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Winterblues ade … noch ein Paar “goldene” Rezepte vor und nach dem Christkind …

Felder und Wissen im November

Felder und Wiesen Ende November

Obwohl im November ein  paar Tage uns wieder freundlicheres Wetter beschert haben, jetzt wird es langsam Zeit sich  gegen den Winter-Blues zu wappnen …. Grusel-Wetter mit Stürmen a’ la “Wuthering Heights” haben wir ja gerade hinter uns gebracht. Jetzt ist Wetterberuhigung angesagt: Da kann man bei den noch milden Temperaturen eine Stippvisite auf den jetzt geöffneten Advents-und Weihnachtsmärkten machen.  Allerdings überwiegt das Grau, trotz fehlendem Niederschlag.

Also ein paar Gegenmittel, ausser einem schönen, prasselnden Feuer im Kamin und einer Ausgabe von E.A.Poes’s “Tales of Mystery And Imagination***” samt passender Musik von The Alan Parsons Project. Oder Emily Bronte’s “Sturmhöhe”.

Die Wikinger ehrten ihre gefallenen Krieger am 11. Vollmond des Jahres, im Monat November, den sie Nebelung nannten. Anfangs Dezember ersehnten sie bereits das Wiedererstehen der Sonne in der Modranecht (21.12. – Mutternacht, wenn die Erdmutter ihr leuchtendes Kind wierder in die Welt bringt). Bei den nächtlichen Feiern zu diesen Anlässen war zweifelsohne eine Menge heisser Met im Spiel, samt Höllenkater am nächsten Morgen. Das wollen wir vermeiden:

Birkengold - aus ihrem Saft wird im Frühling ein belebendes Elixir hergestellt.

Birkengold – aus ihrem Saft wird im Frühling ein belebendes Elixir hergestellt.

Apfelpunsch ohne Alkohol:

  • 1l “Kernles-Tee”
  • 1l Bio-Apfelsaft
  • 1 kleine Zimtstange
  • 1 Sternanis
  • Brauner Kandis, am hübschesten als Kandis-Stänglis

Kernles-Tee aus Hagebiutten-Kernen zubreiten: 2 El Kernchen 10 min in kochendem Wasser simmern lassen, durchsieben. Bio-Apfelsaft und Gewürze zugeben, nur noch leicht erhitzen, 5 min ziehen lassen. Kandisstängli in feuerfeste Gläser geben, Punsch auffüllen.

  • Kernles-Tee riecht wunderbar nach Vanille und ist in Süddeutschland ein beliebter Haustee.

Apfelmus mit Ingwer

  • je 1 kg säuerliche und süsssäuerliche, feste Äpfel (Boskop, Braeburn, Gewürzluiken, Sternrenette)
  • 1l Apfelsaft
  • 1 El Ingwerpulver oder 1 Stück Ingwerknolle, frisch
  • 1/2 Tl Zimt
  • 2 Beutel echter Vanille-Zucker

Äpfel schälen und in grobe Stücke schneiden. Mit Apfelssaft in einen sehr grossen Topf geben, Gewürze zufügen. Bei starker Hitze aufkochen, dann bei geringer Wärmezufuhr ziehen lassen, bis die Äpfel weich sind. Mit einem Kochlöffel durchrühren, dabei zerfallen die Stücke, jetzt den Vanillezucker dazugeben. Mit etwas Mascobado-Zucker bestreut servieren. schmeckt kalt und warm, lässt sich prima einfrieren.

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  • 6 cl Holderblütensirup
  • 4 cl Cachaca
  • 200 ml heisses Wasser

In einem hitzefesten Glass verrühren, mit Minze-oder Melissenblättern servieren. Gegen Erkältungen.

November Freude, 4 Portionen:

  • 1 Liter Apfelsaft
  • 3 Orangen
  • 2 Zitronen
  • 4 Esslöffel Honig (oder Maple Syrup)
  • 1 Stück einer Zimtstange

Alle Früchte Bio-Qualität, vor allem ohne gewachste Schale.  Die Haut der Zitrusfrüchte in Spiralen schälen, weisse Anteile vermeiden.  Apfelsaft mit dem ausgepressten Orangen-und Zitronensaft erhitzen, Zimtstange hinzugeben, ziehen lassen. Nicht kochen! Honig oder Sirup unterrühren und in feuerfesten Gläsern mit den Zitrusspiralen servieren. Statt Apfelsaft kann man auch Cidre verwenden oder Most. Dann ist Der Trank allerdings nicht mehr “kindersicher”.

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Winterstimmung ©scrano

Karottensuppe 4 Portionen:

  • 5 grosse Karotten
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 mittlere Tomaten
  • 2 säuerliche Äpfel
  • 100 ml süsse Sahne
  • 150 ml geschlagene Sahne
  • 500 ml Apfelsaft
  • 500 ml Wasser
  • 2 cl Zitronensaft
  • Gemüsebrühe-Pulver
  • Ingwer, Pfeffer, Coriander, Muskat
  • geschälte Sonnenblumenkerne
  • Croutons

Alle Zutaten Bio-Qualität, da Gemüse und Früchte mit Schale verwendet werden. Karotten, Zwiebel, Äpfel waschen, putzen und kleinschneiden. Mit Apfelsaft, Wasser und Zitronensaft in einem grösseren Topf geben, Gemüsebrühe dazu und alles weich kochen. Mit einem Mixstab pürieren. Vorher den Topf von der Kochstelle nehmen! Würzen, noch einmal aufwallen lassen und vom Herd nehmen. Kurz ziehen lassen, dann flüssige Sahne dazugeben, unterrühren. Sonnenblumenkerne mit Croutons in einer Pfanne leicht anrösten. Geschlagene Sahne in vier Teller verteilen, heisse Suppe darübergeben, mit einer Gabel ein Spiral-Muster erzeugen. Mit dem Kerne- und Croutonmix servieren.

Allen diesen Rezepten ist eine goldene oder orange Farbe zu eigen, welche die Laune verbessert. Die verwendeteten Gewürze, Muskat, Ingwer, Koriander und Zimt haben neben der wärmenden auch eine stimmungsaufhellende Wirkung. Holunderblütensirup hilft gegen Erkältungen.

Auch nicht schlecht:

Bratäpfel mit goldener Marzipanfüllung

  • 4 grosse säuerliche Äpfel (roter Boskop oder Ontario)
  • 100g Marzipanrohmasse
  • 6-8 cl Rum
  • einige Spritzer Rosenwasser oder Orangenblütenessenz
  • 1 Messerspitze Safranpulver
  • 50g Rosinen
  • Zitronensaft
  • Butterflöckchen

Zubereitung: Bratapfelbräter mit Teelicht verwenden (dauert) oder Backrohr auf 160°C Umluft aufheizen und Äpfel in feuerfeste Keramiktöpfchen geben.

Rosinen in Rum einweichen, 30 min ziehen lassen. Marzipanrohmasse mit Rosenwasser oder Orangenblütenessenz und dem Safran verkneten. Äpfel waschen, Kernhaus ausstechen, Zitronensaft aufträufeln, gegen Bräunung. Mischung aus Rumrosinen und Marzipan einfüllen. Auf Butterflöckchen in die Förmchen geben. Ein Butterflöckchen obenauf setzen und im Rohr ca 20 min garen. Beim Bräter am Tisch verrät der Duft und die aufplatzende Schale, ob sie fertig sind. Pur oder mit Vanillesauce (Bio, zum kochen, kein Instant) geniessen.

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Bischofsmützenkürbis.

Und da bestimmt noch Kürbisse von Halloween übrig sind: Asia-Hühnersuppe mit Japan- Kürbis

  • 2-3 Hühnerbrustfilets
  • 1 Hokkaido-Kürbis
  • 1 kleine Knolle Ingwer, fein geraspelt
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 700 ml Gemüse-Brühe (Wasser + Instant)
  • 400 ml Kokosmilch (1 Dose)
  • 5 San Marzano-Tomaten gehäutet, oder Dosenware, klein gewürfelt
  • 3 El rote Thai-Curry-Paste
  • Zitronensaft und Zitronengras (aus dem Glas)
  • Ahornsirup oder Agavensirup

Zubereitung (4 Portionen)
Hühnerfleisch grob würfeln mit Salz , Zitronensaft, Sirup+Zitronenegras und Pfeffer  ziehen lassen.
Unterdessen den Kürbis halbieren – Kerne+”Gewölle” entfernen und in Würfel schneiden. Kürbiswürfel, Zwiebel, Ingwer mit 1 El Öl anschwitzen, Wasser und Gemüsebrühe zugeben, zusammen ca. 20 Minuten kochen lassen. Mit einem Mixstab fein pürieren, Hühnerfleisch und Tomaten zugeben, garen und schliesslich die Kokosmilch zusammen mit der Currypaste einrühren. Mit Ahornsirup abschmecken.

  • Kürbisse lagern bis zu sechs Monaten an kühlen, dunklen Plätzen. Daher sind sie ein wunderbares Winter-Gemüse.
Goldfellschüppling oder honig-gelber Hallimasch?©beast666

Doch noch etwas November-Gold:
Goldfellschüppling oder honiggelber Hallimasch?
©beast666

Beide Pilzarten wurden früher gegessen, allerdings sind sie wohl leicht giftig, oder führen zumindest zu heftigen Verdaungsstörungen. Das versucht man mit Abkochen zu verhindern, da aber die Giftigkeit vom Standort abgängt und die Empfindlichkeit auch individuell ausgeprägt sein kann, sollte man auf derartige “Genüsse” verzichten. In früheren Zeiten galten sie wohl deswegen als “Speisepilze”, weil sie auch im Spätherbst noch sammelbar waren.

Der Hallimasch gehört zu den grössten Lebenwesen überhaupt: Ein in Oregon untersuchtes Mycel wurde auf ein Alter von 2500 Jahren geschätzt und erreicht eine Ausdehnung von neun Quadratkilometern!

Mystery And Magick … E.A. Poe

Dunkler Zauber … E.A. Poe’s Geschichten sind voll davon.

*** Tales of Mystery And Imagination, eine Zusammenstellung von Gedichten und Kurzgeschichten von E.A.Poe.

  1. A Dream Within a Dream
  2. The Raven
  3. The Tell-Tale Heart
  4. The Cask of Amontillado
  5. (The System of) Doctor Tarr and Professor Fether
  6. The Fall of the House of Usher
  7. Das Pendel des Todes
  8. Leonore

Viele der Werke wurden bereits verfilmt, z.B. von den britischen Hammer Studios in den 1960iger Jahren, die ersten sechs wurden von Alan Parsons Project vertont. Nummer 5 wurde unlängst unter dem Titel “Stonehearst Asylum” in die Kinos gebracht. Vom Pendel des Todes gibt es sogar eine Version in der  MacGyver – Episode “Die Legende der heiligen Rose”. Ein echter Cliffhanger!

Die Doppelfolge, in der Mac zusammen mit einer Archäologin der Spuren des Heiliigen Grals folgt, ist auch interessant, weil sie femininie Spiritualität und egalitäre, friedliche  Gesellschaftsformen thematisiert. Die Idee zu diesem Skript stammt aus dem Buch “The Chalice and The Blade: Our History, Our Future” von Riane Eisler aus dem Jahr 1987.

 

Posted by on November 25th, 2016 Kommentare deaktiviert

Aussichten im November: A Traveller From The West …

To The West

Ein Reisender aus dem Okzident, auf dem Weg in den Orient um das Licht zu sehen
Steinmetzarbeit der Natur: Felstor auf der Presqu’ile Quiberon, Bretagne.
©beast666

In der mittelalterlichen Welt der operativen Steinmetz-Zunft mussten die Kathedralenbauer oft den Arbeitsort wechseln, sie zogen von einer Kirchenbaustelle  zur nächsten. Daher besassen sie das Recht,  FREI zu reisen, was in dieser Zeit nicht selbstverständlich war, und einen Degen zu führen (die Zeiten waren gefährlich). Bereits die Gesellen sollten, ja mussten an unterschiedlichen Orten ihre Tätigkeit ausüben, (die Gesellen-Walz gibt es heute noch) um ihre Kenntnisse zu erweitern. Besonders aber die Bauhüttenmeister, heute würde man sagen Architekten, als sehr erfahrene und gefragte Männer legten oft grosse Distanzen zurück, sie kamen wohl in ganz Europa herum.  Für diese Meister bestand auch innerhalb der Zunft keine Beschränkung in der Wahl ihres Arbeitsortes, ihrer Loge (Lodge=Bauhütte). Daher war es für einen Steinmetzmeister ein Kennzeichen seines Ranges, weitgereist, sozusagen welterfahren zu sein. Auf Grund der wechselnden Zusammensetzung der Bauhüttenmannschaft musste man Vorkehrungen  innerhalb der Steinmetzenbruderschaft gegen Hochstapler und Industriespionage treffen, dies war der Ursprung von Passwort, Zeichen und Griff, sowie der Bürgschaft. Letztere durfte nur ein in der betreffenden Bauhütte bereits wohlbekannter Zunftgenosse ausüben.

Dieses Reisen wurde in der spekulativen Maurerei des ausgehenden 16. Jhd. übernommen und im übertragenen Sinne als Lebensreise zu mehr Weisheit und Erleuchtung umgewertet. Auch das reale Reisen, in Form des Besuchs anderer Logen wird praktiziert. Der Geselle muss drei Reisen nachweisen, um erhoben werden zu können, allerdings kann er sich noch nicht allein auf den Weg machen. Hier ist es meist der Bürge, den es auch in der modernen Bruderschaft gibt, der dem Gesellen zum Einlass in die fremde Loge verhilft. Ein Freimaurer-Meister dagegen darf unbegleitet zwischen den Logen reisen, als besuchender Bruder ist er überall willkommen. Das findet sich auch im Symbol der Weltbruderkette.

In der Philosophie des Freimaurertums ist ein Meister immer ein Reisender von West nach Ost, ganz gemäss dem Sonnenlauf. So wie im alten Ägypten der Sonnengott Ra auf der unterirdischen Barke während der Nacht dem Horizont entgegenfährt, um wieder aufzusteigen, strebt auch der Freimaurer dem hellen Schein im Osten zu.  Wie bei den antiken Mysterien ist die Suche nach dem Licht (der Aufklärung, dem höheren Wissen) auch das zentrale Thema der Freimaurerwerklehre.

 “If I were to say to you that, “I am a stranger traveling from the East,
seeking that which is lost”…
Then I would reply that, “I am a stranger traveling from the West,

it is I whom you seek.”"

Zitat aus dem Film “The Mummy Returns“, interessant, aus welchen Quellen die Autoren so schöpfen … In Rudyard Kiplings “The Man Who Would Be King” gibt es eine ähnliche Textstelle. Kipling war ein bekannter Freimaurer.

Das eindrucksvolle Felsen-Tor ist eines der Highlights der sogenannten wilden Küste (cote sauvage) auf der Halbinsel Quiberon an der südlichen Küste der Bretagne. Die Westseite der Halbinsel bietet eine Panorama-Tour, die man  in einer etwa 3 stündigen Wanderung entlang der spektakulär zerklüfteten Steilklippen ohne grosse Kletterei bewältigen kann. Wichtig: Genug zu trinken mitnehmen, wenn man in der Sommerhitze unterwegs ist. Bei stürmischem Wetter lässt sich etwas von der vollen Gewalt des Atlantiks  sprüren, wenn man nicht weggeweht wird … Es gibt auf halber Strecke ein Restaurant mit Spezialisierung auf frische Meeresfrüchte (was auch sonst, sie sind aber echt gut). Endstation der Route ist der Fischerort Port Maria, Ausgangspunkt einer der Wanderparkplätze an der Küstenstrasse. Das Felsen-Tor liegt am oberen Ende der Halbinsel, die durch eine Art Damm mit dem Festland verbunden ist. Weitere Sehenswürdigkeiten: Leuchtturm von Port Haliguen, Menhire und Dolmen in der Dünen- und Heidelandschaft, Museum von Quiberon. Vom Haupthafen von Quiberon, Port Maria starten Fähren, die die vorgelagerten Inseln Belle-Île, Île d’Houat (Enteninsel) und Île d’Hœdic (kleine Ente) anlaufen. Der Osthafen Port Haliguen ist im Sommer Ausgangspunkt für Ausflugsboote zu Touren durch den Golf von Morbihan (kleines Meer). Man kann z.B. nach Gavrinis, der Insel mit dem grössten neolithischen Cairn*** der Bretagne übersetzen. Diese komplexen Grabanlagen waren auch in Ost-West Richtung angelegt, mit Meerblick, wenn möglich. Ein anderer grösserer Cairn liegt in der Bucht von Morlaix, nahe Barnenez, er wartet  auch mit einem kleinen Museum auf.

Cairn von Barnenez, Grabkammer.©beast666

Cairn von Barnenez, Grabkammer.
©beast666

***Ein Cairn ist eine Anlage aus mehreren Dolmen, die mit einer Anhäufung von Bruchsteinen bedeckt wurde.

Museum am Cairn von Barnenez

Museum am Cairn von Barnenez.
©beast666 2007

 

Posted by on November 18th, 2016 Kommentare deaktiviert

A Walk in The Park … Schwetzingen im Spätherbst

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Apollon’s Sonne wird jetzt immer schwächer.

Der letzte Parkbesuch in diesem Jahr um die freimaurerischen und rosenkreuzerischen Schöpfungen der Gartenarchitekten zu bewundern.

Während im blattlosen Zustand im Frühling, zur Zeit der Kirschblüte etwa, besonders die architektonischen Elemente in den Vordergrund treten, bewundert man  im Sommer und jetzt im Herbst die gekonnte Gestaltung des Ensembles in Verbindung mit den Pflanzen.

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Formaler Garten mit Arkaden und mythologischen Figuren

 

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Gartenmoschee mit herstbtlicher Umrahmung

 

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Zeitreise in goldenen Farben

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Geheimnisvolles Wasserschloss: Tempel des Poseidon

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Herbst-Reflektion

Alle Fotos ©beast666

Unter Umständen werden wir Ende November noch einmal herkommen, wenn es stimmungsvoll-schaurige Nebelfetzen gibt …

Letztes Jahr hat mir die spätherbstliche Park-Szenerie den Hintergrund für mein “Victorian Gothic” Bild Nightflowers geliefert.

Jetzt bietet der Schlosspark für viele Hochzeitspaare den stilvollen Rahmen für ihre Foto-Shootings. Manche feiern vielleicht auch gleich im Zirkelbau des Schlosses. Desöfteren kommen wohl auch LARP-Gruppen in sehr schöner zeitgenössischer Kostümierung in den Schlossgarten,  wenn man freundlich fragt, darf man den einen oder anderen dieser Geschichts-Enthusiasten vielleicht ablichten?

Weitere Infos über den Schlosspark und weitere Veranstaltungen gibt es bei Ambrosia.

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©kmygraphic

 

 

Posted by on November 15th, 2016 Kommentare deaktiviert

Spätherbst: Sleeping Sun

Der Herbst, der Weg in die dunkle Zeit ?

November Sonne

Novembersonne ©scrano 2013

Eigentlich hatten wir uns darauf gefreut, einige letzte Sonnentage im sogenannten “Goldenen Oktober zu geniessen. Leider ist die Farbenpracht eines malerisch-bunten Herbstes dieses Jahr fast nahezu ausgeblieben. Statt dessen lässt sich der Winter schon sehr früh spüren:  Nun zieht schon in den Morgenstunden dichter Nebel auf, der nur langsam, wenn überhaupt, durch die Kraft der Sonne vertrieben wird. Oft hängt der Himmel bereits den ganzen Tag bleischwer über uns, sogar Schneeflocken sind bereits heftig unterwegs. Jetzt im November sorgen sie aber eher für schmuddelige Matscherlebnisse als dass sie Kinderaugen zum Leuchten brächten. Morgens, nach dem Aufstehen ist es noch lange dunkel. Wir Menschen brauchen immer etwas Zeit, um uns an diese Jahreszeit zu gewöhnen. Besonders der Monat November ist gefürchtet. Das Graugelb und Braun der absterbenden Vegetation nach dem Farbenrausch des Oktoberlaubs wirkt besonders deprimierend. Dadurch erhöht sich noch der Eindruck von Tristesse. Es beschleicht einen die Vorahnung von Dunkelheit und Vergänglichkeit. Mancher flüchtet noch schnell in den Süden, um sich dort ein paar  Extra-Tage in der Sonne zu gönnen. Bevor der Winter endgültig kommt.

  • Warum ist unsere Stimmung so abhängig von Sonnenschein und Licht im Allgemeinen ?

Ich möchte Euch nicht mit den physikalischen Einzelheiten elektromagnetischer Strahlung, das ist Licht letztlich, quälen. Dennoch verstehen wir unter dem Licht, nicht nur das für uns sichtbare Licht, sondern auch die anderen Lichtbereiche wie das Infrarot-Licht, das uns die Wärme gibt und das UV-Licht, das uns bei vernünftigem Gebrauch eine gesunde Bräune verleiht und für Pflanzen so lebensnotwendig ist. Bienen orientieren sich nach dem Polarisationsvektor des Lichts und können sogar dessen UV Anteile sehen. So manche Blüte sieht dann aus wie eine Nektartankstelle im “Las Vegas Look”. Das Sonnenlicht regt unsere Haut an, das notwendige Vitamin-D zu produzieren, welches einen Grundbaustein für viele Hormone darstellt. Durch die Einwirkung des Sonnenlichts kommt es auch dazu, das unsere Glückshormone, z.B. Serotonin gebildet werden. Nur mit ihnen fühlen wir uns wohl und sind aktiv. Gerade in den dunklen Herbst- und Wintermonaten führt der Lichtmangel zur sogenannten Winterdepression. Durch “Lichtduschen”, also künstliches UVA- und UVB- Licht, das auch bei Solarien Anwendung findet, oder mit Hilfe einer Sonnenspektrums-Leseleuchte  kann dieser Effekt vermindert werden und sich die Stimmung heben.

Genügend Tageslicht ist ausschlaggebend für unseren Wach-Schlaf-Rhythmus. Nur dann wird genügend Melatonin produziert, das den Taktgeber unserer inneren Uhr darstellt. Es ist auch ein Faktor im Alterungsprozess des Menschen, ein Mangel lässt uns die Abnutzungserscheinungen stärker und schneller spüren.

  • Ein rheinisches Sprichwort sagt: “Licht und Luft gibt Saft und Kraft”.

Nur bei ausreichender Lichtversorgung fühlen wir uns wohl. Es erhöht unsere Aktivität, Vitalität, Antriebskraft und Lebensfreude.

Doch auch das Licht ist wie alles in der Natur weder einseitig gut noch schlecht. Schon Paracelsus sagte: Kein Ding ist ohne Gift, die Dosis macht das Gift.

Zu langer Aufenthalt in der prallen Sonne sorgt für Verbrennungen, die sogar.zu Hautkrebs führen können. Licht bleicht Farben aus und kann Organismen töten. Doch die positiven Eigenschaften überwiegen bei massvollem Umgang.

Lichtspiele: Der Hell-Dunkelrythmus underes Planeten vestimmt unser Leben.

Lichtspiele: Der Hell-Dunkelrhythmus unseres Planeten bestimmt unser Leben.
Spiritual Staircase ©scrano 2013

Die zunehmende Dunkelheit des beginnenden Winters ist für uns Lichtwesen immer eine beängstigende Angelegenheit. Die Nacht ist für viele Menschen furchteinflössend. In der Finsternis kann man im Strassenverkehr leicht übersehen werden. Auch sind wir quasi blind, besonders in mondlosen Nächten.Verbrechen geschehen meist im Dunkeln, in dessen Schutz  der Übeltäter nach seiner Tat unerkannt fliehen kann. Dunkelheit wird auch mit Kälte und Lebensfeindlichkeit in Verbindung gebracht. Raubtiere jagen häufig in der Dämmerung. Schon in der Kindheit haben wir oft Angst im Dunkeln, weshalb Eltern dann ein Nacht-Licht im Kinderzimmer anbringen, um die Monster unter dem Bett zu verscheuchen.

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Feuer und Glut müssen uns Wärme und Licht der Sonne im Winter ersetzen.
Fiery realms ©scrano 2013

Doch auch die Dunkelheit ist ein wichtiges Element in unserem Leben. Ohne Dunkelheit fällt es uns schwer einzuschlafen. Wie benötigen jedoch eine Erholungsphase, in der sich der Körper regenerieren kann, in der auch unser Verstand etwas zur Ruhe kommt. Eine Verschnauf-Pause, in der unsere Sinne abschalten können. Naturvölker, die ohne Kunstlicht leben, haben keinen so stark negativen Bezug zur Nacht wie wir. In der vorindustriellen Zeit waren auch wir noch in den natürlichen Tag-und Nachtrhythmus eingebunden. Nach der Hitze des Tages und der harten Feldarbeit fand man Ruhe und Erholung in der Kühle der Nacht. Der sanfte Schein des Mondes begleitete den steinzeitlichen Jäger.  Daher haben Menschen in den höheren Breitengraden, wie den skandinavischen Ländern auch schwer mit dem Ungleichgewicht der Tag- und Nachtdauer zu kämpfen, denn sie haben sowohl viel zu lange Nächte als auch scheinbar endlose Tage. Besonders Angehörige von Berufsgruppen, die ständig von Kunstlicht umgeben sind, kennen die negativen Begleitumstände und Beschwerden einer unnatürlichen Beleuchungsdauer. Nahezu jegliche Flora und Fauna auf unserer Erde ist von diesem immer währenden Wechsel des Tages und der Nacht abhängig, das Leben entstand in seinem Rhythmus. Der Wechsel von Licht und Dunkelheit beeinflusst sogar die Fruchtbarkeit: Frauen mit Zyklusproblemen hilft es ihren Rhythmus zu harmonisieren, wenn sie in Räumen schlafen, die dem natürlichen Mondlicht ausgesetzt sind.

von Mactographer (Eigenes Werk) [Attribution], via Wikimedia Commons

von Mactographer (Eigenes Werk) [Attribution], via Wikimedia Commons

 

In der Vorstellung von naturrreligiösen Gruppen beginnt im Spätherbst die Ruhephase der “Grossen Mutter”. Nach dem Tod ihres solaren Gefährten in der Zeit von Samhain zieht sie sich unter die Erde zurück, den Keim des neuen Sonnenkinds bereits in sich tragend.  Nichts stirbt für immer, das Leben wird zurückkehren. Deshalb war dies auch die Zeit der Ahnen, auch schon im Neolithikum. Die jungsteinzeitliche Sakralstätte Stonehenge war nicht nach der Sommersonnenwende, sondern deren Gegenpol, dem kürzesten Tag des Jahres ausgerichtet. Dann wurde die Asche der Ahnen in einer feierlichen Prozession zum Fluss Avon gebracht, um von ihm in die Anderswelt hinter dem westlichen Horizont getragen zu werden. Gleichzeitig erhoffte man sich eine Wiedergeburt im nächsten Vegetationszyklus, dessen Höhepunkt am 21.Juni im zugehörigen Woodhenge, einer hölzernen Kreisanlage wie im sächsischen Goseck, gefeiert wurde.

Eine musikalische Interpretation dieser Herbstimmmung mit Nightwish bei Youtube.

In unseren Breiten sehnen wir spätestens nach der Sonnenwende an Jul schon danach, dass der Winter sich seinem Ende zuneigt und die Tage wieder „länger“ werden. Unsere Erwartungen an den Frühling, an den Sommer, an die ersten wärmenden Sonnenstrahlen sind groß. Der Frühlingsanfang wird als Weckruf der Natur gefeiert. Doch gewinnen wir auch dem Winter seine positive Seite ab und sehen die dunkle Jahreszeit als eine Chance zur inneren Einkehr und Reflektion. Als Atempause. Freuen wir uns an der Natur wie sie ist. Denn eines ist sicher, der nächste Frühling kommt bestimmt.

Ekstasy of Gold: Letzte Sonnenblumen im Herbst bringen noch etwas Sonnenglanz in die Wohnung.

Shadow and Light ©beast666

Letzte Sonnenblumen im Herbst bringen noch etwas Sonnenglanz in die Wohnung.
Der wehrhafte Stechapfel in dem Herbststrauss enthält potente, aber sehr giftige psychoaktive Stoffe, die sogar zum Wahnsinn führen können. Sie erzeugen angsterregende, alptraumhafte Visionen, und stellen eine Beziehung zum Schatten der Seele her. Er ist ein Saturn/Mond und Pluto/Venus Gewächs, das vermutlich aus Zentralasien stammt.

 

 

Posted by on November 12th, 2016 Kommentare deaktiviert

Nachtblumen – Plutos Lieblinge

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Blumen der Nacht – sie erscheinen nur in Mondnächten.
Nightflowers ©scrano 2016 model:jl-modelstock

Der Herrscher über den Skorpion hat im November sein Heimspiel: Pluto Dominanzen im Horoskop:

Pluto in Film und TV.

mehr dazu in meinen Astro-Seminaren.

 “Listen to them, the children of the night. What music they make!”

“I have crossed oceans of time to find you.”
Dracula

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Nachtblumen: Die Macht der Drei steht auch für Pluto.
Licht und Finsternis. ©scrano 2016

Fraktalbilder meiner Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen (Fotos, Digital Art) als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

Posted by on November 6th, 2016 Kommentare deaktiviert

Trauern als Kunstform: Elegie

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Victorian Gothic Ästhetik: Die weisse Rose spricht von Entsagung.
Elegy ©scrano 2015

Eine Elegie bezeichnet ein Gedicht, das auf Zweizeilern im Hexameter und Pentameter Versmass besteht, die einander abwechseln. Sie stammt ursprünglich von einer Form der Totenklage aus Kleinasien ab, und avancierte im antiken Griechenland zu einer eigenen Spielart von Poesie. Leit-Thema der Elegie ist meistens Trauer, Tod, Melancholie oder  Wehmut. Im alten Rom wurden die Inhalte  dann um Liebestod- und Liebesschmerz erweitert, die sogenannte Liebes-Elegie wurde bei den Dichtern sehr populär. In dieser Form wurde sie auch von den Poeten der deutschen Klassik wie Goethe und Schiller wieder aufgegriffen. Hier sind der Tod der Gefühle, Verzicht und der Trennungsschmerz das zentrale Thema.

Elegiendichter der griechischen Antike:

  • Kallinos, Tyrtaios, Mimnermos, Solon,

in der römischen Antike:

  • Gallus, Catull, Tibull, Properz, Ovid, Martial,

in der deutschen Literatur:

  • z. B.: Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hölderlin, Friedrich Schiller, Annette von Droste-Hülshoff.

Zu einer zweiten Blüte gelangte die Elegie im viktorianischen England, wo der “fin de siecle Charme“, von einer gewissen Endzeitstimmung umweht, auch morbide Züge annahm: Totenkult, monumentale Grabdenkmale, und feinziselierte Nachrufe, und eben auch Trauerpoesie.  Schmuck aus Haarlocken von geliebten Verblichenen zu tragen war zu viktorianischen Zeiten eine regelrechte Mode, und galt als Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit. Es war die Blütezeit der Seancen, die Geburtsstunde der Neo-Gotik und der Horrorliteratur: Nicht umsonst heisst diese “Gothic Novel”.  “L’amour et la mort” war ein beliebtes Motiv für Maler, Musiker und eben auch Dichter. Da der Tod in dieser Zeit noch allgegenwärtig und als ein selbstverständliches Element des Lebens und der Gesellschaft angesehen wurde, versuchte man ihn nicht zu verdrängen, wie im Jugendkult unserer Zeit, sondern quasi zu “veredeln“. Dies entspricht der Denkweise der alten Griechen, wenn sie von Hades als Aidolos, dem unsichtbaren Herrn, oder von Plutos, dem Reichen sprachen.

Saturn herscht über die Trauer, Pluto über den Tod. Der Mond bewegt unser Gefühlsleben, er ist der Spiegel der Seele. Astrologisch ist die elegeische Stimmung  mit einem Kontakt zwischen Mond und Saturn verbunden.  In der Radix z.B. taucht eine Disposition dafür auf, z.B. wegen eines harten Aspekts wie Quadrat oder besonders der Konjunktion Aber auch die Opposition bringt melancholische Phasen hervor.  Unterstützt werden solche Veranlagungen und ein Interesse an Themen wie Trauer und Tod von der jeweiligen Platzierung von Mond und Saturn  in Zeichen und Haus. Besonders eine Stellung in Wasserhäusern oder -zeichen, die der Gefühlswelt zugerechnet werden übt einen verstärkenden Einfluss aus. Das Extrembeispiel:  Eine Saturnstellung im 8.Haus oder ein Saturn-Pluto Kontakt, die mit dem Mond interagieren.

Kurze Phasen elegischer Momente kennen wir alle, wenn der Mond an unserem Saturn vorbeizieht, aber ein deutlich stärkerer und anhaltenederer Effekt ist zu spüren wenn umgekehrt ein Transit des Saturn über unseren Geburtsmond erfolgt. Er bringt Ernüchterung aber auch das Verspüren der eigenen Endlichkeit mit sich.

Das dunkel-romantische Element der Liebeselegie wird durch ein “Dreiecksverhältnis” zwischen Saturn, Mond und Venus” erzeugt. Im disharmonischen Fall spricht so eine Stellung in der Radix  häufig  von unerfüllter Liebe, Verzicht und Beziehungsproblemen und -krisen, besonders wenn die relevanten Häuser 5,7 und manchmal auch 2 betroffen sind. Auch ein Transit, der eine solche Konstellation erzeugt, kann bewirken., dass wir und in unseren Partnerschaften unwohl fühlen. Das bedeutet aber nicht  das Ende einer Beziehung, wenn keine sogenannten “Scheidungsaspekte” in der Radix vorhanden sind, aber es führt zu Zweifeln oder Trennungs- und Verlustängsten.

Doch aller Düsternis zum Trotz, gerade Künstler wurden von derlei “Stimmungskrisen” oft zu ihren besten Werken inspiriert. Die beteiligte Venus herrscht auch über die Künste und die Schönheit. Was wären Romeo und Julia ohne die Tragik ihrer Liebe?

  • Auch Musikstücke oder Songtexte sind von der Elegie beinflusst.

Cast your eyes on the ocean.
Cast your soul to the sea.
When the dark night seems endless.
Please, remember me.

Dante’s Prayer, Loreena McKennitt

Upon that misty night
In secrecy, beyond such mortal sight
Without a guide or light
Than that which burned so deeply in my heart
That fire t’was led me on
And shone more bright than of the midday sun
To where he waited still
It was a place where no one else could come

Dark Night of the Soul, Loreena McKennitt

ChaliceLight

Referenzen für Elegy:

long dress, sitting 1 by jl-modelstock

  • Alle anderen Beiträge sind hier genannt.

Posted by on November 3rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer November – Wolfsmond

November

November ©scrano 2015
No reupload to anywhere! Referenzen am Seitenende.

November – am Übergang zum Winter:

November, Novembris leitet sich vom lat. novem = Neunter, ab.

Im römischen Kalender war der November ursprünglich der neunte Monat (lat. novem = neun). Das Jahr begann damals mit dem 1. März., dem Tag der Einberufung der neuen Rekruten auf dem Marsfeld. Im Jahr 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn allerdings um zwei Monate vorverlegt, sodass die direkte Beziehung zwischen Name und Monatszählung verloren ging.  Im November herrscht hautsächlich noch der finstere Pluto mit seinem Zodiakzeichen Skorpion, erst Ende des Monats wechselt die Sonne in den Schützen.  Jupiters Zuversicht begleitet uns dann als eine Art Santa Claus in die Vorweihnachtszeit.

Passend zu seinem prägenden achtbeinigen Zodiakzeichen erinnert der November uns daran, dass unser irdisches Leben vergänglich ist, dass Zyklen enden, bevor ein neuer Anfang gemacht werden kann. Auch dass die Seele, um die Materie zu transzendieren, den Körper verlassen muss. Die Acht symbolisiert auch den Ourobouros und die Lemniskate, beides Sinnbilder der Unendlichkeit. Die Darstellung als Schlange ist ein Verweis auf die urprüngliche Dreiform des Zeichens: Schlange(Skorpion)-Adler-Phönix. Schlange und Skorpion wurden in der Antike und im Mittelalter häufig synomym verwendet. Selbst bei Harry Potter wird dies thematisiert: Das Haus Slytherin ist eigentlich dem Skorpion zugeordnet, Autorin Rowling wählt aber die von der Symbolik zu ihren Geschichten besser passende Schlange.

  • Slytherin-Skorpion – Wasser
  • Hufflepuff-Stier – Erde
  • Ravenclaw-Wassermann – Luft
  • Griffindor-Löwe – Feuer

Die vier fixen Zeichen des Zodiak werden schon in Babylon mit den Weltecken assoziiert. Auch die vier Evangelisten findet man mit den Symbolen dieser Zeichen dargestellt:

  • Markus-Löwe
  • Matthäus-Wassermann
  • Lukas-Stier
  • Johannes-Adler, hier wird die reifere, spirituelle Form des Skorpion gewählt.

Die gleiche Symbolik floss auch in den Tarot ein, die Karten X, “Rad des Schicksals” und XXI, “Welt oder Kosmos” zeigen ebenfalls diese Zuweisungen in ihrer Ikonographie.

Für die Vergegenwärtigung des Endlichen, aber auch die Hoffnung auf den Neubeginn gibt es im Monat November verschiedene Gedenktage:

  • Am 1. November feiert die katholische Kirche das Fest „Allerheiligen“, am 2. November das Fest „Allerseelen“. Auf den Friedhöfen werden die Gräber schön geschmückt und Grablichter entzündet. Der 1. November ist der Gedenktag aller Heiligen oder Märtyrer, der 2. November der aller Verstorbenen. Das Fest hat seinen Ursprung im Jahr 609 oder 610, als Bonifatius IV. das Pantheon in Rom, welches zuvor als Heiligtum der gesamten antiken Götter verehrt wurde, der Jungfrau Maria und allen Heiligen weihte. Für diese besondere “Kirchweih” wurde zuerst der auf Ostern folgenden Freitag als Festtag gewählt.  Papst Gregor III. legte den Feiertag auf den ersten November, wohl um das immer noch lebendige heidnische Toten- und Winterbrauchtum zu dieser Zeit christlich zu überdecken. Sowohl die mediterrane Welt, als auch Kelten und Germanen hatten hier nämlich wichtige Feste verankert.
  • Mit dem Buß- und Bettag, einem evangelischen Feiertag der Kontemplation und der Innenschau, dem Volkstrauertag, an dem der Gefallenen der Weltkriege gedacht wird, und dem Totensonntag, katholisch: Christkönigfest, neigt sich der November dem Ende zu. Mit dem Ingress der Sonne um den 23.11. in den Schützen beginnt die Advents- und Weihnachtszeit.
  • Ein Lichtblick unter all den Totenfeiern: Am Abend vor dem 11. November feiern die Kinder besonders in den katholischen Gegenden Deutschlands das Martinsfest. Es erinnert an den heiligen Martin, einen römischen Reiter-und Gardeoffizier, der mit seinem Schwert seinen Mantel teilte, um einem frierendem Bettler zu helfen (Einwand: Hätte es nicht der ganze Mantel getan, so ein Umhang war ja bloss eine Art Decke … Nun, es handelte sich wohl bei dem halbierten Kleidungsstück nicht um den Offiziersüberwurf, sondern eine Art Raff-Übertunika – ähnlich dem schottischen Urkilt. Da wäre Martin dann wohl halb nackig dagestanden.) Die ganze Mantelgeschichte ist ohnehin nicht unbedingt historisch zu werten.

Mit vielen bunten, selbst gefertigten Laternen, ziehen Kinder im Dunkeln in kleinen Gruppen durch die Straßen und singen das wohlbekannte Lied: “Laterne, Laterne …”. Den Zug führt ein als St. Martin verkleideter Reiter an. Am Ende der Prozession könnnen sich die kleinen Teilnehmer des Umzugs auf ein Martinsfeuer und oft auch eine mit Süßigkeiten gefüllte Martinstüte, zumindest aber einen Martinsweck, freuen – ein wenig Halloween-Stimmung, wenn auch gesitteter. Der heilige Martin von Tours  wurde 371 auf Drängen des Volkes, zum Bischof gewählt. Um der Wahl zu entgehen, soll er sich in einem Gänsestall versteckt haben. Die Gänse jedoch verrieten ihn mit lautem Geschnatter, so dass er schließlich sein Amt antreten musste. Interessanterweise leitet sich sein Name, Martinus, vom Kriegergott Mars ab, so dass es nicht erstaunlich ist, das er viele von dessen Attributen und Schutzfunktionen übernommen hat. Positiv: Er setzte sich für eher urchristlich gesinnte Häretiker ein, war gegen Verschwendung und für Frauenrechte in der Theologie. Auch reichlich feurig soll er gepredigt haben, allerdings liess er auch viele alte Kultstätten zerstören – das übliche Problem mit dem Monotheismus.  Für Protestanten wurde ein Gedenktag für den ebenfalls kämpferischen Martin Luther daraus, so dass auch evangelische Kindergruppen Laternenumzüge veranstalten. Sankt Martin gilt als Schutzpatron der Armeen, Ritter, Soldaten, Reisenden, Bettler und Tieren (Pferde, Hunde, Vögel?). Dass Martin häufig ein Schimmelreiter ist und eine Kavallerietruppe anführt, stellt wohl auch eine Querverbindung zu Odin auf seinem magischen Schimmel Sleipnir dar. Zu Martin beginnt auch bereits die Zeit der Perchten, winterlichen Naturgeistern und Vorläufern der “Wilden Jagd” der Rauhnächte. St. Martin kündigt den Winter an, so dass er auch als “Pelzmärtel” bezeichnet wird. In manchen Gegenden beinhaltet das Martinsfest auch Geschenkbräuche, und ersetzt sogar den Nikolaus. Laternenprozessionen mit Singen und Erbetteln von Gaben begegnen uns häufig in der Zeit von Ende Oktober bis zum Andreastag am 30.November. Sie knüpfen an vorchristliche Licht- und Feuerzeremonien an, in erster Linie sollen sie schadenstiftende Geister fernhalten und vertreiben. Das sogenannte Rübengeistern, die ursprünglichen Laternen bestanden aus ausgehöhlten, gruselig geschnitzten Runkelrüben,  ist schon ein sehr altes Brauchtum. Mit dem Martinsfeuer wurde der Sommer verabschiedet, auch die Fastenzeit begann. Daher wollte man sich vor der Kasteiung noch einmal stärken, danach durch das Feuer symbolisch von alten Sünden reinigen. Auch das hat wohl heidnische Wurzeln, da der vorchristliche Brauch der Herbstfeuer denselben Vorstellungen folgte.

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Land Art: Unendlichkeits-Symbol Spirale.
Es stellt den Kosmos und den Mutterleib dar, auch im Gänsespiel,
welches den Lauf des Lebens versinnbildlicht, ähnlich wie das frühzeitliche Labyrinth,
mit seinen Kranichtänzen (Geranos). November am Breitenstein. ©beast666

Durch die Martinslegende, aber eigentlich bereits vorchristlichen Ursprungs, ist es in dieser Zeit Brauch, einen üppigen Gänsebraten zu verzehren. Die Gans ist ein Tier der “Grossen Mutter” und Sinnbild des überpersönlich archetypisch Weiblichen. Schwäne und Gänse gehörten zu Göttinen wie Hera, Freya, Aphrodite aber auch zur Nemesis! Nicht zuletzt zu Frau Holle - Bettfedern bedeuten Schnee – der Vogel steht in unseren Breiten für auch den Winter.  Im Märchen hat die magische Bedeutung überdauert – der Gänseflug ist oft ein Synonym für schamanische Erlebnisse, das Hüten von Gänsen für den Dienst an der Göttin. Das Gansessen hat seine eigentlichen Wurzeln bei dem letzten Erntefest des Jahres: Schlachten von Vieh, für das man keine Versorgung über den Winter hatte,  Anfang bis Mitte  November, sowohl bei Kelten, als auch Germanen.
Von den Kelten ist bekannt, dass sie sich Gänse als Haus- und Kulttiere hielten. Wer schon mit Gänsen zu tun hatte, weiß, dass sie hervorragende „Wachhunde“ sind. Bei den Römern beschützten heilige Gänse das Capitol, den sakralen Mittelpunkt des römischen Reiches, die Gans ist somit auch ein Tier des Jupiter. Den italienischen Wachschutz bekamen wir bei einem Toskana-Urlaub zu spüren, die Vögel sind aggressiver und schlimmer als jeder Hund! Da nicht alle Gänse über den Winter gefüttert werden konnten, musste man viele Tiere bis auf wenige Zuchtpaare im Herbst schlachten. Das Fett konnte man mit Fleisch vermengt (frz. Rilettes) einmachen, somit eignete es sich als haltbarer Wintervorrat. Der am Martinstag fällige Pachtbetrag wurde ebenfalls oft mit dem Federvieh beglichen. Auch die Daunen wurden verwertet: Im Winter war die Zeit des gemeinsamen Federspleissens, um für neue Bettfüllungen, auch für die Aussteuerbetten, zu sorgen. Deshalb wurden junge Mädchen im Heiratsalter hier erstmals in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Durch vielerlei Geschichten und Unterweisungen während der eher mühseligen und eintönigen Arbeit wurden sie auf das Leben einer Ehefrau und Mutter vorbereitet. Ein ähnlicher Brauch ist das gemeinsame Quilten in den ländlichen Gegenden der amerikanischen Ostküste, wobei eine kunstvolle Aussteuerdecke für das Mädchen gefertigt wird, welches im folgenden Jahr Hochzeit feiert. Ob die Geschichten um Mother Goose, einer Sammlung von englischen Kindereimen, mit solchen Bräuchen in Zusammenhang stehen?

Gänse im Februar - den Winterfeiern entkommen …Im alten Rom wurden sie statt Wachhunden gehalten.

Glückliche Gänse im Januar – den Winterfeiern entkommen …
Im alten Rom wurden sie statt Wachhunden gehalten.

Der November ist die Zeit der Rotwildjagd: Cernunnos oder seine christianisierte Version Hubertus (3.11.), der britische Herne the Hunter streifen nächtens durch die Wälder, beleuchtet von den Sternen des grossen Himmelsjägers Orion, welcher nun gut sichtbar am Himmel steht. Die Sonne reist gleichzeitig durch den Skorpion: Dieses archaische, den Spinnen und Krebsen nahestehende wehrhafte Tier spielt eine Rolle bei der Sage um die tragische Beziehung der Mondgöttin Artemis und ihrem Geliebten und Jagdgefährten Orion:

Eine Variante der Geschichte sieht nicht Eifersucht (wegen seiner Affaire mit Eos) als Grund für Orions Untergang, sondern Hybris: Orion rühmte sich, der grösste Jäger des Erdkreises zu sein und allen Geschöpfen der Gaia nachstellen zu wollen. Die Erdmutter Gaia und Artemis brachten daraufhin einen Skorpion hervor, der ihn mit einem Stich in die Ferse tötete. Der Heiler Asklepios versuchte vergeblich sein Leben zu retten. Wegen seiner Anmassung wurden Orion und der Skorpion als Sternbilder in den Himmel versetzt, wo sie sich immer noch jagen. (Orions Sternbild ist in den Wintermonaten zu sehen, das des Skorpions zur Sommerzeit, beide gleichzeitig jedoch fast nie.) Auch Asklepios wurde als Sternbild Ophiochus, der Schlangenträger am Nachthimmel verewigt. Dieses steht zwischen Skorpion und Schütze, gehört aber nicht zum Zodiak, da nicht alle seine Sterne auf der Ekliptik liegen.

Diese Bestrafung von Frevel soll uns daran erinnern, dass wir die guten Gaben von Mutter Natur nicht einfach plündern dürfen. Und dass Gaia nicht nur uns allein beherbergt – die Tiere, von denen wir uns ernähren, sind auch Geschöpfe mit einer Seele und Fähigkeit zum Fühlen. Sie sind keine Dinge, deren man sich einfach bemächtigen kann. Selbst der langmütigsten Mutter geht einmal die Geduld aus – das sollten wir beherzigen … auch im Hinblick auf unbedachten und übermässigen  Fleischkonsum. In der Vergangenheit brauchten die Menschen diese Form von Nahrung unbedingt, man verwertete auch immer ein Schlachttier vollständig – jetzt ist sie eher Luxus, den man stark beschränken kann – bloss Gensoja-Veganismus ist NICHT die Lösung. Truthahn und Weihnachtsgans – ja, wenn man sonst beim Fleisch eher Enthaltung übt, und nicht aus quälerischer Massenhaltung.

Bei der geschilderten Sage um den grossen Jäger stellt sich die Frage ob es sich bei Orion nicht um eine Form des “Herrn der Tiere” gehandelt hat, oder um den Jahreskönig, der im Herbst stellvertetend für die Sonne stirbt, und wie Osiris währende des Winters  in der Unterwelt herrscht. Die Auffindung des Osiris wurde den Anhängern des Isis-Kults nämlich ebenfalls Anfang November gefeiert.

Der Winter naht: Frau Holle schüttelt die Betten aus.Swan Prince ©scrano 2015

Der Winter naht: Frau Holle schüttelt die Betten aus.
Swan Prince ©scrano 2015

Römische Feiertage

  • 3. November – Inventio Osiridis („Auffindung des Osiris“), im Rahmen des römisch-hellenistischen Isiskultes
  • 4. November bis 17. November – Ludi Plebii, Spiele für das Volk Roms durch die Ädile (seit 216 v. Chr.)
  • 13. November – Epulum Jovis
  • 15. November – Feiertag zu Ehren von Feronia, Schutzherrin der Wälder und Heilpflanzen
  • 24. November – Beginn der Brumalien, von Romulus eingesetzte 30-tägige Festzeit zu Ehren des Bacchus

Keltische Feste:

  • Der November steht immer noch im Zeichen von Samhain, ein Fest, das ursprünglich mehrere Tage dauerte, es kündigte das letzte Erntefest des Jahres an: Ein Grund warum der November auch Blutmond oder Schlachtmond hiess, Vieh, das man nicht über den Winter bringen konnte, wurde jetzt für die Wintervorräte geschlachtet. Auch der schon beschriebene Brauch der Martinsgans gehört hierher, dazu war die Gans noch ein heiliges Tier.
  • 1.November: Tag der Cailleach, der verschleierten Alten, Personifikation des Winters – ähnlich der Holle/Perchta. Sie bricht einen Holunderzweig und überzieht mit seiner Hilfe die Landschaft mit Reif.

Germanische Gedenktage:

  • 11.-14. November: Bloz-Fest, das angelsächsiche Schlacht- und Opferfest, wahrscheinlich überall im germanischen Raum üblich, fällt auf den heutigen Martinstag. Auch Totengedenkfeste zu Monatsanfang sind rudimentär überliefert.

USA:   Am letzten Donnerstag im Monat findet Thanksgiving statt, ein traditionelles Erntedankfest. Es ist im Gegesatz zum amerikanischen Kommerz- Weihnachten eher still und familiär. Statt Gans gibt es Truthahn.

Hexenfeste: 16.November, Nacht der dunklen Göttin.  Neben dem 16. Februar, dem historischen griechischen Fest der Hekate geweiht. Orakelnacht, Jahresbilanz. 25. November, Nacht der Erdmutter Ambeth und der chtonischen Göttinnnen wie Hel, Persephone.

Volks-Magisch: Wintermond, Nebelmond, Wolfsmond, Windmond, Schlachtmonat, Blutmonat – durch die von Osten heranrückende Kälte wurden Raben und Wölfe in die noch wärmeren Gebiete gelockt. Es ist also auch Rabenzeit.

Magischer November – Korrespondenzen

  • Pflanzen:  Pilze, wie Morcheln, Ziegenbart, Hallimasch, Schirmtintling und Parasol, plutonische Pflanzen wie Alpenveilchen, Haselwurz, Efeu, Herbstzeitlose, Safrankrokus, Herbstkrokus, Ringelblume, Tagetes. Jupiterpflanzen wie Ysop, Heliconie, Strelizie.
  • Baum: Stechpalme, Eibe, Zypresse, Thuja, Buche (Pluto), Walnuss, Eiche (Jupiter)
  • Duft:  Oppoponax, Minze, Ysop, Sternanis
  • Gottheiten: Pluto, Hekate, Persephone, Hel, Gwyn ap Nudd, Cerridwen, Cailleach, Cernunnos, Shiva, Osiris, ab 23. 11. Jupiter, Odin, Rosmerta, Fortuna, Vishnu.
  • Zodiak:  Skorpion mit Pluto/Mars und Schütze mit Jupiter
  • Steine: Granat, Hämatit, Rhodochrosit (Skorpion), Amethyst, Karneol, Lapislazuli (Schütze)
  • Metall:  Eisen, Wolfram (Pluto), Zinn, Bronze (Jupiter)
  • Kristalle: Rauchtopaz, Cairngorm, Hämatit, Karneol (Pluto), Feueropal, Iolith, Tanzanit (Jupiter)
  • Elementale:  Undinen (Wasser), Salamander (Feuer)
  • Tiere:  Spinne, Fledermaus, Eule, Schlange. Die Schlange ist ein Symbol der chtonischen Urmutter, sie symbolisiert das ewige Leben – die Schlange häutet sich, ihre Form inspirierte den Ourobouros und die Ziffer Acht.  Wolf, schwarze Hunde und Katzen. (Pluto, Hekate, Holle). Pferde, Hirsch, Adler, Schwein, Gans (Jupiter).
  • Mythologische Figuren: Spinne, Weberin, Gans, Manticore, Zentaur, Greif, Phönix.
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Herbstwanderung: Vom Heimenstein zur Ruine Reussenstein.

November-Rituale – raus aus dem Grau!

  • Im November ist auch wieder Sternschnuppen-Zeit, die Leoniden schauen vorbei: Starke Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 17.11.2016 – eigentlich durchquert die Erde einen Partikelschwarm auf ihrer Bahn um die Sonne. Gelegenheit zum Staunen und Feiern mit Familie und Freunden. Und natürlich zum Wünschen !! Gleich Anfang November gibt es noch die Tauriden zu bewundern. Da es jetzt eher dunkel wird, und bei all den prächtigen Herbststernbildern, lohnt eine Beobachtungsnacht in diesem Monat besonders – wenn es denn aufklart.
  • Es gibt noch letzte Äpfel, Nüsse, Pilze und frostreifende Früchte, wie Schlehen, die eignen sich für Gelees und Likör. Schlehen werden erst weich nach dem ersten Frost – ausserdem eine stachelige Angelegenheit, sie zu sammeln. Der Schwarzdorn oder Schlehenstrauch – er blüht als erster und fruchtet als letzter, ein Gewächs der Mythen und Sagen. Er trägt die Signatur von Mond und Saturn, Venus und Mars(Pluto).
  • Sogar im Gartenkalender geht es um Recycling – der Kompost wird jetzt umgesetzt.
  • Letztes Herbstlaub muss gesammelt werden.
  • Ein Schmuck für den Schrein/Meditationsplatz oder generell das Heim: Ziergräser, Sedumblüten, vertrocknete Hortensien (natürliche Trockenblumen) mit Zweigen, Nüssen und Efeuranken arrangieren. Auch Flechten und Moose eignen sich zur Dekoration – aber nicht vandalisieren! Kränze von Holunderholz mit Schneckenhäusern und Sempervivum sind ein stimmungsvoller Grabschmuck.
  • Braune, graue und orangerote, später dunkelgrüne oder violette Kerzen und Teelechter auf hübschen Tellern anordnen, ihr Schein erwärmt das Gemüt.
  • Räuchern: Oppoponax, Wermut, Salbei, Patchouli und Copal, ab 23.11. Weihrauch, Muskat, Ysop, Sternanis und Eichenmoos.
  • Die Herbstlandschaft geniessen: Morgendliche Nebelschleier an später sonnigen Tagen sind auch ein mystisches Erlebnis – das letzte bunte Herbstlaub und die sich golden verfärbenden Lärchen bieten noch einmal Abwechslung für das Auge.
Goosy, goosy… gander, das Gänsepiel. Kommt sogar im Spionagefilm Arabeske vor.

Goosy, goosy… gander, das Gänsepiel. Kommt sogar im Spionagefilm Arabeske vor.
Ein uraltes Brettspiel, das schon der olle Goethe kannte.

Gesellschaftspiele: Wenn der Nebel gar recht graut – wie wäre es mit Snakes&Ladders oder dem erwähnten Gänsespiel? Mal was anderes als das kapitalistische Monopoly … das hat schon Generationen von Kindern verdorben. Hier gibt es eine ausdruckbare Vorlage mit Spielregeln.

Schlehenlikör:

  • 600 g reife Schlehen, am besten nach ein/zwei Frostnächten ernten
  • 750 ml trockener Rotwein
  • 1 Stange/ Zimt,
  • 3 Gewürznelken
  • 1 Sternanis
  • Zesten einer unbehandelten Zitrone
  • 350 ml Akazien-Honig
  • 750 ml weisser Rum (Bacardi)

Schlehen waschen, sehr gut abtropfen. Entweder im Mörser zermusen oder rundherum tief einritzen. Ein paar Früchte auf jedenfall zerstampfen, samt Stein, das gibt zusätzlich Aroma. Nicht übertreiben, alle Steinfrüchte enthalten Blausäure im Kern. Mit Rotwein und Gewürzen zugedeckt 3 Tage kühl stellen. Durch ein Sieb in einen Stieltopf abfiltern, erhitzen und kurz aufwallen lassen. Abkühlen, auf zwei 1l Flaschen aufteilen und mit Rum aufgiessen.

  • Mindestens 4 Wochen stehenlassen, über Kaffeefilter abziehen, falls noch Trübungen vorhanden sind. In einer dekorativen Flasche ein gern gesehenes Mitbringsel.
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Schlehenstrauch – saure Beeren und stachelige Zweige – aber köstlicher Likör.
Quelle:PD by wiki

 Bauernregelnund Lostage  für den November

  • Novemberwasser auf den Wiesen, dann wird das Gras im Lenze sprießen.
  • November warm und klar, wenig Segen fürs nächste Jahr.
  • Wenn im November die Wasser steigen, so werden sie sich im ganzen Winter zeigen.
  • Novemberschnee tut den Saaten wohl, nicht weh.
  • Wenn der November blitzt und kracht, im nächsten Jahr der Bauer lacht.
  • Wenn der Donner im November rollt, das kommende Jahr den Früchten hold.
  • Novemberwind scheut Schaf und Rind.
  • November sternenklar – wird man bald den Frost gewahr. Im November sind die Nächte bereits deutlich länger als die Tage. Zum Ende des Monats schon länger als 15 Stunden. Im Gegensatz zur klaren Nacht verhindert eine dichte Wolkendecke die Auskühlung während der längeren sonnenlosen Zeit. Daher droht nur geringer Frost.
  • Wenn der November schneit, hat der Winter verkalbt.

1.11Allerheiligen bringt den Nachsommer.happythanksgiving_by_kmygraphic-d9h7151
Selbst zu vorgeschrittener Jahreszeit können sich vor allem in Alpennähe, beispielweise durch Föhneinflüsse, kurzzeitig nochmals  Temperaturen bis 20 Grad einstellen.
11.11. Sankt Martin kommt nach alten Sitten gern auf dem Schlitten angeritten -> erster Schneefall.

11.11. Beginn der Karneval-Saison: Wohl wegen des unchristlichen Datums: Zwei mal die teuflische Elf!
19.11. Sankt Elisabeth sagt es an, was der Winter für ein Mann. Der 19. November ist der Todestag der heiligen Elisabeth von Thüringen (1207-1231). Sie gilt als Schutzpatronin der Kranken, Notleidenden und Verfolgten, der Caritasvereinigungen und des Deutschen Ordens.
25.11. Kathrein – lässt den Winter ein. Katharina von Alexandria (3./4. Jahrhundert) gehört zu den vierzehn Nothelfern. Mit dem 25.November endete früher allgemein der Aufenthalt des Viehs auf den Weiden, begann die Schafschur, und die Knechte und Mägde bekamen ihren Lohn ausbezahlt. In vielen Gegenden war dies der Beginn der Vorweihnachtszeit und sogenannte Kathreinmärkte wurden abgehalten.
30.11. Andreasschnee tut Korn und Weizen weh. Es ist der Tag des heiligen Andreas, einem der zwölf Apostel. Der Andreastag ist ein bedeutender Lostag für die Feldfrucht. In der sogenannten Andreasnacht zogen früher die Kinder maskiert von Haus zu Haus, sangen Verse und wurden zum Lohn dafür beschenkt. Nach Volksglauben können heiratswillige Mädchen in dieser Nacht den Zukünftigen im Spiegel sehen. Andreas ist der Patron der Fischer und Fischhändler, Bergleute, Metzger. Weiterhin ist er für die Ehevermittlung, das Eheglück und den Kindersegen zuständig.

Referenzen für mein Novemberbild:

Posted by on November 1st, 2016 Kommentare deaktiviert

Samhain: Brauchtum und kleine Rituale

catmasskj

Der “Dunkle Mond”, Hekate, Lilith, “Dunkle Mutter” und mit Pluto verbunden:
Auch in den Jägern der Nacht, besonders Katzen und Eulen steckt dieser Archetyp.

Samhain Nights

When the moon on a cloud cast night
Shone above the tree tops’ height
You sang me of some distant past
That made my heart beat strong and fast

Now I know I’m home at last

You offered me an eagle’s wing
That to the sun I might soar and sing
And if I heard the owl’s cry
Into the forest I would fly
And in its darkness find you by.

So our love’s not a simple thing
Nor our truths unwavering

But like the moon’s pull on the tide
Our fingers touch, our hearts collide
I’ll be a moonsbreath from your side

I’ll be a moonsbreath from your side

Loreena McKennit auf YouTube

Der Tag des keltischen Fests Samhain, das bedeutet schlicht “Sommerende” wird nicht an Allerheiligen begangen, sondern ist der Zeitpunkt des Neumonds im Oktober oder des 11. Vollmonds des Jahres, im November. Der liturgische Kalender der Kelten richtete sich nach den Mondzyklen, im Unterschied zur christlichen Kalendertradition, die auf der Siebentagewoche mit der Betonung des Sonntags basiert. Beide beinhalteten auch noch die Höhepunkte des solaren Jahres und die Äquinoktion. Die willkürliche Festlegung mancher Feiertage, wie Halloween/Allerheiligen auf kalendarische Fixpunkte, vor allem solcher, die einen ursprünglich heidnischen Bezug hatten, wurde von der Kirche durchaus bewusst so gewählt. Dadurch konnte man diese Feste vereinnahmen, sie aber aus ihrem naturreligiösen oder paganen Zusammenhang lösen. Samhain galt als Zeit, in der die Ahnengeister und auch die Sidhe (Feen, Elfen) sich unter den Sterblichen gesellen konnten. Bei den Römern gab es auch Feste, an dem der Orkus offenstand: “Mundus Cereris patet”, eines davon am 8. November, wahrscheinlich der Ursprung des Allerheiligenfests, das eigentlich aus Italien stammt. Diese Zeit ist in unseren Breiten, bedingt durch den nahenden Winter, generell mit den Attributen Tod und Vergänglichkeit besetzt. Der römische Kalender beinhaltete drei solche Grenz-Tage, allesamt Erntefeste, wie der Name Ceres (Demeter) in der Bezeichnung ahnen lässt. Das ist durchaus analog der keltischen Abfolge Lughnasa, Mabon, Samhain und fand zu ähnlichen Zeitpunkten statt. Bei den in ihrer Frühzeit nicht sesshaften Kelten hatten die vier Mondfeste Imbolc, Beltane, Lughnasa und Samhain noch Vorrang noch vor den Sonnenfeiern des bäuerlichen Jahrezeitenkreislaufs. Obwohl man wohl schon im Neolithikum versuchte die beiden Kalendersysteme zu synchronisieren. Manche Archäologen vermuten in den megalithischen Steinsetzungen, wie zum Beispiel den Alignements von Carnac oder dem eindrucksvollen Steinkreis von Stonehenge Anlagen mit der Funktion einer astronomischen Uhr. In die Zeit der Erichtung der ältesten dieser Monumente um 5000 v. Chr. fällt in Mittel- und Nordeuropa auch die Umstellung auf eine Ackerbauerngesellschaft. Alle diese Steinsetzungen haben neben dem Bezug zu den  Sonnenwenden auch eine Ausrichtung auf Eklipsen, solare und lunare. In diesen Finsternissen war für das religiöse Empfinden  der neolithischen Völker die Beziehung der beiden götttlichen Himmelslichter als spektakuläres Himmelsdrama  erlebbar. Auch die Himmelsscheibe von Nebra aus der frühen Bronzezeit ist in einem solchen Zusammenhang zu sehen.

Standing Stones Alignements von Menhiren bei Carnac.©beast666

Standing Stones: Alignements von Menhiren bei Carnac.
©beast666

Samhain ist Fest des letzen Viertelmonds oder der “mondlosen” Nacht. Jetzt beginnt die dunklen Hälfte  des Jahres. Die Verbindung des Festes zum Jahrezeiten-Zyklus ist sehr deutlich. Nach Ausreifung der Früchte, nach der Samenbildung, welken die oberirdischen Teile der Pflanzen und sterben ab. Einjährige Blumen vergehen gänzlich. Nur der neue Samen, der den nächsten Kreislauf in sich birgt, überdauert. Die Lebenskraft zieht sich bei zunehmender Kälte ins Innerste der Erdmutter zurück. Diese trägt nun auch nach dem Tod des solaren Prinzps des alten Jahres, bereits das neue Licht in sich, dass sie an Yul wieder in die Welt bringen wird. Wir müssen lernen, Vertrautes und Geliebtes wieder gehen zu lassen und den Tod als Teil des Naturzyklus zu begreifen. Auch dass es nichts dauerhaftes gibt, noch nicht einmal den Tod.


witch_hatIn der Nacht zum 01. November wird in den meisten Hexentraditionen das Übergangsritual zwischen den Welten gefeiert, zu dem Orakelbefragungen und Kontakte mit der Geisterwelt möglich sind. Andere naturreligiöse Gruppen feiern ihr Samhain in der 11. Schwarzmond- oder Vollmondnacht.

Samhain ist eines der acht Eckfeste, die bei den vorchristlichen, europäischen Völkern mit Feuerzeremonien in Verbindung standen:

sam-greeting Kopie

Ab Samhain begibt sich die Sonne in die Obhut von Gaia.
Sie bewahrt sie in ihrem unterirdischen Reich bis Yul.
Little Earth Mother ©scrano 2016

Gottheiten:

  • Gwyp ap Nudd – Herrscher von Anwyn, der Unterwelt/Anderswelt, Gemahl von Queen Mabd, entspricht Pluto
  • Cernunnos, der Herr der Tiere, der Hirschkönig
  • Ceridwen, Cailleach, die Alte mit dem Kessel der Regeneration
  • Dis Pater, Pluto, Hades
  • Hekate
  • Ereschkigal
  • Hel/Holle, der Todes-Aspekt von Freya/Frigg
  • Saturn, Baron Samdi, Papa Legba
  • Jahreskönig, Tammuz, Holly King
  • Orion, Herne
  • Morrigan in ihrer Dreigestalt: Macha, Nemain, Babdh

Symbole:

  • Kessel,
  • Feuer
  • Krähe, Fledermaus, Eule
  • schwarze Tiere
  • Spinnen, Schlangen
  • Kürbis(Rüben)-Laterne
  • Äpfel und Haselnüsse

Rituale:

Räuchern, am besten im Freien, manche der Samhain-Räucherungen stinken, ich sage nur Asa Foetida! Wermut entwickelt auch keinen Rosenduft. Wer kann, entzündet ein Samhain-Feuer, das geht auch im Kamin. In vorchristlicher Zeit man die Ahnen feierlich gebeten in den Kreis der Menschen um das Feuer zurückzukehren. Schwangere Frauen erhofften eine Reinkanation eines Familienmitglieds in ihrem ungeborenen Kind.

Ein wohlriechenderes Rezept:

  • 1 Teil Beifuss
  • 1 Teil Oppoponax oder Myrrhe
  • 1 Teil Minze
  • 1 Teil Salbei
  • 1 Teil Patchouli

Alles im Mörser zerkleinern, dann portionsweise auf Räucherkohle geben.

Gemeinsam essen:

Häufig gibt es Wurzelgemüse, Knollen aber auch vor allem in früherer Zeit auch Fleisch. Es ist der Brauch der  “letzten Ernte”, Tiere, die es nicht über den Winter schaffen würden, hat man jetzt geschlachtet und das Fleisch für die karge Jahreszeit haltbar gemacht. In diesem Zusammenhang steht auch die Martinsgans, das Tier ist zugleich ein Symbol der Grossen Mutter.

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Nein, nicht wegschauen, Vegetarier-und Veganersensibelchen: Das gehört auch zum Leben! Davon abgesehen, dass hier es sich nicht um eine obszöne Tötungsmaschinerie***, wie in unseren Schlachthöfen handelte. Die Tiere gehörten mit zur Familie, man musste sich schon sehr überwinden, und wusste genau, wem man das Überleben im Winter zu verdanken hatte. Heute hat man es leichter, auf Fleisch zu verzichten, damals hing das Leben davon ab, und die Menschen mussten in der Winterkälte schwer körperlich schuften. Mit Soja-Müsli wäre das wohl nicht allein zu bewerkstelligen gewesen. Das war keine Frage von Luxus-Lebensmitteln, sondern von Hunger. Auch für die Tiere, die bei zuwenig Futter im Winter ebenfalls elend zugrunde gehen konnten. Den Aufstieg und die rasante Gehirnenwicklung verdankt der Mensch auch dem Zugang zu tierischem Protein, schon die Grossaffen waren Jäger. Das früher geschmähte Mesolithikum brachte eine “Kulturexposion”, wie man durch neuere archeologische Funde weiss, auch gerade wegen der erstmals systematisch durchgeführten Küsten- und in Anfängen sogar Hochseefischerei. Viele der jetzt zum Vorschein kommenden, blühenden Ansiedlungen lagen an der Küste, oder z.B. im Bereich der Sände des jetzigen Wattenmeers (Doggerbank).

  • Aber heutzutage tut es auch Apfelstrudel, Gemüse-Eintopf mit Kohl, und Kürbis-Suppe mit selbstgebackenem Zwiebelbrot. Oder ein leckerer Kürbiskuchen, mit dessen Rezept man auch Halloween-Muffins backen kann. Wir haben ja Zentralheizung und sind im allgemeinen nur Bürostuhlwärmer.

Man kann auch gemeinsam Maronen am Kaminfeuer rösten, dafür gibt es Maronenröstkörbe mit langem Stiel aus Gusseisen in Kaminzubehör-Läden.

Als Getränk: Heisser Apfel-Cidre mit Gewürzen schmeckt nicht schlecht, ein bisschen für die Ahnen versprengen!

Einen Platz am Tisch zusätzlich decken, oder draussen, wenn der Gartentisch noch auf der Terasse steht, einen Teller mit Speisen anrichten und eine Kerze dazustellen.

  • Das sogenannte “dumb supper“, ein symbolisches Mahl für  verstorbene Familienmitglieder, vor allem des letzten Jahres, auch geliebte Haustiergefährten werden hier bedacht.
  • Ein Licht ins Fenster stellen, ein Brauch der in vielen Gegenden zu Allerheiligen ausgeübt wird, aber vorchristliche Wurzeln hat.

    ouiji

    Ouja Board by sevenoaksart.co.uk

Orakeln:

  • Gerne darf das angestaubte Ouja-Board zum Einsatz kommen. Glaubt bloss nicht den Unsinn über bööööse Flüche und Geister, es ist einfach eine art Do-it-yourself Seance mit nicht mehr Auswirkungen wie etwa Gläserrücken (davon stammt es vermutlich ab) oder Bleigiessen zu Sylvester.
  • Für viele ist Tarot der Klassiker unter den Orakeln. Ich verwende die Karten lieber zur Introspektion.

Entrümpeln und recyceln: Das Thema von Samhain ist auch ein skorpionisches, oder eins des 8.Hauses: Loslassen und Dinge in den natürlichen Kreislauf zurückführen.

Gärtnern: Jetzt ist die beste Zeit, den Komposter zu entleeren, und umzusetzen.

Trick or Treat: Last but not least, der jährliche Spass-Rummel für Kinder!

witch_by_kmygraphic-d9cyderDekoration: Allerlei Nachtgetier, die Halloweenkatze darf nicht fehlen, Fratzen, Masken, Hexenbesen und Hüte. Fratzen-Kürbisse und andere schaurige Laternen, besser als Kerzen, wenn Kinder mit von der Partie sind.

Wer weniger Fasching will:

  • Ich stelle 13 Maxi-Teelichte in Gläsern im Kreis auf, in die Mitte kommt ein grosser Kupferkessel mit Sand, in dem man auch räuchern kann.
  • Dekoriert wird mit Äpfeln, Nüssen und passenden Blumen (Ringelblumen z.B. gehören zum Pluto).
  • Dazu kommen schwarze, silberne und orange Kerzen auf einem Metall-Tablett.
  • Es ist schliesslich auch ein Fest der Stille, nach dem Geisterspektakel.
  • Bilder von verstorbenen Eltern, Grosseltern und Haustieren mit Blumen und Kerzen arrangieren

Man kann auch einen stillen Gang auf den Friedhof machen, oder in die Natur hinausgehen, wenn das Wetter nicht zu scheusslich ist. Bei Freimaurern gibt es den Brauch, verstorbenen Brüdern die symbolischen drei Rosen auf das Grab zu legen: Licht (weiss), Liebe(rot), Leben(rosa), oder Weisheit – Stärke – Schönheit.

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Loreena McKennitt, kanadische Folksängerin, Harfenvirtuosin und Komponistin:

Loreena McKennitts Lieder zeichnen sich durch mystisch beeinflusste Texte aus, gepaart mit der Musik von teilweise mittelalterlichen Instrumenten, wie irische Harfe, Drehleier und Dudelsack. Dominierend sind hierbei traditionelle irische bzw. keltische und orientalische Motive. Sie verarbeitet in ihrer Musik aber auch klassische Themen der britischen Literatur. So vertonte sie romantische Balladen wie “The Lady Of Shalott von Alfred Tennyson und “The Highwayman” von Alfred Noyes sowie mehrere Sonnette von William Shakespeare.

 

***Da ist die Art und Weise wie Löwenbabys als nicht rentabel genug einfach in Zoos eingeschläfert werden, damit angehende Veterinäre was zum Üben haben, schon eher pervers. Obwohl man weiss, das diese Raubkatzen extrem gefährdet sind!  So geschehen in Dänemark, und wer weiss noch wo sonst.

Referenzen “little earth mother”

Posted by on Oktober 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

The veil is lifting: To the waters and the wild …

Nun wird der Schleier zur anderswelt gelüftet …

Nun wird der Schleier zur Anderswelt gelüftet …
The Door To Fairie, ©scrano 2015

Stolen Child

Come away, O human child!
To the waters and the wild
With a faery, hand in hand,
For the world’s more full of weeping
than you can understand.

William Butler Yeats
  • Meine Halloweenkarte ist eine Mischung aus Photomanipulation, Fraktalkunst und Digitaler Malerei.
  • Digital Art, a mix of Photomanipulation, Digital Painting and fractal elements.
  • Halloween-Gruss zum persönlichen Gebrauch, kein upload auf andere Seiten.
  • Greeting card for personal use, no redistribution on other sites. If I want to post art on pinterest, twitter, facebook etc. I do it myself. Also, it would be unfair to my stock contributors.
    Questions/Bei Fragen: ambrosia(at)athanor-und-alembik.de

Referenzen/Thanks

Song version of Yeats Poem by Loreena McKennitt.

It obviously inspired John Boorman to his movie:”The Emerald Forrest“, where the fairies or “little people” are the indigenous tribes of the Amazonian.

It is the season to delve into shifted realities again!

It is time to remember our ancestors, relatives, friends or pets we still love, but are no longer with us. Halloween, All souls Night or Samhain and festivals like “Dia de las Muertos” are her to comfort us and give us hope, that nothing is forever, even death.

So, spookiness during these days is not solely Hollywood gore and amusement park horror, “trick or treat “or whatever customs are practiced. It is to remind us of the necessity that things must end in order to be renewed.
The “Circle if Life”. No need to be scared – as long as you keep a clear conscience, nothing dire will befall you.

It has nothing to do with Satanism, as religious zealots try to convince unsuspecting souls, as they prey on them. Satan is their own concept of shoving problems and shadowy sides of human personality on something to blame – a scapegoat. That is why the chap has this ridiculous goat features. An insult to goats, which are nice and useful animals. May be, the are a bit smelly …
So keep your heart pure and be merry, put out candles for souls to guide them home and have supper with family and friends. Visit a cemetery and meditate over matters of life and death. Invite someone from your social circle, who has suffered a loss recently.
AND then go for “Trick and treat” with your kids or carry “Jack o’ Lanterns” through the night. Or light a fire, if this is allowed in your neighborhood – the flames give us warmth and light and are a symbol of eternal life, not hell. Hell in antiquity was a frozen place, sorrowful, cold and barren.

Keep your animals in, especially cats, and more so if they are black. Idiots of all kind could use them for something awful – not a ritual, mind you, but some kind of blasphemy or sadistic crap, that was shown in some equally idiotic Hollywood flic – labeld “occult” or “satanic”.
Believe me, there is NO Satan, only evil people. Danger to animals during Halloween doesn’t come from pseudo-occultists only:

Snakes, owls, bats and spiders – oh my! I quite like depicting spiders and bats in Halloween decorum. All these nightly, useful creatures are often vilified by people. Also owls and cats – even persecuted by life-hating church fathers. I’m still amazed how initially peaceful christian beliefs got warped to fit into power hungry despotism.  Black cats are not only endangered by wannabe satanists. It’s a sad inheritance of monotheism to kill living creatures because they have been or are sacred to other beliefs. A glance on its sources: Meanwhile it is well known, that Echnaton (Akenaton) was a brutal oppressor and instigated a bloody civil war in Egypt. He was far off being a peaceful Hippie Guru, inventing the concept of a “sole truth”, that only he got told from Aton (God). From this root sprouted Monotheism, which is always based on a “revelation“. Echnaton’s demon, a curse that lasts on Judaism, Islam as well.
An all-encompassing God can be only one, who includes everything, not cuts off bits and pieces that do not fit into cultural traditions. And all of these concepts have a Devil, because there is a catch: Who brought evil in the world, if there is only one, only “good” (from our perspective, anyway) deity. So … there goes monotheism, enter dualism (Zoroastrism), hypocrisy, scapegoating and Satan.

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animation: kmygraphic

Posted by on Oktober 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Jamilla empfiehlt: Soulfood gegen erste graue Tage

Jamilla

Statt Sommersonne sorgt jetzt Soulfood “a la italiano” für gute Laune … mhm…jam!

Pollo alla Stregha

Ein sehr einfaches Rezept, schnell gezaubert – Hühnchen nach Hexenart!

Für 4 Portionen:

  • 4 grosse Hähnchenbrüste
  • 2 Dosen Tomatenstücke oder besser:
  • 4 frische, grössere San Marzano Tomaten, gewürfelt
  • 1 grosse Zwiebel, feingehackt
  • 1 zerdrückte Knoblauchzehe
  • 1  Dose Champignons oder Pfifferlinge, oder in der Saison:
  • 200 g frische Pilze
  • 1 Glas Weisswein
  • Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
  • Basilikum, Rosmarin
  • 1 tiefere Pfanne mit Deckel

Für die Beilage: 200 g Reis in Gemüsebrühe garen.

Hähnchenfilet grob würfeln. Knoblauch und Zwiebel mit Olivenöl in einer Pfanne anschwitzen. Hähnchenwürfel dazugeben, rundum leicht bräunen, dann erst salzen und pfeffern. Die Hälfte des Weisswein angiessen, etwas einreduzieren. Tomatenwürfel, Gewürzkräuter und Pilze dazugeben, alles in der zugedeckten Pfanne 30 min. bei schwacher Hitze dünsten. Dabei immer wieder vom restlichen Wein zugiessen. Zusammen mit dem Brühreis servieren. Wer will kann auch noch Parmesan-Flocken darüberstreuen.

TCauldronFire

Risotto a la Milanese
Wunderbar gegen das Herbstnebel-Grau!
Für 4-6 Portionen:

  • 75 g Butter
  • 1 kleine Zwiebel, in dünne Ringe geschnitten
  • 150 ml Weisswein oder Dry Vermouth
  • 500 g Arborio Rundkorn Reis: Der Original-Risottoreis, das ist wichtig!
  • 1.5 l Gemüse-oder Hühnerbrühe
  • Eine grosszügige Portion echte Safranfäden, eingeweicht
  • 150g Parmigiano Reggiano Flocken

Butter in einer grossen Pfanne auslassen. Zwiebel darin glasig dünsten, mit Wein ablöschen.
Flüssigkeit kräftig einreduzieren. Reis zugeben, unter starkem Rühren und Wenden leicht bräunen: Das erzeugt die berühmten Röstaromen. Eine Tasse voll Brühe mit dem Safran angiessen: Keine Angst, es zischt ordentlich! Umrühren nicht vergessen! Wenn der Reis fast alle Flüssigkeit aufgesogen hat, immer wieder eine Tasse Brühe zugiesen, unter Rühren den Reis köcheln und quellen lassen, bis alles aufgebraucht ist. Die Konistenz wird dabei sämig bis cremig. Das Ganze dauert etwa 20 min, dabei gart der Reis vollständig durch. Vom Herd nehmen, zudeckt noch 2-3 min ziehen lassen.

Sofort servieren, Parmesanflocken dazu reichen. Die Flocken sind besser als die handelsüblichen Sägespäne, ausser man reibt den Käse selbst: Das schmeckt natürlich am besten.

Safran macht nicht nur Kuchen “gel’”, er ist auch ein Stimulanz und in hohen Dosen halluzinogen (und toxisch!).

TCauldronFire

Eintopf mit mediterranem Gemüse (4 Portionen)

  • 6 mittlere Kartoffeln (vorwiegend festkochend)***
  • 1 mittlere Aubergine oder 2 kleine Zucchini
  • 1 kleiner Bund grüne Bohnen
  • 1 gelbe Paprika mild
  • 1 rote Spitzpaprika (keine Chili)
  • 1 Glas Mais (BIO)
  • 100 g durchwachsener Speck****
  • 6 San Marzano Tomaten** oder 1 Dose italienische Tomaten
  • mediterrane Kräutermischung: Salbei, Rosmarin, Thymian, Lavendel
  • 1 l Gemüsebrühe
  • Parmesan-Flocken
  • 1 Knoblauchzehe (wer will)

Kartoffeln schälen und grob würfeln. Speck kleinschneiden und alles in etwas Olivenöl anbraten. Kräuter zugeben und mit Gemüsebrühe ablöschen. Kleingeschnittenes Gemüse (etwa so gross wie die Kartoffelwürfel) zugeben und alles bissfest garen. Mais dazugeben und nochmals aufwallen lassen.

Mit Fladenbrot und Parmesanflocken servieren. Statt Knoblauch kann man nach dem Kochen auch etwas Basilikum-Pesto zugeben.

Zubereitung: Frisch ca. 35 min. Aus Gefriergut 20 min.

Dieser Eintopf kann beliebig variiert werden und ist eine gute Verwertungsmöglichkeit des letzten Sommergemüses im Garten. Er lässt sich auch aus Gefriergut problemlos zubereiten. Wir frieren immer sehr viel ein: Tomaten, Auberginen, Zucchini, grüne Bohnen und Kürbis, alles bereits küchenfertig portioniert. Mit den neuen Doppel-Ziplock Gefriertüten platzt auch nichts mehr aus allen Nähten und man muss nicht die sperrigen Gefrierboxen verwenden.

***Man kann auch Räucher-Tofu oder Soja-Geschnetzeltes nehmen.

 

tomaten Kopie

San Marzano Tomaten aus Eigenanbau. 

**San Marzano Tomaten sind vor allem in Süditalien angebaute Feld-Tomaten, die nicht so grosse, dafür aber extrem geschmacksintensive Früchte liefern. Sie enthalten nicht so viel Wasser, sind daher auch der Rohstoff für die berühmten “pomodori secchi”. Diese Trockentomaten sind in vielen Antipasti, Sugos und Aufstrichen enthalten. Sehr gut für Eintöpfe und Nudelsaucen. San Marzano Tomaten liefern auch Tomatenmark und Dosen-Tomaten. Man kann sie hierzulande schlecht im Laden kaufen, es lohnt daher der Eigenanbau aus Saatgut mit selbst vorgezogenen Pflänzchen. Sie wachsen nicht so hoch, es sind eben Feld-Tomaten.

***Kartoffeln: Hier empfehle ich die rotschalige Sorte Laura. Bei neuen Kartoffeln ist die Schale sehr dünn, muss also nicht unbedingt entfernt werden, wenn man sie vorher mit einer groben Gemüsebürste oder einem Glitzi-Schwamm abschrubbt. Natürlich nur bei unausgekeimten und dunkel gelagerten Knollen!! Jeder Anflug von Grün bedeutet grosszügig schälen, sonst gibt es unter Umständen Bauchweh vom Solanin.

 

Gewächshaus im Herbst: Letzte Ernte von Tomaten, Paprika etc. Das grüne Ungeheuer ist ein Hokkaido-Kürbis.

Gewächshaus im Herbst:
Letzte Ernte von Tomaten, Paprika etc. Das grüne Ungeheuer ist ein Hokkaido-Kürbis.

 

Posted by on Oktober 4th, 2016 2 Comments