Posts Tagged ‘Oktober’

 

A Walk in The Park … Schwetzingen im Spätherbst

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Apollon’s Sonne wird jetzt immer schwächer.

Der letzte Parkbesuch in diesem Jahr um die freimaurerischen und rosenkreuzerischen Schöpfungen der Gartenarchitekten zu bewundern.

Während im blattlosen Zustand im Frühling, zur Zeit der Kirschblüte etwa, besonders die architektonischen Elemente in den Vordergrund treten, bewundert man  im Sommer und jetzt im Herbst die gekonnte Gestaltung des Ensembles in Verbindung mit den Pflanzen.

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Formaler Garten mit Arkaden und mythologischen Figuren

 

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Gartenmoschee mit herstbtlicher Umrahmung

 

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Zeitreise in goldenen Farben

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Geheimnisvolles Wasserschloss: Tempel des Poseidon

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Herbst-Reflektion

Alle Fotos ©beast666

Unter Umständen werden wir Ende November noch einmal herkommen, wenn es stimmungsvoll-schaurige Nebelfetzen gibt …

Letztes Jahr hat mir die spätherbstliche Park-Szenerie den Hintergrund für mein “Victorian Gothic” Bild Nightflowers geliefert.

Jetzt bietet der Schlosspark für viele Hochzeitspaare den stilvollen Rahmen für ihre Foto-Shootings. Manche feiern vielleicht auch gleich im Zirkelbau des Schlosses. Desöfteren kommen wohl auch LARP-Gruppen in sehr schöner zeitgenössischer Kostümierung in den Schlossgarten,  wenn man freundlich fragt, darf man den einen oder anderen dieser Geschichts-Enthusiasten vielleicht ablichten?

Weitere Infos über den Schlosspark und weitere Veranstaltungen gibt es bei Ambrosia.

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©kmygraphic

 

 

Posted by on November 15th, 2016 Kommentare deaktiviert

Spätherbst: Sleeping Sun

Der Herbst, der Weg in die dunkle Zeit ?

November Sonne

Novembersonne ©scrano 2013

Eigentlich hatten wir uns darauf gefreut, einige letzte Sonnentage im sogenannten “Goldenen Oktober zu geniessen. Leider ist die Farbenpracht eines malerisch-bunten Herbstes dieses Jahr fast nahezu ausgeblieben. Statt dessen lässt sich der Winter schon sehr früh spüren:  Nun zieht schon in den Morgenstunden dichter Nebel auf, der nur langsam, wenn überhaupt, durch die Kraft der Sonne vertrieben wird. Oft hängt der Himmel bereits den ganzen Tag bleischwer über uns, sogar Schneeflocken sind bereits heftig unterwegs. Jetzt im November sorgen sie aber eher für schmuddelige Matscherlebnisse als dass sie Kinderaugen zum Leuchten brächten. Morgens, nach dem Aufstehen ist es noch lange dunkel. Wir Menschen brauchen immer etwas Zeit, um uns an diese Jahreszeit zu gewöhnen. Besonders der Monat November ist gefürchtet. Das Graugelb und Braun der absterbenden Vegetation nach dem Farbenrausch des Oktoberlaubs wirkt besonders deprimierend. Dadurch erhöht sich noch der Eindruck von Tristesse. Es beschleicht einen die Vorahnung von Dunkelheit und Vergänglichkeit. Mancher flüchtet noch schnell in den Süden, um sich dort ein paar  Extra-Tage in der Sonne zu gönnen. Bevor der Winter endgültig kommt.

  • Warum ist unsere Stimmung so abhängig von Sonnenschein und Licht im Allgemeinen ?

Ich möchte Euch nicht mit den physikalischen Einzelheiten elektromagnetischer Strahlung, das ist Licht letztlich, quälen. Dennoch verstehen wir unter dem Licht, nicht nur das für uns sichtbare Licht, sondern auch die anderen Lichtbereiche wie das Infrarot-Licht, das uns die Wärme gibt und das UV-Licht, das uns bei vernünftigem Gebrauch eine gesunde Bräune verleiht und für Pflanzen so lebensnotwendig ist. Bienen orientieren sich nach dem Polarisationsvektor des Lichts und können sogar dessen UV Anteile sehen. So manche Blüte sieht dann aus wie eine Nektartankstelle im “Las Vegas Look”. Das Sonnenlicht regt unsere Haut an, das notwendige Vitamin-D zu produzieren, welches einen Grundbaustein für viele Hormone darstellt. Durch die Einwirkung des Sonnenlichts kommt es auch dazu, das unsere Glückshormone, z.B. Serotonin gebildet werden. Nur mit ihnen fühlen wir uns wohl und sind aktiv. Gerade in den dunklen Herbst- und Wintermonaten führt der Lichtmangel zur sogenannten Winterdepression. Durch “Lichtduschen”, also künstliches UVA- und UVB- Licht, das auch bei Solarien Anwendung findet, oder mit Hilfe einer Sonnenspektrums-Leseleuchte  kann dieser Effekt vermindert werden und sich die Stimmung heben.

Genügend Tageslicht ist ausschlaggebend für unseren Wach-Schlaf-Rhythmus. Nur dann wird genügend Melatonin produziert, das den Taktgeber unserer inneren Uhr darstellt. Es ist auch ein Faktor im Alterungsprozess des Menschen, ein Mangel lässt uns die Abnutzungserscheinungen stärker und schneller spüren.

  • Ein rheinisches Sprichwort sagt: “Licht und Luft gibt Saft und Kraft”.

Nur bei ausreichender Lichtversorgung fühlen wir uns wohl. Es erhöht unsere Aktivität, Vitalität, Antriebskraft und Lebensfreude.

Doch auch das Licht ist wie alles in der Natur weder einseitig gut noch schlecht. Schon Paracelsus sagte: Kein Ding ist ohne Gift, die Dosis macht das Gift.

Zu langer Aufenthalt in der prallen Sonne sorgt für Verbrennungen, die sogar.zu Hautkrebs führen können. Licht bleicht Farben aus und kann Organismen töten. Doch die positiven Eigenschaften überwiegen bei massvollem Umgang.

Lichtspiele: Der Hell-Dunkelrythmus underes Planeten vestimmt unser Leben.

Lichtspiele: Der Hell-Dunkelrhythmus unseres Planeten bestimmt unser Leben.
Spiritual Staircase ©scrano 2013

Die zunehmende Dunkelheit des beginnenden Winters ist für uns Lichtwesen immer eine beängstigende Angelegenheit. Die Nacht ist für viele Menschen furchteinflössend. In der Finsternis kann man im Strassenverkehr leicht übersehen werden. Auch sind wir quasi blind, besonders in mondlosen Nächten.Verbrechen geschehen meist im Dunkeln, in dessen Schutz  der Übeltäter nach seiner Tat unerkannt fliehen kann. Dunkelheit wird auch mit Kälte und Lebensfeindlichkeit in Verbindung gebracht. Raubtiere jagen häufig in der Dämmerung. Schon in der Kindheit haben wir oft Angst im Dunkeln, weshalb Eltern dann ein Nacht-Licht im Kinderzimmer anbringen, um die Monster unter dem Bett zu verscheuchen.

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Feuer und Glut müssen uns Wärme und Licht der Sonne im Winter ersetzen.
Fiery realms ©scrano 2013

Doch auch die Dunkelheit ist ein wichtiges Element in unserem Leben. Ohne Dunkelheit fällt es uns schwer einzuschlafen. Wie benötigen jedoch eine Erholungsphase, in der sich der Körper regenerieren kann, in der auch unser Verstand etwas zur Ruhe kommt. Eine Verschnauf-Pause, in der unsere Sinne abschalten können. Naturvölker, die ohne Kunstlicht leben, haben keinen so stark negativen Bezug zur Nacht wie wir. In der vorindustriellen Zeit waren auch wir noch in den natürlichen Tag-und Nachtrhythmus eingebunden. Nach der Hitze des Tages und der harten Feldarbeit fand man Ruhe und Erholung in der Kühle der Nacht. Der sanfte Schein des Mondes begleitete den steinzeitlichen Jäger.  Daher haben Menschen in den höheren Breitengraden, wie den skandinavischen Ländern auch schwer mit dem Ungleichgewicht der Tag- und Nachtdauer zu kämpfen, denn sie haben sowohl viel zu lange Nächte als auch scheinbar endlose Tage. Besonders Angehörige von Berufsgruppen, die ständig von Kunstlicht umgeben sind, kennen die negativen Begleitumstände und Beschwerden einer unnatürlichen Beleuchungsdauer. Nahezu jegliche Flora und Fauna auf unserer Erde ist von diesem immer währenden Wechsel des Tages und der Nacht abhängig, das Leben entstand in seinem Rhythmus. Der Wechsel von Licht und Dunkelheit beeinflusst sogar die Fruchtbarkeit: Frauen mit Zyklusproblemen hilft es ihren Rhythmus zu harmonisieren, wenn sie in Räumen schlafen, die dem natürlichen Mondlicht ausgesetzt sind.

von Mactographer (Eigenes Werk) [Attribution], via Wikimedia Commons

von Mactographer (Eigenes Werk) [Attribution], via Wikimedia Commons

 

In der Vorstellung von naturrreligiösen Gruppen beginnt im Spätherbst die Ruhephase der “Grossen Mutter”. Nach dem Tod ihres solaren Gefährten in der Zeit von Samhain zieht sie sich unter die Erde zurück, den Keim des neuen Sonnenkinds bereits in sich tragend.  Nichts stirbt für immer, das Leben wird zurückkehren. Deshalb war dies auch die Zeit der Ahnen, auch schon im Neolithikum. Die jungsteinzeitliche Sakralstätte Stonehenge war nicht nach der Sommersonnenwende, sondern deren Gegenpol, dem kürzesten Tag des Jahres ausgerichtet. Dann wurde die Asche der Ahnen in einer feierlichen Prozession zum Fluss Avon gebracht, um von ihm in die Anderswelt hinter dem westlichen Horizont getragen zu werden. Gleichzeitig erhoffte man sich eine Wiedergeburt im nächsten Vegetationszyklus, dessen Höhepunkt am 21.Juni im zugehörigen Woodhenge, einer hölzernen Kreisanlage wie im sächsischen Goseck, gefeiert wurde.

Eine musikalische Interpretation dieser Herbstimmmung mit Nightwish bei Youtube.

In unseren Breiten sehnen wir spätestens nach der Sonnenwende an Jul schon danach, dass der Winter sich seinem Ende zuneigt und die Tage wieder „länger“ werden. Unsere Erwartungen an den Frühling, an den Sommer, an die ersten wärmenden Sonnenstrahlen sind groß. Der Frühlingsanfang wird als Weckruf der Natur gefeiert. Doch gewinnen wir auch dem Winter seine positive Seite ab und sehen die dunkle Jahreszeit als eine Chance zur inneren Einkehr und Reflektion. Als Atempause. Freuen wir uns an der Natur wie sie ist. Denn eines ist sicher, der nächste Frühling kommt bestimmt.

Ekstasy of Gold: Letzte Sonnenblumen im Herbst bringen noch etwas Sonnenglanz in die Wohnung.

Shadow and Light ©beast666

Letzte Sonnenblumen im Herbst bringen noch etwas Sonnenglanz in die Wohnung.
Der wehrhafte Stechapfel in dem Herbststrauss enthält potente, aber sehr giftige psychoaktive Stoffe, die sogar zum Wahnsinn führen können. Sie erzeugen angsterregende, alptraumhafte Visionen, und stellen eine Beziehung zum Schatten der Seele her. Er ist ein Saturn/Mond und Pluto/Venus Gewächs, das vermutlich aus Zentralasien stammt.

 

 

Posted by on November 12th, 2016 Kommentare deaktiviert

Halloween: Zauberspuch, Hexenbuch & Kürbiskuchen

Ein fröhliches Geistern und viele Kürbispartys!©scrano 2015

Ein fröhliches Geistern und viele Kürbispartys!
Kleine Hexe ©scrano 2015, no reupload anywhere!

Die kleine Hexe lernt schon fleissig für den grossen Tag:

Üben, üben, üben, mit Grossmutters Schattenbuch!
Damit an Halloween auch alles richtig gut klappt!

Ein Buch der Schatten oder Grimoire ist eine Sammlung von Rezepten aller Art, medizinisch, magisch und kulinarisch. Es enthält auch Gedanken, kleine Rituale und natürlich Zaubersprüche. Ausserdem erfüllt es eine Tagebuchfunktion, beinhaltet oft auch einen Kalender mit den wichtigen Feiertagen, den Mondständen und anderem astrologischen Wissen.

Bald tanzen hier die Geister

geschickt von ihrem Meister,

Süsses herzuholen, wie ihnen befohlen!

Gebt Ihnen was sie wollen,

dann werden sie sich wieder trollen!

Man könnte sie auch mit Kürbis-Kuchen bestechen, eine Leckerei für die unsere Hexen-Grossmutter bestimmt ein Rezept  in ihrem Zauberbuch hat.

Kürbis-Kuchen (wie Rübli-Kuchen)

  • 4 Eier, mittelgross
  • 250g Dinkelmehl
  • 200g geriebene Mandeln
  • 1 Pckg Backpulver mit Safran
  • 150 g Butter
  • 150 g Puderzucker
  • 150 g feiner brauner Rohr-Zucker
  • 300 g fein geraspeltes Kürbisfleisch vom Hokkaido
  • 2 El Zitronensaft
  • alternativ: geriebene Karotten
  • 1  Springform 26 cm

Dekoration: Marzipandecke  und Zucker-Halloweenfiguren, Kürbisse, Fledermäuse, Schoko-Aufleger “Schwarze Katze” Oder eine Schablone mit Fratze aus Papier anfertigen, Puderzucker durchsieben.

Zubereitung: Eier trennen. Aus Eiweiß und Puderzucker einen sehr steifen Eischnee schlagen. Eigelb, weiche Butter, brauner Rohrzucker, Zitronensaft und Vanillezucker schaumig rühren. Mehl mit Backpulver sieben und mit den Kürbisraspeln und den Mandeln vermengen. Eischnee unterheben, nicht durchrühren! Den Teig in eine gefettete Form füllen und bei 175 Grad (Heißluft) ca. 60-70 Minuten backen. Garprobe mit Hölzchen!

Aus der Form lösen und dekorieren.

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So viele Kürbisse – sogar etliche der dekorativen Sorten sind essbar.
Pumpkin Time @beast666 2016.

Archäologen haben entdeckt, dass der Kürbis zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit gehört. Kürbis in seiner Wildform lieferte schon vor Jahrtausenden den Menschen  Nahrung in Form von Fruchtfleisch, Kürbiskernen oder den essbaren Blüten. Kalebassenkürbisse wurden ausgehöhlt als Flaschen verwendet, kugelige oder platte Früchte dienten als Schalen.

Der Kürbis wurde relativ schnell in den kleinen Gärten der frühen Siedlungen kultiviert und weitergezüchtet, auch um seine bitteren und toxischen Inhaltsstoffe loszuwerden. Durch die hohe Lagerfähigkeit von bis zu sechs Monaten war Kürbis  ein wichtiges Mittel bei der Entwicklung des Menschen weg von reinen Jäger/Sammlerdasein.  Erstmals konnte Nahrung in grösseren Mengen an geschützten Plätzen für eine Mangelzeit gespeichert werden.

Die runde, im Inneren hohle Form des Kürbis ist auch ein Symbol für die Fruchtbarkeit der Erdmutter. Daher war die Pflanze in den beiden Amerikas heilig.

In Europa gab es wohl vor Kolumbus keine Kürbisse, (vielleicht doch für eine gewisse Zeit, die umtriebeigen Phönizier sollen ja schon in der Antike dagewesen sein). Allerdings wuchsen bei uns schon Gurken, Melonen und Zuccini, die zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, vor allem im Mittelmeerraum waren diese schon lange verbreitet.

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Der Kürbisbrauch, an Halloween Laternen daraus herzustellen, kommt eigentlich aus Irland: Jack o’Lantern hatte aber wohl nur eine eher langweilige Runkelrübe zur Verfügung. Solche ausgehöhlten Futter-oder Zuckerrüben dienten uns als Kinder schon für unsere Geister-Kostüme als unheimliches Leuchteffekt-Accessoire. Bettlaken mit aufgemalten Gespensterfratzen, Augen und Zähnen – dazu die Laterne – so zogen wir schon in der Woche vor Halloween um die Häuser. Statt Süssem gab es bei den Eltern der “Geistertruppe” heissen Apfelsaft, kandierte Äpfel und heisse Pflaumenmus-Buchteln zum Aufwärmen. Diese wildere Variante vom Martins-Singen gibt es in vielen Regionen Süddeutschlands, schon lange bevor Halloween aus den USA Mode wurde.

 

Hilfreiche Geister für mein Halloween-Bild: Mischtechnik aus Photomanipulation und digitaler Malerei.

  • Referenzen für meine Hexen:
  • witch apprentice: halloween 71 by anastasiya landa
  • Granny witch: the witches magic pumpkin by estruda
  • 3d-Render für meine Fabeltiere:
  • Bat:bat 01 by wolverine041269
  • Dragon: millenium hatchling dragon 03 by wolverine041269
  • Katzen: Cat: 23 by csyyt
  • Pumpkin cat: Halloween 2 by MoraNox-Stock
  • Books: antique books by jeanicebartzen27
  • Cauldron: free halloween cauldron icon 3d by pixaroma
  • Glitter-Brush: coby17
  • Arcane circle brush: obsidian dawn
  • Forrest: enchanted forest astoko free stock image by astoko
  • Halloween Font:”Supernatural” by FelinaCat

Meine Halloween-Grusskarte ist für den rein persönlichen Gebrauch bestimmt, ausdrucken, als email-Gruss etc.  Keine Redistribution in Facebook, twitter oder pinterest etc. Auf persönlichen Seiten ist das Posten erlaubt: Mit Attribution und Link auf meine Seite.

Posted by on Oktober 25th, 2016 Kommentare deaktiviert

Samhain: Brauchtum und kleine Rituale

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Der “Dunkle Mond”, Hekate, Lilith, “Dunkle Mutter” und mit Pluto verbunden:
Auch in den Jägern der Nacht, besonders Katzen und Eulen steckt dieser Archetyp.

Samhain Nights

When the moon on a cloud cast night
Shone above the tree tops’ height
You sang me of some distant past
That made my heart beat strong and fast

Now I know I’m home at last

You offered me an eagle’s wing
That to the sun I might soar and sing
And if I heard the owl’s cry
Into the forest I would fly
And in its darkness find you by.

So our love’s not a simple thing
Nor our truths unwavering

But like the moon’s pull on the tide
Our fingers touch, our hearts collide
I’ll be a moonsbreath from your side

I’ll be a moonsbreath from your side

Loreena McKennit auf YouTube

Der Tag des keltischen Fests Samhain, das bedeutet schlicht “Sommerende” wird nicht an Allerheiligen begangen, sondern ist der Zeitpunkt des Neumonds im Oktober oder des 11. Vollmonds des Jahres, im November. Der liturgische Kalender der Kelten richtete sich nach den Mondzyklen, im Unterschied zur christlichen Kalendertradition, die auf der Siebentagewoche mit der Betonung des Sonntags basiert. Beide beinhalteten auch noch die Höhepunkte des solaren Jahres und die Äquinoktion. Die willkürliche Festlegung mancher Feiertage, wie Halloween/Allerheiligen auf kalendarische Fixpunkte, vor allem solcher, die einen ursprünglich heidnischen Bezug hatten, wurde von der Kirche durchaus bewusst so gewählt. Dadurch konnte man diese Feste vereinnahmen, sie aber aus ihrem naturreligiösen oder paganen Zusammenhang lösen. Samhain galt als Zeit, in der die Ahnengeister und auch die Sidhe (Feen, Elfen) sich unter den Sterblichen gesellen konnten. Bei den Römern gab es auch Feste, an dem der Orkus offenstand: “Mundus Cereris patet”, eines davon am 8. November, wahrscheinlich der Ursprung des Allerheiligenfests, das eigentlich aus Italien stammt. Diese Zeit ist in unseren Breiten, bedingt durch den nahenden Winter, generell mit den Attributen Tod und Vergänglichkeit besetzt. Der römische Kalender beinhaltete drei solche Grenz-Tage, allesamt Erntefeste, wie der Name Ceres (Demeter) in der Bezeichnung ahnen lässt. Das ist durchaus analog der keltischen Abfolge Lughnasa, Mabon, Samhain und fand zu ähnlichen Zeitpunkten statt. Bei den in ihrer Frühzeit nicht sesshaften Kelten hatten die vier Mondfeste Imbolc, Beltane, Lughnasa und Samhain noch Vorrang noch vor den Sonnenfeiern des bäuerlichen Jahrezeitenkreislaufs. Obwohl man wohl schon im Neolithikum versuchte die beiden Kalendersysteme zu synchronisieren. Manche Archäologen vermuten in den megalithischen Steinsetzungen, wie zum Beispiel den Alignements von Carnac oder dem eindrucksvollen Steinkreis von Stonehenge Anlagen mit der Funktion einer astronomischen Uhr. In die Zeit der Erichtung der ältesten dieser Monumente um 5000 v. Chr. fällt in Mittel- und Nordeuropa auch die Umstellung auf eine Ackerbauerngesellschaft. Alle diese Steinsetzungen haben neben dem Bezug zu den  Sonnenwenden auch eine Ausrichtung auf Eklipsen, solare und lunare. In diesen Finsternissen war für das religiöse Empfinden  der neolithischen Völker die Beziehung der beiden götttlichen Himmelslichter als spektakuläres Himmelsdrama  erlebbar. Auch die Himmelsscheibe von Nebra aus der frühen Bronzezeit ist in einem solchen Zusammenhang zu sehen.

Standing Stones Alignements von Menhiren bei Carnac.©beast666

Standing Stones: Alignements von Menhiren bei Carnac.
©beast666

Samhain ist Fest des letzen Viertelmonds oder der “mondlosen” Nacht. Jetzt beginnt die dunklen Hälfte  des Jahres. Die Verbindung des Festes zum Jahrezeiten-Zyklus ist sehr deutlich. Nach Ausreifung der Früchte, nach der Samenbildung, welken die oberirdischen Teile der Pflanzen und sterben ab. Einjährige Blumen vergehen gänzlich. Nur der neue Samen, der den nächsten Kreislauf in sich birgt, überdauert. Die Lebenskraft zieht sich bei zunehmender Kälte ins Innerste der Erdmutter zurück. Diese trägt nun auch nach dem Tod des solaren Prinzps des alten Jahres, bereits das neue Licht in sich, dass sie an Yul wieder in die Welt bringen wird. Wir müssen lernen, Vertrautes und Geliebtes wieder gehen zu lassen und den Tod als Teil des Naturzyklus zu begreifen. Auch dass es nichts dauerhaftes gibt, noch nicht einmal den Tod.


witch_hatIn der Nacht zum 01. November wird in den meisten Hexentraditionen das Übergangsritual zwischen den Welten gefeiert, zu dem Orakelbefragungen und Kontakte mit der Geisterwelt möglich sind. Andere naturreligiöse Gruppen feiern ihr Samhain in der 11. Schwarzmond- oder Vollmondnacht.

Samhain ist eines der acht Eckfeste, die bei den vorchristlichen, europäischen Völkern mit Feuerzeremonien in Verbindung standen:

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Ab Samhain begibt sich die Sonne in die Obhut von Gaia.
Sie bewahrt sie in ihrem unterirdischen Reich bis Yul.
Little Earth Mother ©scrano 2016

Gottheiten:

  • Gwyp ap Nudd – Herrscher von Anwyn, der Unterwelt/Anderswelt, Gemahl von Queen Mabd, entspricht Pluto
  • Cernunnos, der Herr der Tiere, der Hirschkönig
  • Ceridwen, Cailleach, die Alte mit dem Kessel der Regeneration
  • Dis Pater, Pluto, Hades
  • Hekate
  • Ereschkigal
  • Hel/Holle, der Todes-Aspekt von Freya/Frigg
  • Saturn, Baron Samdi, Papa Legba
  • Jahreskönig, Tammuz, Holly King
  • Orion, Herne
  • Morrigan in ihrer Dreigestalt: Macha, Nemain, Babdh

Symbole:

  • Kessel,
  • Feuer
  • Krähe, Fledermaus, Eule
  • schwarze Tiere
  • Spinnen, Schlangen
  • Kürbis(Rüben)-Laterne
  • Äpfel und Haselnüsse

Rituale:

Räuchern, am besten im Freien, manche der Samhain-Räucherungen stinken, ich sage nur Asa Foetida! Wermut entwickelt auch keinen Rosenduft. Wer kann, entzündet ein Samhain-Feuer, das geht auch im Kamin. In vorchristlicher Zeit man die Ahnen feierlich gebeten in den Kreis der Menschen um das Feuer zurückzukehren. Schwangere Frauen erhofften eine Reinkanation eines Familienmitglieds in ihrem ungeborenen Kind.

Ein wohlriechenderes Rezept:

  • 1 Teil Beifuss
  • 1 Teil Oppoponax oder Myrrhe
  • 1 Teil Minze
  • 1 Teil Salbei
  • 1 Teil Patchouli

Alles im Mörser zerkleinern, dann portionsweise auf Räucherkohle geben.

Gemeinsam essen:

Häufig gibt es Wurzelgemüse, Knollen aber auch vor allem in früherer Zeit auch Fleisch. Es ist der Brauch der  “letzten Ernte”, Tiere, die es nicht über den Winter schaffen würden, hat man jetzt geschlachtet und das Fleisch für die karge Jahreszeit haltbar gemacht. In diesem Zusammenhang steht auch die Martinsgans, das Tier ist zugleich ein Symbol der Grossen Mutter.

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Nein, nicht wegschauen, Vegetarier-und Veganersensibelchen: Das gehört auch zum Leben! Davon abgesehen, dass hier es sich nicht um eine obszöne Tötungsmaschinerie***, wie in unseren Schlachthöfen handelte. Die Tiere gehörten mit zur Familie, man musste sich schon sehr überwinden, und wusste genau, wem man das Überleben im Winter zu verdanken hatte. Heute hat man es leichter, auf Fleisch zu verzichten, damals hing das Leben davon ab, und die Menschen mussten in der Winterkälte schwer körperlich schuften. Mit Soja-Müsli wäre das wohl nicht allein zu bewerkstelligen gewesen. Das war keine Frage von Luxus-Lebensmitteln, sondern von Hunger. Auch für die Tiere, die bei zuwenig Futter im Winter ebenfalls elend zugrunde gehen konnten. Den Aufstieg und die rasante Gehirnenwicklung verdankt der Mensch auch dem Zugang zu tierischem Protein, schon die Grossaffen waren Jäger. Das früher geschmähte Mesolithikum brachte eine “Kulturexposion”, wie man durch neuere archeologische Funde weiss, auch gerade wegen der erstmals systematisch durchgeführten Küsten- und in Anfängen sogar Hochseefischerei. Viele der jetzt zum Vorschein kommenden, blühenden Ansiedlungen lagen an der Küste, oder z.B. im Bereich der Sände des jetzigen Wattenmeers (Doggerbank).

  • Aber heutzutage tut es auch Apfelstrudel, Gemüse-Eintopf mit Kohl, und Kürbis-Suppe mit selbstgebackenem Zwiebelbrot. Oder ein leckerer Kürbiskuchen, mit dessen Rezept man auch Halloween-Muffins backen kann. Wir haben ja Zentralheizung und sind im allgemeinen nur Bürostuhlwärmer.

Man kann auch gemeinsam Maronen am Kaminfeuer rösten, dafür gibt es Maronenröstkörbe mit langem Stiel aus Gusseisen in Kaminzubehör-Läden.

Als Getränk: Heisser Apfel-Cidre mit Gewürzen schmeckt nicht schlecht, ein bisschen für die Ahnen versprengen!

Einen Platz am Tisch zusätzlich decken, oder draussen, wenn der Gartentisch noch auf der Terasse steht, einen Teller mit Speisen anrichten und eine Kerze dazustellen.

  • Das sogenannte “dumb supper“, ein symbolisches Mahl für  verstorbene Familienmitglieder, vor allem des letzten Jahres, auch geliebte Haustiergefährten werden hier bedacht.
  • Ein Licht ins Fenster stellen, ein Brauch der in vielen Gegenden zu Allerheiligen ausgeübt wird, aber vorchristliche Wurzeln hat.

    ouiji

    Ouja Board by sevenoaksart.co.uk

Orakeln:

  • Gerne darf das angestaubte Ouja-Board zum Einsatz kommen. Glaubt bloss nicht den Unsinn über bööööse Flüche und Geister, es ist einfach eine art Do-it-yourself Seance mit nicht mehr Auswirkungen wie etwa Gläserrücken (davon stammt es vermutlich ab) oder Bleigiessen zu Sylvester.
  • Für viele ist Tarot der Klassiker unter den Orakeln. Ich verwende die Karten lieber zur Introspektion.

Entrümpeln und recyceln: Das Thema von Samhain ist auch ein skorpionisches, oder eins des 8.Hauses: Loslassen und Dinge in den natürlichen Kreislauf zurückführen.

Gärtnern: Jetzt ist die beste Zeit, den Komposter zu entleeren, und umzusetzen.

Trick or Treat: Last but not least, der jährliche Spass-Rummel für Kinder!

witch_by_kmygraphic-d9cyderDekoration: Allerlei Nachtgetier, die Halloweenkatze darf nicht fehlen, Fratzen, Masken, Hexenbesen und Hüte. Fratzen-Kürbisse und andere schaurige Laternen, besser als Kerzen, wenn Kinder mit von der Partie sind.

Wer weniger Fasching will:

  • Ich stelle 13 Maxi-Teelichte in Gläsern im Kreis auf, in die Mitte kommt ein grosser Kupferkessel mit Sand, in dem man auch räuchern kann.
  • Dekoriert wird mit Äpfeln, Nüssen und passenden Blumen (Ringelblumen z.B. gehören zum Pluto).
  • Dazu kommen schwarze, silberne und orange Kerzen auf einem Metall-Tablett.
  • Es ist schliesslich auch ein Fest der Stille, nach dem Geisterspektakel.
  • Bilder von verstorbenen Eltern, Grosseltern und Haustieren mit Blumen und Kerzen arrangieren

Man kann auch einen stillen Gang auf den Friedhof machen, oder in die Natur hinausgehen, wenn das Wetter nicht zu scheusslich ist. Bei Freimaurern gibt es den Brauch, verstorbenen Brüdern die symbolischen drei Rosen auf das Grab zu legen: Licht (weiss), Liebe(rot), Leben(rosa), oder Weisheit – Stärke – Schönheit.

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Loreena McKennitt, kanadische Folksängerin, Harfenvirtuosin und Komponistin:

Loreena McKennitts Lieder zeichnen sich durch mystisch beeinflusste Texte aus, gepaart mit der Musik von teilweise mittelalterlichen Instrumenten, wie irische Harfe, Drehleier und Dudelsack. Dominierend sind hierbei traditionelle irische bzw. keltische und orientalische Motive. Sie verarbeitet in ihrer Musik aber auch klassische Themen der britischen Literatur. So vertonte sie romantische Balladen wie “The Lady Of Shalott von Alfred Tennyson und “The Highwayman” von Alfred Noyes sowie mehrere Sonnette von William Shakespeare.

 

***Da ist die Art und Weise wie Löwenbabys als nicht rentabel genug einfach in Zoos eingeschläfert werden, damit angehende Veterinäre was zum Üben haben, schon eher pervers. Obwohl man weiss, das diese Raubkatzen extrem gefährdet sind!  So geschehen in Dänemark, und wer weiss noch wo sonst.

Referenzen “little earth mother”

Posted by on Oktober 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

The veil is lifting: To the waters and the wild …

Nun wird der Schleier zur anderswelt gelüftet …

Nun wird der Schleier zur Anderswelt gelüftet …
The Door To Fairie, ©scrano 2015

Stolen Child

Come away, O human child!
To the waters and the wild
With a faery, hand in hand,
For the world’s more full of weeping
than you can understand.

William Butler Yeats
  • Meine Halloweenkarte ist eine Mischung aus Photomanipulation, Fraktalkunst und Digitaler Malerei.
  • Digital Art, a mix of Photomanipulation, Digital Painting and fractal elements.
  • Halloween-Gruss zum persönlichen Gebrauch, kein upload auf andere Seiten.
  • Greeting card for personal use, no redistribution on other sites. If I want to post art on pinterest, twitter, facebook etc. I do it myself. Also, it would be unfair to my stock contributors.
    Questions/Bei Fragen: ambrosia(at)athanor-und-alembik.de

Referenzen/Thanks

Song version of Yeats Poem by Loreena McKennitt.

It obviously inspired John Boorman to his movie:”The Emerald Forrest“, where the fairies or “little people” are the indigenous tribes of the Amazonian.

It is the season to delve into shifted realities again!

It is time to remember our ancestors, relatives, friends or pets we still love, but are no longer with us. Halloween, All souls Night or Samhain and festivals like “Dia de las Muertos” are her to comfort us and give us hope, that nothing is forever, even death.

So, spookiness during these days is not solely Hollywood gore and amusement park horror, “trick or treat “or whatever customs are practiced. It is to remind us of the necessity that things must end in order to be renewed.
The “Circle if Life”. No need to be scared – as long as you keep a clear conscience, nothing dire will befall you.

It has nothing to do with Satanism, as religious zealots try to convince unsuspecting souls, as they prey on them. Satan is their own concept of shoving problems and shadowy sides of human personality on something to blame – a scapegoat. That is why the chap has this ridiculous goat features. An insult to goats, which are nice and useful animals. May be, the are a bit smelly …
So keep your heart pure and be merry, put out candles for souls to guide them home and have supper with family and friends. Visit a cemetery and meditate over matters of life and death. Invite someone from your social circle, who has suffered a loss recently.
AND then go for “Trick and treat” with your kids or carry “Jack o’ Lanterns” through the night. Or light a fire, if this is allowed in your neighborhood – the flames give us warmth and light and are a symbol of eternal life, not hell. Hell in antiquity was a frozen place, sorrowful, cold and barren.

Keep your animals in, especially cats, and more so if they are black. Idiots of all kind could use them for something awful – not a ritual, mind you, but some kind of blasphemy or sadistic crap, that was shown in some equally idiotic Hollywood flic – labeld “occult” or “satanic”.
Believe me, there is NO Satan, only evil people. Danger to animals during Halloween doesn’t come from pseudo-occultists only:

Snakes, owls, bats and spiders – oh my! I quite like depicting spiders and bats in Halloween decorum. All these nightly, useful creatures are often vilified by people. Also owls and cats – even persecuted by life-hating church fathers. I’m still amazed how initially peaceful christian beliefs got warped to fit into power hungry despotism.  Black cats are not only endangered by wannabe satanists. It’s a sad inheritance of monotheism to kill living creatures because they have been or are sacred to other beliefs. A glance on its sources: Meanwhile it is well known, that Echnaton (Akenaton) was a brutal oppressor and instigated a bloody civil war in Egypt. He was far off being a peaceful Hippie Guru, inventing the concept of a “sole truth”, that only he got told from Aton (God). From this root sprouted Monotheism, which is always based on a “revelation“. Echnaton’s demon, a curse that lasts on Judaism, Islam as well.
An all-encompassing God can be only one, who includes everything, not cuts off bits and pieces that do not fit into cultural traditions. And all of these concepts have a Devil, because there is a catch: Who brought evil in the world, if there is only one, only “good” (from our perspective, anyway) deity. So … there goes monotheism, enter dualism (Zoroastrism), hypocrisy, scapegoating and Satan.

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Posted by on Oktober 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Äpfelzeit – späte Sorten für Kuchen, Most und Deftiges

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Apfelblüte – fliegen genug Bienen gibt es eine gute Ernte im Herbst-.

Apfelwaffeln

Zutaten:

  • 250 g säuerliche Bio-Äpfel z.B. Boskop
  • 250 g weiche Butter
  • 100 g Rohrohr-Zucker
  • 4 Eier
  • 2 Tl  echter Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Tl gemahlener Zimt
  • 250 g Bio Dinkel-Mehl 630
  • 1 Pkg Safran-Backpulver
  • 125 ml Bio- Vollmilch
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 1 El Zitronensaft
  • Beschichtetes Waffeleisen für Herzwaffeln
  • Puderzucker oder Zimt-Zucker-Gemisch zum Bestäuben

Zubereitung:

Äpfel waschen, Kernhaus austechen, schälen und würfeln. Mit Zitronensaft beträufeln, dann mit Zucker vermischen.
Eier trennen, Eigelb mit Butter, Zucker und Vanillezucker in einer Rührschüssel mit dem Handrührer schaumig rühren. Eiweiß mit einer Prise Salz sehr steif schlagen.
Mehl mit dem Backpulver und Mandeln mischen, zu Ei-Buttermasse geben und schliesslich unter Rühren portionsweise Milch zugeben, bis ein cremiger Teig entsteht. Mit einem Schneebesen das Eiweiss unterziehen, dann die Apfelstückchen vorsichtig untermischen, nicht zu heftig herumrühren.
Waffelteig  in das Waffeleisen füllen und protionsweise backen. Die Menge Teig pro Waffel und die ideale Bräunungszeit ist vom Waffeleisen abhängig, daher erst mal eine Probewaffel backen.
Mit Puderzucker bestäuben. Auch lecker als Frühstückswaffeln.

bernhard

Mostereibetrieb Bernhardt  mit Hofladen – hier werden unsere Äpfel zu Saft.

Apfel-Kartoffelsalat mit Joghurtdressing

  • 1 kg vorwiegend festkochende Bio-Kartoffeln,
  • 500 g säuerliche Bio-Äpfel
  • 1 El Zitronensaft
  • 1 Knollenfenchel mit Grün
  • 200g Cheddar
  • 250g Joghurt
  • 50 ml Apfelsaft
  • Schnittlauch, Petersilie, Zitronenmelisse, Borretschblüten
  • Salz, Pfeffer, Kümmel

Kartoffeln gut bürsten, halbieren und in Salzwasser mit 1 Tl Kümmel garen. Äpfel waschen, Kernhaus entfernen und mit Schale in feine Schnitze zerteilen. Mit Zitronensaft beträufeln. Knollenfenchel in kleine Stücke schneiden, zartes Grün mitverwenden. Cheddar würfeln, Kräuter fein hacken und zu den Äpfeln und dem Fenchel geben. Joghurt mit Apfelsaft, 2 Tl Ahornsirup, Pfeffer und 1 Prise Salz zu einer Salatsauce rühren, mit Zitronensaft abschmecken. Gekochte Kartoffeln heiss abpellen, in Scheiben schneiden, zu Apfel/Fenchelmischung geben, mit Joghurtdressing übergiessen. Gut durchmischen , mit Borretschblüten garniert servieren.

  • schmeckt solo oder mit würziger Bratwurst, aber auch zu Back-Fisch.
apfelbeute

Ausbeute von diesem Jahr: Onatario, Brettacher Gewürzapfel und Elstar

Erst einmal heisst es anstehen, bis man an der Reihe ist. Am Wochenende haben sich jede Menge Hobbygärtner zur Mosterei eingefunden.

Apfelpunsch mit Amaretto

 4 Portionen:

  • 2 Liter naturtrüber Bio-Apfelsaft
  • 50 ml Ahornsirup
  • 1 Orange, unbehandelt
  • 1 Sternanis, 5-6 Nelken, 1 Zimtstange
  • 100 ml Amaretto

Orange dünn spiralig schälen – nicht die weisse Haut mitnehmen! Saft auspressen und mit Ahornsirup und Apfelsaft in einen großen Topf geben. Gewürze und Orangenschale zufügen,  5-10 Min. erhitzen aber nicht kochen. Vom Herd nehmen und übr ein Sieb in ein hitzebeständigen Krug giessen. Amaretto zugeben, fertig!

Späte Apfelsorten, dies sind meistens alte Kulturformen, oft auf Hochstamm, wie man sie in Streuobstwiesen findet. Diese Äpfel sind sehr lagerfähig und reifen erst von Mitte bis Ende Oktober aus. Brettacher, Boskop, Ontario und Winterrambur sind solche besonders zum Kochen und Backen geeignete Sorten. Sie liefern auch guten Apfelsaft, der durch Lagern in einem dunklen, kühlen Keller durch Nachreifen noch an Geschmack gewinnt.

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Rückstand nach der Vermostung: Trester,
er mundet noch dem Wild und auch Hausschweinen.

Hier geht es zur Destille, und einer kleinen Kostprobe von Obstler, Birnenbrand & Co. Auch leckere Obstliköre stehen zur Auswahl – besonders zu empfehlen: Quittenlikör.

Wieder einmal ist Erntezeit, bei unseren alten Apfelsorten: Brettacher Gewürzapfel und Ontario. Aber auch der Elstar ist dieses Jahr spät dran. Nach einem Nachmitttag Pflückarbeit sind dann die schönsten Früchte eingekellert, der Rest kommt in Säcke. Diese landen dann in der Mosterei Bernhardt, in der Nähe der Burg Leuchtenberg. Dort gibt es auch einen Hofladen mit allerlei Obstprodukten und auch Honig von den Steuobstwiesen. Der Vorteil: Man erhält den Saft von den eigenen Äpfeln. Viele Gartenbesitzer lassen hier ihre Äpfel verarbeiten, und da bis Ende November Betrieb ist, hat man auch mit alten Spätsorten eine Chance. Unsere Ausbeute: 156 Liter Saft.

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Vergeistigung der Äpfel: Obstler aus der Destille der Mosterei Bernhardt.

Deftiger Eintopf mit Äpfeln

  • 250g Rindfleisch (Wade)
  • 250g Schweinfleisch (Kamm)
  • 2 milde Bio-Zwiebeln
  • 700g vorwiegend festkochende Bio-Kartoffeln
  • 200g Bio-Karotten
  • 2 Bio-Tomaten (San Marzano)
  • 2 grosse rote Bio-Gemüsepaprika – spitze Sorten haben mehr Feuer
  • 2 säuerliche, feste Bio-Äpfel, mittelgross – Boskop, Elstar
  • Selleriegrün, Petersilie
  • Öl zum Anbraten des Fleisches
  • 1/2 l Gemüsebrühe

Die Zwiebeln hacken und mit den Fleischwürfeln in Öl kurz anbraten. Tomaten würfeln hinzugeben und mit der Brühe auffüllen. Ca. 30 Minuten dünsten. Die Kartoffeln, die Paprika und die Möhren in grobe Stücke schneiden. Beides hinzugeben und weitere 15 Minuten garen. Zuletzt die in Schnitze zerteilten Äpfel in den Eintopf geben. Sellerie und Petersile hacken, untermischen. Den Eintopf nur noch ziehen lassen, dann groben schwarzen Pfeffer darübermahlen.

Für Vegetarier – Räuchertofu anbraten, statt Fleisch verwenden.

Und auch das noch: Ein Apfel-Fraktal!

Herz-Apfel oder Apfelherz? Apfelgrün ist er jedenfalls  …Apple Core ©scrano 2013

Herz-Apfel oder Apfelherz? Apfelgrün ist er jedenfalls …
Apple Core ©scrano 2013

Posted by on Oktober 21st, 2016 Kommentare deaktiviert

Herbstlieder: Zauber der der Vergänglichkeit

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Oktobergold – letzter Glanz vor der winterlichen Erstarrung.
Autumn Joy ©scrano 2016 steamy girl:oldhippieart

Oktoberlied
Der Nebel steigt, es fällt das Laub;
Schenk ein den Wein, den holden!
Wir wollen uns den grauen Tag
Vergolden, ja vergolden!
Theodor Storm 1848

Baum-Pilz am toten Holz.

Meister des Recycling: Baum-Pilz am toten Holz.
Trametes versicolor – Schmettterlingstramete

Der Herbst ist der Frühling des Winters.
Henri de Toulouse-Lautrec
(1864 – 1901), französischer Maler und Graphiker

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Frost zaubert Farben auf letzte Rosen.
Frosty Blush ©beast666

Der Herbst ist immer unsere beste Zeit.
Johann Wolfgang von Goethe
(1749 – 1832), deutscher Dichter, Naturwissenschaftler und Staatsmann

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… und reizvolle Formen entstehen durch Transformation.
Distelsamenstände am Hochmoor.

Frühling begehrt,
Sommer ernährt,
Herbst bewährt,
Winter verzehrt.
Bauernweisheit

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Sedum Blütenstand nach dem Frost – lässt sich gut
für Trockengestecke verwenden.

Der Frühling ist zwar schön; doch wenn der Herbst nicht wär’,
wär’ zwar das Auge satt, der Magen aber leer.
Friedrich Freiherr von Logau
(1604 – 1655), deutscher Jurist, Satiriker, Barockdichter.

Rosenstolz: Anmut noch im Verfall.Perdita ©scrano 2009

Rosenstolz: Anmut noch im Verfall.
Perdita ©scrano 2009

Herbst Lebensabend

Du, dieses Jahres Abend, Herbst,
Sei meines Lebensabends Bild!
Wie langsam du den Hain entfärbst,
Und deine Sonn’ ist frühlingsmild:
Es lacht das grünende Gefild’
Tief im Oktober ohne Frost,
Und in der Traube schwillt der Most,
Wie in der Brust Begeist’rung schwillt.
Friedrich Rückert
(1788 – 1866), deutscher Dichter, Lyriker und Sinologe, Arabist

Posted by on Oktober 19th, 2016 Kommentare deaktiviert

Heilpflanzenwelt im Oktober: Signatur der Venus

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Rosenblütenblätter und Goldener Schnitt – typisch Venus
Passion Dance ©scrano 2013

Die Venus ist der hellste Stern am Himmel und hat eine Umlaufzeit um die Sonne von 225 Tagen. Sie ist das Symbol der Körperlichkeit, der Ausgleichung und das erotische weibliche Prinzip.

Venus finden wir in unserem Sinn für Ästhetik, Schönheit und Balance und sie trägt dazu bei, dass wir geniessen können, unsere Sinnlichkeit entdecken. Sie hält den Spiegel, nicht aus Eitelkeit, sondern um uns das Du erleben zu lassen: So sehen Dich die Andern!  Venus ermöglicht uns, Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen, uns zu sozialisieren, zuerst mit dem Partner, dann in einer Gemeinschaft. Sie ist aber auch die sanftere Seite des Marsischen Begehrens, sie lockt und verführt. Und sie kann auch gefühllos erscheinen und materialistisch. Wer Romantik will, muss sich nach der Mondin umschauen – sie ist die Seelenvolle, Venus herrscht auch über den Ehevetrag (Stier)  und kennt Paragraphen und Gerichtsaal (Waage). Ihre Elemente sind Erde und Luft – ohne Wasser sind sie unfruchtbar, ohne Feuer kalt.

Pflanzen, welche hauptsächlich eine Venussignatur tragen, haben üppige Blüten- oder Fruchtbildung, süßen oder milden Geschmack und man findet sie in sanften, fruchtbaren und harmonischen Landschaften. Von eleganter und einladender Gesamtwirkung, regelmäßig gezahnte Blätter (Nierenform, Herzform), saftige Blätter, Blattrosetten, üppige Blütenausbildung, Blütenfarbe von weiß-rosa bis rosenrot, samtig oft mit sinnlich betörendem Duft. Kennzeichnend ist auch die 5-zählige Blüte.

Nelkenwurz - ein Rosengewächs. Jakob Sturm 1796.

Nelkenwurz – ein Rosengewächs. Jakob Sturm 1796.

Ihr Gegenpol sind Mars, wie man besonders leicht in der Rose, aber auch der Brennessel erkennt, und Pluto, der eher subtil daherkommt, wie in den Minzen oder Solanaceen. Während der Widderherrscher oft schon mit Stacheln oder reizenden Scharfsubstanzen auf sich aufmersam macht, liegt Plutos Macht eher in Giften.

  • Alpenveilchen (Pluto, Mond/Saturn)
  • Alraune (Pluto, Mond/Saturn)
  • Anemone – Windröschen  (Mars, Merkur/Jupiter) Der Saft der Pflanze ist ätzend und verursacht Rötungen und Blasen auf der Haut. Die Blätter wurden früher aufgelegt, um Haarausfall und Krätze zu heilen. In der Homöopathie wird Windröschen vereinzelt bei Frauenleiden als auch bei Gelenkrheumatismus und Magenleiden verwendet.
  • Bärentraube (Mars, Saturn/Mond), gegen akute Nieren und Blasenleiden
  • Tollkirsche (Atropa belladonna)  (Pluto, Mond/Saturn), als Schönheitsmittel äusserlich verwendet, als Rauschdroge wirkt sie plutonisch – auch ein atropopäischer Zauber und reichlich giftig. Vorsicht, die schwarzen Beeren schmecken süsslich, daher Kinder vor dem Verzehr warnen.
  • Bergminze (Pluto, Merkur/Neptun), sie wirkt ausgleichend und mild erfrischend, auch andere Minzen haben diese Signatur – sie sind auch Kräuter der Hekate.
  • Birke (Mond/Saturn, Mars), herzförmige Blätter weisen auf Venus, der Marsanteil zeigt sich in den vielen allergenen Pollen der männlichen Pflanze (zweihäusig), und dem belebenden Elixir aus dem Birkensaft, Mond/Saturn in der schwarz-weissen Rinde.
  • Blutweiderich (Merkur/Neptun)
  • Brennessel (Mars),
  • Buche und Maronenbaum (Mars, Merkur/Jupiter)
  • Dachwurz (Mars, Sonne/Uranus) – hübsche Blatt-Rosetten
  • Damiana ( Merkur/Jupiter),
  • Eisenkraut (Mars, Jupiter/Merkur), heilige Pflanze der Kelten, aber auch die Griechen und Römer reinigten damit ihre Altäre.  Im alten Ägypten wurde die Träne der Isis genannte Pflanze in kultischen Zeremonien eingesetzt. Es galt als besonders stark atropopäisch. In Wales trägt das Eisenkraut daher den Namen Devil’s bane – Teufelsbann. Auch der Name Eisenkraut selbst lässt sich auf die magische Verwendung dieser Pflanze zurückführen: Sie sollte das beste Mittel gegen Verwundungen durch Eisenwaffen sein, und sie wurde bei der Eisenverhüttung zugesetzt. Echtes Eisenkraut hat zudem in der Pflanzenheilkunde eine lange Tradition, die bis ins Altertum zurückreicht. Es wurden ihm harntreibende (Venus), Gallenfluss (Mars) anregende und antirheumatische Wirkungen nachgesagt. Inhaltsstoffe sind die Iridoid-Glykoside Verbenalin, Hastatosid und neben einer Reihe anderer Verbindungen auch Verbascosid.  Eine schulmedizinische Wirkung konnte nicht gezeigt werden. Eisenkrautpräparate werden heute, wenn überhaupt, nur noch in der Volksmedizin eingesetzt. Trotzdem ist Eisenkraut ist wohl aber ein wesentlicher Bestandteil handelsüblicher Erkältungsmittel. Neuere Untersuchungen belegen allerdings eine schlaffördernde sowie neuroprotektive Wirkungen der Inhaltsstoffe.
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Unscheinbar, aber göttlich – dazu auch heilkräftig: Echtes Eisenkraut.
Venus/Mars, Jupiter/Merkur. quelle:wiki.

  • Erdbeere, (Mars, Merkur/Jupiter) – ein Rosengewächs
  • Feige (Pluto, Mond/Saturn)
  • Frauenmantel (Mond/Saturn),
  • Gamander Echter (Merkur/Jupiter),
  • Geranie (Mars, Merkur) und Storchschnabel
  • Granatapfel (Pluto)
  • Gundermann (Merkur/Neptun),
  • Haselwurz (Pluto, Merkur/Neptun)
  • Haselnuss (Mars, Merkur/Jupiter)
  • Himbeere, Brombeere, (Mars, Merkur/Jupiter),
  • Hirtentäschel, mit Saturn/Mond, ein Frauenkraut gegen zu starke Mensis (Venus/Mond), mit typisch herzförmigen Frucht-Täschchen, es wirkt auch blutstillend bei Wunden (Mars, Saturn) und wurde früher gegen Nierensteine angewendet (Venus/Saturn)
  • Huflattich (Mars, Sonne/Uranus)
  • Kastanie (Jupiter/Merkur, Mars)
  • Kuhschelle, Pulsatilla (Pluto, Merkur/(Neptun)Jupiter)
  • Linde, mit Pluto als Gegenpol, die Linde hat etwas chtonisches, eine Ausstrahlung von der alten Erdmutter – das lässt auch der Name Lindwurm für Drachen vermuten. Interessanterweise hat Lindenhonig ein feines Minzaroma – Menthe, die Minze trägt ebenfalls eine Venus/Pluto-Signatur.
  • Malve, (Pluto, Mond/Saturn), ihre Schleimstoffe nach einem Kaltauszug helfen gegen Entzündungen, auch innerlich – deutliche Mondsignatur (die stärkere), auch dass man damit eine Art Volks-Schwangerschaftstest durchführte: Eine Malvenpflanze wurde mit Urin begossen, verdorrte sie danach, war man nicht guter Hoffnung. Eine Marienpflanze, eine weitere Mondsignatur. Venushaft wirkt sie gegen Halsschmerzen, Heiserkeit, als Schönheitsmittel und aromatischer Blüten-Tee, der fruchtbarkeitfördernd sein soll, sowie als Zauberamulett: Büschel von Malven hängte man späten Mädchen über das Bett. Malven sind komplett essbar, auch eine Venuseigenschaft – daher der Name Käsepappel. Knospenund junge Triebe  liefern eine Art Pesto, Blätter und Blüten eine dekorative Salatzutat. Junge Samen können auch genascht werden.  Und der Pluto … nun ja, Malvenauszüge lindern auch sehr gut Hämorrhoiden-Beschwerden. Muss ja nicht immer ein Spielverderber sein, der Unterweltboss.
  • Melisse (Pluto, Mond/Saturn, Merkur/Neptun) eine Panacea
  • Nelkenwurz (Mars, Jupiter/Merkur), sie ist ein Rosengewächs, ihre Wurzel riecht tatsächlich nach Gewürznelke. Sie wurde als Aphrodisiakum für Männer eingesetzt. Nelkenwurzöl hilft gegen Zahnfleischentzündungen. Die getrocknete, zu Pulver zermahlene Wurzel galt als Mittel gegen schwarze Magie – ein soganntes Malefizpulver, mit dem magische Schutzkreise gestreut wurden. Um den Hals getragene Wurzel galt als Potenzamulett. Also nicht gleich fluchen, wenn die Nelkenwurz im Garten siedelt.
  • Poleiminze, hier ist Pluto sehr stark aber auch Neptun/Merkur – ein Rauschmittel und eine abortive Droge – erzeugt Schwindel, Übelkeit – besonders das Öl ist toxisch.
  • Primel, das echte Himmelsschlüsselchen (Primula veris), wirkt gegen Nebenhöhlenentzündung (Nasen- und Kiefer bzw. Stirnhöhle) – das Mittel der Wahl! Sehr wirksam und trotzdem mild. Auch bei Heuschnupfen gegen die starke Verschleimung – kann ich nur bestätigen! Sogar bei der chronischen Nebenhöhlenentzündung unserer Katze (mittlerweile in ihrem zwanzigsten Lebensjahr) hat es enorm geholfen. Sie bekommt es als Fertigpräparat “Sinupret”, das es in verschiedenen Abstufungen “Baby bis extract für Erwachsene” gibt.
  • Quendel (Mars, Merkur/Jupiter), die wilde Variante des Thymians.
  • Rose (Mars, Merkur/Jupiter; Hundsrose auch Pluto), generell prägt Venus in einer Art Grundsignatur alle Rosengewächse – eine grosse Pflanzenfamilie.
  • Schafgarbe (Mond/Saturn, Jupiter/Merkur) – eine Panacea
  • Seifenkraut (Mond, Merkur),
  • Stiefmütterchen (Pluto, Merkur/Neptun),
  • Tausendgüldenkraut (Merkur/Jupiter),
  • Veilchen (Neptun/Merkur, Mars)
  • Weidenröschen, schmalblättriges aus der Gattung der Nachtkerzen, Venus/Mars, Jupiter/Merkur. Hier haben wir ein günstiges Pflänzchen gegen Männerleiden. Mars/Venus helfen gegen nächtlichen Harndrang und Prostataentzündung bzw. Schwellung. Die grosse Schwester, die Nachtkerze (Mond/Saturn, Merkur/Jupiter) hilft Frauen über das Klimakterium.
  • Weissdorn (Mars, Mond/Saturn), gutes Tonikum gegen Altersherzbeschwerden
  • Wiesenstorchschnabel (Mars, Merkur/Jupiter)
  • Zitrone und Orange, Zitrus im allgemeinen (Mars, Sonne/Uranus),
  • Gemüse: Auberginen, Tomaten, Kartoffeln, die als Solanaceen eine Venus/Pluto-Hauptsignatur tragen. Kraut, Spinat, Blumenkohl, Brokkoli.
  • Früchte: Kernobst – wie Äpfel, Birnen, aber auch Aronia und Eberesche, Steinobst – wie Aprikose, Zwetschge, Pfirsich, Kirschen, Beerenobst, wie Brombeere, Erdbeere – alles Rosengwächse.

Der Venus untersteht die Blütenbildung, insbesondere die Blütenmitte mit dem Stempel, aber auch die Frucht, besonders bei Obstbäumen und anderen Rosengewächsen.

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Malve – alle Arten unterstehen Venus, Mond/Saturn.
Man beachte die 5-zählige rosa Blüte. Dreilappige Blätter: Jupiter/Merkur.

Zu den Zier- und Duftpflanzen der Venus gehören: Schneeball, Hortensie, Flieder.

Räucherpflanzen, die die Venusaspekte unterstützen, sind Benzoe Siam, Cardamom, Damiana, Frauenmantel, Labdanum, Moschuskörner, Nelke, Rosenblüten, Sandelholz, Vanille,  YlanYlang und Tonkabohne.

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Geranium pratense, in der Volksmedizin gegen Heiserkeit eingsetzt.
Venus/Mars, Merkur/Jupiter, Wiesenstorchschnabel ©beast666 2015

Venusräucherungen sind sinnlich, verführend und aphrodisierend. Sie lassen über die Sinnlichkeit das Göttliche in uns selbst erfahren. Wir brauchen unsere Sinne, um unseren eigenen Körper, die persönliche Existenz auf der materiellen Ebene auch im Wortsinn zu begreifen, und ebenso das was um uns herum vorgeht. Venus herrscht auch über das Selbstwertgefühl, über eigene Werte und wie diese im Spiegel der Mitwelt gesehen werden. Sinnlichkeit und Eros sind auch ein Mittel des Schöpferischen, des Selbstausdrucks, daher steht Venus auch im 5. Haus erhöht. Sie dienen auch der Kommunikation, bereits im Tierreich kann man dies beobachten. Und schliesslich  befähigen sie auch zur Balance von Geben und Nehmen.

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Herbst-Anemone: Venus und Mars/Pluto – fünfzählige rosa Blüte, viele Staubgefässe.
Gegenpol: Giftigkeit und Reizstoffe entlarven Pluto und Mars.
Wie alle Hahnenfüsse trägt sie eine Nebensignatur von Merkur/Jupiter.

Aphrodisiaka sind meistens Speisen, Gewürze, Getränke und Aromen, aber auch Einreibungen und Balsame, die vom Mars und Venus-Prinzip gleichermasen durchdrungen sind. Harmonia war schliesslich die Tochter von beiden Gottheiten.

Der Venus unterstehen zweierlei physiologische Entsprechungen.

Pandemos-Stier: Alles womit wir Nahrung aufnehmen, ausser Zähne (Mars/Saturn): Mund, Speiseröhre, Zunge, Gaumen. Riechschleimhaut und Nebenhöhlen, stimmbildende Organe. Nicht die Schilddrüse, sie ein Merkur-Organ, mit ihrer Schmetterlingsform. Ausserdem regelt sie alle Botenstoffe und die Geschwindigkeit des Stoffwechsels – keine Venus-Domäne.

Urania-Waage: Nieren, Harnleiter, Gleichgewichtsorgane der Ohren – Vestibularbögen. Die Hörknöchelchen und Lagesteinchen sind wieder Sache des Saturn – der steht in der Waage erhöht, interessanterweise. Auch die Nieren können Steine bilden – alle mineralischen Ausbildungen eines Organismus  unterstehen dem Saturn-Prinzip, im Guten wie im Schlechten. Eierstöcke und weibliche Fruchtbarkeit, der Uterus als Hohlorgan untersteht der Mondin. Brüste als erotisches Organ und Milchquelle werden von beiden Prinzipien beherrscht. Die Mondin steht im Stier erhöht, da der nährende Aspekt des Weiblichen und das orale Bedürfnis des Kindes dort realisiert sind.

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Apfelbaum in voller Blüte – Venus in Reinkultur,
Im Herbst trägt er leckere Früchte, deren Kernchen Spuren
von Blausäure enthalten – ein bisschen Pluto muss wohl sein.

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des 6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus und dessen Herrscher
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter (separativer) Mondaspekt des Dekumbitur zum AC-Herrscher -> Ursache, nächste Mondaspekte -> Krisen, Heilungschancen und Dauer.

Bilder: ©beast666

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

Posted by on Oktober 14th, 2016 Kommentare deaktiviert

Nicht nur für kühle Herbsttage : Paprika zum Aufwärmen

Rote, feurige Schärfe - gern gesehen in Herbstgerichten.Impetus ©scrano 2015

Rote, feurige Schärfe – gern gesehen in Herbstgerichten.
Impetus ©scrano 2015

Puh – von wegen “Goldener Oktober! Grau und nass wie im November stellt sich uns der Monat, nach einem übermässig warmen Altweibersommer gar übellaunig dar. Da hilft nur Wärme von Innen! In den heissblütigen Gemüsen aus Südamerika, z.B. aus dem eigenen Gewächshaus, steckt noch jede Menge Sommerhitze, daher gibt es jetzt Paprika galore:

Letscho – Ungarisches Kartoffelgulasch

  • 200g Wammerl, gekocht, wenig gesalzen
  • 4 Paar Wienerle
  • 6-8 Kartoffeln (Laura, eine rote Sorte)
  • 500 g Lauchzwiebeln
  • 10 Gemüsepaprika, ich nehme gerne rote Spitzpaprika
  • 4 – 5 frische Chillischoten (rot/grün, mildere reichen auch schon)
  • 6 San Marzano- Tomaten – oder Dosenware
  • Salz, Pfeffer, Rosenpaprika, Kümmel – gemahlen
  • 100 ml Gemüsebrühe

Spitzpaprika in Bio-Qualität gibt es ab Herbst auf Wochenmärkten. Wir züchten unsre eigenen im Gewächshaus. Kartoffeln sollten vorwiegend festkochend sein, um dem Eintopf etwas Sämigkeit zu verleihen.

Die Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. Paprika entkernen, entstielen und ebenfalls in Ringe schneiden. Chilis -ohne weisse Kernchen! – mit Küchenhexe zerhacken. Die Kartoffeln grob würfeln, Tomaten ebenfalls in Würfel schneiden. Einen großen, flacheren  Topf nehmen und etwas Olivenöl erhitzen und dann die Zwiebeln darin glasig dünsten. Salz und Paprikapulver auf die Zwiebeln stauben und dann die Paprikaringe und die Chillischoten dazugeben. Gut durchrühren und auch die Gemüse etwas anrösten. Dann die Tomatenstücke zufügen, Gemüsebrühe angiessen und dann die Kartoffelschnitze dazugeben. Topf abecken und auf kleiner Flamme ca. 40 Min. garen lassen.

  • Wammerl mit Schwarte in fingerdicke Streifen schneiden,  Öl in einer Pfanne erhitzen und den Speck anbraten, mit Paprika bestauben.
  • Wienerle in Wasser heiss werden lassen.
  • Wammerl am Ende auf das Letscho geben und die Wienerle mit frischem Holzofenbrot dazu servieren.

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Gefüllte Paprika

Zutaten:

  • 10-12 Paprikaschoten, rote spitze
  • 2 frische Chillischoten
  • 2 rote Zwiebeln
  • 500 g Hackfleisch, gemischt
  • 6 Roma Tomaten oder Dosenware
  • 1 Becher Schmand
  • 1 1/2 Tassen Basmati Reis
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer,Rosen- Paprika,
  • Olivenöl,
  • 2-3 Stiele frischer Thymian
  • 25 ml Tomatenmark

Von den Paprika einen Deckel abschneiden, und Kerne und weisse Häute entfernen. Tomaten würfeln, Zwiebeln, Paprikadeckel und Chilis hacken. Thymian fein wiegen. Das Hackfleisch mit der Hälfte der Zwiebel, Salz, Pfeffer und Paprika und einem Ei verkneten. Chillischoten unter das Hackfleisch mischen und dann die ausgehölten Paprika damit füllen.

Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die gefüllten Paprika darin von allen Seiten anbragen, zur Seite stellen. In einem Stieltopf kleingehackte Zwiebel  mit den Reststücken der Paprikadeckel anbraten, Tomatenwürfel dazugeben. Tomatenmark einrühren und mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen. Vom Herd nehmen, Schmand angiessen und unterziehen.

  • Die vorgebratenen Paprikaschoten in eine Auflaufform schichten. Mit der Tomaten-Sauce übergießen und für ca. 40 Minuten in den Heissluftherd bei 180 Grad.
  • 20 min vor Garzeitende den Reis kochen – und dann zusammen servieren!

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Penne Arrabiata:

  • 500 g Penne rigate, gerne aus Dinkel
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 g Bauchspeck durchwachsen, wenig gesalzen
  • 6-8 San Marzano Tomaten, gewürfelt
  •  Olivenöl
  • 2 Chilischoten
  • Salz, Pfeffer
  • 100 g Pecorino romano oder Parmigano Regiano, in Flocken

Bauchspeck in feine Streifen schneiden, Zwiebel hacken, Chilis in dünne Ringe schneiden – weisse Kernchen restlos entfernen. Am besten Wegwerf-Plastikhandschuhe tragen, bei Latex geht die Schärfe durch! Knoblauchzehe mit einem Messer zerdrücken, oder in den Speck auspressen. In einer großen Pfanne wird gutes Olivenöl erhitzt, der Speck hineingegeben und leicht angebraten. Dann kommen Zwiebeln dazu. Wenn alles eine goldgelbe Farbe hat, wird mit den Tomaten aufgefüllt. Chilischoten dazu ein paar Minuten kräftig köcheln lassen.

Penne in siedendes Wasser mit 1Tl Gemüsebrühe und etwas Meersalz geben. Nach der Hälfte der Kochzeit bereits abgiessen und die Pfanne mit der Sauce geben, unter häufigem Rühren fertig garen lassen, bis die Nudeln bisfest sind. Mit Käseflocken betreut anrichten.

  • Meine Lieblings-Pasta!

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Zu den Inhaltstoffen und Signaturen von Chlis und Paprikas gibt es einen Artikel, vor allem über Chilisorten, noch von letztem Jahr. Natürlich mit Rezept für “Chili con Carne”. Wir haben Habaneros und Jalapenos im Gewächshaus angebaut – teilweise auch an Fäden aufgezogen getrocknet.

Paprika-Arten gehören zu den gesündesten Gemüsen:

  • Paprikafrüchte besitzen mit durchschnittlich 128 mg /100 g Fruchtfleisch einen ziemlich hohen Gehalt an Vitamin C.
  • So gelang es erstmals dem ungarischen Chemiker Albert Szent-Györgyi 1926, Vitamin C aus unterschiedlichen Gemüsen und Früchten, darunter Paprika in Reindarstellung zu isolieren. Er erhielt für seine Arbeiten 1937 den Nobelpreis für Medizin.
  • Paprikafrüchte enthalten außerdem viele Flavonoide und Carotine, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den stark färbenden Substanzen gehören.
  • Der Gesamtcarotinoidgehalt im Paprikapulver liegt bei 0,1 bis 0,5 Prozent. Unreife Paprika sind grün, sie schmecken etwas bitter. Reife Paprika enthalten auch bis zu 6 Prozent Zucker.

Nährstoffe pro 100g Fruchtfleisch:

  • 28 Kcal, 1,17 g Protein, 4,73 g Kohlenhydrate und 0,33 g Fett.

Mineralstoffe:

  • 212 mg Kalium, 12 mg Magnesium, 11,2 mg Calcium,

Vitamin E (Tocopherol) 5 mg.

Mit so viel innerer Hitze nach dem Genuss der scharfen Speisen kann man auch den Herbstwind willkommen heissen!

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Alle gif-Animationen: ©kmygraphic

 

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Mandala im Oktober: A Tale of Two Kitties …

Der Herbst kommt mit Macht!A Tale of Two Kitties ©scrano 2015

Der Herbst kommt mit Macht!
A Tale of Two Kitties ©scrano 2015

Ein bisschen Dickens … und der Herbst unserer abendländischen Kultur? Opfer müssen gebracht werden für eine angeblich goldene Zukunft? Das ist es doch, was unsere Oberhäuptlinge uns weissmachen wollen … Da würde es doch lohnen, für alle Betroffenen, uns, die Staatsbürger, aber auch die so selbstverliebten Eliten, ein wenig in den Archiven der noch nicht so fernen Geschichte zu stöbern:

Wer im Englischuntericht aufgepasst hat, kennt sicherlich “Geschichte zweier Städte” von Dickens, seinem eher düsteren Historienroman. Dieser thematisiert die Zeit der französischen Revolution und beinhaltet eine Menge schicksalhafter Wirrungen und eine Art Erlösergeschichte.

Mir ist immer Mme Defarge unvergesslich geblieben, mit ihrem Strickzeug in der ersten Reihe unter der Guiliotine sitzend, ist sie die Inkarnation aller 3 Moiren in einer Frau:

Sie hält, wie Lachesis das Gewebe, in dem die Namen der Todgeweihten ihrer neuen glorreichen Republick verzeichnet sind.  Die Konsequenzen von radikalen sozialen Umwälzungen sind meistens bitter, zu tragen haben sie zunächst selten die Angehörigen der Oberschicht. Allerdings, wenn der Druck zu gross wird, werden diese von der ausbrechenden Revolution schliesslich doch gefressen – sie bilden den ersten Teil von Mme Defarges Todesliste.

Am Ende verstricken sich die ursprünglich sozial motivierten Anführer des Aufstands aufgrund ihrer menschlichen Schwächen auch im Netz der Strickerin: Aus den ehemaligen Idealisten, die das goldene Zeitalter hervorbringen wollten, werden gerne Tyrannen … siehe Robespierre oder Marat, die nun ebenfalls eine Todesliste mit angeblichen Verrätern aufstellen. Eine “Bewegung des Volkes” wird zum Terrorinstrument der nun Herrschenden: Das “Goldene Zeitalter” kommt wieder nur für eine neue Oberschicht. In Frankreich gab es bald eine neue Aristokratie unter Napoleon I.

Dickens, am Beginn der Romantik, war noch ein Autor der Aufklärung, aber auch ein Mann der neptunischen Symbolik – die Geschichte zweier Städte (1859) ist vollständig davon durchdrungen. Sein Historienroman ähnelt im Grundmotiv auch Victor Hugo’s “Les Miserables”*** von 1862. Bezeichnenderweise passen viele Kunstwerke und die Literatur der Romatik sowie die Herausgabe des kommunistischen Manifests (1848) durch Karl Marx sehr gut zur Entdeckung des Planeten Neptun durch Galle (1846) und seiner astrologischen Klassifizierung als modernen Herrscher der Fische.

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Charles Dickens’ Radix ist geprägt von dynamischen Spannungsaspekten.

Im Zentrum seines Schaffens: Neptun/Mond konjunkt im Schützen, zusammen mit Uranus in Haus 3/Skorpion der Kommunikation und Jupiter im Haus 10 der beruflichen Ambitionen in den Zwillingen.
Eine typische Schriftsteller-Kombination, wobei der sozialrevolutionäre (ASC Jungfrau, Uranus im Skorpion) und empatisch-emotionale (Neptun/Mond), fast religiöse (Schütze) Aspekt sich die Waage halten. Einen weiteren Wasserman-Einfluss bringt die Sonne im 5. Haus des kreativen Schaffens, konjunkt mit Vesta und Chiron, was einen zusätzlichen, wenn auch konfliktbeladenen Fokus schafft.
Ein streitbarer Mensch mit Mars in Haus 7 und Domizil im Widder. Ein Parteigänger für die Benachteiligten zu sein, ist durch die Mondknotenstellung in Haus 12/Jungfrau ein wesentlicher  Teil seiner Lebensaufgabe.

  • Die schicksalhafte Mme Defarge ist wohl Venus/Pluto am DSC in den Fischen geschuldet.

Seine Wahl eines fast christlichen Erlöserthemas als Ende seines Romans zeigt den zuversichtlichen Schütze-Einfluss: Es gibt eine Wiederauferstehung allenthalben, für die erlöste Seele und die neue Gesellschaft.

Caveat: Der Fluch des Neptun/Schütze Einflusses ist immer die Generierung einer Religion oder Ideologie, die Massenmanipulation im grossen Stil beinhaltet, auch auf Kosten der Wahrheit. Verblendung und Propaganda sind seine Begleiter, weil oft Wunschdenken statt Fakten die Handlungen beherrschen.

“Multikulti über Alles” ist auch so eine Utopie, die von Eliten den Bürgern aufgedrückt werden soll, und ebenfalls zu deren Lasten und sozialökonomischen Nachteil. Für ein angebliches “Goldenes Zeitalter”. Aus den “Bürgerbewegungen” (oft wird Engagement schon auf diesem Level missbraucht, ausser in lokalen Protesten, z.B. in Wackersdorf) sind lukrative Pfründe für gestrandete Existenzen mit eigentümlichen ethischen Vorstellungen geworden, als sie in der “Grossen Politik” Fuss fassten. Nicht anders als in den damals beschimpften “etablierten” Parteien. Dazu kommt noch eine ideologische Verblendung und eine Abneigung gegen alles, das von einer Mehrheit als Werte geschätzt wird. In einer Demokratie zählt aber das zuerst, nicht die eigenen Ideologien. Wenn man hier glaubt, richtig zu liegen, kann man das kommunizieren, aber nicht mit der Brechstange. Dabei sind oft “avantgardistische” Vorstellungen von einst mittelerweile auch schon wieder ein alter Hut, und gesellschaftstheoretisch längst widerlegt. Aber Ersatzreligionen sind in ihren Dogmen genauso zäh wie etablierte Kulte. Das grüne Mäntelchen ist leider auch nur noch da, um sich noch ein bisschen bürgernah zu geben, oder noch vernunftorientiert zu erscheinen. Ich fürchte aber, die Mme Defarges sind hier tonangebend geworden.

***Victor Hugo: Sonne in den Fischen, ASC Skorpion, Mond Schütze.

Wer sein Wissen vertiefen möchte, darf gerne einen meiner Workshops besuchen.

Posted by on Oktober 6th, 2016 Kommentare deaktiviert