Posts Tagged ‘Kelten’

 

Blessed Samhain oder Happy Halloween!

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 Samhain Blessings! ©scrano 2015

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Beiträge zum Fest, All Hallows Eve, Samhain oder Allerheiligen sind im Archiv zu finden. Rezepte gibt es noch hier.

Trick or Treat und fröhliches Gruseln oder romantisches Schaudern!

Filme für heute abend:

  • Sleepy Hollow
  • Practical Magic
  • Dracula (kultig mit Christipher Lee oder seriös mit Gary Oldman, lustig mit Leslie Nielsen)
  • The Craft
  • Die Hexen von Eastwick
  • Dark Shadows
  • Die Mumie
  • Die Addams Family
  • The Munsters (Original in b/w)
  • Donnie Darko
  • Hexen hexen
  • Hocus Pocus
  • Leonore, ein poetischer Vampirfilm mit der Musik von Cat Stevens
  • I followed a Zombie (kein Splatterfilm, sondern Filmkunst von 1942)
  • Cat People oder Tourneurs Original: Katzenmenschen
  • Night of the Demon (Jaques Tourneur)
  • Night of the Eagle (mit Peter Wyngarde!!)
  • Die Neun Pforten
  • Beetlejuice
  • Teen Wolf
  • Wolf (Jack Nicholson als Werwolf)
  • American Horror Story: Coven
  • Die Nacht der lebenden Loser (abgedrehte Parodie von Teenie-Horror-Sex-und Zombiefilmen). Kommt gut nach ein paar Dosen meines Halloween-Punsches.
  • für Kids: “Harry Potter und der Feuerkelch” und “Harry Potter und der Gefangene von Askaban” und “HuiBuh”.

Auf Splatter- und die ewig gleichen, unappetitlichen Zombiefilme (eine echte Seuche!) kann ich jedenfalls verzichten. Ich will etwas gepflegten oder spassigen Grusel, nicht mich zu Tode langweilen! Wenn ich Zombies sehen will, schau ich  Parlamentsdebatten an oder Talkshows. Filme wie “Der Exorzist” oder “Das Ritual” muss ich auch nicht haben, die gehören in die Kategorie religiöse Propaganda. Der Satan ist kein extern agierendes Wesen, er sitzt in der menschlichen Psyche.

An alle Katzenbesitzer: Haltet Eure Miezen an Halloween im Haus, besonders wenn sie schwarz sind: Spinner gibt es immer wieder, darüber habe ich schon in meinem Artikel “Ein Hauch von Sommerland” geschrieben.

Halloween Punsch mit Preiselbeeren für den Blut-Effekt:

  • 1 Flasche trockenen Rotwein (nicht zu herb)
  • 1/2 l Orangensaft (mild, mit Fruchtfleisch)
  • 10 cl Amaretto
  • 1 Dose Preiselbeeren (z.B. Schwartau) mit passender Konsistenz
  • 3 EL Mascobado-Zucker oder 50-70 ml Ahornsirup

In einen Topf geben, erhitzen, nicht kochen. Bei Bedarf nachsüssen. Wer die (unbehandelten) Orangen selbst auspresst: Orangenspiralen aus der Schale für Dekozwecke verwenden.

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Kesselgöttin Cerridwen bewacht die Schwelle zur Anderswelt.
Blessed Samhain ©scrano 2017

Ein kurzer Rückblick auf Samhain:

Jedes Jahr in der Zeit vom 31. Oktober zum 2. November wird in vielen, ursprünglich aber nur in  katholischen Ländern, Halloween / Allerheiligen und Allerseelen gefeiert.

Halloween, wie es uns vor allem aus den USA durch seine auffälligen Kürbislaternen bekannt ist,  hat seinen Ursprung aber eigentlich in einem vorchristliches Toten- und Ahnenfest, wie es vor allem in keltischen Regionen gefeiert wurde. Die meisten Bräuche stammen daher aus Irland und Schottland.

Katholisch = Allerheiligen am 1.11. ist das Fest der vielen namenlosen Märtyrer, während an Allerseeelen, dem 2.11. tatsächlich der Verstorbenen, früher eben der Ahnen in der Anderswelt gedacht wurde. Ein eher stilles Familienfest, wo die man der Grenze zwischen Vergangenheit und Zukunft, der Unerbittlicheit der Zeit, aber auch der Hoffnung einer neuen Generation gewahr wird. Da Halloween ein Mondfest war, dauerte es vermutllich drei Tage, vom Abend des Oktoberschwarzmonds bis zum Erscheinen der ersten schwachen Sichel, also nach dem modernen Datum vom 31.10. bis zum 2.11. Im letzten Jahr, 2016 traf das Kirchendatum sogar mit dem paganen Neumondsfest zusammen.

Heute ist auch St.Wolfgang-Tag, ein Heiliger aus dem 10. Jhd. der mit Exorzismus und Spukaustreibung assoziiert wird. Interessanterweise gab es in den hauptsächlich süddeutschen und österreichischen Gebieten, wo er verehrt wird, und besonders in der Nähe von Wallfahrtsorten zu seinen Ehren, früher den Brauch des Sündenabstreifens an Samhain. Dafür wurde durch Felsspalten oder enge Höhlengänge gekrochen, an besonderen Plätzen, die bereits in heidnischen Zeiten kultisch genutzt waren, und dann dem Wolfgangsbrauchtum einverleibt wurden. Etwas ähnliches gibt es noch in Irland und England, wo man sich durch extra durchbohrte Megalithen zwängt. Auch das Durchkriechen unter dem Grab des St.Ives zum Sündenerlass in der Bretagne gehört in diese Kategorie. Bei den keltischen Schlupfsteinen ging es in den ursprünglich magischen Ritualen eher um Fruchtbarkeit und Geburtshilfe – real und spirituell, es wurde der Segen der Erdmutter erbeten. Gerade in Süddeutschland gibt es in den ehemals keltisch geprägten Regionen eigentümliche unterirdische Kammern, sogenannte Erdställe, die aus dem frühen Mittelalter stammen*** – sie weisen seltsame, absichtlich angelegte, enge Durchschlupfe auf – vielleicht auch ein Vehikel zum Loswerden von seelischen oder spirituellen Altlasten, oder auch körperlicher Gebrechen. Der Abstreif-Brauch wurde später von der Kirche durch das lukrativere Fegefeuer ersetzt, da musste man durch bezahlte Messen seiner Angehörigen erlöst werden, statt noch zu Lebzeiten selbst aktiv zu handeln.

Echtes Grab von St.Ives, Schutzpatron der Bretagne, neben St.Anne, der christianisierten Erdmutter Ana.An einem Pardon (Walfahrt) im Mai kann man hier seine Sünden abstreifen.St. Ives, Treguir-Minihy ©beast666

Grab von St.Ives, Schutzpatron der Bretagne, neben St.Anne, der christianisierten
keltischen Erdmutter Ana. An einem Pardon (Wallfahrt) im Mai kann man hier seine
Sünden abstreifen. St. Ives, Treguier-Minihy ©beast666  2007

 Referenzen im Samhain-Bild – Alchemie-Effektbrush: obsidian dawn

***für manche der Erdwerke wird über ein wesentlich höheres Alter spekuliert.

 

Posted by on Oktober 31st, 2016 Kommentare deaktiviert

Herbstmond: Totenblumen, Schädelkult und St. Yves

Halloween Flower 2014

Halloween Flower 2014
©scrano 2014

Ein paar Spinnweben und spukige Krabblerspiralen auf einer typischen “Totenblume”: Orange+gelb, oft mit einem Hauch rostrot, wie die Farbe getrockneten Blutes. Sowohl Ringelblume als auch Tagetes (Flos de la Muertos) werden gerne  als Grabblumen verwendet. Auch die Aster und die Chyrysanthemen rechnet man zu den Allerheiligenblumen. Zum berühmten “Tag der Toten” in Mexico werden Unmegen von Tagtes-Blüten herangeschafft, um die Strassen und Gräber zu schmücken. Das Fest selbst und auch die Blumenpracht geht noch auf die Azteken zurück.

Süsser Tod: Zuckerfiguren f ür dia de las muertos.Sie ersetzen die einstigen Schädelgestelle.

Süsser Tod: Zuckerfiguren für “dia de las muertos”.
Sie ersetzen die einstigen Gestelle mit echten Totenköpfen.
„Alfeñiques 3“ von Tomás Castelazo Lizenziert unter CC BY-SA 2.5

Nach altmexikanischem Glauben kommen die Toten einmal im Jahr am Ende der Erntezeit zu Besuch aus dem Jenseits und feiern gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik, Tanz und gutem Essen. In präkolumbianischer Zeit gewährten die Azteken sogar ihren Feinden einen Ort, an den die Geister zurückkehren konnten. Der Kopf galt als Sitz der Seele, daher wurden auf dem Tzompantli, einem besonderen Gestell, die Schädel als Gefäß für die Geister ordentlich aufgereiht. Im Verlauf der spanischen Mission, nachdem vergeblich versucht wurde, das Fest abzuschaffen, wurden die Feiern mit den christlichen Feiertagen Allerseelen und Allerheiligen zusammengelegt. Parallelen zwischen der christlichen  und der indigenen Vorstellung vom Jenseits ermöglichten diese Verschmelzung. Auch die Azteken sahen den Tod nicht als Ende, sondern als Anfang neuen Lebens: Nur eine Übergangsphase zu einer anderen Daseinsform. Durch die Verbindung mit dem christlichen Glauben entstand so ein einzigartiges, synkretisches kulturelles Fest, in dem die Bräuche des vorspanischen Mexiko teilweise überleben konnten. Wer sich zusätzlich informieren will: Im Brauchwiki steht dazu ein sehr ausführlicher Artikel.

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Kopfreliquie von St. Ives, Treguier.
©beast666 2008

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Schädelschrein in der Kirche von Roscoff, Bretagne
©beast666 2008

Nördlich der Alpen  und in Mitteleuropa betrieben die Kelten ebenfalls einen besonderen Schädelkult: Sie waren sozusagen Kopfjäger, eine Sitte, die wohl von den Skythen übernommen wurde. Auch hier galt der Kopf als Gefäss der unsterblichen Seele. Die Schädel von besonders tapferen, beim Zweikampf getöteten Feinden, aber auch der eigenen geehrten Vorfahren wurden aufwendig präpariert und in Nischen nahe dem Hauseingang aufgestellt. Oft bemalt und geschmückt, sollten sie die darin Lebenden beschützen. Dieser Brauch ist im österreichischen Hallstatt bis heute erhalten geblieben: Über der Eingangstür stehen oft noch auf einem Brett die Schädel der Urahnen aus der eigenen Familie, mit Namen und schöner Bemalung. Früher gab es sogar einen eigenen “Schädelmaler” für diesen Brauch.  Auch in der ebenfalls keltischen Bretagne fand ein besonderer Begräbnis-Ritus noch bis ins 19. Jhd statt:  Nach dem Tod wurde der Schädel, wie bei den Vorfahren von den britischen Inseln**, extra präpariert und in Nischen in der Kirche aufgestellt, in extra dafür angefertigten Schmuck-Schreinen. Der Rest der sterblichen Überrreste kam ins Ossuar, einem Gebäude neben der Kirche, das der Aufbewahrung der Totengebeine dient. Wen wundert es dann, dass vom heilgen Yves, Schutzpatron der Bretsgne, heute noch zu besonderen Anlässen eine prächtige Kopfreliquie ausgestellt wird, zu deren Verehrung sich viele Pilger auf den Weg machen, um Schutz und Hilfe zu erbitten.

In unseren Breiten ist die Ringelblume als Grabschmuck beliebt, obwohl sie eigentlich aus dem Mittelmeerraum stammt.

Calendula officinalis, Ringelblume - Marigold.©beast666

Calendula officinalis, Ringelblume – Marigold.
©beast666

Horoskop des heiligen Yves, der ein streitbarer, sozial engagierter Armen-Anwalt und Richter war, neben seinem Priesteramt. Er war Pfarrer in der kleinen Kirche seines Geburtsortes Treguier-Minihy, wo auch eine Wallfahrt (frz. pardon) stattfindet. Hier befindet sich auch sein echtes Grab, in der Kathedrale von Treguier sind nur seine Reliquien aufbewahrt. Der prächtige Marmor-Schrein dort stammt aus dem 19. Jhd.

Ivo Helry, wie viel Heilige ein Skorpion - nein das ist nicht verwunderlich, religiöse Inbriunst hat das zeichen durchaus zu bieten. Jedenfalls keine Scheinheiligkeit oder Frömmelei. Quelle:Astrodienst

Ivo Helory, wie viele Heilige ein Skorpion – nein das ist nicht verwunderlich,
religiöse Inbrunst hat das Zeichen durchaus zu bieten.
Jedenfalls keine Scheinheiligkeit oder Frömmelei.
Quelle:Astrodienst

St. Ivo HelorinKathedrale Treguier

St. Ivo Helory
Kathedrale Treguier

Ein Tipp: Beim nächsten Bretagne-Aufenthalt eine Kerze für den heiligen Yves anzünden! Nicht nur,dass er gegen die Gier der Mächtigen zu Felde gezogen ist: Ihr solltet einmal die Gebete der Pilger am Schrein von St.Yves lesen – das reinste kommunistische Manifest! Er hilft auch, wenn man für gutes Urlaubswetter bittet!  Als aufrechter Mensch mit Zivilcourage hat er  jedenfalls unseren Respekt verdient!

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St. Yves-Schrein in der Kathedrale von Treguier mit dem buntgefärbten Sonnenlicht,
das stimmungsvoll durch die gotischen Kirchenfenster fällt.
©beast666

**Die nach dem Zerfall des römischen Reiches fast menschenleere Bretagne wurde im Verlauf der Völkerwanderung im 5. und 6. Jahrhundert von Wales, Irland und Cornwall aus rebesiedelt. Daher sind hier noch viele inselkeltische Bräuche lebendig. Auch fühlt man sich bis heute nicht so recht als zur Zentralmacht Frankreich mit Sitz in Paris zugehörig.

 

Posted by on Oktober 30th, 2016 Kommentare deaktiviert

Feenquellen: Kraftorte des Wassers

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Fontana delle Fate – Feenquelle ©scrano 2015
Elfen: Roy3D

Poster erhältlich bei Ambrosia.

Gerade in der wasserreichen Oberpfalz finden sich viele Sagen von Nixen, Fluss- oder Seefräulein und Feen-Quellen, auch der eher unheimliche und manchmal bösartige Wassermann, den es auch in Tschechien gibt, ist Bestandteil lokaler Mythen.
Häufig erzählt die Sage von Geistern in Frauengestalt, teils weiß gekleidet, teils grau oder schwarz, mit weißer Kopfbinde, welche am Wasser mit Waschen beschäftigt sind; besonders zahlreich finden sie sich längs des Böhmerwaldes. Diese Art dunkle Fee stammt wahrscheinlich von der keltischen Göttin Morrigan ab: In ihrer Dreigestalt(MAcha, Babd, Nemain)  symbolsiert sie Tod und Sexualität, sowie den Schrecken der Schlacht. In der irischen Sagenwelt wäscht sie als Babd die blutige Kleidung gefallener Krieger.  Wer sie sieht wird alsbald sterben – für Krieger ist sie das schlechte Omen des nahenden Todes im Kampf. Wasserfräulein hingegen sind oft ätherisch-schön, stehen am Ufer, ein Fuss im Teich oder Bach, wie bei der Tarot-Karte “Temperantia”. Ihre Haare sind lang, entweder rabenschwarz oder goldblond, wie bei der Lorelei. Oft hantieren sie mit glänzendem Kamm oder Spiegel.

  • Hart an der Strasse von Cham nach Grafenwöhr, neben einem großen Felsen, läuft ein Brunnen, wo um die zwölfte Stunde ein Weiblein sitzt und sich die Haare kämmt.
  • Auf dem Wege von Tiefenbach nach Rötz kommt man zu einem Steg über einen Bach, da sitzt ein Weiblein, den Oberkörper nackt, die langen goldenen Haare offen, und wäscht.
  • In Weiding läuft ein Bach, da wäscht ein graues Weiblein, und kommen Leute, steht sie auf und lässt sie vorbei.
  • Derlei Weiblein finden sich in Biberbach, Tiefenbach, im Grünweiher zwischen Pleystein und Vohenstrauß.
  • Eine halbe Stunde von Massendorf bei Spalt ist der Siebenbirkenweiher: Sieben schneeweiße Jungfrauen kommen da aus dem Wald, in einer Art Prozession, und waschen sich im Weiher die Hände. Zusammen kehren sie in den Wald zurück. Die behauenen Steine in der Nähe weisen auf eine ehemalige Burg, einen Burgstall.
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Die Quelle der Waldnaab, direkt an der Grenze zu Böhmen.
Hier verläuft ein recht verwunschener Weg, zum Gipfel des Entenbühl (901m).

Magisches Wasser - es zieht den Menschen in seinen Bann. Quell allen Lebens - und wie gehen wir damit um!

Magisches Wasser – es zieht den Menschen in seinen Bann.
Quell allen Lebens – und wie gehen wir damit um!

Wenn man in den teilweise findlings-übersäten Flusstälern wandert, wo das Wasser wirklich lebendig erscheint – mit Geräuschen und Spiegelungen, Schaumkaskaden und kleinen Regenbögen, so tut sich tatsächlich eine verzauberte Welt auf. Kein Wunder, dass hier soviele alte Geschichten überliefert sind, die sich auf das nasse Element beziehen. Früher waren grosse Teile der Oberpfalz von Hochmooren bedeckt, mit jahreszeitlich unterschiedlich tiefen Tümpeln und kleinen Weihern durchsetzt. Fast wie beim legendären Avalon in Grossbrittanien trugen Nebelschleier und Irrlichter, spukige Erlen und bizarre Korbweiden an den Ufern zu einer Landschaft bei, die man ruhig eine Art Anderswelt nennen konnte. Viele Sagen sind vielleicht noch keltischen Ursprungs, da Stämme dieser ureuropäischen Kultur verstärkt in Ostbayern und Böhmen siedelten: Böhmen heisst heute noch nach den Boiern.  Eingänge in die Geisterwelt oder zu den Ahnen lagen in der keltischen Glaubenswelt an oder in Gewässern.

St. Odile - heilige Quelle.

St. Odile – heilige Quelle.

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St. Mattew Quelle bei der Einsiedelei St. They.
Pointe du Van, Finistere.

Aber auch andere Länder haben heilige Wasser: Die Otilienquelle bei Obernai ist so ein Ort. Der Berg mit dem Kloster der Schutzpatronin des Elass ist auch schon seit der Keltenzeit heilig, wenn die sogenannte Heidenmauer wirklich neolithischen Ursprungs sein sollte, ist er wohl ein Sakralort schon seit der Steinzeit. Das Wasser des Brunnens soll bei Augeneiden helfen. Velleicht ist die Überlieferung, es würde sehend machen aber auch im Sinne von Erleuchtung gemeint. Auch in der keltischstämmigen Bretagne findet man viele Wunderquellen, z.B. in Finistere, aber auch bei Auray am Golf von Morbihan und beim Wallfahrtsort Sept Saints.  Unter den heiligen Brunnen, die bei Augenproblemen gut sein sollen, gibt es erstaunlich viele im süddeutschen Raum: Vor allem Ulrichsquellen sagt man diesbezügliche Kräfte nach.

Der heilige Ulrich wird mit einem Fisch dargestellt, demzufolge er mit Wasser in Verbindung gebracht wird. Allerdings kann diese Legende auch auf Tyr oder Thor oder sogar Odin zurückgeführt werden. Der Tag des St.Ulrich am 4. Juli fällt jedenfalls mit dem altgermanischen Quellenfest am Ende der Mittsommerfeiern zusammen.

Fontana delle Fate: In Italien gibt es davon Unmengen, was noch aus der altrömischen naturreligiösen Vorstellung der Quellgeister stammt. Jede Quelle hatte eine Nymphe, eine der bekanntesten war Egeria.

Apropos Heilquellen: Thermalwasser gibt es rund um Regensburg, im Donaugrabenbruch, und besonders zahlreich in Tschechien, also bei mir quasi vor der Haustür, wegen eines immer noch bestehenden, schlummernden Supervulkans – aber keine Panik, der ist erst in 500.000 Jahren wieder so weit …

  • Marienbad, verspielt, k.und k. sehenswerte Architektur – in der Nähe liegt Kloster Tepl.
  • Franzensbad, klein echt k.und k. mit schönem Park und Wandermöglichkeit.
  • Karlsbad – nicht so mein Ding, das ist Geschmackssache, aber leckere Oblaten.
  • last but not least, das moderne Sybillenbad bei Tirschenreuth, benannt nach einer ortsansässigen Seherin aus dem 16. Jhd. – liegt gleich bei mir um’s Eck.
K.u.K Seeligkeit: Franzensbad in Böhmen, Tschechische Republik.

K.u.K Seligkeit: Franzensbad in Böhmen,
Tschechische Republik.

Alle Fotos ©beast666.

 

Posted by on Oktober 13th, 2016 Kommentare deaktiviert

Bad Urach: Steile Pfade und fallende Wasser im Keltenland

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Kleines Idyll: Brühlbach im Maisental.
Hier liegen Start- und Zielpunkte der Rundkurse.

Unsere schönsten Wanderungen führen rund um Bad Urach: Auf zwei ca. 15 km langen Rundkursen. Auf der oberen Strecke besuchen wir die Burgruine Hohenurach und wandern dann über die Kreuzhütte und die Hohenuracher Steige*** (siehe unten:”Gehzeit”) oder bequem dem Radweg folgend, zum Wasserfall weiter. Über den Abzweig Hölle/Güterstein unterhalb des Wasserfalls gelangt man zu den gleichnamigen Wasserfällen und  wieder zum Gestüt im Tal. Von hier geht es zurück zum Parkplatz im Maisental. Dafür gibt es einen eigenen Artikel, wo ich auch auf die Gütersteiner Fälle näher eingehen werde.

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Gütersteiner Wasserfälle.
Kalktuffgebilde, die ständig wachsen.

Die untere Tour, die hier beschrieben wird, gestaltet sich etwas schwieriger: Zuerst wandert man vom Parkplatz Wasserfall zum Hofgut Güterstein über einen Wirtschaftsweg durch die Obstwiesen im Maisental. Hier findet man die  Abzweigung “Gütersteiner Wasserfälle”. Hat man die Tufffelsen mit ihren Kaskaden erreicht, folgt man einem Waldweg der steil bergauf zur “Fohlensteige” führt. Man kann auch einen Abstecher zur archäologischen Stätte “Runder Berg” machen: Spuren einer frühen keltischen und späteren allemannischen Besiedlung gibt es noch zu sehen. Allerdings – im hohen Gras lauern Zecken! Die Alb war eine Region intensiven keltischen Kultureinflusses, daher wurden viele der neueren Wanderwege entlang von Viereckschanzen, Tumulusgräbern und Siedlungsresten angelegt. Solche archäologischen Pfade tragen ein Hinweissymbol, das meist ein keltisches Artefakt abbildet. Vom flachen Gipfel des Runden Bergs mit seinen Hinweistafeln gehen wir auf derselben Strecke zurück, und steigen schliesslich auf der Fohlensteige bis zur Hochfläche auf. Kurz unterhalb der Traufkante zweigt der Weg zum Camererstein und Rutschenfelsen nach links ab. In der Nähe liegt die Rohrauer Hütte, ein Albvereinshaus mit Einkehrmöglichkeit am Wochenende.

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Hohe Warte – ein Denkmal für die in den Weltkriegen gefallenen Mitglieder des Schwäbischen Albvereins.
Ein bisschen Art Deko – errichtet 1923.

Wer noch mehr vorhat, geht rechts weiter zum Fohlenhof und dem Aussichtsturm “Hohe Warte”, ein interssantes Art Deco Denkmal aus dem Jahr 1923. Die Aussicht ist  spektakulär, der Aufstieg heftig – nicht für Nachtblinde, das Turminnere ist recht dunkel. Normalerweise an Wochenden geöffnet: Den Schlüssel für den Turm gibt es wochentags  beim Hof, auf dessen Wiesen im Sommer die Fohlen und Jährlinge des Marbacher Gestüts weiden. Im eigentlichen Gestütshof St.Johann kann man ebenfalls einkehren. Vom Fohlenhof führt der Weg dorthin durch eine schöne Allee. Die Marbacher Pferde  hat schon die Queen bewundert.

Camererstein am Albtrauf. Hier hat man einen tollen Blick auf die Ruine Hohenurach.

Camererstein am Albtrauf. Hier hat man einen tollen Blick
auf die Ruine Hohenurach (Hintergrund).

Auf dem Rückweg  von der Hohen Warte oder der Rohrauer Hütte geht es  auf den Wanderweg nach rechts bis zum Wald. Hier passiert man einen Karsteinbruch (Doline), in dem ein kleiner Brunnen (Rutschenhofbrünnle) verborgen ist. Daran vorbei erreicht man die steile Traufkante mit dem natürlichen Amphitheater der Rutschenfelsen, wo sich ein spektakuläres Panorama bietet. Neben dem Tuffsteindenkmal Camererstein  steht eine Bank zum Verweilen.  Im Hochsommer ist es hier ziemlich heiss! Ab hier führt der Weg nach rechts (rotes Dreieck), immer am Trauf entlang in Richtung “Uracher Wasserfall”, zu dem man über einen steilen Abstieg mit Serpentinen und einigen spektakulären Aussichtspunkten -nicht ganz ungefährlich!- gelangt.   Auf der Wasserfallwiese mit Biergartenatmosphäre stehen einige prächtige alte Bäume und es gibt einen Kiosk mit Brotzeit und Getränken.

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Wasserfall des Brühlbachs mit vielen Kaskaden und kleinen Nebenschauplätzen.
Bezauberndes Zentrum meines Broceliande.

Die letzte Wegstrecke führt über die Wasserfalltreppe zurück ins Maisental. Hier hat man die beste Sicht auf das nasse Spektakel in seiner ganzen Pracht. Zum Maisental gehört eine Hochwiese, durch die der Brühlbach abfliesst. Dessen tiefes Bett mit Kaskaden und umgestürzten Bäumen bietet einen leicht verwunschenen Anblick. Die Wiesen beherbergen vor allem im Frühjahr und Frühsommer seltene Blumen, auch Orchideen. Im Maisenstüble in der Nähe des Parkplatzes gibt es eine weitere Einkehr.

Haselwurz - Asarum europaeum.Eine alte Hexenpflanze.

Hexenpflanze: Haselwurz – Asarum europaeum. Sieht Alpenveilchen ähnlich.
Beide sind Venus/Pluto und Mond/Saturn Gewächse.

Am Boden des Waldes in Wasserfallnähe, besonders im Bereich der “Hölle” am unteren Abzweig nach Güterstein findet man eine interessante Pflanzenwelt: Efeu, Waldmeister, Aronsstab, Stinkende Nieswurz, Seidelbast und grosse Flächen der immergrünen Zauberpflanze Haselwurz. Diese steht unter der Haupt-Signatur Venus/Mars(Pluto), wie man an den herz/nierenförmigen Blättern und dem leicht pfeffrigen Geruch erkennen kann. Eine Zuordnung zu Saturn zeigen neben dem Wintergün der Blätter, die purpur-braunviolet gefärbten bodennahen Blüten, obwohl deren Dreizähligkeit wieder Neptun/Pluto oder Jupiter entspricht. (Olympische Trinität: Jupiter-Neptun-Pluto, sie haben eine Affinität zur Drei, Sechs, Neun und Zwölf.) Es liebt feuchte Standorte und ist ein Schattengewächs mit schnell vergänglichen Blüten, daher ist auch der Gegenpol zum Saturn (Mond) sichtbar. Asarum gehört als Mond- und Venuspflanze zu den uteruswirksamen Drogen. Merkur/Neptun zeigt die rankende Wuchsform und die psychoaktive Wirkung, ausserdem wirkt das Rhizom äusserlich lokal betäubend.

Haselwurz - Asarum europaeum.quelle:wiki

Haselwurz – Asarum europaeum. Quelle:wiki

Asarum europaeum gilt als Abwehr- und Schutzzauber (Mars), auch zur schwarzen Kunst (Pluto/Saturn) wurde es verwendet. Mittelalterliche Hebammen beendeten mit einer Mixtur aus Sadebaumrinde, Wermut, Haselwurz und Poleiminze oder Petersilienwurzel unerwünschte Schwangerschaften, was damals hiess, die vielleicht  achte, neunte oder noch schlimmer. Eine andere Möglichkeit der Verhütung war wegen der kirchlichen Intervention nicht mehr sonderlich verbreitet. Auch diese pflanzlichen Abortiva waren gefährlich, die enthaltenen Inhaltstoffe ziemlich toxisch. Frauen starben häufig bei solchen Experimenten, das zeigt schon das ganze Ausmass an Verzweiflung. Pharmakologische Effekte: Niesreiz, Erbrechen, krampfartiger Durchfall, Magenblutung, Gebärmutterkrämpfe mit Blutungen. In der Volksmedizin wurden eher die Blätter als das stärker wirkende, scharf nach Ingwer riechende Rhizom (Mars/Pluto) verwendet, sowohl äusserlich bei Hautausschlag und Kopfhautgrind (Tinktur oder Abkochung) als auch innerlich – als drastisches Purgiermittel (Mars/Saturn). Dazu wurde eine Art Tee oder auch Weinsud hergestellt, der dann durch die Nase geschnaubt, oder seltener, getrunken wurde. Eine Salbe aus dem Rhizom wirkt durchblutungsfördernd, daher wurde es auch früher gegen Ischias angewendet.

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Nesselblättrige Glockenblume.

Glockenblumen wachsen in vielen Unterarten auf der Schwäbischen Alb. sie sind typische Zeigerpflanzen für Kalkböden, die nesselblättrige Variante liebt feuchte Wälder.

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Hirschzungenfarn – eher selten in heimischen Gefilden.
Am Urachfall bedecken ganze Teppiche besonders die Steilhänge.

Schwierigkeit:

  • Für geübte, trittsichere Wanderer mit Bergstiefeln. Stöcke nicht vergessen! Mehrere Steigungen, ca. 300m Höhendifferenz. Kopfbedeckung, Sonnenschutz und Mückenschutz! Bei Nässe sind die Abstiege gefährlich!
  • ***Hohenuracher Steige: Der Aufstieg ist sehr steil, der Ausblick super! Zur Wasserfallhochwiese steigt man über eine steile Steintreppe ab, wer das nicht möchte, kann auch direkt zum Rutschenfelsen weiterwandern und die Fohlensteige (Abzweig beim Gestüt) nach Güterstein nehmen.

Gehzeit:

  • Ohne Rastpausen und Abstecher zur “Hohen Warte” ~5 h. Die beste Zeit ist der Morgen bis zum frühen Nachmittag. Das ganze Jahr durch begehbar, allerdings im Winter Eisbildung auf den Steilpfaden – da ist die zweite Tour besser geeignet. Wochenende vermeiden oder Sonntag ab 8:00 Uhr morgens wählen. Trotz der wenig familientauglichen Strecke sind viele Wanderer unterwegs.
  • Die komplette Tour: Ruine Hohenurach, Uracher Steige, Wasserfallwiese, Rutschenfelsen, Gestüt St. Johann, Hohe Warte, Fohlensteige, Gütersteiner Fälle, Gut Güterstein, Maisental dauert je nach Rast und Einkehr ca. 7 Stunden und stellt einigen Anspruch an die Kondition, da mehrmals steile Auf- und Abstiege bewältigt werden müssen.

Einkehr:

  • Maisenstüble, Rohrauer Hütte, Gestüt Güterstein, Wasserfallhütte.
  • Ordentlich zu trinken mitnehmen, und eine kleine Vesper einpacken, da viele Albvereinshäuser, ausser am Wasserfall, nur am Wochenende geöffnet sind.

Fototipp:

  • Der Wasserfall und das Maisental liegen morgens gegen 9:00 Uhr im schönsten Licht.
  • Nach Regenfällen brausen die Fälle besonders stark – allerdings werden die Wege dann rutschig und die Kalkfelsen können regelrecht schmierig sein.

Tiere:

  • Blindschleiche, Feuersalamander, Fledermaus, Schwarzspecht und Roter Milan.
  • Viele Schmetterlinge, auch Trauermantel und Schwalbenschwanz.
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Pyramiden-Hundswurz im Mai. Anacamptis pyramidalis.

Pflanzen:

  • Buschwindröschen, Scharbockskraut, Nieswurz, tolle Farne, Aronsstab, Orchideen, nesselblättrige Glockenblume.
  • Seidelbast, Haselwurz, Pilze, Knoblauchsrauke, Wasserkresse … je nach Jahreszeit

Alle Fotos:@beast666 2012-16

Posted by on September 8th, 2016 Kommentare deaktiviert

Vom Randecker Maar zum Schopflocher Moor

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Auchtert mit Bank und Aussicht zur Burg Teck.
Hier führt der Weg zum Randecker Maar vorbei.

Wir starten beim Wanderparkplatz Breitenstein und gehen Richtung Albtrauf zum Aussichtspunkt. Dort befindet sich ein Bronzepanorama mit Richtungsweisern. Der Blick zur Teck, Limburg und den Stauferbergen ist spektakulär. Der Weg zum Randecker Maar führt über den Auchtert mit seiner einsamen Baumgruppe und einer Aussichtsbank auf zwei Wegen: Kurz hinter der Linde nach rechts über einen Wiesenpfad, das ist die kurze Strecke. Oder man verfolgt den Albtrauf am Mörikefels vorbei, bis zum Abstieg zur Zipfelbachschlucht, überquert den Bach und steigt auf der anderen Seite im Maarkessel auf. Hier hat man die Wahl auf der kurvigen schmalen Landstrasse und an der Maarschäferei entlang zu wandern, oder einen Feldweg an den Weiden des Bauernhofs Ziegelhütte zu benutzen. Die zu dem Gehöft gehörende Maarstube und Käserei bieten Kulinarisches aus Eigenproduktion und am Wochenende auch eine Einkehr. Näheres zu der Teilstrecke habe ich schon im ersten Teil des Artikels gepostet: Biokäse und Zauberpflanzen.

Prächtiger Zwerghahn an der Ziegelhütte. Klein, aber selbstbewusst …

Prächtiger Zwerghahn an der Ziegelhütte. Klein, aber selbstbewusst …

Durch eine alte Lindenallee geht es dann am Maar-Rand entlang bis zur Strasse nach Römerstein. Hier zweigt der Weg dann in Richtung “Otto Hofmeister Haus” ab, das jetzt das romantische Hotel “Albengel” beherbergt. Dieser Panoramaweg bietet einen tollen Blick auf die Limburg und die Stauferberge.

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Blick auf die drei Kaiserberge:
Hohenstaufen – Rechberg – Stuifen

Im Vordergrund eine der vulkanischen Felsbomben, eine Folge der phreatischen Eruption des Kircheim-Uracher Vulkans. Hier floss keine Lava, sondern wurden regelrecht Trichter herausgesprengt – welche mehrere Maarkessel bildeten – wie in der Vulkaneiffel. Das Randecker Maar, einst auch ein mit Wasser gefüllter Kessel von rund einem Kilometer Durchmesser, wurde mit dem Zurückweichen des Albtraufs durch Erosion vom Zipfelbach angenagt und zum Auslaufen gebracht.  Fossilien des einstigen Sees sind in der Maarstube ausgestellt.

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Dem starken Wind zum Trotz – einsamer Baum am Randecker Maar.
Ein Speierling, dessen Fruchte für die Mostkelterei nützlich sind.

Hinter dem Otto Hofmeister Haus führt ein Wiesenpfad bzw. Schotterweg zur Torfgrube, dem Sumpfbiotop Schopflocher Moor. Einst ebenfalls ein Maarsee, verlandete es im Lauf der Jahrmillionen, und es bildete sich ein Hochmoor, eines der wenigen auf der sonst wasserarmen Schwäbischen Alb. Auf einem hölzernen Bohlenweg – und nur auf diesem! – kann das Moor durchquert und seine besondere Pflanzen- und Tierwelt aus der Nähe beobachtet werden. Man muss nicht Angst haben zu versinken, der “Holzweg” schützt die Vegetation vor dem Menschen.

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Ein sehr altes Naturschutzgebiet, wie man an dem Schild erkennen kann.

Den Kern des Biotops bildet ein Moorwäldchen mit Birken und Heildelbeer-Schlägen. Es errinnert mich an die typischen leicht morastigen Wälder in der Oberpfalz, wo es noch viele Hochmoore und Sumpfwiesen gibt, wegen der ebenfalls zahlreichen Seen und Weiher.  Der Untergrund ist dort häufig ebenfalls Vulkangestein, das sich vom Rauhen Kulm in Franken bis zu den K.und K. Bädern in Böhmen zieht. Auch in dieser Gegend gibt es, wie rund um Bad Urach viele Heilquellen und Thermalwässer.

Bohlenweg durch das Moorwäldchen.

Bohlenweg durch das Moorwäldchen.

Am Ende des Bohlenwegs wartet ein kleiner Tümpel mit Rohrkolben und blauen bzw. gelben Iris. In ihm tummeln sich im Frühling viele Kaulquappen, so dass es im Hochsommer wohl zu einem ziemlichen Froschgequake kommen dürfte.

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Sumpf-Iris (Mrkur/Neptun(Jupiter) und Schlangenknöterich (Mond/Saturn, Merkur/Neptun)
haben ihre Hauptblüte im Juni/Juli.

Die Wurzel des Drachenkrauts (Bistorta officinalis) und die jungen Blätter, Blüten und Samen
kann man als Wildgemüse essen. Getrockntetes Schlangenwurzelrhizom wurde zu Mehl verarbeitet. Iriswurzel findet man in Kosmetika.

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Blutweiderich (Lythrum salicaria) – eine vielseitige Heilpflanze – Panacea.
Jupiter(Neptun)/Merkur, Mars/Venus, Mond/Saturn.
Früher ein Nothelfer bei Ruhr und Cholera. Blutstillend.

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Teich mit Iris und Kaulquappen. Grössere Bestände des Sumpfschachtelhalms
sind auch anzutreffen.

Geflecktes Knabenkraut.

Geflecktes Knabenkraut. Eine heimische Orchidee, die im Mai blüht.
An schattigeren Stellen kann man das weisse Walldvögelein finden.

Esel auf den Maarwiesen.

Esel auf den Maarwiesen, sie gesellen sich gerne mit Schafen.

Nach dem etwa 15 minütigen Durchgang durch das Schopflocher Moor kehrt man auf dem gleichen Weg zurück, auf der Landstrasse bis zum Parkplatz. Dort überquert man die Strasse und wendet sich nach links, wieder am Maarkessel entlang. Dort gelangt man auf den kurzen Weg zum Auchtert und schliesslich zum Breitenstein.

Gesamtstrecke: 1.5 h ohne Einkehr, viele wunderschöne Panaorama-Ansichten des Albtraufs und der vorgelagerten Zeugenberge.

Einkehrmöglichkeit: Maarstube, Restaurant und Biergarten des Landgasthofs “Albengel” im “Otto Hoffmeister Haus”. Hier gibt es auch Übernachtungsmöglichkeiten.

Schwierigkeitsgrad: Gering, wenn man auf den Ab- und Aufstieg bei der Querung der Zipfelbachschlucht verzichtet, und den Wiesenweg beim Auchtert nimmt.

©photos: beast666

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Wunderschöne Bretagne: Gastlichkeit – Austern und Kouign Aman

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Küste bei Le Gouffre, Cotes d’ Armor.
Ein schönes Plätzchen für ein abendliches Picknick.
Die Bretonen lieben Picknicks – selbst bei Regen!

Landestypische Spezialitäten:

  • Kouign Aman und anderes Buttergebäck
  • Butter mit Sel de Guerande
  • Meersalz und Algen
  • Karamell
  • Fischsuppe
  • Galette & Crepe
  • Bier, Cidre, Eau de Vie
  • Austern und Muscheln
  • Frischer Meeresfisch
  • Artischocken

Die Bretagne besitzt ein enorm lange Küste – das merkt man auch an der Landesküche. Es gibt viel Fisch, besonders als Eintopf und Suppe. Daneben wird so allerlei was im Meer kreucht und fleucht auf den Fischmärkten angeboten. Meerspinnen und andere Krebsarten, natürlich Austern und Muscheln. Hochburg der bretonischen Auster ist unter anderem Cancale an der Route nach Mont St.Michel, aber auch der Golf von Morbihan und das ehemalige Malerstädchen Pont Aven. Auch wenn hier der van Gogh Rummel grösser sein dürfte, als der Austern-Hype.  Huitres, wie die Schalentiere auf französisch  heissen, kann man frisch mit Zitrone oder Tabasco (iiigitt!) schlürfen oder fritiert essen – yumm! Gezüchtet werden sie auch in der Nähe von Paimpol und der Ile Brehat. Generell sind in der Bretagne zwei Sorten erhältlich, beide von sehr guter Qualität, die europäische und die pazifische Auster. Aber nicht in Monaten ohne …rrrr! Gut schmecken auch Conquille St.Jacques (Jakobsmuscheln), überbacken in der eigenen Schale, oder auch Miesmuschelsuppe. Frischer Fisch wird in unserem Ferienörtchen Plouezec ein mal pro Woche direkt am kleinen Hafen des Ortes, Port Lazo verkauft. Wer will, darf an dafür ausgwiesenen Stränden auch selbst sein Glück versuchen – beim peche a pied, fischen zu Fuss – hier kann man während der mehrstündigen Ebbe die Schalentiere selbst sammeln.

Austern-Schlepper: Ein Amphibienfahrzeug zur Ernte und Kontrolle der Schalentiere in der Gezeitenregion.©beast666 2008

Austern-Schlepper: Ein Amphibienfahrzeug zur Ernte und Kontrolle in
den Schalentier-Bänken der Gezeitenregionen.
Cancale nahe Mont St. Michel ©beast666 2008

Fischsuppenrezepte werde ich Euch noch in einem späteren Post vorstellen, auch für Galette aus Buchweizenmehl und die süssen Crepes habe ich noch ein paar kulinarische Tipps. Zur Erntesaison gibt es auch jede Menge Artischocken, diese werden in der Bretagne feldmäsig angebaut. Generell wird wegen des milden Meeres-Klimas viel Gemüse kultiviert. Das National-Getränk ist natürlich Cidre, Apfelmost in zwei Geschmacksrichtingen: Brut- erfrischend herb mit 3-4% Alkohol oder douce, eher lieblich mit 2%. Wir fanden den aus Paimpol am besten, und wir haben viele Sorten probiert. Der Cidre wird aus Keramikschalen- oder Tassen getrunken, ähnlich wie Tee. Das bretonische Bier ähnelt geschmacklich dem bayerischen Zoigl und ist ziemlich stark. Es gibt zahlreiche Kleinbrauereinen, die handwerkliche Tradition pflegen, in etlichen kann man auch eine Kleinigkeit essen.  Uns schmeckte das rote “biere rousse” oder auch das einheimische Stout, das ein wenig an Guinness erinnert, aber ebenfalls das helle “La Goudale biere blonde a’ l’ ancienne”,  wenn gleich es ein normannisches Erzeugnis ist. Achtung – es enthält 7.2 Alkohol – nur für Bockbier-geeichte Bayern … lol! Als Aperitiv eignet sich der Apfelsherry Pommeau. Man erhält alle diese Getränkspezialitäten in den lokalen Supermärkten Super-U, Champion, Carrefour oder wie sie auch gerade heissen, das ändert sich ja ständig … Bei den Märkten gibt es auch das preiswerteste Benzin … das heilige Blechle braucht ja auch Sprit.

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Neugierige Katze vom Fischmarkt in Paimpol.

Rezept: Kouign Amann

Kouign amann ist ein bretonischer Butter-Kuchen. Er besteht aus mehreren, sich abwechselnder Schichten aus Teig, Butter und Zucker und ähnelt unserem einheimischen Schneckenkuchen. Der Teig ist eine fettere Variante vom Hefeteig für Croissant.  Eine kalorienreiche Sünde, aber der Geschmack ist es wert. Am besten warm geniesen! Kouign aman gibt es auch sonntags frisch in vielen Bäckereien. Die Uhrzeit des Verkaufs wird extra ausgehängt.

Zutaten

  • 25g Hefe
  • 250g Zucker
  • 500g Mehl
  • 250g salzige Butter (demi sel)
  • 1 Eigelb

Zubereitung

  • Die Hefe mit 1 Prise Zucker in 200ml warmen Wasser auflösen, wenig Mehl Mehl einstreuen und den Vorteig 15 min stehen lassen. Dann mit dem restlichen Mehl zu einem glatten Teig verkneten.
  • Eine Kugel formen und zugedeckt 60 min gehen lassen.
  • Den Teig auf einer Arbeitsfläche ausrollen, als wollte man große Crêpes oder einen Strudel backen.
  • Mit Butterflocken bedecken, mit Zucker bestreuen und wie ein Kouvert übereinander schlagen.
  • Erneut ausrollen und den Vorgang viermal wiederholen wie beim Blätterteig.
  • Dann den Teig in eine gebutterte Form drücken und mit dem Eigelb bepinseln.
  • Den Backofen auf 180°C vorheizen und den Kuchen 25 Minuten Goldgelb backen.
  • Noch warm servieren.

Weitere Gebäckspezialitäten: Far breton, eine Art Puddingkuchen mit Backpflaumen. Die Wirkung – extraordinär. Bei uns hiess er nur Bretonischer Furz! Es gibt viel salziges Karamell: Als Aufstrich für Brötchen oder Crepe, als Bonbon, oder in knusprigen Keksen mit dem Namen “craquantes du littoral”. Und überall ist Butter drin und drauf, oder Sahne.Gegen soviel Fettiges hilft nur der Eau de vie de cidre – bretonischer Apfelbrand, in etwa wie der normannische Calvados. Wir finden das bretonische Feuerwasser besser. Keltisch ist auch der Chouchen – ein Art Met.

Bar Franklin in Auray - eine typische Creperie und Bar.©baest666 ©2010

Bar Franklin in St.Goustain – eine typische Creperie und Bar.
Auray, Südbretagne ©beast666 2010

Für Fans lokaler Erzeugnisse: Marktzeit ist an unterschiedlichen Wochentagen – an einem Ort in der Nähe findet bestimmt gerade ein Bauernmarkt statt, eine Liste liegt aus. Wir besuchen den Wochenmarkt gerne in Paimpol (Dienstags) oder Lannion (Donnerstags). Das Angebot ist vielfältig, aber auch in den Supermärkten ist die Auswahl und Qualität der Lebensmittel oft wesentlich besser als bei uns. Gegen den kleinen Hunger: Auf den Märkten werden auch immer frische Crepes und Galettes feilgeboten – besonders lecker ist Galette mit Bratwurst auf alte Art, eine Art bretonischer Wrap. In Frankreich haben auch am Sonntag zumindest ein Brot-Bäcker, ein Fleischer und eine Patisserie geöffnet, sogar in kleineren Orten. Bei uns in Plouezec war sogar der Blumenladen auf: Ein Hinweis für Euch, Männer, der Angebeteten ein florales Mitbringesel auf den Frühstückstisch zu stellen! An Frischfleisch gibt es alles, auch für Grill-Fans, empfehlenswerte Wurstwaren sind verschiedene Schinken oder diverse Bratwürste z.B. Mergez aus Lammfleisch. Finger weg von der berühmt-berüchtigten Andouille – einer Kuttelwurst mit ausgesprochen merkwürdigem Geruch (sie stinkt echt abartig!) Falls man die Öffnungszeiten am Vormittag verpasst, hat man unter Umständen noch im Supermarkt Glück, da man auch hier am Sonntag noch einkaufen kann.

Gekocht wird überwiegend mit Gas, unser Feriendomizil hat eine Küche mit Induktionsherd/Elektrobackofen und zusätzlich zwei Gaskochstellen. Gasflaschen sind an Tankstellen erhältlich.

Wer keine Lust auf Selberkochen hat, geht statt dessen in eine Creperie (Bar mit Bistro) auf ein Galette mit Ei und Speck – in einigen dieser Lokale werden am abend auch andere Speisen serviert, allerdings kann man in der Bretagne generell erst ab 19:30 tafeln. Ein schnelles Crepe kann man auch zuhause zubereiten – es gibt sie süss oder salzig fertiggebacken als Frischware im Kühlregal der Supermärkte. Nur noch belegen, kurz in den Ofen und … voila, servieren!

Beim Einkaufsbummel stösst man auch auf die eine oder andere traditionelle Chocolaterie … immer ein Hort der Verführung, da zeigt sich die Genussfreudigkeit der Franzosen, selbst in der Bretagne oder auch im Elsass …

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Zur Blauen Katze, wenn das nicht was Gutes verheisst …!
Chocolaterie in Quimper, Finistere.
©beast666 2010

Au Chat Bleu gibt es seit über 100 Jahre. Zwei katzenliebende Schwestern eröffneten das erste Geschäft im Seebad Le Tourquet im Jahr 1912. Es wurde nach ihrer blauen Perserdame benannt und hat inzwischen verschiedene Filialen, z.B. auch in Quimper. Als Katzennarr muss man einfach zugreifen, aber auch für Schokoholiker und andere Leckermäuler lohnt es sich. Die diversen feinen Pralinen haben oft auch die Form einer Mieze oder ein lustiges Katzengesicht.

Es gibt auch kleine nette Restaurants abseits der Touristenströme, wie hier in Quimper:

©beast666 2008

Restaurant in einer Seitengasse von Quimper
©beast666 2008

Die Hauptstadt der Cornouaille hat neben der gotischen Kathedrale St.Corentin in der historischen Altstadt weitere schöne Ecken zu bieten, dazu bietet sich die Gelegenheit, dort landestypische Keramikware zu bestaunen und zu kaufen. Hier ist die Auswahl wohl am grössten, da Quimper auch als Hauptstadt der bretonischen Töpfereizunft gilt. Am Flüsschen Odet präsentiert das örtliche Keramikmuseum 2000 Ausstellungsstücke aus den unterschiedlichsten Epochen.

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Historisches Fachwerkhaus im typisch  britisch/bretonischen Stil,
es beherbergt einen Salon de The, wie Cafes mit Konditorei in Frankreich heissen.
©beast666 2008

Die hölzerne Philomena bewacht ein kleines Cafe mit vorzüglichen Kuchen oder Tartes und man kann die berühmten Macarons der besagten Dame erstehen. Gutes Gebäck, schönes Ambiente.

  • Im nächsten Teil gibt es die versprochenen Fisch- und Galette Rezepte und wieder ein paar neue Eindrücke von der Gastlichkeit der Bretagne …

 

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Lebendiges Wasser: Magischer Quell, ewiger Kreislauf

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Brühlbach im Maisental bei Bad Urach.
©beast666

Um an die Quelle zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen….
chinesische Weisheit

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Wasserfall Bad Urach – ein Feng Shui Motiv.
©beast666

Bilder von bewegtem Wasser bringen das  Chi in Wallung. Sie beleben den Wasserbereich (Norden, Karriere) einer Wohnung, gerne werden sie auch  innen nahe der Wohnungstüre aufgehängt, um die Chi-Energie in den Wohnraum einzuladen. In der Reichtumszone (Nord-Osten) vermehren Wasserfallbilder den Geldfluß und verhelfen zu mehr Wohlstand. Je mehr Gischt der Wasserfall hat, desto besser soll er wirken. Na dann hoffen wir mal, dass es keine Überschwemmung gibt …

Andererseits sagt ein chinesisches Sprichwort:
Glück kommt als schmales Rinnsal, Unglück als schäumende Woge …

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Moderner Brunnen in der Schweiz.
©beast666

Griechische Mythologie: Der schöne Jüngling Narziss verschmäht aus Eigensucht die aufrichtige Liebe eines Mädchens, dass sich daufhin umbringt. Die Göttin Nemesis bestraft den Egomanen: Narziss verliebt sich in sein Spiegelbild, das er bei einer Rast an einem Gewässer betrachtet.  Nicht erkennend, dass es sein eigenes ist, will er sich mit dem Abbild  vereinigen und ertrinkt.

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Zierteich Bayreuther Eremitage: Schöne Nymphea (Seerose),
nach anmutigen griechischen Naturgeistern benannt.
©beast666

Gesang der Geister über den Wassern

Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.
Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!

 
Johann Wolfgang von Goethe
(1749 – 1832), deutscher Dichter der Aufklärung,
Naturwissenschaftler und Staatsmann
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Blaue Ferne und unendliche Weite: Offener Atlantik
Pointe Penhir, Bretagne ©beast666

… To unpathed waters, undreamed shores.

William Shakespeare
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Ungezähmte Wildheit, unbekannte Tiefen.
Mutter Ozean kan auch zerstören. Bretagne ©beast666

Ozeane und Mondin, Symbole oder Grossen Mutter, des lebenserzeugenden Systems “Gaia”. Beide erscheinen mild und freundlich lockend – der sanfte Schein des Vollmondes, der glatte Spiegel oder das frische Blau der Meeresoberfläche. Im nächsten Moment empfinden wir sie als bedrohlich, das Meer türmt sich zu Wogen, es scheint alles verschlingen zu können, in seiner Tiefe lauern Ungeheuer, beim romantischen Mondlicht jagen die grossen und kleine Raubtiere am liebsten. Hier zeigt sich die Ambivalenz der Natur, sie gibt und nimmt, das Individuum gilt ihr wenig. Das machte auch die Göttinnen vom Typ der “grossen Mutter”- Hathor/Sechmet, Kybele aber auch Artemis und Hekate in manchen Aspekten furchteinflössend. Nicht umsonst hatten sie als Begleiter und Totem Löwinnen oder wilde Hunde an ihrer Seite.

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Fremde Gestade: Wasser ist auch Symbol des Abschieds,
die Küste bildet die Grenze zum grossen Unbekannten.
The Old Ways Bretagne ©beast666

Viele Trauerriten finden an Ufern statt, wenn dies aufgrund der natürlichen Gegebenheiten möglich ist. Hindus lassen ihre Asche in den Ganges streuen, Wikinger sandten ihre Verstorbenen mit brennenden Schiffen aufs Meer zur letzten Reise. Auch von den Bewohneren der neolithischen Siedlung Stonehenge wird angenommen, dass sie die Asche ihrer Toten einmal im Jahr nach einer grossen Prozession in den Fluss Avon streuten, um einen sicheren Weg ins Reich der Ahnen zu gewährleisten.

 Aus Faust, Teil II

Alles ist aus dem Wasser entsprungen!!
Alles wird durch Wasser erhalten!
Ozean, gönn uns dein ewiges Walten.
Wenn du nicht in Wolken sendetest,
Nicht reiche Bäche spendetest,
Hin und her nicht Flüsse wendetest,
Die Ströme nicht vollendetest,
Was wären Gebirge, was Ebnen und Welt?
Du bist’s, der das frischeste Leben erhält.

 
Johann Wolfgang von Goethe
(1749 – 1832), deutscher Dichter der Aufklärung,
Naturwissenschaftler und Staatsmann
 
Fotos sind auch als Feng Shui Poster erhältlich: ambrosia(at)athamor-und-alembik.de
 

Posted by on Juli 29th, 2016 Kommentare deaktiviert

21.6. – 24.6: Sommersonnenwende und Johannistag

Sulis: Leuchtende Sonne zum Höhepunkt des Jahres.

Leuchtende Sonne zum Höhepunkt des Jahres.
Sulis ©scrano 2014

Sommersonnenwende – Alban Heruin (keltisch) – Johannis – Mittsommer

Am 21. Juni wird Sommersonnwende gefeiert. Die Kelten nannten es Alban Heruin, dieses keltische Wort (gesprochen: Alwan Eru-in) bedeutet übersetzt “Licht der Küste”, denn bei den Kelten ging es bei diesem Fest um den Kreislauf des Wassers, das um die Küsten herumfließt, die Abgrenzung zwischen Wasser und Erde. Bei den Germanen war es das Mittsommerfest. Die katholische Kirche machte daraus das Fest zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers.

Die Sonne als alles dominierender Himmelskörper wurde von den Menschen sehr wahrscheinlich sehr früh beobachtet, weswegen man in den Sonnenwenden die ältesten Feste der Menschheit vermutet. Die erste überlieferte menschliche Aufzeichnung überhaupt befaßt sich mit dem Sonnenzyklus. Es handelt sich um ein geschnitztes Stück Hirschgeweih aus Le Placard bei Charente (bekannter Landstrich mit paläolithischer Höhlenmalerei in Frankreich). Es ist ca. 20.000 Jahre alt und trägt Ritzmarkierungen, die mit dem Jahreszyklus der Sonne in Verbindung gebracht werden.

Europas bekannteste megalithische Stätte der Sommersonnenwende ist natürlich Stonehenge. Hier wurde die Wintersonnenwende zelebriert, wahrscheinlich mit einem Ahnenkult verbunden. Auch die Synchronisation von Mond-und Sonnenkalender kann man an dem berühmten Bauwerk ablesen. Heute feiern moderne Druiden dort ihr Sonnwendfest – die einzige Gruppe, die das darf!

Eine Sonnenwende oder Sonnwende (lateinisch solstitium, griechisch ἡλιοστάσιον hēliostásion “Stillstand der Sonne”) findet zweimal im Jahr statt. Zur Wintersonnenwende – auf der Nordhalbkugel der Erde am 21. oder 22. Dezember – erreicht die Sonne die geringste Mittagshöhe über dem Horizont, während der Sommersonnenwende am 20., 21. oder 22. Juni (an Orten nördlich des nördlichen Wendekreises) ihren mittäglichen Höchststand über dem Horizont. Auf der Südhalbkugel sind die Verhältnisse umgekehrt, während des dortigen Winters ist auf der Nordhalbkugel Sommer. Bei einer Sonnenwende erreicht die Sonne im Lauf eines Sonnenjahres den größten nördlichen oder südlichen Abstand vom Himmelsäquator. In diesem Augenblick kehrt die Sonne ihre durch die Schiefe der Ekliptik bewirkte Deklinationsbewegung um und nähert sich wieder dem Himmelsäquator. Diese maximale Deklination erreicht sie jedes Jahr zweimal: Einmal nördlich und einmal südlich des Himmelsäquators.  Je nach betrachteter Erdhalbkugel spricht man dabei jeweils von der Sommer- oder Wintersonnenwende. Die astronomische Sommersonnenwende findet in Mitteleuropa meist am 21. Juni statt, doch nach dem Julianischen Kalender war es der 24. Juni, also das Fest der Geburt des hl. Johannes. Nun wurde die altertümliche Tradition des Sonnwend-Feuers mit der kirchlichen Feier verknüpft  – so entstand dann der Brauch des “Johannisfeuers“

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Tageslängen auf der Erde am 21. Juni.

Das Feuer ist eine natürliche Lichtquelle neben Sonne, Mond und Sternen. Es steht auch in Verbindung mit Reinigungsvorgängen, einer Läuterung vom Unedlen.  Mit der Hitze des Feuers wurde beispielsweise das Silber von Verunreinigungen befreit: Schon bei den Alchemisten galt daher “Feuer” als Bildwort für eine Läuterung , auch eine geistliche. Das wurde vom Christentum übernommen:  z.B. im “Fegfeuer”. Auch das Autodafe, die Verbrennung von Ketzern und Hexen ist neben der abschreckenden Wirkung auch als Reinigung des Sünders und der Gemeinde vom Bösen zu sehen. Die Kirche drückte  nach einem zeitweiligen Verbot der alten naturreligiösender Sonnenwendfeier einen christlichen Stempel auf.  Ab dem 12./13. Jahrhundert wurde das Fest Johannes des Täufers auf die Sommersonnenwende gelegt und diese in das Johannisfest umbenannt.  Der mit der Sommersonnenwende verbundene heidnische Brauch des Sommerfeuers wurde zum Johannisfeuer.
Die Sommersonnwende ist eines der vier Sonnenfesten im achtspeichigen Jahresrad.  Ihr Gegenstück ist die Wintersonnwende. Daneben gibt es noch die Frühjahrstagundnachtgleiche und die Herbsttagundnachtgleiche. Die anderen vier sind Mondfeste: 3 Vollmond- und ein Neumondsfest (Samhain). Der Johannistag wird auch heute noch als ein Fest des Sommerhöhepunktes gefeiert. Die Johannisnacht am 24. Juni gilt als die kürzeste Nacht des Jahres, in der allerlei magische Dinge passieren können. Viele Märchen handeln auch von Naturwundern, vor allem im Zusammenhang mit Pflanzen, die in dieser Zeit auftreten: Zum Beispiel die Sage von den Beifusskohlen, oder der Farnblüte. Die Sonnwende galt als weitere Nahtstelle zwischen den Welten, in der sowohl die Götter als auch die Naturgeister den Menschen nahetreten konnten. Man konnte die Götter mittanzen sehen, verlor seinen alltäglichen Verstand und wurde “ver-rückt”.
Von solchen “Johanniswundern” sprachen auch noch die Bauern im Mittelalter. Daher hat die Kirche den ursprünglich heidnischen Überlieferungen bezüglich Fauna und Flora durch Umbenennungen von Pflanzen der Sonnwendsbräuche den Namen von  Johannes dem Täufer aufgeprägt

Wenn Johannis ist geboren,
gehen die langen Tage verloren.

Wenn die Johanniswürmer glänzen,
darfst du bereiten die Sensen.

Wenn kalt und nass Johannis war,
verdirbt er meist das ganze Jahr.

Der Johannistag als Lostag in der bäuerlichen Welt:

Johanni ist als Lostag in der Überlieferung für die Landwirtschaft und Wetter von zentraler Bedeutung. Die Sommersonnenwende leitet meist mit dem Ende der Schafskälte die Erntesaison ein. Zeigerpflanzen und Tiere der Phänologie sind daher traditionell nach diesem Tag benannt:

  • Die Schwärme der Johanniskäfer (Glühwürmchen) entfalten ihre Leuchtkraft in der Zeit rund um die Johannisnacht besonders intensiv.
  • Zeigerpflanzen: Johannisbeeren werden reif, Johanniskraut beginnt zu blühen.
  • Wegen der vermehrten Produktion von Oxalsäure sollte man nach Johanni keinen Rhabarber mehr ernten.
  • Volkstümlich wird der Johannistag in Deutschland auch „Sommerweihnachten“ oder „Spargelsilvester“ genannt: Der Johannistag markiert auch das Ende der Spargelzeit. So haben die Pflanzen genügend Zeit, Kraft fürs nächste Jahr zu sammeln.
  • Der 24. Juni spielt bei den Freimaurern eine wichtige Rolle. Für sie endet und beginnt an diesem Tag der Lauf des Jahres

Für alle Kräutersammler ist die Johanniszeit der Höhepunkt im Heilpflanzenkalender. Die Sonnenenergie wirkt nun besonders deutlich in ihnen, und in ihren Inhaltsstoffen können wir etwas von Wärme und Licht der sonnendurchfluteten Sommerzeit in den kalten, dunklen Winter hinüberretten.  Zu den Pflanzen gehört an erster Stelle das  Johanniskraut, der eingefangene Sonnenschein, das vor allem antidepressiv wirkt und entzündungshemmend. Desweiteren Arnika, Christophskraut, Beifuß, Holunderblüten, Schafgarbe, Odermennig, Blutwurz, Ringelblume, Königskerze. Zum Volksbrauchtum dieses Festes gehören auch Kräuterkränze, mit denen Wegkreuze und Heiligenbilder geschmückt wurden. In meiner Heimat in Ostbayern wurden eigene Sonnwendbuschen aus verschiedenen Kräutern (sieben oder zwölf) hergestellt. Mädchen bekamen Blumenkränzchen aus Margeriten. Die Frauen haben für uns Kinder  “Holunderküchlein”  (die Blütendolde des Holunders in Bier-Pfannkuchenteig) ausgebacken. Deshalb heißt der Johannistag auch oft “Holdertag”. Der Holunder gilt auch als aphrodisierend:

Zu Johanni, da blüht der Holler, da wird die Liebe noch toller !

Dank- und Freudenfest

Bei den Kelten wurde die Sommersonnwende zwölf Tage lang gefeiert. Das erinnert an die Raunächte zu Weihnachten, der Wintersonnwende. Alban Heruin ist das keltische Eichenfest, das den Vorabend des längsten Tages markiert. Die Sommersonnenwende (kelt.: Heulsaf Yr Haf) markiert den höchsten Stand der Sonne im Jahreskreis und leitet so den Sommer ein. Auch die Eiche, als höchstes druidisches Symbol ist auf dem Gipfel ihrer Energie. Die zu Alban Heruin verehrten keltischen Götter sind Bel, der  Sonnengott, sowie Danu, die keltische Mutter des Landes, die Reichtum und Überfluß verkörpert. Die zu Beltane geknüpften “zarten Bande” werden nun in Hochzeiten “gefestigt”.

Auch bei den ehemals germanischen Völkern Mitteleuropas und Skandinaviens ist das Mittsommerfest heute noch ein Fest der Freude und des Dankes. Und auch das Mittsommerfeuer stellt ein Dankes- und Freudenfeuer dar. Wie beim keltischen Beltane oder zu Walpurgis findet man ein Brauchtum mit Tanzriten und Feuersprüngen. Es wurden Teiche und Brunnen geschmückt, zu Ehren der Götter des Wassers und der Weisheit. Die Germanen feierten zu Midsommer ebenfalls die Muttergottheiten, so auch Balders Mutter Frigg. Das Thing (Parlament) wurde einberufen  und es wurde Gericht gehalten.

An Alban Heruin, liegt bereits der Zeitpunkt im Jahreskreis, wo der Sonnengott des Frühlings, oder auch sein Stellvertreter, bei den Kelten z.B. der sogenannte “Eichenkönig”, einen rituellen blutigen Tod erleidet. Hier stirbt jedoch nicht die Sonne an sich, sondern der milde Schein der Frühlingssonne, wie etwa durch Baldur oder Belenos verkörpert, weicht der harschen Glut des Sommers, verkörpert durch Lugh oder Loki. Deren Zeit bringt dann den Erntesegen.
Das Opfer des Eichenkönigs vollzieht sich oft als (symbolische) Enthauptung. Auch der berüchtigte Kopfkult der Kelten geht auf eine solche Legende zurück: “Bran der Gesegnete“.
Im Orient gibt es im Zusammenhang mit dem Kult der “Magna Mater” ebenfalls solche Beispiele: Ichtys, Attis, Tamuzi oder Dumuzi, Nimrod, Enkidu. Dann gab es noch den babylonischen Kulturbringer namens “OANNES”. Klingt ja tatsächlich ähnlich wie “JOHANNES”.  Auch er war ein solares Wesen (eine Form des Sonnengottes Dagon), wie die Sonne tauchte er aus dem Ozean auf um am Abend dort wieder zu versinken. Oannes wird auch “Fischgott” genannt, er hatte ein Menschenhaupt auf einem Fischleib. Diese Parallele: Wasserelement und Sonne finden wir auch beim Täufer. Jesus, dessen Ankunft er predigte war ebenfalls sowohl “Geopferter Sohn” als auch solarer Heros, dessen Symbol wiederum der Fisch war; auch wurde er als Menschenfischer bezeichnet, seine Anhänger als Nasrani, kleine Fische. Und  Johannes der Täufer, wurde ja letztendlich ebenfalls enthauptet, wie seine vielen mythologischen Vorgänger. Salome, Tochter des Herodes verlangte nach einem überaus erotisch-ekstatischen Tanz (der sieben Schleier – eine solare Zahl!)  als Belohnung den Kopf des Johannes auf einem goldenen Tablett – beides Sonnensymbole.

Oannes - Weiser aus zwei Welten.

Oannes – Weiser aus zwei Welten.

Die Sonne als weibliche Göttin

Nach all dem männlichen Glanz und Gloria, auch bei den lichtkult-begeisterten Männerbünden:  Nicht immer war die Sonne männlich! Bei den nördlichen Völkern, Kelten, Germanen, Slawen  und interessanterweise den Japanern auf der anderen Seite des Globus ist sie eine Frau.  Sul(is), Sol (Sunna), Saule und Amaterasu.  In diesen kalten Weltgegenden, die Japaner stammen usrprünglich aus der Himalaya-Region, tritt die lebensspendende Wärme wohl als mütterlich assozierte Kraft in den Vordergrund.  Bei der heilspendenden Sulis aus dem englischen Bath ist auch, typisch keltisch, ein Kopfkult bekannt. Die goldene Sonnenscheibe als Himmelshaupt. Sul ist auch noch in “IRMINSUL” enthalten, der germanischen Weltensäule, einer Form des Lebensbaums. Die Sonne wurde als ein auf dieser Himmelsachse ruhendes Haupt gesehen.
Eine Sonnengöttin wurde verehrt vor allen in matriarchalen Kulturen, wo die Frau noch ihren Platz als geachtete Heilerin, Kriegerin, Seherin und Schamanin hatte. Gruppen von Frauen und Mädchen tanzten an diesem Fest auf den höchsten Bergen und hatten dort natürlich auch ihre Freudenfeuer. Wie der Beiname Hekatos für den griechischen Sonnen-und Lichtgott Apollon belegt, war auch Hekate ursprünglich nicht nur für die Nacht zuständig, ein paar Aspekte der allumspannenden Weltgöttin sind selbst hier noch zu finden.
Die ebenfalls zur indo-europäischen Ur-Familie zählenden Inder hatten zuerst eine weibliche Sonnengöttin namens SURYA, die später zum männlichen Sonnengott SURYA wurde, wie das oft der Fall war im Zuge der Patriarchalisierung.

Feuer und Wasser, Tag und Nacht: Johannisfeuer an der Grenze zwischen den Welten.

Feuer und Wasser, Tag und Nacht: Johannisfeuer an der Grenze zwischen den Welten.

Das Litha-Fest im Neuheidentum

Hier wird die Sommersonnwende in keltischer Tradition oft Eichenfest genannt, aber auch die Bezeichnung Blumenfest findet man. Der Name Litha geht auf die gleichnamige keltische Mondgöttin zurück, die für Überfluß und Fruchtbarkeit, Macht und Ordnung steht. An diesem längsten Tag im Jahr gibt es Licht und Leben im Überfluß. Zum einen ist es ein Feiertag der die volle Kraft des Lebens darstellt, auf der anderen Seite ist es auch der Zeitpunkt,  nach dem die Tageslänge wieder schwindet. Man feiert im Bewußtsein, daß alles im Leben seine Zeit hat, und Höhepunkte unweigerlich überschritten werden. Das Alte muss dem Neuen weichen. Man erfreut sich an der vollen Kraft des Lebens, aber gedenkt auch der Sterblichkeit seiner Existenz.

Natur:
Die Tage werden jetzt zwar wieder kürzer, aber der Hochsommer beginnt gerade erst, ebenso die Reife- und Erntezeit. Die Hitze der Hundstage (nach dem Sternbild “Grosser Hund”  mit seinem Hauptstern Sirius benannt) steht uns noch bevor,  Walnüsse wachsen unter dem nun dunkelgrünen Blätterdach, die Beeren der Eberesche beginnen sich röten. Die Kinder freuen sich über die Kirschenzeit, auch Himbeer- und Heidelbeersträucher tragen jetzt überreich, laden zur Ernte ein. Es ist Mittsommer, und noch einmal wallt die Lebenskraft jubilierend auf.

Jahreskreis
Zur Sommersonnenwende an Litha hat die Sonne mit dem längsten Tag und der kürzesten Nacht den Höhepunkt ihrer Bahn im Wendekreis des Krebses erreicht. Die Sonne ist als gehörnter Vegetationsgott auf dem Höhepunkt seiner Kraft. Aber er weiß auch, daß seine Kraft von nun an langsam schwinden wird. So lässt er all seine gespeicherte Lebensenergie in der Erde aufgehen, was den Erntezyklus für Mensch und Tier einläutet. Was an Strahlkraft schwindet, wird durch Wärme mehr als wettgemacht, was man merkt, wenn man im Juli oder August die nun dichten Blattdächer der Bäume auf der Suche nach Schatten aufsucht.  Die Erd-Mutter empfängt diese Kraft, die der Sonnengott ihr opfert, um damit die Frucht, die sie im Leibe trägt zu nähren: Die nächste Inkarnation ihres nun sterbenden Gemahls und mit ihm zusammen die Früchte des Bodens, Nahrung für Mensch und Tier.  Auch diese tragen in ihren Samen die nächste Generation der Pflanzenwelt. Die Göttin ist immer noch die fruchtbare, jetzt schwangere “Grosse Mutter”  in der Lebensfarbe Rot. Der solare Aspekt des Gottes wird mit der Bitte angerufen, besonders große Fruchtbarkeit über das Land zu bringen. Zum Ausgleich zur sommerlichen Hitzeglut wird innerhalb des Litha-Festes die Göttin in ihrem mondhaften Aspekt des Wassers angerufen. Ohne das ebenfalls lebensspendende Nass würde die Natur trotz der solaren Lebensenergie kein Wachstum hervorbringen. Die Erde bliebe unfruchtbar.

Volks-Brauchtum:
Vor allem in Bayern und im Alpenraum ist die Tradition des Sonnwendfeuers noch sehr lebendig. Das Feuer symbolisiert die Macht der Sonne. Man verbrennt alle schlechten Gedanken und Erfahrungen am Feuer und stärkt sich an ihm.  Die Mächte der Finsternis und des unweigerlich kommenden Winter sollen von den Flammen noch zurückgehalten werden. Die beissenden Rauchschwaden sollen sich nähernde Unholde verscheuchen. In Tirol und in der Steiermark legte man aus diesem Grund großen Wert auf eine kräftige Rauchentwicklung der Feuer, denn das “Sonnwendra(u)chen” sollte traditionsgemäß die Luft von bösen Gewalten reinigen und gutes Wetter für eine reiche Ernte erwirken.

Christliches Keltenkreuz : Jesus als solarer Heros.

Christliches Keltenkreuz : Jesus als solarer Heros.

Entsprechend glaubte man auch, daß die Felder, über welche die Rauchschwaden hinwegstrichen, besonders ertragreich ausfielen. Im Norden waren die Feuer dem Gott Balder geweiht. So kennt man in Schweden,  noch heute den Ausdruck “Baldur’s Balars” für “Scheiterhaufen” und glaubte, daß man mit Hilfe der Flammen die Macht der Trolle und anderer böser Geister, die ihr Unwesen in der Dunkelheit trieben, zunichte machen konnte.

Das Feuerspringen war und ist zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten, soll verjüngende Wirkung besitzen und Liebesverbindungen festigen – förmlich “zusammenschweissen” wollte sich das Paar, das wie Siegfried und Brunhild durch die Flammen sprang. Auch sakrale oder für Rituale verwendete Gegenstände, die man ansonsten ungern alltäglichen Feuern übergab, zum Beispiel Totenbretter oder Fronleichnamskränze, wirft man ins Sonnwendfeuer. Brennende Stohräder, die schon aus dem Raunachtstreiben und Festen zu Imbolc bekannt sind, werden Berghänge hinuntergerollt. Die Verwendung glühender oder brennender Scheiben als Sonnensymbol in verschiedenen ritualartigen Spielen zur Sommersonnenwende ist auch aus England bekannt. Das drehende vierspeichige Rad versinnbildlicht den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen.

In den keltischen Hochkreuzen wurde es auch ins Christentum übernommen.

Und last but not least: Die Sonne wechselt jetzt in das Zeichen Krebs. Hier herrscht allerdings die Mondin, so dass sich auch hier wieder Sonne und Mond, Feuer und Wasser vereinen. Hieraus lässt sich  eine magische Übung zur Sonnenwende ableiten: Mitten im Jahr das innere Zentrum wiederzufinden, Intergration und Harmonie zu erlangen. Ein Räucherrezept findet ihr hier.

 Johannisfeuer sei unverwehrt,
Die Freude nie verloren!
Besen werden immer stumpf gekehrt
Und Jungen immer geboren.

Goethe
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Keltenkreuz als Fraktalbild
Formori ©scrano 2013

 

Posted by on Juni 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Waldnaabtal: Urweltzauber vor der Haustür

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Tore in Anderswelten.
Elfenpfade im Waldnaabtal.

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Wie in “Herr der Ringe” – Felsen als Riesenspielzeug
Aueneland @beast666 2016

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Steinwesen und beseelte Landschaft.
Blick vom Tischstein.

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Zauberwald – es fehlen nur noch Alben und Trolle.

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Eiszeittal wie in den Highlands Schottlands.

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Uferpfad: Schmale Stege und Kletterpartien
Wandern im Waldnaabtal.

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Sumpfgewächs Schlangenknöterich
eine Heil- und Nahrungspflanze.

falkenberg

Trutzige Burg Falkenberg am Eingang des Waldnaabtales.
Jetzt ein Romantik-Hotel.

Alle Fotos: ©beast666.

Wanderung und WEGBESCHREIBUNG sowie Zoiglkalender. Zoiglausschank richtet sich nach den Zeiten der Kommunbrauhäuser. Die Wirtschaften besitzen häufig einen chönen Biergarten.

Posted by on Juni 13th, 2016 Kommentare deaktiviert

Von der Hohenurach nach Güterstein: Bannwald, Tuffstein und Wasserzauber

wintwitch

Zauber des Wassers: Bad Urach und Güterstein
Mistress of Dragons, ©scrano 2016, model:black magic by liam stock.
Dragon: free_stock_by_wayne

Eine Teilstrecke der grossen Uracher Runde, jetzt geadelt zur “Grafensteige” – wer’s mag. Man parkt am besten am Wanderparkplatz Wasserfall, kostenpflichtig, 3€/Tag, allerdings ergattert man mit Glück ein schattiges Plätzchen. Von dort aus geht es entweder zur Ruine Hohenurach und direkt zur Wasserfallwiese über die Kreuzhütte, die sogenannte obere Wasserfallstrecke. Der Abzweig zur Hölle und nach Güterstein liegt dann auf etwa halber Höhe des Abstiegs zum Maisental an der Steintreppe. Wählt man den unteren, gegenläufigen Wasserfallweg an den Kaskaden und kleinen Fällen des Brühlbachs, gelangt man ebenfalls zur Wasserfalltreppe aus groben Granitsteinen und der Gabelung nach Güterstein/Hölle. Am Steilhang entlang durch feuchte Waldstücke und über keine Felsen führt er auf eine Forststrasse.

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Hohenurach – Altersitz und Gefängnis einiger Württemberger Herrscher.
Brand durch Blizschlag (1694) und Ende als Steinbruch ©beast666 2014

Diese Hangquerung bietet einiges für Pflanzenfreunde: Maiglöckchen, Salomonssiegel, Aaronsstab, interessante Farne, vor allem die seltene Hirschzunge bildet dichte Teppiche. Dazu moosbedeckte Kalksteinblöcke, einen tollen Steilhang und mittendrin eine Bank mit der besten Sicht auf die Burgruine! Wegen der schlechteren Begehbarkeit ist diese Strecke nicht so überlaufen, besonders an Wochenenden ein guter Tipp. Von dem Wirtschaftsweg geht es nach links wieder über eine Serpentine steil aufwärts, schliesslich endet die Kraxelei an einem Grillplatz mit kleiner Schutzhütte. Ermüdet von den Strapazen des Aufstiegs bietet sich jetzt eine kleine Rast an. Nach der Verschnaufpause wendet man sich nach links und hat bald wieder eine Forststrasse vor sich. Diese führt eine geraume Zeit geradeaus und abwärts, dann zweigt der Waldweg zu den Gütersteiner Fällen ab und man gelangt zur Einsiedelei Güterstein, einer kleinen Kapelle mit Passions-Altar-Triptychon und Bank. Dahinter sprudeln zahlreiche kleine Bäche direkt aus der Felswand.

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Klause Güterstein – ehemalige Einsiedelei.
Einkehr ©beast666 2015

Der Andachtsraum musste leider hinter Gitter, das Altarbild ist schon lange nur noch eine Kopie, wegen Vandalismusgefahr und Diebstahl. Trotzdem werden Blumen in Gefässen und Kerzen aufgestellt. An der Kapelle lässt sich gut ausruhen, rings herum rauschen zahllose kleine Rinnsale und Kaskaden ins Tal. Der gesamte Hang ist voller Wasserläufe. Eine steilere Steintreppe gegenüber der Klause endet dann am Becken der eigentlichen Gütersteiner Fälle. Diese bauen sich im Laufe der Jahre eindrucksvolle Aquädukte aus Moos und mineralischen Ausfällungen des Karstwassers. Diesen Kalktuff, er erinnert an den italienischen Travertin sieht man in Bad Urach auch als Baumaterial.

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Brühlbach im Maisental: Malerische Kaskaden.
Wasserspiele ©beast666 2015

Neben dem Wasserbecken  befindet sich das alte Wasserwerk Güterstein aus dem 19. Jhd., das erste der Alb-Wasserversorgung. Der Mörikebrunnen neben dem Gebäude ist zur Zeit ausser Betrieb. Er führt Trinkwasser, im Gegensatz zu dem nicht geniessbaren Nass der Fälle.

Auch der untere Teil des Pfades führt an bizarren Gebilden aus natürlichen Tuffwasserleitungen vorbei, die ihtre glitzernden Kaskaden speien. Dazu rauscht das Wasser auch noch frei über die Hänge. Die Wege sind daher häufig nass oder sogar überschwemmt, das Schuhwerk darauf abstimmen!

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Urwald am Gütersteiner Wasserfall.
Aquädukt ©beast666 2015

Am Fuss des Abhangs verläuft der Pfad dann nach dem Hofgut Güterstein und über die Viehstelle (Löschteich) wieder zurück ins Maisental bzw. dem Wanderparkplatz “Wasserfall”. Wenn man noch gut im Laufen ist, es gibt noch einen Abstecher auf einen Obstlehrpfad.

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Arum maculatum, Aaronstab.
Drachenwurz @beast666 2014

  • Wegstrecke: 2h ohne Rast, Trittsicherheit erforderlich
  • Schuhwerk: Bergstiefel oder sehr gute Trekkingstiefel
  • Einkehr: Maisenstüble, Wasserfallkiosk, Selbstversorgung mit Getränken ist empfehlenswert.

Mückenschutz und Kopfbedeckung nicht vergessen, im Frühsommer auf Zecken im hohen Grass achten. Stöcke sind definitiv ein Plus.

Posted by on Juni 12th, 2016 Kommentare deaktiviert