmagie, Manipulation.

Literatur: Dostojewski, Goethe, Poe, Sartre, Camus, John Milton (Paradise Lost), Lovecraft, Gothic Novels, Stoker, Shakespeare’s Königsdramen,

VIP, berühmt oder berüchtigt: M.Luther, M.Gandhi, I.Gandhi, A.Hitler, T.Bundy, Bruce Lee, Grace Kelly, Björk, N.Paganini, Nehru, J.Stalin, C.Manson, A.Nasser, Prince Charles, A.Hitchcock. Hier wirkt der Pluto-Archetyp auf vielfältige Weise: Dominanter (elevierter) Planet, ASC oder Sonne Skorpion etc.

Filme: Joe Black, Dracula, Wolf, Twilight, The Long Kiss Goodnight, Der Pate, Die Neun Pforten, Tomb Raider, Dancer in the Dark – beonders düster! Sieben, Alien. James Bond 007: inbesondere mit Sean Connery, Timothy Dalton, Daniel Craig.

Dokus: Nachtmeerfahrten: C.G.Jung.

Bildende Kunst: Picasso, Dali, Symbolismus (mit Neptun), Surrealismus (mit Uranus), Auguste Rodin.

Musik: Trommeln, Hard Rock, Heavy Metal, Goth, Björk

Symbolik der Acht in der Mythologie

Fluto und seine Symbole: Höhle, Granatapfel, Schlange, der dunkle Verführer, Schätze. Kali und Shiva, die den Kreislauf von Werden und Vergehen antreiben.
Tarotkarte XX, “Das Gericht”: Die Auferstehung, das Loslösen von der Materie.

Pluto symbolisiert auch unsere Beziehungsfähigkeit, die sich auf Grund unserer Interaktion mit den Eltern, deren eigener Beziehung und dem daraus resultierenden Umfeld definiert. Er ist der notwendige Gegenpol der Venus im 2. Haus des Du, Besitzenwollens und der Fähigkeit zur Fortpflanzung, und stellt mit seinem Domizil, dem achten Haus, den gemeinsamen Besitz, das Loslassen und die gelebte Sexualität dar. Es ist das Prinzip von “Stirb und Werde” das in der Beziehungsachse des Zodiak herrscht: Eros und Thanatos. Oder “Sex, Tod und Steuern“, wie es jemand einmal auf den Punkt gebracht hat. Besonders, wenn Pluto einen harten Winkel mit dem Mond bildet, haben wir uns der Meinung der Mutter unterwerfen müssen, wenn mit der Sonne dann der des Vaters. Bei weichen Aspekten ist es mehr eine Art subtiler Anpassung. Wo die Schicksalsgöttin Ananke Leiden für uns bereithält, hängt von der Plutostellung nach Haus und Tierkreiszeichen ab. In diesem Lebensbereich gilt oft „Leiden ist geil“, daher werden hier auch karmische Altlasten ausgelebt. Obwohl oft auf die Sünde der Hybris zurückzuführen, werden Plutos dunkle Geschenke meist als äusseres Schicksal empfunden. Pluto als dunkler Verführer ist ein zweifelhafter Berater, weil er unser zwanghaftes Verhalten symbolisiertund uns deshalb in Verstrickungen und Abhängigkeiten führt, obwohl wir glauben hier Macht ausüben zu können oder zu wollen. Dort wo bei uns in der Kindheit Macht und Druck ausgeübt wurde, neigen wir später dazu, ebenfalls Macht und Druck auszuüben, um unsere Ohmachtsituation während der Kindheit zu kompensieren. Im Grunde genommen versuchen wir durch den Pluto jene Eigenschaften in anderen zu kontrollieren, derentwegen wir selbst die Kontrolle verlieren. Nicht umsonst ist Pluto der Archetyp, der wohl als Patron der BDSM-Szene gelten kann (Fifty Shades Of Grey, anyone?). Im Pluto liegt auch der Preis unserer Wahlmöglichkeiten, sich über die Materie zu erheben, Lasten abzuwerfen und Dinge loszulassen, die oft Abhängigkeiten mit sich bringen und uns in die Falle locken.

Die Hausstellung von Pluto ist ein Hinweis auf diejenigen Schattenseiten, welche uns in den eigenen Beziehungen manchmal schmerzlich bewusst werden. Wohin Pluto seinen Schatten im Horoskop wirft, ist die “Twilight-Zone“, wo wir Macht und Ohnmacht erleben.

Entführung der Kore durch Hades

Entführung der Kore durch Hades, quelle:wikipedia

Hier sitzt der Schmerz des Verlusts besonders tief, wenn wir das Opfer bringen müssen, um unseren eigenen Weg zu gehen und uns von Fremdbestimmung zu befreien. Ein gutes Literaturbeispiel für SciFi oder Fantasy-Leser: Rocannons Welt von Ursula LeGuin. Es thematisiert auch die nordischen Mythen, besonders Odins Suche nach der ultimativen Weisheit, und dem damit verbundenen Opfer, das auch Motive des Neptun-Archetyps anspricht. Auskunft über die Natur plutonischer Beziehungen gibt auch der Demeter-Mythos. Hier muss Kore/Persephone unter der Hybris ihrer Mutter leiden, weil diese ihr eine Entwicklung zu erwachsenen Frau verweigert. Dies erregt den Zorn der Aphrodite: Sie stachelt Hades/Pluto an, Eros Pfeil trift bei ihm ins Schwarze und das ewige Mädchen Kore und ihre Mutter Demeter müssen sich den Gesetzmässigkeiten von Ananke unterwerfen. Als Persephone landet die Tochter in den Armen ihres Ent- oder eher Verführers aus der Unterwelt und wird zu seiner Königin. Wie das bei plutonischen Beziehungen häufig der Fall ist, findet sich einer der Partner gefangen in einer für ihn überwältigenden Realität wieder. Daher läuft die frustrierte Persephone auch heim zu Muttern, was aus Zeus’ Geheiss zum legendären Deal führt: Während des Sommerhalbjahrs darf Kore als Vegetationsgöttin (Veilchen) auf der Erde wandeln, die dunkle Jahreszeit verbringt sie als Winterkönigin bei ihrem Gatten. Ausgehandelt wurde dieser Ehevertrag natürlich vom grossen Kommunikator des Olymp: Dem gewieften Hermes oder Merkur, der als Psychopompos wie auch Hekate zwischen den Welten reisen darf. Letztere tut dies aber nur bei Nacht. Auch der Granatapfel als Plutos Symbol hat hier seinen Ursprung: Persephone isst von dieser Frucht der Unterwelt, die ihr von ihrem Gemahl (Pluto=Manipulation!) schlauerweise als Zeichen der Vermählung angeboten wird, daher kann sie ihre Ehe nun nicht mehr annulieren lassen. Sie muss sich transformieren und ihre natürliche Bestimmung als erwachsene Frau annehmen.

Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Figuren des Lichts vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.
Carl Gustav Jung

Leiden ist nicht geil, aber führt zu Wandlungsprozessen“
Dobrin M. Antonov

Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend‘ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt die fremde Fühlung
Wenn die stille Kerze leuchtet.
Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.
Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt,
Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
Goetheskull

Pluto Schlüsselworte:

  • Erkenntnis der eigenen Bestimmung
  • Absurdität in kleinlichem Verhalten und Bestrebungen
  • Sich der absoluten Wahrheit stellen

Schlüsselfragen:

  • Wo und wie kann ich meinem Leben Bedeutung geben ?
  • Wie erkenne ich die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Welt?
  • Wo muss ich mich vor Dominanzbestrebungen und Manipulation hüten,
  • Wie vermeide ich Machtkämpfe in Beziehungen?

Retrograder Pluto:

  • Angst vor “Ausgeliefertsein”
  • Sich nicht zur erkannten Wahrheit bekennen
  • Kann zu Bescheidenheit und Mässigung in der Machtausübung führen.

Kritischer Pluto:

  • Harte Aspekte zu den persönlichen Planeten, besonders Quadrat.
  • Konjunktion: abhängig von den restlichen Aspekten und Hausposition
  • Besonders harte Saturn/Pluto Aspekte haben es in sich.
  • Pluto in 12: Repression und Ohnmacht, Sündenbock (mit Saturn eine sehr karmische Stellung), muss stellvertretend die Schattenthemen der Gesellschaft ausleben (Negativer Aspekt vom 12. Haus: Anstalt, Gefängnis)

Weitere Aspekte:

  • In Verbindung mit Pluto-Themen stehen auch Mondknoten, Lilith, der Apogäumspunkt des Mondes, Sonnen- und Mondfinsternis, Vesta und der Centaur Nessus (Rachethematik).
  • Besonders stark wirksam ist das Plutoprinzip: In den Yin-Wasserhäusern, Erdhäusern: Vor allem im 10. und 4. Haus, der karmischen Achse der Familie und Inkarnation (Eltern, Erblasten, “Familienfluch”).
  • Als Dispositor von Mars → 1. Haus, da er hier als Mitregent von Widder wirkt, einer der Charismafaktoren, neben Neptun und Chiron.
  • Pluto ist sehr bedeutsam in der Synastrie, wie alle transpersonalen Planeten.
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Unendlichkeit und Wandel: Plutos Kräfte drücken sich auch in der Zahl Acht aus.
Sie kennzeichnet auch den Skorpion, achtes Zeichen des Zodiak und sein
zugehöriges Haus. Infinity dissolving ©scrano 2013

 

 

Posted by on November 13th, 2016 Kommentare deaktiviert