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Wintermythen: Boreas, der listige Nordwind

Nordwind

Nordwind, der Unruhestifter bringt Dinge ins Rollen.
Boreas nach Waterhouse ©scrano 2013

…. aus dem Film “Chocolat.”

Ein Mandala mit Elementen des Gemäldes: “Boreas” von J.W.Waterhouse. Dargestellt ist die Nymphe Oreithyia, wie sie von Boreas, dem Nordwind entführt wird. Ein Motiv, das auch Gegenstand  von vielen schmückenden Bildszenen auf attischen Vasen ist.

Boreas (gr. Βορέας Boréas „der Nördliche“) stellte in der griechischen Mythologie die Personifikation des winterlichen Nordwinds dar. Er war der Sohn des Titanen Astraios und der Göttin Eos und wurde zusammen mit seinen Brüdern Euros (Ostwind), Notos (Südwind) und Zephyros (Westwind) verehrt. Er galt als rauer, unberechenbarer Geselle. Der Herr der  plötzlichen Ereignisse und Veränderungen. Darin gleicht er dem astrologischen Uranus.

Die Verehrung der vier Winde ist typisch für die Reiternomaden der Steppe und Seefahrervölker. Boreas raubte die Nymphe Oreithyia, Tochter des Erechtheus, eines mythischen Königs von Attika. Als die Nymphe am Ufer des Ilisos tanzte, hüllte er sie in eine Wolke und entschwebte mit ihr durch die Lüfte in seine Heimat Thrakien. Die Griechen nahmen an, dass Boreas dort lebte, weil er in diesem Landstrich gleichermaßen verehrt wurde. Herodot und Plinius beschreiben beide das  mythische Land Hyperborea („jenseits des Nordwinds“), in dem die Menschen bis ins hohe Alter in vollständigem Glück leben. Man glaubte, im Winter würde der Sonnengott Apollon sich dorthin zurückziehen, um erneut Kräfte zu sammeln. Eine eher unglückliche Rolle spielte Hyperborea in der Vorstellung der Nazis, die darin das sagenhafte Herkunftsland einer uralten Superrasse, der Arier, vermuteten. Die stammen aber nun mal aus dem Grenzgebiet zwischen Indien und Persien. Den falschen und pseudohistorischen Bezug zwischen Ariern und Hyperborea schuf H.P.Blavatsky mit ihrer Theorie von den sieben Wurzelrassen, die aber eher metaphorisch und mythologisch als wörtlich zu verstehen ist. Eine humorvollere Betrachtung des Nordwinds liefert folgendes Gedicht:

 

Boreas und Alekto

Als einst Fürst Boreas, der Popanz der Natur
Auf einen Staatsbesuch zum Vetter Pluto fuhr,
Verdarb sein freier Hauch Alekten
Von ungefähr die hydrische Frisur.
Das war ein Lärm! Die falben Schlangen blökten,
Mit grässlichem Gezisch den armen Windgott an.
Verzeihen Sie, Madam, rief er, was ich getan,
War ein Versehn. Mit höllevollem Blicke
Speit ihm die Furie standsmäßig ins Gesicht;
Allein ihr Speichel traf ihn nicht.
Er spritzte wie ein Tau auf ihr Gesicht zurücke,
Und gab ihm schnell die schwarzgesprengte Haut,
Vor welcher selbst dem Orkus graut.

Gottlieb Konrad Pfeffel

Die hier genannte Alekto ist eine der drei Erinnyen oder Furien: Megara, Tisiphone, Alekto. Diese enstanden bei der Entmannung des Uranos aus seinem Blut. Der listige, unstete Nordwind spielt auch eine Rolle in der romantischen Komödie “Chocolat” mit Johnny Depp und Juliette Binoche. In diesem Film-Märchen, das von den beiden Archetypen, Uranus und Pluto (der Vetter aus dem Spottgedicht) geprägt wird, ist er die Verkörperung der Uranus-oder Wassermann-typischen Rastlosigkeit. Der Nordwind oder Uranus bringt die äusseren Umbrüche und das Verlangen nach stetiger Neuerung, Pluto die inneren, auch schmerzlichen Transformationen, denen die Charaktere unterworfen sind. Erst Letztere sind entscheidend für eine Reifung und ein sinnerfülltes Leben, ohne ständigen Zwang zum fluchtartigen Aufbruch zu neuen, vermeintlich besseren Ufern. Auch dass der Nordwind mit der schamanischen Urgrossmutter der Protagonistin in Verbindung steht ist interessant: Die Himmelsrichtung Norden wird in der Elementarmagie mit der Welt der Ahnengeister und der Mutter Erde, den Planeten Pluto und Saturn assoziiert. Saturn gilt in der klassischen Astrologie als der Gegenpol zum solaren Prinzip des Ego, in der modernen Auffassung unter Einbeziehung der Trans-Saturnier ist dies wiederum Uranus.

 

 

Posted by on Januar 14th, 2017 Kommentare deaktiviert

Das Erdelement: Stabilität, Fruchtbarkeit, Realitätssinn

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Fruchtbar grünes Erdelement: Kessel oder Füllhorn der Mutter Erde.
Cornucopia ©scrano 2013

Korrespondenzen des Erd-Elementes:

Zodiak:

  • Jungfrau: mutabel – Merkur in seinem Nachthaus, Vesta
  • Steinbock: kardinal – Saturn in seinem Nachthaus
  • Stier: fix – Venus Pandemos

Tarot: Pentakel, Münzen

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Grün, rostrot, ocker, braun, grau, schwarz

Alchemie:

  • EarthNach unten zeigendes Dreieck mit Querbalken

Elemental:

Tage:

  • Samstag – Saturn

Pflanzen:

  • Getreide (Merkur), Wurzelgemüse (Venus), Immergrüne (Saturn), Nadelbäume (Saturn)

Signatur:

Wenig Blüten, unscheinbare Blüten, ledrige Blätter, knorrig, kriechend- oft mit Rhizom, starke Wurzelbildung, mineralstoffhaltig, kieselsäurehaltig, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stärkebildung, wenig Zucker oder Saft. Erdiger Duft. Pflanzen der arktischen Regionen. Kältevertäglich.

Öle:

  • Patchouli (Venus, Pluto)
  • Vetiver, (Venus, Pluto)
  • Kalmus, (Saturn, Sonne, Mond)
  • Tonka, (Venus, Mars)
  • Myrrhe (Saturn, Mond)
  • Iriswurzel, (Saturn, Mond)
  • Zypresse, (Saturn, Sonne)
  • Sandelholz (Venus, Mars)
  • Eichenmoos,
  • Karotte

Tiere:

  • Auf vier Beinen laufende Tiere, vor allem Weidetiere, Reptilien, Höhlen- oder Baubewohner wie Murmeltiere, Dachse. Tiere der Felsenregionen.

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Der Erde,  zu der die Yin Variante “Ruhe und Empfängnis” passt ist in jedem Elementesystem die Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren, aber auch des Menschen zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie von Saturn und Venus regiert, dem Winter- und Frühlingsapekt der bäuerlichen Kulte. Den Erdzeichen haftet vor allem die Neigung zur realen, physischen Manifestation der Dinge an an, sogar der Merkur-beherrschten Jungfrau. Diese repräsentierte aber in antiken Vorstellungen  Asträa, die Sternenjungfrau. Deren Symbol war die Kornähre. Als Zeichen der Aussaat und Ernte (heliakischer Aufgang bzw. Untergang zu diesen Jahreszeiten) war Virgo/Asträa auch mit den Mysterien der erdhaften Muttergöttin Demeter verbunden. Allen drei Erdzeichen ist eine wert-konservative Einstellung zueigen. Das Erdzeichentrigon repräsentiert: Wachstum der Vegetation (Stier) Ernte (Jungfrau) Winterruhe (Steinbock).

Zustandsformen der Elemente im Erd-Trigon:

  • Steinbock: kardinal, aufstrebende Berggipfel, Felsen
  • Stier: fix, weite Ebenen, Ackerland
  • Jungfrau: mutabel, vom Wind bewegtes Grasland, Getreidefelder.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos interessiert. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Posted by on Januar 12th, 2017 Kommentare deaktiviert

Magischer Januar: Schneemond

Januar: Saturn-Zeit und Monat des römischen Janus.

Januar: Saturn-Zeit und Monat des römischen Janus.
Januar, ©scrano 2015
Model: jlior, Winterhimmel: ashensorrow, Einhorn: charmedstar07.

Der Januar, in Österreich auch Jänner genannt, vom lateinischen Januarius abgeleitet, altdeutsch auch Hartung, Hartmonat, Schneemonat, Eismond, Wintermonat.

In meiner Allegorie nimmt das Jahr seinen Anfang noch in aller Unschuld und Reinheit, symbolisiert vom Einhorn. Früher bedeckte häufig frisch gefallener Schnee als weisses Tuch die Natur zu dieser Zeit, so dass der Jahresanfang tatsächlich strahlend daherkam. Jetzt wird dafür mehr geböllert …

Benannt ist der erste Monat des Jahres nach dem römischen Gott Janus, der mit zwei Gesichtern dargestellt wird. Er gilt als Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore. Er markiert die Grenzen der Zeit, wie der ihm verwandte Terminus als Herr der Grenzsteine die räumlichen.

Es ist der Monat des Saturn, auch einem Wächter der Grenzen. Dieser hat sein Domizil im Steinbock, aber er stellt auch den klassischen Herrscher des Wassermanns. Immerhin ist er auch nach der Zuordnung von Uranus zu diesem Zeichen noch der Co-Regent geblieben.

Eine weitere veraltete Namensform ist Wolfsmonat.

Im Amtsjahr des römischen Kalenders war der Ianuarius ursprünglich der elfte Monat und hatte 29 Tage. Mit der Umstellung des Jahresbeginns vom 1. März auf den 1. Januar im Jahre 153 v. Chr. wurde der Ianuarius zum ersten Monat des Kalenders. Die Zuordnung zur Elf passt zum Ingress der Sonne in das Zodiakzeichen des Wassermann am 21. 1. das im 11. Haus sein Domizil hat. Beide Herrscher des Januar, Saturn im Steinbock bzw. als Co-Regent im Wassermann und Uranus gelten als Verkörperung des Winters. Die Elf gilt als närrische Zahl und astrologisch als Sinnbild für soziale Gruppen und Freundschaften, aber auch für Ziele ausserhalb der persönlichen Selbstverwirklichung (Haus 5, Löwe)  oder des Status, wie er im Haus 10 des Steinbocks im Mittelpunkt steht.

  • Neujahrsnacht still und klar, deutet auf ein gutes Jahr.
  • Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter für ein ganzes Jahr.
  • Morgenrot am ersten Tag, Unwetter bringt und große Plag’.
  • Wenn’s um Neujahr Regen gibt, oft um Ostern Schnee noch stiebt.
  • Am Neujahrstage Sonnenschein, läßt das Jahr uns fruchtbar sein.
  • Am Neujahrstag kalt und weiß, wird der Sommer später heiß.
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Winterspaziergang – wenn das Wetter passt, das beste Ritual am Neujahrstag.
Am Breitenstein @beast666

Zodiak: Steinbock und Wassermann

Monatsstein: Granat, er gehört zum Saturn und dem Wurzel-Chakra.

Pflanzen: Helleborus, Dianthus,  Stechpalme, Poinsettia, Helleborus, Efeu, Immergrüne, z.B. Efeu und Koniferen (Saturn), Lärche, Mistel (Uranus+Saturn)

Farben: Schwarz, dunkelbraun und dunkelgrün (Saturn), weiss, himmelsblau (Uranus)

Kristalle:  Granat, Jet und Onyx, Fossilien (Saturn), Rauchquarz, Malachit (Steinbock), Aquamarin, Türkis, Labradorit, Moldavit (Uranus), Bernstein (Uranus/Sonne).

Tierwelt:  Wolf, Krähe, hibernierende Tiere (Saturn). Überwinternde Sing-Vögel, Elster, Häher, Albatross, Fuchs (Uranus).

Magische Elementale: Gnome, Trolle (Erde), Sylphen (Luft)

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Rückkehr des Lichts. Im Januar einen Hirschensprung:
Die Tage werden länger, die Sonne wird kräftiger.

Januar-Rituale:

  • Kleine Tontöpchen, z.B. für Minipflanzen Ø 10 cm, mit einem Holzstab von ca 20 cm Länge (dickere Grillspiesse) versehen. Das geht leicht, einfach durch das Loch im Boden stecken, mit einem Draht oder Querpflöckchen sichern. Samen aus Pinien- und Fichtenzapfen auslösen und mit ungesalzenem Schweinefett vermischt bis auf 3/4 Höhe einfüllen. Geschälte, ungesalzene Sonnenblumenkerne werden auch gerne genommen. Schnüre anbringen und die Fett-Töpfchen umgekehrt in Bäume hängen. Für Amseln und andere Weichfresser: Alte, schon etwas mürbe Äpfel halbieren und auslegen.
  • Spazierengehen, die langsame Wiederkehr des Lichtes spüren.
  • Einen Besuch bei Freunden oder Verwandten machen – gemeinsam essen und beglückwünschen.
  • Gebildbrote verschenken – Rezepte unter Martinsweck.
  • Entschleunigung, das neue Jahr bewusster und ohne Hast angehen – die Liste mit den guten Vorsätzen nicht gleich wieder “verlieren”. Aber auch  keine Unmöglichkeiten draufsetzen.
  • Am Ende der Raunachts-Zeit, dem 6. Januar, Haus oder Wohnung mit einer Mischung aus Salbei, Wachholder, Fichtenharz, Weihrauch und Lorbeer ausräuchern. Garage nicht vergessen. Die Haustür schön auf Hochglanz bringen, damit das Glück gerne eintritt. Katholiken freuen sich jetzt auf die Sternsinger, die ihren Jahressegen mit Kreide über dem Eingang anbringen: C+M+B = christus mansionen benedicat. Christus segnet diese Heim. Ein alter Brauch mit heidnischen Wurzeln bei der Grossen Mutter.
  • Im Garten: Gegen strenge Fröste spätestens jetzt sensiblere Gewächse mit Vlies umwickeön oder abdecken.  Im Gewächshaus bei Tages-Minusgraden ebenfalls für Winterschutz sorgen. Vor allem wenn mediterrane Kübelpflanzen dort ihr Quartier haben! Endiviensalat oder Zuckerhut kann ebenfalls eine Abdeckung vertragen. Leimringe an Obstbäme anbringen – Stämme kalken – an frostfreien Tagen!
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Neujahrs-Spaziergang am Reussenstein.

  • Wintersport: Nicht unbedingt der alpine Skizirkus mit all seinen perversen Auswüchsen – Winterwandern, auch mit Schneeschuhen, Rodeln und Eislaufen oder Eishockey machen mehr Spass als das Profitstreben von Tourismusverbänden und Hoteliers zu befriedigen. Und es schädigt nicht die Umwelt.
  • Wir haben als Kinder die in meiner sehr kalten ostbayrischen Heimat reichlich vorhandenen Fischweiher zum Schlittschuhlaufen genutzt, Dank Klimawandel ist das nicht mehr oft möglich, aber es gibt ja immer mehr Eissporthallen, wo das Vergnügen auch weniger gefährlich ist. Für die jenseits von natürlichen Instinkten und Vorsicht aufwachsenden Kinder heutzutage sowieso. Übrigens: Eishockey ist auch für Mädchen als Teamsport geeignet, besser als gegenseitig die bunten Krallen von L-A. Nails oder Nasenpiercings zu bewundern und dümmliche Popsternchen anzuhimmeln allemal. Davon abgesehen Mädels: Eislaufen macht tolle Beine!

Gottheiten des Januar:

  • Hera (2.1.), Inanna, Holle/Freya (8.1.), Pax (30.1), Bethen/Matronen (6.1)
  • Janus (9.1.), Saturn, Uranus (astrologisch)
Januskopf aus der vatikanischen Sammlung.

Januskopf aus der vatikanischen Sammlung.
Quelle:wikimedia

  • Zodiak – Haupteinfluss: Steinbock/Saturn, Ingress der Sonne in den Wassermann, Herrschaft des Uranus ab 21.1.
  • Baum: Fichte, Tanne, Zypresse, Stechpalme (Saturn), Lärche (Uranus)
  • Duft: Myrrhe, Weihrauch, Wachholderbeeren, Patchouli (Saturn), Fichtenharz, Bernstein (Uranus)
  • Gottheiten:  Saturn, Ops, Mithras, Cailleach, Holle, Uranus, Prometheus, Loki, Hephaistos, Brigid ab 21.1.
  • Metall:  Blei (Saturn), Zink (Uranus)
  • Mythologische Figuren: Die Alte, Frau Holle, Rübezahl, Einhorn

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©kmygraphic

Posted by on Januar 9th, 2017 Kommentare deaktiviert

Mitten im kalten Winter: Yule – Rauhnacht – Sonnenkind

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.
Yul Embers ©scrano 2014

When the Wheel begins to turn, let the Beltane fires burn.
When the Wheel has turned a Yule, light the Log and let Pan rule.

WINTER SONNWENDE – YULE

Im nordisch-germanischen Neuheidentum (z. B. Asatru) ist das altgermanische Julfest eines der drei Eck-Feste im Jahr und man versucht auf das Brauchtum zurückzugreifen, das man aus den Überlieferungen noch rekonstruieren kann:  z. B. Wilde Jagd oder Raunächte, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu begehen. Als Datum kommt hierfür entweder direkt die astronomische Sonnwende am 21.12. oder der Tag des ersten Vollmonds danach in Frage, welcher Julmond heisst. Deneben gibt es noch das Haakon dem Guten zugeschriebene Datum am 25.12.  Daher ist das Julfest wohl nicht nur dem solares Kalender zuzuordnen. Unter Umständen ist die Zeit der Raunächte auch ein Versuch den Sonnen- und den Mondkalender zu synchronisieren, wie man es auch schon jungsteinzeitlichen Bauten wie Stonenhenge als ein möglicher Verwendungszweck zuschreibt. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Wie in allen einfachen, „nicht-interkalierenden Lunisolarkalendern“ (also allen Mondkalendern ohne Schaltmonate, wie man sie in bäuerlichen Kulturen findet), werden die auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als  Tage „außerhalb der Zeit“, eingeschoben. Von solchen Tagen wird in der zugehörigen Kosmologie angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien und daher die Grenzen zu anderen Welten durchlässig würden. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne oftmals mit Tabus, Ritualen und Volksmythen. Es wird auch vermutet, dass die Bräuche um die „Winterauskehr“ am Ende des Faschings in diesem Zusammenhang stehen: Sie simulieren eine Interkalation bezüglich des Jahresbeginns mit dem Frühlings-Äquinoktium. Besonders deutlich findet sich das in den römischen Saturnalien und Lupercalien.

Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Der Julmond, der auch Nytungl (Neuer Mond) oder Nykung (Neuer König) heißt, wird mit dem rituellen Jultrinken begrüßt. In der christlichen Weihnachtsliturgie war früher die sogenannte Johannisminne, ein rituelles Zutrinken, üblich, am 27. 12., dem Feiertag des Evangelisten Johannes.  Zu den verwandten Bräuchen kann man auch den Wassail rechnen, wie er in Schottland noch üblich ist, oder auch in Teilen Bayerns als Flursegen angewandt wird. Dort besprengt man die Flur bzw die Apfelwiesen mit Milch oder Most aus der vergangenen Ernte. Der Julmond im Januar kennzeichnet den Beginn des neuen Jahres. Man sieht die Rauhnächte zwischen Wintersonnenwende (Mütternacht) und Dreizehnttag (Perchtennacht) als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Das Haus wird geräuchert mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus,“ oder “Evil shall leave and not enter”, wie es im Original heisst.  Der „Julbock“, wird aufgestellt, sehr zur Freude der Kinder: Ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke. Gastfreundschaft soll schon früher ein wichtiges Element der Julzeit gewesen sein, so soll das Haus den Gästen offengestanden haben, die ein und aus gingen und reich bewirtet wurden. Zudem ist es ein Brauch, einen großen Holzklotz – den Julklotz – aus dem Wald zu holen, und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Vergleichbar mit dem Volksbrauch, Feuerräder bzw. Osterräder von Bergen abzurollen, werden von Anhöhen brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, herab gerollt. Als Kinder haben wir kleinere solche brennende Reifen mit Hilfe von Haselstöcken durch den Ort gerollt, im schwer katholischen Bayern! Überhaupt sind hier die Raunachtsbräuche noch sehr lebendig. Perchtenlauf, Räuchern und etliche Tabus in der Zeit zwischen der Zeit werden hier noch in breiter Vielfalt und grosser Selbstverständlichkeit praktiziert. Nicht erst als neuaufgelegte Touristen-Folklore oder als ärgerliches Rudiment aus der Nazi-Zeit. Die enorme Vielfalt des lokalen Brauchtums legt ausserdem die Annahme vorchristlicher Ursprünge nahe, leider ohne dass heute noch feststellbar wäre, wo die jeweiligen kulturellen Wurzeln tatsächlich liegen. bzw. wie weit sie zurückreichen. Germanische Bezüge vieler Raunachtsvorstellungen sind aber naheliegend, denn zu dieser Zeit soll sich nämlich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin/Woden/Wotan über das Land ziehen sollten:

Im Zentrum der  Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, steht dann Woden’s “Wilde Jagd”. Zu dieser Zeit stehe die “überirdische Anderswelt” endgültig in Verbindung mit der Menschenwelt und die Seelen der Verstorbenen dürfen Kontakt aufnehmen. Dieser Glaube, dass zu sich zu dieser Zeit das Tor zum Geisterreich öffnet, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (dumb supper) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen z.B. Bretagne, britische Inseln, mit sich. Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle (Berchta, Perchta), die eine deutliche Verwandschaft zur germanischen Totengöttin Hel hat. Aber nicht nur in Regionen nördlich der Alpen wurden solcherlei Glaubensvorstellungen gepflegt: Auch die Römer kannten entsprechendes Brauchtum, ebenso verbreitet ist es in Griechenland oder Osteuropa, also in grossen Teilen des  indoeuropäischen Sprachraums. Erdhafte und unterweltliche Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd einherziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Ost-Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten. Die Bräuche zu den verschiedenen “Zwischenzeiten” des Jahres ähneln sich sehr: Es existieren Übereinstimmungen z.B. zwischen dem Rauhnachtsbrauchtum und dem von Samhain oder All Hallows Eve” und den graeco-römischen Feiern der Erntefeste, an denen auch “Mundus Cereris Patet“: Saturnalia, Lupercalia.

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Krampus, auch ein Weihnachtspercht,
der manchmal schon mit dem Nikolaus kommt.
Er ähnelt dem Habergoas. quelle:wikimedia

Diese Umsetzung solcher Vorstellungen spiegelt sich besonders in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Dort gibt es allerlei teuflisch erscheinende Gestalten, die Schiechperchten, zum Beispiel den Habergoas, eine Mischung aus Pferd und Ziegenbock, ersteres ein Symbol Wodens, der Bock ein Tier des Thor. Die sogenannten Holzperchten schlagen besonders die Mädchen mit Haselzweigen, wohl eine Variante des “Quickens“, ein Fruchtbarkeitsritual. Auch die Hasel gehört zu Thor, der als Fruchtbarkeitsgott der Feind des Winters war: Im hohen Norden beteten die Menschen zu ihm, dass er die grimmigen Eisriesen mit seinem Hammer möglichst bald zerschmettert.  Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die schellenbehängten Schepperer oder Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. Wobei nicht nur der Lärm, sondern auch der Schwefeldampf des Schiesspulvers die üblen Geister vertreiben soll.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende) (längste Nacht des Jahres)
  • 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten)
  • 31. Dezember/1. Januar (Silvester)
  • 5./6. Januar (Epiphanias, Erscheinung des Herrn)

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt, obwohl hier der alte heidnische Bezug noch extrem deutlich ist:

“Der Thama mit’m Hamma”

Die Nacht vor Thomas (21. Dezember) ist eine der wichtigsten und eigenartigsten Losnächte. Er ist recht volkstümlich, der “Thama mit’m Hamma”. Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden, wetterbeherrschenden Gott der Germanen Thor/Donar, der mit seinem Hammer Mjölnir an die Wolken schlug und damit den Donner erzeugte. Der blutige Thamerl, wie er bei uns genannt wurde, war besonders als Kinderschreck gefürchtet.

Auch die seltsame Luzier: Hl. Lucia, am 13. Dezember gefeiert, gehört eigentlich noch zu den Raunachtsgestalten. Der 13. Dezember war früher ein wichtiger Tag für die traditionellen Feierlichkeiten der Sonnenwende, denn bis 1752 fand die Wintersonnenwende (z.B. in Schweden) an diesem Tag statt. Die Sichel der St.Lucia, als Symbol ihres Märtyrertums,  wird nun zum Drohwerkzeug für unartige Kinder, wie der Thorshammer des “Thamerl”. Diese Sichel kann man auch als Symbol des Saturn, als Herrn der Zeit und Schnitter Tod interpretieren, oder als Mondsichel der “Grossen Göttin”. Zur Deutung als Saturnsymbol kommen noch Janus und Terminus dazu, die in der Römerwelt für die räumlichen und zeitlichen Grenzen zuständig waren. Beide Gottheiten standen mit Saturn in Verbindung. Besser kommt Lucia in Schweden weg, hier wird ihr Gedenktag als Lichterfest gefeiert, vor allem für die Töchter der Familien ein Spass: Die älteste Tochter weckt weiss bekleidet, mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, morgens die Familie und serviert ihnen Frühstück bei Kerzenschein: Vor allem Safrangebäck, ein Symbol der Sonne. Diese süssen Kringel, auch als Lussekatter=Luciakatzen bezeichnet, können auch ein Hinweis auf aur nordische Göttin Freya sein, deren Himmelswagen ein Katzengespann zog. An diesem Tag wird das berühmte Lucia-Lied gesungen, das von der Wiederkehr des Lichtes handelt, auch ein Bezug zum alten Datum der Sonnwende.

Die Etymologie, also die sprachliche Wurzel,  des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Eine Möglichkeit stellt das mittelhochdeutsche Wort rûchhaarig‘ dar,  das es in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren heute noch gibt. Es würde sich dabei auf die mit Fell bekleidete Schmutz- oder Schiechperchten beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh. Wie zum Beispiel das Räuchern der Ställe mit dem Johannisbuschen des Sommers. Das würde aber auch die andere Herleitung des Wortes liefern: Rauch-Nacht, vom Haus-und Hof -Räucher-Ritual abgeleitet, das von der Bäuerin ausgeführt wird. Die alternative Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch, der auf der Sage beruht, dass entweder Thor oder Odin zu dieser Zeit die Gastfreundschaft der Menschen überprüfe, und je nach Ausübung oder Verweigerung belohne oder bestrafe. Wie auch Frau Holle im Märchen.

Die Rauhnächte als Quasi-Niemandszeit sind auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich mehr aus Spass und Geselligkeit – in Form des Bleigießens (das Metall Saturns, des Herrn der Grenzen und der Zeit)  bis heute weiter gepflegt. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Ein bisschen blitzt da noch das sprechendes Odinspferd, der achtbeinige Sleipnir, oder Fallada aus dem Märchen “Die Gänsemagd” durch.  Mancherorts dürfen sich die Tiere bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Heinzelmännchen, Laren und Manen lassen grüssen!

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die wilden Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Wohl eine Art Angst vor “Incubi” oder Besessenheit.  Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Beide galten als besonders anfällig für Hexerei, als Opfer und Täter. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.

Diese Tabus sind wohl der Dämonisierung des älteren Brauchtums durch die Christianisierung zuzuschreiben: Die Götter der alten Religion sind häufig die Teufel der neuen. Vor allem weil einige Yul- oder Raunachtsbräuche mit Fruchtbarkeit zu tun haben, oder auch mit Orakelbräuchen, die vielleicht mit dem Genuss von Pilzdrogen, wie der Amanita muscaria einhergingen: Das mochten die sittenstrengen Kirchenlehrer wohl gar nicht dulden.

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Wintersonnenwende – Mutternacht. Das Leben kehrt zurück.
Modranecht ©scrano 2015

Doch zurück zum Neuheidentum:

Auch in der teilweise auf keltischen Überlieferungen*** basierenden Wicca-Religion ist das Julfest eines der 8 Feste des Jahreskreises, an dem mit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des an Samhain gestorbenen gehörnten Gottes bzw. der Tod des Winter- oder Holly Kings (Winterhalbjahr) und dessen Ablösung durch den Oak King (Sommerhalbjahr) gefeiert wird. Holly (Ilex, Stechpalme) und Oak (Eichenlaub) stehen auf den britischen Inseln als Symbole für den Winter und Sommer. Das sieht man auch an den vielfältigen Darstellungen der sogenannten “Green Men”, welche die Vegetation oder Herne, den Geist des Waldes, einer Art Kreuzung aus Odin, Cernunnos und Jennerwein***, versinnbildlichen.

Die Nacht dieses Wechsels wird als in der Zeit gefrorener Moment begriffen: Die Welt hält einen Moment den Atem an. Im Kessel der “Grossen Mutter” wird das Licht neu geboren, aus dem “Dunklen Winterkönig” wird das Sonnenkind.  Dieses Symbol der zunehmenden Tageslänge ist das Versprechen auf einen neuen Sommer voller Licht und Wärme. Die Göttin beginnt einen neuen Zyklus im ewigen Kreislauf, wobei sie sich wieder zu ihrer “jungfräulichen” Form transformiert.  Auch hier spielt das Feuer, z.B. der Jul-Block (nicht Bock!) und das Räuchern im Ritual eine zentrale Rolle. Die traditionellen Weihnachtsfarben: Gold, Grün und Rot kommen ebenfalls zum Einsatz, sie repräsentieren Licht und Leben.

Zum Räuchern als Ausleitung des alten und Einleitung eines neuen Lebenskreislaufs werden Pflanzen mit Korrespondenzen zum Feuerelement oder der Sonne verwendet:

  • Zimt, Nelken, Weihrauch, Myrrhe aber auch Zedernholz und vor allem Lorbeer für den Gott in seiner Form als Sonnengott und Lichtgott Apollon oder Bel/Balder und Rosmarin für die Göttin in ihrer Repräsentation als Artemis/Brigid/Freya.
  • Der Lorbeer hat als heilige und heilende Pflanze eine lange Tradition: Schon die Orakelpriesterinnen in Delphi verwendeten ihn, wahrscheinlich schon in der Zeit der alten Erdgöttin Python, bevor Delphi zum Orakeltempel des Apollon wurde. Zu Heil- und Reinigungszwecken eingesetzt wurde Lorbeer  im Heiligtum des Asklepios und bei Ritualen zu Ehren der Göttin Ceres oder der keltischen Cerridwen. Der Rauch des Lorbeer hat eine erdhafte und eine sprirituelle Note.
  • Auch mit Salbei wurde und wird in der Zeit geräuchert, ein Brauch, der ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt. Nicht verwechseln mit “Sage” dem Steppenbeifuss der amerikanischen Ureinwohner.

Viele der anderen genannten Düfte sind uns bereits aus dem allgemeinen Weihnachtsbrauchtum vertraut. Sie wirken stimmungsaufhellend und vertreiben die Schatten des Winterblues. Es ist die Zeit der Neuanfänge und um die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Jetzt wird das Samenkorn für ein gutes neues Jahr gepflanzt. Wir können Bernstein oder Tigerauge als Glücksbringer verschenken, die sowohl die Sonne als auch den glücklichen Wechsel versinbildlichen.

In allen Traditionen, sei es nun historisch oder neuheidnisch, aber auch traditionell christlich wird in dieser Zeit gefeiert und die Hoffnung auf gute Zeiten ausgedrückt.

Häufig auch durch Geselligkeit bei gutem Essen:

  • Truthahn, Gans, reichhaltiges Gebäck wie Stollen und Früchtekuchen, Glühwein oder Punsch.
  • Und natürlich darf der sonnenhafte Met aus dem Honig des Sommers nicht fehlen, am Besten als Heissgetränk.

 

wrertIt’s A Kind Of Magic ….. magic_by_kmygraphic-d8357xs

 

 

 

***Die herrschende Vorstellung der kosmischen Eltern, einer Allmutter (der mondhaften Göttin) und eines solaren Jahresgottes (der Vegetation) ist relativ generisch. Viele Wicca haben ihr individuelles Götterpaar, wobei auf unterschiedliche Kulturen zurückgegriffen wird: Graeco-Romanische, Nordische, Keltische oder Slawische Traditionen, beispielsweise. Sogar eine christlich geprägte Variante mit Maria und Jesus als Mutter/Sohn Paar gibt es in den USA. Da Maria oft mit der Mondsichel abgebildet und Jesus als wiedererstehendes Licht gefeiert wird – für naturreligiöse Christen erscheint diese Tradition nicht abwegig.
  • “Alle Göttinnen und Götter sind eine Göttin und ein Gott”.
Somit handelt es sich beim Wicca um naturreligiös motivierten Pantheismus. Die Ritualistik hat allerdings deutliche Bezüge zum inselkeltischen Brauchtum, aber auch zum Freimaurertum und zu hermetischen Orden, wie “Golden Dawn”.
***Herne,the Hunter aus Shakespeares “Merry Wives of Windsor” hat wohl Wurzeln sowohl in einer historischen Figur, dem berüchtigten Wilderer Richard Horne, aber auch bei mythischen Gestalten wie Odin mit der Wilden Jagd. Er ähnelt damit Robin Hood, oder Figuren des Nibelungenliedes und der Artus-Sage. Odin als Waldgeist kennen wir im Märchen in der Gestalt des Rübezahl.
 

christmas_flower_by_kmygraphic-daroyvx Animation: ©kmygraphic

Posted by on Dezember 19th, 2016 2 Comments

Magie des Kreises

Im Magischen Kreis

Tanz im Magischen Kreis
Circle of Friends ©scrano 2014

Through the power of my wand
is the magic circle cast.
A place protected, a sacred room,
Safely within the Great Mothers’ womb,
from the profane world set apart.
With Air and Fire this Circle I start
With Water and Earth, my Circle is complete,
Where we come together
To will, to dare and keep silent after we meet.
 

In der Welt der Magie gilt häufig: Ohne Kreis kein Ritual. Aber nicht nur in der Welt des Okkulten oder Arkanen findet man ihn. Der Sinn eines magischen Kreises, ist es einen Schutzraum zu schaffen, aus dem Faktoren ferngehalten werden sollen, welche die Vorgänge innhalb des Zirkels stören würden. Weiterhin soll er das fokussieren, was in einem solchen Kreis gewirkt wird.

Der Kreis dient als Portal zum Reich des Spirituellen, als Schutz vor negativen Kräften und einfacher als psychologisches Werkzeug, um sich in den richtigen Seelenzustand zu versetzen. Daher empfiehlt sich auch vor ausgedehnten Meditationsübungen ein Ritual zum Schaffen eines  magischen Raums – man kann diesen durchaus als eine Art Blase oder Sphäre visualisieren. Schamanen errichten ebenfalls einen schützenden Kreis vor Heilzeremonien oder heiligen Ritualen. Das sogenannte indianische Medizinrad ist auch nur ein magischer Zirkel, wobei ich nicht sagen kann, wieviel daran noch authentisch ist, oder was von den New Age Gurus dazugedichtet wurde.

Ein wichtiger Teil der Kreis-Einberufung ist der Umgang mit dem Sonnenlauf: Deosil ist die Richtung für die Invokation. Etwas, dass auch Circumambulation genannt wird, und auch Freimaurern bekannt vorkommen dürfte. Löst man den Kreis am Ende wieder, so geht man widdershins, also entgegen dem Sonnenlauf.

Ein einfaches Kreis-Ritual, wie das Anrufen der vier Elemente und des Geistes genügt meistens. Hierbei fängt man mit dem Osten an, ruft das Element der Luft, geht zum Süden und den Feuer, wendet sich dann nach Westen zum Wasser und endet im Norden, bei der Erde. Letzteres dient auch zum Zentrieren. Zum Schluss wird das Element des Geistes angerufen. Wer es komplizierter braucht, kann beim “Lesser Banishing Ritual of the Pentagram” nachlesen.

Statt an die Elemente kann man sich auch an die vier Winde oder Himmelsrichtungen wenden, wie es heute noch bei den Nomaden der mongolischen Steppe Brauch ist. Auch das Anrufen von Erzengeln als Wächter des Kreises war besonders in der Renaissance-Magie üblich. Raphael im Osten, Michael im Süden, Gabriel im Westen, Uriel im Norden. Diese Vorstellung ist auch in die Bildwelt des Tarots eingeflossen, z.B. in den Karten “Die Liebenden” oder “Das Gericht”, die jeweils Raphael und Gabriel zeigen.

An sich genügt es bei der Circumambulation den Kreis zu visualisieren, ihn symbolisch mit der Hand oder einem Zeigeinstrument (Stab) zu zeichnen. Häufig kommen zum Markieren des Kreises trotzdem Materialien wie Salz (Reinheit, Schutz) oder einfach weisses Mehl zum Einsatz. Auch mit Kerzen, z.B. vier für die Elemente oder 13, wie die Zahl der Mondzyklen, entlang des Umfangs werden magische Räume geschaffen. Man kann auch ein Pentagramm auf den Boden zeichnen, dieses symbolisiert neben den Elementen zusätzlich den Menschen und das Leben allgemein (Geist+dingliche Welt). Auch die VeVe des Voodoo werden als Schutz- und Invokations-Sigillen verwendet, zusammen mit einem oder anstelle eines Kreises. Beim Aufheben eines magischen Kreises wird den herbeigerufenen Schutzmächten gedankt, man verabschiedet sie höflich und respektvoll.

Die beliebten Rundtänze im Volksbrauchtum von Völkern auf er ganzen Welt haben ebenfalls ein wenig vom magischen Kreis: Oft spiegeln sie den Sonnenlauf, oder Zyklen des Lebens wieder.

Der Kreis an sich ist schon ein solares Symbol, in Alchemie und Astrologie steht er für den Geist, den Wesenskern, das Zentrum. Die geschlossene Form des Kreises übt von jeher eine Faszination aus, sie vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit. Schon bei den beliebten Keramik-Kerzenleuchtern aus Mexico: “Circle of Friends” kann man das sehen. Besonders die Steinsetzungen aus der Megalith-Zeit sind oft in Kreisform angeordnet, bei Stonehenge haben wir quasi eine Art überdimensionalen “Circle of Friends” vor uns, vielleicht um den Schutz der Ahnen anzurufen? An den antiken Rundtanz erinnert die volkstümliche Bezeichnung “Giants Dance” für das neolithische Monument. Im Inneren der Anlage befinden sich weitere Steinkreise in konzentrischer Anordnung. Gemeinsam bildeten sie auch einen Kalender für Sonnen- und Mondfinsternisse. Im zentralen Bereich stehen die Preseli-Bluestones, die mit Heilritualen in Verbindung gebracht werden, da sie vom Ort einer uralten Heilquelle in den walisischen Bergen extra hergebracht wurden – unter beträchtlichen Mühen, eine unglaubliche Leistung.

Den Kreis kann man auch als  Abbild des ewigen Kreislaufs von Werden und Vergehen begreifen, und damit wie die Lemniskate, als ein Sinnbild für Unendlichkeit. Eine Lemniskate im 3-dimensionalen Raum ist ein verdrillter Kreis, ein sogenanntes Möbius-Band, dessen Enden man durchtrennt und um 180° gedreht wieder verbunden hat. Mit dieser mathe-magischen Figur hat sich vor allem der niederländische Graphiker M.C.Escher beschäftigt.

Und hier noch ein klassischer Hexen-Kreis, wie ihn sich Maler im 19. Jhd. vorgestellt haben:

Die Frau auf dem Bild scheint Medea zu sein, die kolchische Zauberpriesterin, oder auch Circe, sie ist wie die Landschaft ein mediterraner Typus, auch das Kleid trägt Abbildungen von attischen Vasen als Verzierung. Allerdings gehört zu ihrer magischen Ausrüstung eine Sichel, wie sie sonst nur Druiden besitzen. Die Raben, in der griechischen Mythologie mit der Unterwelt assoziert (Kronos, Pluto, Hekate), verharren vor der magischen “Spur”, sie können nicht in den Zauber-Kreis vordringen. Im Hintergrund sieht man eine Höhle, wie von den Sybillen bekannt, vielleicht ist sie auch ein Portal zum Hades …? Es könnte sich um Nekromantie  – Beschwörung der Schatten der Unterwelt (Gestalten in der Höhle) zum Zwecke der Zukunftsdeutung handeln. Die Wächterfigur am Höhleneingang wäre dann Hekate.

The Magic Circle, John William Waterhouse [Public domain], via Wikimedia Commons

The Magic Circle, John William Waterhouse
quelle:wiki

Salamander glühe,
Sylphe verschwinde,
Undine sich winde
Kobold (Gnom)  sich mühe !

Wer sie nicht kennte,
Die Elemente,

Ihre Kraft und Eigenschaft,
Wäre kein Meister
Über die Geister.

Eine eher humorvolle Element-Anrufung, aus Goethes Faust.

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Posted by on Dezember 18th, 2016 Kommentare deaktiviert

Das Feuerelement: Inspiration, Lebenskraft und Wärme

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Feuer: Willenskraft, Dynamik, Schaffensprozess – höheres Selbst.
 Kelch der Inspiration ©scrano 2013

Korrespondenzen des Feuer-Elementes:

Zodiak:

  • Schütze: mutabel – Jupiter in seinem Taghaus
  • Widder: kardinal – Mars in seinem Taghaus
  • Löwe: fix – Sonne

Tarot: Stäbe, ASSE

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Rot, orange, goldgelb.

Alchemie:Fire

Nach oben weisendes Dreieck.

Elemental:

  • Salamander,
  • Süden,
  • Michael
  • Notus

Tage:

  • Sonntag – Sonne
  • Dienstag – Mars
  • Donnerstag – Jupiter, aber auch Wasser-Anteil

Pflanzen:

  • Wüstengewächse, Dornenpflanzen, Kakteen (mit Mond und Saturn). Dreieckige Blätter: Dachwurz, etliche Sedum-Arten, Hawortia, Echeveria. Pyrophyten: Pflanzen, die erst ihre Samen nach einem Buschfeuer oder Waldbrand ausstreuen. Alle Xerophyten: Pflanzen der ariden Zonen.

Signatur:

Viele Blüten, kräftige Farben, besonders rot (Hibiskus), harte oft dreieckige Blätter mit Wachsschicht, Sonnenanbeter, Mittagsblüher, fette Öle, Harze (Bernstein, ein fossiles Harz ist DER Sonnenstein), belebende Scharfstoffe, zuckerhaltig. Pflanzen der Tropen oder Subtropen. Rote oder orangegelbe Blüten, roter Austrieb, rote Früchte  (Feuer-Venus), Tagblüher, Blütenstände oft flammenartig und der Sonne zugewandt (Anthelii), z.B. Sonnenblume und viele andere Korbblütler.

Öle:

  • Zeder
  • Zimt, (Venus, Pluto)
  • Weihrauch, (Saturn, Sonne, Mond)
  • Ingwer, (Venus, Mars)
  • Lorbeer (Saturn, Mond)
  • Johanniskraut, (Saturn, Mond)
  • Olive, (Saturn, Sonne)
  • Basilikum,
  • Nelke,
  • Blutorange,
  • Litsea Cubeba

Tiere:

  • Schnelle Tiere, Raubtiere, Tiere der trockenen Zonen.

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Dieses Element steht für Vitalität. Dem Feuer, zu dessen Energie die Yang Variante “Aktivität und Neubeginn” passt, ist in jedem Elementesystem der Wille, der Mut und die Lebenskraft zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie von Mars in seiner rohen Natur und Sonne, sowie Jupiter (im Schützen) in seiner reifen Form regiert. Feuer brachte den Menschen die Ur-Zivilisation, durch seine Wärme schuf es Lebensräume, das Zubereiten von Nahrung erschloss eine vielfältigere, reichhaltigere  Diät. Die Jagd auf das Grosswild der Altsteinzeit ist eine Domäne des Feuerelements, der Frühmensch nutzte das Feuer wohl zuerst als Jäger. Das Licht der ersten Fackeln eroberte und überwand die Schrecken der Nacht. Auch unser Gesicht veränderte sich: Die grossen Kaumuskeln wichen wegen der gekochten Nahrung einer diffizileren Sprachmuskulatur.  In seiner zerstörerischen Form wurde das Feuer aber gefürchtet und auch wohl wegen seinem Zusammenhang mit dem Blitz sehr früh vergöttlicht.  Als schöpferisches Feuer wurde es in Indien in der Gestalt des Gottes Agni verehrt, die Zoroasterpriester hüteten eine heilige, ewige Flamme, die das Gute repräsentierte. Aber auch das Höllenfeuer und der dämonische Aspekt des Elements war wohl schon früh in den religiösen Vorstellungen verankert. Der Weltuntergang vollzieht sich in vielen Mythen als grosse Feuersbrunst: Das nordische Ragnarök oder der Weltenbrand, den Shivas Tanz auslöst. Trotzdem, die positiven Eigenschaften überwiegen: Die Urkraft des Elements steckt bereits im Auskeimen des Vor-Frühlings (Keimlinge entwickeln tatsächlich Hitze, um z.B. die Schneedecke zu durchbrechen), die gebändigte Form in den Feuerfarben der Sommerblumen und gespeichert auch in Nüssen, die man früher als Vorrat zum Überwintern brauchte.  Das Element Feuer fördert Aktivität, Lebenskraft und Durchsetzungsvermögen und verleiht Selbstbewusstsein und Mut. Feuerzeichen sind immer von dieser Sturm-und Drangenenergie durchdrungen, selbst die fixen Löwen.  Die negative Variante dieses Pioniergeists und des Vorwärtsdrangs sind Aggression, Egoismus und Krieg. Nicht umsonst sind die Feuergötter immer mit dem Kriegshandwerk verbunden, und sei es nur als Waffenschmied, wie der lahme Hephaistos.

Zustandsformen des Elements im Feuertrigon:

  • Widder: kardinal, Funke, offenes Feuer, Schmiedefeuer
  • Löwe: fix, solares Feuer, Kerzenflamme, Herdfeuer
  • Jupiter: mutabel, Blitz, Feuersbrunst
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

 

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos ausgerichtet. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Posted by on Dezember 3rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer Dezember: Julmond

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Lucia und Frau Holle, Wintersonne und der Zentaur des Schützen.
Dezember, Julmond ©scrano 2015
Models: faestock.

Der alte deutsche Name des Dezembers ist Julmond. Der Name kommt vom Julfest, der germanischen Feier der Wintersonnenwende. Andere Namen für Dezember sind Christmonat, da Weihnachten – das Christfest – im Dezember gefeiert wird, oder auch Heilmond, da „Christus das Heil bringt“. Letztere Namen kamen erst nach der Umwidmung des Julfestes im Zuge der Christianisierung auf.

Am 21. oder 22. Dezember ist der Tag der Sonnenwende – die Sonne steht genau über dem Wendekreis des Steinbocks am südlichen Breitengrad von 23°26,3′. Dieser Tag ist auf der Nordhalbkugel der kürzeste im Jahr, die Nacht ist die längste, auf der Südhalbkugel ist es umgekehrt. Es ist auch das offizielle Datum des Winteranfangs.

Was das liturgische Kirchenjahr betrifft, so beginnt es, abweichend von der normalen Kalenderzählung, mit dem ersten Adventsonntag. Dieser kann bereits Ende November oder erst Anfang Dezember sein, je nachdem, auf welchen Wochentag Weihnachten fällt.

Der Name lateinischDecem”, bedeutet Zehn, nach der alten Monatszählung ab März. Im Zodiak ist der Steinbock das 10. Zeichen, er herrscht über das 10. Haus der Gesellschaft, der Beziehung zum Vaterprinzip und des beruflichen Horizonts (Medium Coeli).  Am 21. 12. findet dann der Ingress der Sonne in den Steinbock statt, sein Herrscher Saturn ist Symbol des Alters, des Winters und der Pflichten des Lebens. Bei den Kelten herrscht jetzt die Cailleach, eine Figur ähnlich der  germanischen Frau Holle. Letzere schüttelt nun auch ihre Betten und taucht die Landschaft in unschuldiges Weiss, passend zum Beginn eines neuen Jahres. Die zuversichtliche Zeit des Schützen und Jupiter weicht der harten Realität von Saturn.

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Feiertage:

  • Luciafest das alte und 21.12. das neue Datum der Wintersonnenwende, mit ihrer Lichtsymbolik
  • Lichterfest der Freimaurer: Im Dezember wird bei uns Freimaurern das Lichterfest begangen, das sowohl an die Wintersonnenwende als auch an den zweiten Patron des Bundes, Johannes den Evangelisten erinnert.
  • Weihnachten

Antike Feste

  • 4. Dezember – Bona Dea-Rituale, ausschließlich für Frauen
  • 5. Dezember – Faunalia, zu Ehren von Faunus
  • 11. Dezember – Septimontium, Fest der Bewohner der sieben Hügel Roms (septem montes) – sieben ist auch die Zahl der Sonne.
  • 17. Dezember – Saturnalien zu Ehren Saturns (offizieller Feiertag erst ab 45 v. Chr.), wichtigstes Fest im alten Rom, wilde Feiern und verkehrte Zeit: Die Sklaven wurden von ihren Herren bedient, ein Saturnalienkönig gekrönt, der dem verrückten Treiben als Zeremonienmeister vorstand. Und es gab einen Geschenke-Brauch. Eine Mischung aus Fastnacht und Weihnachten.
  • 19. Dezember – Opalia zu Ehren von Ops – die Gemahlin von Saturn, eine Verkörperung der Erdmutter, ein letzter Erntedank.
  • 21. Dezember – Divalia oder Angeronalia zu Ehren von Diva Angerona
  • 25. Dezember – Dies Natalis Invicti zu Ehren von Sol/Sol Invictus, und Geburtstag von Mithras, das spätere Weihnachtsfest
  • 30. Dezember – 1. Januar – Compitalia zu Ehren der Laren, der guten Geister des Heims und der Familie – ein bisschen schamanistische Ahnenverehreung.

Germanische Gedenktage:

  • 21.12-6.1 Yul und Raunächte, die Modranecht (Mutternacht), in der das Sonnenkind neu geboren wird.

Hexenfeste: 13.Dezember, Lucia-Fest. 21. Dezember, Jul-Fest, auch als Mutternacht gefeiert, dazu endet jetzt die Herrschaft des Holly King, der Oak King, Symbol des Sommerhalbjahrs kehrt zurück.

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Winter Feuer – Sonnenuntergang zu Midwinter 2015.

Magischer Dezember – Korrespondenzen

  • Elemente: Feuer+Wasser (Jupiter), Erde (Saturn)
  • Zodiak – Haupteinfluss: Schütze/ Jupiter, Ingress der Sonne in den Steinbock, Herrschaft des Saturn ab der Sonnenwende
  • Pflanzen:  Fliegenpilz, Mistel, Ysop, Heliconie, Strelizie, Narzisse, Stechpalme, Poinsettia, Helleborus, Efeu.
  • Baum: Walnuss, Eiche, Zaubernuss  (Jupiter), Fichte, Tanne, Zypresse, Stechpalme (Saturn)
  • Duft: Ysop, Sternanis, Muskat, Basilikum, (Jupiter) Myrrhe, Weihrauch, Wachholderbeeren, Fichtenharz, Bernstein, Patchouli (Saturn)
  • Gottheiten:  Jupiter, Odin, Rosmerta, Fortuna, Saturn, Ops, Mithras, Cailleach, Holle,
  • Zodiak: Schütze mit Jupiter, Steinbock mit Saturn
  • Steine: Amethyst, Karneol, Lapislazuli (Schütze), Onyx, Granat, Rauchquarz, Malachit (Steinbock)
  • Metall: Zinn, Bronze (Jupiter), Blei (Saturn)
  • Kristalle: Feueropal, Iolith, Tanzanit (Jupiter), Bergkristall, Onyx, Granat (Saturn)
  • Elementale: Salamander (Feuer), Gnome (Erde)
  • Tiere: Pferde, Hirsch, Adler, Schwein, Gans (Jupiter), Rabe, Wolf (Saturn)
  • Mythologische Figuren: Gans, Zentaur, Greif, Die Alte, Rübezahl,
  • Farben: Orangerot, violett, royalblau, schwarz, violett, dunkelbraun

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Dezember-Rituale – raus aus dem Dunkel!

  • Weihnachtsmärkte: Nicht die gedrängten, bunten, lärmenden sondern die kleineren lokalen Märkte suchen, auch beispielsweise im Elsass, abseits von Strassbourg oder Colmar. Dort sind sie auch vom 1. Adevent bis zu Silvester geöffnet.
  • Auch schön: Esslingen oder Ulm mit seinen historischen und mittelalterlichen Märkten. Sie sind besonders stimmungsvoll mit der abendlichen Festbeleuchtung – oftmals sogar mit Fackeln und Feuerkörben.
  • Die Winterlandschaft geniessen: Dunstschleier über Schnee an später sonnigen Tagen sind auch ein mystisches Erlebnis – Reif ziert Zweige und dürre Gräser mit glitzernden Überzügen. Winterliche Sonnenuntergänge gehören zu den prächtigsten Himmelsspektakeln.
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Frau Holle hat schon ihre Federn bereit: Der Winter hält Einzug.
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Aktivitäten für zu Hause:

  • Im Dezember ist auch wieder Sternschnuppen-Zeit, die Geminiden schauen an St.Lucia vorbei: Starke Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 13.12.2016 – eigentlich durchquert die Erde einen Partikelschwarm auf ihrer Bahn um die Sonne. Gelegenheit zum Staunen und Feiern mit Familie und Freunden. Und natürlich zum Wünschen !! Dafür ist am 23.12. mit dem  Ursiden-Schauer nochmals Gelegenheit. Da es jetzt eher dunkel wird, und bei dem prächtigen Wintersternhimmel, lohnt eine Beobachtungsnacht auch  in diesem Monat – wenn es denn aufklart.
  • Es gibt jetzt in der Natur nichts zu sammeln, ausser vielleicht Misteln und  Zweige von immergrünen Nadelbäumen für das Julfest. Jetzt lebte man vom Wintervorrat an Obst, Most, Nüssen und eingelagertem Gemüse – Kohlsorten wie Sauerkraut, Rotkohl und der noch frisch erntbare Grünkohl oder winterharter Endiviensalat. Dazu Wurzelgemüse, wie Rüben, Kartoffeln, Topinambur und Karotten, die in Erdmieten gespeichert wurden. Wir haben früher auch noch Karotten in Sandboxen gelagert. In den Rauchfängen hingen Würste und Schinken, in mageren Jahren nur ein paar Streifen Dörrfleisch. Vitaminmangel war vor der Verfügbarkeit von Frischobst auch im Winter, immer ein Thema in der kalten Jahreszeit, da war man froh über Hagebutten und getrocknete Beerenfrüchte oder Pilze. Später kam dann das Einmachen mit Zucker, als er nicht mehr so teuer war.
  • Schneeschippen – wenn die weisse Pracht denn bereits kommt. Einen Schneemann bauen.
  • An die Winterfütterung der Piepmätze denken! Amseln lieben besonders abgelagerte Äpfel, die man halbiert. Schnell noch selber Vogelhäuschen basteln oder auf dem Weihnachtsmarkt erwerben. Dort werden sie oft für von Tierschutz-Organisationen für den guten Zweck verkauft.
  • Ein Schmuck für den Schrein/Meditationsplatz oder generell das Heim: Ziergräser, Sedumblüten, vertrocknete Hortensien (natürliche Trockenblumen) mit Beeren-Zweigen, Nüssen und Efeuranken arrangieren. Auch Flechten und Moose eignen sich zur Dekoration – aber nicht vandalisieren! Jetzt wird noch mit den Julfarben Rot und Gold aufgetrumpft, Misteln, Tannen- und Fichtenzweige, Zapfen und rote Äpfel schmückt man mit Schleifen und stellt goldene oder echte Bienenwachskerzen dazu. Eine prächtige Amaryllis oder ein schöner Weihnachtsstern (nicht wegwerfen, nach dem Fest umtopfen!) setzen farbige Akzente. Pinienzapfen sind nicht nur dekorativ, man kann sich die leckeren Pinienkerne schmecken lassen. Für draussen: Helleborus in einem frostfesten grösseren Gefäss mit Zweigen, Bändern und ein paar LED-Lämpchen aufstellen – hübsch für den Tisch auf der Terrasse.
  • Jetzt geht’s ums Licht: Kerzen, Kerzen … Kerzen und Teelichter auf hübschen Tellern mit dekorativen Gewürzen anordnen, ihr Schein erwärmt das Gemüt. Sternanis, Gewürznelken-Orangen, Zimtstangen, getrocknete Zitrusscheiben erfreuen mit ihrem Duft. Auf die Feuergefahr achten!
  • Adventskalender – für Kinder oder Schokoholiker-Ehemänner. Es gibt sehr hübsche aus Stoff, mit Täschchen, oder welche aus Holz, die wie kleine Kommoden aussehen. Besser als die Wegwerfware aus Pappe, und vor allem ohne Plastik-Innenleben!
  • Räuchern: Weihrauch, Muskat, Ysop, Sternanis und Eichenmoos. Wachholder, Zeder, weisser Salbei, Gewürznelke, Fichtenharz, Myrrhe, Bernstein.
  • Barbarazweige geschnitten von Kirschen, Forsythien oder Zierquitten blühen, wenn man sie jetzt hereinholt und in eine Vase stellt, nach ca 14 Tagen auf. Nicht zu warm antreiben und weiches Wasser nehmen, täglich wechseln.

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  • Der Klassiker: Ein Kranz aus Stroh oder immergrünen Zweigen ist ein uraltes Symbol der Sonne und des Jahreskreises. Die vier Kerzen stehen eigentlich für die Elemente oder Jahreszeiten, sie symbolisieren die vier Speichen des Sonnenrades. Wie beim Kranz des Maibaums dominiert bei seinem Schmuck die Farbe Rot: Die Freude auf die Wiederkehr des Lebens wird gefeiert. In der protestantischen Tradition wurde der Adventskranz im 19. Jhd. als leuchtender Adventskalender von Johann Hinrich Wichern, einem Pastor der inneren Mission eingeführt. Auf diesem waren insgeskisses_under_mistletoe_by_kmygraphic-d6v9tmlamt 24 Kerzen aufgesteckt, wobei die Lichter für die Sonntage grösser waren. Auch der Adventskranz wurde wohl “getauft”, da seine Symbolik eigentlich eine sehr ursprüngliche ist, wie beim Weihnachtsbaum und Weihnachtsmann. Auch passt seine Lichtsymbolik sehr gut zur Vorstellung von Christus als Licht der Welt. Traditionell werden die Kerzen auf dem Adventskranz “widdershins” angezündet, also gegen den Sonnenlauf! Aus Antipathie gegen das Heidentum oder in guter alter magischer Tradition: Auf diese Weise reinigt man den Sakralraum von dunklen Mächten.
  • Nikolausstiefel füllen – jetzt kommt das selbstgemachte Weihnachtsgebäck recht. Dazu Nüsse, Mandarinen, kleine Äpfel und Schokofiguren.
  • Lucia-Katzen backen – ein Rezept wird es kurz vor dem Datum (13.12) geben.
  • Zum Julfest, Christfest oder Heiligabend:
  • Jul-Trinken (Jul-Minne), ein ursprünglich heidnischer Brauch, später wurde auf das neugeborene Jesuskind angestossen.
  • Wassail, nach einem gemeinsamen Umtrunk mit heissen Apfelmost aus der letzten Apfelernte die Obst-Bäume besprengen, einen Dank aussprechen – es soll sie gesund erhalten: Ein britischer Brauch:

“Old Apple tree, old apple tree;
We’ve come to wassail thee;
To bear and to bow apples enow;
Hats full, caps full, three bushel bags full;
Barn floors full and a little heap under the stairs.”

  • Weihnachtsbaum, er ist neueren Datums, nach England kam er erst mit Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg.
  • Mistelzweig mit roten Bändern schmücken, aufhängen – Schutzsegen für die Familie – auch ein Fruchtbarkeitsbrauch.
  • Julbock und Julblock: Ersterer erfreut die Kinder mit Geschenken, letzterer bringt Wärme und einen Segen fürs nächste Jahr ins Haus. Die Strohziegen-Figur mit ihren roten Bändern ist ein Wahrzeichen Thors, es symbolisiert Fruchtbarkeit. Zum Julfest wird er mit Geschenken beladen und zur Bescherung hereingeholt. Der zweite Julbrauch ist sehr alt und schlicht: Ein grosses Stück Holz von einer Esche oder Eiche wird feierlich entzündet, als neu erwachendes Licht. Der Julblock darf nicht erlöschen, das bedeutet Unglück.
Winterspaziergang am Breitenstein.

Winterspaziergang am Breitenstein.

In Frankreich ist der Julblock oder Christklotz ausgesprochen lecker, wir kaufen unseren im Elsass, oder wer selber Hand anlegen will: Leckere und kalorienreiche Buche de Noel.

  • Räuchern an Jul: Weihrauch, Lorbeer, Rosmarin, Wachholderbeeren, weisser Copal, Zeder, Fichtenharz.

 Lostage im Dezember:

1. Fällt auf Eligius ein kalter Wintertag, die Kälte vier Monate dauern mag.

4. Nach Barbara geht’s frosten an, kommt’s früher, ist nicht wohlgetan.

  • Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.
  • Barbara im weißen Kleid, verkündet gute Sommerzeit.
  • Auf Barbara die Sonne weicht, auf Lucia sie wiederum herschleicht.santa_is_comming_by_kmygraphic-dan1c9m
  • Geht die Barbara im Klee, kommts Christkind im Schnee.

6. Regnet’s an St. Nikolaus, wird der Winter streng und graus.

  • Trockener Nikolaus, milder Winter rund um’s Haus.

7. Ist Ambrosius schön und rein, wird Florian (22.12.) ein wilder sein.
8. Zu Mariä Empfängnis Regen, bringt dem Heu keinen Segen.
13. Kommt die Heiligie Luzia, ist die Kälte auch schon da.

  • St. Lucia kürzt den Tag, soviel sie ihn nur kürzen mag. Lucia ist das alte Datum der Sonnwende.
  • Zu den Raunachtsbräuchen und St. Lucia gibt es extra Artikel mit Rezepten.

21. Wenn Sankt Thomas dunkel war, gibt’s ein schönes neues Jahr: Beginn der Raunächte.

24. Wer sein Holz um Christmett fällt, dem sein Haus wohl zehnfach hält.thinking_home_by_kmygraphic-d83ifnd

  • Wenn es Weihnachten flockt auf allen Wegen, das bringt den Feldern segen.
  • Ist’s Heiligabend hell und klar, folgt ein höchst fruchtbares Jahr.
  • Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee.

26. Windstill muss St. Stephan sein, soll der Nächste Wein gedeih’n.

27. Hat der Evangelist Johannes Eis, dann macht es uns der Täufer heiß.
28. Habens die unschuldigen Kindlein kalt, so weicht der Frost noch nicht so bald.
31. Silvester Wind und warme Sunnen, wirft jede Hoffnung in den Brunnen.

Kalenderblatt Dezember:

  • Digital Art, nur für persönlichen Gebrauch, kein reupload irgendwohin!
  • Stocks & Referenzen, Dank für Beiträge bei DeviantArt.
  • X-mas Icons: kmygraphic.
  • Adventskranz:123- GIF.
  • fotos: ©beast666

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Das Wasserelement – Yin, Westen, Emotion

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Das Wasser-Element: Beherrschende Kraft unseres Planeten.
Ocean Born ©scrano 2013

Korrespondenzen des Wasserelements:

Zeichen:

  • Fische: mutabelNeptun, Jupiter in seinem Nachthaus
  • Krebs: kardinalMond/Luna
  • Skorpion: fixPluto, Mars im Nachthaus

Tarot: Kelche

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Blau, violettblau, grausilbern, seegrün

Alchemie:

Nach unten zeigendes DreieckWater

Elemental:

  • Undinen,
  • Westen,
  • Gabriel
  • Zephyros

Tage:

  • Montag – Luna

Pflanzen:

  •  Gardenie, Lilie, Jasmin, Mohn, Kakteen und Sukkulenten (mit, Mars, Saturn), Kürbisgewächse, Algen

Signatur:

Nachtblüher, fleischig, wasserliebend, Sumpf-Gewächse, weisse oder zartblaue Blüten, beruhigend, schwerer Duft, kühlend, schmerzlindernd, Frauenkräuter (mit Venus), Milchsaft.

Öle:

  • Kampher,
  • Jasmin,
  • Anis.
  • weisses Sandelholz
  • Myrte

Tiere:

  • alle Wasserlebewesen, Mollusken (Schnecke), Amphibien, nachtaktive Tiere.

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Dem Wasser, zu dem die Yin Variante “Passive Bewegung” passt ist in jedem Elementesystem die weibliche Urkraft zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie vom Mond regiert, wie die realen Wasservorräte der Erde auch. Allen Wasserzeichen haftet diese Mondhaftigkeit an, sogar dem Skorpion, dem in der klassischen Astrologie der Mars in seinem Nachthaus zugeordnet war. Allerdings muss man wissen, dass Ares/Mars quasi eine weibliche Seite hat, er ist fleischgewordener Zorn einer verschmähten Frau. Von Hera, des Göttervaters Gattin. wurde er ohne männliches Zutun in die Welt gesetzt, gänzlich aus ihr selbst heraus.  Wie Athena Pathenos von Zeus, der brauchte aber noch eine Göttin dafür: Die personifizierte Weisheit, Metis. Erst dann gab es die berühmte Kopfgeburt, welche seine Gattin so erboste. Hera ist aber die Verkörperung der Saturn/Mond Achse des Zodiak, daher hat ihr Sprössling auch mondhaft-kindliche Züge: Ein ewig dreijähriges Riesenbaby, das schmollt und trotzt. Die Emotion ist die Kraft und die Krux der Wasserzeichen, ihr Element fliesst aus der Seelenschale des Mond-Symbols.

Element-Zustände des Wasser-Trigons:

  • Krebs: Fliessendes Wasser, hervorsprudelnd, Quelle
  • Skorpion: Stehendes Gewässer, Eis
  • Fische: Fein verteiltes Wasser ohne Grenze: Nebel, Wolke mit Luft, Dampf mit Feuer, Sumpf mit Erde. Der alles umfassende Weltozean.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos ausgerichtet. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Zu den verschiedenen Persönlichkeitsmodellen: HIER eine schnelle Übersicht – allerdings in englischer Sprache.

 

Posted by on November 19th, 2016 Kommentare deaktiviert

Plutos Prüfungen: To Hell and Back …

Pluto: Fleurs du Mal ?

Pluto: Fleurs du Mal ? Nicht so ganz!
Hades Flowers, ©scrano 2014

Pluto, die höhere Oktave des Mars: Der Schatten der Unterwelt.

Die Ursache von Samsara.

“Everything must GO”, Senator Kreutzer in “Wild Palms”.

Der äußerste Planet bewacht die Finsternis als Herrscher im Reich der Schatten.

Götter: Der Jahreskönig, Hades, Pluto, Shiva, Luzifer (Asmodeus+Mephisto), Serapis, Seth, Anubis, Osiris (mit Saturn), Orpheus, Dionysos, Cernunnos, Annwyn, Baron Samdi (mit Saturn)

Tartaros, der dunkelste Ort des Hades (die am stärksten angstbesetzte, unheimlichste Form des 8.Hauses und des Skorpionprinzips): Bestrafung der Hybris (Sonne, Löwe, 5. Haus), des Besitzstrebens (2.Haus, Venus, Stier) und des Auflehnens gegen die natürliche Rechts-Ordnung (11. Haus, Wassermann): Ixion, Sisiphus und Tantalos vergingen sich gegen die natürliche Ordnung und begingen damit die Sünde der Hybris.

Aus dem schwarzen Mond geboren: Hera, in ihrer Rolle als weiblicher Saturn (Gegenpol zum eigentlich mütterlichen Krebs-Mond) → bringt den Ares, den griechischen Mars, hervor, weiblicher Zorn als verselbstständigter Archetyp. Steht der feurige Mars in der Repression, im vom Wasserelement beherrschten Nachthaus des Skorpion, drückt er sich in Yin-hafter Weise aus: Aus dieser brodelnden, dampfenden Vereinigung der elementaren Gegensätze resultiert das Pluto-Prinzip.

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New Horizons: Pluto-Vorbeiflug 2015
quelle:wikipedia

Mythologisch stellt Pluto den dunkelsten Teilaspekt des Zeus/Jupiter dar, Zeus Chtonios, der unterirdische oder andere Vater, Dis Pater, wie ihn die Römer nannten. In dieser Funktion ist er auch Vater des schamanischen Ekstase-Gottes Dionysos. Poseidon/Neptun ist ein weiterer solcher Anteil Jupiters. Hier hat man wohl all die furchteinflössenden weiblichen chtonischen All-Mutter Göttinnen der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit hineingepackt, um der männlich interpretierten Ratio als Kopfgeburt (Athena) des eisenzeitlichen patriarchalen Zeus zum Sieg zu verhelfen.Die parthogenetische Geburt des Ares ist auch ein Hinweis auf solche Verdrängungsprozesse. Insofern stehen Pluto und Mars sowohl psychologisch alsauch mythologisch in einer Beziehungskette.

Göttinnen: Die dunkle Mutter, religiöses Matriarchat mit Jahreskönig, Necesssitas oder Ananke, Coatlicue, Caillleach, Kali, Nyx, Persephone, Nephtys, Ereschkigal, Hel, Nemesis, Medea, Lilith. Frau Holle, Maman Brigitte, die Ghede des Voodoo.

Alfons_Mucha_-_Medea

Plutonischer Archetyp:
Magie, Rache, Obsession und Mord:
Kolchische Priesterin Medea.
quelle:wikipedia

Dreigestaltige weibliche Gottheiten wie Morrigan: Mabd, Macha, Nemain oder Hekate trivia und ursprünglich auch Demeter, Kore, Persephone. Die drei Parzen, Moiren und Nornen, alles Schicksalsgöttinnen, denen auch die restlichen Götter unterworfen sind. Die gefürchteten Eumeniden oder Erinnyen, bei den Römern Furien genannt. Im hohen Norden waren wohl Freyja, Frigg und Hel ebenfalls ein solches Dreiergespann.

Psychologisch: Das Verborgene, die Sippe, das Kollektiv, das Verdrängte (abgespaltene Lebensbereiche, Persönlichkeitsanteile), die verdeckte Machtausübung, Gene, Karma, Vorfahren, Unerbittlichkeit der Natur, Zweifel an der Sinnhaftigkeit der individuellen Existenz, Überlebens-Trieb, Passion, Fanatismus, Eifersucht, faustischer Pakt, Fluch, Verschreibung, Macht und Ohnmacht, Amour Fou, Begehren, Obsession, Bondage, Kontrolle, Zwang, Sex-Trieb, S&M, OCD, Unterwerfung, Dominanz, Sklaverei, Schuld und Sühne, tiefe Depression(mit Saturn), Luzifers Sturz (mit Uranus), Scham, Nekrophilie, Seelenangst( mit Neptun),Verlust, Scharfrichter, Strafe, Nemesis (mit Saturn), Hass, Vergeltung, kalte Wut, Repression, Unfähigkeit zur Vergebung: Der Schritt von Passion → zu Compassion.

Kulturen:

  • Sparta: Ares/Pluto
  • im Vergleich dazu das republikanische Rom: Mars/Saturn
  • Ägypten: Osiris/Sethos, Serapis
  • Moderne Diktaturen mit sozialdarwinistischen Zügen und ethnischen Säuberungen: Hitler, Stalin, Bosnien.
  • Moderne Monstren, born to kill: Serienmörder, Stalker, Vergewaltiger, Psychopathen ?

aber: Ex Tenebris Lux!

Einen Hinweis zum wahren Wesen Plutos finden wir in der griechischen Mythologie:

Beim Übersetzen über den Styx müssen an Charon 2! KUPFER-(Venusmetall) Münzen bezahlt werden: Ablegen der Bindungen aus Haus 2/Stier/Erde/Materie. In der Magie müssen vor dem Ritual alle METALL-Gegestände (Reichtum, Materie) abgelegt werden.

Aus dem Loslassen und der Erfahren der “Letzten Wahrheit” wird erst die Evolution zum spirituellen Wesen möglich: Auferstehung, Gnosis, die Schlüssel zum Königreich des Himmels, Pluto ist auch der Herr des Reichtums (materiell+Wissen). Er trägt auch symbolisch Schlüssel, genauso wie Hekate, eigentlich die mythologisch ältere Vertreterin des plutonischen Archetyps.

Kulte: Archaische Dionysosmysterien ausschliesslich für Frauen mit mänadischer Raserei, in transzendierter Form: Orphische Mysterien mit Zagreus/Dionysos/Orpheus als Erlöser und geopferter Gott (mit Neptun-Aspekt), Demetermysterien von Eleusis.

Weitergabe des Lebens an die nächste Generation: Erneuerung durch Transformation, Evolution nur durch Aufgabe des Alten.

Auch bei den Ägyptern im Osiris-Mythos, den Initiationen der Isis-Mysterien und im Schamanentum der zentralasiatischen Völker gibt es ähnliches. Moderne Initiationsbünde: 3. Grad der Freimaurer-Initiation behandelt die eigene Endlichkeit: Macbenach – er lebt im Sohn. Bei Mysterienkulten wird in den Initiationen generell das symbolische Erleben des eigenen Todes in den Mittelpunkt gestellt. Im Schamanentum wird diese Schwellenerfahrung durch die sogenannte Berufungskrise erlebt, wobei sie hier im Extremfall weniger abstrakt, sondern vielmehr direkt und physisch als Nahtoderlebnis durchlitten wird.

Also gibt es auch Positives über Pluto zu berichten:

Intensität, Wahrheit, Suche nach den “Dingen hinter den Dingen”, Tiefe, Tiefenpsychologie, Mythen, Archetypen (mit Uranus), Loyalität, Prinzipien, Standhaftigkeit, Entbindung vom Körperlichen, Selbstüberwindung,, Loslassen, Verlustbewältigung, Martial Arts, Zen-Übungen und Meditation (mit Neptun), Schamanische Reisen (mit Merkur oder Jupiter), Selbstbeherrschung, tiefe Einsichten.

  • Bei Naturvölkern und in der Magie: Entsühnung von alten Seelenverträgen.
  • Im Buddhismus stellt der ACHT-fache Pfad → Anleitungen zum Lösen vom Begehren (dem oralen Prinzip des Venus-Gegenpols im 2. Haus) dar.

Im alten Schwellenplaneten Saturn trifft man schliesslich auf die Vereinigung von irdischen und tranzendenten Aspekten: 2+8 : Zehn(tes Haus, Steinbock), pythagoräische Perfektion, Bereitschaft Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Hierzu ist die transformatorische Kraft des Pluto notwendig, um über sich hinausgehen zu können. Nachdem die materialistischen Bestrebungen des 2. Hauses im 8. als Irrweg erkannt sind, kann man sich über die Sinnfindung des 9. Hauses dem irdischen Lebensziel (10.Haus) nähern.

Orte und Geltungsbereich des Pluto-Prinzips: Höhlen, Grüfte, Friedhöfe, Ölfelder, Minen, Vulkane, Sümpfe, Abfall, Kompost, Erdöl (Neptun), Unterwelt, Geister, Untote, Pathologen, Bestatter,, Archäologen, Kryptologen, Atomphysik, Logen, Geheimdienste, Geheimbünde, Mafia, Auftragskiller, Sniper, Magische Zirkel, Hexen-Coven, okkulte Orden, militärische Orden.

Herrscher über 8. Haus, Skorpion und Co-regent von Widder  (Mars in seinem wässrigen Yin-Nachthaus)

Im Exil: Stier, 2. Haus, Waage 7. Haus

Erhöhung, Fall: Wie Mars, in Steinbock und Krebs

Tag: Dienstag (mit Mars)

Zeit: Frühling+Herbst, Samhain+Beltane: Abnehmender und Dunkler Mond (nicht Neumond)

Farben: magenta, rot, schwarz

Zahlen: acht, null, die Mond- und Venuszahl dreizehn, neun und drei (dunkler Jupiter, Dis Pater). Neun ist auch die Zahl Odins, der auch einen Hades-Aspekt trägt (Totenheer).

Qualität: fix, Wasser, Yin, Gegenpol zur 2 in der 2/8 Achse: Resourcen, Materie, Bindung, Körper: Macht die Endlichkeit spürbar, regiert über Regeneration und Sexualität als treibende Kraft für den ewigen Kreislauf des Lebens.

Chakra:  Pluto symbolisiert eher Kundalini, als ein Chakra.

Alchemie: Nigredo, der Wolf, Putrefactio, Prima Materia, Caput Mortuum → siebenmal wirst Du die Asche sein … die acht bringt die Transformation.

Kristalle: Magnetit, Hämatit, Granat, Obsidian.

Richtung: Norden, Azrael

Metall: Eisen, Wolfram, radioktive Elemente

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Ich mach heute mal auf Pluto.

Tiere: Skarabäus, Skorpion, Schlange, Spinnen, Nacht-Tiere: Eulen, Wolf, schwarze Tiere (besonders Hunde). Aasfresser: Geier, Schakal. Fledertiere. Insekten die die Stadien Larve-Puppe-Imago durchlaufen: Paradebeispiel Schmetterling.

Mythologische Kreaturen: Cerberos (3 Köpfe) Phoenix, Werwolf, Vampir, Hydra: NEUN Köpfe, Fenris-Wolf. Ourobouros. Midgard-Schlange, Nydhogg, Medusa. Die Schlange am Weltenbaum.

Pflanzen: Lebensfeindliche, giftige: Eisenhut, Nachtschatten (mit Saturn, Mars), Kasteiung und Regeneration: Brennessel (Mars/Pluto+Venus), Rauschmittel mit gefährlichem Grenzerfahrungs-Effekt (Alkaloide, mit Saturn), fleischfressende Pflanzen (mit Mars), Aasblumen (mit Saturn), Aristolochia-Arten, Aaronsstab-Gewächse. Die Minzen sind durch den Mythos der Nymphe Minthe mit Pluto verbunden. Die Korrespondenzen des Pluto stimmen im wesentlichen mit denen der Hekate überein, diese hat aber eine zusätzliche Funktion als Hebamme des Lebens, daher werden ihr auch die Frauenkräuter zugeordnet.

Signatur: Im Sumpf oder vulkanischen Einöden wachsend, düstere Ausstrahlung, Herbstblüher, blutroter Saft (Mars), modernd, gärend, als Fermentationsmittel verwendbar, Dunkelkeimer, treibt nach Gärung des Samenmantels.

Baum: Pappel, Erle, Thuja, Wermut (mit Mond), Granatapfel (mit seinem Gegenpol Venus).

Duft: Oppoponax, Myrrhe

Organe: Keimbahn, Geschlechtsorgane, Ausscheidung, Enddarm, Schliessmuskel, Regenerationsfähigkeit, der Nacken, die Faust (mit Mars)

Anfälligkeiten: Venerische Krankheiten (8. Haus) , Gendefekte, Reproduktionsprobleme, Hämhorroiden.

Korrespondenzen:

Tarot: Der Teufel, Der Tod, Achten, Judgement (Die Erneuerung). todBeim Tod ist im Waite-Tarot vor allem die Symbolik der weissen Rose als umgekehrtes Venus-Pentagramm auffällig. Auch der plutonische Schmetterling taucht auf: In den Schwerterkarten symbolisiert er die Wandlung der Seele (Königin, König).

Rituale: Schutz, Transformation, Erneuerung, Bannung, Vergeltung, Macht, Wissen, Nekromantie, Tantra der linken Hand, Sexual-Magie → Orgasmus als Le Petit Mort.

Conjunctio in der Alchemie als Überwindung von 2/8. Hieros Gamos: Erzeugung von Materie: Saturn 8+2 !

Entdeckung: Percival Lowell und 1930 Clyde Tombaugh (Namen!) am Rande der Oort´schen Wolke → Quelle des Lebens (Kometen)!

Glyphe: Ähre aus dem Demeter-Mythos, PL für Percival Lowell, Gral, dunkler Mond, Eclipse von Sonne, Mond und Pluto.

plutosymbol KopieMundan seit den 1930iger Jahren (seiner Entdeckung).

  • im Zwilling: Imperialismus, Mercantilismus, Massenkommunikation -> Telefon, Radio, Massenmedium Zeitung (Hearst -> Citizen Kane)
  • im Krebs: Heimat, Familie, Vorfahren, Vaterland, Blut & Boden -> Faschismus, Entdeckung der DNA, Atombombe -> Übergang zum Löwen
  • im Löwen: Individualismus, Status-Symbole, Selbstverwirklichung, Superhelden, Raumflug, Kalter Krieg (Ego-Posieren der Supermächte), Individualverkehr, Individual-Kino (TV).
  • in der Jungfrau: Gesundheitsbewusstsein, Hygiene, Medizin, Ernährung, Verwaltung (IT-Zeitalter beginnt), Tierschutz für Haustiere, beginnendes Umweltbewusstsein
  • in der Waage: Emanzipation, Aufbrechen ders Rollenverständnisses, Verbreitung der Pille: Abkopplung der Fortpflanzung vom Sexualverhalten (Venus!), Aufklärungswelle, Sexindustrie, Kommunen, antiautoritäre Erziehung, Friedensbewegung
  • im Skorpion: Banken und Börse gewinnen an Macht, AIDS, Zusammenbruch des Kommunismus, Anti-Atomkraft, Grüne Bewegung nimmt Fahrt auf: Recycling und mehr Bewusstsein für Umweltverschmutzung und Müllberge, militanter Tierschutz
  • im Schützen: New Age, Internet, Globalisierung, Aufblähung des Finanzmarkts: Zockertum, Fernreisen, Kreuzzüge (Islamismus, Evangelikale), Welthandel
  • im Steinbock: Sparkurs, Rückschrumpfung, Ernüchterung, Resourcenknappheit, Festhalten an starren Strukturen, aber auch mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit, Landwirtschaft
  • beherrscht Weltwirtschaft → 8. Haus, die gemeinsamen Resourcen.

Lebensbereiche : Massen, Macht, Ausbeutung, Reichtum, Tod, “okkult”, Erfolgs- und Schwarzmagie, Manipulation.

Literatur: Dostojewski, Goethe, Poe, Sartre, Camus, John Milton (Paradise Lost), Lovecraft, Gothic Novels, Stoker, Shakespeare’s Königsdramen,

VIP, berühmt oder berüchtigt: M.Luther, M.Gandhi, I.Gandhi, A.Hitler, T.Bundy, Bruce Lee, Grace Kelly, Björk, N.Paganini, Nehru, J.Stalin, C.Manson, A.Nasser, Prince Charles, A.Hitchcock. Hier wirkt der Pluto-Archetyp auf vielfältige Weise: Dominanter (elevierter) Planet, ASC oder Sonne Skorpion etc.

Filme: Joe Black, Dracula, Wolf, Twilight, The Long Kiss Goodnight, Der Pate, Die Neun Pforten, Tomb Raider, Dancer in the Dark – beonders düster! Sieben, Alien. James Bond 007: inbesondere mit Sean Connery, Timothy Dalton, Daniel Craig.

Dokus: Nachtmeerfahrten: C.G.Jung.

Bildende Kunst: Picasso, Dali, Symbolismus (mit Neptun), Surrealismus (mit Uranus), Auguste Rodin.

Musik: Trommeln, Hard Rock, Heavy Metal, Goth, Björk

Symbolik der Acht in der Mythologie

Fluto und seine Symbole: Höhle, Granatapfel, Schlange, der dunkle Verführer, Schätze. Kali und Shiva, die den Kreislauf von Werden und Vergehen antreiben.
Tarotkarte XX, “Das Gericht”: Die Auferstehung, das Loslösen von der Materie.

Pluto symbolisiert auch unsere Beziehungsfähigkeit, die sich auf Grund unserer Interaktion mit den Eltern, deren eigener Beziehung und dem daraus resultierenden Umfeld definiert. Er ist der notwendige Gegenpol der Venus im 2. Haus des Du, Besitzenwollens und der Fähigkeit zur Fortpflanzung, und stellt mit seinem Domizil, dem achten Haus, den gemeinsamen Besitz, das Loslassen und die gelebte Sexualität dar. Es ist das Prinzip von “Stirb und Werde” das in der Beziehungsachse des Zodiak herrscht: Eros und Thanatos. Oder “Sex, Tod und Steuern“, wie es jemand einmal auf den Punkt gebracht hat. Besonders, wenn Pluto einen harten Winkel mit dem Mond bildet, haben wir uns der Meinung der Mutter unterwerfen müssen, wenn mit der Sonne dann der des Vaters. Bei weichen Aspekten ist es mehr eine Art subtiler Anpassung. Wo die Schicksalsgöttin Ananke Leiden für uns bereithält, hängt von der Plutostellung nach Haus und Tierkreiszeichen ab. In diesem Lebensbereich gilt oft „Leiden ist geil“, daher werden hier auch karmische Altlasten ausgelebt. Obwohl oft auf die Sünde der Hybris zurückzuführen, werden Plutos dunkle Geschenke meist als äusseres Schicksal empfunden. Pluto als dunkler Verführer ist ein zweifelhafter Berater, weil er unser zwanghaftes Verhalten symbolisiertund uns deshalb in Verstrickungen und Abhängigkeiten führt, obwohl wir glauben hier Macht ausüben zu können oder zu wollen. Dort wo bei uns in der Kindheit Macht und Druck ausgeübt wurde, neigen wir später dazu, ebenfalls Macht und Druck auszuüben, um unsere Ohmachtsituation während der Kindheit zu kompensieren. Im Grunde genommen versuchen wir durch den Pluto jene Eigenschaften in anderen zu kontrollieren, derentwegen wir selbst die Kontrolle verlieren. Nicht umsonst ist Pluto der Archetyp, der wohl als Patron der BDSM-Szene gelten kann (Fifty Shades Of Grey, anyone?). Im Pluto liegt auch der Preis unserer Wahlmöglichkeiten, sich über die Materie zu erheben, Lasten abzuwerfen und Dinge loszulassen, die oft Abhängigkeiten mit sich bringen und uns in die Falle locken.

Die Hausstellung von Pluto ist ein Hinweis auf diejenigen Schattenseiten, welche uns in den eigenen Beziehungen manchmal schmerzlich bewusst werden. Wohin Pluto seinen Schatten im Horoskop wirft, ist die “Twilight-Zone“, wo wir Macht und Ohnmacht erleben.

Entführung der Kore durch Hades

Entführung der Kore durch Hades, quelle:wikipedia

Hier sitzt der Schmerz des Verlusts besonders tief, wenn wir das Opfer bringen müssen, um unseren eigenen Weg zu gehen und uns von Fremdbestimmung zu befreien. Ein gutes Literaturbeispiel für SciFi oder Fantasy-Leser: Rocannons Welt von Ursula LeGuin. Es thematisiert auch die nordischen Mythen, besonders Odins Suche nach der ultimativen Weisheit, und dem damit verbundenen Opfer, das auch Motive des Neptun-Archetyps anspricht. Auskunft über die Natur plutonischer Beziehungen gibt auch der Demeter-Mythos. Hier muss Kore/Persephone unter der Hybris ihrer Mutter leiden, weil diese ihr eine Entwicklung zu erwachsenen Frau verweigert. Dies erregt den Zorn der Aphrodite: Sie stachelt Hades/Pluto an, Eros Pfeil trift bei ihm ins Schwarze und das ewige Mädchen Kore und ihre Mutter Demeter müssen sich den Gesetzmässigkeiten von Ananke unterwerfen. Als Persephone landet die Tochter in den Armen ihres Ent- oder eher Verführers aus der Unterwelt und wird zu seiner Königin. Wie das bei plutonischen Beziehungen häufig der Fall ist, findet sich einer der Partner gefangen in einer für ihn überwältigenden Realität wieder. Daher läuft die frustrierte Persephone auch heim zu Muttern, was aus Zeus’ Geheiss zum legendären Deal führt: Während des Sommerhalbjahrs darf Kore als Vegetationsgöttin (Veilchen) auf der Erde wandeln, die dunkle Jahreszeit verbringt sie als Winterkönigin bei ihrem Gatten. Ausgehandelt wurde dieser Ehevertrag natürlich vom grossen Kommunikator des Olymp: Dem gewieften Hermes oder Merkur, der als Psychopompos wie auch Hekate zwischen den Welten reisen darf. Letztere tut dies aber nur bei Nacht. Auch der Granatapfel als Plutos Symbol hat hier seinen Ursprung: Persephone isst von dieser Frucht der Unterwelt, die ihr von ihrem Gemahl (Pluto=Manipulation!) schlauerweise als Zeichen der Vermählung angeboten wird, daher kann sie ihre Ehe nun nicht mehr annulieren lassen. Sie muss sich transformieren und ihre natürliche Bestimmung als erwachsene Frau annehmen.

Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Figuren des Lichts vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.
Carl Gustav Jung

Leiden ist nicht geil, aber führt zu Wandlungsprozessen“
Dobrin M. Antonov

Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend‘ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt die fremde Fühlung
Wenn die stille Kerze leuchtet.
Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.
Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt,
Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
Goetheskull

Pluto Schlüsselworte:

  • Erkenntnis der eigenen Bestimmung
  • Absurdität in kleinlichem Verhalten und Bestrebungen
  • Sich der absoluten Wahrheit stellen

Schlüsselfragen:

  • Wo und wie kann ich meinem Leben Bedeutung geben ?
  • Wie erkenne ich die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Welt?
  • Wo muss ich mich vor Dominanzbestrebungen und Manipulation hüten,
  • Wie vermeide ich Machtkämpfe in Beziehungen?

Retrograder Pluto:

  • Angst vor “Ausgeliefertsein”
  • Sich nicht zur erkannten Wahrheit bekennen
  • Kann zu Bescheidenheit und Mässigung in der Machtausübung führen.

Kritischer Pluto:

  • Harte Aspekte zu den persönlichen Planeten, besonders Quadrat.
  • Konjunktion: abhängig von den restlichen Aspekten und Hausposition
  • Besonders harte Saturn/Pluto Aspekte haben es in sich.
  • Pluto in 12: Repression und Ohnmacht, Sündenbock (mit Saturn eine sehr karmische Stellung), muss stellvertretend die Schattenthemen der Gesellschaft ausleben (Negativer Aspekt vom 12. Haus: Anstalt, Gefängnis)

Weitere Aspekte:

  • In Verbindung mit Pluto-Themen stehen auch Mondknoten, Lilith, der Apogäumspunkt des Mondes, Sonnen- und Mondfinsternis, Vesta und der Centaur Nessus (Rachethematik).
  • Besonders stark wirksam ist das Plutoprinzip: In den Yin-Wasserhäusern, Erdhäusern: Vor allem im 10. und 4. Haus, der karmischen Achse der Familie und Inkarnation (Eltern, Erblasten, “Familienfluch”).
  • Als Dispositor von Mars → 1. Haus, da er hier als Mitregent von Widder wirkt, einer der Charismafaktoren, neben Neptun und Chiron.
  • Pluto ist sehr bedeutsam in der Synastrie, wie alle transpersonalen Planeten.
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Unendlichkeit und Wandel: Plutos Kräfte drücken sich auch in der Zahl Acht aus.
Sie kennzeichnet auch den Skorpion, achtes Zeichen des Zodiak und sein
zugehöriges Haus. Infinity dissolving ©scrano 2013

 

 

Posted by on November 13th, 2016 Kommentare deaktiviert

Zauberspuch & Kürbiskuchen

Ein fröhliches Geistern und viele Kürbispartys!©scrano 2015

Ein fröhliches Geistern und viele Kürbispartys!
Kleine Hexe ©scrano 2015, no reupload anywhere!

Die kleine Hexe lernt schon fleissig für den grossen Tag:

Üben, üben, üben, mit Grossmutters Schattenbuch!
Damit an Halloween auch alles richtig gut klappt!

Ein Buch der Schatten oder Grimoire ist eine Sammlung von Rezepten aller Art, medizinisch, magisch und kulinarisch. Es enthält auch Gedanken, kleine Rituale und natürlich Zaubersprüche. Ausserdem erfüllt es eine Tagebuchfunktion, beinhaltet oft auch einen Kalender mit den wichtigen Feiertagen, den Mondständen und anderem astrologischen Wissen.

Bald tanzen hier die Geister

geschickt von ihrem Meister,

Süsses herzuholen, wie ihnen befohlen!

Gebt Ihnen was sie wollen,

dann werden sie sich wieder trollen!

Man könnte sie auch mit Kürbis-Kuchen bestechen, eine Leckerei für die unsere Hexen-Grossmutter bestimmt ein Rezept  in ihrem Zauberbuch hat.

Kürbis-Kuchen (wie Rübli-Kuchen)

  • 4 Eier, mittelgross
  • 250g Dinkelmehl
  • 200g geriebene Mandeln
  • 1 Pckg Backpulver mit Safran
  • 150 g Butter
  • 150 g Puderzucker
  • 150 g feiner brauner Rohr-Zucker
  • 300 g fein geraspeltes Kürbisfleisch vom Hokkaido
  • 2 El Zitronensaft
  • alternativ: geriebene Karotten
  • 1  Springform 26 cm

Dekoration: Marzipandecke  und Zucker-Halloweenfiguren, Kürbisse, Fledermäuse, Schoko-Aufleger “Schwarze Katze” Oder eine Schablone mit Fratze aus Papier anfertigen, Puderzucker durchsieben.

Zubereitung: Eier trennen. Aus Eiweiß und Puderzucker einen sehr steifen Eischnee schlagen. Eigelb, weiche Butter, brauner Rohrzucker, Zitronensaft und Vanillezucker schaumig rühren. Mehl mit Backpulver sieben und mit den Kürbisraspeln und den Mandeln vermengen. Eischnee unterheben, nicht durchrühren! Den Teig in eine gefettete Form füllen und bei 175 Grad (Heißluft) ca. 60-70 Minuten backen. Garprobe mit Hölzchen!

Aus der Form lösen und dekorieren.

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So viele Kürbisse – sogar etliche der dekorativen Sorten sind essbar.
Pumpkin Time @beast666 2016.

Archäologen haben entdeckt, dass der Kürbis zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit gehört. Kürbis in seiner Wildform lieferte schon vor Jahrtausenden den Menschen  Nahrung in Form von Fruchtfleisch, Kürbiskernen oder den essbaren Blüten. Kalebassenkürbisse wurden ausgehöhlt als Flaschen verwendet, kugelige oder platte Früchte dienten als Schalen.

Der Kürbis wurde relativ schnell in den kleinen Gärten der frühen Siedlungen kultiviert und weitergezüchtet, auch um seine bitteren und toxischen Inhaltsstoffe loszuwerden. Durch die hohe Lagerfähigkeit von bis zu sechs Monaten war Kürbis  ein wichtiges Mittel bei der Entwicklung des Menschen weg von reinen Jäger/Sammlerdasein.  Erstmals konnte Nahrung in grösseren Mengen an geschützten Plätzen für eine Mangelzeit gespeichert werden.

Die runde, im Inneren hohle Form des Kürbis ist auch ein Symbol für die Fruchtbarkeit der Erdmutter. Daher war die Pflanze in den beiden Amerikas heilig.

In Europa gab es wohl vor Kolumbus keine Kürbisse, (vielleicht doch für eine gewisse Zeit, die umtriebeigen Phönizier sollen ja schon in der Antike dagewesen sein). Allerdings wuchsen bei uns schon Gurken, Melonen und Zuccini, die zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, vor allem im Mittelmeerraum waren diese schon lange verbreitet.

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Der Kürbisbrauch, an Halloween Laternen daraus herzustellen, kommt eigentlich aus Irland: Jack o’Lantern hatte aber wohl nur eine eher langweilige Runkelrübe zur Verfügung. Solche ausgehöhlten Futter-oder Zuckerrüben dienten uns als Kinder schon für unsere Geister-Kostüme als unheimliches Leuchteffekt-Accessoire. Bettlaken mit aufgemalten Gespensterfratzen, Augen und Zähnen – dazu die Laterne – so zogen wir schon in der Woche vor Halloween um die Häuser. Statt Süssem gab es bei den Eltern der “Geistertruppe” heissen Apfelsaft, kandierte Äpfel und heisse Pflaumenmus-Buchteln zum Aufwärmen. Diese wildere Variante vom Martins-Singen gibt es in vielen Regionen Süddeutschlands, schon lange bevor Halloween aus den USA Mode wurde.

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©kmygraphic

Hilfreiche Geister für mein Halloween-Bild: Mischtechnik aus Photomanipulation und digitaler Malerei.

  • Referenzen für meine Hexen:
  • witch apprentice: halloween 71 by anastasiya landa
  • Granny witch: the witches magic pumpkin by estruda
  • 3d-Render für meine Fabeltiere:
  • Bat:bat 01 by wolverine041269
  • Dragon: millenium hatchling dragon 03 by wolverine041269
  • Katzen: Cat: 23 by csyyt
  • Pumpkin cat: Halloween 2 by MoraNox-Stock
  • Books: antique books by jeanicebartzen27
  • Cauldron: free halloween cauldron icon 3d by pixaroma
  • Glitter-Brush: coby17
  • Arcane circle brush: obsidian dawn
  • Forrest: enchanted forest astoko free stock image by astoko
  • Halloween Font:”Supernatural” by FelinaCat

Meine Halloween-Grusskarte ist für den rein persönlichen Gebrauch bestimmt, ausdrucken, als email-Gruss etc.  Keine Redistribution in Facebook, twitter oder pinterest etc. Auf persönlichen Seiten ist das Posten erlaubt: Mit Attribution und Link auf meine Seite.

Posted by on Oktober 25th, 2016 Kommentare deaktiviert