Posts Tagged ‘Natur’

 

Sylvester 2016: Warten auf … ja auf was eigentlich?

sylvester

… mal sehen, welche Einstellung für 2016/17 die passendere sein wird ?

Ein “Glückliches Neues Jahr” unter den Auspizien der Sonne!

Laut Aussage diverser Trivial-Astroseiten***:

“2017 ist ein Sonnen-Jahr” - und Sonne bringt Glücksgefühle hervor – allerorten!

Nach den Optimismus-Parolen des Jupiterjahrs 2015 , und was dann daraus geworden ist, brachte der Mars 2016 nicht Lebensmut und Tatkraft hervor, sondern noch mehr Gewalt und impulsiv-naives Handeln seitens unserer “Führungs-Eliten”.

Also – Vorsicht vor der rosa Brille! Eine Sonnenbrille bei zuviel Glanz und Gloria und Herumposieren all der Strahlemänner- und Frauen ist vielleicht eher angebracht. Auch das gehört zur Sonne und ihrem Zeichen Löwe.

Vielleicht sollten wir gebeutelten Normalebürger lieber brüllen wie die besagte Grosskatze – aber auch Mäuse können das, wie in einer englischen Komödie mit Margaret Rutherford.

Dann, gut gebrüllt – Löwe, oder Mäuschen, damit sich die Bösen wieder in ihre finsteren Löcher verkriechen.

In diesem Sinne:

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Prosit Neujahr!

 
 ***Diese Jahreszuordnung zu Planeten ist nach einem willkürlichen 7-Jahreszyklus bezogen auf den Hundertjährigen Wetterkalender des Zisterzienser-Abtes Knauer zustandegekommen. Sie ist NICHT astrologischer – eher abergläubischer Natur. Trotzdem, ein bisschen Orakel-Spass muss sein.
 

Posted by on Dezember 31st, 2016 Kommentare deaktiviert

Solar Fire: Räucher-Ritual zur Wintersonnenwende

Sonnenfeuer - Winterglanz

Sonnenfeuer – Corona
©scrano 2015

Prolog im Himmel, Goethe: Faust I

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Flammenfraktal im Wortsinn, das die Sonne mit der brüllenden Kraft ihrer Magnetosphäre darstellt. Ohne Sonne kein Leben, daher sehnen wir uns nach der langen winterlichen Dunkelheit instinktiv nach ihr.

Ein bisschen Sonne ins Haus holt uns jetzt eine Räucherung beim warmen Licht echter Bienenwachskerzen. Die Biene vereint lunare*** und solare Elemente in echter Harmonie. Sie schenkt uns das Wachs mit seiner Heilwirkung und dem Licht, das es uns als Material für Kerzen spendet.  Das regelmässige Sechseck der Wabe: Ein Sonnensymbol, wie das Zentrum des Hexagramms, dem sechs-Stern, der das klassische Sonnensystem der Alchemie darstellt. Und erst der Inhalt: Der Honig in seiner goldenen Pracht wirkt schon wie eingefangener, flüssiger  Sonnenschein, darin gleicht er dem Bernstein, ebenfalls ein solares Naturprodukt, das vom Harz schon längst fossilierter Nadelwälder stammt. In diesem ebenfalls goldenen klebrigen Saft steckt die Essenz der Bäume, die einen sehr effektiven, lebendigen Speicher der Sonnenenergie darstellen.

  • Daher gehört der Bernstein zu einer solaren Räuchermischung hinzu, ebenso der Weihrauch, auch ein Harz.
  • Dazu kommen Rosmarin und Zeder, Zitrusschalen, Calendulablüten, Gewürznelken, Zimt und Calmuswurzel, welche als belebend und erwärmend gelten. Auch der Ingwer zählt zu den solaren Mitteln, aber eher als Süssigkeit oder im Tee. Der Rauch ist unangenehm scharf, da zeigt sich Mars. Daher eignet sich Ingwer, wie auch das ebenfalls solar-marsische Johanniskraut eher für Rituale im Freien, bei denen der Winter ausgetrieben werden soll.
  • Pflanzen mit einer Sonnen- Signatur besitzen häufig fette Öle, z.B. Sonnenblume oder  Lorbeer, der Sonnenpflanze der alten Griechen: Wahrzeichen des Apollon. Lorbeerblätter kann man auch verräuchern, zusammen mit Weihrauch, Fichtenharz  und Wacholderbeeren, die marsisch-abwehrend wirken. Eine Vielzahl an solaren Gewächsen sind auch Herzmittel, wobei sie verstärkt tonisierend wirken: Korrespondenz zum Zeichen des Löwen und den Eigenschaften des 5. Hauses.

Die Sonne steht in unser aller Zentrum, ihre Symbolik sollte daher verbinden und nicht trennen: Mit einem solaren Räucher-Ritual kann man alle Aspekte des Mittwinterfestes, der Zeit der Wintersonnenwende recht gut vereinen. Die alte naturreligiöse Tradition nördlich der Alpen und die römisch-christliche Feier des Jesus-Kindes als Licht der Welt, Sol Invictus. Religion heisst nicht umsonst Rückverbindung. Allerdings sollte hier den positiv spirituellen Elementen von Licht und Wärme gehuldigt werden, und nicht den verknöcherten Dogmen. Die braucht keiner. Die lässt man am Besten von den Perchten der ebenfalls am Sonnwendstag, dem 21. Dezember , beginnenden Raunächte verscheuchen.

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©kmygraphic
 
**Lunares Element des Bienenvolkes ist ihre Gesellschaftsform als matriarchales Kollektiv, daher ist auch der saturnische (Struktur, Gegenpol des Mondes) und der neptunische (Aufgabe der Individualität, Gegenpol des Merkur- fliegende Geschöpfe) Archetyp vertreten. Wie bei den Borg, die allerdings mit ihrem kriegerischen Expansionsdrang eher den Ameisen gleichen, bei denen das Mars-Element ebenfalls mehr in den Vordergrund tritt. Die Biene hat zwar einen marsischen Stachel, stirbt aber wenn sie ihn einsetzt, ein allerletztes Mittel also. Bienen besitzen marsische und  venerische Züge, da sie Blüten befruchten.  Pollen=Mars, Frucht=Venus.
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Bernsteingold: Fraktales Weihnachtsbäumchen -
Fichtenharz ist ein beliebtes Räuchermittel – Sonne/Uranus, Mars/Venus.

 

Posted by on Dezember 20th, 2016 2 Comments

Mitten im kalten Winter: Yule – Rauhnacht – Sonnenkind

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.
Yul Embers ©scrano 2014

When the Wheel begins to turn, let the Beltane fires burn.
When the Wheel has turned a Yule, light the Log and let Pan rule.

WINTER SONNWENDE – YULE

Im nordisch-germanischen Neuheidentum (z. B. Asatru) ist das altgermanische Julfest eines der drei Eck-Feste im Jahr und man versucht auf das Brauchtum zurückzugreifen, das man aus den Überlieferungen noch rekonstruieren kann:  z. B. Wilde Jagd oder Raunächte, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu begehen. Als Datum kommt hierfür entweder direkt die astronomische Sonnwende am 21.12. oder der Tag des ersten Vollmonds danach in Frage, welcher Julmond heisst. Deneben gibt es noch das Haakon dem Guten zugeschriebene Datum am 25.12.  Daher ist das Julfest wohl nicht nur dem solares Kalender zuzuordnen. Unter Umständen ist die Zeit der Raunächte auch ein Versuch den Sonnen- und den Mondkalender zu synchronisieren, wie man es auch schon jungsteinzeitlichen Bauten wie Stonenhenge als ein möglicher Verwendungszweck zuschreibt. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Wie in allen einfachen, „nicht-interkalierenden Lunisolarkalendern“ (also allen Mondkalendern ohne Schaltmonate, wie man sie in bäuerlichen Kulturen findet), werden die auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als  Tage „außerhalb der Zeit“, eingeschoben. Von solchen Tagen wird in der zugehörigen Kosmologie angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien und daher die Grenzen zu anderen Welten durchlässig würden. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne oftmals mit Tabus, Ritualen und Volksmythen. Es wird auch vermutet, dass die Bräuche um die „Winterauskehr“ am Ende des Faschings in diesem Zusammenhang stehen: Sie simulieren eine Interkalation bezüglich des Jahresbeginns mit dem Frühlings-Äquinoktium. Besonders deutlich findet sich das in den römischen Saturnalien und Lupercalien.

Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Der Julmond, der auch Nytungl (Neuer Mond) oder Nykung (Neuer König) heißt, wird mit dem rituellen Jultrinken begrüßt. In der christlichen Weihnachtsliturgie war früher die sogenannte Johannisminne, ein rituelles Zutrinken, üblich, am 27. 12., dem Feiertag des Evangelisten Johannes.  Zu den verwandten Bräuchen kann man auch den Wassail rechnen, wie er in Schottland noch üblich ist, oder auch in Teilen Bayerns als Flursegen angewandt wird. Dort besprengt man die Flur bzw die Apfelwiesen mit Milch oder Most aus der vergangenen Ernte. Der Julmond im Januar kennzeichnet den Beginn des neuen Jahres. Man sieht die Rauhnächte zwischen Wintersonnenwende (Mütternacht) und Dreizehnttag (Perchtennacht) als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Das Haus wird geräuchert mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus,“ oder “Evil shall leave and not enter”, wie es im Original heisst.  Der „Julbock“, wird aufgestellt, sehr zur Freude der Kinder: Ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke. Gastfreundschaft soll schon früher ein wichtiges Element der Julzeit gewesen sein, so soll das Haus den Gästen offengestanden haben, die ein und aus gingen und reich bewirtet wurden. Zudem ist es ein Brauch, einen großen Holzklotz – den Julklotz – aus dem Wald zu holen, und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Vergleichbar mit dem Volksbrauch, Feuerräder bzw. Osterräder von Bergen abzurollen, werden von Anhöhen brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, herab gerollt. Als Kinder haben wir kleinere solche brennende Reifen mit Hilfe von Haselstöcken durch den Ort gerollt, im schwer katholischen Bayern! Überhaupt sind hier die Raunachtsbräuche noch sehr lebendig. Perchtenlauf, Räuchern und etliche Tabus in der Zeit zwischen der Zeit werden hier noch in breiter Vielfalt und grosser Selbstverständlichkeit praktiziert. Nicht erst als neuaufgelegte Touristen-Folklore oder als ärgerliches Rudiment aus der Nazi-Zeit. Die enorme Vielfalt des lokalen Brauchtums legt ausserdem die Annahme vorchristlicher Ursprünge nahe, leider ohne dass heute noch feststellbar wäre, wo die jeweiligen kulturellen Wurzeln tatsächlich liegen. bzw. wie weit sie zurückreichen. Germanische Bezüge vieler Raunachtsvorstellungen sind aber naheliegend, denn zu dieser Zeit soll sich nämlich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin/Woden/Wotan über das Land ziehen sollten:

Im Zentrum der  Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, steht dann Woden’s “Wilde Jagd”. Zu dieser Zeit stehe die “überirdische Anderswelt” endgültig in Verbindung mit der Menschenwelt und die Seelen der Verstorbenen dürfen Kontakt aufnehmen. Dieser Glaube, dass zu sich zu dieser Zeit das Tor zum Geisterreich öffnet, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (dumb supper) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen z.B. Bretagne, britische Inseln, mit sich. Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle (Berchta, Perchta), die eine deutliche Verwandschaft zur germanischen Totengöttin Hel hat. Aber nicht nur in Regionen nördlich der Alpen wurden solcherlei Glaubensvorstellungen gepflegt: Auch die Römer kannten entsprechendes Brauchtum, ebenso verbreitet ist es in Griechenland oder Osteuropa, also in grossen Teilen des  indoeuropäischen Sprachraums. Erdhafte und unterweltliche Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd einherziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Ost-Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten. Die Bräuche zu den verschiedenen “Zwischenzeiten” des Jahres ähneln sich sehr: Es existieren Übereinstimmungen z.B. zwischen dem Rauhnachtsbrauchtum und dem von Samhain oder All Hallows Eve” und den graeco-römischen Feiern der Erntefeste, an denen auch “Mundus Cereris Patet“: Saturnalia, Lupercalia.

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Krampus, auch ein Weihnachtspercht,
der manchmal schon mit dem Nikolaus kommt.
Er ähnelt dem Habergoas. quelle:wikimedia

Diese Umsetzung solcher Vorstellungen spiegelt sich besonders in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Dort gibt es allerlei teuflisch erscheinende Gestalten, die Schiechperchten, zum Beispiel den Habergoas, eine Mischung aus Pferd und Ziegenbock, ersteres ein Symbol Wodens, der Bock ein Tier des Thor. Die sogenannten Holzperchten schlagen besonders die Mädchen mit Haselzweigen, wohl eine Variante des “Quickens“, ein Fruchtbarkeitsritual. Auch die Hasel gehört zu Thor, der als Fruchtbarkeitsgott der Feind des Winters war: Im hohen Norden beteten die Menschen zu ihm, dass er die grimmigen Eisriesen mit seinem Hammer möglichst bald zerschmettert.  Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die schellenbehängten Schepperer oder Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. Wobei nicht nur der Lärm, sondern auch der Schwefeldampf des Schiesspulvers die üblen Geister vertreiben soll.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende) (längste Nacht des Jahres)
  • 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten)
  • 31. Dezember/1. Januar (Silvester)
  • 5./6. Januar (Epiphanias, Erscheinung des Herrn)

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt, obwohl hier der alte heidnische Bezug noch extrem deutlich ist:

“Der Thama mit’m Hamma”

Die Nacht vor Thomas (21. Dezember) ist eine der wichtigsten und eigenartigsten Losnächte. Er ist recht volkstümlich, der “Thama mit’m Hamma”. Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden, wetterbeherrschenden Gott der Germanen Thor/Donar, der mit seinem Hammer Mjölnir an die Wolken schlug und damit den Donner erzeugte. Der blutige Thamerl, wie er bei uns genannt wurde, war besonders als Kinderschreck gefürchtet.

Auch die seltsame Luzier: Hl. Lucia, am 13. Dezember gefeiert, gehört eigentlich noch zu den Raunachtsgestalten. Der 13. Dezember war früher ein wichtiger Tag für die traditionellen Feierlichkeiten der Sonnenwende, denn bis 1752 fand die Wintersonnenwende (z.B. in Schweden) an diesem Tag statt. Die Sichel der St.Lucia, als Symbol ihres Märtyrertums,  wird nun zum Drohwerkzeug für unartige Kinder, wie der Thorshammer des “Thamerl”. Diese Sichel kann man auch als Symbol des Saturn, als Herrn der Zeit und Schnitter Tod interpretieren, oder als Mondsichel der “Grossen Göttin”. Zur Deutung als Saturnsymbol kommen noch Janus und Terminus dazu, die in der Römerwelt für die räumlichen und zeitlichen Grenzen zuständig waren. Beide Gottheiten standen mit Saturn in Verbindung. Besser kommt Lucia in Schweden weg, hier wird ihr Gedenktag als Lichterfest gefeiert, vor allem für die Töchter der Familien ein Spass: Die älteste Tochter weckt weiss bekleidet, mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, morgens die Familie und serviert ihnen Frühstück bei Kerzenschein: Vor allem Safrangebäck, ein Symbol der Sonne. Diese süssen Kringel, auch als Lussekatter=Luciakatzen bezeichnet, können auch ein Hinweis auf aur nordische Göttin Freya sein, deren Himmelswagen ein Katzengespann zog. An diesem Tag wird das berühmte Lucia-Lied gesungen, das von der Wiederkehr des Lichtes handelt, auch ein Bezug zum alten Datum der Sonnwende.

Die Etymologie, also die sprachliche Wurzel,  des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Eine Möglichkeit stellt das mittelhochdeutsche Wort rûchhaarig‘ dar,  das es in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren heute noch gibt. Es würde sich dabei auf die mit Fell bekleidete Schmutz- oder Schiechperchten beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh. Wie zum Beispiel das Räuchern der Ställe mit dem Johannisbuschen des Sommers. Das würde aber auch die andere Herleitung des Wortes liefern: Rauch-Nacht, vom Haus-und Hof -Räucher-Ritual abgeleitet, das von der Bäuerin ausgeführt wird. Die alternative Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch, der auf der Sage beruht, dass entweder Thor oder Odin zu dieser Zeit die Gastfreundschaft der Menschen überprüfe, und je nach Ausübung oder Verweigerung belohne oder bestrafe. Wie auch Frau Holle im Märchen.

Die Rauhnächte als Quasi-Niemandszeit sind auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich mehr aus Spass und Geselligkeit – in Form des Bleigießens (das Metall Saturns, des Herrn der Grenzen und der Zeit)  bis heute weiter gepflegt. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Ein bisschen blitzt da noch das sprechendes Odinspferd, der achtbeinige Sleipnir, oder Fallada aus dem Märchen “Die Gänsemagd” durch.  Mancherorts dürfen sich die Tiere bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Heinzelmännchen, Laren und Manen lassen grüssen!

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die wilden Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Wohl eine Art Angst vor “Incubi” oder Besessenheit.  Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Beide galten als besonders anfällig für Hexerei, als Opfer und Täter. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.

Diese Tabus sind wohl der Dämonisierung des älteren Brauchtums durch die Christianisierung zuzuschreiben: Die Götter der alten Religion sind häufig die Teufel der neuen. Vor allem weil einige Yul- oder Raunachtsbräuche mit Fruchtbarkeit zu tun haben, oder auch mit Orakelbräuchen, die vielleicht mit dem Genuss von Pilzdrogen, wie der Amanita muscaria einhergingen: Das mochten die sittenstrengen Kirchenlehrer wohl gar nicht dulden.

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Wintersonnenwende – Mutternacht. Das Leben kehrt zurück.
Modranecht ©scrano 2015

Doch zurück zum Neuheidentum:

Auch in der teilweise auf keltischen Überlieferungen*** basierenden Wicca-Religion ist das Julfest eines der 8 Feste des Jahreskreises, an dem mit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des an Samhain gestorbenen gehörnten Gottes bzw. der Tod des Winter- oder Holly Kings (Winterhalbjahr) und dessen Ablösung durch den Oak King (Sommerhalbjahr) gefeiert wird. Holly (Ilex, Stechpalme) und Oak (Eichenlaub) stehen auf den britischen Inseln als Symbole für den Winter und Sommer. Das sieht man auch an den vielfältigen Darstellungen der sogenannten “Green Men”, welche die Vegetation oder Herne, den Geist des Waldes, einer Art Kreuzung aus Odin, Cernunnos und Jennerwein***, versinnbildlichen.

Die Nacht dieses Wechsels wird als in der Zeit gefrorener Moment begriffen: Die Welt hält einen Moment den Atem an. Im Kessel der “Grossen Mutter” wird das Licht neu geboren, aus dem “Dunklen Winterkönig” wird das Sonnenkind.  Dieses Symbol der zunehmenden Tageslänge ist das Versprechen auf einen neuen Sommer voller Licht und Wärme. Die Göttin beginnt einen neuen Zyklus im ewigen Kreislauf, wobei sie sich wieder zu ihrer “jungfräulichen” Form transformiert.  Auch hier spielt das Feuer, z.B. der Jul-Block (nicht Bock!) und das Räuchern im Ritual eine zentrale Rolle. Die traditionellen Weihnachtsfarben: Gold, Grün und Rot kommen ebenfalls zum Einsatz, sie repräsentieren Licht und Leben.

Zum Räuchern als Ausleitung des alten und Einleitung eines neuen Lebenskreislaufs werden Pflanzen mit Korrespondenzen zum Feuerelement oder der Sonne verwendet:

  • Zimt, Nelken, Weihrauch, Myrrhe aber auch Zedernholz und vor allem Lorbeer für den Gott in seiner Form als Sonnengott und Lichtgott Apollon oder Bel/Balder und Rosmarin für die Göttin in ihrer Repräsentation als Artemis/Brigid/Freya.
  • Der Lorbeer hat als heilige und heilende Pflanze eine lange Tradition: Schon die Orakelpriesterinnen in Delphi verwendeten ihn, wahrscheinlich schon in der Zeit der alten Erdgöttin Python, bevor Delphi zum Orakeltempel des Apollon wurde. Zu Heil- und Reinigungszwecken eingesetzt wurde Lorbeer  im Heiligtum des Asklepios und bei Ritualen zu Ehren der Göttin Ceres oder der keltischen Cerridwen. Der Rauch des Lorbeer hat eine erdhafte und eine sprirituelle Note.
  • Auch mit Salbei wurde und wird in der Zeit geräuchert, ein Brauch, der ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt. Nicht verwechseln mit “Sage” dem Steppenbeifuss der amerikanischen Ureinwohner.

Viele der anderen genannten Düfte sind uns bereits aus dem allgemeinen Weihnachtsbrauchtum vertraut. Sie wirken stimmungsaufhellend und vertreiben die Schatten des Winterblues. Es ist die Zeit der Neuanfänge und um die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Jetzt wird das Samenkorn für ein gutes neues Jahr gepflanzt. Wir können Bernstein oder Tigerauge als Glücksbringer verschenken, die sowohl die Sonne als auch den glücklichen Wechsel versinbildlichen.

In allen Traditionen, sei es nun historisch oder neuheidnisch, aber auch traditionell christlich wird in dieser Zeit gefeiert und die Hoffnung auf gute Zeiten ausgedrückt.

Häufig auch durch Geselligkeit bei gutem Essen:

  • Truthahn, Gans, reichhaltiges Gebäck wie Stollen und Früchtekuchen, Glühwein oder Punsch.
  • Und natürlich darf der sonnenhafte Met aus dem Honig des Sommers nicht fehlen, am Besten als Heissgetränk.

 

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***Die herrschende Vorstellung der kosmischen Eltern, einer Allmutter (der mondhaften Göttin) und eines solaren Jahresgottes (der Vegetation) ist relativ generisch. Viele Wicca haben ihr individuelles Götterpaar, wobei auf unterschiedliche Kulturen zurückgegriffen wird: Graeco-Romanische, Nordische, Keltische oder Slawische Traditionen, beispielsweise. Sogar eine christlich geprägte Variante mit Maria und Jesus als Mutter/Sohn Paar gibt es in den USA. Da Maria oft mit der Mondsichel abgebildet und Jesus als wiedererstehendes Licht gefeiert wird – für naturreligiöse Christen erscheint diese Tradition nicht abwegig.
  • “Alle Göttinnen und Götter sind eine Göttin und ein Gott”.
Somit handelt es sich beim Wicca um naturreligiös motivierten Pantheismus. Die Ritualistik hat allerdings deutliche Bezüge zum inselkeltischen Brauchtum, aber auch zum Freimaurertum und zu hermetischen Orden, wie “Golden Dawn”.
***Herne,the Hunter aus Shakespeares “Merry Wives of Windsor” hat wohl Wurzeln sowohl in einer historischen Figur, dem berüchtigten Wilderer Richard Horne, aber auch bei mythischen Gestalten wie Odin mit der Wilden Jagd. Er ähnelt damit Robin Hood, oder Figuren des Nibelungenliedes und der Artus-Sage. Odin als Waldgeist kennen wir im Märchen in der Gestalt des Rübezahl.
 

christmas_flower_by_kmygraphic-daroyvx Animation: ©kmygraphic

Posted by on Dezember 19th, 2016 2 Comments

Jamilla sagt: Quo Vadis – Humanitas?

Wie manche menschliche Zeitgenossen denken und handeln … einfach unglaublich!

Wie manche menschliche Zeitgenossen denken und handeln … einfach unglaublich!

Spätestens im Sommer werden die Tierheime mit den Haustieren, die dieses Weihnachtsfest  ganz oben auf dem Wunschzettel der Kinder an das Christkind oder Santa Claus gestanden haben konfrontiert. So manches landet als lebendiges Geschenk unter dem Weihnachtsbaum. Naht dann die Ferienzeit und steht die geplante Urlaubsreise an, werden viele dieser Haustiere ausgesetzt, als ob sie eine lästige Sache wären, die man einfach loswerden kann.  Man findet sie in einer Schachtel auf der Schwelle, oder aber es werden Hunde  mit der Leine an Bäume irgendeines Rastplatzes entlang der Urlaubsroute festgebunden. So berichten jedenfalls jedes Jahr die Medien, die mit Tierschützern bzw. Personal von Tierheimen sprechen. Zugleich erleben plötzliche Ausbrüche von Tierhaarallergien ein Jahreshoch. Was sind das für Soziopathen- Kretins, die wehrlose, ihnen anvertraute Geschöpfe so behandeln ? Denn zu einer Gemeinschaft emphatischer Wesen gehören sie meiner Meinung nach nicht mehr.  Empfindungsfähige Lebewesen werden einfach als Dinge betrachtet, die man, wenn man ihrer überdrüssig ist, entsorgt.  Wenn ich mich dafür entscheide, ein Tier in meine Familie aufzunehmen, dann habe ich auch eine moralische Verpflichtung, mich so gut es geht um das Tier zu kümmern. Es IST auch ein fühlendes Wesen, mit einem Bewusstsein, das unter solcher Behandlung leiden kann wie ein Mensch.  Die Gründe für diese Wegwerfmentalität fallen entsprechend aus: “Man will doch nur den „wohlverdienten  Urlaub“ machen, da stören die Haustiere”. Früher sagte man, der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, nun wird er abgeschoben. Vielleicht kann man sie auch dort hin, wohin die Reise gehen soll, nicht mitnehmen und eine Unterbringung würde zu sehr die Urlaubskasse belasten?  Das Tier – ein Konsumgut …? Ich will hier nicht dem Vegetarismus das Wort reden, aber muss es Fleisch aus Massentierhaltung sein ? Mit allen damit verbundenen Schreckensbildern ? Bei der Jagd wurde wenigstens ein natürlicher Ablauf im Räuber/Beute Zyklus der Nahrungskette gewahrt. Und man war sich dessen bewusst, dass der Preis für das Fleisch der Tod eines anderen Wesens ist.  Man fragt sich woher solche Einstellungen kommen, dieser Mangel an Achtsamkeit auf das, was mit einem den Globus bevölkert – mit dem GLEICHEN Recht wie die Menschheit.  Ist die einfältige Auslegung der Lehren der Buchreligionen schuld, wonach der Mensch über allen anderen Geschöpfen stünde? “…. machet Euch die Erde unmafiocattertan”,  soll wohl hoffentlich keine Aufforderung zu Raub und Plünderung sein! Gut, “… seid Fruchtbar und mehret Euch” , kann man heutzutage eher als “seid FURCHTBAR” uminterpretieren. Aber selbst dem Gott der Bibel will ich zugutehalten, dass als er solcherlei Auswüchse, wie wir sie immer mehr vorfinden, wohl nicht gutheissen kann. Zumal sich die Propheten des Alten Testaments ofttmals gegen die nach Tierfleisch hungernden Opferpriester des Jahwe-Kultes ausgeprochen haben, und Jesus im Neuen Testament etliche Äusserungen zugunsten einer vegetarischen Lebensführung macht – viele davon haben die Kleriker aus der neu christianisierten römischen Oberschicht wegen ihrer Freude an Schlemmerorgien einfach zensieren lassen. (Briefe des hl. Hieronymus, einem der frühchristlichen Bibelübersetzer).Und zweifellos darf man die angeblich so fortschrittlichen Anschauungen der Aufklärer auch nicht ausnehmen: So grusele ich mich immer noch wenn ich an den Ausspruch von deren Oberguru Descartes denke: “Die Schmerzensschreie eines Tieres gleichen dem Quietschen einer Maschine”. Rousseau war herzlos zu seinen Kindern, die er allesamt in ein Waisenheim abschob. Voltaire war ein boshafter alter Mann, der die Sklaverei und den Rassismus befürwortete. Egal ob von Gottes Gnaden oder aus angeblich wissenschaftlicher Sicht, diese Selbstüberhöhung der Menschen ist nicht nur bizarr, sie wird auch unseren Untergang besiegeln. Wir schaffen es ja nicht einmal, unsere Population einigermassen zu beschränken, nein, wir sind ein Krebs auf dieser Welt geworden. Wachstumswahn  dieser Art ist ein Fluch, der alles durchdringt, weil er auf Gier gegründet ist. Diese obszöne Grundhaltung ist ein Muster, das überall zu finden ist, unsere gesamte Wirtschaft basiert darauf.  Alles ist nur eine Resource geworden, nach ihrem Warenwert taxiert, nicht nur die Tiere: Human Resources - welch ein Zynismus! Mangel an Empathie kommt auch von bewusster oder unbewusster Ignoranz, besser wir schauen weg, wenn ein Stressfaktor für unser Moralempfinden und unsere Bequemlichkeit ins Blickfeld gerät. Die oben genannten “Weltanschauungen” als Legitimation helfen gut dabei,  das Unbehagen zu verdrängen.

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Vertrauensvoll in die Zukunft blicken? Das sollte für alle fühlenden Wesen dieses
Planeten gelten. Denn sonst ist der Mensch trotz oder gerade wegen seiner
Intelligenz die armseligste Kreastur auf dieser Welt.

In den meisten alten heidnischen Kulturen mit ihren Naturreligionen haben die Menschen die Umwelt und auch die Tiere hoch geachtet, denn sie waren auch von direkt davon abhängig. Sie versuchten in  einer halbwegs symbiotischen Beziehung mit ihrer Mitwelt zu leben. Wenn sie gegen diese Regel handelten, wurden sie relativ schnell abgestraft, wie das Verlöschen der Kultur der Anasazi, Maya oder das Schicksal von Rapa Nui zeigt. Diese Furcht vor der Hybris als schlimmster Sündenfall steckt auch in der Vorstellung der alten Griechen mit Astraea als Sinnbild der natürlichen Ordnung oder bei den Ägyptern mit der Maat. Das drückt sich auch in der Überlegung aus, dass die natürliche Gesetzgebung über den Olympiern steht. Zeus war nur Verteidiger von Recht und Gesetz, nicht der Gesetzgeber. Beide Figuren, Maat und Astraea besitzen eine Waage als Symbol des Ausgleichs.  In der hermetischen Philosophie wird dies  durch das Prinzip von “actio=reactio” ausgedrückt, wie wir das auch aus der Newton’schen Mechanik kennen. Sir Isaac Newton, ein grosser Verfechter der Hermetik übrigens, war auch ein Katzenfreund und der Erfinder der Katzenklappe.  Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass die Göttin Astraea einen strafenden Aspekt besitzt, die Nemesis, die selbst die anderen Götter fürchteten. Für Nemesis und Hades gilt, dass über Dinge in ihrem Einflussbereich keinerlei Verhandlungsspielraum mehr existiert.

Nur ein Zurückbesinnen darauf, dass wir Gäste auf unseren Planeten sind und mit der Umwelt, den Tieren und Pflanzen, sorgsam umgehen, kann den unausweichlichen Untergang der Menschheit (bald 10 Milliarden) aufhalten. Dazu gehört auch Bildung und Aufklärung zu verbreiten, denn Mangel an Verständnis und Empathie ist oft wie schon erwähnt verursacht durch einen Mangel an Wissen, oder die Indoktrination mit unsinnigen Glaubenslehren. Letzteres dient oft nur dazu durch die Vermehrung der Kopfzahl ungebildeter, abhängiger Schäflein die eigene Machtposition zu stärken. Zu diesen Irrlehren gehört auch die Theorie vom unbegrenzten Konsum, weil die Weltwirtschaft nur durch Wachstum definiert sei.  ”Wir pfeifen auf Ernährung, wir machen nur Vermehrung!”, ein zynischer Satz, der schon in den Achtziger Jahren den Vertretern diverser reaktionärer Glaubensgemeinschaften vorgehalten wurde. Leider hat man wohl nichts dazugelernt. Vom Lager der kaltherzigen Nihilisten, auch bekannt als Wirtschaftsbosse, kann man sowieso keine Einsicht erwarten.

Bessert Euch!

Eure Jamilla

minijamiEin Nachtrag: Neulich habe ich den Film “A World Beyond” gesehen … nett von Dir George (Clooney), der Zukunft der Menschheit noch eine Chance zu geben …! Aber die Träumer und Querdenker, die es braucht eine Welt jenseits des Mammons und er brutalen Gier oder der totalen Verdummung durch dogmatische Religionen zu gestalten, wirst Du bald nicht mehr finden. Das Basteln von Tomorrow-Buttons für solche Menschen  kannst Du Dir wohl schenken …? Die Gates, Zuckerbergs, Bushs und ähnliche Zeitgenossen überwiegen wohl die Teslas, Einsteins oder Feynmans bei weitem. Steve Jobs war “a man in the middle”, von Uranus befeuert, der Verführung Plutos erlegen und selbst ein neptunischer Svengali und Guru. Wenigstens hatte er anfangs eine Idee, die noch in Ansätzen humanitär war … Edison: Als Weltverbesserer gescheitert, wurde er ein machtbesessener Tyrann – das Schicksal manch eines Uranus-umgetriebenen Innovators, der im Alter zum unflexiblen Despoten wurde. Die schöpferische Kraft des gestürzten Himmelsvaters und seines Alter Ego Prometheus ist stark in allen Querdenkern und Erneuerern. Auch in Revolutionären …  Das bringt mich wieder zu Geoge Clooney. Wie sagte er so schön:” Die alte Struktur muss weichen, das Gebäude abgerissen werden …” Recht hast Du ja, dann fang mal an:  Use the Force … George ! Allerdings: Verschone uns mit diesem technophilen Disneyland – schenk uns lieber eine Zukunft wie bei den Nox in Stargate SG-1, wenn es schon ein SciFi Utopia sein soll. Ach ja, Kaffee in Plastik/Alucontainern ist eine Umweltsauerei – Du Pharisäer. aber “pecunia non olet!” Noch nicht mal nach Kaffee.

Posted by on Dezember 10th, 2016 6 Comments

Quergecheckt: Was macht eigentlich … ein Schamane

Berufung zum Schamanen

Schamane – Wissender – Heiler – Stammesführer

Teil I: Wie man zum Schamanen wird 

Die Berufung zum Schamanen hat eine interessante Parallele zu den Erweckungserlebnissen katholischer Heiliger, vor allem der grossen Mystiker: Franziskus mit seinen Stigmata , Antonius mit einer schizoiden Krise in seiner Wüsteneinsamkeit, Bernadette Soubirous mit ihrem extremen körperlichen Leiden. Auch die Erzählung vom Jonas im Walfischbauch gehört in dieses Umfeld.

Dann endet aber der Vergleich: Um Schamane zu werden, bedarf es ebenfalls eines Berufungserlebnisses – dann aber einer regelrechten Lehrzeit bei einem erfahrenen Schamanen-Lehrer und einer Initiation, quasi der Abschlussprüfung. Wie schon ausgeführt, oft muss ein angehender Schamane eine schwere „schamanische Krankheit“ überleben.
Dies wird als dann als seine Berufung angesehen, nicht die Krankheit, sondern die Fähigkeit zur Gesundung (Überwindung). Dies ist eine klare Widerlegung der psychopathologischen Interpretation von Schmananentum als psychotische Episode, wie die alte Ansicht von der sogenannten “arktischen Hysterie” !! Diese schamanische Krise birgt bereits Gefahren: Widersetzt sich der Auserwählte, kann er sterben oder zumindest geistige und körperlich schwere Schäden erleiden. Die Initiation, entweder schon die der Berufung oder aber die vor der Einsetzung als tatsächlich praktizierender Schamane, wird von dem Betroffenen oft so erlebt, dass er zerstückelt oder gefressen wird, analog dem schon erwähnten Jonas der biblischen Erzählung. Interessanterweise: Auch Jonas musste leiden, weil er sich seinem Ruf widersetzte. Grundlegend ist aber jedenfalls, dass der Erwählte einen drastischen symbolischen Tod erleidet, auf den eine Neugeburt als Schamane folgt.

Wenn er seine Berufung akzeptiert, übernimmt er eine schwere Bürde:

Dass das Wort Schamane „der Wissende“ oder „der Weise“ bedeutet, ist kein Zufall.
Dieser Beruf erfordert überlegene Intelligenz, ein weitreichendes Wissen und eine enorme Beobachtungsgabe. Ethnologen und sogar Missionare rühmten immer wieder die Selbstdisziplin, Konzentrationskraft und Klugheit der Schamanen. Außerdem braucht ein Schamane schauspielerische, rhetorische und musikalische Fähigkeiten. Seiner Praxis ging eine jahrelange Ausbildung mit Aneignung der Wissens über Traditionen, Heilmittel, Riten, Mythen voraus.
Dort erlernte er auch das Beherrschen der Gesänge und Musikstücke in oraler Überlieferung (Auswendiglernen und Anschauung).
Obwohl sie zweifellos mediale Veranlagung*** besitzen:

  • Schamanen sind ausgesprochene Pragmatiker, keine aufgestiegen Meister oder mystischen Gurus !

Denn sie tragen viel Verantwortung, unter Umständen hängt die Fortexistenz des Stammes von ihnen ab. Deshalb ist es kein Wunder, dass selbst in intakten schamanischen Kulturen Tricks und Täuschungen an der Tagesordnung sind. Das braucht kein Betrug zu sein, denn eine meditative Trance gibt für die Zuschauer nun einmal wenig her. Die „Show“ gehört deshalb bei vielen Schamanen dazu. Der Schamane – auch ein hervorragender Mentalist.
In einigen Fällen haben diese Tricks durchaus ihren therapeutischen Wert, wenn z. B. ein vorgeblich aus dem Körper des Patienten „ausgesaugtes“ Greifvogelgewölle als Krankheitsgeist ausgegeben wird. Das Gewölle erleichtert dem Patienten, sich den Heilungsvorgang vorzustellen, was auf psychosomatischen Weg die Heilung fördert. In dieserm Kontext ist auch die sogenannte Geist(er)chirurgie, welche oft zu Misinterpretationen geführt hat und die besonders auf den Philippinen praktiziert wird, zu sehen.
Schamanisches Heilen hat viel mit mit geschickt eingesetzten Placeboeffekten zu tun. Ritual und Psychodrama sind sehr mächtige Helfer bei der Heilung.

Ein bisschen Vorgeplänkel: Feuer und Schamanismus – unzertrennlich und verbündet.

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Fire-Spirit: In vielen Völkern waren Schamanen oft auch Schmiede.
Einige Etymologen glauben das der Ursprung des Wortes Schamane
nicht mit blossem Wissen sondern mit “Wissen um das Feuer”zusammenhängt.
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Der Schmied- ein heiliger oder magischer  Beruf? Bei den Kelten jedenfalls. Heil- und Schmiedekunst wurden oft in Personalunion ausgeführt. Die Göttin Brigid wachte über das Vieh, das Schmiedefeuer und die Heilkunde.  Schmiede hatten von jeher etwas mit den Wandlungsprozessen der Materie zu tun, da sie auch die Metallschmelze beherrschten, um dem Erz den kostbaren Stoff abzuringen.  Auch die Alchemie entstammt der Schmiedekunst. Es fällt auf, dass beim Schamanisieren in unseren nördlichen Breiten, Sibirien oder Lappland etwa, oft mit Bärlappsamen regelrechte Feuershows produziert werden,. Dasselbe wird auch erreicht mit dem Spucken von Alkohol in die Flammen. Besonders beim Voodoo-Ritual gehört dieses atropopäische Speien mit oder ohne Flammen zum Exorzier- oder Purgierritual. Alkohol an sich steht schon für das Element Feuer. Der Funkenregen der Bärlapp-Sporen galt ebenfalls als schutzmagisch und das urtümliche Gewächs war daher eine der heiligsten Pflanzen der Kelten.

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Holy Smoke ©scrano 2014

Räuchern gehört ebenfalls zum Handwerk: Fast jedes Ritual wird von Zeremonien begleitet in denen durch Feuer die magische Kraft von Pflanzen freigesetzt wird. Der Spirit, Deva oder das Göttliche steigt im Rauch auf und wird als Form der Anrufung in den Äther geschickt. Räuchern dient den Elementen Feuer und Luft, es wird zur Reinigung, zum Schutz und direkt zum Heilen eingesetzt. Es stellt eine Verbindung zur Welt der Geister her, es ist eine Art Toröffner. Mehr zu diesem Thema gibt es ausserdem in meinen Vorträgen zum Thema: “Spirituelle Ekstase und Schamanismus in Europa”.

Weiter im nächsten Teil “Was macht eine Schamanische Reise aus? – lasst Euch überraschen …

Da werde ich auch Techniken erläutern, wie man selbst eine solche Erfahrung machen kann, es ist nämlich kein mystisches Hexenwerk dabei.

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Ayahuasca Visionen: Bunt und nicht immer lustig.
Santo Daime ©scrano 2013

 

***Es ist dies vor allem eine extrem ausgeprägte Empathie und die Fähigkeit zur Intuition oder lateralem Denken.

 

Posted by on November 26th, 2016 2 Comments

Winterblues ade … noch ein Paar “goldene” Rezepte vor und nach dem Christkind …

Felder und Wissen im November

Felder und Wiesen Ende November

Obwohl im November ein  paar Tage uns wieder freundlicheres Wetter beschert haben, jetzt wird es langsam Zeit sich  gegen den Winter-Blues zu wappnen …. Grusel-Wetter mit Stürmen a’ la “Wuthering Heights” haben wir ja gerade hinter uns gebracht. Jetzt ist Wetterberuhigung angesagt: Da kann man bei den noch milden Temperaturen eine Stippvisite auf den jetzt geöffneten Advents-und Weihnachtsmärkten machen.  Allerdings überwiegt das Grau, trotz fehlendem Niederschlag.

Also ein paar Gegenmittel, ausser einem schönen, prasselnden Feuer im Kamin und einer Ausgabe von E.A.Poes’s “Tales of Mystery And Imagination***” samt passender Musik von The Alan Parsons Project. Oder Emily Bronte’s “Sturmhöhe”.

Die Wikinger ehrten ihre gefallenen Krieger am 11. Vollmond des Jahres, im Monat November, den sie Nebelung nannten. Anfangs Dezember ersehnten sie bereits das Wiedererstehen der Sonne in der Modranecht (21.12. – Mutternacht, wenn die Erdmutter ihr leuchtendes Kind wierder in die Welt bringt). Bei den nächtlichen Feiern zu diesen Anlässen war zweifelsohne eine Menge heisser Met im Spiel, samt Höllenkater am nächsten Morgen. Das wollen wir vermeiden:

Birkengold - aus ihrem Saft wird im Frühling ein belebendes Elixir hergestellt.

Birkengold – aus ihrem Saft wird im Frühling ein belebendes Elixir hergestellt.

Apfelpunsch ohne Alkohol:

  • 1l “Kernles-Tee”
  • 1l Bio-Apfelsaft
  • 1 kleine Zimtstange
  • 1 Sternanis
  • Brauner Kandis, am hübschesten als Kandis-Stänglis

Kernles-Tee aus Hagebiutten-Kernen zubreiten: 2 El Kernchen 10 min in kochendem Wasser simmern lassen, durchsieben. Bio-Apfelsaft und Gewürze zugeben, nur noch leicht erhitzen, 5 min ziehen lassen. Kandisstängli in feuerfeste Gläser geben, Punsch auffüllen.

  • Kernles-Tee riecht wunderbar nach Vanille und ist in Süddeutschland ein beliebter Haustee.

Apfelmus mit Ingwer

  • je 1 kg säuerliche und süsssäuerliche, feste Äpfel (Boskop, Braeburn, Gewürzluiken, Sternrenette)
  • 1l Apfelsaft
  • 1 El Ingwerpulver oder 1 Stück Ingwerknolle, frisch
  • 1/2 Tl Zimt
  • 2 Beutel echter Vanille-Zucker

Äpfel schälen und in grobe Stücke schneiden. Mit Apfelssaft in einen sehr grossen Topf geben, Gewürze zufügen. Bei starker Hitze aufkochen, dann bei geringer Wärmezufuhr ziehen lassen, bis die Äpfel weich sind. Mit einem Kochlöffel durchrühren, dabei zerfallen die Stücke, jetzt den Vanillezucker dazugeben. Mit etwas Mascobado-Zucker bestreut servieren. schmeckt kalt und warm, lässt sich prima einfrieren.

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  • 6 cl Holderblütensirup
  • 4 cl Cachaca
  • 200 ml heisses Wasser

In einem hitzefesten Glass verrühren, mit Minze-oder Melissenblättern servieren. Gegen Erkältungen.

November Freude, 4 Portionen:

  • 1 Liter Apfelsaft
  • 3 Orangen
  • 2 Zitronen
  • 4 Esslöffel Honig (oder Maple Syrup)
  • 1 Stück einer Zimtstange

Alle Früchte Bio-Qualität, vor allem ohne gewachste Schale.  Die Haut der Zitrusfrüchte in Spiralen schälen, weisse Anteile vermeiden.  Apfelsaft mit dem ausgepressten Orangen-und Zitronensaft erhitzen, Zimtstange hinzugeben, ziehen lassen. Nicht kochen! Honig oder Sirup unterrühren und in feuerfesten Gläsern mit den Zitrusspiralen servieren. Statt Apfelsaft kann man auch Cidre verwenden oder Most. Dann ist Der Trank allerdings nicht mehr “kindersicher”.

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Winterstimmung ©scrano

Karottensuppe 4 Portionen:

  • 5 grosse Karotten
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 mittlere Tomaten
  • 2 säuerliche Äpfel
  • 100 ml süsse Sahne
  • 150 ml geschlagene Sahne
  • 500 ml Apfelsaft
  • 500 ml Wasser
  • 2 cl Zitronensaft
  • Gemüsebrühe-Pulver
  • Ingwer, Pfeffer, Coriander, Muskat
  • geschälte Sonnenblumenkerne
  • Croutons

Alle Zutaten Bio-Qualität, da Gemüse und Früchte mit Schale verwendet werden. Karotten, Zwiebel, Äpfel waschen, putzen und kleinschneiden. Mit Apfelsaft, Wasser und Zitronensaft in einem grösseren Topf geben, Gemüsebrühe dazu und alles weich kochen. Mit einem Mixstab pürieren. Vorher den Topf von der Kochstelle nehmen! Würzen, noch einmal aufwallen lassen und vom Herd nehmen. Kurz ziehen lassen, dann flüssige Sahne dazugeben, unterrühren. Sonnenblumenkerne mit Croutons in einer Pfanne leicht anrösten. Geschlagene Sahne in vier Teller verteilen, heisse Suppe darübergeben, mit einer Gabel ein Spiral-Muster erzeugen. Mit dem Kerne- und Croutonmix servieren.

Allen diesen Rezepten ist eine goldene oder orange Farbe zu eigen, welche die Laune verbessert. Die verwendeteten Gewürze, Muskat, Ingwer, Koriander und Zimt haben neben der wärmenden auch eine stimmungsaufhellende Wirkung. Holunderblütensirup hilft gegen Erkältungen.

Auch nicht schlecht:

Bratäpfel mit goldener Marzipanfüllung

  • 4 grosse säuerliche Äpfel (roter Boskop oder Ontario)
  • 100g Marzipanrohmasse
  • 6-8 cl Rum
  • einige Spritzer Rosenwasser oder Orangenblütenessenz
  • 1 Messerspitze Safranpulver
  • 50g Rosinen
  • Zitronensaft
  • Butterflöckchen

Zubereitung: Bratapfelbräter mit Teelicht verwenden (dauert) oder Backrohr auf 160°C Umluft aufheizen und Äpfel in feuerfeste Keramiktöpfchen geben.

Rosinen in Rum einweichen, 30 min ziehen lassen. Marzipanrohmasse mit Rosenwasser oder Orangenblütenessenz und dem Safran verkneten. Äpfel waschen, Kernhaus ausstechen, Zitronensaft aufträufeln, gegen Bräunung. Mischung aus Rumrosinen und Marzipan einfüllen. Auf Butterflöckchen in die Förmchen geben. Ein Butterflöckchen obenauf setzen und im Rohr ca 20 min garen. Beim Bräter am Tisch verrät der Duft und die aufplatzende Schale, ob sie fertig sind. Pur oder mit Vanillesauce (Bio, zum kochen, kein Instant) geniessen.

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Bischofsmützenkürbis.

Und da bestimmt noch Kürbisse von Halloween übrig sind: Asia-Hühnersuppe mit Japan- Kürbis

  • 2-3 Hühnerbrustfilets
  • 1 Hokkaido-Kürbis
  • 1 kleine Knolle Ingwer, fein geraspelt
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 700 ml Gemüse-Brühe (Wasser + Instant)
  • 400 ml Kokosmilch (1 Dose)
  • 5 San Marzano-Tomaten gehäutet, oder Dosenware, klein gewürfelt
  • 3 El rote Thai-Curry-Paste
  • Zitronensaft und Zitronengras (aus dem Glas)
  • Ahornsirup oder Agavensirup

Zubereitung (4 Portionen)
Hühnerfleisch grob würfeln mit Salz , Zitronensaft, Sirup+Zitronenegras und Pfeffer  ziehen lassen.
Unterdessen den Kürbis halbieren – Kerne+”Gewölle” entfernen und in Würfel schneiden. Kürbiswürfel, Zwiebel, Ingwer mit 1 El Öl anschwitzen, Wasser und Gemüsebrühe zugeben, zusammen ca. 20 Minuten kochen lassen. Mit einem Mixstab fein pürieren, Hühnerfleisch und Tomaten zugeben, garen und schliesslich die Kokosmilch zusammen mit der Currypaste einrühren. Mit Ahornsirup abschmecken.

  • Kürbisse lagern bis zu sechs Monaten an kühlen, dunklen Plätzen. Daher sind sie ein wunderbares Winter-Gemüse.
Goldfellschüppling oder honig-gelber Hallimasch?©beast666

Doch noch etwas November-Gold:
Goldfellschüppling oder honiggelber Hallimasch?
©beast666

Beide Pilzarten wurden früher gegessen, allerdings sind sie wohl leicht giftig, oder führen zumindest zu heftigen Verdaungsstörungen. Das versucht man mit Abkochen zu verhindern, da aber die Giftigkeit vom Standort abgängt und die Empfindlichkeit auch individuell ausgeprägt sein kann, sollte man auf derartige “Genüsse” verzichten. In früheren Zeiten galten sie wohl deswegen als “Speisepilze”, weil sie auch im Spätherbst noch sammelbar waren.

Der Hallimasch gehört zu den grössten Lebenwesen überhaupt: Ein in Oregon untersuchtes Mycel wurde auf ein Alter von 2500 Jahren geschätzt und erreicht eine Ausdehnung von neun Quadratkilometern!

Mystery And Magick … E.A. Poe

Dunkler Zauber … E.A. Poe’s Geschichten sind voll davon.

*** Tales of Mystery And Imagination, eine Zusammenstellung von Gedichten und Kurzgeschichten von E.A.Poe.

  1. A Dream Within a Dream
  2. The Raven
  3. The Tell-Tale Heart
  4. The Cask of Amontillado
  5. (The System of) Doctor Tarr and Professor Fether
  6. The Fall of the House of Usher
  7. Das Pendel des Todes
  8. Leonore

Viele der Werke wurden bereits verfilmt, z.B. von den britischen Hammer Studios in den 1960iger Jahren, die ersten sechs wurden von Alan Parsons Project vertont. Nummer 5 wurde unlängst unter dem Titel “Stonehearst Asylum” in die Kinos gebracht. Vom Pendel des Todes gibt es sogar eine Version in der  MacGyver – Episode “Die Legende der heiligen Rose”. Ein echter Cliffhanger!

Die Doppelfolge, in der Mac zusammen mit einer Archäologin der Spuren des Heiliigen Grals folgt, ist auch interessant, weil sie femininie Spiritualität und egalitäre, friedliche  Gesellschaftsformen thematisiert. Die Idee zu diesem Skript stammt aus dem Buch “The Chalice and The Blade: Our History, Our Future” von Riane Eisler aus dem Jahr 1987.

 

Posted by on November 25th, 2016 Kommentare deaktiviert

Auf der roten Liste: Der Schamane – eine gefährdete Spezies?

SB_-_Altay_shaman_with_drum wikimedia commons

Altai-Schamanin: Quelle:wiki

Schamanische Rituale in der Moderne, blosse Touristenfolklore und Alles, ausser authentisch ??? Nein, es gibt echtes Schamanentum tatsächlich …. noch.

Der Schamanismus gilt als älteste Religion der Welt und seine Spuren lassen sich bis in die früheste Steinzeit zurückverfolgen. Im Laufe der Jahrtausende hat er verschiedene Formen angenommen, die so vielfältig sind wie die Kulturen dieser Erde – und gerade jetzt, in unserer modernen Zeit erlebt er eine Renaissance. Welchen Reiz übt heute eine archaische Weltanschauung aus, die auf uralten Ekstasetechniken beruht, die es dem Schamanen erlauben, in andere Welten zu reisen, um dort von Göttern und Geistern Wissen, Weisheit oder Heilung zu erlangen?

Gibt es jene Anderswelten wirklich oder beschreiten Schamanen lediglich einen Weg in innere Räume des Bewusstseins? Öko- und Ethnospiritualität steht hoch im Kurs – inklusive Risiken und  Nebenwirkungen ! Durch unkritische NewAge Anhänger vereinnahmt und leider meistens verfälscht ist gerade der Schamanismus als Weltkulturgut in Gefahr verramscht zu werden, oder zu Touristenkitsch zu verkommen:

  • Pauschaltourismus in die Geisterwelt – Schamane an einem Wochenende !
  • Als quasi-Animationsangebot – Spiri-tainment!
  • Die Anderswelt ein spirituelles Disneyland ?
  • Oder es werden gefährliche Praktiken mit psychedelischen Drogen vermittelt !

Mit Carlos Castaneda‘s umstrittenen Werken fing es an: in den 70er Jahren, befeuert von Timothy Leary’s LSD Experimenten, und gerade nachdem Mircea Eliade sein Buch über archaische, religiöse  Ekstasetechniken herausgebracht hatte. Seitdem rollt die Ethnopsychedelic-Welle im Nachzug der Hippiebewegung ungebremst bis heute. Dabei galt Schamanismus als psychische Krankheit oder Form der Epilepsie bis Mitte des 20. Jhd. und wurde als “Arktische Hysterie” bezeichnet. Erst der zuvor genannte Religionshistoriker und Anthropologe Mircea Eliade rehabilitierte ihn als authentische vollwertige Form der Religion und Medizin. Den Religionscharakter versucht man gegenwärtig wieder zu relativieren und spricht von Naturphilosophie etc. Dann wäre aber der Buddhismus auch nicht Religion zu nennen. Ausserdem enthalten viele  der antiken und auch der modernen Mainstream-Religionen einen Kern an schamanischen Vorstellungswelten. Doch nicht zuletzt die Funktion des Schamanen als Heiler fasziniert uns: Gerade im medizinischen Bereich finden Ethnobotaniker und Pharmakologen erstaunliche Schätze im pflanzlichen Arzneiwissen der Schamanen, aber hier droht Ausbeutung durch Pharamakonzerne, die das Pflanzenwissen der Naturvölker vor allem des Amazonasgebiets abgreifen um es dann zu patentieren.

Woher rührt aber das steigende Interesse, mit einer enormen Breitenwirkung, an religiösen und medizinischen Praktiken sogenannnter Naturvölker in der westlich-aufgeklärten Welt:

Ist es die Fragwürdigkeit von Machbarkeit um jeden Preis, die beklagte Entfremdung von der Natur – ihre befürchtete Zerstörung? Zu starke Technisierung, zu viel Wissenschaft? Nun gerade bei letzterer herrscht in der Rezeption durch die Allgemeinheit immer noch eine Sichtweise aus dem späten 19. Jhd. vor: Der andauernde Vorwurf des Reduktionismus ist vor allem in der modernen Physik nicht haltbar. Und was heisst hier modern, dieser Begriff ist schon auf die Göttinger Goldene Epoche des Born’schen Seminars der 1920iger Jahre anzuwenden. Das liegt vielleicht auch am lautstarken Ego-Posieren vieler der selbsternannten Skeptiker, deren Weltbild wirklich noch bei Descartes hängengeblieben ist.

  • Die moderne Wissenschaft ist vielleicht mystischer als Sie glauben.
  • Der Abschied vom cartesischen Weltbild mit seiner strikten Geist- Materie Trennung ist in etlichen Disziplinen schon erfolgt: Physik, Kybernetik, Neurowissenschaften etc.

Als Auslöser solcher archaischer Sehnsüchte ist wohl überwiegend die “Spirituelle Verarmung” zu nennen: Z.B das Fehlen von Psychodrama und ansprechenden Ritualen in den Mainstream-Religionen. Oder es werden immer noch angestaubte, entwicklungshemmende Dogmen verbreitet. Man denke nur an den  letzten Vorstoss des Papstes zur Erneuerung der Sexualmoral und des Verständnisses von Ehe und Familie: Über 70% der Geriatrie-Kleriker alias Kardinalskurie will an den alten Zöpfen festhalten.

Reiseführer

Reiseführer Schmetterling …eine Analogie zum Pluto-Prinzip.
Spirit Guide ©scrano 2013

An der verständlichen Sehnsucht nach mehr Unmittelbarkeit in der Spiritualität oder mehr Rückverbindung zur Natur ist eigentlich nichts Falsches,  und die schamanische Weltsicht der beseelten Natur kann uns neuen Respekt und achtsameren Umgang lehren. Das Verführerische an der  ”Schamanischen Erfahrung”  oder was man dafür hält, ist zudem die als kulturübergreifend verstandene und schlichte Ritualistik, die zu scheinbar schnellen Erfolgen führt. Vor allem der überstrapazierte Begriff des sogenannten “Core-Schamanismus” hat hier für viel Verwirrung gesorgt und wegen des Hypes, der darum entstanden ist, auch Menschen angezogen, die nicht das Seelenheil ihrer Klienten im Sinne hatten, sondern nur das schnelle Geld. Was muss man da nicht für unsinnige und teilweise gefährliche Angebote vor allem diversen Internetauftritten entnehmen! Darüber hinaus hat Harner, ein Anthropologe, dem wir die Theorie des “Core-Schamanismus” verdanken, bei allen Versuchen daraus eine Heilmethode für uns postindustrielle Wesen herauszudestillieren, nicht bedacht, dass so etwas nicht mit Verfahren der Lehrbuchpsychologie zu vergleichen ist.

Was nützt die beste aus vergleichenden Analysen hergeleitete Methodik, wenn einem die innere Landkarte der spirituellen Welt längst abhanden gekommen ist ? Die Anderswelt ist nicht die Spielwiese einer Fantasiereise, mit der diese Thematik oft verwechselt wird.

Auch Archetypen wollen interpretiert werden, auch der Schamane muss bei seinen “Reisen” navigieren. Dazu dienen Mythen, Überlieferungen und Märchen, die in jeder noch lebendigen schamanischen Kultur zentrale Elemente sind, und auch eine Grundlage des Wertesystems liefern.

Gerade hier liegt das Problem: Wie einheimische Nahrungsmittel und Heilpflanzen oft für uns besser verträglich sind als eingeführte, so ist das auch mit Mythologie: Sie entwickelt sich ebenfalls in Co-Evolution des Menschen mit seiner Umwelt. Mythen fremder Völker vermitteln uns nicht unbedingt die Vorstellungswelt, die man braucht, damit man erfolgreich in Anderswelten reisen kann. Eine reine Trance kann man sich relativ einfach verpassen. Dazu reicht schon eintönige Arbeit, mit einer körperliche Tätigkeit, die sich ständig wiederholt.

Wenn man sich schon auf schamanische oder andere religiös untermauerte naturmedizinische Verfahren einlassen will, sollte man doch eine gewisse eigene Grundlage mitbringen. Daher wäre es wohl vernünftiger, hier nicht  bei exotischen Völkern sein Heil zu suchen, sondern zuerst nach seinen eigene Wurzeln zu graben. Es ist leider nicht ganz leicht zu den eigenen naturreligiösen Ursprüngen zu gelangen. Dafür haben Romanisierung, Christianisierung, Völkerwanderungswirren, Radikalaufklärung und romantisierende Rezeptionen durch nationalistische Kreise (Wagner, Ariosophie etc.) und zuletzt noch die Nazis gesorgt.

Totem: Ahnengeister und Masken,
ein Accessoire des Schamanen.

Man durfte als Archäologe bis vor gar nicht so langer Zeit das Wort Kelte oder – oh Schreck, Germane gar nicht mehr in den Mund nehmen ohne gleich in die “Braune Abteilung” verlegt zu werden, oder seiner Karriere einen dauerhaften Knick zu bescheren. Ein paar dieser Rudimente eines europäischen Schamanentums lassen sich durchaus auch finden. Seit Frazer’s “Der Goldene Zweig” haben sich schon viele Gelehrte daran versucht, unter ihnen Margaret Murray, die bekannte britische Ägyptologin, später auch der renommierte Historiker Carlo Ginzburg. Das Problem hierbei ist, nicht über das Ziel hinauszuschiessen. Andere bemühten sich gleich um regelrechte religiöse Wurzeln, einen alten, im Neolithikum verorteten Kult einer “Magna Mater”  und eines “Herrn der Tiere” wiederzubeleben. Hierher gehört Gerald Gardner mit seiner Wicca-Religion, die ebenfalls deutlich schamanistische Züge aufweist, zumindest was das Weltbild betrifft. Die  moderne Alternative wäre, sich neue Mythen zu schaffen, wie sehr dies gewünscht wird zeigt der Erfolg von Büchern wie Harry Potter oder Filmen wie “Herr der Ringe”. Sie könnten die benötigten inneren Bilder liefern, die mit unserer Psyche in Resonanz treten. Viele der beliebten Online-Rollenspiele, wie WoW, bedienen dieselben Sehnsüchte. Der Trend zu mehr mystischem Erleben und einer heilen Beziehung zur Natur existiert schon seit dem Ende des 19. Jhd. und er läuft ungebremst weiter. Anthroposophie, Wandervögel, Naturisten machten den nur den Anfang, Wellnessbewegung und der Esoterikboom folgten auf dem Fuss. Nach einem Intermezzo mit Ayurveda und Feng Shui sind wir jetzt in den virtuellen Welten von Second Life, Mind Technology und Technoheiden angelangt.

Keltischer Herr der Tiere: CernunnosQuelle: wiki

Keltischer Herr der Tiere: Cernunnos
Quelle: wiki

Auf jeden Fall hilft erst einmal mehr Achtsamkeit auf Kulturinhalte der eigenen Vergangenheit bei der Orientierung im Dschungel der mythenbewegten Imagination. Gestützt von solidem Wissen, fällt es leichter, sich in der Welt der Archetypen und der eigenen Psyche zurechtzufinden, statt auf bunt zusammengewürfelte Folklore, aus exotischen Ländern oder direkt frei erfunden, hereinzufallen.

Gerade bei den angeblich authentischen Praktiken fremder Ethnien wird oft hanebüchener Unsinn vermarktet. Da gibt es: Selbsternannte Schamanen, kulturellen Diebstahl bei indigenen Völkern, vor allem bei den nordamerikanischen Indianern. Ironischerweise kommt dabei oft nur Indianerfolklore vom Karl May Typus des “edlen Wilden” heraus.

Alles nur "Schall und Rauch" oder "Sound and Vosion", wie der sehr Okkultismus-erfahrene David Bowie es ausdrückte.

Alles nur “Schall und Rauch” oder “Sound and Vision” ?
wie der sehr okkultismus-erfahrene David Bowie es ausdrückte.
Luft-Elemental, scrano 2013

Ausserdem haben die Indianer der “Great Plains”, die oft als Vorbild herhalten müssen, nicht die angeblichen Heilverfahren, sondern eine schamanische Kultur eigener Prägung, die die wenigsten der mit dem “Core-Schamanismus” assoziierten Elemente enthält. Durch Heya-Heya Singen in einer Schwitzhütte wird man kein Indianer und ohne entsprechende spirituelle Vorbereitung kann man aus dem Ritual auch nichts mitnehmen. Allenfalls wird die übliche Konsumerwartung bedient. Dann hat man es aber auch nicht anders verdient. Vielleicht tun viele Heilssucher doch besser daran, ihren Eskapismus im World-Wide-Web auszutoben, das ist für die Freizeitschamanen auch ungefährlicher  als bei der Indianersauna eine Herzattacke oder bei der Ayahuasca-Session das bisschen Restverstand zu riskieren. Denn  da die tatsächliche Wirkung der “Seelenliane” keineswegs den übersteigerten Erwartungen der Eso-Konsumenten entspricht, mischen manche der selbsternannten Zauberdoktoren den ahnungslosen Spiritainment-Abenteurern harte Drogen in das “magische” Gebräu.

Das Internet, die neue, sichere Anderswelt ? Cyber- und Technoschamanen lassen grüssen. Aber wenigstens lassen die Anderswelt-Süchtigen dann die Einheimischen in Ruhe und gefährden sich nicht selbst.

Denn mittlerweile hat sich in den letzten Kulturen mit indigenem Schamanentum ein ernstzunehmendes Problem entwickelt. Angehörige solcher noch authentisch nach ihren Glaubensvorstellungen lebenden Volksgruppen fragen sich zunehmend: “Warum unsere Praktiken nicht selbst vermarkten ?” Gerade bei der anderen, von wildgewordenen Heils-Touristen bedrängten Kultur schamanischer Prägung, den Tuva des Altai, hat sich ein Trivialschamanismus herausgebildet, den man an die Eso-Touristen weiterverkaufen kann. Dort werden dann Harners Theorien verbreitet, die echten Wurzeln sind durch solcherlei Umtriebe durchaus gefährdet. Ähnliches gab es auch schon bei den Geist-Chirurgen der Philippinen, und diese Epidemie gewinnt an Boden, auch gerade in Mittel-und Südamerika.

Daher die berechtigte Frage: Wie lange wird es diesen Kulturschatz noch unverfälscht geben? Der Verlust wäre unverzeihlich.

 

 

Posted by on November 22nd, 2016 1 Comment

Das Wasserelement – Yin, Westen, Emotion

aqua

Das Wasser-Element: Beherrschende Kraft unseres Planeten.
Ocean Born ©scrano 2013

Korrespondenzen des Wasserelements:

Zeichen:

  • Fische: mutabelNeptun, Jupiter in seinem Nachthaus
  • Krebs: kardinalMond/Luna
  • Skorpion: fixPluto, Mars im Nachthaus

Tarot: Kelche

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Blau, violettblau, grausilbern, seegrün

Alchemie:

Nach unten zeigendes DreieckWater

Elemental:

  • Undinen,
  • Westen,
  • Gabriel
  • Zephyros

Tage:

  • Montag – Luna

Pflanzen:

  •  Gardenie, Lilie, Jasmin, Mohn, Kakteen und Sukkulenten (mit, Mars, Saturn), Kürbisgewächse, Algen

Signatur:

Nachtblüher, fleischig, wasserliebend, Sumpf-Gewächse, weisse oder zartblaue Blüten, beruhigend, schwerer Duft, kühlend, schmerzlindernd, Frauenkräuter (mit Venus), Milchsaft.

Öle:

  • Kampher,
  • Jasmin,
  • Anis.
  • weisses Sandelholz
  • Myrte

Tiere:

  • alle Wasserlebewesen, Mollusken (Schnecke), Amphibien, nachtaktive Tiere.

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Dem Wasser, zu dem die Yin Variante “Passive Bewegung” passt ist in jedem Elementesystem die weibliche Urkraft zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie vom Mond regiert, wie die realen Wasservorräte der Erde auch. Allen Wasserzeichen haftet diese Mondhaftigkeit an, sogar dem Skorpion, dem in der klassischen Astrologie der Mars in seinem Nachthaus zugeordnet war. Allerdings muss man wissen, dass Ares/Mars quasi eine weibliche Seite hat, er ist fleischgewordener Zorn einer verschmähten Frau. Von Hera, des Göttervaters Gattin. wurde er ohne männliches Zutun in die Welt gesetzt, gänzlich aus ihr selbst heraus.  Wie Athena Pathenos von Zeus, der brauchte aber noch eine Göttin dafür: Die personifizierte Weisheit, Metis. Erst dann gab es die berühmte Kopfgeburt, welche seine Gattin so erboste. Hera ist aber die Verkörperung der Saturn/Mond Achse des Zodiak, daher hat ihr Sprössling auch mondhaft-kindliche Züge: Ein ewig dreijähriges Riesenbaby, das schmollt und trotzt. Die Emotion ist die Kraft und die Krux der Wasserzeichen, ihr Element fliesst aus der Seelenschale des Mond-Symbols.

Element-Zustände des Wasser-Trigons:

  • Krebs: Fliessendes Wasser, hervorsprudelnd, Quelle
  • Skorpion: Stehendes Gewässer, Eis
  • Fische: Fein verteiltes Wasser ohne Grenze: Nebel, Wolke mit Luft, Dampf mit Feuer, Sumpf mit Erde. Der alles umfassende Weltozean.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos ausgerichtet. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Zu den verschiedenen Persönlichkeitsmodellen: HIER eine schnelle Übersicht – allerdings in englischer Sprache.

 

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Spätherbst: Sleeping Sun

Der Herbst, der Weg in die dunkle Zeit ?

November Sonne

Novembersonne ©scrano 2013

Eigentlich hatten wir uns darauf gefreut, einige letzte Sonnentage im sogenannten “Goldenen Oktober zu geniessen. Leider ist die Farbenpracht eines malerisch-bunten Herbstes dieses Jahr fast nahezu ausgeblieben. Statt dessen lässt sich der Winter schon sehr früh spüren:  Nun zieht schon in den Morgenstunden dichter Nebel auf, der nur langsam, wenn überhaupt, durch die Kraft der Sonne vertrieben wird. Oft hängt der Himmel bereits den ganzen Tag bleischwer über uns, sogar Schneeflocken sind bereits heftig unterwegs. Jetzt im November sorgen sie aber eher für schmuddelige Matscherlebnisse als dass sie Kinderaugen zum Leuchten brächten. Morgens, nach dem Aufstehen ist es noch lange dunkel. Wir Menschen brauchen immer etwas Zeit, um uns an diese Jahreszeit zu gewöhnen. Besonders der Monat November ist gefürchtet. Das Graugelb und Braun der absterbenden Vegetation nach dem Farbenrausch des Oktoberlaubs wirkt besonders deprimierend. Dadurch erhöht sich noch der Eindruck von Tristesse. Es beschleicht einen die Vorahnung von Dunkelheit und Vergänglichkeit. Mancher flüchtet noch schnell in den Süden, um sich dort ein paar  Extra-Tage in der Sonne zu gönnen. Bevor der Winter endgültig kommt.

  • Warum ist unsere Stimmung so abhängig von Sonnenschein und Licht im Allgemeinen ?

Ich möchte Euch nicht mit den physikalischen Einzelheiten elektromagnetischer Strahlung, das ist Licht letztlich, quälen. Dennoch verstehen wir unter dem Licht, nicht nur das für uns sichtbare Licht, sondern auch die anderen Lichtbereiche wie das Infrarot-Licht, das uns die Wärme gibt und das UV-Licht, das uns bei vernünftigem Gebrauch eine gesunde Bräune verleiht und für Pflanzen so lebensnotwendig ist. Bienen orientieren sich nach dem Polarisationsvektor des Lichts und können sogar dessen UV Anteile sehen. So manche Blüte sieht dann aus wie eine Nektartankstelle im “Las Vegas Look”. Das Sonnenlicht regt unsere Haut an, das notwendige Vitamin-D zu produzieren, welches einen Grundbaustein für viele Hormone darstellt. Durch die Einwirkung des Sonnenlichts kommt es auch dazu, das unsere Glückshormone, z.B. Serotonin gebildet werden. Nur mit ihnen fühlen wir uns wohl und sind aktiv. Gerade in den dunklen Herbst- und Wintermonaten führt der Lichtmangel zur sogenannten Winterdepression. Durch “Lichtduschen”, also künstliches UVA- und UVB- Licht, das auch bei Solarien Anwendung findet, oder mit Hilfe einer Sonnenspektrums-Leseleuchte  kann dieser Effekt vermindert werden und sich die Stimmung heben.

Genügend Tageslicht ist ausschlaggebend für unseren Wach-Schlaf-Rhythmus. Nur dann wird genügend Melatonin produziert, das den Taktgeber unserer inneren Uhr darstellt. Es ist auch ein Faktor im Alterungsprozess des Menschen, ein Mangel lässt uns die Abnutzungserscheinungen stärker und schneller spüren.

  • Ein rheinisches Sprichwort sagt: “Licht und Luft gibt Saft und Kraft”.

Nur bei ausreichender Lichtversorgung fühlen wir uns wohl. Es erhöht unsere Aktivität, Vitalität, Antriebskraft und Lebensfreude.

Doch auch das Licht ist wie alles in der Natur weder einseitig gut noch schlecht. Schon Paracelsus sagte: Kein Ding ist ohne Gift, die Dosis macht das Gift.

Zu langer Aufenthalt in der prallen Sonne sorgt für Verbrennungen, die sogar.zu Hautkrebs führen können. Licht bleicht Farben aus und kann Organismen töten. Doch die positiven Eigenschaften überwiegen bei massvollem Umgang.

Lichtspiele: Der Hell-Dunkelrythmus underes Planeten vestimmt unser Leben.

Lichtspiele: Der Hell-Dunkelrhythmus unseres Planeten bestimmt unser Leben.
Spiritual Staircase ©scrano 2013

Die zunehmende Dunkelheit des beginnenden Winters ist für uns Lichtwesen immer eine beängstigende Angelegenheit. Die Nacht ist für viele Menschen furchteinflössend. In der Finsternis kann man im Strassenverkehr leicht übersehen werden. Auch sind wir quasi blind, besonders in mondlosen Nächten.Verbrechen geschehen meist im Dunkeln, in dessen Schutz  der Übeltäter nach seiner Tat unerkannt fliehen kann. Dunkelheit wird auch mit Kälte und Lebensfeindlichkeit in Verbindung gebracht. Raubtiere jagen häufig in der Dämmerung. Schon in der Kindheit haben wir oft Angst im Dunkeln, weshalb Eltern dann ein Nacht-Licht im Kinderzimmer anbringen, um die Monster unter dem Bett zu verscheuchen.

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Feuer und Glut müssen uns Wärme und Licht der Sonne im Winter ersetzen.
Fiery realms ©scrano 2013

Doch auch die Dunkelheit ist ein wichtiges Element in unserem Leben. Ohne Dunkelheit fällt es uns schwer einzuschlafen. Wie benötigen jedoch eine Erholungsphase, in der sich der Körper regenerieren kann, in der auch unser Verstand etwas zur Ruhe kommt. Eine Verschnauf-Pause, in der unsere Sinne abschalten können. Naturvölker, die ohne Kunstlicht leben, haben keinen so stark negativen Bezug zur Nacht wie wir. In der vorindustriellen Zeit waren auch wir noch in den natürlichen Tag-und Nachtrhythmus eingebunden. Nach der Hitze des Tages und der harten Feldarbeit fand man Ruhe und Erholung in der Kühle der Nacht. Der sanfte Schein des Mondes begleitete den steinzeitlichen Jäger.  Daher haben Menschen in den höheren Breitengraden, wie den skandinavischen Ländern auch schwer mit dem Ungleichgewicht der Tag- und Nachtdauer zu kämpfen, denn sie haben sowohl viel zu lange Nächte als auch scheinbar endlose Tage. Besonders Angehörige von Berufsgruppen, die ständig von Kunstlicht umgeben sind, kennen die negativen Begleitumstände und Beschwerden einer unnatürlichen Beleuchungsdauer. Nahezu jegliche Flora und Fauna auf unserer Erde ist von diesem immer währenden Wechsel des Tages und der Nacht abhängig, das Leben entstand in seinem Rhythmus. Der Wechsel von Licht und Dunkelheit beeinflusst sogar die Fruchtbarkeit: Frauen mit Zyklusproblemen hilft es ihren Rhythmus zu harmonisieren, wenn sie in Räumen schlafen, die dem natürlichen Mondlicht ausgesetzt sind.

von Mactographer (Eigenes Werk) [Attribution], via Wikimedia Commons

von Mactographer (Eigenes Werk) [Attribution], via Wikimedia Commons

 

In der Vorstellung von naturrreligiösen Gruppen beginnt im Spätherbst die Ruhephase der “Grossen Mutter”. Nach dem Tod ihres solaren Gefährten in der Zeit von Samhain zieht sie sich unter die Erde zurück, den Keim des neuen Sonnenkinds bereits in sich tragend.  Nichts stirbt für immer, das Leben wird zurückkehren. Deshalb war dies auch die Zeit der Ahnen, auch schon im Neolithikum. Die jungsteinzeitliche Sakralstätte Stonehenge war nicht nach der Sommersonnenwende, sondern deren Gegenpol, dem kürzesten Tag des Jahres ausgerichtet. Dann wurde die Asche der Ahnen in einer feierlichen Prozession zum Fluss Avon gebracht, um von ihm in die Anderswelt hinter dem westlichen Horizont getragen zu werden. Gleichzeitig erhoffte man sich eine Wiedergeburt im nächsten Vegetationszyklus, dessen Höhepunkt am 21.Juni im zugehörigen Woodhenge, einer hölzernen Kreisanlage wie im sächsischen Goseck, gefeiert wurde.

Eine musikalische Interpretation dieser Herbstimmmung mit Nightwish bei Youtube.

In unseren Breiten sehnen wir spätestens nach der Sonnenwende an Jul schon danach, dass der Winter sich seinem Ende zuneigt und die Tage wieder „länger“ werden. Unsere Erwartungen an den Frühling, an den Sommer, an die ersten wärmenden Sonnenstrahlen sind groß. Der Frühlingsanfang wird als Weckruf der Natur gefeiert. Doch gewinnen wir auch dem Winter seine positive Seite ab und sehen die dunkle Jahreszeit als eine Chance zur inneren Einkehr und Reflektion. Als Atempause. Freuen wir uns an der Natur wie sie ist. Denn eines ist sicher, der nächste Frühling kommt bestimmt.

Ekstasy of Gold: Letzte Sonnenblumen im Herbst bringen noch etwas Sonnenglanz in die Wohnung.

Shadow and Light ©beast666

Letzte Sonnenblumen im Herbst bringen noch etwas Sonnenglanz in die Wohnung.
Der wehrhafte Stechapfel in dem Herbststrauss enthält potente, aber sehr giftige psychoaktive Stoffe, die sogar zum Wahnsinn führen können. Sie erzeugen angsterregende, alptraumhafte Visionen, und stellen eine Beziehung zum Schatten der Seele her. Er ist ein Saturn/Mond und Pluto/Venus Gewächs, das vermutlich aus Zentralasien stammt.

 

 

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Magischer Oktober – Weinmond

Oktober - WeinmondFrüher schüttelte er das Laub vom Baum, mittlerweile warten wir bis November.

Oktober – Ernte- oder Rebmond (Weinmond).
Früher schüttelte er das Laub vom Baum, mittlerweile warten wir bis November.
Der Höhepunkt des Sternzeichens Waage. ©scrano 2015

Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!

Theodor Storm, Oktoberlied

Der Oktober ist der zehnte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender. Im Mittelalter galt der Oktober als heiliger Monat, Könige heirateten meistens im Oktober. Neben dem Mai ist er einer der Marienmonate, an denen spezielle Rosenkranzbettage stattfinden. Beides sind Zeiten unter der Herrschaft der Venus, die durch einem eher mondenhaften, harmloseren weiblichen Archetyp ersetzt wurde. Er hat 31 Tage. Hierzulande, und anderen Zeitzonen, in denen im Oktober die Zeit von Sommerzeit auf Normalzeit umgestellt wird, ist der Oktober der längste Monat des Jahres.Die Im alten Jahr der Römer war er der achte Monat – mensis october, wie auch nach der Stellung im Tierkreis, wo der Zyklus am Frühlingspunkt im März startet. Obwohl der Monat nach der julianischen Kalenderreform 46 v. Chr. an die zehnte Stelle verschoben wurde, blieb es bei der alten Namnesgebung, wie auch bei September – December.  Diverse römische Kaiser wie Commodus, Domitian und sogar der Senat versuchten sich an einer neuen Namensgebung, was aber insgesamt wenig erfolgreich war. Die Sonne tritt jetzt aus der ausgleichenden Waage, durch die sie den Hauptteil des Monats läuft, in den Skorpion, mit all seiner Intensität, Wahrheitssuche und Konsequenz. Das Jahr und der Kreislauf der Jahreszeiten nähert sich seinem Ende. Aus der Herrschaft der Venus, die auch über die letzten Erntefeste wacht, wird nun die Regentschaft des Mars(klassisch) oder Plutos, der die Vegetation sterben lässt – Persephone muss ihren Unterweltsthron wieder einnehmen. Das letzte bäuerliche Fest des Jahres:  Die Schlachtung der überzähligen Herdentiere, die man nicht über den Winter bringen kann, am Ende des Monats.

Urdeutsche Namen sind „Weinmonat“ und Gilbhart. Letzterer verweist auf das Sprichwort: “Oktober schüttelt das Laub vom Baum”, weil der Höhepunkt der Laubfärbung und des Falls in diesen Monat fällt. Wegen des herbstlichen Farbrausches wird er deshalb auch häufig als Goldener Oktober bezeichnet. Bei den Jägern wird dieser Monat auch Dachsmond genannt, weil sich der brummelige Grossmarder dann in den Bau zurückzieht. Einen Bezug zum Weinbau hat der Monat natürlich, da in dieser Zeit in allen Anbaugebieten, nördlich und südlich der Alpen die Lese auf Hochtouren läuft. Jetzt wird der Wein gekeltert und bereitet, hierzulande und auch in Frankreich und Italien. Wenn man in die Toskana reist, findet man jetzt das wunderbare Licht und die eindrucksvollen Morgennebel, welche die uralte Kultur-Landschaft so verzaubert wirken lassen. Und wunderbare Ruhe – keine Touristenhorden und genervte Einheimische.

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Bacchus Gabe: Hier wächst sie an der Limburg.
Hohenneuffener Täleswein ©beast666 2016

Lostage und Bauernregeln im Oktober: Weinernte und Winterwetter

  • Oktoberschnee tut Mensch’ und Tieren weh – früher Wintereinbruch, schädigt Rüben, Wein und Kartoffeln.
  • Oktober rau, Januar flau. Ein Oktober, bei dem die Mitteltemperatur mindestens 1,5 °C unter dem Durchschnitt liegt, zieht in zwei von drei Jahren einen milden Januar und sogar und in drei von vier Jahren einen milden Februar nach sich.
  • Im Oktober der Nebel viel, bringt im Winter der Flocken Spiel. Ein nebelreicher Oktober begünstigt einen schneereichen Winter. Dies konnte anhand langjähriger Daten mit etwa 60% Wahrscheinlichkeit bestätigt werden. Dabei steht die Aussage in Zusammenhang mit anderen Wetterregeln, die nach einem warmen und sonnenscheinreichen Oktober einen kalten Winter prophezeihen. Infolge solcher Hochdrucklangen im Oktober gibt es morgens oft Nebelfelder.
  • Oktober, der fröhliche Wandersmann, pinselt noch schnell Wald, Heide und Hecken an.
  • Ist der Oktober kalt, macht er Raupenfraß halt – die Insekten sterben oder verkriechen sich in Winterstarre.
  • Bringt der Oktober viel Regen, ist’s für die Felder ein Segen.
  • Fällt warm und trocken der Oktober aus, so schütze vor Winterkälte dein Haus.
  • Hilft der Oktober nicht mit Sonne, hat der Winzer keine Wonne.

1. Oktober: St. Remigius

  • Regen an Sankt Remigius bringt den ganzen Monat Verdruss.  Bischof von Reims. Er hat sich vor allem der Christianisierung der Franken gewidmet und für die Bekehrung der Anhänger des Arianismus eingesetzt – also ein Hardliner und Dogmatiker.

2. Oktober: St. Leodegar

  • Laubfall an Sankt Leodegar kündigt an ein fruchtbar Jahr.give_thanks_by_kmygraphic-d9h710r

4. Oktober: St. Franziskus

  • Sonne an Sankt Franz gibt dem Wein seinen Glanz.

6. Oktober: St. Bruno

  • Sankt Bruno, der Kartäuser, lässt die Fliegen in die Häuser.

9. Oktober: St. Dionysius (Denis)

  • Regnet’s an Sankt Dionys, wird der Winter nass gewiss. St.Dionys heisst die Kirche von Esslingen.
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St.Dionys, Esslingen 12. Jhd.

13. Oktober: St. Koloman

  • Heiliger Koloman schick mir einen braven Mann.happy_harvest_by_kmygraphic-d9ddpgm

14. Oktober: St. Burkhard (Burkard) (Erhebung der Gebeine)

  • Sankt Burkhard Sonnenschein schüttet Zucker in den Wein.

15. Oktober: St. Theresa

  • Zu Theres’ beginnt die Weinles’.

16. Oktober: St. Hedwig und St. Gallus

  • Gießt Sankt Gallus wie ein Fass, wird der nächste Sommer nass; ist der trocken folgt vom Sommer noch ein Brocken.
  • An Sankt Hedwig und Sankt Gall schweigt der Vögel Sang und Schall.
  • An Hedwig bricht der Wetterlauf und hört das schöne Wetter auf.
  • An diesem Tage sollten alle Erntearbeiten erledigt sein, weil von nun an stärkere Fröste zu erwarten sind. Nach dem Gallustag wurde in den Dörfern geschlachtet, denn nun ist es kalt genug, dass sich Pökelfleisch hält. Die Wintersaat wird ausgebracht und das Vieh muss auch in den Tälern in den Stall.
  • Früher durften ab diesem Tage die Armen “Nachlese halten”, das heißt, die übrig gebliebenen Feldfrüchte einsammeln. Im Zeitalter der Erntemaschinen wird auch der letze Krümel noch weggesiebt – wie gedankenlos! Auch Tiere profiteren im Winter vom Zurückgelassenen – in alten Zeiten es gab sogar einen Tag (Samhain, Halloween, 31.10.), nach dem der Mensch nichts mehr von den Feldern holen durfte.

18. Oktober: St. Lukas

  • Ist Sankt Lukas mild und warm, folgt ein Winter, dass Gott erbarm.
  • Sankt Lukas Evangelist bringt Spätroggen ohne Mist.
  • Am Lukastag (18. Oktober) wurden früher traditionell die letzten Kartoffeln geerntet. Auf dem Acker brannte das Kartoffelfeuer, in dem man das welke Kartoffellaub verbrannte. In der Glut haben wir als Kinder übrig gebliebene Kartoffeln gebraten, frisch ausgegraben, grob gereinigt und mit der Schale. Wenn die Kartoffeln außen schwarz gebrannt sind, dann sind sie fertig.

21. Oktober: St. Ursula.

  • Lacht Ursula mit Sonnenschein, wird wenig Schnee vorm Christfest sein.

23. Oktober: St. Severin – Ingress der Sonne in den Skorpion

  • Wenn’s Sankt Severin gefällt, so bringt er mit die erste Kält’.

25. Oktober: St. Crispinus und Crispinianus, Krispin

  • Mit Krispin sind alle Fliegen hin.

27. und 28. Oktober

  • Bevor du Simon (und) Judas (28. Oktober) schaust, pflanze Bäume, schneide Kraut.

31. Oktober: St. Wolfgang

  • Regen am Sankt-Wolfgangs-Tag, gut für das nächste Jahr sein mag.
  • Er war Bischof von Regensburg und gab dem Wolfgangsee seinen Namen. Hier wirkte er als Einsiedler und Missionar. In der sehr alten Regensburger Kirche St.Emmeram hat er seine letzte Ruhestätte. In den Legenden werden wiederholt seine heilkräftige und Böses abwehrende Wirksamkeit sowie seine Fürsorge erwähnt.
  • Ein Heliger für christlichen Abwehrzauber wegen der alten Ahnengeisterkulte am 11. Neumond des Jahres, wie St.Walpurga an Beltane.
Harmonie und Ästhetik - Kennezichen der Venus.Morning Star ©scrano 2016

Kreativität und Ästhetik – Kennzeichen der Venus, wie sie jetzt in der Waage herrscht.
Morning Star , Lightbearer ©scrano 2016

Antike Feiertage
- religiöse, staatspolitische, meistens für Cäsar, Augustus & Co, habe ich weggelassen:

  • 11. Oktober – Meditrinalia, Fest der ersten Verkostung und Libation des neuen Mostes
  • 15. Oktober – Equirria, Pferderennen des „equus October“ auf dem Marsfeld, wie beim bayrischen Oktoberfest – möglicherweise durchaus gewollt, da König Ludwig I. ein sehr antikenbegeisterter Monarch war.
  • 19. Oktober – Armilustrium zu Ehren von Mars

Brauchtum

  • In München endet traditionsgemäß seit 1872 das Oktoberfest, mit einem Pferderennen in der ersten Oktoberwoche. Ein solches Rennen zu Ehren der Erntegöttin Ops, der Gemahlin von oktoberfest_by_kmygraphic-d82obdbSaturn oder Consus gab es bereits im alten Rom. Nach der Tradition der Fürsten ihre Vermählungen in den Oktober zu legen, heiratete König Ludwig I. seine Braut Theresia an diesem Datum. Der Platz vor der “Bavaria”, wo die Feierlichkeit abgehalten wurde, heisst seither Theresienwiese.
  • Lichtblauer Montag wurde in Bayern am ersten Montag nach Michaelis (29.9) gefeiert, da die Handwerker wieder bei Licht in ihren Stuben arbeiten mussten. Meistens gaben die Meister den Lehrlingen an diesem Tag frei.
  • Erntedank (erster Sonntag im Oktober) In den Kirchen werden die Ernteeinnahmen gesegnet, ein verspätetes, christliches Mabon. Merklich kühler ist es schon geworden, die Tage werden jetzt immer kürzer, das Sonnenlicht macht sich langsam rar. Trotzdem gibt es auch jetzt etwas zum Feiern. Die Ernte eines langen Arbeitsjahres ist eingebracht und man kann innehalten, sich auch erstmals sammeln und Rückschau halten. Das ist ein Anlass, sich zu freuen, der Natur seinen Dank auszusprechen.
  • Land-Kirchweih Am allgemeinen (bayerischen) Kirchtag, das ist der dritte Sonntag im Oktober und dem darauffolgende Montag wird in den Gemeinden gefeiert, die keinen eigenen Kirchweihtag haben. Da gibt es zumeist Kleckselkuchen mit Zwetschgenmus, Mohn, Käseschmiere, Quark und Streusseln.
  • Reformationstag (31. Oktober) Er erinnert an den Anschlag der 95 Thesen zur Ablasspraxis der Kirche an die Dompforte in Wittenberg durch Martin Luther und somit den Beginn der Reformation. Ausgerechnet an Halloween (31. Oktober) musste der rebellische Augustinermöch das machen … honi soit, qi mal y pense …?
Herbstbepflanzung für Schalen und Kästen.Freiland-Alpenveilchen (Venus/Pluto) sind winterhart.

Herbstbepflanzung für Schalen und Kästen.
Freiland-Alpenveilchen (Venus/Pluto) sind winterhart.

Magischer Oktober – Korrespondenzen

  • Pflanzen: Herbstzeitlose (Pluto/Venus, Merkur/Neptun), Ringelblumen, Astern, letzte Dahlien (Venus, Pluto). Eisenhut (Merkur, Jupiter, Mars/Venus). Minzen, Salbei, Beifuss, Wermut, Disteln, auch die Artischocke. Venus prägt jetzt weniger die Blüten als die Früchte: Rose (Hagebutte), Weissdorn und Schlehe. Alle Rosengewächse (Venus/Mars) tragen jetzt Früchte: Rose, Apfel, Birne, Zwetschge etc. Kürbisse, Weintrauben und Äpfel gibt es jetzt im Überfluss. Letzte Pilze: Maronenröhrling, Parasol, Schirmtintling und Morcheln, sowie der Hallimasch. Die Immergrünen: Efeu, Haselwurz, Nadelhölzer fallen stärker ins Auge.
  • Baum: Walnuss, Ess-Kastanie, Haselnuss: Merkur, Jupiter, bei letzteren auch Mars/Venus – Nüsse und Maroni dienen dem Wintervorrat – in Weinbau-Regionen werden jetzt aus Edelkastanien Pürree, Süsswaren ungive_thanks_by_kmygraphic-d9ccn4id Mehl hergestellt. Das Mehl war früher ein Grundnahrungsmittel der unteren Schichten. In der Toskana, am Monte Amiata, einem alten Vulkanschlot wachsen besonders viele Maronenbäume, deren Kastanien jeder ernten darf. Hier ist eine der ärmsten Gegenden Oberitaliens und der Umstand hat zur Bildung einer dörflichen Gemeinschaft am Berghang geführt, die streng nach christlichen und kommunistischen Prinzipien lebt. Eibe  (Pluto/Venus), Erle (Neptun, Merkur, Pluto/Venus).
  • Duft: Ylang-Ylang, Benzoe, Patchouli, Rose (Venus), Minze, Oppoponax, Wermut, Beifuss, Piment, Ingwer (Pluto/Mars)
  • Gottheiten: Venus, Isis, Inanna, Erzulie, Freyja, Rhiannon, Themis, Asträa, bis zum Zodiakwechsel am 21.Oktober, dannach Osiris, Pluto/Hades, Hekate, Gwyn ApNudd, Cerrnunos, Carnayna, Cerridwen, Morrigan, Freya(Hel), Kali, Shiva
  • Zodiak:
    • Venus Urania (Waage), Yang/masculin, cardinal, Luft
    • Mars im Nachthaus, Pluto (Skorpion), Yin/feminin, fix/Wasser
  • Steine: Rosenquarz, rosa Turmalin, Blutstein (Waage), Hämatit, Granat, Jaspis (Skorpion)
  • Metall:   Kupfer – Venus, Eisen – Mars/Pluto
  • Kristalle: Rosenquarz, Smaragd, Opal, Ametrin, Topaz, Cairngorm, Alexandrit
  • Farben:  rosa, hellgrün, (Waage), Rostrot, braun, schwarz (Skorpion)
  • Elementale: Sylphen (Luft), Undinen (Wasser)
  • Tiere: Letzte Fledermäuse und Spinnen – ihre Netze prägen den zu Ende gehenden Altweibersommer, Dachs, Igel – sie rüsten sich für den Winterschlaf, Eichhörnchen – sie sammeln jetzt Vorräte, Kauz, Uhu und Raben – die klassischen Spuktiere zu Halloween – natürlich darf die schwarze Katze nicht fehlen … merrrroww!
  • Mythologische Tiere: Waagschalen (Waage), Skorpion, Manticore, Phönix
Oktoberspaziergang

Vom Herbstlaub gefiltertes Licht:
Oktoberspaziergang ©beast666 2015

Oktober-Rituale

  • Samhain, Halloween und All Hallows Eve. Samhain (ausgesprochen ‘Sau-wen’) heisst eigentlich schlicht Sommerende. Es war ursprünglich eher ein feierliches Fest zum Gedenken der Ahnen, als eine Kindergruselparty, wie in USA: Man gedenkt der Vorfahren und besonders der Menschen und Tiergefährten, die im gleichen Jahr die Jenseitsreise angetreten haben. Aber über das Brauchtum zu diesem Fest gibt es noch ausführlichere Artikel, wenn die Zeit näher rückt. An allen Erntefesten, aber besonders an diesem letzten, glaubte man in der Antike stünde der Schoss der Erde offen “Mundus Cereris Patet, oder der Schleier zwischen der diesseitigen und jenseitigen Welt würde dünner.
    Ein Kerze im Fenster, mit den Speisen der Ahnen: Nüsse und Äpfel,  ist eine Form des Gedenkens und des Bewusstseins, dass geliebte Familienmitglieder und Freunde im Herzen der Zurückgebliebenen weiterleben.
  • Kräuter zum Räuchern: Patchouli, Beifuss, Heidekraut, Minze, Oppoponax
  • Schrein: Eicheln, Bucheckern, kleine Zieräpfel, Zierkürbisse, schöne Herbstblätter, Efeuranken.
  • Kerzen: Gold, dunkelgrün, rosa, braun – silber, schwarz und goldorange für Samhain. Keramik-Teller mit farbigen Teelichtern, ein wenig Herbstdeko und ein paar Tropfen passender Duftöle wärmen die Seele und stimmen auf die dunklere Jahreszeit ein.
  • Für ein gemeinsames Erntedank- und Ahnenfest: Kürbis, selbstgemachtes Nussbrot, Süsskartoffelpürree, Kastanienkuchen, Würzwein oder Cidre, Mohnkuchen, Schweinebraten, Rosmarinkartoffeln.
  • scarecrow_by_kmygraphic-d9bvm7bEin bisschen Zeit für Ausgleich und Vorfahren: Rituale für einen gerechten Ausgleich, eine Rückschau und Familenangelegenheiten aus der Vergangenheit, die noch in die Gegenwart hineinwirken. Balance mit der Natur und die Bewusstmachung, dass alles Handeln Konsequenzen hat. Alte Bindungen und Blockaden auflösen. Erforschung des eigenen Schattenthemas und Befreiung von Ängsten. Akzeptanz der Vergänglichkeit und Hoffnung auf eine Wiederkehr des Lebens.

Im Heim

  • Herbstdeko selbermachen: Erntekränze fertigen,  Kürbisse schnitzen, Herbstblätter, Trockenblumen, Hagebutten und Kastanien sammeln…
  • Sommerklamotten ausräumen, von nun an werden Pullis gefragt sein. Keine Kauforgie starten, schaut lieber nach, was da noch vom letzten Jahr vorhanden ist!
  • Der letzte Fensterputz und Grossreinemachen vor dem Winter.

Im Garten

  • Wenn das Laub von den Bäumen fällt, muss ein Teil davon weg – bloss nicht diese amerikanischen Laubbläser !!!!!
  • Gute Idee: Mit dem Rasenmäher und einem angehängten Korb darüber fahren, dann wird das Laub gleich geschreddert, eingesammelt und kann auf den Kompost! Nur bei trockenenm Laub!
  • Kleine Laubfeuer, wenn erlaubt, liefern Asche für den Komposter. Einen Reisig- und Laubhaufen für den hoffentlich vorhandenen Igel als Überweinterungsquartier nicht vergessen!
  • Reife Komposter ausleeren, Erde aufhäufeln
  • Herbstschnitt der Rosen – auf die Hälfte kürzen, bei Kletterrosen alte verholzte Triebe entfernen – erkennt man an dunklem Kern der Zweige.
  • Blumenzwiebeln setzen und Stauden teilen und pflanzen. FallsIhr  einen Kamin/Kachelofen habt: Holz an trockenem Plätzchen aufstapeln.
  • Blumenkästen von der verblühten Sommerbepflanzung säubern und frisch dekorieren. Heide, Gartenalpenveilchen, Sedum, Efeu, Herbstastern, Purpurglöckchen sind schön und dauerhaft.
  • Kübelpflanzen (ausser Oleander, älterer Zitrus, Rosmarin und Hortensien) einräumen
  • Gewächshausgemüse (Tomaten, Zucchini, Auberginen, Paprika) wird abgeerntet – Endivien und Petersile, Schnittlauch werden gepflanzt für den Winter
  • Kürbisse sind reif
  • Kaltkeinemde Blumen aussäen
  • Es gibt jetzt Äpfel, Birnen für Saft, Kompott. Aus dem reichlich anfallenden Kernobst lassen sich Kuchen und Tartes und Apfelmus bereiten, auch gut zum Einfrieren!
 

Einen bunten Herbst mit viel Oktobersonne und leckerem Wein oder Cidre,
ein inspirierendes Samhain und gelungenes Halloween

wünschen Euch

Ambrosia und Abraxas

toamna__autumn__150_by_kmygraphic-d977pyf

 

***Wenn Euch mein Oktober-Bild gefällt: Nicht einfach downloaden, für einen ordentlichen Druck ist die Auflösung sowieso zu schlecht. Hier könnt Ihr sehen, wieviele Einzelteile hier eingeflossen sind, die teilweise auch von anderen Künstlern kostenlos zur Verfügung gestellt wurden:
Oktober, Digital painting, photomanip, smudge painting. © scrano 2015
Deren Galerien in deviantart sind auch einen Blick wert, einfach den entsprechenden Links folgen. Freundlichkeit sollte belohnt werden, in diesen Zeiten der copyright – Gier.
 

Posted by on Oktober 1st, 2016 Kommentare deaktiviert