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Veranstaltungen 2017: Herbst-Seminar “Grundlagen der Astrologie – Archetypen, Aspekte und ihre Dynamik”

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Hermetische Weltsicht: Spiegelung von Makro- und Mikrokosmos.
Diese Philosophie liegt auch der Astrologie zugrunde.
Unus Mundus ©scrano 2016

Horoskop einer bekannten Persönlichkeit - ein Förderer der astrologischen Forschung.

Horoskop einer bekannten Persönlichkeit – ein Förderer der astrologischen Forschung.
Erkennt ihr ihn?

Nach der Sommerpause:

Für Astrologie-Interessierte im Raum Esslingen/Göppingen/Kirchheim biete ich im Herbst 2017 wieder ein Wochenendseminar “Grundlagen der Astrologie mit Einführung in die Deutung des eigenen Radix” an.

Preis 75 €/Tag inkl. Verpflegung in den Pausen (Kaffee/Tee, Butterbrezen & süsse Stückle).

Wer Interesse hat, bitte rechtzeitig melden (bis 14 Tage vor Termin ), damit ich eine passende Örtlichkeit in Kirchheim und näherer Umgebung buchen kann. Bei <5 Teilnehmern bei mir zuhause, da ich medientechnisch voll ausgestattet bin. Bei der Anmeldung Geburtsdaten + Zeit angeben, damit ich für den Termin ein Radix jedes Teilnehmers erstellen kann.

 Termine 2017:

  • 26./27. November zum Anfang der Vorweihnachtszeit.
  • Der ideale Zeitraum, um  noch etwas Neues zu lernen, wenn 2017 langsam zu Ende geht: Ein neues interessantes Betätigungsfeld für dan nächste Jahr – und schon mal eine selbstgestellte Prognose für sich selbst und die Liebsten?
  • Anmeldung bis zum 30. September 2017 bei Ambrosia
  • Unverbindliche Auskünfte und Anfragen zum Seminar: Email an Ambrosia: oder reuterc(at)bawue.de.
  • PDF Flyer zum download.
  • Natürlich gebe ich auch Einzelunterricht, der im Rahmen eines gleichzeitigen Beratungsgesprächs stattfinden kann.

Solange die Nächte nicht so kalt sind: Sternhimmel und Sternbilder, Planeten- und Mondbeobachtung mit meinem Newton-Teleskop als kostenloses extra-Highlight zum Astrologie-Kurs an einem separaten Termin – normalerweise immer ab Mai/Juni., bis Anfang November. Die beste Zeit ist allerdings September/Oktober, wegen des Wegfalls von sommerlichem Hitzeflimmern der Atmosphäre. Ausserdem sind die Herbststernbilder bekanntlich die eindrucksvollsten.  Jupiter/Saturn und Venus waren dagegen bis Mai sehr gut beobachtbar. Mit freiem Auge sind natürlich auch die Sternschnuppen der Meteoritenströme des Spätsommers und Herbstes ein schöner Anblick.

Kurze Beispielsdeutungen:

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Mehr dazu findet ihr in meinen Artikeln.

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2017 ist für die Chinesen das Jahr des Hahnes im Element Feuer!
Nach Abt Knauers Wetterkalender wird es das Jahr der Sonne.
Lustigerweise ist der bunte Hahn als Frühaufsteher auch ein Symbol für die Sonne!

So stolz wie das klassische Wappentier, der Löwe ist er allemal.

Posted by on Januar 14th, 2017 Kommentare deaktiviert

Das Erdelement: Stabilität, Fruchtbarkeit, Realitätssinn

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Fruchtbar grünes Erdelement: Kessel oder Füllhorn der Mutter Erde.
Cornucopia ©scrano 2013

Korrespondenzen des Erd-Elementes:

Zodiak:

  • Jungfrau: mutabel – Merkur in seinem Nachthaus, Vesta
  • Steinbock: kardinal – Saturn in seinem Nachthaus
  • Stier: fix – Venus Pandemos

Tarot: Pentakel, Münzen

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Grün, rostrot, ocker, braun, grau, schwarz

Alchemie:

  • EarthNach unten zeigendes Dreieck mit Querbalken

Elemental:

Tage:

  • Samstag – Saturn

Pflanzen:

  • Getreide (Merkur), Wurzelgemüse (Venus), Immergrüne (Saturn), Nadelbäume (Saturn)

Signatur:

Wenig Blüten, unscheinbare Blüten, ledrige Blätter, knorrig, kriechend- oft mit Rhizom, starke Wurzelbildung, mineralstoffhaltig, kieselsäurehaltig, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stärkebildung, wenig Zucker oder Saft. Erdiger Duft. Pflanzen der arktischen Regionen. Kältevertäglich.

Öle:

  • Patchouli (Venus, Pluto)
  • Vetiver, (Venus, Pluto)
  • Kalmus, (Saturn, Sonne, Mond)
  • Tonka, (Venus, Mars)
  • Myrrhe (Saturn, Mond)
  • Iriswurzel, (Saturn, Mond)
  • Zypresse, (Saturn, Sonne)
  • Sandelholz (Venus, Mars)
  • Eichenmoos,
  • Karotte

Tiere:

  • Auf vier Beinen laufende Tiere, vor allem Weidetiere, Reptilien, Höhlen- oder Baubewohner wie Murmeltiere, Dachse. Tiere der Felsenregionen.

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Der Erde,  zu der die Yin Variante “Ruhe und Empfängnis” passt ist in jedem Elementesystem die Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren, aber auch des Menschen zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie von Saturn und Venus regiert, dem Winter- und Frühlingsapekt der bäuerlichen Kulte. Den Erdzeichen haftet vor allem die Neigung zur realen, physischen Manifestation der Dinge an an, sogar der Merkur-beherrschten Jungfrau. Diese repräsentierte aber in antiken Vorstellungen  Asträa, die Sternenjungfrau. Deren Symbol war die Kornähre. Als Zeichen der Aussaat und Ernte (heliakischer Aufgang bzw. Untergang zu diesen Jahreszeiten) war Virgo/Asträa auch mit den Mysterien der erdhaften Muttergöttin Demeter verbunden. Allen drei Erdzeichen ist eine wert-konservative Einstellung zueigen. Das Erdzeichentrigon repräsentiert: Wachstum der Vegetation (Stier) Ernte (Jungfrau) Winterruhe (Steinbock).

Zustandsformen der Elemente im Erd-Trigon:

  • Steinbock: kardinal, aufstrebende Berggipfel, Felsen
  • Stier: fix, weite Ebenen, Ackerland
  • Jungfrau: mutabel, vom Wind bewegtes Grasland, Getreidefelder.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos interessiert. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Posted by on Januar 12th, 2017 Kommentare deaktiviert

Solar Fire: Räucher-Ritual zur Wintersonnenwende

Sonnenfeuer - Winterglanz

Sonnenfeuer – Corona
©scrano 2015

Prolog im Himmel, Goethe: Faust I

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Flammenfraktal im Wortsinn, das die Sonne mit der brüllenden Kraft ihrer Magnetosphäre darstellt. Ohne Sonne kein Leben, daher sehnen wir uns nach der langen winterlichen Dunkelheit instinktiv nach ihr.

Ein bisschen Sonne ins Haus holt uns jetzt eine Räucherung beim warmen Licht echter Bienenwachskerzen. Die Biene vereint lunare*** und solare Elemente in echter Harmonie. Sie schenkt uns das Wachs mit seiner Heilwirkung und dem Licht, das es uns als Material für Kerzen spendet.  Das regelmässige Sechseck der Wabe: Ein Sonnensymbol, wie das Zentrum des Hexagramms, dem sechs-Stern, der das klassische Sonnensystem der Alchemie darstellt. Und erst der Inhalt: Der Honig in seiner goldenen Pracht wirkt schon wie eingefangener, flüssiger  Sonnenschein, darin gleicht er dem Bernstein, ebenfalls ein solares Naturprodukt, das vom Harz schon längst fossilierter Nadelwälder stammt. In diesem ebenfalls goldenen klebrigen Saft steckt die Essenz der Bäume, die einen sehr effektiven, lebendigen Speicher der Sonnenenergie darstellen.

  • Daher gehört der Bernstein zu einer solaren Räuchermischung hinzu, ebenso der Weihrauch, auch ein Harz.
  • Dazu kommen Rosmarin und Zeder, Zitrusschalen, Calendulablüten, Gewürznelken, Zimt und Calmuswurzel, welche als belebend und erwärmend gelten. Auch der Ingwer zählt zu den solaren Mitteln, aber eher als Süssigkeit oder im Tee. Der Rauch ist unangenehm scharf, da zeigt sich Mars. Daher eignet sich Ingwer, wie auch das ebenfalls solar-marsische Johanniskraut eher für Rituale im Freien, bei denen der Winter ausgetrieben werden soll.
  • Pflanzen mit einer Sonnen- Signatur besitzen häufig fette Öle, z.B. Sonnenblume oder  Lorbeer, der Sonnenpflanze der alten Griechen: Wahrzeichen des Apollon. Lorbeerblätter kann man auch verräuchern, zusammen mit Weihrauch, Fichtenharz  und Wacholderbeeren, die marsisch-abwehrend wirken. Eine Vielzahl an solaren Gewächsen sind auch Herzmittel, wobei sie verstärkt tonisierend wirken: Korrespondenz zum Zeichen des Löwen und den Eigenschaften des 5. Hauses.

Die Sonne steht in unser aller Zentrum, ihre Symbolik sollte daher verbinden und nicht trennen: Mit einem solaren Räucher-Ritual kann man alle Aspekte des Mittwinterfestes, der Zeit der Wintersonnenwende recht gut vereinen. Die alte naturreligiöse Tradition nördlich der Alpen und die römisch-christliche Feier des Jesus-Kindes als Licht der Welt, Sol Invictus. Religion heisst nicht umsonst Rückverbindung. Allerdings sollte hier den positiv spirituellen Elementen von Licht und Wärme gehuldigt werden, und nicht den verknöcherten Dogmen. Die braucht keiner. Die lässt man am Besten von den Perchten der ebenfalls am Sonnwendstag, dem 21. Dezember , beginnenden Raunächte verscheuchen.

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©kmygraphic
 
**Lunares Element des Bienenvolkes ist ihre Gesellschaftsform als matriarchales Kollektiv, daher ist auch der saturnische (Struktur, Gegenpol des Mondes) und der neptunische (Aufgabe der Individualität, Gegenpol des Merkur- fliegende Geschöpfe) Archetyp vertreten. Wie bei den Borg, die allerdings mit ihrem kriegerischen Expansionsdrang eher den Ameisen gleichen, bei denen das Mars-Element ebenfalls mehr in den Vordergrund tritt. Die Biene hat zwar einen marsischen Stachel, stirbt aber wenn sie ihn einsetzt, ein allerletztes Mittel also. Bienen besitzen marsische und  venerische Züge, da sie Blüten befruchten.  Pollen=Mars, Frucht=Venus.
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Bernsteingold: Fraktales Weihnachtsbäumchen -
Fichtenharz ist ein beliebtes Räuchermittel – Sonne/Uranus, Mars/Venus.

 

Posted by on Dezember 20th, 2016 2 Comments

Jupiter – Santa Claus – Schamane

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Jupiter Mandala, purpur, lila, feuerrot und blau sind seine Farben.
©scrano 2015

Mit der Sonne im Schützen wollen wir uns dem in diesem Zeichen herrschenden Jupiter-Archetyp und dem astrologischen Jupiter-Prinzip widmen.

O Fortuna, Imperatrix Mundi, wie es in Carl Orffs “Camina Burana” heisst: O Göttin des Glücks, Herrscherin der Welt!

schuetzeJupiter, die Sinnsuche, das Streben nach Glück – was liegt hinter den Dingen, der größere Zusammenhang, von der “Höheren Warte” betrachtet, das ganzheitliche Bild. Synthese, Zuversicht, Selbstvertrauen. Grossmut und Humor. Gaben und Begabungen. Eine Kreuzung aus Erbonkel und Santa Claus ?

Die Götter, die seinen Typus ebenfalls verkörpern:

  • Zeus, Jupiter, Odin (+Merkur), Thor (+Mars), Olorun, Damballah, Rosmerta, Fortuna mit dem Füllhorn.

Archetypen:

  • Positiv: Richter, Philosoph, Lehrer, Vater, Patriarch, Mäzen, Priester, Zigeuner, Weltreisender, Optimist, Santa Claus, Druide, Förster, Wildhüter, Naturschützer. Idealismus, Großmut. Gastfreundschaft (wie Thor, aber auch Odin), Optimismus, Vertrauen in die Zukunft, Zuversicht. Positives Karma, Neidlosigkeit, moralische Unterstützung, die glückliche Bestimmung. Humor, Fröhlichkeit.
  • Negativ: Falstaff und Popanz, Windbeutel, Hybris, Selbstgerechtigkeit, Opportunismus. Übertreibung, Kreuzzüglertum, Rastlosigkeit, Oberflächlichkeit, “va banque” Spieler, Seitensprünge und instabile Beziehungen, “Bon vivant”, Don Juan, Megalomanie, Realitätsblindheit (Hoffen auf ein Wunder). Oberlehrer, Pharisäer, Selbstgerechtigkeit, Arroganz, Machtmissbrauch → Saturn (AMTsmissbrauch).
  • Das Prinzip der Expansion, das eigene Potential, die glückliche Fügung, Gelegenheit, der fördernde Vater, das Suchbild des Ehemanns, das Selbstbild als Ehemann, Streben nach Einsichten und Philosophie, Rechtsauffassung, Suche nach Weite/Erweiterung im inneren und Äußeren. Talente und Mäzene. Ethik und Idealismus.

Rechtswesen:  ”Ich schwör’s bei Zeus, DREI mal schwör ich!”  Zeus galt als Beschützer des Eids, die Drei und Vielfache (6,9,12) als seine heilige Zahl(en).

Organisierte Religion mit Priestertum und Opfer-Ritualen und prachtvollen Zeremonien. Religiöse Lebensregeln, die zivilisatorisch wirken. Urbanisierung der Gesellschaft, Fernhandel und Kolonialismus. Rituale für Glück und Unterstützung, der Deus ex Machina. Wohlstand und Philantropie, mit Uranus.

Jupiterprinzip im Tarot: “Der Hierophant”, “Das Schicksal”, Dreien, Neunen, Könige, “Der Teufel“. Hierophant und Teufel stellen Spiegelkarten dar.

Orte: Universität, Tempel, Kirche, Schule, Reisebüro, Kultureinrichtungen, intellektuelle oder spirituelle Zirkel, Kasinos, Börsen.
Berufe: Schiedsrichter, Friedensrichter, Richter, Priester, Lehrer, Philosoph, Literat, Verlagswesen, Reiseleiter, Import/Export, internationaler Vertrieb, Agentur.

Astrologischer Herrscher über 9. Haus, Schütze und Fisch (mit Neptun)

  • Tag: Donnerstag
  • Farben: Purpur, violett, königsblau, orange-gelb.
  • Zahlen: Drei und Neun (mit Mars), Zwölf und Sechs (mit Neptun und Merkur).
  • Qualität: Mutables Feuer, Yang, im Fisch auch Wasser+Yin (das Nachthaus des Jupiter in der klassischen Astrologie).
  • Gegenpol zur 3 in der 3/9 Achse: Mentales ich, Erkenntnis der Dinge — > mentales Wir, Erkenntnis der Zusammenhänge zwischen den Dingen.

Dignitäten:

  • Domizil: Schütze,Fische
  • Exil:Zwillinge, Jungfrau
  • erhöht im Krebs, im Fall, Steinbock

Korrespondenzen:

  • Chakra: 2. 6. 7. je nach Lehrart, bei meinem System gehört das 5. Chakra: Lehren, Lernen, Kommunikation zur Achse Jupiter/Merkur.
  • Alchemie: der König, conjunctio.
  • Kristalle: Lapislazuli, Amethyst, Saphir, Hyazinth, Tansanit, Feueropal.
  • Richtung: Süden+Westen
  • Metall: Zinn (Bronze)
  • Tiere: Pferd, Adler, Hirsch, Elefant, Wildschwein, der Stier.

Dem Zeus wurden Stiere geopfert, er verwandelte sich in einen Stier, um Europa zu entführen (über das Meer), siehe unter männliche Trinität.

Pflanzen:

  • Grosswüchsige Pflanzen, frucht-tragende -> Obstbäume, Nussbäume, Eiche, Walnuss, Artischocke, Karde, Distel (mit Mars), wohlschmeckend, nahrhaft, exotische Herkunft (Gewürze: Muskat, Macis, Sternanis).
  • Krampflösend, leberunterstützend. blau-violette Blüten, Anis (mit Merkur), Kerbel, Borretsch (der die Ängste vertreibt). Mädesuess (mit Mond), Ysop, Eisenkraut, Odermenning und der Löwenzahn (gelbe, bittere Pflanzen dienen oft als Lebermittel), Schöllkraut (mit Mond und Saturn).
Stattliche Buche auf der Alb.Bäume tragen stets auch eine Jupiter-Signatur.

Stattliche Buche auf der Alb.
Bäume tragen stets auch eine Jupiter-Signatur.

Baum:

  • Eiche, Esche, Fichte, Olive, Feige (mit Venus), Jupiterbäume sind speziell die Kastanie, die Eiche und der Walnussbaum: Juglans regia heisst Jupiter-Eichel, grundsätzlich fallen unter ihn jedoch alle Wälder, Alleen und Haine, sowie die fruchtragenden Obstbäume (mit Venus, die für die Blüten und Früchte zuständig ist). Aber auch verholzende Kräuter, wie Thymian, Rosmarin, Salbei (Hauptsignatur Merkur).
  • Die Walnuss mit ihren Nusskernen, die wie Hirnhälften aussehen hat eine Signatur für mentale Prozesse: Tatsächlich sind die Wirkstoffe der Walnusskerne förderlich für das zentrale Nervensystem. Hier wirkt die zum Jupiter gehörende Merkursignatur (Nerven, Denken) und Mond(Gehirnmasse) /Saturn.
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Royales Blau: Iris germanica mit deutlicher Jupiter/Merkur Signatur.
Wasser-Iris Neptun/Merkur, Zwiebeliris zusätzlich mit Mars/Venus.

Duft:

  • Muskat, Safran (mit Sonne), Sternanis, Basilikum, Macis (der Samenmantel der Muskatnuss).

Organe:

  • Hüfte, Oberschenkel – Ischiasnerv, Leber, Oberkopf, Wachstumsprozesse (Anabolismus), Stoffwechsel (mit Merkur → Schilddrüse), Nährstoffaufnahme im Blut.
  • Das typische Jupiterorgan Leber, eines der größten und lebenswichtigsten Organe bzw. die größte Drüse des Körpers, ist nicht nur ein Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan, sondern aus astromedizinischer Sicht auch verantwortlich für unser Temperament, für Gemüts-Krankheiten wie Cholerik und Melancholie (gestörtes bzw. geschwächtes Jupiterprinzip).
  • Dem Jupiter unterstehen desweiteren der Oberschenkel (unser größter und stärkster Muskel), die Po-Muskulatur, die Hüfte, der Fetthaushalt (Metabolismus, mit Venus), und Wucherungen. Alle Formen der sogenannten “Wohlstandskrankheiten” sind bei schlechter Jupiterstellung in den “Gesundheitshäusern” möglich.

Krankheiten:

  • Ischias, Hüftgelenk, Übergewicht, Leberstörung mit allen Folge-Erscheinungen, gutartige Wucherungen (Achtung: Gefahr von Bösartigkeit mit harten Aspekten zu Pluto!!) , Gicht (mit Saturn), bipolare Störung (mit Saturn/Uranus).
    Metall als Heilmittel: Zinn – Stannum, Mg für die Nerven und mentale Stärke (Nüsse!).
  • Die Gesundheits-Häuser: 2, 6 und teilweise auch 1. Steht hier Jupiter gut, kann man über eine robuste Physis verfügen. Ebenfall in Haus Acht, dem auch unser Ableben zugerechnet wird,  sorgt er meist für ein friedliches Ende, u. Umständen sogar auf Reisen. Transite des Jupiter in diesen Häusern verbessern oft das Wohlbefinden. Bei ungünstiger Stellung in der Radix oder Transiten mit harten Aspekten muss man sich vor Übertreibung hüten: Sonst führt der angenehme Transit über den Aszendenten vielleicht eher zu ordentlich Hüftgold!

Kabbala: Chesed

Ritual Magie:

  • Potential, Glück, Reisen, Rechtsangelegenheiten, Wohlstand, Unterstützung durch Gönner. Attraktion und generell Vermehrung von positiven Einflüssen.

Problematischer Jupiter:

  • Quadrat: Fanatismus, Rechthaberei
  • Konjunktion: Übertreibung
  • Opposition: bipolares Verhalten

Retrograde:

  • Potentiale liegen verborgen, Spätentwickler, ebenso bei 12. Haus. Kann aber auch einfach Freude an Ruhe und Zurückgezogenheit, z.B. Meditation bedeuten. Bei dieser Stellung sind Exerzitien oder ein Aufenthalt in einem Zen-Refugium ab und zu durchaus anzuraten.
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Die glücklich-dysfunktionale Grossfamilie von Papa Jupiter.
Olympians, courtesy of anotherstranger-me

Mythologie:

  • Zeus ist der jüngste Sohn der Rhea und des Kronos/Saturn. Diesem war geweissagt worden, einer seiner Söhne würde ihn stürzen. Daher verschlang er seine Kinder nach der Geburt. Um nicht ebenfalls dieses Schicksal zu teilen, versteckt ihn Rhea (kultiviertere Form der Gaia), vor seinem Vater auf Kreta in der Höhle der Dikte. Als er herangewachsen war, wurde er von seiner Mutter dem Kronos als Mundschenk untergeschoben. Mittels eines Brechmittels und Schlafmittels im Wein förderte er seine älteren Geschwister wieder zutage, und entmachtete seinen Vater.
  • Der wurde ins Exil geschickt: Wahlweise in den Tartaros, nach Elysium oder aber nach Arkadien, wo er auf der Insel der Seligen herrscht: Saturn-Pluto Affinität.
  • Vorher wanderte er als Eremit nach Latium und wurde der Stammvater der Römer, mit Mars und Bona Dea (Rhea) → ein Stammvater bäuerlicher Kulturen. Zeus/Jupiter passt eher zu einer imperialen Seemacht und urbanen Kultur, die die Griechen später annahmen.
  • Zeus teilte die Welt unter seine Geschwister auf: Hestia, Hera, Hades, Poseidon, Demeter. Mit seiner Schwester Hera zeugte er Hephaistos, alleine Athena, wie Hera den Ares. Mit Maia den Hermes, mit Leto Artemis und Apollon, mit Demeter Persephone/ Kore, mit Themis Astraia, mit Semele den Dionysos.
  • Die männliche Triade Hades-Poseidon-Zeus: Sie ersetzt die alten weiblichen Trinitäten, die mit dem Mond verbunden waren: Hekate, Eurynome etc. Die Gemeinsamkeit zwischen dem olympischen Zeus, Poseidon, der ursprünglich eher ein Erd-Gott war und dem Hades, der das Reich unter der Erde bekam sind die Opfertiere: Schwarze Stiere, die alle drei auch als Symboltiere haben. Der Stier, obwohl er so männlich wirkt, ist ein altes Symbol der lunaren Grossen Mutter: Das Gehörn erinnert an die Sichel des Mondes, der Stier-Schädel an die Fortpflanzungsorgane der Frau. Man sieht das am Stierkult in den matrilinearen Kulturen Kreta, Catal Hüyük und der alten ägyptischen Gottheit Hathor. Im Hinduismus ist es die Ur-Kuh Prithivi Mata, die den Kosmos verkörpert, im Mithras-Kult der Himmels-Stier der aber ursprünglich von der Göttin Inanna geschaffen wurde.

    allsehendes Auge

    Jupiter’s Allsehendes Auge mit der Drei
    und der Neun (3×3 Strahlen). Steht auch
    für die HeiligeTrinität.

Keywords:

  • Himmelsvater mit menschlich-zvilisatorischem Fürsorge-Aspekt, wohlwollender Beschützer, Motivator, Mediator, Richter, einverleibt (verschlingt) viele Aspekte früherer arachaischer Götter, die dann als harmlosere, menschlichere Variante aus ihm wiedergeboren werden:
  • Semele (Ekstase): Dionysos aus dem Schenkel des Jupiter : Tieraspekt, Zentaur, unio mystica.
  • Metis (Sophia, Weisheit): Athena aus dem Kopf  des Jupiter: Mentaler Aspekt, “Pfeil des Schützen”.
  • Er ist die kulturgeschichtlich jüngste, urbanste Form des archaischen Dyaus Pitar (Himmelsherrscher, Sky Father) der alten Indo-Europäer:
  • Uranos/Ti, Tyr, Ziu, Thor, die mit fruchtbarem Regen und lebensspendendem, schöpferischen und expandierendem Prinzip (Endlosigkeit, Zeitlosigkeit des Himmels) assoziert werden. Der leuchtende Himmel (Phanes, Hyperion, Gwydion, Woden) der zusammen mit Aspekten des Merkur (Loki, Lughus, Heimdall, Hermes) gesehen wird, ist sein ergänzendes männliches, solares Prinzip. Dies wird auch durch die Achse 3 (Zwillinge, Merkur) und 9 (Schütze, Jupiter) ausgedrückt.
  • Nach der orphischen Legende verschlang Jupiter Phanes (das leuchtende Wesen), das dem Urei entsprang und wurde dadurch zum All-Vater. Auch Odin(Woden) ist ein All-Vater mit solarem Charakterzug.
  • In diesen Mythen der Einverleibung findet bereits eine langsame Entwicklung zum monotheistischen Weltbild statt.
  • Symbol: Das Auge der Vorsehung (Dreieck mit Auge, mit einem Strahlenkranz). Auch Woden/Odin ist ein Symbol mit magischer Dreierkombination zugehörig: Der Valknot.
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Valknot: Mit der Macht von 3×3.
Symbole für Odin/Thor und Jupiter. Toi Toi Toi -
die dreifache Anrufung von Thor soll Glück bringen.

Animus:

Anima:

Jupiter, Merkur, Pluto sind Träger beider Prinzipien.

  • Der Jupiter verkörpert bereits eine stärkere Vermenschlichung und Individualisierung der unbewussten kollektiven Impulse, eine Einbindung in ein zivlisiertes Umfeld, wie bei Freud’s “Totem und Tabu”. Kulturgeschichtlich entspricht das Jupiterprinzip dem Beginn der Verstädterung und des globalen Handels am Beginn der Bronzezeit.

Haus-Platzierung:

  • Fortschritt, Sinnerfüllung, Talent, Berufung, Weiterbildung, Erfolg, Bewusstseinserweiterung.

Nach Zeichen:

  • Steht für das Suchbild und Selbstbild des Ehe-Partners (Loyalität, Familiensinn), das Haus für das Ehe-Umfeld. Sonst die Bereiche, in denen nach höherer Bildung oder  persönlicher Expansion gesucht wird, und die Art der Umsetzung dieser Bestrebungen.

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    Jupiter im Vergleich zur winzigen Erde
    quelle:wikimedia

Astronomisch: Fast ein kleines Sonnensystem mit all den großen (Mars, Merkur-grossen) Monden. Er produziert selbst Wärme im Inneren, fast fähig zur Fusion. Wohltäter, da er viele Irrläufer einfängt, die uns sonst bombardieren würden. Verbirgt in sich ein” quasi-solares” Feuer.

Symbolik:

Seele über der Materie

Seele über der Materie

  • Glyphe: Mondsichel (Seele) über der Materie (Kreuz),
  • der Pfeil des Zentauren, assoziiert mit Sternbildern Aquila (Adler) und Sagitta (Pfeil).

Der Zentaur:

  • Menschliche Weisheit und kosmische Einsichten mit Tierkörper (animalischer Instinkt, natürliche Rythmen):
  • Naturliebe, Bewegung, Beine, Trieb (Zügellosigkeit), Unberechenbarkeit. Pferde, Großtiere, Jagd.
  • Der Centaur Chiron, der dunkle Bruder des Jupiter: Heiler, Schamane, Außenseiter, überwindet seine Tiernatur, wird zum berühmten Heiler und Lehrer vieler solaren Helden.
  • Unterrichtet Achilles, Herakles, Jason.

Trotzdem: Rastlosigkeit und Unruhe durch den erdhaften Tier-Anteil, der auch Ursache seines Leidens wird – Leiden durch andere ohne eigene Schuld – das Ungeschick seines Freundes Herakles. Chiron opfert seine unsterbliche Seite zugunsten der Erlösung des Prometheus von seiner Bestrafung am Kaukasus, da er dann vom Schmerz befreit ist. Er muss aber dann in den Hades, um ein Schattendasein zu führen, wenn auch ein geachtetes. Prometheus, der Fortschrittsgeist kommt frei, weil der Mensch sich von der Einheit mit der Natur entfremdet: Wenn er sie ins Dunkel des Unbewussten verdrängt. Die neuen Religionen, deren Vorläufer Zeus schon darstellt, sind auch zunehmend anthropozentrisch, die Natur muss unterdrückt, zurückgedrängt und verleugnet werden. Die urbane, kolonisierende Seite, im Jupiter zur Gottheit erhöht, setzt sich durch. Chiron taucht unter und wird Schamane …!

Chiron lehrt dem jungen Achiles die Geheimnisse der Natur.

Chiron lehrt dem jungen Achiles
die Geheimnisse der Natur.

Daher auch: Alle Kolonialreiche, von den Römern (aus einer saturnischen Republik in eine jupiterianische “Pax Romana”), über das “British Empire” zum “American Way of Life” sind von den meistens mit zunehmender Fortdauer immer negativeren Auswirkungen des Jupiterprinzips geprägt. Ihnen gemeinsam ist eine urbane, auf global operierenden Handelsimperien (Konzernen) aufgebaute Grundstruktur, sowie eine weiträumige Erschliessungen  ermöglichende Infrastruktur. Die Römer bauten Strassen, die Briten Schiffe, in der westlichen globalisierten Welt haben wir Flugzeuge (Jupiters “Adler”) und das Internet.

  • Das Recht auf Streben nach Glück“, wie es in der amerikanischen Verfassung steht, kann Jupiters Credo nicht deutlicher ausdrücken. Ja, schön, aber auf wessen Kosten ??? Darüber darf man dann auch nicht GROSSZÜGIG hinwegsehen, sondern man muss sich daran erinnern, dass zum Jupiter auch ein ethischer Anspruch gehört.

“From a Distance there is Harmony !” sollte nicht der Wahlspruch der Eliten  und von Jupiter glücklich Bestrahlten sein. 

Einige VIPs: Tina Turner, Bette Midler, Nostradamus, Max Born, Spinoza, Steven Spielberg, Brad Pitt, William Blake, Ludwig van Beethoven, Willi Brandt, Osho (Shree Raijneesh a.k.a Bhagwan), Papst Franziskus I. Papst Johannes XXIII.

Zodiak of Horrors: Serienmörder Ted Bundy, Edmund Kemper, Diktatoren Stalin,Pinochet, Franco,  Mafiabosse “Lucky!!!” Luciano, Vito Genovese, Drug Lord Pablo Escobar, Revolverheld Billy the Kid.

Fortunas Füllhorn: Ein Universum voller Möglichkeiten.Horn of Plenty ©scrano 2013

Fortunas Füllhorn: Ein Universum voller Möglichkeiten.
Horn of Plenty ©scrano 2013

 

Posted by on November 28th, 2016 Kommentare deaktiviert

Nomen est Omen: Namen und Mythologie der Planeten

Peter Paul Rubens: Die Entstehung der MIlchstrasse aus dem Herklas-Mythos. 1637.

Peter Paul Rubens: Die Entstehung der MIlchstrasse aus dem Herakles-Mythos. 1637.

Sonne: Apollon, Strahlemann, Schöngeist, Herr der Musik, andererseits verschiesst er brennende Pfeile, die Krankheit bringen : Die Sonne tönt tatsächlich, die riesigen Granulen, das sind Konvektionszellen an der Sonnenoberfläche, geben Schallwellen von sich. Ein Sonnengesang oder Gebrüll: Wie ein Löwe, auch ein Sonnensymbol. Das brachte auch schon Goethe zu Papier:

 

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.
 Faust I, Prolog im Himmel.

Die Giftpfeile Apollons: Sonnenwind, der aus gefährlichen ionisierten Partikeln besteht. Gut, dass wir die “van Allen Gürtel” unseres schützenden Magnetfelds haben. Wie das zugeordnete Metall Gold, so glänzt auch der Sonnenschein. Kosmisches Vaterprinzip der Orphiker: Phanes, der hell Scheinende. Neun Musen begleiten den Apollon, wie vor der Degradierung Plutos neun Planeten das Zentralgestirn im modernen Sonnensystem.

Merkur: Götterbote von Jupiter, kleiner Bruder von Apollon, mit diesem stark verbunden: Der kleine Merkur ist wirklich flink, der schnellste der Planeten, wegen seiner engen Bahn um die Sonne. Er vespürt tatsächlich viel von der Sonnennähe, die starke Gravitation der Sonne führt sogar schon zu relativistischen Stör-Effekten seiner Bahnbewegung –> siehe Perihelrosette. Auf seiner heissen Oberfläche könnten Metalle wie Zinn oder Blei flüssig sein, das sähe dann aus wie Pfützen von Quecksilber, welches ihm von der Alchemie zugeordnet wird. Sein Bahnabstand variiert wegen der starken Exzentrizität heftig. Der kleine Merkur ist von der Schwerkraft all der anderen Planeten des Sonnensystems stark beeinflusst, seine Bahn weisst deshalb eine so genannte Periheldrehung auf. In gewisser Weise ist er überall zu Hause und kennt alle anderen grösseren Planeten, ein echter Götterbote also. Auch schon deshalb, weil gerade der Einfluss des Jupiter auf den Merkur besonders gross ist. Ihre “Beziehung” ist die Stärkste. Umlauf 85 Tage.

Venus: die glänzend Schöne: Die hohe Albedo der Wolkenschicht lässt sie wie einen Spiegel glänzen, sie hat Launen (Phasen), wie der Mond. Ihre Atmosphäre enthält Schwefelsäure, da könnte es zusammen mit Kupfervorkommen (Metall der Venus) in ihren Gesteinen wunderbar bunte Erze geben, Malachit etwa oder Kupfervitriol, beide kräftig grün, eine Farbe der Venus. Vielleicht ist sie ja schön bunt, aber giftig, diese Madame Venus, und mit einer eher höllisch zu bezeichnenden Oberfläche ausgestattet. Ein blondes Gift …. ! Sie hatte immer schon eine etwas unerfreuliche, kriegerische Seite, unsere Liebesgöttin: zB. Ishtar, Hathor, Inanna. Die Rotationsgeschwindigkeit  der Venus ist extrem langsam (Trägheit, nur keine Anstrengung!) entgegen dem üblichen Drehsinn -> eine Verbindung mit Uranus, dem sie in der Mythologie als ihrem Erzeuger auch verbunden ist. Umlauf 224 Tage.

Der Mond: Frau Luna, ein Aspekt der “Grossen Mutter” (mit der Erde), Herrin der Gezeiten und Gewässer. Bei den Orphikern wurde Eurynome, eine Mond-und Meeresgöttin als Erschafferin der Welt gesehen. Die Mondin hat den am deutlichsten sichtbaren Einfluss auf das Erdgeschehen, mit ihren Luna-Launen (Phasen) welche die Lebenszyklen auf der Erde mitbeeinflussen. Spenderin des Lebens: In den Gezeitenpools der Ur-Erde entstand das Leben, nicht nur in den schwarzen Rauchern am Ozeanboden. Ohne Mond ginge gar nichts: Erst aus der Theia-Katastrophe (Kollision der Erde mit einem marsgrossen Objekt) entstand das Mond-Erde Gespann, das sich seither unermüdlich umrundet. Durch die Periodenkopplung der Eigenrotation wird ein stabilisierender Effekt auf unsere Erdachse erzeugt, wodurch ein stärkeres Taumeln verhindert wird. Stabile Klimazonen und eine vernünftige Tageslänge sind die Folge, auch wegen der Gezeitenreibung durch den Mond. Ausserdem fängt Frau Luna viele Asteroiden-Geschosse ab, die sonst unsere Erde erreichen würden. Wie eine richtige Mutti eben. Wegen des sanften Scheins ihrer Oberfläche hat man ihr das Silber zugeordnet. Astrologisch stehen Venus und Erde für den Körper-Aspekt, Luna/Selene für den Seelenaspekt der “Grossen Mutter”. Da sie den Nachthimmel erleuchtet, regiert sie die auch die Jagd und die Tierwelt, wie Artemis/Diana. Der dunkle Mond wird als Unterweltsaspekt der grossen Mutter gesehen und ähnelt ein bisschen Pluto oder Hekate.

Mars: Der rote Planet, schon mit blossem Auge ist seine Blut-Farbe sichtbar, daher dem Krieg aber auch der Lebenskraft zugeordnet, Das rote Gestein hat einen hohen Anteil an Eisen, dem alchemistischen Metall des Mars. Er hat zwei Begleiter, wie der mythologische Mars/Ares: Bei den Griechen hiessen sie Phobos und Daimos, Furcht und Schrecken. Bei den Römern: Honos et Virtus, Ehre und Tugend. Die unangenehmere Variante hat sich beim Namen der Marsmonde durchgesetzt. Die beiden Trabanten kannten die Alten auch noch nicht, trotzdem schufen sie eine dieser interessanten Parallelen. Umlauf 2 Jahre.

„Solar system“. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons

„Solar system“. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons

Jupiter: Der Planetenkönig – wie Zeus seinen Olymp regiert der Gasgigant  jede Menge Monde, darunter vier sehr grosse, fast merkurgrosse Himmelskörper, benannt nach Mitwirkenden seiner amourösen Abenteuer: Io, Europa,Kallisto und Ganymed (sein Mundschenk und Geliebter, entführt mittels “Adler-Airline”). Er ist ein Wohltäter für uns, da er die grösste Menge aller Geschosse, die uns treffen könnte, Kometen, Asteroiden etc. einfach mit seiner enormen Schwerkraft aufsaugt. Zeus galt als grosszügiger Beschützer der Menschen und Bewahrer von ethischen Normen, Recht und Gesetz. Die Monde wurden erst durch Galilei entdeckt. Jupiters Metall ist das Zinn, Symbol der bronzezeitlichen Zivilisation (Kupfer und Zinn=Bronze) und der zunehmenden Urbanisierung. Umlauf 12 Jahre.

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Alchemie: Planten des klassischen Sonnensystems

Saturn: Der Titanenherrscher – auch ein König, wie Jupiter. Er ist auch ein Gasplanet und hat ein scharf definiertes Ringsystem, wie Grenzlinien umgeben sie ihn diese Hula-Hoop Reifen aus Eispartikeln und kleinen Gesteinsbrocken. Auch er regiert ein kleines eigenes Reich mit 9 grösseren Monden. Der Herr der Grenzen, Barrieren und Hürden. Der Ordner und Bewahrer. Seine Ringe weisen ein enormes Mass an Struktur auf, bis zum kleinsten Staub-Partikel. Seinen Nordpol ziert ein regelmässiges Gaswirbel-Hexagon, das erst durch die Vorbeiflüge von Voyager und Cassini entdeckt wurde. Bisher ist nicht geklärt, wieso es stabil bleibt, anders als beim “Roten Fleck” des Jupiter, einem Mega-Hurrikan aus Methan und Ammoniak. Es gelang aber, durch Simulation von Tröpfchenwirbeln ein vergleichnares Muster herzustellen. Genau wie bei Jupiter, waren solche Details in der Antike nicht bekannt. Die Symmetrie der sechszähligen Schneeflocke ist ein Symbol des Winters, ausserdem galt das Hexagramm als Symbol des Sonnensystems als Ganzes. Das innenliegende Hexagon steht für die Sonne, das umhüllende für die letzte Grenze des klassischen, mit freiem Auge einfach beobachtbaren Planetensystems, sehr passend für den Saturn als Grenzwächter. Zudem: Auf dem Südpol befindet sich ebenfalls ein stationärer Wirbel, diesmal in Form eines Auges. Also auch ein gelungener Name für den Ringplaneten. Sein Metall ist das Blei, Symbol der Schwere. Umlauf 29 Jahre.

Uranus: Personifizierter Himmel, Ur-Schöpfer, entmachtete Primordial-Gottheit. Eine Entdeckung der Neuzeit mit dem Beginn des Baus von Gross-Teleskopen, obwohl er mit sehr viel Glück auch mit dem freien Auge sichtbar ist.  Seine Auffindung 1781 durch Herschel fällt zusammen mit mehreren Revolutionen und den Ideen der Aufklärung. Er ist ein Aussenseiter, auf der Seite liegend, wie ein gestürzter und gefallener Gigant, rollt er auf seiner eigenen Achse rückwärts auf seiner Bahn entlang. Dadurch ist es auf der sonnenfernen Seite währen der Hälfte des Uranusjahres stets dunkel, auf der zugewandten Seite stets hell: Ein echter Extremist. Seine Farbe ist das Himmelsblau, und es zeigen sich starke elektrische Entladungen in seiner Atmosphäre: Enorme Aurora Borealis Erscheinungen – wie das irdische Nordlicht, nur viel gewaltiger. Uranus wird astrologisch auch die Elektrizität zugeordnet.  Der Gasriese beherrscht ein kleines Reich aus Monden, allerdings eher Zwerg-Satelliten. Er sollte erst nach Herschel dann nach König George von England benannt werden. Schliesslich einigte man sich auf Uranus, unbewusst damit seine Eigenschaften ganz gut beschreibend. Als Metall wurde von Bode das Platin gewählt, aber Zink rechnet man auch dazu. Umlaufzeit: 84 Jahre.

Neptun: Bruder von Zeus und Meeresgott, Herr der Stürme, Tsunamis und der Erdbeben. Der Erderschütterer. Auf dem Gasgiganten Neptun (Entdeckung 1845 durch Verrier und Galle) herrschen wohl die schnellsten Stürme des Sonnensystems. Das Auffälligste an ihm sind seine wunderschön meeresblaue Farbe und die weissen Cirrus- Wolken die über seine Oberfläche jagen. Er hat mehrere Monde, die sich anscheinend nach einer Kollision aus Bruchstücken wieder neu formiert haben, Triton ist der  grösste davon. Metall: Lithium, Aluminium. Umlauf: 175 Jahre.

Pluto: Nun nur noch ein Zwergplanet, der arme Herr der Unterwelt, auch ein Bruder von Zeus. Aber viel Aufhebens hat Hades/Pluto sowieso nie von sich gemacht. Dank einer Kappe aus Hundefell, die Merkur, der MacGyver des Olymp , für ihn angefertigt hatte, blieb er meistens unsichtbar. Der einzige öffentliche Skandal in seinem Leben war wohl die Entführung seiner späteren Gattin, Persephone, Tochter der Demeter. Trotz dieser quasi Unsichtbarkeit – es gab auch kaum Schreine zu seinen Ehren – in der Gesellschaft, war sein mächtiger Einfluss überall spürbar, denn er wurde als Verkörperung des Todes gefürchtet. Am Rande eines dunklen Reichs weiterer Plutonier aus der neuen Klasse der Zwergplaneten und anderer kleinerer Brocken, des Kuiper-Gürtels und der sogenannten Oortschen Wolke, patrouilliert er an der Grenze des Sonnensystems einsam auf seiner exzentrischen Bahn zusammen mit seinem Mond Charon, dem Fährmann. Metall: Wolfram, Plutonium, eigentlich alle radioaktiven Minerale, wegen ihrer versteckten Wirkung und Wärmeproduktion aus unsichtbarer Quelle. Uranium, Neptunium, Plutonium könnte man natürlich zusätzlich bei ihren Namensgebern einsortieren.Umlauf 248 Jahre.

Nachtrag: Auf Pluto scheint es eine Art “kalten” Vulkanismus zu geben. Interessant, bei der Abwesenheit von Gezeitenkräften, wie den Monden von Jupiter etwa, erwartet man das nicht. Passt irgendwie zum Unterwelt-Boss, der auch über den Vulkanismus herrscht …

 

Posted by on Oktober 9th, 2016 Kommentare deaktiviert

Das Luft-Element: Leichtigkeit, Frühlingsfrische und Ratio

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Elementarmagie: Luft, Wolken. Kühle, Bewegung.
Für Kommunikation, Denken, Lernen, Kreativprozess.
Cloud of Imagination ©scrano 2013

Astrologie:

  • Zwillinge: mutabel – Merkur in seinem Taghaus
  • Waage: kardinal – Venus Urania
  • Wassermann: fix – Uranus, Saturn in seinem Taghaus
  • Häuser 3,7,11

Tarot: Schwerter

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • gelb, violettblau, graublau

Alchemie:

  • AirNach oben weisendes Dreieck mit Querbalken.

Elemental:

  • Sylphen,
  • Osten,
  • Raphael
  • Euros

Tage:

  • Mittwoch – Merkur

Pflanzen:

  • Doldenblütler: Möhre, Fenchel, Kümmel

Signatur:

Aufrecht, grazil, rankend, ätherische Öle, aufmunternd, erfrischend, belebt den Geist.

Öle:

  • Citrus-Arten
  • Bergamotte-Minze,
  • Anis.
  • Bergamotte,
  • Lemongras,
  • Limette,
  • Salbei,
  • Eukalyptus,
  • Minze,
  • Kümmel
  • Fenchel

Tiere:

  • Vögel, besonders Sittiche, Beos und Kolibris.
  • fliegende Insekten: Bienen (Neptun – Kollektiv, Drohnenopfer), Nebensignaturen: Mond/Saturn, aber auch Venus/Mars, Sonne/Uranus die Biene zeigt viele Signaturen in allen ihren Lebensaspekten (Zodiak) ist sie ausgeglichen. Für uns Menschen ist alles davon nützlich, als einziges Insekt ist die Honigbiene domestiziert, und das schon seit der frühen Bronzezeit. Schmetterlinge (mit Pluto), Libelle (Neptun, lebt am/im Wasser, Mars/Venus).
  • Affen und andere flinke, baumlebende Säugetiere. Fledermäuse (Neptun, Mond/Saturn, Pluto/Venus – Vampirmythen!), sie orientieren sich mit Schall, der sich durch die Luft ausbreitet, fliegen und fressen Insekten, die vegetarischen Flughunde befruchten Pflanzen.

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Obwohl in der klassischen Element-Lehre als “Heiss und Feucht” klassifiziert, hat das Element Luft wohl eher die Yang-Eigenschaft aktive Bewegung, im Gegesatz zum Wasser, zu dem die Yin Variante “Passive Bewegung” passt. Einzig die Venus Urania des Luft-Zeichens Waage wäre noch als “Heiss” zu bewerten, gerade sie ist aber geradezu aufdringlich neutral.

Daher passt die Frische und Kühle des Frühlings am besten, ebenfalls der Osten als Himmelsrichtung. Das Erdelement repräsentiert den Herbst und den Westen, der  Winter und der Norden wäre wohl dem Wasserelement zuzuordnen, wie der Sommer und der Süden dem Feuer. Andere Lehrsysteme rechnen den Norden zum Erdelement, den Westen zum Wasser. In der klassischen Lehre waren die Korrespondenzen der Elemente mit der Astrologie, dem Jahreskreis, den Temperamenten und deren Einteilungen auch nicht so eindeutig, neben dem Modell von Empedokles gab es auch einige mit Übergangselementen, z.B. gerade dem Element Luft. Dies wäre dann den aufbauenden und abbauenden Elementezyklen, wie man sie aus der chinesischen FÜNF-Elementlehre kennt sehr ähnlich. Auch bei den Ayurvedischen Doshas lässt sich eine Elementzuordnung finden, aber  da ist eine exakte Übereinstimmung mit dem hellenistischen Modell ebenfalls schwierig. Später erweiterte man das klassische System noch um Quintessenz oder Pneuma, was einen seelisch-geistigen Anteil ausdrücken sollte.

Auch das Siebener-Muster der Chakren wird mit den Grund-Elementen in Zusammenhang gebracht, aber ebenso mit den klassischen Planeten. Im Tantrismus haben wir dann die sogenannten Tattvas: Erde-Luft-Geist-Wasser-Feuer, deren Yantras (Symbolbilder) auch für Visualisierungsübungen bei klassischen Element-Meditationen verwendet werden. Das klassische Tantra hat nichts mit den halbseidenen neotantrischen Sex-Gurus zu tun, die überall ihre “Dienstleistungen” anbieten! Es ist vielmehr die Grundlage der Yoga-Lehre mit den zwei Varianten: Hatha-Yoga und Kundalini-Yoga.

Das Element Luft ist der grosse Kommunikator: Laute, ob nun Musik oder Sprache, jede Art von Ton wird als Wellen komprimierter Luft übertragen. Daher ist Merkur, der flinke und sprachgewandte Götterbote auch der Patron dieses Elements. Er erfand auch die Lyra für seinen älteren Bruder, den Musik-Freund Apollon. Luft ist auch mit dem Verstand assoziert, hier ist sie die Kühle, Frische und Distanz des Himmels, die Leichtigkeit mit der Wolken dahinschweben: Wie Gedanken sind sie frei von der Erdenschwere. Alles was fliegt untersteht diesem Element: Ob nun Falter, Libelle oder Düsenjet, natürlich auch Piloten und das Internet mit seiner schnellen, scheinbar von der Materie befreiten Nachrichtenübermittlung und dem schier unbegrenzten Informations-Austausch. Auch Düfte als Botenstoffe, wie sie von Pflanzen eingesetzt werden unterstehen der Luft. Daher eignen sich Räucherungen und die Duftlampe als gute Meditationshilfen beim spirituellen Arbeiten mit diesem Element. Uranus, ein weiterer Archetyp symbolisiert die grenzenlose Freiheit des weiten Himmels, aber auch Lebens-Ferne und mangelnde Erdung, gleiches gilt für die seinem Sperma entsprungene Venus Urania, die Perfektionistin der Ästhetik, Muse der Künstler. Im Gegensatz zu ihrer irdischeren Schwester Venus Pandemos schert sie sich wenig um die Grundbedürfnisse des Menschen, daher wohl die häufige Armut von begnadeten Künstlern, die sich ganz ihr in völliger Hingabe verschrieben hatten. Ihre zweite Heimat ist interessanterweise der Gerichts-Saal, wohl wegen ihrer Neutralität gegenüber Emotionen.  Dies ist keine Kuschel-Venus, wer Herzens-Liebe sucht ist bei der wässrigen Mondin besser aufgehoben.

Die Zustandformen des Elementes im Luft-Trigon:

  • Wassermann: fix, atmosphärische Zellen, Plasma (geladenes Gas)
  • Zwilling: mutabel, Böen, Wirbel
  • Waage: kardinal, grosse Strömungen (Temperaturausgleich der Atmosphäre)
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos ausgerichtet. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

 

Posted by on September 23rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Keine alte Jungfer: Asträa, Mythologie der Sternzeichens Jungfrau und Waage

Demeter/Ceres, ein Aspekt der Sternjungfrau-Mythologie.

Demeter/Ceres, ein Aspekt der Sternjungfrau-Mythologie.

Die Gestalt der Astraea ist ein komplexes Thema.

In der Antike war sie die Sternkonstellation Jungfrau + Waage, und verkörperte wie die ägyptische Maat, das Prinzip der göttlichen Ordnung und des Ausgleichs (wie oben so unten), daher war sie in Ägypten auch die Göttin mit der Waage des Totengerichts. Ursprünglich war sie in Griechenland aber Astraia (Astraea) die jungfräuliche Göttin des Naturrechts, die nachdem die Menschheit immer schlechter wurde, enttäuscht in den Olymp zurückkehrte. Seither ist das Rechtsempfinden nicht mehr natürlich im Menschen vorhanden, sondern muss von aussen erzwungen werden. Erst ihre Rückkehr läutet eine neue Periode des Friedens, ein neues “Goldnes Zeitalter” ein. In der Erzählung Hesiods wird sie von einer ursprünglich kraftvollen Figur, einer Vereinigung der Titanin Themis und der formidablen Nemesis zu einer schmollenden Tochter, die zu ihrem Vater flüchtet. Zeus wurde so zum Bewahrer des Rechts, der Gerichtsbarkeit, Astraia/Dike, zu seiner Tochter geworden, war nicht mehr unabhängig. Also Gerechtigkeit von nun an als Teilaspekt des männlichen Himmelsgottes Zeus, bei dessen Namen auch der Eid abgelegt werden musste. Dies kann man wohl als Übergang einer matriliniear/egalitären Kultur zu einer patriarchalischen werten. Das deutet auch die Abfolge Goldenes, Silbernes, Ehernes (bronzenes+eisernes) Zeitalter an. Zu Beginn der Eisenzeit war der Übergang zur patriarchalischen Gesellschaftsform im griechischen Sprachraum vollzogen (Einwanderung der kriegerischen Dorer in das mykenisch-pelasgische Griechenland).

Raffael: . Quelle Wikimedia Commons.

Raffael: Astraea, Quelle Wikimedia Commons.

Das Attribut der Jungfräulichkeit gehörte deshalb zum Richteramt, da sie in der Antike nichts mit Keuschheit, sondern mit Unabhängigkeit von der Pflichten einer Mutter zu tun hatte. Eine jungfräuliche Göttin war für alle da, und unparteiisch: Daher rührte auch der Mythos der jungfräulichen Königin für Elizabeth I. (Sonne in der Jungfrau, Aszendent Steinbock, dominanter Planet Pluto) von England, die sich das Charisma einer solchen Figur zu Nutze machte – sie hatte ja auch den grossen Lehrmeister der Alchemie (John Dee) als Berater.

Astraea heist also auch: Unabhängigkeit im Denken ohne Beeinflussung (Reinheit). Justitia im modernen Sinn ist eher eine Allegorie, der Gerichtsbarkeit, einer Institution, Astraea entspricht einem Archetyp (nach C.G. Jung). Astraea war auch keinesfalls blind, wie Justitia im der modernen Auffassung, sondern hatte in ihrer Form als Nemesis eine strafende Funktion. Ihr zugesellt waren auch die 3 Eumeniden (Erinyen, Furien) Tisiphone, Megaira, Alecto, (= das Gewissen) die bei besonderen Vergehen, die als widernatürlich angesehen wurden, die Bestrafung übernahmen. Insbesondere war dies der MUTTERmord, wie in der Orestie bezeugt. Daher findet Asträa ihre Repräsentation als “Die Gerechtigkeit” in den ebenfalls archetypischen “Grossen Arkana” des Tarot (astrologische Symbolik der Trumpfkarten)  auch OHNE Augenbinde, mit Krone und mit erhobenem Schwert.

Das Schwert symbolisiert auch den Verstand (zweischneidig). Mit dem Sternbild Jungfrau war ursprünglich im altbabylonischen Zodiak die Göttin Astarte=Inanna (hebr. Aschera, die Gattin Jahwes!) (im griechischen wohl zu Astaria –> Asträa abgewandelt) bezeichnet. Diese war eine kriegerische Fruchtbarkeitsgöttin mit jungfräulichem Aspekt (kein Widerspruch! s.o.), ähnlich der griechischen Artemis (wilde Natur, Tiere, Jagd) oder wahrscheinlich auch der Urform der Hekate. In ganz alten Texten heisst das Sternbild Virgo „Die Ackerfurche (Mutterschoss)“.

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Fernando Gallego-Boveda: Virgo. Quelle Wikimedia Commons.

In Griechenland wurde auch noch der Mythos der Eleusinischen Mysterien mit dem Sternbild Virgo verbunden, weil dieses nur in den Monaten August/September heliakalisch aufgeht. Heliakalischer Aufgang von Sternen und Planeten war ein wichtiges Kalenderwerkzeug der Antike. Gleichzeitig stand Demeter, die Kornmutter (Ernte im Spätsommer), in ihrer Dreigestalt (Kore, Demeter, Persephone) im Zentrum der wichtigsten Mysterienspiele der Antike. Bedeutsam war auch die Tatsache, dass der helle Hauptstern Spica in der Konstellation Virgo zur Zeit der Aussaat gerade über dem nächtlichen Horizont steht.

Man sieht also, Asträa kommt in vielerlei Gestalt daher  und hat auch viele Wandlungen hinter sich – ihre Mythologie spiegelt auch Entwicklungsphasen der Menschheitsgeschichte, unterschiedliche Stufen der Sozialisierung und der Rechtsauffassung. Die Sternjungfrau hat aber auch immer eine Beziehung zu einer Form des Archetyps „Die grosse Mutter“/Himmelskönigin..

Ackerfurche (Mutterschoss) -> Fruchtbarkeits/Erntegöttin, -> Lehrerin der Menschheit — Mutter Gottes im Christentum.

Als kosmischer Mutter-Archetyp hatte Asträa immer schon mit der Aufrechterhaltung der natürlichen Weltordnung zu tun (natürliches Recht). Maat ist das weitere typische Beispiel. Die dunkle Seite davon ist das Ausgleichsopfer: Alle Söhne der grossen Mutter müssen im Jahreskreislauf (der Natur) sterben, um dann wiedergeboren zu werden: Adonis, Tammuz, Dumuzi, Jesus.

Übrigens – die Waagschalen des Sternbildes Waage waren in der Antike als Zangen des Sternbildes Skorpion betrachtet worden, der versinnbildlicht zwar die Rache (Strafe) in seiner niedrigsten Form, aber auch die Läuterung und Transformation zur Weisheit –> Also von der natürlichen Rechtsordnung (Jungfrau, mit ihrem sprichwörtlichen Ordnungssinn) zur Abwägung der Taten eines Menschen, Bemessung der Strafe + Läuterung (Waage+Skorpion) zur Weisheit (Schütze=Zentaur, Zentauren standen zwischen der wilden Natur (Pferd) und der kosmischen Weisheit (Menschenkörper) –> Prometheussage, Zentaur Chiron !) -> Übernahme von Verantwortung und Perfektion der Materie (Steinbock)  ->  Menschenliebe und Idealismus (Wassermann) – > Erlösung (Fische).

Zur Ikonographie des Sternbildes der Astraea/Nemesis/Virgo/Demeter : Das Sternenkreuz mit dem Hauptstern Spica  in der Konstellation wird entweder als Kornähre (Demeter, Virgo) oder als (gesenktes) Schwert (Dike, Libra) gedeutet. Das gibt doch dem Spruch „ … macht Schwerter zu Pflugscharen“ eine ganz neue Bedeutung … Das Richtschwert wird aber auch statt einer Fackel oder eines Ölzweigs erhoben in der rechten Hand dargestellt (Nemesis), dann in Verbindung mit der Waage.

justitia

Die Gerechtigkeit – Ausgleichung:
Karte 8 (alt, Crowley) oder 11 (Golden Dawn).

Tarotkarte:  ”Die Gerechtigkeit”, “Die Ausgleichung”

Nummer: 11 oder 8, ich tendiere zu Crowleys Auffassung, die auch der ursprünglichen Zahlenfolge entspricht: 8, und teile auch seine Interpreation der Asträa als Ausgleichung, wie Maat.

Astrologisch: Libra, Waage, Venus

Element: Luft

Zeitqualität: Herbst, Monate September, Oktober

Farben: Grün

Schlüsselworte: Fairness, Verantwortung, Entscheidung, Ursache und Wirkung, Pendulum, Anubis, Zurechtrücken, Zentrierung, Karma, Gleichgewicht,  Gerechtigkeit, Vernunft.

Den  Aspekt der Demeter mit der Ähre trägt die andere gekrönte Figur im Tarot: “Die Kaiserin”, Venus des Erdelements, sie herrscht über die Vegetation.

Astraea = Virgo/Demeter/Nemesis/Astarte/Maria ……. und mehr. Nicht vergessen darf man auch den Zusammenhang mit Hekate, auch einer Sternenjungfrau, die in ihrer ursprünglichen Heimat Karien eine  triforme “Magna Mater” war.

Die Sternenjungfrau (Virgo) mit Krone war im schon im frühen Christentum mit der Gottesmutter Maria in Verbindung gebracht worden (siehe Abschnitt: “Die Mythologie”)

LITURGISCHES Geburtsdatum der Maria am 8.September heisst Sonne in der Jungfrau (wie Elizabeth I. die sich Ikonographie der Gottesmutter und des Zeichens Virgo zu eigen machte ). Maria wird, wie die Fruchtbarkeitsgöttin der Antike, als Himmelskönigin bezeichnet, wie Asträa trägt auch sie eine Krone aus Sternen. Der Beiname gotischer Münster: “Unserer Lieben Frau” ist der Gottesmutter gewidmet, fast alle gotischen Münster sind Marienkirchen, die Marienverehreung hatte in der Gotik einen Höhepunkt, zusammen mit der Vorstellung von Christus als „Sohn und Schmerzensmann“ , nicht als Triumphator, wie noch in der Romanik. Das weibliche Element kommt in der Gottes-Verehrung stärker zur Geltung.

Nicht zuletzt gilt Asträa als mythologische Figur in der Tradition der Aufklärung und der Menschenrechtsbestrebungen als ein Leitsymbol. Deshalb gibt es etliche Logen vor allem aus der Gründerzeit des Freimaurertums, die dieses Symbol für ihre Loge wählten. Was fanden diese Brüder der ersten Stunde so besonderes an ihr? Sie wird wie Maria als Licht der (reinen) Wahrheit gesehen –> Lichtsymbol. Die reine Wahrheit im Verständnis der Aufklärung steht auch für die Vernunft und Vorurteilslosigkeit. Das hat wieder Rückbezüge zur antiken Asträa. Vernunft oder das natürliche Recht (Menschenrecht !!) war wie die natürliche Religion (Ethik, Gottesliebe) den frühen Freimaurern sehr wichtig. Auch die reine (=unbeeinflusst) Vernunft gilt als ein Lichtsymbol. Siehe Thomas Paine: “Common Sense”, “The Origin of Freemasonry”. Daher war der Name Asträa als Bestandteil von Logennamen beliebt:”Asträa zur Grünenden Raute in Dresden”, Grossloge von Russland: “Asträa” (1815 in Petersburg). Siehe: Asträa für Freimaurer. Auch in der “Lady Liberty” des freimaurerischen Bildhauers Bartholdi aus Colmar steckt ein bisschen Asträa. Eine frühe Form der Freiheitsstatue krönt bereits die Kuppel des Capitols in Washington, auch sie ziert ein Sternen-Diadem. Pikanterweise trägt sie Gesichtszüge, die an die amerikanischen Ureinwohner erinnern. Ich finde die Skulptur hässlich, beonders wegen des seltsamen Adlers auf dem Helm der Figur. Eine ähnlich geschmacklose Kopfbedeckung kenne ich nur noch von Kaiser Wilhelm II. Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen der amerikanischen Staatengemeinschaft – “e pluribus unum”, unter einem gemeinsamen Ideal vereint. So steht es auf dem Sockel – ein frommer Wunsch, aber das war es schon bei der griechischen Ur-Asträa. Interessanterweise haben die amerikanischen Ureinwohner aus der Gegend der amerikanischen Kapitale auch eine Sternenjungfrau-Legende als Teil ihres eigenen Schöpfungsmythos.

 

Lady Liberty in ihrer Urform - auch der Umhang sieht eher indianisch aus.quelle:wiki

Lady Liberty in ihrer Urform – auch der Umhang
sieht eher indianisch aus.
quelle:wiki

Die Mythologie: (Quelle der Kurzfassung: Wikipedia:Asträa)

Astraea oder Astraia (griechisch Ἀστραíα) ist eine Gestalt der griechischen und römischen Mythologie, die in Zusammenhang steht mit dem Mythos von den Weltaltern, der erstmals in Hesiods Gedicht Werke und Tage erscheint. Dort beschreibt der Dichter das letzte, das eiserne Geschlecht, das keine Achtung für Gerechtigkeit und Gesetz mehr kennt, keinen Respekt vor den Eltern oder der Heiligkeit des Gastes, wodurch deren Verkörperung schließlich die Erde verlässt: Aidos, die Personifikation der Scham (vor allem der Scheu vor Schande und der Scham wegen begangenen Unrechts), und Nemesis, die Verkörperung der strafenden göttlichen Gerechtigkeit, kehren einer hoffnungslos verderbten Menschheit den Rücken und markieren so den Rückzug des Göttlichen aus der Welt.Was von Hesiod nur knapp angesprochen wird, wurde von Aratos von Soloi im 3. Jahrhundert in dessen Phainomena zu einem eigenständigen Mythos erweitert.In diesem astronomischen Lehrgedicht erzählt er die Geschichte der Entstehung des Sternbilds der Jungfrau.

Diese Jungfrau war die Dike, die Verkörperung der Gerechtigkeit (entsprechend der Nemesis bei Hesiod), die ursprünglich, im Goldenen Zeitalter mitten unter den Menschen wohnte und sichtbar in den Versammlungen erschien, um das Gesetz zu verkünden:

Vor dem nächsten, dem silbernen Menschengeschlecht, das schon zur Gewalttat sich neigte, zog Dike sich in ferne Berge zurück, von denen sie nur noch selten unter die Menschen kam, und dann nur, um Verfall anzuklagen und vor einer noch schlimmeren Zukunft zu warnen. Diese trat dann auch ein mit dem Erscheinen des dritten, des ehernen Menschengeschlechts (in der Version der Weltalter des Aratos gibt es weder ein eisernes Menschengeschlecht, noch ein Geschlecht der Heroen; das dritte, eherne, ist bereits das verderbteste). Unter diesen Mördern und Räubern, die den Pflugstier schlachten und fressen, ist für Dike kein Weilen mehr, sie fährt auf zum Himmel und wird dort zum Sternbild der Jungfrau.

Traditionell war Dike die Tochter des Zeus und der Themis, bei Aratos aber wird als Vater der Jungfrau Astraios genannt, bei Hyginus wird dann noch Eos als Mutter ergänzt.

Ovid schließlich gibt der Nemesis/Dike/Jungfrau den eigenen Namen, Astraea, oder griechisch Astraia. Er lässt in seiner Version des Mythos wie Hesiod die Jungfrau nur am Ende auftreten, als sie die blutbesudelte Erde des eisernen Zeitalters verlässt: Achtende Scheu ist dahin, und von blutbefeuchteten Ländern Kehrte die Jungfrau heim, Astraia, der Himmlischen letzte.

In Vergils berühmter prophetischer 4. Ekloge zeigt umgekehrt das Erscheinen der Jungfrau die bevorstehende Wiederkehr des Goldenen Zeitalters an: Schon ist das Ende der Zeit nach dem Lied von Cumae gekommen. Und großartig beginnen den Lauf ganz neue Geschlechter. Schon kehrt wieder Astraea, es kehrt Saturnus’ Regierung: Neue Geburten entsteigen nun bald dem erhabenen Himmel.Unmittelbar anschließend spricht Vergil von der Geburt eines Kindes, eines Heilsbringers, was die Zeitgenossen auf Augustus (aber auch auf andere möglicherweise gemeinte Personen) bezogen, Vergil unterstützte eine Deutung auf Augustus, indem er in der Aeneis bei der Unterweltsfahrt des Aeneas dessen Vater Anchises von der Rückkehr des Goldenen Zeitalters künden lässt, diesmal unter ausdrücklicher Bezugnahme auf Augustus. Im Christentum wurde Vergils 4. Ekloge auf die Geburt von Jesus gedeutet, wodurch wiederum Vergil eine Art vorweggenommener Heiliger wurde. Naheliegender Weise wurde die mythische Jungfrau der Prophetie mit der Jungfrau Maria identifiziert, erstmals durch Kaiser Konstantin in seiner „Rede an die Versammlung der Heiligen“.

Im England Elisabeths I. wird dieser Mythos, wie schon erwähnt,  erneut aufgegriffen. Die Königin wird selbst zu Astraea, die Gerechtigkeit und die Rückkehr zur ursprünglichen Religion verspricht (sie bzw. ihre Hofpoeten beziehen sich hier auf die anglikanische Kirche). Das Goldene Zeitalter erlangt eine neue Realität durch die Entdeckung und Besiedlung der Neuen Welt. Es ist nun nicht mehr lediglich ein Reich des Glaubens, sondern ein  weltumspannendes Imperium, das durch die Herrschaft einer gerechten, tugendhaften Königin vereint ist.

Posted by on August 21st, 2016 2 Comments

Retrograde Venus – Beziehung im Schatten

Passend zum Thema: Venus ein Flammenfraktal in Herzform: “Retrograde Venus”

Die retrograde*** Venus gilt als problematisch und wird bei Transiten oder in der Progression als unangenehme Erfahrung empfunden.

In der Radix werden der rückläufigen Venus folgende Eigenschaften zugeschrieben:

  • Sehr exzentrisches Geschmacksempfinden,
  • Große Eigenwilligkeit,
  • Andere Beziehungsideale –> neigt zur Idealisierung und Idolisierung
  • Entscheidung für ein Single-Leben,
  • Fühlen sich ungeliebt,
  • Sozialphobie,
  • Seltsame Vorlieben: „kinky sex“.
  • Wenn sehr schlecht gestellt: Gefahr von Soziopathie.

In der künstlerischen Darstellungen erscheint das Herz als ein Symbol der Venus, es ist aber auch ein Attribut der Mondin: Eine sehr feminine, Yin-hafte Form. Im Fall der retrograden Venus ist das Herz nicht ganz symmetrisch, erscheint sogar gespalten. Das Rot, Symbol des Lebens, der Liebe und der Leidenschaft ist ein wenig abgedunkelt und das Rosa des Hintergrunds eingetrübt. Die Wellen der Gefühle wirken auch eher gedämpft bei einer Venus-Retrogradation. Menschen mit dieser Konstellation in ihrer Radix wirken häufig schüchtern oder sind in ihrem Wesenskern eher ungesellig. Die Stärke der Auswirkung einer Rückläufigkeit hängt auch von der Aspektierung, der Häuser- und Zeichenstellung der Venus ab. Durch die Altersprogression wechselt Venus im Verlauf des Lebens bei manchen Menschen ihre Richtung: Wenn sie wieder vorwärts läuft, geht oft eine Verbesserung der Beziehungensfähigkeit oder ein gesteigertes Interesse an zwischenmenschlichen Belangen damit einher.  Menschen, deren Venus in der Progression retrograde wird, neigen dann zum eher Rückzug oder zu Eigenbrötlerei.

Grün, helles Kirschrot und Rosa gelten als die Farbkorrespondenzen der ungestörten Venus, wobei man der erdhaften Stiervenus eher die Grüntöne zuordnet, der kapriziöseren Waage-Venus die Rosa-Schattierungen.

venus_retrograde_by_scrano-d7udjnn

Venus retrograde – Heartbreak HOTEL.
Elvis Presley: Venus opp Pluto, quad. Uranus – Konfliktpotential, auch ohne Retrogradation.

***Retrogradation: Scheinbare Rückwärtsbewegung von Planeten im geozentrischen Epizyklen-Modell.

In der Astrologie wichtig, da astrologische Archetypen durch Wahrnehmung des Kosmos auf der Erde entstehen (was man am Nachthimmel direkt sieht) nicht durch mechanische Plantenbewegungen. Es wirken Korrelationen, nicht Kräfte! Daher ist das heliozentrische Modell zwar für die tatsächlichen Berechnungen von Orbitalbewegungen wichtig, aber nicht für die hermetische Grundidee, dass die Erde einen eigenen Organismus (Mikrokosmos) mit unzähligen weiteren Mikrokosmen bevölkert, darstellt.  Dieser ist quasi der “Beobachter” und den Rhythmen unterstellt, wie er sie wahrnimmt. Wir leben auf der Erde, nicht auf der Sonne oder den “Fix”-Sternen, daher werden astrologische Zusammenhänge immer mit Gaia, Rhea, Mutter Erde als Zentrum des Bezugssystems gesehen.

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Korrespondenzen der Venus – Keywords

oktoberfest_by_scrano-d808dqzDem Venus-Prinzip entsprechen viele Göttinnen oder mythologische Figuren der Neuen und Alten Welt:

Diese weiblichen Ur-Bilder besitzen einen unberechenbaren, fast chaotischen, manchmal destruktiven Anteil, welcher der Venus zugeordnet ist, während der nährende, instinkthafte und intuitive Aspekt dem Mond zugerechnet wird. Auf die Schattenseiten von Frau Luna, dem Mond-Prinzip, komme ich zurück in einem meiner folgenden Artikel: “The Moon is a Harsh Mistress”. Wer gerne SciFi Romane von Robert. A. Heinlein liest, wird den Titel sicher wieder erkennen.

  • Göttinnen: Aphrodite, Venus, Ishtar, Astarte, Astaroth, Aschera, Hathor, Isis, Parvati, Lakshmi, Inanna, Freya
  • Mythologisch: Lilith, Eva, Pandora

Auch ergeben sich aus der Achsenpolarität der Gegenzeichen und Häuser , in denen Venus regiert, Eros-Thanatos Paare, besonders bei II/VIII. Solche Eros-Thanatos Paare sind : Ishtar-Ereshkigal,  Freya-Hel, Hathor-Sekhmet . Sie symbolisieren Binden und Lösen, (2. und 8. Haus), Stier und Skorpion, die Transzendenz des Materiellen. Leben und Tod.

Der aggressive Pol  der Aphrodite Urania des siebten Hauses zeigt sich in den kriegerischen Aspekten der zypriotischen Ur-Aphrodite oder auch der Inanna aus Sumer, oder der Ishtar in Babylon. Dort verkörpern sich Wille und Ego-Anspruch des ersten Hauses, welcher im siebten transzendiert wird.

Venus-Korrespondenzen:

  • Ihre Farben sind grün und rosa.
  • Tiere sind Taube, Katze, Schwan und der Hase, besonders aber der Stier: Der Himmelsstier, die Fruchtbarkeit, das generative Prinzip. –> Gilgamesch-Epos, Apis-Osiris.
  • Symbol: Muschel, Zaubergürtel (Freya, Aphrodite) → Strapsgürtel
  • Metall: Kupfer : Aes Cyprium, Cuprum → Erz aus Zypern, woher Aphrodite/Venus stammt.
  • Ihr Tag ist Freitag: Venerdi = Venus-Tag
  • Ihre Pflanze ist vor allem die Rose, ihre Zahlen fünf und acht, neben der zwei.

Frucht: Besonders der Granatapfel, er enthält tatsächlich Phytoöstrogene ist ein Fruchtbarkeits- und Schönheitsmittel, aber auch Apfel und die “ebenfalls sündige”Erdbeere. Der Granatapfel ist der wahre Paradies-Apfel, von der Eva durch die Schlange (Weisheit, Erdmutter, Natur) an den Adam gebracht: Nach dem Verzehr wurden sie ihrer Sexualität und Unabhängigkeit gewahr → Haus 2: Ich existiere, bin körperlich und habe die Fähigkeit zu erschaffen (zeugen).

Dignitäten:

  • Stier, Waage: Domizil
  • Jungfrau: Fall
  • Fische: Erhöhung
  • Widder, Skorpion: Exil
  • Fünftes Haus: Affinität (Sympathie)

Sie herrscht über die Körperregionen:

  • Nieren, Bauchspeicheldrüse (Kohlehydratstoffwechsel) –> (Waage) und Kehlkopf/Stimmbänder/Zunge, Mund –> (Stier).
  • Ihr zugeordnet sind folgende Sinne: Geschmack, Geruch, Gleichgewicht.

Tarot: Die Kaiserin (Stier), Königin der Münzen , Die Gerechtigkeit, eigentlich die Ausgleichung, nach Crowley (Waage).

Glanzzeit der Venus: Typische Epochen –> Barock und Rokokko, sie zeigen aber auch den Schatten: Eitler Luxus, Prunk und Rüschen, Maitressen, Leibesfülle, Eskapismus und ….. die Syphilis als Geissel der Zeit, nicht umsonst VENERISCHE Krankheit genannt.

 

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P.P. Rubens: Toilette der Venus, Quelle:wikimedia Commons.

Schlüsselworte:

  • Lebensfreude, 2. Chakra, Sexualität (Erotik), Flirt, Spielfreude, Striptease, Pubertät, Lust, Genuss.
  • Körperbeziehung, Selbstliebe, Schönheitsinn, Kunst, Diplomatie, “Social skills”, Umgangsform, Etikette.
  • Stil, Schmuck, Mode, Parfum, Attraktion, Attraktivität, Dessous.
  • Kunst, Tanz und Spiel, Musik. Mit Neptun als höherer  Oktave und Herrscher über Rausch und Ekstase,  haben wir dann Sex, Drugs und Rock’n'Roll.  So könnte man Riten zu Ehren von Göttinnen wie Hathor oder den Bastet-Kult von Bubastis modern umschreiben.
  • Eigene Ressourcen (Talente), Geld, Geschäfte (II) und Geschäftspartner (VII).
  • Liebesbeziehungen, enge Freunde, die anderen (Freunde/Bekannte ) sind in Haus XI/Wassermann/Uranus angesiedelt.
  • Die Stellung der Venus nach Aspekt/Haus und Zeichen zeigt, wo wir attraktiv wirken und für wen, und was wir anziehend finden.
  • Nicht Hingabe und Liebe = Mond/Neptun, sondern UNABHÄNGIGE Liebe (Lustprinzip) = amour fou, la passion (LEIDENschaft) , Liebesaffäre, daher auch Hetäre (hetairai=Gefährtinnen), Maitresse, Geisha. Lust ohne emotionale Bindung → „Der letzte Tango in Paris“.
  • Sexindustrie (und die antike porne=Dirne), das Filmbusiness, zusammen mit Neptun, dem kollektiven Venusprinzip.

Die Ehefrau und Mutter ist eher Mond/Saturn geprägt: Die Uranus-geborene unabhängige Venus wird saturnisch gezähmt. Archetyp: Hera, Frigga, Durga.

Nebenstehend: Das Siegel der Venus, ein magisches Quadrat, welches in Alchemie, Hochmagie und zur Kryptographie verwendet wurde. Die Quersumme lautet 175.

Siegel der Venus- - Quersumme 175

Siegel der Venus – Quersumme 175 = 13!

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

 
 
 
 
 
Teil I: Aus den Urwassern entstiegen
Teil III:  Mythologie

 

 

Posted by on April 23rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Mystischer Neptun: Mythologie, Archetyp und Korrespondenzen

 
Edwin_Austin_Abbey_(1852-1911)

Wem dient der Gral … ?
Dem der ihm dient.
Was ist sein Geheimnis ..?
Das Eine.

Parsifal
 
„Fair is Foul
and Foul is Fair ….
like misty fog and filthy Air.“

(Macbeth, Hexenszene)

Neptun, die höhere Oktave der Venus:

Neptun ist das Unsichtbare, nicht Greifbare, die Täuschung und die Enttäuschung, die All – Liebe, der Rausch der Ekstase. Neptun löst und erlöst, er steht für Theater, Film und Fernsehen. Helden-Mythen und Massenidole, eine Projektionsfläche für unsere Träume, Sehnsüchte und Wünsche. Eine Leinwand aus Nebel. Er beherrscht die Wasser der Meere, und der Wolken, er zaubert Regenbögen aus Wassertropfen. Er kann Mönch oder Nonne sein, um weltliche Güter macht er sich nicht viel. Seine Musik gleicht den himmlischen Klängen, seine Bilder bezaubern unsere Sinne. Seine Natur ist transzendent, unsichtbar. Neptun ist das zwischen den Dingen schwebende Geheimnis, Kunstwerk und Künstler zugleich.

 
All the world‘s a stage,
And all the men and women merely players.
(As You Like It)

Gottessehnsucht, das EINE ohne Form, zu dem man sich wieder rückverbinden möchte – das Wort Religion heisst Rückverbindung:

  • Meister Eckhart, ein Mystiker des 14. Jahrhunderts sagt dazu: „Selbst das religiöse Bewusstsein muss entrümpelt werden. Darum bitte ich Gott, dass er mich von Gott befreie.“

shiva-zack

Qualität: mutabel, Zeichenherrscher Fische, Haus 12, Yin.

Domizil: Fische, CoRegent Schütze

Exil: Jungfrau, Zwillinge

Erhöhung: Krebs

Fall: Steinbock

Affinität: Waage, 7. Haus, Venus generell

  • Gegenpol zum Jungfrau-Merkur der Achse: 12/6: ICH DIENE.
  • Analyse ← → Synthese. Zergliederung in Details ← → Auflösung und Vermischung. Diskretisierung <–> Assimilation.
  • Viele ordnen dem Neptun die Zersetzung zu, das ist nicht richtig.Er beschreibt ein umschliessendes, absorbierendes Prinzip, die Auflösung von Grenzen und Form, von Individualität und Unterscheidbarkeit: Die Entropie selbst. Die Zersetzung ist eher dem Pluto zuzurechnen.

Alchemie: Projektion. Lösungsmittel, Emulgatoren.(mit Merkur).

Element: Wasser + Akasha.

Minerale: Perlen, Aquamarin, Fluorit, Amethyst.

Tag: Freitag mit Venus, Donnerstag mit Jupiter.

Zahl: 12, 6, 7, 2.

Farben:

  • weiss, grau, himmelblau, seegrün, milchig (wie Mond), pastell-rosa, lila, schillernd, fluoreszierend (mit Venus).

Metall : Aluminium, Beryllium, Barium.

Signaturen :

  • violett, samtig, intensiver Duft, im Wasser lebend. Prinzip der Auflösung, erweichend, grenzauflösend, narkotisierend, betäubend, lähmend, psychotrop.

Tarot:

  • Der Gehängte, Die Welt, siebener (besonders Kelche, Schwerter), Der Mond.

Ort:

  • Das Meer, Klöster, Asyle, Gefängnisse, Filmstudios, Bühnen, Ashrams, Pflegeheime, Anstalten.
„Walter Crane 001“ von Walter Crane - The Yorck Project: 10.000 Meisterwerke der Malerei. DVD-ROM, 2002. ISBN 3936122202. Distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH.. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Walter_Crane_001.jpg#mediaviewer/File:Walter_Crane_001.jpg

Walter Crane: Pferde des Poseidon

Tierwelt:

  • Fische, Muscheln (mit Venus), Quallen, Kraken. Delphine und Wale. Pferde (mit Jupiter, für seine Poseidon Persona) -→ nur ein Aspekt des Zeus,

Mythische Kreaturen:

  • Ouroboros (mit Pluto), Typhoon (mit Pluto). Die australische Regenbogenschlange, Ananta, Midgard, Nydhogg mit Pluto. Leviathan (mit Uranus).

Pflanzenwelt:

  • Seetang, Algen, betäubender Duft (mit Venus), Veilchengewächse, Pilze als Grenzgänger zwischen Tier und Pflanzenreich, mit Pluto.

Pflanzen der Mystik:

  • psychoaktiv (mit Saturn), sedierend (mit Mond), Flieder (Syringa vulgaris), Jasmin (Gelsemium sempervirens), Passionsblume (Passiflora incarnata), Schlafmohn(Papaver somniferum), Teichrose (Nupharluteum), Veilchen wohlriechendes (Viola odorata), Weide (Salix alba + Saturn), Gardenie (mit Mond).

Pflanzenform, Geruch und Wachstum:

Samtige, feucht wirkende Oberflächen und weicher Wuchs, Affinität zum Wasser, Pastelltöne, schwerer, betäubender Geruch (daher auch Jasmin, zusammen mit dem Mond). Neptun-Pflanzen sind meist zarter, fast mystischer Natur. Sie wachsen im oder neben dem Wasser. Sie wirken schlaffördernd, entspannend, betörend, betäubend bis lähmend; in homöopathischer Zubereitung zeigen sie dagegen einen stimulierenden oder harmonisierenden Effekt (Schlafmohn, Teichrose). Manche führen bei Missbrauch schnell zu Suchterscheinungen oder halluzinogenen Störungen (Schlafmohn). Erweichende Wirkung, Harmonisierung der hormonellen Achse, Schmerzlinderung und Angstlösung.

Neptun zugerechnete Organe und Krankheitsbilder („klassische“Zuordnung der Fische):

Organe/Körperfunktionen: Hypothalamus/Hypophyse, Zirbeldrüse, Endorphine, Melatonin, Hohlorgane, Hör- und Gleichgewichtsorgane(Venus), Großhirn, Scheitel, Füsse, Fussknochen, Muskeln im Bereich des Fusses, Immunsystem (Durchlässigkeit), Lymphe (mit Mond), Haut (mit Saturn), Kreislauf (mit Sonne).

Probleme:

  • Hormonstörungen, Paralysen, multisymptomale schleichende Erkrankungen. Erschöpfung. “Seelen Vampirismus” als Opfer und Täter: Sogenannte Co-Abhängigkeit, das hat nichts mit dem Blödsinn vom “Energievampirismus” zu tun. Passiv aggressives Verhalten. Hysterie, Hypochondrie, parasitäre Existenz.
  • Schwierigkeiten oft durch fehlende Diagnostizierbarkeit der Erkrankung, Heilung findet häufig durch nicht konventionelle Methoden, auch spiritueller Natur statt.
  • Religiöse Implikationen: Stigmata etc.

Das Symbol des Neptun ist der Dreizack des schamanischen Ekstase-Gottes Shiva und des Erderschütterers und Meeresherrschers Poseidon, einem Aspekt des Zeus. psilalal

Eine ursprünglich weibliche Trinität wurde im Laufe der Zeit patriarchalisch-männlich umbesetzt. Zeus-Himmel, Gebirge, Poseidon – Meer und Land, Hades – Unterwelt, Erdinneres. Das neptunische Prinzip stellt die Einheit der drei Welten Unterwelt, Erde und Himmel sowie die Einheit der drei Zeiten Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft dar. Es symbolisiert die Auflösung alles Seins in der Unendlichkeit. Das Piktogramm ähnelt dem griechischen Buchstaben Ψ (psi), der für die Seele steht.

PSI steht auch für die quantenmechanische Wellenfunktion:

Die Ununterscheidbarkeit von Zustandsgrössen ohne äusseres Zutun. Das Sein ist ein kosmischer Traum … auch physikalisch gesehen. Alles ist Potential, Versprechen, Ahnung, nichts ist Gedanke oder Form.

Das Prinzip der Entropie (mit Pluto). Die Raumzeit.

Götter: Atargatis, Anu, Atum, Nammu, Tiamat, Thetys, Danu, Maha Kali & Nitya Kali, Eurynome . Melusine, Meerjungfrauen, Sirenen, Rheintöchter. Sedna, Ran, Calypso. Poseidon, Neptun, Proteus (der Formwandler).

Mystische Plätze:

  • Maya, die Illusion der Weltentraum, das Paradies. Die Anderswelt, Elysium, Summerland, Dilmun. Arkadien. Labyrinthe –> Kreta!

Prinzipien:

  • Alpha+Omega.
  • Der Mutterleib, das Fruchtwasser, der Urozean.
  • Abyss, Chaos. Die Ursuppe.
  • Pistis Sophia (Gnosis):
    • Sophia (Allweisheit) → Gedanke (Logos) → Demiurg → Kosmos
  • Eurynome/Gaia(Neptun) → Uranos → Kronos
  • Chaos → Gedanke → Form
  • Urmutter → Traum/Maya → Samsara: Götter/Kosmos
  • Gemeinschafts-Ideologien: Kommunismus, Faschismus (mit Pluto), Sekten.

    Tiamat – die ozeanische Urmutter der Babylonier.

  • Mystik, Gralssuche, Neptun im Horoskop zeigt uns wie und wo wir unser Heil suchen.
  • Unio Mystica. all-Liebe (Gnostik), spirituelle Exstase (mit Pluto)
  • PSI-Fähigkeiten, Wunder(Gläubigkeit), Astralreisen, Medien, Spiritismus.
  • Die Relativitätstheorie: Was wäre wohl neptunischer als “Alles ist relativ”! Kein Wunder dass ihr Schöpfer ein Fisch war, mit Neptun und Uranus dominant, aber einem strukturgebenden elevierten Saturn, der für Wissenschaftler typisch ist. Die Quantentheorie mit ihren Ununterscheidbarkeitsprinzip, gleichsam wie ein Dornröschenschlaf (auch ein neptunisches Märchen) der Materie; bis der Prinz (Beobachter, WW mit physikalischen Kräften) sie quasi wachküsst. Wolfgang Pauli, ein grosser Genius der Quantenphysik, auch ein Neptunier (Mond in den Fischen). Sein Interesse an akausalen Phänomenen ist legendär. Darauf fusste auch seine lebenslange Freundschaft mit C.G.Jung, welche in der gemeinsamen Entwicklung des Prinzips der Synchronizität gipfelte.
  • Schauspieler mit Sonne+Jupiter.
  • Musiker mit Venus und Mond.
  • Tänzer mit Venus, Stier, Waage.
  • Bühnenmagier (mit Merkur), Mentalisten mit Merkur/Uranus.
  • Märtyrer, Heilige, Spinner, Bigotterie (mit Jupiter), Hysterie (mit Mond), Hypochondrie (mit Venus), Schizophrenie (mit Merkur), Selbstzerstörung (mit Mars), Masochismus (mit Venus/Pluto).
  • Orientierungslosigkeit, Eskapismus.
  • Lebenskollektive: Kommunismus, Hippies (mit Uranus), Klostergemeinschaften.
  • Opfer, Intrigen, Undurchschaubarkeit.
  • Naivität, Willensschwäche.
  • Erlösung, Vergebung, Pazifismus.

Avatare: z.B. der blaue Vishnu als Manifestation von Maya, Krishna als Avatar von Vishnu, Jesus als Avatar von Gott, in der gnostischen Sichtweise.

  • Solipsismus, Imagination, Trance.
  • Magie, Charisma.
  • Fantasie, Fantasterei, Traumbilder.
  • Schriftsteller, Märchenerzähler: Sheherazade.
  • Drogen, Mystizismus, Selbstverleugnung.
  • Abhängigkeit, Entgrenzung, Durchlässigkeit.
  • Soziopathie, Amoral, Dekadenz.
  • Geheimdienste: mit Pluto.

Erlöserfiguren: Jesus, Buddha, Dionysos, Chiron, Parzifal. Ichtys, Tammuz, Orpheus, Maria aus Metropolis.

Charismatische Massenidole mit Opfercharakter: Elvis, Michael Jackson, Che Guevara, Marilyn Monroe, Jim Morrison.

Religiöse Charismatiker: Helena Blavatsky, Aleister Crowley, Ron Hubbard, Bagwan Sri Rajneesh, Rudolf Steiner.

Religiöse Führer:

  • Dalai Lama, Papst Franziskus, etliche christliche Heilige und Mystiker.
  • Bei den religiösen Charismatikern, Führern und Idolen findet man häufig neben dem starken Neptun einen Chiron im 12. Haus. Dazu noch 9. Haus/Schütze+Jupiter: Organisierte Religion.

Kultur:

Minoische Priesterin.Fragment eines Sarkophagschmucks.

Minoische Priesterin.
Fragment eines Sarkophagschmucks.

Marina Sirtis als Deanna Troi, © Gene Roddenberry, Paramount DT und CBS.

TNG:
Empathic Betazoid Counselor
mit minoischer Haartracht

 

 

 

 

 

 

 

Das Matriarchat mit Mond und Venus.

  • Die minoische Kultur mit ihren fantastischen Darstellungen von Meeresbewohnern und ihrer seefahrerischen Lebensweise. Die starke Yin-betonung ihrer Gesellschaft mit dominierenden Frauen. Ihr zweites Fundament ist ein eher mondhaftes mit dem Stierkult und den allgegenwärtigen Abbildungen der Labrys. Die Stierhörner und die Doppelaxt sind eigentlich lunare Symbole.
  • Die fiktionale Kultur von Betazed, der Heimat-Welt von Deanna Troi aus Star Trek TNG, die mit ihrem Matriarchat und der Haartracht der Frauen stark an das alte Kreta erinnert. Die Bewohner dort sind natürliche Empathen.
  • Die Borg, das ultimative Kollektiv: “We’ ll assimilate you !”, eine sehr neptunische Drohung. Die Tatsache, dass es dort eine Königin, wie bei den Bienen gibt hat sowohl einen Neptun- als auch einen Mondaspekt. Wie bei dem Vorbild der staatenbildenden Insekten ist auch bei den Borg eine starre Struktur=Saturn im Inneren vorhanden, und es herrscht das Fehlen von Individualität bei gleichzeitiger vollkommener Verbindung=Neptun untereinander vor.

Mythologie -> eine orphische Schöpfungslegende, die ohne einen männlichen Meeresgott auskommt:

Die Göttin Eurynome formt sich als Wirbel aus dem Urmeer der Formlosigkeit und schafft Himmel und Land. Aus dem Himmel erzeugt sie Ophion (der Nordwind) als Gefährten. Sie paaren sich und es entsteht das orphische Ei, das von Ophion in Schlangengestalt siebenfach umschlungen wird. Es schlüpft daraus Phanes, der Scheinende, aus dem Sonne und Mond hervorgehen. Dieser Mythos beeinflusste die gnostische Schöpfungsgeschichte, die Pistis Sophia.

Der astronomische Neptun:

  • Entdecker: Galle und Leverrier 1846: Durch Störungsrechnung mathematisch vorhergesagt.
  • Zwei Jahre später erschien das „Kommunistische Manifest“.
  • Auch bei der Entdeckung des Gasriesen gab es Intrigen, Tricks, Täuschung und Manipulation.
  • „Die Akte Neptun“, ein Astro-Krimi.

    Wikimedia commons: Neptune Earth Comparison, NASA

    Wikimedia commons: Neptune Earth Comparison, NASA

Lalande sah ihn bereits 1795, hielt ihn für einen Stern, Galileo sah ihn wahrscheinlich schon 200 Jahre früher. Der Neptun entzieht sich eben gerne bleibt im Nebel! Der Name könnte nicht besser gewählt sein:

Seine Oberfläche ist wunderbar blau wie ein Südsee-Ozean. Es toben dort die heftigsten Stürme des Sonnensystems, bis zu 2.100 kmh schnell. Zwei seiner Monde bestehen nur aus Geröll und geforenem Nebel ! Zur Zeit seiner Entdeckung wussten die Astronomen das nicht, diese Tatsachen sind erst seit Sonden wie Voyager und dem Weltraumteleskop Hubble bekannt. Sein Umlauf beträgt 165 Jahre, ca 12-15 Jahre pro Zeichen. Es wird angenommen dass Neptun einen festen Kern aus Gestein und Metall hat der ungefähr so groß ist wie unsere gesamte Erde. Er gehört zu den kompakten Gasriesen.

Der Mond fragt Neptun: „Liebst du mich? Neptun: Natürlich mein Schatz, dich auch!

Beispiele: Negativ & Positiv – ambivalent ?

L-Ron Hubbard, Karl May (sehr ähnliche Horoskope) beide mit Jupiter/Schütze:

  • Jupiter als Co-Regent von Fische steht im 12. Haus erhöht und im Zeichen im Domizil.→ Überbetonung des Jupiter Prinzip: Übertreibung, Megalomanie. Schriftsteller mit Massenwirkung. Lebhafte Phantasie und möchte “Lehrer seiner Leser” sein. Helfersyndrom, Heilsverkünder, Guru. Gute Psychologen. Charismatiker, religiöse Vaterfiguren. Das Vermischen von Neptun und Jupiter finden wir auch bei Osho (ehemals Bhagwan) in allen positiven wie negativen Auswirkungen.

Darsteller: Liz Taylor, Marilyn Monroe, Daniel Craig, Bruce Willis, Kurt Russel.

Musiker: Kurt Cobain, Amy Winehouse, Michael Jackson, Patti Smith, Johann Sebastian Bach, George Harrison.

  • Der Neptun ist oft ein Signifikator für Musiker, besonders wenn er eleviert steht und von Venus aspektiert wird.

Oper: “Der fliegende Holländer” -> Vorbild von “Fluch der Karibik”, Parsifal, Norma

Musical: Dancer in the Dark, Jesus Christ Superstar

Film: Matrix, Bruder Sonne, Schwester Mond → Franz von Assissi; Stigmata, Geschichte einer Nonne, religiöse Thematik allgemein; “Leaving Las Vegas”, Suchtprobleme; “Fog – Nebel des Grauens”, übernatürliche Phänomene, Ozeane – Fluch der Karibik Trilogie. Traumgeschehnisse: Dreamscape, Terry Gilliams “König der Fischer“, einer der besten Neptun-Filme.

 

Posted by on März 4th, 2016 Kommentare deaktiviert