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Wintermythen: Boreas, der listige Nordwind

Nordwind

Nordwind, der Unruhestifter bringt Dinge ins Rollen.
Boreas nach Waterhouse ©scrano 2013

…. aus dem Film “Chocolat.”

Ein Mandala mit Elementen des Gemäldes: “Boreas” von J.W.Waterhouse. Dargestellt ist die Nymphe Oreithyia, wie sie von Boreas, dem Nordwind entführt wird. Ein Motiv, das auch Gegenstand  von vielen schmückenden Bildszenen auf attischen Vasen ist.

Boreas (gr. Βορέας Boréas „der Nördliche“) stellte in der griechischen Mythologie die Personifikation des winterlichen Nordwinds dar. Er war der Sohn des Titanen Astraios und der Göttin Eos und wurde zusammen mit seinen Brüdern Euros (Ostwind), Notos (Südwind) und Zephyros (Westwind) verehrt. Er galt als rauer, unberechenbarer Geselle. Der Herr der  plötzlichen Ereignisse und Veränderungen. Darin gleicht er dem astrologischen Uranus.

Die Verehrung der vier Winde ist typisch für die Reiternomaden der Steppe und Seefahrervölker. Boreas raubte die Nymphe Oreithyia, Tochter des Erechtheus, eines mythischen Königs von Attika. Als die Nymphe am Ufer des Ilisos tanzte, hüllte er sie in eine Wolke und entschwebte mit ihr durch die Lüfte in seine Heimat Thrakien. Die Griechen nahmen an, dass Boreas dort lebte, weil er in diesem Landstrich gleichermaßen verehrt wurde. Herodot und Plinius beschreiben beide das  mythische Land Hyperborea („jenseits des Nordwinds“), in dem die Menschen bis ins hohe Alter in vollständigem Glück leben. Man glaubte, im Winter würde der Sonnengott Apollon sich dorthin zurückziehen, um erneut Kräfte zu sammeln. Eine eher unglückliche Rolle spielte Hyperborea in der Vorstellung der Nazis, die darin das sagenhafte Herkunftsland einer uralten Superrasse, der Arier, vermuteten. Die stammen aber nun mal aus dem Grenzgebiet zwischen Indien und Persien. Den falschen und pseudohistorischen Bezug zwischen Ariern und Hyperborea schuf H.P.Blavatsky mit ihrer Theorie von den sieben Wurzelrassen, die aber eher metaphorisch und mythologisch als wörtlich zu verstehen ist. Eine humorvollere Betrachtung des Nordwinds liefert folgendes Gedicht:

 

Boreas und Alekto

Als einst Fürst Boreas, der Popanz der Natur
Auf einen Staatsbesuch zum Vetter Pluto fuhr,
Verdarb sein freier Hauch Alekten
Von ungefähr die hydrische Frisur.
Das war ein Lärm! Die falben Schlangen blökten,
Mit grässlichem Gezisch den armen Windgott an.
Verzeihen Sie, Madam, rief er, was ich getan,
War ein Versehn. Mit höllevollem Blicke
Speit ihm die Furie standsmäßig ins Gesicht;
Allein ihr Speichel traf ihn nicht.
Er spritzte wie ein Tau auf ihr Gesicht zurücke,
Und gab ihm schnell die schwarzgesprengte Haut,
Vor welcher selbst dem Orkus graut.

Gottlieb Konrad Pfeffel

Die hier genannte Alekto ist eine der drei Erinnyen oder Furien: Megara, Tisiphone, Alekto. Diese enstanden bei der Entmannung des Uranos aus seinem Blut. Der listige, unstete Nordwind spielt auch eine Rolle in der romantischen Komödie “Chocolat” mit Johnny Depp und Juliette Binoche. In diesem Film-Märchen, das von den beiden Archetypen, Uranus und Pluto (der Vetter aus dem Spottgedicht) geprägt wird, ist er die Verkörperung der Uranus-oder Wassermann-typischen Rastlosigkeit. Der Nordwind oder Uranus bringt die äusseren Umbrüche und das Verlangen nach stetiger Neuerung, Pluto die inneren, auch schmerzlichen Transformationen, denen die Charaktere unterworfen sind. Erst Letztere sind entscheidend für eine Reifung und ein sinnerfülltes Leben, ohne ständigen Zwang zum fluchtartigen Aufbruch zu neuen, vermeintlich besseren Ufern. Auch dass der Nordwind mit der schamanischen Urgrossmutter der Protagonistin in Verbindung steht ist interessant: Die Himmelsrichtung Norden wird in der Elementarmagie mit der Welt der Ahnengeister und der Mutter Erde, den Planeten Pluto und Saturn assoziiert. Saturn gilt in der klassischen Astrologie als der Gegenpol zum solaren Prinzip des Ego, in der modernen Auffassung unter Einbeziehung der Trans-Saturnier ist dies wiederum Uranus.

 

 

Posted by on Januar 14th, 2017 Kommentare deaktiviert

Winterblues ade … noch ein Paar “goldene” Rezepte vor und nach dem Christkind …

Felder und Wissen im November

Felder und Wiesen Ende November

Obwohl im November ein  paar Tage uns wieder freundlicheres Wetter beschert haben, jetzt wird es langsam Zeit sich  gegen den Winter-Blues zu wappnen …. Grusel-Wetter mit Stürmen a’ la “Wuthering Heights” haben wir ja gerade hinter uns gebracht. Jetzt ist Wetterberuhigung angesagt: Da kann man bei den noch milden Temperaturen eine Stippvisite auf den jetzt geöffneten Advents-und Weihnachtsmärkten machen.  Allerdings überwiegt das Grau, trotz fehlendem Niederschlag.

Also ein paar Gegenmittel, ausser einem schönen, prasselnden Feuer im Kamin und einer Ausgabe von E.A.Poes’s “Tales of Mystery And Imagination***” samt passender Musik von The Alan Parsons Project. Oder Emily Bronte’s “Sturmhöhe”.

Die Wikinger ehrten ihre gefallenen Krieger am 11. Vollmond des Jahres, im Monat November, den sie Nebelung nannten. Anfangs Dezember ersehnten sie bereits das Wiedererstehen der Sonne in der Modranecht (21.12. – Mutternacht, wenn die Erdmutter ihr leuchtendes Kind wierder in die Welt bringt). Bei den nächtlichen Feiern zu diesen Anlässen war zweifelsohne eine Menge heisser Met im Spiel, samt Höllenkater am nächsten Morgen. Das wollen wir vermeiden:

Birkengold - aus ihrem Saft wird im Frühling ein belebendes Elixir hergestellt.

Birkengold – aus ihrem Saft wird im Frühling ein belebendes Elixir hergestellt.

Apfelpunsch ohne Alkohol:

  • 1l “Kernles-Tee”
  • 1l Bio-Apfelsaft
  • 1 kleine Zimtstange
  • 1 Sternanis
  • Brauner Kandis, am hübschesten als Kandis-Stänglis

Kernles-Tee aus Hagebiutten-Kernen zubreiten: 2 El Kernchen 10 min in kochendem Wasser simmern lassen, durchsieben. Bio-Apfelsaft und Gewürze zugeben, nur noch leicht erhitzen, 5 min ziehen lassen. Kandisstängli in feuerfeste Gläser geben, Punsch auffüllen.

  • Kernles-Tee riecht wunderbar nach Vanille und ist in Süddeutschland ein beliebter Haustee.

Apfelmus mit Ingwer

  • je 1 kg säuerliche und süsssäuerliche, feste Äpfel (Boskop, Braeburn, Gewürzluiken, Sternrenette)
  • 1l Apfelsaft
  • 1 El Ingwerpulver oder 1 Stück Ingwerknolle, frisch
  • 1/2 Tl Zimt
  • 2 Beutel echter Vanille-Zucker

Äpfel schälen und in grobe Stücke schneiden. Mit Apfelssaft in einen sehr grossen Topf geben, Gewürze zufügen. Bei starker Hitze aufkochen, dann bei geringer Wärmezufuhr ziehen lassen, bis die Äpfel weich sind. Mit einem Kochlöffel durchrühren, dabei zerfallen die Stücke, jetzt den Vanillezucker dazugeben. Mit etwas Mascobado-Zucker bestreut servieren. schmeckt kalt und warm, lässt sich prima einfrieren.

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  • 6 cl Holderblütensirup
  • 4 cl Cachaca
  • 200 ml heisses Wasser

In einem hitzefesten Glass verrühren, mit Minze-oder Melissenblättern servieren. Gegen Erkältungen.

November Freude, 4 Portionen:

  • 1 Liter Apfelsaft
  • 3 Orangen
  • 2 Zitronen
  • 4 Esslöffel Honig (oder Maple Syrup)
  • 1 Stück einer Zimtstange

Alle Früchte Bio-Qualität, vor allem ohne gewachste Schale.  Die Haut der Zitrusfrüchte in Spiralen schälen, weisse Anteile vermeiden.  Apfelsaft mit dem ausgepressten Orangen-und Zitronensaft erhitzen, Zimtstange hinzugeben, ziehen lassen. Nicht kochen! Honig oder Sirup unterrühren und in feuerfesten Gläsern mit den Zitrusspiralen servieren. Statt Apfelsaft kann man auch Cidre verwenden oder Most. Dann ist Der Trank allerdings nicht mehr “kindersicher”.

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Winterstimmung ©scrano

Karottensuppe 4 Portionen:

  • 5 grosse Karotten
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 mittlere Tomaten
  • 2 säuerliche Äpfel
  • 100 ml süsse Sahne
  • 150 ml geschlagene Sahne
  • 500 ml Apfelsaft
  • 500 ml Wasser
  • 2 cl Zitronensaft
  • Gemüsebrühe-Pulver
  • Ingwer, Pfeffer, Coriander, Muskat
  • geschälte Sonnenblumenkerne
  • Croutons

Alle Zutaten Bio-Qualität, da Gemüse und Früchte mit Schale verwendet werden. Karotten, Zwiebel, Äpfel waschen, putzen und kleinschneiden. Mit Apfelsaft, Wasser und Zitronensaft in einem grösseren Topf geben, Gemüsebrühe dazu und alles weich kochen. Mit einem Mixstab pürieren. Vorher den Topf von der Kochstelle nehmen! Würzen, noch einmal aufwallen lassen und vom Herd nehmen. Kurz ziehen lassen, dann flüssige Sahne dazugeben, unterrühren. Sonnenblumenkerne mit Croutons in einer Pfanne leicht anrösten. Geschlagene Sahne in vier Teller verteilen, heisse Suppe darübergeben, mit einer Gabel ein Spiral-Muster erzeugen. Mit dem Kerne- und Croutonmix servieren.

Allen diesen Rezepten ist eine goldene oder orange Farbe zu eigen, welche die Laune verbessert. Die verwendeteten Gewürze, Muskat, Ingwer, Koriander und Zimt haben neben der wärmenden auch eine stimmungsaufhellende Wirkung. Holunderblütensirup hilft gegen Erkältungen.

Auch nicht schlecht:

Bratäpfel mit goldener Marzipanfüllung

  • 4 grosse säuerliche Äpfel (roter Boskop oder Ontario)
  • 100g Marzipanrohmasse
  • 6-8 cl Rum
  • einige Spritzer Rosenwasser oder Orangenblütenessenz
  • 1 Messerspitze Safranpulver
  • 50g Rosinen
  • Zitronensaft
  • Butterflöckchen

Zubereitung: Bratapfelbräter mit Teelicht verwenden (dauert) oder Backrohr auf 160°C Umluft aufheizen und Äpfel in feuerfeste Keramiktöpfchen geben.

Rosinen in Rum einweichen, 30 min ziehen lassen. Marzipanrohmasse mit Rosenwasser oder Orangenblütenessenz und dem Safran verkneten. Äpfel waschen, Kernhaus ausstechen, Zitronensaft aufträufeln, gegen Bräunung. Mischung aus Rumrosinen und Marzipan einfüllen. Auf Butterflöckchen in die Förmchen geben. Ein Butterflöckchen obenauf setzen und im Rohr ca 20 min garen. Beim Bräter am Tisch verrät der Duft und die aufplatzende Schale, ob sie fertig sind. Pur oder mit Vanillesauce (Bio, zum kochen, kein Instant) geniessen.

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Bischofsmützenkürbis.

Und da bestimmt noch Kürbisse von Halloween übrig sind: Asia-Hühnersuppe mit Japan- Kürbis

  • 2-3 Hühnerbrustfilets
  • 1 Hokkaido-Kürbis
  • 1 kleine Knolle Ingwer, fein geraspelt
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 700 ml Gemüse-Brühe (Wasser + Instant)
  • 400 ml Kokosmilch (1 Dose)
  • 5 San Marzano-Tomaten gehäutet, oder Dosenware, klein gewürfelt
  • 3 El rote Thai-Curry-Paste
  • Zitronensaft und Zitronengras (aus dem Glas)
  • Ahornsirup oder Agavensirup

Zubereitung (4 Portionen)
Hühnerfleisch grob würfeln mit Salz , Zitronensaft, Sirup+Zitronenegras und Pfeffer  ziehen lassen.
Unterdessen den Kürbis halbieren – Kerne+”Gewölle” entfernen und in Würfel schneiden. Kürbiswürfel, Zwiebel, Ingwer mit 1 El Öl anschwitzen, Wasser und Gemüsebrühe zugeben, zusammen ca. 20 Minuten kochen lassen. Mit einem Mixstab fein pürieren, Hühnerfleisch und Tomaten zugeben, garen und schliesslich die Kokosmilch zusammen mit der Currypaste einrühren. Mit Ahornsirup abschmecken.

  • Kürbisse lagern bis zu sechs Monaten an kühlen, dunklen Plätzen. Daher sind sie ein wunderbares Winter-Gemüse.
Goldfellschüppling oder honig-gelber Hallimasch?©beast666

Doch noch etwas November-Gold:
Goldfellschüppling oder honiggelber Hallimasch?
©beast666

Beide Pilzarten wurden früher gegessen, allerdings sind sie wohl leicht giftig, oder führen zumindest zu heftigen Verdaungsstörungen. Das versucht man mit Abkochen zu verhindern, da aber die Giftigkeit vom Standort abgängt und die Empfindlichkeit auch individuell ausgeprägt sein kann, sollte man auf derartige “Genüsse” verzichten. In früheren Zeiten galten sie wohl deswegen als “Speisepilze”, weil sie auch im Spätherbst noch sammelbar waren.

Der Hallimasch gehört zu den grössten Lebenwesen überhaupt: Ein in Oregon untersuchtes Mycel wurde auf ein Alter von 2500 Jahren geschätzt und erreicht eine Ausdehnung von neun Quadratkilometern!

Mystery And Magick … E.A. Poe

Dunkler Zauber … E.A. Poe’s Geschichten sind voll davon.

*** Tales of Mystery And Imagination, eine Zusammenstellung von Gedichten und Kurzgeschichten von E.A.Poe.

  1. A Dream Within a Dream
  2. The Raven
  3. The Tell-Tale Heart
  4. The Cask of Amontillado
  5. (The System of) Doctor Tarr and Professor Fether
  6. The Fall of the House of Usher
  7. Das Pendel des Todes
  8. Leonore

Viele der Werke wurden bereits verfilmt, z.B. von den britischen Hammer Studios in den 1960iger Jahren, die ersten sechs wurden von Alan Parsons Project vertont. Nummer 5 wurde unlängst unter dem Titel “Stonehearst Asylum” in die Kinos gebracht. Vom Pendel des Todes gibt es sogar eine Version in der  MacGyver – Episode “Die Legende der heiligen Rose”. Ein echter Cliffhanger!

Die Doppelfolge, in der Mac zusammen mit einer Archäologin der Spuren des Heiliigen Grals folgt, ist auch interessant, weil sie femininie Spiritualität und egalitäre, friedliche  Gesellschaftsformen thematisiert. Die Idee zu diesem Skript stammt aus dem Buch “The Chalice and The Blade: Our History, Our Future” von Riane Eisler aus dem Jahr 1987.

 

Posted by on November 25th, 2016 Kommentare deaktiviert

A Walk in The Park … Schwetzingen im Spätherbst

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Apollon’s Sonne wird jetzt immer schwächer.

Der letzte Parkbesuch in diesem Jahr um die freimaurerischen und rosenkreuzerischen Schöpfungen der Gartenarchitekten zu bewundern.

Während im blattlosen Zustand im Frühling, zur Zeit der Kirschblüte etwa, besonders die architektonischen Elemente in den Vordergrund treten, bewundert man  im Sommer und jetzt im Herbst die gekonnte Gestaltung des Ensembles in Verbindung mit den Pflanzen.

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Formaler Garten mit Arkaden und mythologischen Figuren

 

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Gartenmoschee mit herstbtlicher Umrahmung

 

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Zeitreise in goldenen Farben

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Geheimnisvolles Wasserschloss: Tempel des Poseidon

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Herbst-Reflektion

Alle Fotos ©beast666

Unter Umständen werden wir Ende November noch einmal herkommen, wenn es stimmungsvoll-schaurige Nebelfetzen gibt …

Letztes Jahr hat mir die spätherbstliche Park-Szenerie den Hintergrund für mein “Victorian Gothic” Bild Nightflowers geliefert.

Jetzt bietet der Schlosspark für viele Hochzeitspaare den stilvollen Rahmen für ihre Foto-Shootings. Manche feiern vielleicht auch gleich im Zirkelbau des Schlosses. Desöfteren kommen wohl auch LARP-Gruppen in sehr schöner zeitgenössischer Kostümierung in den Schlossgarten,  wenn man freundlich fragt, darf man den einen oder anderen dieser Geschichts-Enthusiasten vielleicht ablichten?

Weitere Infos über den Schlosspark und weitere Veranstaltungen gibt es bei Ambrosia.

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©kmygraphic

 

 

Posted by on November 15th, 2016 Kommentare deaktiviert

Spätherbst: Sleeping Sun

Der Herbst, der Weg in die dunkle Zeit ?

November Sonne

Novembersonne ©scrano 2013

Eigentlich hatten wir uns darauf gefreut, einige letzte Sonnentage im sogenannten “Goldenen Oktober zu geniessen. Leider ist die Farbenpracht eines malerisch-bunten Herbstes dieses Jahr fast nahezu ausgeblieben. Statt dessen lässt sich der Winter schon sehr früh spüren:  Nun zieht schon in den Morgenstunden dichter Nebel auf, der nur langsam, wenn überhaupt, durch die Kraft der Sonne vertrieben wird. Oft hängt der Himmel bereits den ganzen Tag bleischwer über uns, sogar Schneeflocken sind bereits heftig unterwegs. Jetzt im November sorgen sie aber eher für schmuddelige Matscherlebnisse als dass sie Kinderaugen zum Leuchten brächten. Morgens, nach dem Aufstehen ist es noch lange dunkel. Wir Menschen brauchen immer etwas Zeit, um uns an diese Jahreszeit zu gewöhnen. Besonders der Monat November ist gefürchtet. Das Graugelb und Braun der absterbenden Vegetation nach dem Farbenrausch des Oktoberlaubs wirkt besonders deprimierend. Dadurch erhöht sich noch der Eindruck von Tristesse. Es beschleicht einen die Vorahnung von Dunkelheit und Vergänglichkeit. Mancher flüchtet noch schnell in den Süden, um sich dort ein paar  Extra-Tage in der Sonne zu gönnen. Bevor der Winter endgültig kommt.

  • Warum ist unsere Stimmung so abhängig von Sonnenschein und Licht im Allgemeinen ?

Ich möchte Euch nicht mit den physikalischen Einzelheiten elektromagnetischer Strahlung, das ist Licht letztlich, quälen. Dennoch verstehen wir unter dem Licht, nicht nur das für uns sichtbare Licht, sondern auch die anderen Lichtbereiche wie das Infrarot-Licht, das uns die Wärme gibt und das UV-Licht, das uns bei vernünftigem Gebrauch eine gesunde Bräune verleiht und für Pflanzen so lebensnotwendig ist. Bienen orientieren sich nach dem Polarisationsvektor des Lichts und können sogar dessen UV Anteile sehen. So manche Blüte sieht dann aus wie eine Nektartankstelle im “Las Vegas Look”. Das Sonnenlicht regt unsere Haut an, das notwendige Vitamin-D zu produzieren, welches einen Grundbaustein für viele Hormone darstellt. Durch die Einwirkung des Sonnenlichts kommt es auch dazu, das unsere Glückshormone, z.B. Serotonin gebildet werden. Nur mit ihnen fühlen wir uns wohl und sind aktiv. Gerade in den dunklen Herbst- und Wintermonaten führt der Lichtmangel zur sogenannten Winterdepression. Durch “Lichtduschen”, also künstliches UVA- und UVB- Licht, das auch bei Solarien Anwendung findet, oder mit Hilfe einer Sonnenspektrums-Leseleuchte  kann dieser Effekt vermindert werden und sich die Stimmung heben.

Genügend Tageslicht ist ausschlaggebend für unseren Wach-Schlaf-Rhythmus. Nur dann wird genügend Melatonin produziert, das den Taktgeber unserer inneren Uhr darstellt. Es ist auch ein Faktor im Alterungsprozess des Menschen, ein Mangel lässt uns die Abnutzungserscheinungen stärker und schneller spüren.

  • Ein rheinisches Sprichwort sagt: “Licht und Luft gibt Saft und Kraft”.

Nur bei ausreichender Lichtversorgung fühlen wir uns wohl. Es erhöht unsere Aktivität, Vitalität, Antriebskraft und Lebensfreude.

Doch auch das Licht ist wie alles in der Natur weder einseitig gut noch schlecht. Schon Paracelsus sagte: Kein Ding ist ohne Gift, die Dosis macht das Gift.

Zu langer Aufenthalt in der prallen Sonne sorgt für Verbrennungen, die sogar.zu Hautkrebs führen können. Licht bleicht Farben aus und kann Organismen töten. Doch die positiven Eigenschaften überwiegen bei massvollem Umgang.

Lichtspiele: Der Hell-Dunkelrythmus underes Planeten vestimmt unser Leben.

Lichtspiele: Der Hell-Dunkelrhythmus unseres Planeten bestimmt unser Leben.
Spiritual Staircase ©scrano 2013

Die zunehmende Dunkelheit des beginnenden Winters ist für uns Lichtwesen immer eine beängstigende Angelegenheit. Die Nacht ist für viele Menschen furchteinflössend. In der Finsternis kann man im Strassenverkehr leicht übersehen werden. Auch sind wir quasi blind, besonders in mondlosen Nächten.Verbrechen geschehen meist im Dunkeln, in dessen Schutz  der Übeltäter nach seiner Tat unerkannt fliehen kann. Dunkelheit wird auch mit Kälte und Lebensfeindlichkeit in Verbindung gebracht. Raubtiere jagen häufig in der Dämmerung. Schon in der Kindheit haben wir oft Angst im Dunkeln, weshalb Eltern dann ein Nacht-Licht im Kinderzimmer anbringen, um die Monster unter dem Bett zu verscheuchen.

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Feuer und Glut müssen uns Wärme und Licht der Sonne im Winter ersetzen.
Fiery realms ©scrano 2013

Doch auch die Dunkelheit ist ein wichtiges Element in unserem Leben. Ohne Dunkelheit fällt es uns schwer einzuschlafen. Wie benötigen jedoch eine Erholungsphase, in der sich der Körper regenerieren kann, in der auch unser Verstand etwas zur Ruhe kommt. Eine Verschnauf-Pause, in der unsere Sinne abschalten können. Naturvölker, die ohne Kunstlicht leben, haben keinen so stark negativen Bezug zur Nacht wie wir. In der vorindustriellen Zeit waren auch wir noch in den natürlichen Tag-und Nachtrhythmus eingebunden. Nach der Hitze des Tages und der harten Feldarbeit fand man Ruhe und Erholung in der Kühle der Nacht. Der sanfte Schein des Mondes begleitete den steinzeitlichen Jäger.  Daher haben Menschen in den höheren Breitengraden, wie den skandinavischen Ländern auch schwer mit dem Ungleichgewicht der Tag- und Nachtdauer zu kämpfen, denn sie haben sowohl viel zu lange Nächte als auch scheinbar endlose Tage. Besonders Angehörige von Berufsgruppen, die ständig von Kunstlicht umgeben sind, kennen die negativen Begleitumstände und Beschwerden einer unnatürlichen Beleuchungsdauer. Nahezu jegliche Flora und Fauna auf unserer Erde ist von diesem immer währenden Wechsel des Tages und der Nacht abhängig, das Leben entstand in seinem Rhythmus. Der Wechsel von Licht und Dunkelheit beeinflusst sogar die Fruchtbarkeit: Frauen mit Zyklusproblemen hilft es ihren Rhythmus zu harmonisieren, wenn sie in Räumen schlafen, die dem natürlichen Mondlicht ausgesetzt sind.

von Mactographer (Eigenes Werk) [Attribution], via Wikimedia Commons

von Mactographer (Eigenes Werk) [Attribution], via Wikimedia Commons

 

In der Vorstellung von naturrreligiösen Gruppen beginnt im Spätherbst die Ruhephase der “Grossen Mutter”. Nach dem Tod ihres solaren Gefährten in der Zeit von Samhain zieht sie sich unter die Erde zurück, den Keim des neuen Sonnenkinds bereits in sich tragend.  Nichts stirbt für immer, das Leben wird zurückkehren. Deshalb war dies auch die Zeit der Ahnen, auch schon im Neolithikum. Die jungsteinzeitliche Sakralstätte Stonehenge war nicht nach der Sommersonnenwende, sondern deren Gegenpol, dem kürzesten Tag des Jahres ausgerichtet. Dann wurde die Asche der Ahnen in einer feierlichen Prozession zum Fluss Avon gebracht, um von ihm in die Anderswelt hinter dem westlichen Horizont getragen zu werden. Gleichzeitig erhoffte man sich eine Wiedergeburt im nächsten Vegetationszyklus, dessen Höhepunkt am 21.Juni im zugehörigen Woodhenge, einer hölzernen Kreisanlage wie im sächsischen Goseck, gefeiert wurde.

Eine musikalische Interpretation dieser Herbstimmmung mit Nightwish bei Youtube.

In unseren Breiten sehnen wir spätestens nach der Sonnenwende an Jul schon danach, dass der Winter sich seinem Ende zuneigt und die Tage wieder „länger“ werden. Unsere Erwartungen an den Frühling, an den Sommer, an die ersten wärmenden Sonnenstrahlen sind groß. Der Frühlingsanfang wird als Weckruf der Natur gefeiert. Doch gewinnen wir auch dem Winter seine positive Seite ab und sehen die dunkle Jahreszeit als eine Chance zur inneren Einkehr und Reflektion. Als Atempause. Freuen wir uns an der Natur wie sie ist. Denn eines ist sicher, der nächste Frühling kommt bestimmt.

Ekstasy of Gold: Letzte Sonnenblumen im Herbst bringen noch etwas Sonnenglanz in die Wohnung.

Shadow and Light ©beast666

Letzte Sonnenblumen im Herbst bringen noch etwas Sonnenglanz in die Wohnung.
Der wehrhafte Stechapfel in dem Herbststrauss enthält potente, aber sehr giftige psychoaktive Stoffe, die sogar zum Wahnsinn führen können. Sie erzeugen angsterregende, alptraumhafte Visionen, und stellen eine Beziehung zum Schatten der Seele her. Er ist ein Saturn/Mond und Pluto/Venus Gewächs, das vermutlich aus Zentralasien stammt.

 

 

Posted by on November 12th, 2016 Kommentare deaktiviert

Samhain: Brauchtum und kleine Rituale

catmasskj

Der “Dunkle Mond”, Hekate, Lilith, “Dunkle Mutter” und mit Pluto verbunden:
Auch in den Jägern der Nacht, besonders Katzen und Eulen steckt dieser Archetyp.

Samhain Nights

When the moon on a cloud cast night
Shone above the tree tops’ height
You sang me of some distant past
That made my heart beat strong and fast

Now I know I’m home at last

You offered me an eagle’s wing
That to the sun I might soar and sing
And if I heard the owl’s cry
Into the forest I would fly
And in its darkness find you by.

So our love’s not a simple thing
Nor our truths unwavering

But like the moon’s pull on the tide
Our fingers touch, our hearts collide
I’ll be a moonsbreath from your side

I’ll be a moonsbreath from your side

Loreena McKennit auf YouTube

Der Tag des keltischen Fests Samhain, das bedeutet schlicht “Sommerende” wird nicht an Allerheiligen begangen, sondern ist der Zeitpunkt des Neumonds im Oktober oder des 11. Vollmonds des Jahres, im November. Der liturgische Kalender der Kelten richtete sich nach den Mondzyklen, im Unterschied zur christlichen Kalendertradition, die auf der Siebentagewoche mit der Betonung des Sonntags basiert. Beide beinhalteten auch noch die Höhepunkte des solaren Jahres und die Äquinoktion. Die willkürliche Festlegung mancher Feiertage, wie Halloween/Allerheiligen auf kalendarische Fixpunkte, vor allem solcher, die einen ursprünglich heidnischen Bezug hatten, wurde von der Kirche durchaus bewusst so gewählt. Dadurch konnte man diese Feste vereinnahmen, sie aber aus ihrem naturreligiösen oder paganen Zusammenhang lösen. Samhain galt als Zeit, in der die Ahnengeister und auch die Sidhe (Feen, Elfen) sich unter den Sterblichen gesellen konnten. Bei den Römern gab es auch Feste, an dem der Orkus offenstand: “Mundus Cereris patet”, eines davon am 8. November, wahrscheinlich der Ursprung des Allerheiligenfests, das eigentlich aus Italien stammt. Diese Zeit ist in unseren Breiten, bedingt durch den nahenden Winter, generell mit den Attributen Tod und Vergänglichkeit besetzt. Der römische Kalender beinhaltete drei solche Grenz-Tage, allesamt Erntefeste, wie der Name Ceres (Demeter) in der Bezeichnung ahnen lässt. Das ist durchaus analog der keltischen Abfolge Lughnasa, Mabon, Samhain und fand zu ähnlichen Zeitpunkten statt. Bei den in ihrer Frühzeit nicht sesshaften Kelten hatten die vier Mondfeste Imbolc, Beltane, Lughnasa und Samhain noch Vorrang noch vor den Sonnenfeiern des bäuerlichen Jahrezeitenkreislaufs. Obwohl man wohl schon im Neolithikum versuchte die beiden Kalendersysteme zu synchronisieren. Manche Archäologen vermuten in den megalithischen Steinsetzungen, wie zum Beispiel den Alignements von Carnac oder dem eindrucksvollen Steinkreis von Stonehenge Anlagen mit der Funktion einer astronomischen Uhr. In die Zeit der Erichtung der ältesten dieser Monumente um 5000 v. Chr. fällt in Mittel- und Nordeuropa auch die Umstellung auf eine Ackerbauerngesellschaft. Alle diese Steinsetzungen haben neben dem Bezug zu den  Sonnenwenden auch eine Ausrichtung auf Eklipsen, solare und lunare. In diesen Finsternissen war für das religiöse Empfinden  der neolithischen Völker die Beziehung der beiden götttlichen Himmelslichter als spektakuläres Himmelsdrama  erlebbar. Auch die Himmelsscheibe von Nebra aus der frühen Bronzezeit ist in einem solchen Zusammenhang zu sehen.

Standing Stones Alignements von Menhiren bei Carnac.©beast666

Standing Stones: Alignements von Menhiren bei Carnac.
©beast666

Samhain ist Fest des letzen Viertelmonds oder der “mondlosen” Nacht. Jetzt beginnt die dunklen Hälfte  des Jahres. Die Verbindung des Festes zum Jahrezeiten-Zyklus ist sehr deutlich. Nach Ausreifung der Früchte, nach der Samenbildung, welken die oberirdischen Teile der Pflanzen und sterben ab. Einjährige Blumen vergehen gänzlich. Nur der neue Samen, der den nächsten Kreislauf in sich birgt, überdauert. Die Lebenskraft zieht sich bei zunehmender Kälte ins Innerste der Erdmutter zurück. Diese trägt nun auch nach dem Tod des solaren Prinzps des alten Jahres, bereits das neue Licht in sich, dass sie an Yul wieder in die Welt bringen wird. Wir müssen lernen, Vertrautes und Geliebtes wieder gehen zu lassen und den Tod als Teil des Naturzyklus zu begreifen. Auch dass es nichts dauerhaftes gibt, noch nicht einmal den Tod.


witch_hatIn der Nacht zum 01. November wird in den meisten Hexentraditionen das Übergangsritual zwischen den Welten gefeiert, zu dem Orakelbefragungen und Kontakte mit der Geisterwelt möglich sind. Andere naturreligiöse Gruppen feiern ihr Samhain in der 11. Schwarzmond- oder Vollmondnacht.

Samhain ist eines der acht Eckfeste, die bei den vorchristlichen, europäischen Völkern mit Feuerzeremonien in Verbindung standen:

sam-greeting Kopie

Ab Samhain begibt sich die Sonne in die Obhut von Gaia.
Sie bewahrt sie in ihrem unterirdischen Reich bis Yul.
Little Earth Mother ©scrano 2016

Gottheiten:

  • Gwyp ap Nudd – Herrscher von Anwyn, der Unterwelt/Anderswelt, Gemahl von Queen Mabd, entspricht Pluto
  • Cernunnos, der Herr der Tiere, der Hirschkönig
  • Ceridwen, Cailleach, die Alte mit dem Kessel der Regeneration
  • Dis Pater, Pluto, Hades
  • Hekate
  • Ereschkigal
  • Hel/Holle, der Todes-Aspekt von Freya/Frigg
  • Saturn, Baron Samdi, Papa Legba
  • Jahreskönig, Tammuz, Holly King
  • Orion, Herne
  • Morrigan in ihrer Dreigestalt: Macha, Nemain, Babdh

Symbole:

  • Kessel,
  • Feuer
  • Krähe, Fledermaus, Eule
  • schwarze Tiere
  • Spinnen, Schlangen
  • Kürbis(Rüben)-Laterne
  • Äpfel und Haselnüsse

Rituale:

Räuchern, am besten im Freien, manche der Samhain-Räucherungen stinken, ich sage nur Asa Foetida! Wermut entwickelt auch keinen Rosenduft. Wer kann, entzündet ein Samhain-Feuer, das geht auch im Kamin. In vorchristlicher Zeit man die Ahnen feierlich gebeten in den Kreis der Menschen um das Feuer zurückzukehren. Schwangere Frauen erhofften eine Reinkanation eines Familienmitglieds in ihrem ungeborenen Kind.

Ein wohlriechenderes Rezept:

  • 1 Teil Beifuss
  • 1 Teil Oppoponax oder Myrrhe
  • 1 Teil Minze
  • 1 Teil Salbei
  • 1 Teil Patchouli

Alles im Mörser zerkleinern, dann portionsweise auf Räucherkohle geben.

Gemeinsam essen:

Häufig gibt es Wurzelgemüse, Knollen aber auch vor allem in früherer Zeit auch Fleisch. Es ist der Brauch der  “letzten Ernte”, Tiere, die es nicht über den Winter schaffen würden, hat man jetzt geschlachtet und das Fleisch für die karge Jahreszeit haltbar gemacht. In diesem Zusammenhang steht auch die Martinsgans, das Tier ist zugleich ein Symbol der Grossen Mutter.

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Nein, nicht wegschauen, Vegetarier-und Veganersensibelchen: Das gehört auch zum Leben! Davon abgesehen, dass hier es sich nicht um eine obszöne Tötungsmaschinerie***, wie in unseren Schlachthöfen handelte. Die Tiere gehörten mit zur Familie, man musste sich schon sehr überwinden, und wusste genau, wem man das Überleben im Winter zu verdanken hatte. Heute hat man es leichter, auf Fleisch zu verzichten, damals hing das Leben davon ab, und die Menschen mussten in der Winterkälte schwer körperlich schuften. Mit Soja-Müsli wäre das wohl nicht allein zu bewerkstelligen gewesen. Das war keine Frage von Luxus-Lebensmitteln, sondern von Hunger. Auch für die Tiere, die bei zuwenig Futter im Winter ebenfalls elend zugrunde gehen konnten. Den Aufstieg und die rasante Gehirnenwicklung verdankt der Mensch auch dem Zugang zu tierischem Protein, schon die Grossaffen waren Jäger. Das früher geschmähte Mesolithikum brachte eine “Kulturexposion”, wie man durch neuere archeologische Funde weiss, auch gerade wegen der erstmals systematisch durchgeführten Küsten- und in Anfängen sogar Hochseefischerei. Viele der jetzt zum Vorschein kommenden, blühenden Ansiedlungen lagen an der Küste, oder z.B. im Bereich der Sände des jetzigen Wattenmeers (Doggerbank).

  • Aber heutzutage tut es auch Apfelstrudel, Gemüse-Eintopf mit Kohl, und Kürbis-Suppe mit selbstgebackenem Zwiebelbrot. Oder ein leckerer Kürbiskuchen, mit dessen Rezept man auch Halloween-Muffins backen kann. Wir haben ja Zentralheizung und sind im allgemeinen nur Bürostuhlwärmer.

Man kann auch gemeinsam Maronen am Kaminfeuer rösten, dafür gibt es Maronenröstkörbe mit langem Stiel aus Gusseisen in Kaminzubehör-Läden.

Als Getränk: Heisser Apfel-Cidre mit Gewürzen schmeckt nicht schlecht, ein bisschen für die Ahnen versprengen!

Einen Platz am Tisch zusätzlich decken, oder draussen, wenn der Gartentisch noch auf der Terasse steht, einen Teller mit Speisen anrichten und eine Kerze dazustellen.

  • Das sogenannte “dumb supper“, ein symbolisches Mahl für  verstorbene Familienmitglieder, vor allem des letzten Jahres, auch geliebte Haustiergefährten werden hier bedacht.
  • Ein Licht ins Fenster stellen, ein Brauch der in vielen Gegenden zu Allerheiligen ausgeübt wird, aber vorchristliche Wurzeln hat.

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    Ouja Board by sevenoaksart.co.uk

Orakeln:

  • Gerne darf das angestaubte Ouja-Board zum Einsatz kommen. Glaubt bloss nicht den Unsinn über bööööse Flüche und Geister, es ist einfach eine art Do-it-yourself Seance mit nicht mehr Auswirkungen wie etwa Gläserrücken (davon stammt es vermutlich ab) oder Bleigiessen zu Sylvester.
  • Für viele ist Tarot der Klassiker unter den Orakeln. Ich verwende die Karten lieber zur Introspektion.

Entrümpeln und recyceln: Das Thema von Samhain ist auch ein skorpionisches, oder eins des 8.Hauses: Loslassen und Dinge in den natürlichen Kreislauf zurückführen.

Gärtnern: Jetzt ist die beste Zeit, den Komposter zu entleeren, und umzusetzen.

Trick or Treat: Last but not least, der jährliche Spass-Rummel für Kinder!

witch_by_kmygraphic-d9cyderDekoration: Allerlei Nachtgetier, die Halloweenkatze darf nicht fehlen, Fratzen, Masken, Hexenbesen und Hüte. Fratzen-Kürbisse und andere schaurige Laternen, besser als Kerzen, wenn Kinder mit von der Partie sind.

Wer weniger Fasching will:

  • Ich stelle 13 Maxi-Teelichte in Gläsern im Kreis auf, in die Mitte kommt ein grosser Kupferkessel mit Sand, in dem man auch räuchern kann.
  • Dekoriert wird mit Äpfeln, Nüssen und passenden Blumen (Ringelblumen z.B. gehören zum Pluto).
  • Dazu kommen schwarze, silberne und orange Kerzen auf einem Metall-Tablett.
  • Es ist schliesslich auch ein Fest der Stille, nach dem Geisterspektakel.
  • Bilder von verstorbenen Eltern, Grosseltern und Haustieren mit Blumen und Kerzen arrangieren

Man kann auch einen stillen Gang auf den Friedhof machen, oder in die Natur hinausgehen, wenn das Wetter nicht zu scheusslich ist. Bei Freimaurern gibt es den Brauch, verstorbenen Brüdern die symbolischen drei Rosen auf das Grab zu legen: Licht (weiss), Liebe(rot), Leben(rosa), oder Weisheit – Stärke – Schönheit.

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Loreena McKennitt, kanadische Folksängerin, Harfenvirtuosin und Komponistin:

Loreena McKennitts Lieder zeichnen sich durch mystisch beeinflusste Texte aus, gepaart mit der Musik von teilweise mittelalterlichen Instrumenten, wie irische Harfe, Drehleier und Dudelsack. Dominierend sind hierbei traditionelle irische bzw. keltische und orientalische Motive. Sie verarbeitet in ihrer Musik aber auch klassische Themen der britischen Literatur. So vertonte sie romantische Balladen wie “The Lady Of Shalott von Alfred Tennyson und “The Highwayman” von Alfred Noyes sowie mehrere Sonnette von William Shakespeare.

 

***Da ist die Art und Weise wie Löwenbabys als nicht rentabel genug einfach in Zoos eingeschläfert werden, damit angehende Veterinäre was zum Üben haben, schon eher pervers. Obwohl man weiss, das diese Raubkatzen extrem gefährdet sind!  So geschehen in Dänemark, und wer weiss noch wo sonst.

Referenzen “little earth mother”

Posted by on Oktober 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

Mohngewächse: Trauer der Demeter

Deneter trauert um Persephone. Mohnblumen als plutonisches Symbol.

Demeter trauert um Persephone. Mohnblumen als plutonisches Symbol. 1906.
quelle: PD via wiki.

In den Eleusinischen Mysterien wurde der Mythos der Entführung der Kore in den Hades und ihre Wiederstehung im Frühling als das Bild einer höheren Idee, nämlich der Unsterblichkeit der Seele, aufgefasst und jedes Jahr festlich begangen. Nach der Lehre des Orphismus sitzt Kore als Unterweltskönigin Persephone  verschleiert auf einem Stuhl im Hades und trägt als plutonische Insignien einen Kranz von Mohnblüten (Klatschmohn) auf dem Haupte.

Klatschmohn

Klatschmohn Papaver rhoeas – eine Heilpflanze.
quelle:PD via wiki.

An Feldrändern wiegt sich Klatschmohn mit seiner eigenwilligen roten Farbe im Wind und verzaubert das Auge des Betrachters. Die auffällige Blume lockte zuerst Maler aller Stilrichtungen aufs Land, hinein in die Kornfelder, später auch die Fotografen. Klatschmohn ist ein beliebtes Motiv auf Tassen, Tischdecken, Kissen. Sein kleinerer Artgenosse, der Saatmohn hat nicht den auffällig schwarzen Blütenboden, aber er erfreut das Auge mit seinen farbfrohen Blütenteppichen bereits ab Ende April.

Papaver rhoeas, Symbol der Verruchtheit, von “le mort et l’ amour”. Die schwarze Mitte, in so eklatanten Kontrast zum Leuchtrot der Blütenblätter stellte schon in alten Zeiten ein Symbol für Tod und Leben, bzw. einer Wiederauferstehung dar. Eines der floralen Lieblingsmotive des Art Nouveau. Selbst für die Untergrundbahn in Paris wurden stilisierte  Mohnblumen verwendet:
Als Leuchten für die Eingänge in die neuen und aufregenden Unterwelten der Metro im Jahr 1904.

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Blumen des Bösen? Sicher nicht …!
Obwohl in Gedichten des “fin de siecle” als solche thematisiert …
quelle:PD via wiki.

Alle Mohnpflanzenarten  sind toxisch, tragen die Signatur von Mond/Saturn, aber auch Merkur/Neptun und Pluto/Venus sind vertreten. Die wohl älteste Panacea der Menschheit. Mohn gehört zweifellos zu den frühesten Kulturpflanzen überhaupt. Wahrscheinlich kam er aus Vorderasien zu uns.  Funde von Mohnkapseln aus dem Neolithikum beweisen den Anbau zu Nahrungszwecken, eine medizinische und kultische Verwendung  des Schlafmohns schon zu Beginn des Ackerbaus.  Rasch hatte man die betäubende und berauschende Wirkung (Neptun, Saturn) dieser Pflanze  erkannt und wußte sie zu nutzen. Ritzt man die grüne Samenkapsel, tritt ein weisser Milchsaft aus (Mond) der in braunschwarzer, getrockneter Form als Opium gehandelt  wird. Dieses diente als Heilmittel, aber auch als Genussdroge, in Tinkturen, Tees und als Räucherung zu kultischen Zwecken.

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Papaver dubium an einem Feld auf der Alb, aus seinem grösseren Bruder
Klatschmohn  kann man Hustensirup bereiten.
Späte Saatmohnblüte. ©beast666 2016

Im 19.Jhd war Opium, wie schon 2000 Jahre früher im antiken Rom,  Partydroge Nr. Eins in den mondän-dekadenten Salons des Fin de Siecle. Lasterhafte Opiumhöhlen für die Betuchten, die luxuriöse Separees anboten, wo auf himmelbettartigen Lagern auch erotische Dienstleistungen angeboten wurden, oder ein wenig Naschen vom Laudanum-Fläschchen für die Ärmeren. Bezeichnenderweise war die Realitätflucht in dieser überaus materialistischen Gründerzeit, geprägt von industrieller Hochrüstung und unerschütterlichem Fortschrittsglauben extrem: Absinth, Opium, Kokain, aber auch Spiritismus, Geheimgesellschaften und mystische Orden standen hoch im Kurs.

Laudanum: Wer hats erfunden … Paracelsus, um 1500.

Er glaubte, mit dem Laudanum ein Panakeia (Allheil) gefunden zu haben, und nannte seine Rezeptur daher auch Stein der Unsterblichkeit.

  • 90% starker Wein
  • 10% Opium
  • Varianten enthielten auch noch Alraunwurzel, Belladonna oder Bilsenkraut

Mit Laudanum wurden Schmerzzustände körperlicher, aber auch seelischer Natur behandelt, es galt lange als Wundertonikum, auch gegen Durchfallerkrankungen wie Ruhr und Typhus. Schriftsteller förderten mit der Opiumtinktur ihren Kreativprozess, allerdings zum Preis einer schleichenden Sucht. Ernsthafte Bedenken medizinischer oder moralischer Art hatte man im 19. Jhd gegenüber dem Drogenkonsum aber nicht:

  • Conan Doyles Sherlock Holmes würde man heute als  Junkie bezeichnen. Bram Stoker schrieb den Dracula im Rausch, Vincent und Paul huldigten dem Absinth, wie auch Toulouse-Lautrec. Und nicht vergessen: Lord Byrons Laudanum-Exzess mit dem Ehepaar Shelley und anderen Intellektuellen in einer Villa am Genfer See. Hier liegt wohl der wahre Urprung des modernen Schauerromans: Mary Shelleys “Frankenstein oder der moderne Prometheus.” Er läutete den “Victorian Gothic” Stil ein, der seither prägend für  Horror- und Mystery-Autoren geblieben ist. Momentan stehen morbid-fantastische Welten wieder hoch im Kurs: TV-Serien wie American Horror Story, Vampirfilme, selbst Anime oder Manga surfen recht erfolgreich auf dieser Welle.

Heute wird Mohn zu medizinischen Zwecken vorwiegend in Indien, der Türkei und großen Teilen der ehemaligen Sowjetunion angebaut. Illegale, von Warlords und Drogenbaronen beherrschte Anbaugebiete  liegen in Afghanistan und Südostasien. Im Gegensatz zu Deutschland ist in Österreich der Mohnanbau völlig legal. Von dort kommt auch der berühmte Waldsiedler Graumohn, der uns den ursprünglichen Anbaugrund für diese Pflanze deutlich macht:

Denn in der großen runden Samenkapsel befinden sich nach der Reife die feinen grauschwarzen, ölreichen Samen (Venus/Pluto). Nur diese werden als Lebensmittel verwendet. Sie dienen als schmackhafte Zutat beim Kochen und Backen, bzw. zur Gewinnung von Speiseöl. Allerdings hat eben nur der berüchtigte Schlafmohn solche nahrhaften Samen. Diese einjährige Pflanze wird bis 1,5m hoch. Sie trägt ein helle Bereifung und wird von hübschen rosa/weissen bis violettblauen Blüten (Neptun, Venus) geschmückt. Sie sind sehr schnell vergänglich, wie bei allen Mohnarten (Mond). Die Mohnblüte weist oft eine deutliche 4-zählige (Saturn) und 8-10 zählige (Pluto/Saturn) Symmetrie auf. Die auffäligen Staubgefässe sind ein Zeichen von Mars/Pluto, beim Klatschmohn auch die Farbe der Blütenblätter. Die bauchige Samenkapsel mit ihren vielen Körnchen trägt Züge von Venus und Mond, der Samen selbst wieder von Saturn und Pluto (schwarze Farbe, wie bei Holunder etc.)

Schlafmohn

Schlafmohn – Papaver somniferum.
quelle: pd via wikimedia commons.

Für ein saturnisches Gewächs mit Pluto-Einfluss sind die Alkaloide typisch, die die Giftigkeit, aber auch Heilwirkung der Pflanze bedingen. Die berauschenden und schmerzlindernden Eigenschaften, die auch mit einer hustenstillenden Wirkung einhergehen deuten auf Neptun/Merkur. In der Mohnsaat sind nur winzige Spuren der Opiate enthalten, deshalb kann man sich Mohnkuchen und andere Speisen mit den schwarzen Körnchen ruhig schmecken lassen. Allerdings, die geringen Mengen reichen aus, dass ein Drogenstest positiv ausfällt!

Rezepte zum Kochen und Backen mit Mohn

Tipps und Tricks für Küchenhexen:

  • Für Füllungen und Süssspeisen sollte der Mohn vorher gemahlen werden, nur dann können die aromatischen ätherischen Öle sich entfalten. Eine alte ausgediente Kaffeemühle ist dafür geeignet, aber gut reinigen, da das Öl der Samen wie beim Kaffee ranzig werden kann. Da hilft es Zucker zu Puderzucker zu mahlen, erstens braucht man den meistens für die Bäckerei, ausserdem reinigt das die Mühle.
  • Zuviel gemahlerner Mohn übrig? Einfach in einem dichten Behälter einfrieren.
  • Füllungen für Mohnkuchen geraten besonders gut, wenn man den Mohn in Vanille-Griespudding weichkocht.
  • Für ganz Eilige gibt es Mohn-Back, ein Instant-Dampfmohn.
  • Wird der Mohnmasse etwas geriebener Zwieback zugegeben, wird der Mohnkuchen besonders luftig.
  • Im Volksmund heisst es: “Mohn macht dumm!” Das kommt vom süssen Mohnschnuller, den man kleinen Kindern auf dem Land zur Beruhigung gab – auch gegen Darmbeschwerden.
  • Mohn-Öl, wie das steirische Kürbisöl ist eine österreichische Spezialität für Salat-Dressings. Es kann auch nicht erhitzt werden.

Rezepte mit Mohn haben Tradition, viele stammen aus Osteuropa.

Meistens sind es Striezel – gerollte Hefestrudel oder Kuchen vom Blech. In Bayern ist Mohn Bestandteil vom Kleckselkuchen, den es an Erntedank oder Kirchweihfesten gibt.

Andere schmackhafte Rezepte mit Mohn: Mohntorte, Mohnschnecken, Germknödel mit Mohn und Mohnudeln. Diese Auswahl weckt Kindheitserinnerungen an die Herbstzeit, mit Drachensteigen und Laubfeuern, denn diese, vor allem süssen Gerichte gab es immer als Einstimmung auf den Winter. Zu Dekorationszwecken für herzhafte Gebäcke streut man die ungebrochenen Mohnkörner über Brote, Kipferl oder Käsestangen.

"Blood Swept Lands and Seas of Red - Roll of Honour at sunset" by Oosoom

“Blood Swept Lands and Seas of Red – Roll of Honour at sunset”
Blutzoll der Weltkriege: Art Installation zur Erinnerung an WW I im Jahr 2014 in Grossbritannien.
By Oosoom at English Wikipedia (Own work) [CC BY-SA 3.0
(http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons.

Mohnudeln

  • 250 g Vollkorn-Bandnudeln (Dinkel)
  • 50 g Butter
  • 100 g Blau-Mohn, gedämpft
  • 2 EL Puder-Zucker

Die Bandnudeln wie auf der Packung angeführt zubreiten und durch einen Durchschlag abgiessen. Butter in einer Pfanne schmelzen. Die Bandnudeln darin schwenken, dann mit dem Mohn vermischen.

Auf Tellern anrichten, dick mit Puderzucker bestäuben.

Mohnkuchen

  • 120 g Butter
  • 150 g Feinst-Zucker
  • 1 Pkg. Mohn-Back
  • 3 Eier, getrennt
  • 100 g Mandeln, gemahlen (mit Schale)
  • 1 Pkg. Safran-Backpulver

Eiweiss zu steifem Schnee schlagen. Für den Mohnteig Butter, Zucker und Eigelb schaumig rühren. Die Mandeln mit Backpulver, Mohn vermengen, dazufügen.  Zum Schluss noch den Eischnee unterziehen. Den Teig in eine beschichtete Springform füllen und im auf 170° C aufgeheizten Backrohr mit Heißluft ca. 50-60 Minuten backen.

Den fertigen Mohnkuchen aus dem Rohr nehmen und auskühlen lassen.

  • Plätzchen mit Mohn gibt es hier.
Bringt Feuer in die Rabatte: Türkischer Ziermohn, eine ausdauernde Staude von imposanter Erscheinug.

Bringt Feuer in die Rabatte: Türkischer Ziermohn,
eine ausdauernde Staude von imposanter Erscheinung.

Um das eingangs erwähnte Thema Trauer im Zusammenhang mit der Symbolik der Mohnblumen wieder aufzunehmen, hier ein Brauch aus den angelsächsischen Ländern:

Remembrance Day: An diesem Tag im November wird mit dem Tragen von Klatschmohnblüten-Abzeichen an die Gefallenen der Weltkriege erinnert. Er ist unserem Volkstrauertag sehr ähnlich. Allerdings werden die stattfindenden Feierlichkeiten stärker öffentlich zelebriert. Die Mohnblumen sollen schon seit dem Ende des 1. Weltkriegs  im November 1918 an des vergossene Blut erinnern. Klatschmohn bedeckte in dichten Teppichen die Fluren in Flandern, einem der schrecklichsten Schlachtfelder des Stellungskriegs. Die Farbsymbolik der schwarz-roten Blüten spricht auch in modernen Zeiten die Menschen noch stark an. Daher gab im Jahr 2014 am Tower in Londen eine Kunst-Installation mit tausenden von Keramik-Mohnblüten, die an den Ausbruch des Weltkriegs im Jahr 1914 erinnern sollte.

 

Posted by on Oktober 11th, 2016 Kommentare deaktiviert

Mandala im Oktober: A Tale of Two Kitties …

Der Herbst kommt mit Macht!A Tale of Two Kitties ©scrano 2015

Der Herbst kommt mit Macht!
A Tale of Two Kitties ©scrano 2015

Ein bisschen Dickens … und der Herbst unserer abendländischen Kultur? Opfer müssen gebracht werden für eine angeblich goldene Zukunft? Das ist es doch, was unsere Oberhäuptlinge uns weissmachen wollen … Da würde es doch lohnen, für alle Betroffenen, uns, die Staatsbürger, aber auch die so selbstverliebten Eliten, ein wenig in den Archiven der noch nicht so fernen Geschichte zu stöbern:

Wer im Englischuntericht aufgepasst hat, kennt sicherlich “Geschichte zweier Städte” von Dickens, seinem eher düsteren Historienroman. Dieser thematisiert die Zeit der französischen Revolution und beinhaltet eine Menge schicksalhafter Wirrungen und eine Art Erlösergeschichte.

Mir ist immer Mme Defarge unvergesslich geblieben, mit ihrem Strickzeug in der ersten Reihe unter der Guiliotine sitzend, ist sie die Inkarnation aller 3 Moiren in einer Frau:

Sie hält, wie Lachesis das Gewebe, in dem die Namen der Todgeweihten ihrer neuen glorreichen Republick verzeichnet sind.  Die Konsequenzen von radikalen sozialen Umwälzungen sind meistens bitter, zu tragen haben sie zunächst selten die Angehörigen der Oberschicht. Allerdings, wenn der Druck zu gross wird, werden diese von der ausbrechenden Revolution schliesslich doch gefressen – sie bilden den ersten Teil von Mme Defarges Todesliste.

Am Ende verstricken sich die ursprünglich sozial motivierten Anführer des Aufstands aufgrund ihrer menschlichen Schwächen auch im Netz der Strickerin: Aus den ehemaligen Idealisten, die das goldene Zeitalter hervorbringen wollten, werden gerne Tyrannen … siehe Robespierre oder Marat, die nun ebenfalls eine Todesliste mit angeblichen Verrätern aufstellen. Eine “Bewegung des Volkes” wird zum Terrorinstrument der nun Herrschenden: Das “Goldene Zeitalter” kommt wieder nur für eine neue Oberschicht. In Frankreich gab es bald eine neue Aristokratie unter Napoleon I.

Dickens, am Beginn der Romantik, war noch ein Autor der Aufklärung, aber auch ein Mann der neptunischen Symbolik – die Geschichte zweier Städte (1859) ist vollständig davon durchdrungen. Sein Historienroman ähnelt im Grundmotiv auch Victor Hugo’s “Les Miserables”*** von 1862. Bezeichnenderweise passen viele Kunstwerke und die Literatur der Romatik sowie die Herausgabe des kommunistischen Manifests (1848) durch Karl Marx sehr gut zur Entdeckung des Planeten Neptun durch Galle (1846) und seiner astrologischen Klassifizierung als modernen Herrscher der Fische.

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Charles Dickens’ Radix ist geprägt von dynamischen Spannungsaspekten.

Im Zentrum seines Schaffens: Neptun/Mond konjunkt im Schützen, zusammen mit Uranus in Haus 3/Skorpion der Kommunikation und Jupiter im Haus 10 der beruflichen Ambitionen in den Zwillingen.
Eine typische Schriftsteller-Kombination, wobei der sozialrevolutionäre (ASC Jungfrau, Uranus im Skorpion) und empatisch-emotionale (Neptun/Mond), fast religiöse (Schütze) Aspekt sich die Waage halten. Einen weiteren Wasserman-Einfluss bringt die Sonne im 5. Haus des kreativen Schaffens, konjunkt mit Vesta und Chiron, was einen zusätzlichen, wenn auch konfliktbeladenen Fokus schafft.
Ein streitbarer Mensch mit Mars in Haus 7 und Domizil im Widder. Ein Parteigänger für die Benachteiligten zu sein, ist durch die Mondknotenstellung in Haus 12/Jungfrau ein wesentlicher  Teil seiner Lebensaufgabe.

  • Die schicksalhafte Mme Defarge ist wohl Venus/Pluto am DSC in den Fischen geschuldet.

Seine Wahl eines fast christlichen Erlöserthemas als Ende seines Romans zeigt den zuversichtlichen Schütze-Einfluss: Es gibt eine Wiederauferstehung allenthalben, für die erlöste Seele und die neue Gesellschaft.

Caveat: Der Fluch des Neptun/Schütze Einflusses ist immer die Generierung einer Religion oder Ideologie, die Massenmanipulation im grossen Stil beinhaltet, auch auf Kosten der Wahrheit. Verblendung und Propaganda sind seine Begleiter, weil oft Wunschdenken statt Fakten die Handlungen beherrschen.

“Multikulti über Alles” ist auch so eine Utopie, die von Eliten den Bürgern aufgedrückt werden soll, und ebenfalls zu deren Lasten und sozialökonomischen Nachteil. Für ein angebliches “Goldenes Zeitalter”. Aus den “Bürgerbewegungen” (oft wird Engagement schon auf diesem Level missbraucht, ausser in lokalen Protesten, z.B. in Wackersdorf) sind lukrative Pfründe für gestrandete Existenzen mit eigentümlichen ethischen Vorstellungen geworden, als sie in der “Grossen Politik” Fuss fassten. Nicht anders als in den damals beschimpften “etablierten” Parteien. Dazu kommt noch eine ideologische Verblendung und eine Abneigung gegen alles, das von einer Mehrheit als Werte geschätzt wird. In einer Demokratie zählt aber das zuerst, nicht die eigenen Ideologien. Wenn man hier glaubt, richtig zu liegen, kann man das kommunizieren, aber nicht mit der Brechstange. Dabei sind oft “avantgardistische” Vorstellungen von einst mittelerweile auch schon wieder ein alter Hut, und gesellschaftstheoretisch längst widerlegt. Aber Ersatzreligionen sind in ihren Dogmen genauso zäh wie etablierte Kulte. Das grüne Mäntelchen ist leider auch nur noch da, um sich noch ein bisschen bürgernah zu geben, oder noch vernunftorientiert zu erscheinen. Ich fürchte aber, die Mme Defarges sind hier tonangebend geworden.

***Victor Hugo: Sonne in den Fischen, ASC Skorpion, Mond Schütze.

Wer sein Wissen vertiefen möchte, darf gerne einen meiner Workshops besuchen.

Posted by on Oktober 6th, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer Oktober – Weinmond

Oktober - WeinmondFrüher schüttelte er das Laub vom Baum, mittlerweile warten wir bis November.

Oktober – Ernte- oder Rebmond (Weinmond).
Früher schüttelte er das Laub vom Baum, mittlerweile warten wir bis November.
Der Höhepunkt des Sternzeichens Waage. ©scrano 2015

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Theodor Storm, Oktoberlied

Der Oktober ist der zehnte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender. Im Mittelalter galt der Oktober als heiliger Monat, Könige heirateten meistens im Oktober. Neben dem Mai ist er einer der Marienmonate, an denen spezielle Rosenkranzbettage stattfinden. Beides sind Zeiten unter der Herrschaft der Venus, die durch einem eher mondenhaften, harmloseren weiblichen Archetyp ersetzt wurde. Er hat 31 Tage. Hierzulande, und anderen Zeitzonen, in denen im Oktober die Zeit von Sommerzeit auf Normalzeit umgestellt wird, ist der Oktober der längste Monat des Jahres.Die Im alten Jahr der Römer war er der achte Monat – mensis october, wie auch nach der Stellung im Tierkreis, wo der Zyklus am Frühlingspunkt im März startet. Obwohl der Monat nach der julianischen Kalenderreform 46 v. Chr. an die zehnte Stelle verschoben wurde, blieb es bei der alten Namnesgebung, wie auch bei September – December.  Diverse römische Kaiser wie Commodus, Domitian und sogar der Senat versuchten sich an einer neuen Namensgebung, was aber insgesamt wenig erfolgreich war. Die Sonne tritt jetzt aus der ausgleichenden Waage, durch die sie den Hauptteil des Monats läuft, in den Skorpion, mit all seiner Intensität, Wahrheitssuche und Konsequenz. Das Jahr und der Kreislauf der Jahreszeiten nähert sich seinem Ende. Aus der Herrschaft der Venus, die auch über die letzten Erntefeste wacht, wird nun die Regentschaft des Mars(klassisch) oder Plutos, der die Vegetation sterben lässt – Persephone muss ihren Unterweltsthron wieder einnehmen. Das letzte bäuerliche Fest des Jahres:  Die Schlachtung der überzähligen Herdentiere, die man nicht über den Winter bringen kann, am Ende des Monats.

Urdeutsche Namen sind „Weinmonat“ und Gilbhart. Letzterer verweist auf das Sprichwort: “Oktober schüttelt das Laub vom Baum”, weil der Höhepunkt der Laubfärbung und des Falls in diesen Monat fällt. Wegen des herbstlichen Farbrausches wird er deshalb auch häufig als Goldener Oktober bezeichnet. Bei den Jägern wird dieser Monat auch Dachsmond genannt, weil sich der brummelige Grossmarder dann in den Bau zurückzieht. Einen Bezug zum Weinbau hat der Monat natürlich, da in dieser Zeit in allen Anbaugebieten, nördlich und südlich der Alpen die Lese auf Hochtouren läuft. Jetzt wird der Wein gekeltert und bereitet, hierzulande und auch in Frankreich und Italien. Wenn man in die Toskana reist, findet man jetzt das wunderbare Licht und die eindrucksvollen Morgennebel, welche die uralte Kultur-Landschaft so verzaubert wirken lassen. Und wunderbare Ruhe – keine Touristenhorden und genervte Einheimische.

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Bacchus Gabe: Hier wächst sie an der Limburg.
Hohenneuffener Täleswein ©beast666 2016

Lostage und Bauernregeln im Oktober: Weinernte und Winterwetter

  • Oktoberschnee tut Mensch’ und Tieren weh – früher Wintereinbruch, schädigt Rüben, Wein und Kartoffeln.
  • Oktober rau, Januar flau. Ein Oktober, bei dem die Mitteltemperatur mindestens 1,5 °C unter dem Durchschnitt liegt, zieht in zwei von drei Jahren einen milden Januar und sogar und in drei von vier Jahren einen milden Februar nach sich.
  • Im Oktober der Nebel viel, bringt im Winter der Flocken Spiel. Ein nebelreicher Oktober begünstigt einen schneereichen Winter. Dies konnte anhand langjähriger Daten mit etwa 60% Wahrscheinlichkeit bestätigt werden. Dabei steht die Aussage in Zusammenhang mit anderen Wetterregeln, die nach einem warmen und sonnenscheinreichen Oktober einen kalten Winter prophezeihen. Infolge solcher Hochdrucklangen im Oktober gibt es morgens oft Nebelfelder.
  • Oktober, der fröhliche Wandersmann, pinselt noch schnell Wald, Heide und Hecken an.
  • Ist der Oktober kalt, macht er Raupenfraß halt – die Insekten sterben oder verkriechen sich in Winterstarre.
  • Bringt der Oktober viel Regen, ist’s für die Felder ein Segen.
  • Fällt warm und trocken der Oktober aus, so schütze vor Winterkälte dein Haus.
  • Hilft der Oktober nicht mit Sonne, hat der Winzer keine Wonne.

1. Oktober: St. Remigius

  • Regen an Sankt Remigius bringt den ganzen Monat Verdruss.  Bischof von Reims. Er hat sich vor allem der Christianisierung der Franken gewidmet und für die Bekehrung der Anhänger des Arianismus eingesetzt – also ein Hardliner und Dogmatiker.

2. Oktober: St. Leodegar

  • Laubfall an Sankt Leodegar kündigt an ein fruchtbar Jahr.give_thanks_by_kmygraphic-d9h710r

4. Oktober: St. Franziskus

  • Sonne an Sankt Franz gibt dem Wein seinen Glanz.

6. Oktober: St. Bruno

  • Sankt Bruno, der Kartäuser, lässt die Fliegen in die Häuser.

9. Oktober: St. Dionysius (Denis)

  • Regnet’s an Sankt Dionys, wird der Winter nass gewiss. St.Dionys heisst die Kirche von Esslingen.
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St.Dionys, Esslingen 12. Jhd.

13. Oktober: St. Koloman

  • Heiliger Koloman schick mir einen braven Mann.happy_harvest_by_kmygraphic-d9ddpgm

14. Oktober: St. Burkhard (Burkard) (Erhebung der Gebeine)

  • Sankt Burkhard Sonnenschein schüttet Zucker in den Wein.

15. Oktober: St. Theresa

  • Zu Theres’ beginnt die Weinles’.

16. Oktober: St. Hedwig und St. Gallus

  • Gießt Sankt Gallus wie ein Fass, wird der nächste Sommer nass; ist der trocken folgt vom Sommer noch ein Brocken.
  • An Sankt Hedwig und Sankt Gall schweigt der Vögel Sang und Schall.
  • An Hedwig bricht der Wetterlauf und hört das schöne Wetter auf.
  • An diesem Tage sollten alle Erntearbeiten erledigt sein, weil von nun an stärkere Fröste zu erwarten sind. Nach dem Gallustag wurde in den Dörfern geschlachtet, denn nun ist es kalt genug, dass sich Pökelfleisch hält. Die Wintersaat wird ausgebracht und das Vieh muss auch in den Tälern in den Stall.
  • Früher durften ab diesem Tage die Armen “Nachlese halten”, das heißt, die übrig gebliebenen Feldfrüchte einsammeln. Im Zeitalter der Erntemaschinen wird auch der letze Krümel noch weggesiebt – wie gedankenlos! Auch Tiere profiteren im Winter vom Zurückgelassenen – in alten Zeiten es gab sogar einen Tag (Samhain, Halloween, 31.10.), nach dem der Mensch nichts mehr von den Feldern holen durfte.

18. Oktober: St. Lukas

  • Ist Sankt Lukas mild und warm, folgt ein Winter, dass Gott erbarm.
  • Sankt Lukas Evangelist bringt Spätroggen ohne Mist.
  • Am Lukastag (18. Oktober) wurden früher traditionell die letzten Kartoffeln geerntet. Auf dem Acker brannte das Kartoffelfeuer, in dem man das welke Kartoffellaub verbrannte. In der Glut haben wir als Kinder übrig gebliebene Kartoffeln gebraten, frisch ausgegraben, grob gereinigt und mit der Schale. Wenn die Kartoffeln außen schwarz gebrannt sind, dann sind sie fertig.

21. Oktober: St. Ursula.

  • Lacht Ursula mit Sonnenschein, wird wenig Schnee vorm Christfest sein.

23. Oktober: St. Severin – Ingress der Sonne in den Skorpion

  • Wenn’s Sankt Severin gefällt, so bringt er mit die erste Kält’.

25. Oktober: St. Crispinus und Crispinianus, Krispin

  • Mit Krispin sind alle Fliegen hin.

27. und 28. Oktober

  • Bevor du Simon (und) Judas (28. Oktober) schaust, pflanze Bäume, schneide Kraut.

31. Oktober: St. Wolfgang

  • Regen am Sankt-Wolfgangs-Tag, gut für das nächste Jahr sein mag.
  • Er war Bischof von Regensburg und gab dem Wolfgangsee seinen Namen. Hier wirkte er als Einsiedler und Missionar. In der sehr alten Regensburger Kirche St.Emmeram hat er seine letzte Ruhestätte. In den Legenden werden wiederholt seine heilkräftige und Böses abwehrende Wirksamkeit sowie seine Fürsorge erwähnt.
  • Ein Heliger für christlichen Abwehrzauber wegen der alten Ahnengeisterkulte am 11. Neumond des Jahres, wie St.Walpurga an Beltane.
Harmonie und Ästhetik - Kennezichen der Venus.Morning Star ©scrano 2016

Kreativität und Ästhetik – Kennzeichen der Venus, wie sie jetzt in der Waage herrscht.
Morning Star , Lightbearer ©scrano 2016

Antike Feiertage
- religiöse, staatspolitische, meistens für Cäsar, Augustus & Co, habe ich weggelassen:

  • 11. Oktober – Meditrinalia, Fest der ersten Verkostung und Libation des neuen Mostes
  • 15. Oktober – Equirria, Pferderennen des „equus October“ auf dem Marsfeld, wie beim bayrischen Oktoberfest – möglicherweise durchaus gewollt, da König Ludwig I. ein sehr antikenbegeisterter Monarch war.
  • 19. Oktober – Armilustrium zu Ehren von Mars

Brauchtum

  • In München endet traditionsgemäß seit 1872 das Oktoberfest, mit einem Pferderennen in der ersten Oktoberwoche. Ein solches Rennen zu Ehren der Erntegöttin Ops, der Gemahlin von oktoberfest_by_kmygraphic-d82obdbSaturn oder Consus gab es bereits im alten Rom. Nach der Tradition der Fürsten ihre Vermählungen in den Oktober zu legen, heiratete König Ludwig I. seine Braut Theresia an diesem Datum. Der Platz vor der “Bavaria”, wo die Feierlichkeit abgehalten wurde, heisst seither Theresienwiese.
  • Lichtblauer Montag wurde in Bayern am ersten Montag nach Michaelis (29.9) gefeiert, da die Handwerker wieder bei Licht in ihren Stuben arbeiten mussten. Meistens gaben die Meister den Lehrlingen an diesem Tag frei.
  • Erntedank (erster Sonntag im Oktober) In den Kirchen werden die Ernteeinnahmen gesegnet, ein verspätetes, christliches Mabon. Merklich kühler ist es schon geworden, die Tage werden jetzt immer kürzer, das Sonnenlicht macht sich langsam rar. Trotzdem gibt es auch jetzt etwas zum Feiern. Die Ernte eines langen Arbeitsjahres ist eingebracht und man kann innehalten, sich auch erstmals sammeln und Rückschau halten. Das ist ein Anlass, sich zu freuen, der Natur seinen Dank auszusprechen.
  • Land-Kirchweih Am allgemeinen (bayerischen) Kirchtag, das ist der dritte Sonntag im Oktober und dem darauffolgende Montag wird in den Gemeinden gefeiert, die keinen eigenen Kirchweihtag haben. Da gibt es zumeist Kleckselkuchen mit Zwetschgenmus, Mohn, Käseschmiere, Quark und Streusseln.
  • Reformationstag (31. Oktober) Er erinnert an den Anschlag der 95 Thesen zur Ablasspraxis der Kirche an die Dompforte in Wittenberg durch Martin Luther und somit den Beginn der Reformation. Ausgerechnet an Halloween (31. Oktober) musste der rebellische Augustinermöch das machen … honi soit, qi mal y pense …?
Herbstbepflanzung für Schalen und Kästen.Freiland-Alpenveilchen (Venus/Pluto) sind winterhart.

Herbstbepflanzung für Schalen und Kästen.
Freiland-Alpenveilchen (Venus/Pluto) sind winterhart.

Magischer Oktober – Korrespondenzen

  • Pflanzen: Herbstzeitlose (Pluto/Venus, Merkur/Neptun), Ringelblumen, Astern, letzte Dahlien (Venus, Pluto). Eisenhut (Merkur, Jupiter, Mars/Venus). Minzen, Salbei, Beifuss, Wermut, Disteln, auch die Artischocke. Venus prägt jetzt weniger die Blüten als die Früchte: Rose (Hagebutte), Weissdorn und Schlehe. Alle Rosengewächse (Venus/Mars) tragen jetzt Früchte: Rose, Apfel, Birne, Zwetschge etc. Kürbisse, Weintrauben und Äpfel gibt es jetzt im Überfluss. Letzte Pilze: Maronenröhrling, Parasol, Schirmtintling und Morcheln, sowie der Hallimasch. Die Immergrünen: Efeu, Haselwurz, Nadelhölzer fallen stärker ins Auge.
  • Baum: Walnuss, Ess-Kastanie, Haselnuss: Merkur, Jupiter, bei letzteren auch Mars/Venus – Nüsse und Maroni dienen dem Wintervorrat – in Weinbau-Regionen werden jetzt aus Edelkastanien Pürree, Süsswaren ungive_thanks_by_kmygraphic-d9ccn4id Mehl hergestellt. Das Mehl war früher ein Grundnahrungsmittel der unteren Schichten. In der Toskana, am Monte Amiata, einem alten Vulkanschlot wachsen besonders viele Maronenbäume, deren Kastanien jeder ernten darf. Hier ist eine der ärmsten Gegenden Oberitaliens und der Umstand hat zur Bildung einer dörflichen Gemeinschaft am Berghang geführt, die streng nach christlichen und kommunistischen Prinzipien lebt. Eibe  (Pluto/Venus), Erle (Neptun, Merkur, Pluto/Venus).
  • Duft: Ylang-Ylang, Benzoe, Patchouli, Rose (Venus), Minze, Oppoponax, Wermut, Beifuss, Piment, Ingwer (Pluto/Mars)
  • Gottheiten: Venus, Isis, Inanna, Erzulie, Freyja, Rhiannon, Themis, Asträa, bis zum Zodiakwechsel am 21.Oktober, dannach Osiris, Pluto/Hades, Hekate, Gwyn ApNudd, Cerrnunos, Carnayna, Cerridwen, Morrigan, Freya(Hel), Kali, Shiva
  • Zodiak:
    • Venus Urania (Waage), Yang/masculin, cardinal, Luft
    • Mars im Nachthaus, Pluto (Skorpion), Yin/feminin, fix/Wasser
  • Steine: Rosenquarz, rosa Turmalin, Blutstein (Waage), Hämatit, Granat, Jaspis (Skorpion)
  • Metall:   Kupfer – Venus, Eisen – Mars/Pluto
  • Kristalle: Rosenquarz, Smaragd, Opal, Ametrin, Topaz, Cairngorm, Alexandrit
  • Farben:  rosa, hellgrün, (Waage), Rostrot, braun, schwarz (Skorpion)
  • Elementale: Sylphen (Luft), Undinen (Wasser)
  • Tiere: Letzte Fledermäuse und Spinnen – ihre Netze prägen den zu Ende gehenden Altweibersommer, Dachs, Igel – sie rüsten sich für den Winterschlaf, Eichhörnchen – sie sammeln jetzt Vorräte, Kauz, Uhu und Raben – die klassischen Spuktiere zu Halloween – natürlich darf die schwarze Katze nicht fehlen … merrrroww!
  • Mythologische Tiere: Waagschalen (Waage), Skorpion, Manticore, Phönix
Oktoberspaziergang

Vom Herbstlaub gefiltertes Licht:
Oktoberspaziergang ©beast666 2015

Oktober-Rituale

  • Samhain, Halloween und All Hallows Eve. Samhain (ausgesprochen ‘Sau-wen’) heisst eigentlich schlicht Sommerende. Es war ursprünglich eher ein feierliches Fest zum Gedenken der Ahnen, als eine Kindergruselparty, wie in USA: Man gedenkt der Vorfahren und besonders der Menschen und Tiergefährten, die im gleichen Jahr die Jenseitsreise angetreten haben. Aber über das Brauchtum zu diesem Fest gibt es noch ausführlichere Artikel, wenn die Zeit näher rückt. An allen Erntefesten, aber besonders an diesem letzten, glaubte man in der Antike stünde der Schoss der Erde offen “Mundus Cereris Patet, oder der Schleier zwischen der diesseitigen und jenseitigen Welt würde dünner.
    Ein Kerze im Fenster, mit den Speisen der Ahnen: Nüsse und Äpfel,  ist eine Form des Gedenkens und des Bewusstseins, dass geliebte Familienmitglieder und Freunde im Herzen der Zurückgebliebenen weiterleben.
  • Kräuter zum Räuchern: Patchouli, Beifuss, Heidekraut, Minze, Oppoponax
  • Schrein: Eicheln, Bucheckern, kleine Zieräpfel, Zierkürbisse, schöne Herbstblätter, Efeuranken.
  • Kerzen: Gold, dunkelgrün, rosa, braun – silber, schwarz und goldorange für Samhain. Keramik-Teller mit farbigen Teelichtern, ein wenig Herbstdeko und ein paar Tropfen passender Duftöle wärmen die Seele und stimmen auf die dunklere Jahreszeit ein.
  • Für ein gemeinsames Erntedank- und Ahnenfest: Kürbis, selbstgemachtes Nussbrot, Süsskartoffelpürree, Kastanienkuchen, Würzwein oder Cidre, Mohnkuchen, Schweinebraten, Rosmarinkartoffeln.
  • scarecrow_by_kmygraphic-d9bvm7bEin bisschen Zeit für Ausgleich und Vorfahren: Rituale für einen gerechten Ausgleich, eine Rückschau und Familenangelegenheiten aus der Vergangenheit, die noch in die Gegenwart hineinwirken. Balance mit der Natur und die Bewusstmachung, dass alles Handeln Konsequenzen hat. Alte Bindungen und Blockaden auflösen. Erforschung des eigenen Schattenthemas und Befreiung von Ängsten. Akzeptanz der Vergänglichkeit und Hoffnung auf eine Wiederkehr des Lebens.

Im Heim

  • Herbstdeko selbermachen: Erntekränze fertigen,  Kürbisse schnitzen, Herbstblätter, Trockenblumen, Hagebutten und Kastanien sammeln…
  • Sommerklamotten ausräumen, von nun an werden Pullis gefragt sein. Keine Kauforgie starten, schaut lieber nach, was da noch vom letzten Jahr vorhanden ist!
  • Der letzte Fensterputz und Grossreinemachen vor dem Winter.

Im Garten

  • Wenn das Laub von den Bäumen fällt, muss ein Teil davon weg – bloss nicht diese amerikanischen Laubbläser !!!!!
  • Gute Idee: Mit dem Rasenmäher und einem angehängten Korb darüber fahren, dann wird das Laub gleich geschreddert, eingesammelt und kann auf den Kompost! Nur bei trockenenm Laub!
  • Kleine Laubfeuer, wenn erlaubt, liefern Asche für den Komposter. Einen Reisig- und Laubhaufen für den hoffentlich vorhandenen Igel als Überweinterungsquartier nicht vergessen!
  • Reife Komposter ausleeren, Erde aufhäufeln
  • Herbstschnitt der Rosen – auf die Hälfte kürzen, bei Kletterrosen alte verholzte Triebe entfernen – erkennt man an dunklem Kern der Zweige.
  • Blumenzwiebeln setzen und Stauden teilen und pflanzen. FallsIhr  einen Kamin/Kachelofen habt: Holz an trockenem Plätzchen aufstapeln.
  • Blumenkästen von der verblühten Sommerbepflanzung säubern und frisch dekorieren. Heide, Gartenalpenveilchen, Sedum, Efeu, Herbstastern, Purpurglöckchen sind schön und dauerhaft.
  • Kübelpflanzen (ausser Oleander, älterer Zitrus, Rosmarin und Hortensien) einräumen
  • Gewächshausgemüse (Tomaten, Zucchini, Auberginen, Paprika) wird abgeerntet – Endivien und Petersile, Schnittlauch werden gepflanzt für den Winter
  • Kürbisse sind reif
  • Kaltkeinemde Blumen aussäen
  • Es gibt jetzt Äpfel, Birnen für Saft, Kompott. Aus dem reichlich anfallenden Kernobst lassen sich Kuchen und Tartes und Apfelmus bereiten, auch gut zum Einfrieren!
 

Einen bunten Herbst mit viel Oktobersonne und leckerem Wein oder Cidre,
ein inspirierendes Samhain und gelungenes Halloween

wünschen Euch

Ambrosia und Abraxas

toamna__autumn__150_by_kmygraphic-d977pyf

 

***Wenn Euch mein Oktober-Bild gefällt: Nicht einfach downloaden, für einen ordentlichen Druck ist die Auflösung sowieso zu schlecht. Hier könnt Ihr sehen, wieviele Einzelteile hier eingeflossen sind, die teilweise auch von anderen Künstlern kostenlos zur Verfügung gestellt wurden:
Oktober, Digital painting, photomanip, smudge painting. © scrano 2015
Deren Galerien in deviantart sind auch einen Blick wert, einfach den entsprechenden Links folgen. Freundlichkeit sollte belohnt werden, in diesen Zeiten der copyright – Gier.
 

Posted by on Oktober 1st, 2016 Kommentare deaktiviert

22.9.2016: Ingress der Sonne in die Waage

model: blu dance by oldhippieart

Jetzt herrscht Venus Urania, die luftige Ästhetin.
Levitation ©scrano 2016, model: blu dance by oldhippieart

Sonne in der Waage – make love, not war. Ausführliches zum Zodiakzeichen in all seinen Aspekten.

Mythologie und Archetypen zum Waage-Zeichen

 

Yin/Yang – Fraktal: Lizard Love

Einige Schlüsselworte zum Zeichen Waage (Libra):

  • Herrscherin: Venus Urania
  • Element: Luft
  • Modalität: Kardinal
  • Deszendent – 7. Haus

Während der vier Wochen, in denen die Sonne durch die Waage läuft, könnt ihr  hier weitere Artikel zu den Themen des Zeichens: Venus, Ausgleich, Balance und Gerechtigkeit, aber auch zu den Korrespondenzen (Signaturen) finden.

Symbolblume der Venus - die Rose. Hier gleich in der Farbe der Waage: Rosa. Nostalgia III ©beast666 2015

Symbolblume der Venus – die Rose. Hier gleich in der Farbe der Waage: Rosa.
Nostalgia III ©beast666 2015

Posted by on September 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Herbstanfang: Goldener Abschied mit Calendula

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Noch blühen Goldruten, Ringelblumen und Sonnenblumen.
September Gold ©scrano 2013

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike 1804-1875

ringel

Calendula mit der Haupt-Signatur von Sonne und Uranus.
Sie blüht bis zum Spätherbst und rettet ein wenig
Sonnenschein in den Winter.
Weitere Signaturen Mond/Saturn, Venus/Mars(Pluto).

Vielseitige Calendula: Die Ringelblume war die Heilpflanze des Jahres 2009.

Denn die Ringelblume hat viel mehr zu bieten, als eine schöne Blüte. Gerade Heimgärtner, die Obst, Salat oder Gemüse im eigenen Beet ziehen, schätzen die Ringelblume in erster Linie wegen einer anderen Eigenschaft: Sie hält Schädlinge fern und dient so dem natürlichen Pflanzenschutz, eine echte Mars-Saturn-Qualität.  Gerade selbst angebaute Lebensmittel will man ja in der Regel nach Methoden des biologischen Landbaus  kultivieren. Die Ringelblume vetreibt gefräßige Schnecken und auch Fadenwürmer. Zur Abwehr einer SCHNECKENINVASION muss ein Beet allerdings vollständig von einer Ringelblumenrabatte umzingelt werden. Gegen Fadenwürmer (Nematoden) reicht es aus, die Blumen in regelmäßigen Abständen mit ins Beet zu pflanzen. Hier ist die Wirkung wie bei Tagetes.

Die Ringelblume (Calendula officinalis) aus Südeuropa wurde ab dem 12. Jahrhundert nach Mitteleuropa eingeführt und fand schnell  ihren Platz in Kloster- und Bauerngärten.
Der Name “Calendula” bezieht sich auf die “Calendae”, die römische Bezeichnung für den Monatsanfang. Die Ringelblume erhielt diesen Namen, weil sie über viele Monate, bis hinein in den Herbst blüht. Die Ringelblume wird hierzulande ähnlich der Tagetes in Mexico, im Totenkult verwendet (Pluto). Traditionell schmückt die Ringelblume auf Friedhöfen die Gräber und setzt mit ihrer lebendigen Farbigkeit einen Kontrapunkt zum Tod. Durch dieses Brauchtum hat die Ringelblume auch den Namen “Totenblume” bekommen. Neben den Kürbissen ist sie auch ein Schmuck zu Halloween. Die Calendula verströmt einen harzig-balsamischen Geruch, dies zeigt eine Sonnen-Signatur. Sie zählt zu den alten Volks-Heilpflanzen und wegen der vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten zu den Panaceae. Sie wurde schon früh in Heilpflanzenkatalogen geführt, was der Namenszusatz “officinalis” belegt. Schon Hildegard von Bingen schätzte die Ringelbume und nannte sie “Ringula” oder “Ringella”. Leider wird sie modern fast nur noch äusserlich eingesetzt., die goldenen Zungenblüten schmücken höchstens noch Kräutertees oder werden zur Wollfärbung verwendet. Dabei hat sie auch als Teezubereitung einiges zu bieten.

Magen und Darm: (Mond/Saturn, Pluto/Mars)

  • Ringelblumen-Tee stärkt die Verdauungsorgane, lindert Brechreiz und hilft Magengeschwüre (Mond) abzuheilen.
  • Ausserdem wird die Gallensekretion (Mars) verbessert.
  • Ringelblumentee wirkt leicht abführend und wurmtreibend (Pluto, Saturn)
  • Hämorrhoiden, als Sitzbad (Pluto)

Rachen- und Mundschleimhaut (Venus, Mond)

  • Ringelblumentee oder verdünnte Tinktur hilft als Spül- und Gurgelmittel

Angegriffenes Nervenkostüm (Uranus, Mond)

  • Ringelblumen-Tee oder Tinktur kann gegen Kopfschmerzen (Mars, Mond)  und Einschlafstörungen (Mond) helfen.
  • Schwindelanfälle (Uranus) werden gemildert. Man kann die Ringelblume auch gegen Panikattacken (Uranus, Mars) verwenden.

Frauenprobleme (Mond, Venus)

  • Durch ihre krampflösenden Eigenschaften (Venus, Mond) kann die Ringelblume bei Periodenkrämpfen helfen.
  • In der Ringelblume ist das Phyto-Östrogen Beta-Sitosterol enthalten (Venus), welches unregelmässige Zyklen ausgleicht und Beschwerden der Wechseljahre lindert.
  • Der Inhaltsstoff Stigmasterol fördert den Eisprung und somit indirekt auch die Regulierung des Zyklus (Mond, Venus). Auch Unfruchtbarkeit kann so behoben werden, wenn sie aufgrund von ausbleibendem Eisprung besteht.

Äusserliche Verwendung

Das Haupteinsatzgebiet der Ringelblume ist, wie schon erwähnt die äusserliche Anwendung. Sie wirkt fördernd auf die Granulationsbildung beim Wachstum neuer Haut (Saturn, Venus). Ausserdem wirkt sie abschwellend, entzündungshemmend (Venus, Mond), antibakteriell und pilzhemmend (Saturn, Pluto). Häufig wird auf die Wirkungsverwandschaft von Ringelblume und Arnika (Uranus, Sonne) hingewiesen. Die Ringelblume wirkt jedoch sanfter, was sie im Endeffekt besser einsetzbar macht, weil man sie auch verwenden kann, wo Arnika zu stark reizend wäre. Ich kann z.B. Ringelblumentinktur und Hautsalben gut vertragen, auf Arnika reagiere ich mit Ausschlag. Auch zur längerfristigen Anwendung ist die mildere Wirkung günstiger.

  • Man kann Ringelblumen-Tee auch für Wickel, Waschungen und als Bad anwenden.
  • Ringelblumen-Tinktur eignet sich für Einreibungen und Umschläge..

Hauptsächlich wird die Ringelblume traditionell als Salbe angewandt.

  • Man kann sie für nahezu alle Arten von Hautverletzungen und Hautentzündungen einsetzen, eine hervorragende Zusammenarbeit des Mond/Saturn mit dem Venus/Mars-Prinzip.
  • Auch leichte Brandwunden, Sonnenbrand (Mars, Sonne) und Ekzeme (Saturn, Mond) kann man mit Ringelblumen-Salbe behandeln.
  • In der Apotheke gibt es auch eine Gel-Zubereitung, wenn eine Fettbasis nicht so geeignet ist.
  • Neben offenen Verletzungen (Mars) ist Ringelblumensalbe gut gegen Quetschungen, Verstauchungen und blaue Flecken nach kleinen Unfällen. (Uranus).
  • Auch Krampfadern und Krampfadergeschwüre (Venus, Mars) können mit Ringelblumensalbe behandelt werden,
  • ebenso wie Wunden durch Wundliegen (Dekubitus)
  • Warzen kann man mit frischen, zerquetschten Blättern bekämpfen, wie bei Schöllkraut (Mond, Saturn).
  • Auch als Hämorrhoiden-Salbe (Pluto)
Ringelblumen verleihen Herbstbeeten Farbe.

Ringelblumen verleihen Herbstbeeten Farbe.

Meine Mutter hat schon selbst Ringelblumensalbe auf Schweineschmalzbasis hergestellt: Nicht zu grosse Mengen ansetzen, lieber öfter mal frisch zubereiten. Ringelblumen gibt es fast das ganze Jahr über frisch, im Winter getrocknet.

  • 70 gr Schweineschmalz
  • ca. 6 gr getrocknete Ringelblumen-Blüten (Flos Calendulae) aus der Apotheke oder dem Eigenanbau: Verwendet werden nur die Zungenblüten des Randes ohne Körbchen. Bei Frischblüten den doppelten Ansatz verwenden.
  • Salbentiegel aus Glas oder Keramik
  1. Schweineschmalz in Stücke in ein möglichst kleiens Töpfchen geben.
  2. Bei milder Hitze vollständig schmelzen.
  3. Ringelblumen-Blüten in das geschmolzene Schweineschmalz geben.
  4. Einrühren, bis alle vollständig mit Fett bedeckt sind
  5. Bei kleiner Flamme soll die Mischung etwa eine halbe Stunde vor sich hinsimmern. Nicht fritieren!
  6. Abkühlen und über Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag behutsam wieder aufwärmen und schmelzen, nicht mehr kochen.
  7. Einen kleinen Salbentiegel mit Filterpapier (Teefilterbeutel) auslegen, dann das Salbenfett durch den Filter in den Salbentiegel abgiessen.
  8. Flüssig ist die Salbe kräftig gelb, nach dem Aushärten wird sie deutlich heller.
  9.  Mit einem Küchenpapier bedeckt abkühlen lassen, Salbentiegel gut verschiessen und beschriften.

Im Kühlschrank aufbewahren, dann hält sie länger. Ca. 1 Jahr verwendbar, mit Spatel oder kleinem Eierlöffel entnehmen, um Verkeimung zu vermeiden.

Ringelblumen-Tinktur für äussere Anwendung

  • Ringelblumen-Blüten (frisch oder getrocknet: Mit getrockneten Blüten wird die Tinktur konzentrierter)
  • Doppelkorn oder Weingeist
  • Weithalsflasche (Milch oder Sahne) mit twist-off Verschluss
  • dunkle Apothekenflasche

Zubereitung

  1. Blüten einfüllen, bis etwa halbvoll
  2. Alkohol über die Blütenblätter geben, bis sie gut bedeckt sind.
  3. Tinktur zwei bis sechs Wochen an einem warmen Ort stehen lassen.
  4. Nach und nach nimmt die Tinktur immer mehr Farbe an.
  5. Fertige Tinktur durch ein Kaffeeefilter in ein Becherglas abziehen.
  6. Anschliessend wird die Tinktur in eine dunkle Flasche abgefüllt.
  7. Gut verschliessen und beschriften
  8. An einem dunklen, kühlen Platz gelagert hält sich so eine Tinktur mindestens ein Jahr.

Man kann diese Tinktur auch gegen Akne einsetzen: Pickel damit betupfen. Für die Schönheitspflege gibt es auch Zubereitungen mit Ziegenbutter oder Pflanzenöl-Auszüge. Auch Sonnencreme kann man selbst herstellen, wie oft in Ratgebern für die Eigenproduktion von Kosmetikprodukten beschrieben.

  • Dazu gibt es auch Bücher aus der altbekannten HOBBYTHEK-Reihe.

Schliesslich kann man sich junge Blätter und auch Blütenblätter als Salat-Zugabe schmecken lassen. Früher wurde damit auch Reis gefärbt, als Kurkuma noch nicht bekannt und Safran viel zu teuer war.

Und wie immer: Beschwerden abklären lassen. Heilpflanzentipps ersetzen nicht den Gang zum Heilpraktiker oder Arzt.

 

Posted by on September 20th, 2016 Kommentare deaktiviert