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Kunstkalender für 2018: Ab jetzt bestellbar!

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Katzenpfötchen, eine Zier- und Heilpflanze. ©beast666
Mich findest Du auch im Pflanzen-Kalender …

Unsere Foto- und Kunstkalender sind sehr schön geworden – neue Exemplare jetzt bestellbar:

Titelblatt Motiv: Brazen Spiral

Titelblatt-Motiv der reduzierten Fraktalkalender 20×20 cm: : Brazen Spiral

  • 30×30 cm Quadrat 29.95 €
  • 20×20 cm Quadrat 14.95 € 
  • DIN A4 quer 19.95 €
  • DIN A3 quer 29.95 €

Einfach mindestens 13 Motive*** auswählen, das Deckblatt extra benennen. Wer sich überraschen lassen möchte – wir stellen auch gerne einen Kalender für Euch zusammen.

Hochwertiger Photodruck, die Auflösung der Originalbilder beträgt >200 dpi, im Gegesatz zu 72 dpi in der Ansicht.

***Bei Hochformaten passen 2 Motive auf ein Kalenderblatt.

Alle Photos, Fraktalbilder und Digital Art: © abrasax, scrano & beast666.

Für unsere Kalender gibt es bei Quer- unmd Quadratformat ein zweizeiliges Standard-Kalendarium für 2018. Dies ermöglicht maximale Bildgrösse.

Sie besitzen 12 Monatsblätter, ein Deckblatt und ein Rückblatt. Die Bindung erfolgt mit Metall-Spirale incl. Aufhänge-Öse.

Der Hintergrund ist nicht weiss, sondern farblich und saisonal passend gestaltet, weiss ist auf Wunsch natürlich möglich. Alle Anfragen und Bestellungen per email an Ambrosia. Die Adresse findet Ihr hier.:

  • Christian und Claudia Reuter
  • Zu den Schafhofäckern 132
  • 73230 Kirchheim u. Teck
  • Selbstabholung möglich, Versandpauschale 3.90 €.
  • Bei Versand: Rückgabe der unbeschädigten Ware ist möglich bis 14 Tage nach Erhalt.
  • Bei Selbstabholung: Rücktritt von Kauf nur direkt nach Ansicht der Ware.

Unsere Kalender sind keine Massenware, um sie persönlicher zu gestalten,  können ohne Aufpreis kleine Begleittexte erstellt werden. Auf Wunsch botanische Kurzbeschreibung zu den Pflanzen inkl. Signatur oder andere Erläuterungen, auch Aphorismen oder Gedichte sind möglich.

Die Auflage ist auf eine Kleinserie <100 pro Motiv begrenzt. Einzelne Blätter gibt es auch als Poster bis ca. DIN A2, Versand oder Selbstabholung. Verpackung in einer Papprolle.

Posterpreise von ca 9 € – 29 €. zzgl. 5 € Versand. Exakte Preise und Grössen auf Anfrage.

Motiv-Galerien:

Motive aus unseren Kalendern:

Zierform der Pulsatilla©beast666 2016

Zierform der Pulsatilla
©beast666 2016

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Karma Chess ©scrano 2016

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Poseidon Tempel Schwetzingen ©scrano 2016

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Park Disziplin: Schwetzingen im März.

Mandalas und Flammenfraktale mit 3D-Effekt :

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Kaleidoskop-Fraktal mit 3D-Effekt.
Memory Effect ©scrano 2015.

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Moirai, ein Flammenfraktal. scrano 2015

Magische Kalender bieten wir auch an, die Kalendarien gestalten wir als Sonderanfertigung auf Anfrage, z.B. mit Mondstand oder paganen Feiertagen. Motive aus den Beiträgen zu den magischen Monaten, Jahresrad etc. frei wählbar. Einfach mal stöbern!

Posted by on Januar 23rd, 2017 Kommentare deaktiviert

Kalender: Schwetzinger Zauber 2018 jetzt bestellbar

 

 Romantischer Spaziergang im Kirschgarten.Erwartung ©scrano 2016

Romantischer Spaziergang im Kirschgarten.
Erwartung ©scrano 2016, model:jlior

Alle Kalendermotive sind auch als einzelne Bilder erhältlich.

Photos: ©scrano, abrasax, beast666

Freie Auswahl von mindestens 13 Blättern*** aus der Galerie. Bitte das Deckblatt extra benennen. Für kleine Texte ist Platz, bitte nachfragen. Standard sind erklärende Untertitel für die einzelnen Fotos. Formate: DIN A4, A3, A2 quer mit Metallspirale. Professioneller Qualitätsfotodruck.

Preis: ab 14 € DIN A4

Alle Anfragen bei Ambrosia per email. Vorbestellungen wie immer, bis September 2017.

Für Br. und Sr. Freimaurer können speziell Motive mit entsprechener Symbolik zu einem Kalender zusammengestellt werden, inklusive genauer Erläuterung. Wer mehr wissen möchte, wir veranstalten auch Parkführungen.

*** Bei der Wahl hochformatiger Bilder können zwei auf einem Blatt arrangiert werden, daher mehr als 13 möglich. Alternativ sind Makros von schönen Pflanzen als Ergänzung, z.B. Iris:

Inner Glow ©scrano 2014

Inner Glow ©scrano 2014

Lasst Euch überraschen! Beispiele findet Ihr in unseren Artikeln über Natur und Zauberpflanzen oder die Signaturlehre von Paracelsus. Und … alle Bilder haben eine hohe Auflösung, nicht vergleichbar mit den “Ansichts-Thumbnails” der Galerie, die nicht für Quaitätsdruck geeignet sind.

 

Posted by on Januar 14th, 2017 Kommentare deaktiviert

All About … Saturn

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Wintermandala: Die strahlenden Gletscher von Asgard?
Odin und Saturn, beide gelten als Herren des Winters
des Alters, der Weisheit und der Zeit.

Saturn herrscht im Steinbock (Erde, Yin), sein Domizil ist das 10.Haus, welches den Zenit des Geburtshoroskops darstellt, das Medium Coeli, die Himmelsmitte. Klassisch ist er auch Regent von Wassermann (Taghaus, Luft,Yang), modern ist dies Uranus.

 Saturn für Freimaurer:

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Saturn als Herr der Zeit in der freimaurerischen Symbolik.
Er verschmilzt mit der Verkörperung des Todes, Thanatos.

Die Gesamtsymbolik des dargestellten Sujets – ikonographisch und freimaurerisch wurde gerne bei Grabdenkmälern des 19. Jhd. verwendet: Die gebrochene Säule, Vater Zeit (Schnitter Tod), die trauernde Jungfrau mit dem Akazienzweig liest im Buch des Lebens.

Posted by on Januar 13th, 2017 Kommentare deaktiviert

Das Erdelement: Stabilität, Fruchtbarkeit, Realitätssinn

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Fruchtbar grünes Erdelement: Kessel oder Füllhorn der Mutter Erde.
Cornucopia ©scrano 2013

Korrespondenzen des Erd-Elementes:

Zodiak:

  • Jungfrau: mutabel – Merkur in seinem Nachthaus, Vesta
  • Steinbock: kardinal – Saturn in seinem Nachthaus
  • Stier: fix – Venus Pandemos

Tarot: Pentakel, Münzen

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Grün, rostrot, ocker, braun, grau, schwarz

Alchemie:

  • EarthNach unten zeigendes Dreieck mit Querbalken

Elemental:

Tage:

  • Samstag – Saturn

Pflanzen:

  • Getreide (Merkur), Wurzelgemüse (Venus), Immergrüne (Saturn), Nadelbäume (Saturn)

Signatur:

Wenig Blüten, unscheinbare Blüten, ledrige Blätter, knorrig, kriechend- oft mit Rhizom, starke Wurzelbildung, mineralstoffhaltig, kieselsäurehaltig, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stärkebildung, wenig Zucker oder Saft. Erdiger Duft. Pflanzen der arktischen Regionen. Kältevertäglich.

Öle:

  • Patchouli (Venus, Pluto)
  • Vetiver, (Venus, Pluto)
  • Kalmus, (Saturn, Sonne, Mond)
  • Tonka, (Venus, Mars)
  • Myrrhe (Saturn, Mond)
  • Iriswurzel, (Saturn, Mond)
  • Zypresse, (Saturn, Sonne)
  • Sandelholz (Venus, Mars)
  • Eichenmoos,
  • Karotte

Tiere:

  • Auf vier Beinen laufende Tiere, vor allem Weidetiere, Reptilien, Höhlen- oder Baubewohner wie Murmeltiere, Dachse. Tiere der Felsenregionen.

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Der Erde,  zu der die Yin Variante “Ruhe und Empfängnis” passt ist in jedem Elementesystem die Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren, aber auch des Menschen zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie von Saturn und Venus regiert, dem Winter- und Frühlingsapekt der bäuerlichen Kulte. Den Erdzeichen haftet vor allem die Neigung zur realen, physischen Manifestation der Dinge an an, sogar der Merkur-beherrschten Jungfrau. Diese repräsentierte aber in antiken Vorstellungen  Asträa, die Sternenjungfrau. Deren Symbol war die Kornähre. Als Zeichen der Aussaat und Ernte (heliakischer Aufgang bzw. Untergang zu diesen Jahreszeiten) war Virgo/Asträa auch mit den Mysterien der erdhaften Muttergöttin Demeter verbunden. Allen drei Erdzeichen ist eine wert-konservative Einstellung zueigen. Das Erdzeichentrigon repräsentiert: Wachstum der Vegetation (Stier) Ernte (Jungfrau) Winterruhe (Steinbock).

Zustandsformen der Elemente im Erd-Trigon:

  • Steinbock: kardinal, aufstrebende Berggipfel, Felsen
  • Stier: fix, weite Ebenen, Ackerland
  • Jungfrau: mutabel, vom Wind bewegtes Grasland, Getreidefelder.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos interessiert. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Posted by on Januar 12th, 2017 Kommentare deaktiviert

Gedanken zum Jahreswechsel 2016/17

Viel Glück für uns Alle, in diesen gebeutelten Zeiten!

Viel Glück für uns Alle, in diesen gebeutelten Zeiten!

Aus einer Predigt zum Neujahr 1883:

Herr, setze dem Überfluss Grenzen,
und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen
aber auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamten, Geschäfts- und Arbeitsleute,
die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.
Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen.
Aber nicht sofort. 

Pfarrer von St. Lamberti, Münster (1883)

Wir erkennen in diesem ein wenig ironisch anmutenden Gedicht, dass vor ca. 150 Jahren die Nöte der damaligen Zeitgenossen, im grossen wie im kleinen, unsere eigenen durchaus wiederspiegeln. Es spricht die zunehmende Oberflächlickeit und Doppel- bzw Scheinmoral einer Gesellschaft an, in der soziale Kälte und menschliches Desinteresse an Einfluss gewinnen. Diese Risiken und Nebenwirkungen einer Industriegesellschaft haben sich leider dank der Globalisierung auf fast die ganze Welt ausgedehnt.

Ein Wunschzettel an den „lieben Gott“ im rhetorischen Sinne, aber durchaus ein Wink an die versammelten „Schäflein“, in diesem Sinne zu wirken.

  • „Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es“, sagt nicht zuletzt ein Sprichwort.

Es wäre denn auch wenig zu passiv, zu einfach, darauf zu warten, dass sich eine höhere Macht einmischt, fast wie der „deus ex machina“ im klassischen Bühnendrama.

Mit Wünschen alleine wird sich nichts bewegen, mit guten Vorsätzen auch nicht.

Wie das mit den Vorsätzen so ist, weiss jeder, der schuldbewusst am Jahresende Bilanz bei sich selbst zieht, von den Weihnachts-Pfunden angefangen über manch andere Angewohnheit bis zu hehren Zielen: mal ehrlich – was ist davon übrig geblieben ?

  • Sagte nicht schon George Bernhard Shaw: Der Weg zur Hölle sei mit guten Vorsätzen gepflastert nicht mit schlechten ?

Es sind wohl die gemeint, deren Verwirklichung man sich selbst und anderen schuldig geblieben ist. So mancher Vorsatz scheitert schon an zu hoch gesteckten Zielen.

Vorsätze oder Ziele sollten daher realistisch und erreichbar sein, diese Aussage hört man auch von sogenannten „personal coaches“. Desgleichen solle man lieber kleine Schritte als grosse Sprünge machen.

  • Was wären solche Ziele im freimaurerischen Sinn ?

Wie heisst es so schön: “Wir bauen am Tempel der Humanität. Die Steine, deren wir bedürfen sind die Menschen. Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit sind der Mörtel des Tempelbaus.” Führen wir uns diese drei Grundpfeiler der Freimaurerei vor Augen:

  • Brüderlichkeit, und Toleranz, humanitäre Ethik.

Wohlklingende Begriffe, aber in ihrer Abstraktheit nur schwer in reale Ziele umzumünzen. Wo setzen wir hier an mit der Methode der kleinen Schritte ?

  • „Brüderlichkeit wird vermittelt durch Sicherheit, Vertrauen, Fürsorge, Mitverantwortung und der Verständigung mit- und untereinander.“

Wie gehen wir auf unsere Brüder zu bzw.ein? Sind wir uns der Verantwortung bewußt, die wir uns freiwillig auferlegt haben ? Kümmern wir uns genügend um den bzw. die Brüder? Sind wir in die Lage unser eigenes Ego-Posieren zurücknehmen und den anderen genug Raum zur Entwicklung lassen ? Sonnen wir uns im eigenen Glanz, blendet uns das Licht, den anderen überhaupt wahrzunehmen. Freuen wir uns mit dem Bruder über seine Erfolge, können wir sein Leid teilen ? Mehr Empathie und Achtsamkeit wäre hier der kleine Schritt.

  •  „Toleranz wird gelebt durch aktives Zuhören und Verständnis anderer Meinungen.“

Wir sind alle in unserem Bunde tolerante Menschen, die keine Dogmen vertreten oder sich solchen unterwerfen. Toleranz ist aber nicht gleich moralischer Schlendrian. Sie bedeutet nicht dass charakterliche Defizite von Brüdern oder Profanen geduldet werden müssen, besonders wenn sie Mitmenschen Schaden zufügen. Bewusstes Akzeptieren oder Übersehen von sozialem Fehlverhalten fördert Soziopathen.

  • Eine der Grundlagen des freimaurerischen Selbstverständnisses ist die Übereinstimmung in einer gemeinsamen Ethik.

Zum ethischen Handeln gehört meines Erachtens auch, von Brüdern Schaden abzuwenden. Korrektiv zu wirken heisst hier beides, dem Gedankenlosen zu mehr Einsicht und dem Überfahrenen zu seinem Recht zu verhelfen. Wie es so schön in der Zauberflöte heisst:  ….. und ist ein Mensch gefallen, führt Liebe ihn zur Pflicht. Der kleine Schritt wäre hier mehr Wachsamkeit walten zu lassen.

Um humanitäre Bestrebungen glaubwürdig nach aussen zu tragen müssen sie zuerst im Inneren verwirklicht sein. Das heisst, Verankerung im Denken jedes einzelnen Bruders, in den Handlungen der Brüder im Miteinander und als Gruppe. Viele kleine Schritte führen zum Tempelbau, viele einzelne wohlbehauene Steine sind dafür nötig. Haben wir also aktiv unseren Anteil daran.

Wie es in der Schließung der Werklehre heißt: “Wehret dem Unrecht, wo es sich zeigt, kehrt niemals der Not und dem Elend den Rücken, seid wachsam auf euch selbst.”

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Posted by on Januar 1st, 2017 3 Comments

Achtsamkeit,Toleranz und soziale Gerechtigkeit – ein Utopia in einer Welt von Dummheit und Gier?

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Utopia is … an Illusion. Vision Quest ©scrano 2016

Neulich hatte ich einen Traum. Ausnahmsweise war es einer von der angenehmen Sorte.

Ich träumte, alle Menschen wären tolerant und würden auch anderen Kulturen mit Respekt begegnen, so, wie ihrer eigenen. Menschen würden nicht wegen Dogmen einer Buchreligion in den Krieg ziehen oder Andersgläubige entweder unbedingt bekehren wollen oder töten.

  • Christen und Moslems: “Und willst Du nicht mein Bruder sein, so schlag ich Dir den Schädel ein”, immer im Namen der Liebe natürlich.

Amerikanische Hillbillies oder Rednecks  bewaffnet mit Naivität und mit “God on their side” würden nicht in andere Länder ziehen um dort „Frieden“ zu stiften. Diese Verteidiger des “American Way of Life” haben in allen Ländern, in die sie einmarschiert sind nach ihrem Abzug nur verbrannte Erde hinterlassen. Wenn sich heute ein Taliban in einer Schule voller Kinder in die Luft sprengt: Viele Grüsse an die Vereinigten Staaten, ihr habt wegen Eurer Gier nach Öl und aus Angst vor dem Kommunismus diese Abscheulichkeit erschaffen. Euer Geld hat sie finanziert und an die Macht gebracht! Auch beim Vormarsch der IS hattet ihr und Eure arabischen Verbündeten einiges zu erobern – Iraks und Lybiens Ölquellen waren wohl zu verlockend.

  • „Achtet lieber den Glauben, die Sitten und die Kultur aller Völker !“

Ich träumte, alle Menschen würden ihre Umwelt, besonders aber andere fühlende Wesen, wie die Tiere und auch sich selbst besser achten.

In der Kammer des stillen Nachdenkens wird der künftige Bruder mit der Aufforderung: “seien Sie deshalb achtsam” auf das Ritual und die Arbeit in der Loge vorbereitet. In vielen Logen entlässt der M.v.St. die Brüder nach einer Tempelarbeit mit den Worten: “Meine Brüder, seid achtsam auf euch selbst!“ Ein Beispiel aus dem Zen, einer in vieler Hinsicht freimaurerischen Idealen ähnliche Philosophie:

Ein Mann aus dem Volk fragte den Zen- Meister Ikkyu:
“Meister, wollt Ihr mir bitte die Grundregeln des Zen aufschreiben?”
Ikkyu schrieb mit dem Pinsel das Wort “Achtsamkeit”.
“Ist das alles?” fragte der Mann. “Könnt Ihr nicht noch etwas hinzufügen?”
Darauf schrieb Ikkyu zweimal das Wort “Achtsamkeit”.
Der Mann sagte: “Ich sehe wirklich nicht viel Tiefes oder Sinnvolles, in dem was Ihr gerade geschrieben habt.”
Darauf schrieb Ikkyu dreimal hinter einander das Wort “Achtsamkeit”.
Verärgert begehrte der Mann zu wissen: “Was bedeutet denn dieses Wort überhaupt?”
Ikkyu antwortete: “Achtsamkeit bedeutet Achtsamkeit”!

Nur aus Habgier und Gewinnsucht beuten wir die Natur aus. Sei es das Überfischen der Meere, das wilde Abholzen des Regenwaldes, die Massentierhaltung. Tiere werden über viele Ländergrenzen transportiert um Subventionen zu erhalten. An die Leiden der gequälten Tiere denkt keiner, Hauptsache das Fleisch ist billig. In vielen Ländern, werden arme Menschen, wie Vieh an Ihren Arbeitsplätzen in einsturzgefährdeten Gebäuden gehalten. Sie müssen direkt neben den oft gefährlichen Produktsstätten essen, schlafen und werden von Ihren Familien getrennt. Der einzige Grund ist der, billigste Arbeitskräfte zu haben, die für uns Kleidung zusammennähen, damit wir in Europa für 5 Euro ein billiges T-Shirt kaufen können und der gesamte Zwischenhandel immer noch stattliche Gewinn abschöpfen kann.

Wir sind nur Gäste auf unseren Planeten, einen anderen zu besiedeln ist in sehr weiter Ferne, deshalb habt acht auf unsere Erde, denn wir können nicht ohne die Erde, aber die Erde kann sehr wohl ohne uns auskommen.“ Deshalb mag ich diese Terraforming-Szenarios nicht. Sie vernebeln die Sicht auf die Realität, vermitteln eine Heuschreckenmentalität und gaukeln Alternativen vor, die es nicht gibt. Das ist wirklich alternativlos, Frau Merkel!

Ich träumte, alle Menschen würden der Geldgier, der Konsumsucht und dem Machtstreben entsagen.

Mitarbeiter von Banken verhökern immer noch gerne unseriöse Wertpapiere, um möglichst große Gewinne abzuschöpfen und den kleinen Sparern das Geld aus der Tasche zu holen. Werbung einmal zynisch: “Wenn’s um Geld geht Sparkasse, die einen sparen, die anderen machen Kasse”. Das soll aber die Sparkasse nicht schlechter machen als all die anderen “Geldinstitute”. Lobbyisten beeinflussen Behörden und Politiker derart, dass Sie zum Wohle der Firmen aber nicht für das Wohl des Volkes arbeiten. Getrieben durch die Werbung wird uns allen vorgemacht, dass wir bestimmte Dinge unbedingt brauchen würden, sei es das neue Smartphone oder das neue Auto usw. Alles muss neu und angeblich besser sein. Nur der Besitz dieser neuen Waren macht uns glücklich. Aber dafür muss man Geld anschaffen. Das letzte Wort ist nicht umsonst so gewählt: Einer Prostitution in Abhängigkeit kommt es gleich, da man immer mehr Kompromisse eingehen muss, mehr abnicken und zulassen, was dem eigenen ethischen Empfunden widerstrebt. Immer mehr und mehr. Eine Sucht. Auch mit dem Potential zu Beschaffungskriminalität: Da ist es doch einfacher, den Anderen zu übervorteilen, dann kann ich mir die erstrebten Güter und Statussymbole schneller leisten.

Welcher Politiker oder welcher Manager in Führungsposition hat jemals ein Stückchen Macht abgegeben? Nein, man muss auch gleich noch seine Sippe in Führungspositionen bringen, seien sie auch noch so unbegabt, wobei anderen, welche die Aufgabe besser meistern würden, der Zutritt zu diesem Netzwerk der Obszönität” verweigert wird. Dies ist dann ein doppelter Betrug am Volk, da jemand auf seine Kosten fürstlich entlohnt wird, der dann die Erwartungen, die an seine Position geknüpft sind, noch nicht einmal erfüllt. Die im Sinne der Gemeinschaft notwendige Arbeit wird nicht getan, oder nur so wie es dem “Netzwerk” gefällt.

Der Mensch zählt nur als Konsument und als billigste Arbeitskraft, wenn diese Einstellung erlahmt, importieren wir einfach “Gast-Konsumenten” aus Krisengebieten, die Kosten trägt der Steuerzahler, da kommen ganze Wirtschaftszweige an das Geld des kaufunlustigen Staatsbürgers. In Flüchtlingslagern “werben” Politiker verzweifelte Menschen mit falschen Versprechungen, das Kürzen der Rationen hilft notfalls auch, die Massen in Bewegung zu setzen. Ausserdem nutzt es den amerikanischen Verbündeten aus arabischen despotisch regierten Staaten, sozialen Zündstoff von ihrer “Haustüre” weguzuschaffen. Sie spielen mit der Stabilität unseres Landes, sogar der EU, und den Hoffnungen der Menschen, die sich auf den Weg machen. Eine echte Zukunft haben sie hier sowieso nicht.

Rente zahlen – wozu, ab in die Grube! Tja Herr Gabriel, 43% reichen nach Ihrer Aussage auch noch***. Im Müllcontainer gibt es ja immer was Leckeres zum Essen zu finden – man muss nur “flexibel”genug sein.  Aber das ist wohl die Vorstellung unserer Volksvertreter, was die Umsetzung von”Nachhaltigkeit” betrifft. Am besten ist natürlich, gleich über die Klinge springen, vielleicht gibt es bald auch keine ärztliche Versorgung mehr, ab einem gewissen Alter? Dabei bezahlen wir den fehlgeleiteten Parlamentariern für diese Form von “Demokratie” auch noch fürstliche Gehälter. In China bekommt der Arzt nur dann Geld vom Patienten, wenn er gesund bleibt – würden wir nach dieser Maxime leben, wären unsere Politiker wohl im Obdachlosenasyl.

Ein Kronjuwel der Perfidität: TTIP – es beinhaltet wohl alles, was in diesem Post an Negativem angesprochen wurde, dabei werden die wenigen verblieben Rechtsgrundsätze samt ihrer Schutzfunktion für den normalen Bürger auch noch ausgehebelt. Auch wenn das kriminelle Meisterstück jetzt von der Bildfläche verschwunden scheint – solche dunklen Angelegenheiten haben meist ein zähes Leben.

„Liebe selbsternannte “göttlich” Auserwählte, liebe Aasgeier, liebe blinde Konsumenten, liebe Machtgeile, was könnt ihr mit ins Grab nehmen? Solltet ihr in Eurer letzten Stunde, wenn das ganze Leben an Euch vorbeizieht, mit Erschrecken feststellen, dass Euer Dasein nur ein Blendwerk der eigenen Eitelkeit und Borniertheit, dass Streben nach Besitz und Status lediglich Zeitverschwendung war ?

Das letzte Hemd hat keine Taschen. Träume hingegen werden manchmal wahr, wenn auch immer weniger wahrscheinlich.

***auch wenn man jetzt aus Angst vor “Populisten”ein paar Groschen an die Menschen, die dieses Land aufgebaut haben “verschenkt” – mit verdeckten und offenen Steuern werden wir uns das schon wieder holen.

 

Posted by on Dezember 29th, 2016 2 Comments

Mitten im kalten Winter: Yule – Rauhnacht – Sonnenkind

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.
Yul Embers ©scrano 2014

When the Wheel begins to turn, let the Beltane fires burn.
When the Wheel has turned a Yule, light the Log and let Pan rule.

WINTER SONNWENDE – YULE

Im nordisch-germanischen Neuheidentum (z. B. Asatru) ist das altgermanische Julfest eines der drei Eck-Feste im Jahr und man versucht auf das Brauchtum zurückzugreifen, das man aus den Überlieferungen noch rekonstruieren kann:  z. B. Wilde Jagd oder Raunächte, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu begehen. Als Datum kommt hierfür entweder direkt die astronomische Sonnwende am 21.12. oder der Tag des ersten Vollmonds danach in Frage, welcher Julmond heisst. Deneben gibt es noch das Haakon dem Guten zugeschriebene Datum am 25.12.  Daher ist das Julfest wohl nicht nur dem solares Kalender zuzuordnen. Unter Umständen ist die Zeit der Raunächte auch ein Versuch den Sonnen- und den Mondkalender zu synchronisieren, wie man es auch schon jungsteinzeitlichen Bauten wie Stonenhenge als ein möglicher Verwendungszweck zuschreibt. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Wie in allen einfachen, „nicht-interkalierenden Lunisolarkalendern“ (also allen Mondkalendern ohne Schaltmonate, wie man sie in bäuerlichen Kulturen findet), werden die auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als  Tage „außerhalb der Zeit“, eingeschoben. Von solchen Tagen wird in der zugehörigen Kosmologie angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien und daher die Grenzen zu anderen Welten durchlässig würden. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne oftmals mit Tabus, Ritualen und Volksmythen. Es wird auch vermutet, dass die Bräuche um die „Winterauskehr“ am Ende des Faschings in diesem Zusammenhang stehen: Sie simulieren eine Interkalation bezüglich des Jahresbeginns mit dem Frühlings-Äquinoktium. Besonders deutlich findet sich das in den römischen Saturnalien und Lupercalien.

Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Der Julmond, der auch Nytungl (Neuer Mond) oder Nykung (Neuer König) heißt, wird mit dem rituellen Jultrinken begrüßt. In der christlichen Weihnachtsliturgie war früher die sogenannte Johannisminne, ein rituelles Zutrinken, üblich, am 27. 12., dem Feiertag des Evangelisten Johannes.  Zu den verwandten Bräuchen kann man auch den Wassail rechnen, wie er in Schottland noch üblich ist, oder auch in Teilen Bayerns als Flursegen angewandt wird. Dort besprengt man die Flur bzw die Apfelwiesen mit Milch oder Most aus der vergangenen Ernte. Der Julmond im Januar kennzeichnet den Beginn des neuen Jahres. Man sieht die Rauhnächte zwischen Wintersonnenwende (Mütternacht) und Dreizehnttag (Perchtennacht) als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Das Haus wird geräuchert mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus,“ oder “Evil shall leave and not enter”, wie es im Original heisst.  Der „Julbock“, wird aufgestellt, sehr zur Freude der Kinder: Ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke. Gastfreundschaft soll schon früher ein wichtiges Element der Julzeit gewesen sein, so soll das Haus den Gästen offengestanden haben, die ein und aus gingen und reich bewirtet wurden. Zudem ist es ein Brauch, einen großen Holzklotz – den Julklotz – aus dem Wald zu holen, und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Vergleichbar mit dem Volksbrauch, Feuerräder bzw. Osterräder von Bergen abzurollen, werden von Anhöhen brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, herab gerollt. Als Kinder haben wir kleinere solche brennende Reifen mit Hilfe von Haselstöcken durch den Ort gerollt, im schwer katholischen Bayern! Überhaupt sind hier die Raunachtsbräuche noch sehr lebendig. Perchtenlauf, Räuchern und etliche Tabus in der Zeit zwischen der Zeit werden hier noch in breiter Vielfalt und grosser Selbstverständlichkeit praktiziert. Nicht erst als neuaufgelegte Touristen-Folklore oder als ärgerliches Rudiment aus der Nazi-Zeit. Die enorme Vielfalt des lokalen Brauchtums legt ausserdem die Annahme vorchristlicher Ursprünge nahe, leider ohne dass heute noch feststellbar wäre, wo die jeweiligen kulturellen Wurzeln tatsächlich liegen. bzw. wie weit sie zurückreichen. Germanische Bezüge vieler Raunachtsvorstellungen sind aber naheliegend, denn zu dieser Zeit soll sich nämlich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin/Woden/Wotan über das Land ziehen sollten:

Im Zentrum der  Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, steht dann Woden’s “Wilde Jagd”. Zu dieser Zeit stehe die “überirdische Anderswelt” endgültig in Verbindung mit der Menschenwelt und die Seelen der Verstorbenen dürfen Kontakt aufnehmen. Dieser Glaube, dass zu sich zu dieser Zeit das Tor zum Geisterreich öffnet, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (dumb supper) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen z.B. Bretagne, britische Inseln, mit sich. Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle (Berchta, Perchta), die eine deutliche Verwandschaft zur germanischen Totengöttin Hel hat. Aber nicht nur in Regionen nördlich der Alpen wurden solcherlei Glaubensvorstellungen gepflegt: Auch die Römer kannten entsprechendes Brauchtum, ebenso verbreitet ist es in Griechenland oder Osteuropa, also in grossen Teilen des  indoeuropäischen Sprachraums. Erdhafte und unterweltliche Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd einherziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Ost-Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten. Die Bräuche zu den verschiedenen “Zwischenzeiten” des Jahres ähneln sich sehr: Es existieren Übereinstimmungen z.B. zwischen dem Rauhnachtsbrauchtum und dem von Samhain oder All Hallows Eve” und den graeco-römischen Feiern der Erntefeste, an denen auch “Mundus Cereris Patet“: Saturnalia, Lupercalia.

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Krampus, auch ein Weihnachtspercht,
der manchmal schon mit dem Nikolaus kommt.
Er ähnelt dem Habergoas. quelle:wikimedia

Diese Umsetzung solcher Vorstellungen spiegelt sich besonders in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Dort gibt es allerlei teuflisch erscheinende Gestalten, die Schiechperchten, zum Beispiel den Habergoas, eine Mischung aus Pferd und Ziegenbock, ersteres ein Symbol Wodens, der Bock ein Tier des Thor. Die sogenannten Holzperchten schlagen besonders die Mädchen mit Haselzweigen, wohl eine Variante des “Quickens“, ein Fruchtbarkeitsritual. Auch die Hasel gehört zu Thor, der als Fruchtbarkeitsgott der Feind des Winters war: Im hohen Norden beteten die Menschen zu ihm, dass er die grimmigen Eisriesen mit seinem Hammer möglichst bald zerschmettert.  Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die schellenbehängten Schepperer oder Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. Wobei nicht nur der Lärm, sondern auch der Schwefeldampf des Schiesspulvers die üblen Geister vertreiben soll.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende) (längste Nacht des Jahres)
  • 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten)
  • 31. Dezember/1. Januar (Silvester)
  • 5./6. Januar (Epiphanias, Erscheinung des Herrn)

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt, obwohl hier der alte heidnische Bezug noch extrem deutlich ist:

“Der Thama mit’m Hamma”

Die Nacht vor Thomas (21. Dezember) ist eine der wichtigsten und eigenartigsten Losnächte. Er ist recht volkstümlich, der “Thama mit’m Hamma”. Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden, wetterbeherrschenden Gott der Germanen Thor/Donar, der mit seinem Hammer Mjölnir an die Wolken schlug und damit den Donner erzeugte. Der blutige Thamerl, wie er bei uns genannt wurde, war besonders als Kinderschreck gefürchtet.

Auch die seltsame Luzier: Hl. Lucia, am 13. Dezember gefeiert, gehört eigentlich noch zu den Raunachtsgestalten. Der 13. Dezember war früher ein wichtiger Tag für die traditionellen Feierlichkeiten der Sonnenwende, denn bis 1752 fand die Wintersonnenwende (z.B. in Schweden) an diesem Tag statt. Die Sichel der St.Lucia, als Symbol ihres Märtyrertums,  wird nun zum Drohwerkzeug für unartige Kinder, wie der Thorshammer des “Thamerl”. Diese Sichel kann man auch als Symbol des Saturn, als Herrn der Zeit und Schnitter Tod interpretieren, oder als Mondsichel der “Grossen Göttin”. Zur Deutung als Saturnsymbol kommen noch Janus und Terminus dazu, die in der Römerwelt für die räumlichen und zeitlichen Grenzen zuständig waren. Beide Gottheiten standen mit Saturn in Verbindung. Besser kommt Lucia in Schweden weg, hier wird ihr Gedenktag als Lichterfest gefeiert, vor allem für die Töchter der Familien ein Spass: Die älteste Tochter weckt weiss bekleidet, mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, morgens die Familie und serviert ihnen Frühstück bei Kerzenschein: Vor allem Safrangebäck, ein Symbol der Sonne. Diese süssen Kringel, auch als Lussekatter=Luciakatzen bezeichnet, können auch ein Hinweis auf aur nordische Göttin Freya sein, deren Himmelswagen ein Katzengespann zog. An diesem Tag wird das berühmte Lucia-Lied gesungen, das von der Wiederkehr des Lichtes handelt, auch ein Bezug zum alten Datum der Sonnwende.

Die Etymologie, also die sprachliche Wurzel,  des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Eine Möglichkeit stellt das mittelhochdeutsche Wort rûchhaarig‘ dar,  das es in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren heute noch gibt. Es würde sich dabei auf die mit Fell bekleidete Schmutz- oder Schiechperchten beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh. Wie zum Beispiel das Räuchern der Ställe mit dem Johannisbuschen des Sommers. Das würde aber auch die andere Herleitung des Wortes liefern: Rauch-Nacht, vom Haus-und Hof -Räucher-Ritual abgeleitet, das von der Bäuerin ausgeführt wird. Die alternative Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch, der auf der Sage beruht, dass entweder Thor oder Odin zu dieser Zeit die Gastfreundschaft der Menschen überprüfe, und je nach Ausübung oder Verweigerung belohne oder bestrafe. Wie auch Frau Holle im Märchen.

Die Rauhnächte als Quasi-Niemandszeit sind auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich mehr aus Spass und Geselligkeit – in Form des Bleigießens (das Metall Saturns, des Herrn der Grenzen und der Zeit)  bis heute weiter gepflegt. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Ein bisschen blitzt da noch das sprechendes Odinspferd, der achtbeinige Sleipnir, oder Fallada aus dem Märchen “Die Gänsemagd” durch.  Mancherorts dürfen sich die Tiere bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Heinzelmännchen, Laren und Manen lassen grüssen!

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die wilden Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Wohl eine Art Angst vor “Incubi” oder Besessenheit.  Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Beide galten als besonders anfällig für Hexerei, als Opfer und Täter. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.

Diese Tabus sind wohl der Dämonisierung des älteren Brauchtums durch die Christianisierung zuzuschreiben: Die Götter der alten Religion sind häufig die Teufel der neuen. Vor allem weil einige Yul- oder Raunachtsbräuche mit Fruchtbarkeit zu tun haben, oder auch mit Orakelbräuchen, die vielleicht mit dem Genuss von Pilzdrogen, wie der Amanita muscaria einhergingen: Das mochten die sittenstrengen Kirchenlehrer wohl gar nicht dulden.

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Wintersonnenwende – Mutternacht. Das Leben kehrt zurück.
Modranecht ©scrano 2015

Doch zurück zum Neuheidentum:

Auch in der teilweise auf keltischen Überlieferungen*** basierenden Wicca-Religion ist das Julfest eines der 8 Feste des Jahreskreises, an dem mit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des an Samhain gestorbenen gehörnten Gottes bzw. der Tod des Winter- oder Holly Kings (Winterhalbjahr) und dessen Ablösung durch den Oak King (Sommerhalbjahr) gefeiert wird. Holly (Ilex, Stechpalme) und Oak (Eichenlaub) stehen auf den britischen Inseln als Symbole für den Winter und Sommer. Das sieht man auch an den vielfältigen Darstellungen der sogenannten “Green Men”, welche die Vegetation oder Herne, den Geist des Waldes, einer Art Kreuzung aus Odin, Cernunnos und Jennerwein***, versinnbildlichen.

Die Nacht dieses Wechsels wird als in der Zeit gefrorener Moment begriffen: Die Welt hält einen Moment den Atem an. Im Kessel der “Grossen Mutter” wird das Licht neu geboren, aus dem “Dunklen Winterkönig” wird das Sonnenkind.  Dieses Symbol der zunehmenden Tageslänge ist das Versprechen auf einen neuen Sommer voller Licht und Wärme. Die Göttin beginnt einen neuen Zyklus im ewigen Kreislauf, wobei sie sich wieder zu ihrer “jungfräulichen” Form transformiert.  Auch hier spielt das Feuer, z.B. der Jul-Block (nicht Bock!) und das Räuchern im Ritual eine zentrale Rolle. Die traditionellen Weihnachtsfarben: Gold, Grün und Rot kommen ebenfalls zum Einsatz, sie repräsentieren Licht und Leben.

Zum Räuchern als Ausleitung des alten und Einleitung eines neuen Lebenskreislaufs werden Pflanzen mit Korrespondenzen zum Feuerelement oder der Sonne verwendet:

  • Zimt, Nelken, Weihrauch, Myrrhe aber auch Zedernholz und vor allem Lorbeer für den Gott in seiner Form als Sonnengott und Lichtgott Apollon oder Bel/Balder und Rosmarin für die Göttin in ihrer Repräsentation als Artemis/Brigid/Freya.
  • Der Lorbeer hat als heilige und heilende Pflanze eine lange Tradition: Schon die Orakelpriesterinnen in Delphi verwendeten ihn, wahrscheinlich schon in der Zeit der alten Erdgöttin Python, bevor Delphi zum Orakeltempel des Apollon wurde. Zu Heil- und Reinigungszwecken eingesetzt wurde Lorbeer  im Heiligtum des Asklepios und bei Ritualen zu Ehren der Göttin Ceres oder der keltischen Cerridwen. Der Rauch des Lorbeer hat eine erdhafte und eine sprirituelle Note.
  • Auch mit Salbei wurde und wird in der Zeit geräuchert, ein Brauch, der ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt. Nicht verwechseln mit “Sage” dem Steppenbeifuss der amerikanischen Ureinwohner.

Viele der anderen genannten Düfte sind uns bereits aus dem allgemeinen Weihnachtsbrauchtum vertraut. Sie wirken stimmungsaufhellend und vertreiben die Schatten des Winterblues. Es ist die Zeit der Neuanfänge und um die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Jetzt wird das Samenkorn für ein gutes neues Jahr gepflanzt. Wir können Bernstein oder Tigerauge als Glücksbringer verschenken, die sowohl die Sonne als auch den glücklichen Wechsel versinbildlichen.

In allen Traditionen, sei es nun historisch oder neuheidnisch, aber auch traditionell christlich wird in dieser Zeit gefeiert und die Hoffnung auf gute Zeiten ausgedrückt.

Häufig auch durch Geselligkeit bei gutem Essen:

  • Truthahn, Gans, reichhaltiges Gebäck wie Stollen und Früchtekuchen, Glühwein oder Punsch.
  • Und natürlich darf der sonnenhafte Met aus dem Honig des Sommers nicht fehlen, am Besten als Heissgetränk.

 

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***Die herrschende Vorstellung der kosmischen Eltern, einer Allmutter (der mondhaften Göttin) und eines solaren Jahresgottes (der Vegetation) ist relativ generisch. Viele Wicca haben ihr individuelles Götterpaar, wobei auf unterschiedliche Kulturen zurückgegriffen wird: Graeco-Romanische, Nordische, Keltische oder Slawische Traditionen, beispielsweise. Sogar eine christlich geprägte Variante mit Maria und Jesus als Mutter/Sohn Paar gibt es in den USA. Da Maria oft mit der Mondsichel abgebildet und Jesus als wiedererstehendes Licht gefeiert wird – für naturreligiöse Christen erscheint diese Tradition nicht abwegig.
  • “Alle Göttinnen und Götter sind eine Göttin und ein Gott”.
Somit handelt es sich beim Wicca um naturreligiös motivierten Pantheismus. Die Ritualistik hat allerdings deutliche Bezüge zum inselkeltischen Brauchtum, aber auch zum Freimaurertum und zu hermetischen Orden, wie “Golden Dawn”.
***Herne,the Hunter aus Shakespeares “Merry Wives of Windsor” hat wohl Wurzeln sowohl in einer historischen Figur, dem berüchtigten Wilderer Richard Horne, aber auch bei mythischen Gestalten wie Odin mit der Wilden Jagd. Er ähnelt damit Robin Hood, oder Figuren des Nibelungenliedes und der Artus-Sage. Odin als Waldgeist kennen wir im Märchen in der Gestalt des Rübezahl.
 

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Posted by on Dezember 19th, 2016 2 Comments

Wintersonnenwende, Lichterfest und brüderliche Tradition

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Vom Dunklen ins Licht!
Wendepunkt des Jahres: Wintersonne. ©scrano2015

Aus einer Zeichnung anlässlich des Winterjohanni, dem Lichterfest der Freimaurer. Diese besinnliche Feier zum Jahresausklang wird meist mit einer sogenannten weissen Arbeit begangen, an der auch Schwestern (die Gattinnnen der Brüder) und Gäste (Suchende, Freunde der Brüder) teilnehmen können. Sehr geehrte Anwesende, Liebe Schwestern, liebe Brüder, in meiner Zeichnung möchte ich mich mit  Gedanken zum Winterjohanni auseinadersetzen.

  • Treibt der Konsumwahnsinn in der Vorweihnachtzeit nicht seltsame Blüten?
  • In Geschäften werden Lebkuchen und Spekulatius schon ab Ende August angeboten.
  • Bis zum Heiligen Abend werden noch verzweifelt Geschenke gesucht, um nicht ohne ein kleines Mitbringsel bei den Verwandten und Bekannten das Fest feiern zu müssen.
  • Was vom Brauchtum übrig blieb – Hektik und oftmals Streit in der Familie.

Weder taugt dieses alljährliche Szenario, um eine der Jahreszeit entsprechende Stimmung  aufkommen zu lassen, noch um sich einer gewissen besinnlichen inneren Einkehr zu befleißigen – vom christlichen Fest der Liebe ganz zu schweigen. Lasst uns daher das Johannifest als einen Moment des Innehaltens in dem geschäftigen Treiben verstehen, der uns auch mit unserer Tradition verbindet: Denn Johannes der Evangelist, der dem Fest den Namen gegeben hat, war im Mittelalter noch fester Bestandteil des Liturgischen Kalenders und im Winter- und Weihnachtsbrauchtum verankert. Winterjohanni war eine volkstümliche Bezeichnung für den Gedenktag des Evangelisten Johannes (27. Dezember) im Gegensatz zum sommerlichen Johannistag (24. Juli), der Johannes dem Täufer gewidmet ist. Jahrhunderte lang stand der 27. Dezember im Kalender, als dritter von ursprünglich vier Weihnachtstagen. Im Volksmund wird er auch „Tag nach Weihnachten“ oder als „Tag zwischen den Jahren“ genannt. Erst im 19. Jahrhundert fiel der Gedenktag des Evangelisten Johannes preußischen Sparmassnahmen zum Opfer. Mit diesem Tag verbunden sind zahlreiche Bräuche, deren Ursprünge zum Teil in den alten kirchlichen Johanneslegenden zu suchen sind, vielfach aber älteren, nichtkirchlichen Traditionen entstammen. Der Evangelist gehört zu zahlreichen Weinheiligen und Schutzpatronen der Winzer, was seinen Namenstag vor allem in Weinbaugegenden zum Festtag werden ließ. Der frommen Legende nach, soll der heilige Johannes einst ohne Schaden zu nehmen, einen Becher mit vergiftetem Wein ausgetrunken haben, um durch diese Tat einen heidnischen Priester zu bekehren. Zu diesen Bräuchen gehört auch die Segnung bzw. Weihe des so genannten Johannesweins und das Trinken der so genannten Johannesminne oder Johanneslieb – wie der Trunk ursprünglich genannt wurde. Dieser Wein entstammte meist einer frommen Stiftung und wurde vom Ortsgeistlichen nach der Messfeier verteilt. Er stellte eine Geste der frommen Nächstenliebe dar. Den für den Hausgebrauch bestimmten Johanneswein brachte man mit, um ihn in der Kirche weihen zu lassen. Nach der Rückkehr, kredenzte der Familienvater allen Familienmitgliedern bis hin zum Neugeborenen einen Schluck, der gut für die Gesundheit sein sollte. Johannes war aber nicht nur Freund der Weinseligen, sondern auch Patron der Bildhauer, Maler, Buchdrucker, Schriftsteller, Notare und Theologen; unter seinem Schutz stand die Freundschaft; er half gegen Vergiftungen, Brandwunden und Epilepsie. Den Bezug der beiden Schutzheiligen zum Sonnenkalender macht die folgende Bauernregel klar: „Hat der Evangelist Johannes Eis, / dann macht es uns der Täufer heiß“. grr333Daß beide Johannes bereits eine Verbindung zur mittelalterlichen Bauhütten- tradition ausweisen, war wohl einer der Gründe die beiden Eckfeste des Maurerjahres, das Rosenfest im Sommer, das Lichterfest im Winter, nach ihnen zu benennen. Eine andere Motivation bestand, wie schon in der Vorrede angesprochen, in den Kalenderdaten der Ehrentage der beiden Schutzheiligen an den Sonnwenden. Sowohl die ursprüngliche heidnische, als auch die neue christliche Tradition, feiern an diesen Tagen die Ankündigung der Wiederkehr des Lichts, entweder direkt als Sonne, oder im übertragenen Sinn der Geburt des Göttlichen. So fiel der Geburtstag von Mithras, des göttlichen Helden eines persischen Mysterienkults und Bezwinger des Chaos und der Finsternis, des Sol invictus des altrömischen Kaiserkults, aber auch der von Jesus Christus, der in antiker Zeit oft noch als Helios/Apollon dargestellt wurde, in diese magische Zeit. Germanen und Kelten feierten die Geburt des Sonnenkindes in der sogenannten Mutternacht, dem Yul-Fest. Die freimaurerische Bruderschaft sieht sich in der Tradition der Lichtsucher der antiken Mysterienbünde. Die deutliche sichtbare Sonnensymbolik in ihrem Brauchtum veranlasste bereits den Aufklärer und Humanisten Thomas Paine im 18. Jhd. zu seinem Essay „The Origins of Freemasonry“, das die Ursprünge des Freimaurertums beim Sonnenkult der Druiden der britischen Inseln verankerte. Diese Lichtsymbolik vor allem als Verbildlichung des Erlebnisses der Wiedergeburt, als Erleuchtung und als Überwindung der Unerbittlichkeit der Zeit bildet allerdings ein Fundament aller Mysterienbünde. Sie alle sind Lichtkulte. Der Dualismus von Licht und Finsternis, Gut und Böse, Leben und Tod macht dem Menschen am meisten zu schaffen, erfüllt das ganze menschliche Dasein. Diesen Widerspruch aufzulösen und damit das quälendste Lebensrätsel zu beantworten steht im Zentrum eines jeden Mysterienbundes. Tod und die Geburt des Lichtes werden zugleich gefeiert. Die Brüder Freimaurer suchen die Vereinigung der Gegensätze, die Befreundung des Feindlichen. Wie im Symbol des Ouroboros (einer Schlange, die ihren Schwanz verschlingt) oder dem taoistischen Yin/Yang dargstellt, sind Licht und Finsternis eins! Ohne Tod kein Leben, ohne Dunkelheit kein Licht. Durch die gesamte Mysteriensymbolik zieht sich das Bestreben, diese dem Verstand schwer zugängliche Vorstellung bildlich zu verwirklichen und dem Menschen erlebbar und erfahrbar zu machen. Kampf und Vermählung von Licht und Finsternis, von Leben und Tod künden die Symbole. Die mit dem Lichtkult zusammenhängende Gestirnsymbolik findet man auch in der Verehrung des Ostens, dies lässt ihn zum erhabensten Teil des Mysterientempels werden. Nach Osten wenden sich die Blicke des Adepten, in den “ewigen Osten” geht der verstorbene Freimaurer ein. Licht, Liebe und Leben, für die auch die drei Rosen des Sommerjohannifestes stehen, hatte sich schon unser Br. Johann Gottfried Herder zusammen mit dem erwähnten Oroboros, dem ägyptischen Symbol für Unendlichkeit und Wiedergeburt, als Wappen- und Grabspruch erwählt. Dieser Spruch ist eine Zusammenfassung von Themen aus dem Johannesevangelium (Johannes-Evangelium Kapitel 8, Vers 12, Erster Johannesbrief 2,10; 4,16), womit wir wieder bei unserem Schutzpatron angekommen wären. Liebe Schwestern, liebe Brüder, seht unser Winterjohannifest als beschauliche Oase inmitten des auf Äusserlichkeit bedachten Weihnachtstrubels an, das ein wenig innere Freude und Wärme vermitteln soll, wie sie auch die wiederkehrende Sonne verspricht. Jetzt noch ein Wort an alle Schwestern: Nicht zuletzt und ganz besonders ist dies auch Euer Fest. Wir wollen Euch hier dafür danken, dass Ihr uns über das Jahr fast jeden Montag entbehren müsstet. Eine grosse Freude ist es auch immer mit anzusehen, mit welchem Elan Ihr unsere gemeinsamen Feiern gestaltet. Auch den hier erschienenen Gästen möchte ich für Interesse an unserer Bruderschaft danken und hoffe dass Sie unser Lichterfest als bereicherndes Erlebnis in Erinnerung behalten.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein erbauliches Winterjohanni !

 McKimSC

Posted by on Dezember 16th, 2016 Kommentare deaktiviert

Das Wasserelement – Yin, Westen, Emotion

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Das Wasser-Element: Beherrschende Kraft unseres Planeten.
Ocean Born ©scrano 2013

Korrespondenzen des Wasserelements:

Zeichen:

  • Fische: mutabelNeptun, Jupiter in seinem Nachthaus
  • Krebs: kardinalMond/Luna
  • Skorpion: fixPluto, Mars im Nachthaus

Tarot: Kelche

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Blau, violettblau, grausilbern, seegrün

Alchemie:

Nach unten zeigendes DreieckWater

Elemental:

  • Undinen,
  • Westen,
  • Gabriel
  • Zephyros

Tage:

  • Montag – Luna

Pflanzen:

  •  Gardenie, Lilie, Jasmin, Mohn, Kakteen und Sukkulenten (mit, Mars, Saturn), Kürbisgewächse, Algen

Signatur:

Nachtblüher, fleischig, wasserliebend, Sumpf-Gewächse, weisse oder zartblaue Blüten, beruhigend, schwerer Duft, kühlend, schmerzlindernd, Frauenkräuter (mit Venus), Milchsaft.

Öle:

  • Kampher,
  • Jasmin,
  • Anis.
  • weisses Sandelholz
  • Myrte

Tiere:

  • alle Wasserlebewesen, Mollusken (Schnecke), Amphibien, nachtaktive Tiere.

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Dem Wasser, zu dem die Yin Variante “Passive Bewegung” passt ist in jedem Elementesystem die weibliche Urkraft zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie vom Mond regiert, wie die realen Wasservorräte der Erde auch. Allen Wasserzeichen haftet diese Mondhaftigkeit an, sogar dem Skorpion, dem in der klassischen Astrologie der Mars in seinem Nachthaus zugeordnet war. Allerdings muss man wissen, dass Ares/Mars quasi eine weibliche Seite hat, er ist fleischgewordener Zorn einer verschmähten Frau. Von Hera, des Göttervaters Gattin. wurde er ohne männliches Zutun in die Welt gesetzt, gänzlich aus ihr selbst heraus.  Wie Athena Pathenos von Zeus, der brauchte aber noch eine Göttin dafür: Die personifizierte Weisheit, Metis. Erst dann gab es die berühmte Kopfgeburt, welche seine Gattin so erboste. Hera ist aber die Verkörperung der Saturn/Mond Achse des Zodiak, daher hat ihr Sprössling auch mondhaft-kindliche Züge: Ein ewig dreijähriges Riesenbaby, das schmollt und trotzt. Die Emotion ist die Kraft und die Krux der Wasserzeichen, ihr Element fliesst aus der Seelenschale des Mond-Symbols.

Element-Zustände des Wasser-Trigons:

  • Krebs: Fliessendes Wasser, hervorsprudelnd, Quelle
  • Skorpion: Stehendes Gewässer, Eis
  • Fische: Fein verteiltes Wasser ohne Grenze: Nebel, Wolke mit Luft, Dampf mit Feuer, Sumpf mit Erde. Der alles umfassende Weltozean.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos ausgerichtet. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Zu den verschiedenen Persönlichkeitsmodellen: HIER eine schnelle Übersicht – allerdings in englischer Sprache.

 

Posted by on November 19th, 2016 Kommentare deaktiviert

Aussichten im November: A Traveller From The West …

To The West

Ein Reisender aus dem Okzident, auf dem Weg in den Orient um das Licht zu sehen
Steinmetzarbeit der Natur: Felstor auf der Presqu’ile Quiberon, Bretagne.
©beast666

In der mittelalterlichen Welt der operativen Steinmetz-Zunft mussten die Kathedralenbauer oft den Arbeitsort wechseln, sie zogen von einer Kirchenbaustelle  zur nächsten. Daher besassen sie das Recht,  FREI zu reisen, was in dieser Zeit nicht selbstverständlich war, und einen Degen zu führen (die Zeiten waren gefährlich). Bereits die Gesellen sollten, ja mussten an unterschiedlichen Orten ihre Tätigkeit ausüben, (die Gesellen-Walz gibt es heute noch) um ihre Kenntnisse zu erweitern. Besonders aber die Bauhüttenmeister, heute würde man sagen Architekten, als sehr erfahrene und gefragte Männer legten oft grosse Distanzen zurück, sie kamen wohl in ganz Europa herum.  Für diese Meister bestand auch innerhalb der Zunft keine Beschränkung in der Wahl ihres Arbeitsortes, ihrer Loge (Lodge=Bauhütte). Daher war es für einen Steinmetzmeister ein Kennzeichen seines Ranges, weitgereist, sozusagen welterfahren zu sein. Auf Grund der wechselnden Zusammensetzung der Bauhüttenmannschaft musste man Vorkehrungen  innerhalb der Steinmetzenbruderschaft gegen Hochstapler und Industriespionage treffen, dies war der Ursprung von Passwort, Zeichen und Griff, sowie der Bürgschaft. Letztere durfte nur ein in der betreffenden Bauhütte bereits wohlbekannter Zunftgenosse ausüben.

Dieses Reisen wurde in der spekulativen Maurerei des ausgehenden 16. Jhd. übernommen und im übertragenen Sinne als Lebensreise zu mehr Weisheit und Erleuchtung umgewertet. Auch das reale Reisen, in Form des Besuchs anderer Logen wird praktiziert. Der Geselle muss drei Reisen nachweisen, um erhoben werden zu können, allerdings kann er sich noch nicht allein auf den Weg machen. Hier ist es meist der Bürge, den es auch in der modernen Bruderschaft gibt, der dem Gesellen zum Einlass in die fremde Loge verhilft. Ein Freimaurer-Meister dagegen darf unbegleitet zwischen den Logen reisen, als besuchender Bruder ist er überall willkommen. Das findet sich auch im Symbol der Weltbruderkette.

In der Philosophie des Freimaurertums ist ein Meister immer ein Reisender von West nach Ost, ganz gemäss dem Sonnenlauf. So wie im alten Ägypten der Sonnengott Ra auf der unterirdischen Barke während der Nacht dem Horizont entgegenfährt, um wieder aufzusteigen, strebt auch der Freimaurer dem hellen Schein im Osten zu.  Wie bei den antiken Mysterien ist die Suche nach dem Licht (der Aufklärung, dem höheren Wissen) auch das zentrale Thema der Freimaurerwerklehre.

 “If I were to say to you that, “I am a stranger traveling from the East,
seeking that which is lost”…
Then I would reply that, “I am a stranger traveling from the West,

it is I whom you seek.”"

Zitat aus dem Film “The Mummy Returns“, interessant, aus welchen Quellen die Autoren so schöpfen … In Rudyard Kiplings “The Man Who Would Be King” gibt es eine ähnliche Textstelle. Kipling war ein bekannter Freimaurer.

Das eindrucksvolle Felsen-Tor ist eines der Highlights der sogenannten wilden Küste (cote sauvage) auf der Halbinsel Quiberon an der südlichen Küste der Bretagne. Die Westseite der Halbinsel bietet eine Panorama-Tour, die man  in einer etwa 3 stündigen Wanderung entlang der spektakulär zerklüfteten Steilklippen ohne grosse Kletterei bewältigen kann. Wichtig: Genug zu trinken mitnehmen, wenn man in der Sommerhitze unterwegs ist. Bei stürmischem Wetter lässt sich etwas von der vollen Gewalt des Atlantiks  sprüren, wenn man nicht weggeweht wird … Es gibt auf halber Strecke ein Restaurant mit Spezialisierung auf frische Meeresfrüchte (was auch sonst, sie sind aber echt gut). Endstation der Route ist der Fischerort Port Maria, Ausgangspunkt einer der Wanderparkplätze an der Küstenstrasse. Das Felsen-Tor liegt am oberen Ende der Halbinsel, die durch eine Art Damm mit dem Festland verbunden ist. Weitere Sehenswürdigkeiten: Leuchtturm von Port Haliguen, Menhire und Dolmen in der Dünen- und Heidelandschaft, Museum von Quiberon. Vom Haupthafen von Quiberon, Port Maria starten Fähren, die die vorgelagerten Inseln Belle-Île, Île d’Houat (Enteninsel) und Île d’Hœdic (kleine Ente) anlaufen. Der Osthafen Port Haliguen ist im Sommer Ausgangspunkt für Ausflugsboote zu Touren durch den Golf von Morbihan (kleines Meer). Man kann z.B. nach Gavrinis, der Insel mit dem grössten neolithischen Cairn*** der Bretagne übersetzen. Diese komplexen Grabanlagen waren auch in Ost-West Richtung angelegt, mit Meerblick, wenn möglich. Ein anderer grösserer Cairn liegt in der Bucht von Morlaix, nahe Barnenez, er wartet  auch mit einem kleinen Museum auf.

Cairn von Barnenez, Grabkammer.©beast666

Cairn von Barnenez, Grabkammer.
©beast666

***Ein Cairn ist eine Anlage aus mehreren Dolmen, die mit einer Anhäufung von Bruchsteinen bedeckt wurde.

Museum am Cairn von Barnenez

Museum am Cairn von Barnenez.
©beast666 2007

 

Posted by on November 18th, 2016 Kommentare deaktiviert