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Wintermythen: Boreas, der listige Nordwind

Nordwind

Nordwind, der Unruhestifter bringt Dinge ins Rollen.
Boreas nach Waterhouse ©scrano 2013

…. aus dem Film “Chocolat.”

Ein Mandala mit Elementen des Gemäldes: “Boreas” von J.W.Waterhouse. Dargestellt ist die Nymphe Oreithyia, wie sie von Boreas, dem Nordwind entführt wird. Ein Motiv, das auch Gegenstand  von vielen schmückenden Bildszenen auf attischen Vasen ist.

Boreas (gr. Βορέας Boréas „der Nördliche“) stellte in der griechischen Mythologie die Personifikation des winterlichen Nordwinds dar. Er war der Sohn des Titanen Astraios und der Göttin Eos und wurde zusammen mit seinen Brüdern Euros (Ostwind), Notos (Südwind) und Zephyros (Westwind) verehrt. Er galt als rauer, unberechenbarer Geselle. Der Herr der  plötzlichen Ereignisse und Veränderungen. Darin gleicht er dem astrologischen Uranus.

Die Verehrung der vier Winde ist typisch für die Reiternomaden der Steppe und Seefahrervölker. Boreas raubte die Nymphe Oreithyia, Tochter des Erechtheus, eines mythischen Königs von Attika. Als die Nymphe am Ufer des Ilisos tanzte, hüllte er sie in eine Wolke und entschwebte mit ihr durch die Lüfte in seine Heimat Thrakien. Die Griechen nahmen an, dass Boreas dort lebte, weil er in diesem Landstrich gleichermaßen verehrt wurde. Herodot und Plinius beschreiben beide das  mythische Land Hyperborea („jenseits des Nordwinds“), in dem die Menschen bis ins hohe Alter in vollständigem Glück leben. Man glaubte, im Winter würde der Sonnengott Apollon sich dorthin zurückziehen, um erneut Kräfte zu sammeln. Eine eher unglückliche Rolle spielte Hyperborea in der Vorstellung der Nazis, die darin das sagenhafte Herkunftsland einer uralten Superrasse, der Arier, vermuteten. Die stammen aber nun mal aus dem Grenzgebiet zwischen Indien und Persien. Den falschen und pseudohistorischen Bezug zwischen Ariern und Hyperborea schuf H.P.Blavatsky mit ihrer Theorie von den sieben Wurzelrassen, die aber eher metaphorisch und mythologisch als wörtlich zu verstehen ist. Eine humorvollere Betrachtung des Nordwinds liefert folgendes Gedicht:

 

Boreas und Alekto

Als einst Fürst Boreas, der Popanz der Natur
Auf einen Staatsbesuch zum Vetter Pluto fuhr,
Verdarb sein freier Hauch Alekten
Von ungefähr die hydrische Frisur.
Das war ein Lärm! Die falben Schlangen blökten,
Mit grässlichem Gezisch den armen Windgott an.
Verzeihen Sie, Madam, rief er, was ich getan,
War ein Versehn. Mit höllevollem Blicke
Speit ihm die Furie standsmäßig ins Gesicht;
Allein ihr Speichel traf ihn nicht.
Er spritzte wie ein Tau auf ihr Gesicht zurücke,
Und gab ihm schnell die schwarzgesprengte Haut,
Vor welcher selbst dem Orkus graut.

Gottlieb Konrad Pfeffel

Die hier genannte Alekto ist eine der drei Erinnyen oder Furien: Megara, Tisiphone, Alekto. Diese enstanden bei der Entmannung des Uranos aus seinem Blut. Der listige, unstete Nordwind spielt auch eine Rolle in der romantischen Komödie “Chocolat” mit Johnny Depp und Juliette Binoche. In diesem Film-Märchen, das von den beiden Archetypen, Uranus und Pluto (der Vetter aus dem Spottgedicht) geprägt wird, ist er die Verkörperung der Uranus-oder Wassermann-typischen Rastlosigkeit. Der Nordwind oder Uranus bringt die äusseren Umbrüche und das Verlangen nach stetiger Neuerung, Pluto die inneren, auch schmerzlichen Transformationen, denen die Charaktere unterworfen sind. Erst Letztere sind entscheidend für eine Reifung und ein sinnerfülltes Leben, ohne ständigen Zwang zum fluchtartigen Aufbruch zu neuen, vermeintlich besseren Ufern. Auch dass der Nordwind mit der schamanischen Urgrossmutter der Protagonistin in Verbindung steht ist interessant: Die Himmelsrichtung Norden wird in der Elementarmagie mit der Welt der Ahnengeister und der Mutter Erde, den Planeten Pluto und Saturn assoziiert. Saturn gilt in der klassischen Astrologie als der Gegenpol zum solaren Prinzip des Ego, in der modernen Auffassung unter Einbeziehung der Trans-Saturnier ist dies wiederum Uranus.

 

 

Posted by on Januar 14th, 2017 No Comments

Heil- und Zauberpflanzen im November: Signatur des Pluto

Kleinod im schwarzen Lotos: Plutonische Pflanzen wirken oft segensreich und schrecklich zugleich.Mnemosyne ©scrano 2013

Kleinod im schwarzen Lotos: Plutonische Pflanzen wirken oft segensreich und schrecklich zugleich.
Mnemosyne ©scrano 2013

Da sich das Jahr im November dem Ende entgegen neigt und wir Samhain bereits hinter uns gelassen haben, das endgültige Verlöschen des Sommers, gibt es diesmal eine Aufstellung von Heil- und Zauberpflanzen, die diese jahreszeitliche Prinzip widerspiegeln.

Es sind dies Gewächse mit der Signatur des Pluto, bzw. Mars in seinem wässrigen Nachthaus mit der Zodiakposition VIII, des Ausdrucks der Unausweichlichkeit des Endes und der Veränderung. Hier herrscht das Skorpionprinzip, das von Abschiednehmen, Loslassen, dem Ende und dem Neuanfang handelt. Auch regenerative Kräfte und die verborgenen Ressourcen von Mutter Gaia und anderen, chtonischen weiblichen Archetypen sind hier Thema. Deshalb sind viele dieser Gewächse auch mit der Hekate oder der dunklen Mondin assoziiert. Plutonische Pflanzen teilen mit dem Saturnprinzip die acht-zählige Symmetrie (bei Saturn findet man auch die 10, wie beim Mohn, der stark von Saturn/Mond geprägt ist), wie überhaupt eine starke Affinität zwischen den beiden Archetypen Saturn und Pluto zu finden ist. Auch mythologisch sind sie verbunden. Saturn, eigentlich ein römischer Erntegott (Schnitter) etruskischen Ursprungs (Sartre) verschmolz mit dem hellenischen Titanenherrscher Kronos zu einer Gottheit, wobei die positiven Eigenschaften erhalten blieben. Der römische Saturn wurde auch nicht in den Tartaros gestürzt, sondern zog sich in eine Art Altersexil zuerst nach Latium zurück, wo er den Römern half ihre Kultur aufzubauen, um dann im Hades auf der Insel der Seligen für immer zu herrschen. Er galt als gerechter König des Goldenen Zeitalters. Zeus/Jupiter wurde von der römischen Bevölkerung immer als eine Art Oberschichtsgottheit angesehen, der bäuerliche Saturnus war ihnen lieber. Auch die wichtigsten römischen Feste, die Saturnalien waren eine Huldigung an den Winterherrscher, und Patron der ehrlich erarbeiteten Ernte.

Dem Pluto wurde nicht gehuldigt, er verrichtete sein Aufgabe eher im Stillen – Hades-Schreine gab es eher selten. In ihnen wurden Orakelrituale abgehalten, sie spielten eine Rolle bei Mysterienweihen. Immerhin wurde ihm die Herrschaft über die unteridischen Schätz zugestanden, daher auch sein Beinahme der “Reiche”.

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Reichtum im Inneren oder Wächter im Unbewussten?
Plutos Schätze ?

Klassisch herscht im Skorpion und dem achten Haus bereits Mars, in seiner Yin-haften Form, dem Nachthaus. Modern wird dies durch das Pluto-Prinzip ergänzt, wobei dieser sphärenharmonisch als höhere Oktave des Kriegerarchetypen angesehen wird.  Mars+Yin = Pluto? Man darf nicht vergessen, dass Mars parthogenetisch aus Hera, der weiblichen Verkörperung von Mond/Saturn geboren wurde,  und dass auch das Saturnprinzip (im Steinbock) bereits Yin-haft ist. Es verkörpert Mutter Gaia und ist der chtonische Gegenpol der Mondin im Krebs. Der Mars ist also nicht rein männlich, auch Pluto besitzt weibliche Züge, die ebenfalls von der alten Erdmutter, aber auch der dunklen Mondin stammen. Daher auch seine Assoziation mit Schlangen und allerlei Nachtgetier. Dieselben Embleme, auch den Schlüssel findet man dann bei Hekate wieder, der Göttin des dunklen Neumondhimmels. Wie der schwarze Mond wieder einen neuen Zyklus beginnt, stellt Hekate die Eintritts und Abschiedspforte des Lebendigen in die Welt dar. Sie ist die universelle Hebamme. Damit ist auch sie mit dem Pluto und dem Prinzip Mond/Saturn, das als „Tor des Menschen“ bezeichnet wird, verbunden.  Im 4.Haus/ Krebs+Mond wird der Mensch geboren und beseelt, im 10. Haus/Steinbock+Saturn erhält er die irdische Vollendung, und hebt sich über die Materie. Das Pluto-Prinzip steuert hierzu die transformatorischen Kräfte bei.

Pluto galt als Herr der unterirdischen Schätze, der Totenreiche und der unterirdischen Mysterien. Er beherrscht aber auch die Ausdünstungen und unsichtbaren Kräfte, die aus der Erde dringen: Radioaktivität, Faulgase, Magnetismus, Vulkangase. Er herrscht auch über das flüssige Feuer der Erde, das Magma.
Nach dem Glauben der Alten ist Gott Pluto finster, erfüllt seine notwendige Pflicht akribisch und lässt keine Verhandlungen zu. Er ist aber nicht gefühllos: Bei Orpheus Bitte um Euridikes Erlösung aus der Totenwelt, kann der Barde sein Herz rühren. Er erinnert ihn an seine verzehrende Liebe zu Persephone. Pluto ist im Besitz einer unsichtbar machenden Tarnkappe aus Hundefell, Hermes/Merkur gab sie ihm, damit er unter den Menschen wandeln kann, ohne dass diese in Panik fliehen. Merkur dient dem Pluto auch als Seelenführer und der olympische Bote darf als “grosser Kommunikator” auch als Einziger zwischen der Oberwelt und dem Orcus pendeln. Bei Aristophanes trägt Pluto eine von Gold und Edelsteinen schimmernde M a s k e , um seine angsteinflössende Erscheinung zu verbergen. Der schwarze Hund ist auch ein Totem der kulturgeschichtlich älteren Hekate, die Dreizahl ist ihr ebenfalls heilig. Nur noch Zeus/Poseidon/Hades besitzen die Drei als ihre Zahl, was darauf hindeutet, dass eine ursprünglich weibliche Trinität (des Mondes) partriarchalisch überformt wurde.

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Passagen in andere Welten. Transformation.
Dune Passages ©beast666 2008.

Grundzüge der Signaturlehre in der Astrologie: Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass sichtbar, oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz gleichzeitig. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

Stacheliges Rauchmittel: Der stark giftige Stechapfel, Datura stramonium.Deceptive Beauty ©beast666 2014

Stacheliges Rauchmittel: Der stark giftige Stechapfel, Datura stramonium.
Deceptive Beauty ©beast666 2014

Signaturen des Pluto

Im Pluto verkörpert sich die “andere” Welt besonders eindrucksvoll. Als Herr der Unterwelt (= Erde) sind seine Pflanzen meist düster. Manche Plutopflanzen wie Lebensbaum oder Zypresse sind zudem beliebte Friedhofspflanzen, die, richtig dosiert, zu den besten Immunstimulantien und lebensverlängernden Mittel gehören. Sogar die extrem toxische Eibe ist ein potentes Krebsmittel. Der Gegenpol des Pluto ist Venus Pandemos, die Stier und zweites Haus beherrscht. Daher tragen bereits viele Venuspflanzen stärker zutage tretende Pluto-Signaturen.  In der folgenden Aufstellung geht es daher hauptsächlich um die dominierende astrologische Zuordnung zu Pluto: Darunter sind Gewächse mit starker Regenerationskraft (da steckt der Wasser-Mars), also solche, denen es nichts ausmacht, stark zurückgeschnitten zu werden. Kletter-Rosen, Wein, Efeu, Eibe, auch der venushafte Flieder bezieht hier seine Unverwüstlichkeit. Dunkle Farben und rostrote Töne, zwiebelartige Knollen, unheimliche Ausstrahlung. Wegen der Überschneidung mit dem Mars-Prinzip enthalten auch Plutopflanzen Phytosterine und Eiweiss oder Eisen.

  • Blüte sitzt direkt am Zweig oder sogar Stamm: Sterkuliengewächse, wie Kakao, Colabaum. Sie gehören zu den Malven, die auch eine Venus/Pluto Signatur aufweisen.
  • Blütezeit oder Frucht im späten Herbst,  oft dann, wenn Sonne im Skorpion steht und die Spinnenfäden sichtbar werden  (Wein, Kürbis, Herbstzeitlose, Eisenhut, Äpfel – sie gelten nicht umsonst als Totenspeise.)
  • betäubende Düfte oder sogar Verwesungsgeruch
  • Bestäubung durch Aasfliegen (Stapelia, Arum, Orchis)
  • fleischfressende Pflanzen (Drosera, mit Mond/Saturn)
  • Gifte aller Art: Hier muss man aufpassen, Pluto heisst noch nicht gleich Gift, manche Uranussignatur (bzw. Saturn im Wassermann) bringt ebenso toxische Gewächse hervor Goldregen z.B. oder Ginster mit ihrer Merkur/Jupiter und Uranus(Saturn)/Sonne-Prägung). Giftige Pilze unterstehen ebenfalls neben dem Neptun/Merkur-Prinzip auch noch Mond/Saturn. Dazu kommt bei Plutogewächsen der häufig gleichzeitig vorhandene Mond/Saturn-Einfluss.
  • Atropopäische Pflanzen oder Pflanzen, die für magische Zwecke eingesetzt werden (Hexenpflanzen, Bannpflanzen),
  • Pflanzen, die zum Totenbrauchtum gehören (Thuja, Zypresse, Eibe)
  • Würgepflanzen, Schlingpflanzen, Windepflanzen mit linksseitiger Drehung oder schlangenartigen Ranken.
  • Achtzählige und dreizählige Symmetrie, oft fünfzählige Blüten (Venus-Pol)
  • Genverändernde Substanzen, krebserregend, mutagen, fötusschädigend , andererseits Krebstherapeuthikum oder Antiparasitenmittel.
  • Tierhaftes Äusseres: Daturakapseln sehen z.B. aus wie Igel, schlangenartige Wurzeln, Ranken, insekten- oder spinnenartiges Aussehen
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Aronstab-Beeren – verlockend rot, aber giftig.

Pflanzen des Pluto

  • Alraune, Mandragora officinalis, (Mond/Saturn), ein Rauschmittel, Schmerzmittel, Zauberwurzel für Fetischmagie, Heilmittel gegen Fieber, auch giftig
  • Aarum, der Aaronsstab, giftige Zauberpflanze, Mars-Pluto Kombination: Gifte und Scharfstoffe, daneben Saturn/Mond -> Oxalat-Kristalle. Aaronsstabbeeren sind für Kinder kritisch, da einladend rot und süss schmeckend.
  • Bohne – Gartenbohnen (Venus, Merkur/Jupiter) besitzen einen embryoartigen Keim, ausserdem sind sie roh giftig. Sehr eiweisshaltig. Bohnenschalentee wirkt harntreibend (Venus). Bohnen galten wegen ihrer Embryo-Form bei den Pythagoräern als Seelengefäss.
  • Brennessel, Urtica spp. (Venus, Merkur/Jupiter, Mond/Saturn), Pluto-Mars Kombination
  • Bilsenkraut, Hyoscyamus niger (Venus, Mond/Saturn) – Herakles brachte es aus der Unterwelt mit ans Tageslicht und im Orakelkult vieler Völker spielte es eine wichtige Rolle, da es die Augen für eine Welt jenseits aller Vorstellung öffnet. Ein Bierzusatz in Schankstuben mit schlechtem Ruf, sehr giftig – Hamlets Vater wurde laut Shakespeare so ums Eck gebracht.
  • Eibe, Taxus baccata (Venus, Mond/Saturn) Die Eibe zeigt den Pluto in besonders reiner Form: Vielleicht war sie sogar der Weltenbaum, der bekanntlich immergrün gewesen sein soll. Der Samenmantel (Arillus) der roten Frucht ohne den grünen Kern (Samen) ist ungiftig – das einzige an der Pflanze! Eiben sollen in der Sommerhitze gefährliche rauscherzeugende Ausdünstungen absondern. Schon in der Antike wurde davor gewarnt, in der Mittagszeit unter Eiben zu ruhen oder gar zu schlafen. Bannpflanze: Vor Eiben kann kerin Zauber bleiben …
  • Eisenhut, Aconitum napellus (Merkur/Jupiter) die Plutopflanze schlechthin, auch ein Symbol der Hekate – aus dem Geifer des Cerberus entstanden., extrem giftig, schon den Hautkontakt vermeiden.
  • Fingerhut , Digitalis Purpurea (Merkur/Jupiter), Herzmittel, giftig und auch als Arznei schwer dosierbar.
  • Granatapfel, Punica Granatum (Merkur/Jupiter), mit Pluto durch den Raub der Persephone verbunden. Enthält Phytosterine – Venus/Pluto für Mann und Frau, Immunmittel.  Ein Machtsymbol – Reichsapfel, mit sakraler Bedeutung: Im Salomonischen Tempel waren die Säulen von Jachin und Boaz von Grantaäpfeln bekrönt.  Eine Abkochung der Rinde und der Fruchtschale wirkt gegen Darmparasiten
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Schlafmohnkapsel – ihr Milchsaft liefert Opium: Segen und Fluch.
Für unheilbar Kranlke oft letztes Mittel, für Süchtige der Ruin.
Die Samen sind ein Öllieferant und wichtiges Nahrungsmittel.
Plutos Gift ©beast666 2015

  • Haselwurz, Asarum europaeum (Merkur, Neptun) ein toxisches Rauschmittel und Abortivum.
  • Herbstzeitlose, Colchicum autumnale (Venus, Merkur/Neptun) Zauberpfanze der Medea aus Colchis, ein Hekategewächs, gegen Gicht, ein Zellteilungsgift, sehr gefährlich für KInder, da Blüten sehr hübsch aussehen.
  • Knabenkräuter, Orchis (Merkur, Jupiter) – tiergestaltige Blüten, manchmal Aas- oder Tiergeruch (Bocksriemenzunge)
  • Kürbis, Curcubita pepo (Merkur/Jupiter, Mond/Saturn,)
  • Minzen, Mentha spp. (Merkur/Neptun), hierzu gibt es die Sage von Minthe, einer Nymphe die dem Pluto zu sehr gefiel – seine eifersüchtige Gattin Persephone verwandelt das arme Mädchen in eine Pflanze. Poleiminze trägt hier die deutlichste Signatur, sie ist stärker toxisch und wurde als Abortivum gebraucht.
  • Nachtschattengewächse, Solanaceen tragen alle eine Grundsignatur von Venus/Pluto.
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Haselwurz, europäischer Ingwer. Scharfstoffe, psychoaktiv und toxisch.
Asaraum europaeum ©scrano 2015

  • Osterluzei, Aristolochia (Merkur,Neptun) eine toxische Liane, neben der Haselwurz einzige heimische Variante der Aristolochia-Arten: Aasgeruch, cancerogen
  • Pfingstrose, Paeonia (Merkur/Jupiter, Venus). Die Pfingstrose wird bereits seit der Antike für Heilzwecke genutzt. Durch einen Mythos ist diese eher Venusisch daherkommende üppige Blume mit Pluto mit folgenden Mythos verbunden:
    Paeon, ein Arzt der Götter, heilte den nach einem Kampf mit Herkules verwundeten Pluto mit der Pfingstrose. Asclepius (Aesculap), der Lehrer von Paeon,  liess seinen Schüler wegen dessen Erfolg töten. Als Pluto den toten Paeon sah, nahm er dessen Leichnam und verwandelte ihn in eine Pfingstrose und gab ihr fortan den Namen Paeonia.  Irgendwie scheint diese Pflanze einen Ruf als Panacea bei vielen Heilkundigen der Antike und des Mittelalters zu geniessen. Neben vielerlei Beschwerden, die mit der Pfingstrose geheilt werden können, wird auch immer ihr Einsatz bei Epilepsie empfohlen. Die ursprüngliche ungefüllte Päonie zeigt Mars/Pluto deutlicher in ihrer dunklen Blütenmitte mit vielen Staubgefässen, wie bei einer Anemone oder dem Mohn.
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Üppige Päonie: Liebling von Paracelsus und St. Hildegard.
Peonies ©beast666 2015

  • Rhizinus communis, Palma Christi (Merkur, Jupiter, Venus): Der glänzende Samen enthält Rhizin, ein extrem starkes Gift, welches gerne als Mordwaffe in Spionagekrimis vorkommt.
  • Ringelblume, Calendula officinalis (Sonne/Uranus, Mond/Saturn, Venus) – Panacea
  • Schlafmohn (Mond/Saturn, Merkur/Neptun) – Panacea (Laudanum, eine Opiumtinktur, das Paracelsus im 16. Jhd. entwickelt hatte, galt lange Zeit als Allheil), Man könnte den Mohn auch unter Saturn aufführen.
  • Stechapfel, Datura stramonium (Mond, Saturn), starkes halluzinogen, kann irreversible psychische Störungen verursachen, stark giftig, früher als Asthmamittel gebraucht, wegen der üblen Nebenwirkungen aufgegeben
  • Sumach (Jupiter, Merkur) enthält Urushiol, das auch zum Totenbalsamieren benutzt wurde, auch für den hübschen Chinalack und das makaber erscheinende Ritual der Selbstmumifizierung bei einem japanischen Mönchsorden. Fünfzipfelige Blüten deuten auf Venus, der embryoartige Kern von der auch zur Pflanzenfamilie gehörenden Mango und Cashewnuss verraten Pluto. Alle Sumachgewächse enthalten mehr oder weniger hautreizende Substanzen.
  • Stapelia (Venus, Merkur/Jupiter) Aasblume, Leuchterblume, Wachsblume duften entweder betäubend oder stinken nach Verwesung. Schlangenblume ist auch ein bezeichnender Name. Ihre fünfzipfelige Blüte verrät die Venus.
  • Thuja occidentalis (Mond Saturn) enthält Thujon, ein Nervengift und wurde als Abortivum gebraucht. Totenkult, zusammen mit Zypresse.
  • Tollkirsche, Atropa belladonna (Venus, Mond/Saturn), Belladonna wurde als pupillenerweiterndes Schönheitmittel seit der Antike gebraucht – sehr giftig, gefährlich für Kinder, da die schwarzen Beeren süsslich schmecken.
  • Vinca minor, Immergrün (mit Neptun/ Merkur): giftig, enthält Vincamin -> früher ein potentes Mittel bei Schlaganfällen. Als Kränze im Totenkult gebräuchlich.

Wegen der Toxizität der meisten Pluto-Pflanzen werden sie zu Heilzwecken entweder schulmedizinisch standardisiert verabreicht, sind verschreibungspflichtig oder nur homöopathisch ab D3/D4 oder höher erhältlich.

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Blaue Gefahr: Eisenhut – Aconitum napellus blüht erst im Oktober.
Er ist ein wichtiger Nektarspender für Hummeln. Typisch Pluto:
Düstere Ausstrahlung, sehr giftig und fratzenhaft aussehende Blüten.
In der Homöopathie (D12) als Mittel gegen Fieber und Panikattacken.

Plutopflanzen stellen oft einen wesentlichen Bestandteil von sogenannten Flugsalben dar, sie wurden auch zu schamanischen Ritualen verwendet – auch das ist ihrer (gefährlich) transformatorischen Kraft zuzuschreiben. Flugsalben waren wohl ursprünglich Schlaf- oder Fiebersalben, deren Gehalt an psychoaktiven (toxischen) Wirkstoffe man im Lauf der Zeit erhöht hat. Alle überlieferten Flugsalben enthalten extrem giftige Substanzen, selbst Ethnologen schrecken davor zurück, derlei Rezepturen auszuprobieren. Bei so einem Selbstversuch kam der Hexenforscher Carl Kiesewetter ums Leben.

Typische Bestandteile:

  •  Radix Belladonna
  •  Aconitum napellus
  •  Folia Malvae
  • Hyosyamus niger
  • Solanum nigrum
  • Potentilla reptans
  • Papaver somniferum
  • Conium maculatum
  • Helleborus niger

Die Pflanzen wurden kleingeschnitten und in Schweinefett gesotten. Die Einreibung erfolgte auf der Brust oder der Arminnenbeuge bzw. in der Achselhöhle. Durch die hauterregenden Wirkstoffe, die Kribbeln oder ähnliche Missempfindungen auslösen, glaubte man im Stadium des Rausches vielleicht an eine Gestaltwandlung in Tiere: Bären oder Wölfe. Gerade der Eisenhut oder Schierling, die auch als äusserliche Schmerzmittel eingesetzt wurden, spielen in Werwolfssagen eine Rolle. Quelle: Dr.Wilfried Weustenfeld: “Die Rauschdrogen der Hexen und ihre Wirkungen”.

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Vinca minor – Symbol des Lebens nach dem Tod. Ein heimisches Oleandergewächs.
Heilpflanze, und giftig, wie alle Apocynaceae. ©beast666 2012.

Räuchermittel für Pluto-Rituale:

  • Oppoponax, Styrax, Myrrhe, Eisenkraut, Minze, Malve … ohne atropopäische Komponeneten – z.B. für Ahnengedenken zu Samhain.

Atropopäische Bannräucherung:

  • Chili, Copal schwarz, Fichtenharz, Wermut, Minze, Thuja, Tabak, keine Räuchermischung für zuhause und auch im Freien nicht einatmen!!

Das Elektions-Horoskop als Diagnose-Instrument:

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des  6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter Mondaspekt -> Ursache, nächster Mondaspekt.

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  nachfragen.

 

Posted by on November 21st, 2016 Kommentare deaktiviert

Ängste im Horoskop: Die Kerker des Pluto

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Pluto oder Ananke konfrontieren uns mit dem Unausweichlichen.
Forza di Destino? ©scrano 2015

Ängste sind wohl jedem bekannt, sie begleiten uns schon von Kindesbeinen an. Da gibt es gesunde Ängste, die uns als Warnsignale dienen, oder welche die wir überwinden lernen, und damit unseren Mut und unser Selbstvertrauen stärken. Sie stammen meistens eher aus dem Umfeld, anders als die “Schwarzen Männer”, die sich in der unteren Schublade unseres Bewustseins ein behagliches Heim eingerichtet haben.  Um diese verdrängten Ängste geht es bei der Betrachtung der Schattenseiten der von den drei trans-saturnischen Planeten repräsentierten kollektiven Archetypen im Horoskop.

Die äußeren Planeten Pluto, Uranus und Neptun finden ihren Ausdruck in recht unterschiedlichen Arten von Angst, welche sich aus den mit ihnen verbundenen Mythen ableiten lassen. Zu den Angstthemen im Horoskop wird aber auch schon der Saturn, der Hüter der Grenze gerechnet. Durch ihn werden die verschwommenen Ur-Ängste erst zur Manifestation gebracht. Zusätzlich liefert er als Herr des Zweifels auch noch eigenen Zündstoff. Kennt man sein Geburtshoroskop, die Radix, kann man die Position der “Schattenwerfer” genauer analysieren, und so aus Haus-und Zeichenstellung abslesen, wie und wo Ängste sich am wahrscheinlichsten entwickeln können.

Aber auch hier lohnt sich ein Blick:

  • Sind die zugehörigen Häuser, besonders aber 8 und 12 besonders dicht bevölkert, oder mit Sonne, Mond besetzt, vielleicht sogar in harten Aspekten zu den Transaturniern? Liegt der Fokus einer sogenanten Spannungsaspektfigur (vor allem T-Quadrat) ?
  • Interessant ist auch wo die zugeordneten Häuserspitzen von Wassermann(Uranus,Saturn) Steinbock(Saturn), Fische(Neptun) und Skorpion(Pluto) liegen und wer der Dispositor ist.

Fangen wir mit dem äussersten Dunkelmann an, dem Zwergplaneten Pluto und seinen Spielfeldern Skorpion und 8.Haus:

Die plutonische Angst ist die stärkste und elementarste, sie konfrontiert uns mit den tiefsten Schatten, denen wir und stellen müssen. Pluto ist der Herrscher der Unterwelt, somit auch Herrscher über das Unbewußte. Wie seine mythischen alter egos, Ereschkigal oder Hades, bestimmt nur er, wer Zugang zu ihm erhält, und so können wir uns seinen Themen nur in Echtheit und Aufrichtigkeit nähern. Entblösst von irdischen Machtsymbolen, die wir vor seiner Tür zurücklassen müssen: Charon muss man bezahlen, der letzte Besitz bleibt am Ufer des Styx zurück. Inanna muss sieben Tore der Unterwelt durchschreiten und jedesmal etwas ablegen, was ihre göttliche Stellung auszeichnet. Am Ende wartet …. das Ende! Inanna wird von iherer Schwester getötet und muss als deren verwesende Trophäe  auf die Erlösung warten. Die kommt auch, aber sie hat dadurch eine Lektion in Demut gelernt. Es wird ihr gestattet einen Neuanfang zu machen, ohne die  kindliche Vorstellung der eigenen Unüberwindlichkeit. Im Hades der Griechen wird Hybris als einziges mit regelrechten Höllenstrafen belegt. Hades und seine ältere “Schwester” Ananke, die Göttin der Notwendigkeit (des Überlebensinstinkts), zwingen jeden, den ultimativen  Wahrheiten ins Auge zu sehen, und sie zu akzeptieren. Das ist wohl die Wurzel aller Ängste schlechthin: Selbst die Götter müssen sterben.

Hier ist das Heidentum konsequenter im Annehmen der kosmischen Naturprinzipien: Shivas Tanz des Weltenbrands, das nordische Ragnarök, auch bei mittelamerikanischen Kulturen gibt es ein zyklisches “Stirb und Werde” der Schöpfung, deren Teil auch die Götter sind. Die eigentliche Erschaffung des Universums geschieht durch “Ordo ab Chao“, spontan aus sich selbst: Klingt sehr modern, nicht wahr ?

Pluto ist ebenso in vielen Märchen und Mythen wiederzufinden: Im Demetermythos, wo die Mutter die Tochter loslassen muss: Das Kind stirbt, die Frau wird geboren.

Pluto steht für die Angst, die uns mit den Lernaufgaben der Achse des 2.und 8. Hauses der Fortpflanzung und des Besitzes und Begehrens auf der einen Seite, aber auch der unausweichlichen Befreiung von der Materie am Lebensende, konfrontiert.  Wir sind dort, wo Pluto steht, vom Willen zur Kontrolle, im Fall einer Verdrängung auch in einer obsessiven Form, durchdrungen.  Man versucht die Furcht, die einem die Inhalte des 8. Hauses bereitet zu “deckeln”, sich den unvermeidlichen Veränderungen zu entziehen und zu widersetzen, was die eigentliche transformative Aufgabe des Prozesses behindert. Überlebte Vorstellungen, Beziehungen oder Dinge können nicht losgelassen und friedlich verabschiedet werden. Auch die nicht umsonst so bezeichnete Trauerarbeit gehört hierher. Häufig ist sie von einer depressiven Phase (das Durchschreiten des Hades) begleitet, in der der Verlust des geliebten Menschen*** unüberwindbar scheint. Findet man keinen Weg heraus, wird man  der Kerkermeister in seinem eigenen Verliess des Schmerzes über unwiderbringliche Hoffnungen und Träume. Der nicht bewältigte Verlusst schwingt sich  zu einem alles beherrschenden Moloch auf, eine Quelle der Angst, der Opfer anderer Art gebracht werden müssen. Zwangstörungen und Scheu vor erneuten Beziehungen haben z.B. häufiger solche “schwarze Wuzeln”. Insbesondere dann, wenn auch persönliche Planeten wie die Sonne oder der Mond von Plutos Einfluß betroffen sind, sieht man solche Themen nicht als verhandelbar an, wie das auch für den gefürchteten Hades der Antike galt: “Ich entscheide, wer lebt oder stirbt”. Vergebliche Hybris. Eigentlich ist das Thema von Skorpion, Pluto und 8. Haus, einen Wandlungsprozeß von Angst in Vertrauen, von Kontrolle und Festhalten in Geschehenlassen zu durchlaufen. Sich einfach hingeben dem ewigen Sterben und neu werden, wenn das so einfach wäre! Pluto zwingt uns, das Gesetz der Vergänglichkeit zu akzeptieren (auch wenn man sich vor Wut darüber gleich mit auflösen möchte, besonders wenn Mars mit im Spiel ist). Er lehrt loslassen, wenn etwas seine Zeit hatte, Abschied zu nehmen von Erfülltem und Unerfülltem, wenn man sich seiner Angst davor ehrlich stellt, sie annimmt. Dann verleiht das Plutoprinzip auch die Kraft für den Akt der Erneuerung. Denn kein kosmisches Prinzip birgt so viel Vitalität und archaische Lebenskraft in sich wie Pluto. Er atmet Feuer, Gier und tödliche Leidenschaft, aber auch Heilung, Triumpf und jubelnde Schöpfungslust. Die Lösung besteht darin, Mut zu fassen, die verdrängten Schatten aufzusuchen den Deckel zu lüften, das Bedrohliche und Unvermeidliche zu integrieren.

In der Manifestation der Radix zeigt uns das  achte Haus, oder das, welches das Skorpionzeichen beiinhaltet, welche Lebensbereiche uns mit solchen Existenzfragen konfrontieren. Auch durch Auswirkungen eines Pluto-Transits zu sensitiven Punkten oder persönlichen Planeten unserer Radix werden wir in die Tiefen des Hades gezwungen, können uns ausgeliefert fühlen und ohnmächtig.  Nach einem intensiven Pluto-Transit, der immerhin zwei Jahre dauern kann,  erkennen wir oft erst, welchen Zugewinn wir durch unsere ernsthafte Klärung gewonnen haben. Wenn wir unsere Schatten erlöst haben, kann Pluto sein Füllhorn öffnen: wir werden uns unseres wahren Reichtums bewußt.

Kritischere Konstellationen:

  • Saturn im 8. Haus, Pluto im 8.Haus,
  • Skorpion im achten Haus, Steinbock im 8. Haus
  • Saturn im Skorpion, (Pluto im Steinbock, Pluto im Skorpion sind nur relevant, wenn sie in direkter Beziehung zu persönlichen Planeten stehen, sonst interessiert in erster Linie die Häuserstellung)
  • Pluto im 10. Haus, Pluto im 8. Haus, Pluto im 12.Haus
  • Saturn-Pluto in Spannung: Quadrat, Opposition, conj.
  • Pluto, Sonne oder Mond in Spannung, besonders wenn der Fokus in Haus 8, 12 liegt.
  • Pluto conj. oder Quadrat zum Midpoint Mond-Sonne
  • Pluto Quadrat ASC

Betroffene mit einer Kombination der obigen Szenarios in der Radix werden schon ihre Erfahrungen damit gemacht haben, besonders wenn harte Transite als Auslöser dazukommen.

Aber nur Mut, fellow Plutonians, “Ex tenebris Lux!“.

Oder wie es bei “Blue Oyster Cult” heisst: Don’t fear the Reaper …

Forza d Destino?Pluto oder Ananke konfrontieren uns mit dem Unausweichlichen.

Die Nacht hat tausen Augen – oder Monster, die drohen, aus der Dunkelheit hervorzuspringen.
Nitya Kali ©scrano 2013

 

 

Posted by on November 17th, 2016 Kommentare deaktiviert

Shiva Nataraja: Shall We Dance ?

Shivas Tanz: Schluss mit Lustig!

Shivas Tanz: Schluss mit Lustig?
Nataraja ©scrano 2014

Nataraja – Herr des Tanzes

Vor allem im Süden Indiens wird Shiva als Nataraja („König des Tanzes“) im Bogen der kosmischen Flammen dargestellt, die er selbst entfacht hat. Im Tanz zerstört Shiva die Unwissenheit (oft dargestellt als Zwerg) und darüber hinaus das ganze Universum durch Feuer, das er jedoch gleichzeitig wieder neu erschafft. Der älteste indische Schöpfergott war Agni, das personifizierte Feuer. Hier ergeben sich Parallelen zum iranischen Zorastrismus. Da die sogenannten Arier, Späteinwanderer der Eisenzeit in Nordindien, die den Brahmanismus mit sich brachten, wohl aus dem Iran kamen, ist das nicht verwunderlich. Vier oder acht Arme versinnbildlichen Shivas kosmischen Kräfte. Eine Hand deutet die Schutz gewährende Handstellung (abhayamudra) an, die andere die Gnade gewährende, während seine anderen beiden Hände die kleine Trommel und häufig eine Flamme tragen. Da es keine einheitliche hinduistische Ikonographie gibt, kann die Interpretation dieser Darstellung sehr unterschiedlich sein. Das Feuer habe ich von der Hand weggenommen und aus dem Muladhara-Chakra entspringend umgedeutet: Die Hitze des Feueratems entsteht hier (an der Wurzel der Kundalini, hinter ihm vom unteren Rücken ausgehend) als Ausdruck der Energie Shivas, nicht der blossen Vernichtung, wie durch eine Flamme in der Hand.

Er erweckt die Seelen aus der Illusion von Maya, mit seiner Trommel, gleichzeitig gibt er damit den Rhythmus des Lebens vor. Shiva in meinem Bild tanzt auf dem Dreizack, der Trisula, welche die Macht und die Trimurti (Brahma-Vishnu-Shiva) symbolisiert – er bringt den Kreislauf des Kosmos in Schwung und steht gleichzeitig darüber, da er die Kräfte beherrscht, nicht ihnen unterworfen ist. Endet sein Tanz, endet der Kosmos.

Die blaue Farbe, statt der üblichen asche-blaugrauen verbindet ihn mit Vishnu: Im Zusammenhang mit der Mythologie des Shiva-Tanzes gibt es da ein pikantes Detail zwischen den beiden … !” Ausserdem wird  eine weitere Ursprungslegende von Nataraja erzählt, nach der Shiva und Kali einen Tanzwettstreit ausgetragen hätten. Auch Kali (der Todesaspekt von Shivas Gemahlin Parvati – Mutter Zeit sozusagen) hat manchmal eine blaue Hautfarbe. Aschelinien und drittes Auge gibt es in meiner Darstellung auch nicht – dafür schaut er auch nicht so süsslich lächelnd wie auf den klassischen Abbildungen, eher herausfordernd oder auffordernd. Öffnet er das (unsichtbare) dritte Auge (es ist das Ajna-Chakra) wird das Universum vom Licht des vollkommenen Wissens erfüllt – das bedeutet auch gleichzeitig, dass alles materielle im selben Augenblick vergeht.

Shiva Mantra:

Musikalische Interpretation zur Erbauung

Om Namah Shivaya Om Namah Shivaya
Hara Hara Bole Namah Shivaya

“May the greatest, that can exist in this universe
be created within myself, within others, and within the world.”

Shiva Dancing: The End or A New Beginning?

Shiva tanzt: Ende oder neuer Anfang ?
The Awakening ©Scrano 2015

Om Namah Shivaya

  • 108 Rezitationen dieses populären Mantras sollen Frieden für Herz und Geist bringen.
  • Om Namah Shivaya ist das Panchakshara Mantra.
  • Die fünf “heiligen” Silben des Mantras stehen für Maya, das Anavamala (Antrieb für karmisches Wirken), Shiva, Shakti und die Seele. Die Zahl fünf ist dem Shiva heilig und viele Shivamantras sind deshalb auch fünfsilbig.

Om Namah Shivaya
Shivaya namaha, Shivaya namah om
Shambhu Shankara namah Shivaya,
Girija Shankara namah Shivaya

fractal_wallpaper_xiv__lord_of_the_dance_by_scrano-d72z5yi Kopie

Die Flammen des Chaos entfesseln:
Lord of the Dance ©scrano 2013.

Fraktalbilder und Digital Art der vorgestellten Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

 

 

Posted by on November 16th, 2016 2 Comments

Mandala im November: Kissed By Fire

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Kissed by Fire, wie das Innere einer Chlilischote.
©scrano 2015

Chili con Carne, Zutaten für 4-6 Personen:

  • 200 g rote Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 5 EL Raps-Öl
  • 500g  Hüftsteak vom Rind
  • 250g Schweineschulter
  • 500g San Marzano Tomaten, frisch oder gefroren**
  • 1 gr. Dose Kidneybohnen
  • 2 Chilischoten frisch oder eingelegt ***
  • 1 EL Agavensirup
  • 2 TL Kreuzkümmel
  • 1 grosse Karotte
  • 1 Stange Lauch
  • 1 kleine Dose Maiskörner
  • Gemüsebrühe

Zubereitung: Zwiebeln und Knoblauch abhäuten, fein hacken. Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch bei kleiner Hitze darin glasig dünsten. Fleisch abspülen und in etwa 2 cm grosse Würfel schneiden oder vorgeschnitten bestellen. Zu den Zwiebeln geben und anbraten. Tomaten vierteln oder küchenfertige Gefrierware zum Fleisch geben. Karotte in Scheiben schneiden, Kidneybohnen in ein Sieb geben und gründlich mit kaltem Wasser abspülen. Abtropfen lassen und zusammen mit den Möhrenscheiben unterheben. Chilischoten entstielen und entkernen, dann fein zerkleinern****.  Sirup  und Kreuzkümmel zugeben. 90 min  bei geringer Hitze sanft schmoren. Lauch putzen, waschen und abtropfen lassen. In sehr dünne Ringe schneiden zum Chili geben und nochmals 15 min. garen. Mit Gemüsebrühe abschmecken. Maiskörner unterheben, kurz erhitzen, dann  servieren.

Dazu passt Fladen-Brot, in Mexico isst man bittere Schokoplätzchen zum Chili.

**Ich friere meine Tomaten küchenfertig in Stücken ein. Notfalls kann man frische San Marzano Tomaten mit italienischer Dosenware ersetzen: Es ist dieselbe Sorte. Gefrorene haben noch ihre Haut, das macht aber nichts, hier stecken wertvolle Inhaltsstoffe. Die in der Kochhitze zusammengerollten Schalenstückchen kann man sehr leicht herausfischen. Bei pürierten Speisen spielt es ohnehin keine Rolle, im Gegenteil, die Farbe wird kräftiger.

*** je nach Höllenbedarf von grün und mild bis Habanero

****beim Verarbeiten von Chilis empfehlen sich dünne Schutzhandschuhe! Auf keinen Fall ins Gesicht oder gar die Augen fassen. Auch bei Kindern und Haustieren kommen Chili-Streicheleinheiten nicht so gut an.

Capsaicin - Scharfstoff der Chilis. quelle:wiki


Capsaicin – Scharfstoff der Chilis. quelle:wiki

  • Chilis und rotes Fleisch tragen die Signatur des Mars, ebenso Zwiebeln und Knoblauch. Bohnen unterstehen dem Merkur/Jupiter aber auch Mars und Venus. Tomaten als Solanaceen besitzen eine Venus/Pluto Charakteristik, mit ein wenig Saturn/Mond.
  • Chilis enthalten den Scharfstoff Capsaicin, das eine schmerzlindernde Wirkung hat: Durch den durchblutungsfördernden Effekt werden Muskelverspannungen gelindert und Entzündungsstoffe aus dem Gewebe abtransportiert. Zudem erfolgt durch die starke Reizwirkung eine Ausschüttung von Endorphinen. Es gibt Schmerz-Salben mit dem Wirkstoff auf Vaseline-Basis: Finalgon etwa, leider nicht mehr in der Variante  “extra stark“. Allerdings sind sie nichts für Empfindliche – sie brennen anfangs heftig. Wärmepflaster enthalten ebenfalls Capsaicin.
  • Habaneros gehören zu den schärfsten Chilis. In den Samen und Samenleisten können Konzentrationen von bis zu 1500 ppm Capsaicin vorkommen. Die auf der Scoville-Skala (Schärfe-Index für Speisen) gemessenen Werte für Habaneros betragen bis zu 577.000 Einheiten. Der Geschmack ist, wenn man noch was wahrnimmt, tropisch-fruchtig. In Mexiko, Brasilien und Peru sind Habaneros fester Bestandteil der Küche. Durch ihre bakterizide und wurmtreibende Wirkung helfen sie auch  bei den in den Tropen häufigen Darmparasiten und Durchfallerkrankungen wie Montezumas Rache. Da scharfe Speisen schweisstreibend sind, erfolgt auch eine wohltuende Abkühlung des Körpers in dem heissen Klima Mittel- und Südamerikas.
  • Chili gehört zu den Aphrodisiaka, besonders in Verbindung mit Kakao, entweder als Heissgetränk oder in Form leckerer Pralinen: Man denke an Juliette Binoches kulinarische Verführungskünste im romantischen Film “Chocolat“.

 

Aus Köhler's Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte. (1887).

Aus Köhler’s Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen
mit kurz erläuterndem Texte. (1887).Chilipaprika-Pflanze

Der Ursprung aller Paprikasorten ist Mittel- und Südamerika, mit einem Verbreitungszentrum in Brasilien und Bolivien. Der Ursprung der Kultivierung lag dabei je nach Art vermutlich in unterschiedlichen Regionen, in Mexico, den Anden oder am Amazonas.  Der Anbau ist schon sehr alt, es konnten archäologische Belege gefunden werden, die beweisen, dass Paprika bereits um 7000 v. Chr. als Nutzpflanzen dienten. Auch die regelrechte Sortenzüchtung schätzt man auf wenigstens 5000, erste grossflächigere Anbauversuche sogar auf 6000 Jahre.
Im Laufe der Zeit wurden immer mildere und fleischigere Sorten selektiert, die dann unseren heutigen Gemüsepaprika entsprechen.

***”Finalgon extra stark” ist in österreichischen Apotheken noch online erhältlich – also für Rückenschmerzgeplagte gibt es doch Hoffnung! Das normale Finalgon ist so läppisch, das kann man glatt in die Tonne treten. Auch als Aufwärmsalbe für Sportler zu verwenden – allerdings: Keine heissen Duschen auf die behandelten Stellen!

 

Posted by on November 14th, 2016 Kommentare deaktiviert

Plutos Prüfungen: To Hell and Back …

Pluto: Fleurs du Mal ?

Pluto: Fleurs du Mal ? Nicht so ganz!
Hades Flowers, ©scrano 2014

Pluto, die höhere Oktave des Mars: Der Schatten der Unterwelt.

Die Ursache von Samsara.

“Everything must GO”, Senator Kreutzer in “Wild Palms”.

Der äußerste Planet bewacht die Finsternis als Herrscher im Reich der Schatten.

Götter: Der Jahreskönig, Hades, Pluto, Shiva, Luzifer (Asmodeus+Mephisto), Serapis, Seth, Anubis, Osiris (mit Saturn), Orpheus, Dionysos, Cernunnos, Annwyn, Baron Samdi (mit Saturn)

Tartaros, der dunkelste Ort des Hades (die am stärksten angstbesetzte, unheimlichste Form des 8.Hauses und des Skorpionprinzips): Bestrafung der Hybris (Sonne, Löwe, 5. Haus), des Besitzstrebens (2.Haus, Venus, Stier) und des Auflehnens gegen die natürliche Rechts-Ordnung (11. Haus, Wassermann): Ixion, Sisiphus und Tantalos vergingen sich gegen die natürliche Ordnung und begingen damit die Sünde der Hybris.

Aus dem schwarzen Mond geboren: Hera, in ihrer Rolle als weiblicher Saturn (Gegenpol zum eigentlich mütterlichen Krebs-Mond) → bringt den Ares, den griechischen Mars, hervor, weiblicher Zorn als verselbstständigter Archetyp. Steht der feurige Mars in der Repression, im vom Wasserelement beherrschten Nachthaus des Skorpion, drückt er sich in Yin-hafter Weise aus: Aus dieser brodelnden, dampfenden Vereinigung der elementaren Gegensätze resultiert das Pluto-Prinzip.

Pluto-transparent

New Horizons: Pluto-Vorbeiflug 2015
quelle:wikipedia

Mythologisch stellt Pluto den dunkelsten Teilaspekt des Zeus/Jupiter dar, Zeus Chtonios, der unterirdische oder andere Vater, Dis Pater, wie ihn die Römer nannten. In dieser Funktion ist er auch Vater des schamanischen Ekstase-Gottes Dionysos. Poseidon/Neptun ist ein weiterer solcher Anteil Jupiters. Hier hat man wohl all die furchteinflössenden weiblichen chtonischen All-Mutter Göttinnen der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit hineingepackt, um der männlich interpretierten Ratio als Kopfgeburt (Athena) des eisenzeitlichen patriarchalen Zeus zum Sieg zu verhelfen.Die parthogenetische Geburt des Ares ist auch ein Hinweis auf solche Verdrängungsprozesse. Insofern stehen Pluto und Mars sowohl psychologisch alsauch mythologisch in einer Beziehungskette.

Göttinnen: Die dunkle Mutter, religiöses Matriarchat mit Jahreskönig, Necesssitas oder Ananke, Coatlicue, Caillleach, Kali, Nyx, Persephone, Nephtys, Ereschkigal, Hel, Nemesis, Medea, Lilith. Frau Holle, Maman Brigitte, die Ghede des Voodoo.

Alfons_Mucha_-_Medea

Plutonischer Archetyp:
Magie, Rache, Obsession und Mord:
Kolchische Priesterin Medea.
quelle:wikipedia

Dreigestaltige weibliche Gottheiten wie Morrigan: Mabd, Macha, Nemain oder Hekate trivia und ursprünglich auch Demeter, Kore, Persephone. Die drei Parzen, Moiren und Nornen, alles Schicksalsgöttinnen, denen auch die restlichen Götter unterworfen sind. Die gefürchteten Eumeniden oder Erinnyen, bei den Römern Furien genannt. Im hohen Norden waren wohl Freyja, Frigg und Hel ebenfalls ein solches Dreiergespann.

Psychologisch: Das Verborgene, die Sippe, das Kollektiv, das Verdrängte (abgespaltene Lebensbereiche, Persönlichkeitsanteile), die verdeckte Machtausübung, Gene, Karma, Vorfahren, Unerbittlichkeit der Natur, Zweifel an der Sinnhaftigkeit der individuellen Existenz, Überlebens-Trieb, Passion, Fanatismus, Eifersucht, faustischer Pakt, Fluch, Verschreibung, Macht und Ohnmacht, Amour Fou, Begehren, Obsession, Bondage, Kontrolle, Zwang, Sex-Trieb, S&M, OCD, Unterwerfung, Dominanz, Sklaverei, Schuld und Sühne, tiefe Depression(mit Saturn), Luzifers Sturz (mit Uranus), Scham, Nekrophilie, Seelenangst( mit Neptun),Verlust, Scharfrichter, Strafe, Nemesis (mit Saturn), Hass, Vergeltung, kalte Wut, Repression, Unfähigkeit zur Vergebung: Der Schritt von Passion → zu Compassion.

Kulturen:

  • Sparta: Ares/Pluto
  • im Vergleich dazu das republikanische Rom: Mars/Saturn
  • Ägypten: Osiris/Sethos, Serapis
  • Moderne Diktaturen mit sozialdarwinistischen Zügen und ethnischen Säuberungen: Hitler, Stalin, Bosnien.
  • Moderne Monstren, born to kill: Serienmörder, Stalker, Vergewaltiger, Psychopathen ?

aber: Ex Tenebris Lux!

Einen Hinweis zum wahren Wesen Plutos finden wir in der griechischen Mythologie:

Beim Übersetzen über den Styx müssen an Charon 2! KUPFER-(Venusmetall) Münzen bezahlt werden: Ablegen der Bindungen aus Haus 2/Stier/Erde/Materie. In der Magie müssen vor dem Ritual alle METALL-Gegestände (Reichtum, Materie) abgelegt werden.

Aus dem Loslassen und der Erfahren der “Letzten Wahrheit” wird erst die Evolution zum spirituellen Wesen möglich: Auferstehung, Gnosis, die Schlüssel zum Königreich des Himmels, Pluto ist auch der Herr des Reichtums (materiell+Wissen). Er trägt auch symbolisch Schlüssel, genauso wie Hekate, eigentlich die mythologisch ältere Vertreterin des plutonischen Archetyps.

Kulte: Archaische Dionysosmysterien ausschliesslich für Frauen mit mänadischer Raserei, in transzendierter Form: Orphische Mysterien mit Zagreus/Dionysos/Orpheus als Erlöser und geopferter Gott (mit Neptun-Aspekt), Demetermysterien von Eleusis.

Weitergabe des Lebens an die nächste Generation: Erneuerung durch Transformation, Evolution nur durch Aufgabe des Alten.

Auch bei den Ägyptern im Osiris-Mythos, den Initiationen der Isis-Mysterien und im Schamanentum der zentralasiatischen Völker gibt es ähnliches. Moderne Initiationsbünde: 3. Grad der Freimaurer-Initiation behandelt die eigene Endlichkeit: Macbenach – er lebt im Sohn. Bei Mysterienkulten wird in den Initiationen generell das symbolische Erleben des eigenen Todes in den Mittelpunkt gestellt. Im Schamanentum wird diese Schwellenerfahrung durch die sogenannte Berufungskrise erlebt, wobei sie hier im Extremfall weniger abstrakt, sondern vielmehr direkt und physisch als Nahtoderlebnis durchlitten wird.

Also gibt es auch Positives über Pluto zu berichten:

Intensität, Wahrheit, Suche nach den “Dingen hinter den Dingen”, Tiefe, Tiefenpsychologie, Mythen, Archetypen (mit Uranus), Loyalität, Prinzipien, Standhaftigkeit, Entbindung vom Körperlichen, Selbstüberwindung,, Loslassen, Verlustbewältigung, Martial Arts, Zen-Übungen und Meditation (mit Neptun), Schamanische Reisen (mit Merkur oder Jupiter), Selbstbeherrschung, tiefe Einsichten.

  • Bei Naturvölkern und in der Magie: Entsühnung von alten Seelenverträgen.
  • Im Buddhismus stellt der ACHT-fache Pfad → Anleitungen zum Lösen vom Begehren (dem oralen Prinzip des Venus-Gegenpols im 2. Haus) dar.

Im alten Schwellenplaneten Saturn trifft man schliesslich auf die Vereinigung von irdischen und tranzendenten Aspekten: 2+8 : Zehn(tes Haus, Steinbock), pythagoräische Perfektion, Bereitschaft Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Hierzu ist die transformatorische Kraft des Pluto notwendig, um über sich hinausgehen zu können. Nachdem die materialistischen Bestrebungen des 2. Hauses im 8. als Irrweg erkannt sind, kann man sich über die Sinnfindung des 9. Hauses dem irdischen Lebensziel (10.Haus) nähern.

Orte und Geltungsbereich des Pluto-Prinzips: Höhlen, Grüfte, Friedhöfe, Ölfelder, Minen, Vulkane, Sümpfe, Abfall, Kompost, Erdöl (Neptun), Unterwelt, Geister, Untote, Pathologen, Bestatter,, Archäologen, Kryptologen, Atomphysik, Logen, Geheimdienste, Geheimbünde, Mafia, Auftragskiller, Sniper, Magische Zirkel, Hexen-Coven, okkulte Orden, militärische Orden.

Herrscher über 8. Haus, Skorpion und Co-regent von Widder  (Mars in seinem wässrigen Yin-Nachthaus)

Im Exil: Stier, 2. Haus, Waage 7. Haus

Erhöhung, Fall: Wie Mars, in Steinbock und Krebs

Tag: Dienstag (mit Mars)

Zeit: Frühling+Herbst, Samhain+Beltane: Abnehmender und Dunkler Mond (nicht Neumond)

Farben: magenta, rot, schwarz

Zahlen: acht, null, die Mond- und Venuszahl dreizehn, neun und drei (dunkler Jupiter, Dis Pater). Neun ist auch die Zahl Odins, der auch einen Hades-Aspekt trägt (Totenheer).

Qualität: fix, Wasser, Yin, Gegenpol zur 2 in der 2/8 Achse: Resourcen, Materie, Bindung, Körper: Macht die Endlichkeit spürbar, regiert über Regeneration und Sexualität als treibende Kraft für den ewigen Kreislauf des Lebens.

Chakra:  Pluto symbolisiert eher Kundalini, als ein Chakra.

Alchemie: Nigredo, der Wolf, Putrefactio, Prima Materia, Caput Mortuum → siebenmal wirst Du die Asche sein … die acht bringt die Transformation.

Kristalle: Magnetit, Hämatit, Granat, Obsidian.

Richtung: Norden, Azrael

Metall: Eisen, Wolfram, radioktive Elemente

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Ich mach heute mal auf Pluto.

Tiere: Skarabäus, Skorpion, Schlange, Spinnen, Nacht-Tiere: Eulen, Wolf, schwarze Tiere (besonders Hunde). Aasfresser: Geier, Schakal. Fledertiere. Insekten die die Stadien Larve-Puppe-Imago durchlaufen: Paradebeispiel Schmetterling.

Mythologische Kreaturen: Cerberos (3 Köpfe) Phoenix, Werwolf, Vampir, Hydra: NEUN Köpfe, Fenris-Wolf. Ourobouros. Midgard-Schlange, Nydhogg, Medusa. Die Schlange am Weltenbaum.

Pflanzen: Lebensfeindliche, giftige: Eisenhut, Nachtschatten (mit Saturn, Mars), Kasteiung und Regeneration: Brennessel (Mars/Pluto+Venus), Rauschmittel mit gefährlichem Grenzerfahrungs-Effekt (Alkaloide, mit Saturn), fleischfressende Pflanzen (mit Mars), Aasblumen (mit Saturn), Aristolochia-Arten, Aaronsstab-Gewächse. Die Minzen sind durch den Mythos der Nymphe Minthe mit Pluto verbunden. Die Korrespondenzen des Pluto stimmen im wesentlichen mit denen der Hekate überein, diese hat aber eine zusätzliche Funktion als Hebamme des Lebens, daher werden ihr auch die Frauenkräuter zugeordnet.

Signatur: Im Sumpf oder vulkanischen Einöden wachsend, düstere Ausstrahlung, Herbstblüher, blutroter Saft (Mars), modernd, gärend, als Fermentationsmittel verwendbar, Dunkelkeimer, treibt nach Gärung des Samenmantels.

Baum: Pappel, Erle, Thuja, Wermut (mit Mond), Granatapfel (mit seinem Gegenpol Venus).

Duft: Oppoponax, Myrrhe

Organe: Keimbahn, Geschlechtsorgane, Ausscheidung, Enddarm, Schliessmuskel, Regenerationsfähigkeit, der Nacken, die Faust (mit Mars)

Anfälligkeiten: Venerische Krankheiten (8. Haus) , Gendefekte, Reproduktionsprobleme, Hämhorroiden.

Korrespondenzen:

Tarot: Der Teufel, Der Tod, Achten, Judgement (Die Erneuerung). todBeim Tod ist im Waite-Tarot vor allem die Symbolik der weissen Rose als umgekehrtes Venus-Pentagramm auffällig. Auch der plutonische Schmetterling taucht auf: In den Schwerterkarten symbolisiert er die Wandlung der Seele (Königin, König).

Rituale: Schutz, Transformation, Erneuerung, Bannung, Vergeltung, Macht, Wissen, Nekromantie, Tantra der linken Hand, Sexual-Magie → Orgasmus als Le Petit Mort.

Conjunctio in der Alchemie als Überwindung von 2/8. Hieros Gamos: Erzeugung von Materie: Saturn 8+2 !

Entdeckung: Percival Lowell und 1930 Clyde Tombaugh (Namen!) am Rande der Oort´schen Wolke → Quelle des Lebens (Kometen)!

Glyphe: Ähre aus dem Demeter-Mythos, PL für Percival Lowell, Gral, dunkler Mond, Eclipse von Sonne, Mond und Pluto.

plutosymbol KopieMundan seit den 1930iger Jahren (seiner Entdeckung).

  • im Zwilling: Imperialismus, Mercantilismus, Massenkommunikation -> Telefon, Radio, Massenmedium Zeitung (Hearst -> Citizen Kane)
  • im Krebs: Heimat, Familie, Vorfahren, Vaterland, Blut & Boden -> Faschismus, Entdeckung der DNA, Atombombe -> Übergang zum Löwen
  • im Löwen: Individualismus, Status-Symbole, Selbstverwirklichung, Superhelden, Raumflug, Kalter Krieg (Ego-Posieren der Supermächte), Individualverkehr, Individual-Kino (TV).
  • in der Jungfrau: Gesundheitsbewusstsein, Hygiene, Medizin, Ernährung, Verwaltung (IT-Zeitalter beginnt), Tierschutz für Haustiere, beginnendes Umweltbewusstsein
  • in der Waage: Emanzipation, Aufbrechen ders Rollenverständnisses, Verbreitung der Pille: Abkopplung der Fortpflanzung vom Sexualverhalten (Venus!), Aufklärungswelle, Sexindustrie, Kommunen, antiautoritäre Erziehung, Friedensbewegung
  • im Skorpion: Banken und Börse gewinnen an Macht, AIDS, Zusammenbruch des Kommunismus, Anti-Atomkraft, Grüne Bewegung nimmt Fahrt auf: Recycling und mehr Bewusstsein für Umweltverschmutzung und Müllberge, militanter Tierschutz
  • im Schützen: New Age, Internet, Globalisierung, Aufblähung des Finanzmarkts: Zockertum, Fernreisen, Kreuzzüge (Islamismus, Evangelikale), Welthandel
  • im Steinbock: Sparkurs, Rückschrumpfung, Ernüchterung, Resourcenknappheit, Festhalten an starren Strukturen, aber auch mehr Verantwortung und Nachhaltigkeit, Landwirtschaft
  • beherrscht Weltwirtschaft → 8. Haus, die gemeinsamen Resourcen.

Lebensbereiche : Massen, Macht, Ausbeutung, Reichtum, Tod, “okkult”, Erfolgs- und Schwarzmagie, Manipulation.

Literatur: Dostojewski, Goethe, Poe, Sartre, Camus, John Milton (Paradise Lost), Lovecraft, Gothic Novels, Stoker, Shakespeare’s Königsdramen,

VIP, berühmt oder berüchtigt: M.Luther, M.Gandhi, I.Gandhi, A.Hitler, T.Bundy, Bruce Lee, Grace Kelly, Björk, N.Paganini, Nehru, J.Stalin, C.Manson, A.Nasser, Prince Charles, A.Hitchcock. Hier wirkt der Pluto-Archetyp auf vielfältige Weise: Dominanter (elevierter) Planet, ASC oder Sonne Skorpion etc.

Filme: Joe Black, Dracula, Wolf, Twilight, The Long Kiss Goodnight, Der Pate, Die Neun Pforten, Tomb Raider, Dancer in the Dark – beonders düster! Sieben, Alien. James Bond 007: inbesondere mit Sean Connery, Timothy Dalton, Daniel Craig.

Dokus: Nachtmeerfahrten: C.G.Jung.

Bildende Kunst: Picasso, Dali, Symbolismus (mit Neptun), Surrealismus (mit Uranus), Auguste Rodin.

Musik: Trommeln, Hard Rock, Heavy Metal, Goth, Björk

Symbolik der Acht in der Mythologie

Fluto und seine Symbole: Höhle, Granatapfel, Schlange, der dunkle Verführer, Schätze. Kali und Shiva, die den Kreislauf von Werden und Vergehen antreiben.
Tarotkarte XX, “Das Gericht”: Die Auferstehung, das Loslösen von der Materie.

Pluto symbolisiert auch unsere Beziehungsfähigkeit, die sich auf Grund unserer Interaktion mit den Eltern, deren eigener Beziehung und dem daraus resultierenden Umfeld definiert. Er ist der notwendige Gegenpol der Venus im 2. Haus des Du, Besitzenwollens und der Fähigkeit zur Fortpflanzung, und stellt mit seinem Domizil, dem achten Haus, den gemeinsamen Besitz, das Loslassen und die gelebte Sexualität dar. Es ist das Prinzip von “Stirb und Werde” das in der Beziehungsachse des Zodiak herrscht: Eros und Thanatos. Oder “Sex, Tod und Steuern“, wie es jemand einmal auf den Punkt gebracht hat. Besonders, wenn Pluto einen harten Winkel mit dem Mond bildet, haben wir uns der Meinung der Mutter unterwerfen müssen, wenn mit der Sonne dann der des Vaters. Bei weichen Aspekten ist es mehr eine Art subtiler Anpassung. Wo die Schicksalsgöttin Ananke Leiden für uns bereithält, hängt von der Plutostellung nach Haus und Tierkreiszeichen ab. In diesem Lebensbereich gilt oft „Leiden ist geil“, daher werden hier auch karmische Altlasten ausgelebt. Obwohl oft auf die Sünde der Hybris zurückzuführen, werden Plutos dunkle Geschenke meist als äusseres Schicksal empfunden. Pluto als dunkler Verführer ist ein zweifelhafter Berater, weil er unser zwanghaftes Verhalten symbolisiertund uns deshalb in Verstrickungen und Abhängigkeiten führt, obwohl wir glauben hier Macht ausüben zu können oder zu wollen. Dort wo bei uns in der Kindheit Macht und Druck ausgeübt wurde, neigen wir später dazu, ebenfalls Macht und Druck auszuüben, um unsere Ohmachtsituation während der Kindheit zu kompensieren. Im Grunde genommen versuchen wir durch den Pluto jene Eigenschaften in anderen zu kontrollieren, derentwegen wir selbst die Kontrolle verlieren. Nicht umsonst ist Pluto der Archetyp, der wohl als Patron der BDSM-Szene gelten kann (Fifty Shades Of Grey, anyone?). Im Pluto liegt auch der Preis unserer Wahlmöglichkeiten, sich über die Materie zu erheben, Lasten abzuwerfen und Dinge loszulassen, die oft Abhängigkeiten mit sich bringen und uns in die Falle locken.

Die Hausstellung von Pluto ist ein Hinweis auf diejenigen Schattenseiten, welche uns in den eigenen Beziehungen manchmal schmerzlich bewusst werden. Wohin Pluto seinen Schatten im Horoskop wirft, ist die “Twilight-Zone“, wo wir Macht und Ohnmacht erleben.

Entführung der Kore durch Hades

Entführung der Kore durch Hades, quelle:wikipedia

Hier sitzt der Schmerz des Verlusts besonders tief, wenn wir das Opfer bringen müssen, um unseren eigenen Weg zu gehen und uns von Fremdbestimmung zu befreien. Ein gutes Literaturbeispiel für SciFi oder Fantasy-Leser: Rocannons Welt von Ursula LeGuin. Es thematisiert auch die nordischen Mythen, besonders Odins Suche nach der ultimativen Weisheit, und dem damit verbundenen Opfer, das auch Motive des Neptun-Archetyps anspricht. Auskunft über die Natur plutonischer Beziehungen gibt auch der Demeter-Mythos. Hier muss Kore/Persephone unter der Hybris ihrer Mutter leiden, weil diese ihr eine Entwicklung zu erwachsenen Frau verweigert. Dies erregt den Zorn der Aphrodite: Sie stachelt Hades/Pluto an, Eros Pfeil trift bei ihm ins Schwarze und das ewige Mädchen Kore und ihre Mutter Demeter müssen sich den Gesetzmässigkeiten von Ananke unterwerfen. Als Persephone landet die Tochter in den Armen ihres Ent- oder eher Verführers aus der Unterwelt und wird zu seiner Königin. Wie das bei plutonischen Beziehungen häufig der Fall ist, findet sich einer der Partner gefangen in einer für ihn überwältigenden Realität wieder. Daher läuft die frustrierte Persephone auch heim zu Muttern, was aus Zeus’ Geheiss zum legendären Deal führt: Während des Sommerhalbjahrs darf Kore als Vegetationsgöttin (Veilchen) auf der Erde wandeln, die dunkle Jahreszeit verbringt sie als Winterkönigin bei ihrem Gatten. Ausgehandelt wurde dieser Ehevertrag natürlich vom grossen Kommunikator des Olymp: Dem gewieften Hermes oder Merkur, der als Psychopompos wie auch Hekate zwischen den Welten reisen darf. Letztere tut dies aber nur bei Nacht. Auch der Granatapfel als Plutos Symbol hat hier seinen Ursprung: Persephone isst von dieser Frucht der Unterwelt, die ihr von ihrem Gemahl (Pluto=Manipulation!) schlauerweise als Zeichen der Vermählung angeboten wird, daher kann sie ihre Ehe nun nicht mehr annulieren lassen. Sie muss sich transformieren und ihre natürliche Bestimmung als erwachsene Frau annehmen.

Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Figuren des Lichts vorstellt, sondern indem man sich der Dunkelheit bewusst wird.
Carl Gustav Jung

Leiden ist nicht geil, aber führt zu Wandlungsprozessen“
Dobrin M. Antonov

Selige Sehnsucht

Sagt es niemand, nur den Weisen,
Weil die Menge gleich verhöhnet,
Das Lebend‘ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
In der Liebesnächte Kühlung,
Die dich zeugte, wo du zeugtest,
Überfällt die fremde Fühlung
Wenn die stille Kerze leuchtet.
Nicht mehr bleibest du umfangen
In der Finsternis Beschattung,
Und dich reißet neu Verlangen
Auf zu höherer Begattung.
Keine Ferne macht dich schwierig,
Kommst geflogen und gebannt,
Und zuletzt, des Lichts begierig,
Bist du Schmetterling verbrannt,
Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und Werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.
Goetheskull

Pluto Schlüsselworte:

  • Erkenntnis der eigenen Bestimmung
  • Absurdität in kleinlichem Verhalten und Bestrebungen
  • Sich der absoluten Wahrheit stellen

Schlüsselfragen:

  • Wo und wie kann ich meinem Leben Bedeutung geben ?
  • Wie erkenne ich die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Welt?
  • Wo muss ich mich vor Dominanzbestrebungen und Manipulation hüten,
  • Wie vermeide ich Machtkämpfe in Beziehungen?

Retrograder Pluto:

  • Angst vor “Ausgeliefertsein”
  • Sich nicht zur erkannten Wahrheit bekennen
  • Kann zu Bescheidenheit und Mässigung in der Machtausübung führen.

Kritischer Pluto:

  • Harte Aspekte zu den persönlichen Planeten, besonders Quadrat.
  • Konjunktion: abhängig von den restlichen Aspekten und Hausposition
  • Besonders harte Saturn/Pluto Aspekte haben es in sich.
  • Pluto in 12: Repression und Ohnmacht, Sündenbock (mit Saturn eine sehr karmische Stellung), muss stellvertretend die Schattenthemen der Gesellschaft ausleben (Negativer Aspekt vom 12. Haus: Anstalt, Gefängnis)

Weitere Aspekte:

  • In Verbindung mit Pluto-Themen stehen auch Mondknoten, Lilith, der Apogäumspunkt des Mondes, Sonnen- und Mondfinsternis, Vesta und der Centaur Nessus (Rachethematik).
  • Besonders stark wirksam ist das Plutoprinzip: In den Yin-Wasserhäusern, Erdhäusern: Vor allem im 10. und 4. Haus, der karmischen Achse der Familie und Inkarnation (Eltern, Erblasten, “Familienfluch”).
  • Als Dispositor von Mars → 1. Haus, da er hier als Mitregent von Widder wirkt, einer der Charismafaktoren, neben Neptun und Chiron.
  • Pluto ist sehr bedeutsam in der Synastrie, wie alle transpersonalen Planeten.
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Unendlichkeit und Wandel: Plutos Kräfte drücken sich auch in der Zahl Acht aus.
Sie kennzeichnet auch den Skorpion, achtes Zeichen des Zodiak und sein
zugehöriges Haus. Infinity dissolving ©scrano 2013

 

 

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Galerie im November: Apokalypse

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Nach der Apokalypse: Für Details bitte klicken … lol!
©scrano 2015

Filme zum Thema “Endzeit”

  • The Quiet Earth – der Beste !
  • 12 Monkeys (gleich Nr.2)
  • Zardoz
  • Mad Max Trilogie (besonders Teil III)
  • Terminator (I-IV)
  • The Day After
  • Postman
  • Waterworld
  • Planet der Affen – Reihe
  • Malevil
  • A Boy and his Dog
  • Cherry 2000
  • Das letzte Ufer
  • Der Tag an dem die Erde stillstand
  • Der Omega-Mann (ich mag zwar Heston nicht, aber die Thematik ist interessant)
  • Soylent Green (zum Darsteller s.o.)
  • Armageddon

Zombie-Bullshit, die Verfilmung von Videogames und ähnliche “Kunstwerke” sind nicht auf meiner Liste. Einige Filme sind sehr schwarze Satire oder Komödie, viele definitiv nichts für Kinder. FSK 16.

Natürlich stehen solche umstürzenden Ereignisse wie Kataklysmen, die ganze Spezies betreffen,  und die Zeit danach unter der Herrschaft von Pluto und Uranus. Neptun liefert dazu die passende Massenhysterie.

Hinterlassenschaften solcher Ereignisse findet man im Nördlinger Ries und im Steinheimer Becken, beides Meteor-Einsturzkrater, die in einem gekoppelten Ereignis vor 14.6 Millionen Jahren entstanden sind. Der Brocken war ein echter Killer: 1.5 km dick und von einem kleinen “Steinchen” begleitet, das bei Steinheim aufschlug. Beide Krater gehören gehören wegen der Gewalt des Aufpralls zum komplexen Typ, mit innerem Wall oder Zentralberg. Im Ries gibt es sogar mehrere Ringwälle. Auf der Erhebung in Steinheim steht jetzt die Ortskirche. Wie heftig der Impakt war, kann man daran ersehen, dass sogenannte Streufelder von Moldavit, einem grünlichen “Meteorglas” bis in die Region des heutigen Tschechien verteilt wurden. Von den Schwemmsänden der Moldau, wo die grösste Menge dieses Meteorminerals gefunden wurde, hat es auch seinen Namen Moldavit erhalten. Es ähnelt dem Trinitit der ersten Atombombenexplosionen in der Wüste Nevadas, als unter der enormen Hitze Gestein am “Ground Zero” zu Glas geschmolzen wurde. Moldavit wird auch zu Schmuck verarbeitet oder bei den Eso-Freunden als “Heilstein” verwendet. Zum Glück ist es nicht radioaktiv wie sein terrestrischer Verwandeter Trinitit. Zu magischen Zwecken ist es eher nicht geeignet, vielleicht als Meditations-aber bestimmt nicht als Heilstein. Es handelt sich direkt um Material des Meteors, das beim ersten Kontakt mit dem Einschlagsgrund verdampft und verflüssigt wurde, dabei wurde es wie Wasserstrahlen wegegeschossen. Seine Herkunft ist also nicht irdisch. Durch die gewaltsame Entstehung haben sich in seinem Inneren beim Erstarrungsprozess Gasblasen gebildet, die sich im Lauf der Zeit mit Wasser füllen können. Dieser “Rambo” Ursprung wäre für mich genauso ein Hinderungsgrund einen Heilstein darin zu sehen, wie beim Atombomben-Glas aus Nevada. Da kann man sich auch gleich eine Gewehr-Kugel umhängen, denn um nichts anderes handelt es sich bei einem Meteor: Er ist ein kosmisches Geschoss. Allenfalls ein ungewöhnlicher Glücksbringer gegen Unfälle, oder im astrologischen Zusammenhang mit Uranus-Themen. Dem gewaltsam gestürzten Himmelsvater würde ich dieses Mineral auch zuordnen.

Moldavit

Apokalyptischer Schmuck: Moldavit
Quelle: wikimedia

Immer wieder an Halloween: Auch dieses mal ist wieder ein “Bröckchen” von ca 150m haarscharf an uns vorbeigesuast, wie auch schon 2015 der sogenannte “Grosse Kürbis“. Vielleicht sollte man das langsam als Warnung sehen …

 

 

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Nachtblumen – Plutos Lieblinge

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Blumen der Nacht – sie erscheinen nur in Mondnächten.
Nightflowers ©scrano 2016 model:jl-modelstock

Der Herrscher über den Skorpion hat im November sein Heimspiel: Pluto Dominanzen im Horoskop:

Pluto in Film und TV.

mehr dazu in meinen Astro-Seminaren.

 “Listen to them, the children of the night. What music they make!”

“I have crossed oceans of time to find you.”
Dracula

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Nachtblumen: Die Macht der Drei steht auch für Pluto.
Licht und Finsternis. ©scrano 2016

Fraktalbilder meiner Galerien, wie alle meine Original-Illustrationen (Fotos, Digital Art) als Poster ab DIN A3 oder gerahmter Kunstdruck erhältlich. Preise Poster ab 9.90€, Kunstdrucke je nach Printmedium und Rahmen auf Anfrage. Poster werden in Papprolle verschickt, Versand 3.90€. Rückgabe der unbeschädigten Ware in Originalverpackung innerhalb von 14 Tagen möglich. Selbstabholung für Kunden im Raum Stuttgart/Esslingen/Göppingen empfohlen.

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Galerie im November: Elegie

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Victorian Gothic Ästhetik: Die weisse Rose spricht von Entsagung.
Elegy ©scrano 2015

Eine Elegie bezeichnet ein Gedicht, das auf Zweizeilern im Hexameter und Pentameter Versmass besteht, die einander abwechseln. Sie stammt ursprünglich von einer Form der Totenklage aus Kleinasien ab, und avancierte im antiken Griechenland zu einer eigenen Spielart von Poesie. Leit-Thema der Elegie ist meistens Trauer, Tod, Melancholie oder  Wehmut. Im alten Rom wurden die Inhalte  dann um Liebestod- und Liebesschmerz erweitert, die sogenannte Liebes-Elegie wurde bei den Dichtern sehr populär. In dieser Form wurde sie auch von den Poeten der deutschen Klassik wie Goethe und Schiller wieder aufgegriffen. Hier sind der Tod der Gefühle, Verzicht und der Trennungsschmerz das zentrale Thema.

Elegiendichter der griechischen Antike:

  • Kallinos, Tyrtaios, Mimnermos, Solon,

in der römischen Antike:

  • Gallus, Catull, Tibull, Properz, Ovid, Martial,

in der deutschen Literatur:

  • z. B.: Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hölderlin, Friedrich Schiller, Annette von Droste-Hülshoff.

Zu einer zweiten Blüte gelangte die Elegie im viktorianischen England, wo der “fin de siecle Charme“, von einer gewissen Endzeitstimmung umweht, auch morbide Züge annahm: Totenkult, monumentale Grabdenkmale, und feinziselierte Nachrufe, und eben auch Trauerpoesie.  Schmuck aus Haarlocken von geliebten Verblichenen zu tragen war zu viktorianischen Zeiten eine regelrechte Mode, und galt als Zeichen des Gedenkens und der Verbundenheit. Es war die Blütezeit der Seancen, die Geburtsstunde der Neo-Gotik und der Horrorliteratur: Nicht umsonst heisst diese “Gothic Novel”.  “L’amour et la mort” war ein beliebtes Motiv für Maler, Musiker und eben auch Dichter. Da der Tod in dieser Zeit noch allgegenwärtig und als ein selbstverständliches Element des Lebens und der Gesellschaft angesehen wurde, versuchte man ihn nicht zu verdrängen, wie im Jugendkult unserer Zeit, sondern quasi zu “veredeln“. Dies entspricht der Denkweise der alten Griechen, wenn sie von Hades als Aidolos, dem unsichtbaren Herrn, oder von Plutos, dem Reichen sprachen.

Saturn herscht über die Trauer, Pluto über den Tod. Der Mond bewegt unser Gefühlsleben, er ist der Spiegel der Seele. Astrologisch ist die elegeische Stimmung  mit einem Kontakt zwischen Mond und Saturn verbunden.  In der Radix z.B. taucht eine Disposition dafür auf, z.B. wegen eines harten Aspekts wie Quadrat oder besonders der Konjunktion Aber auch die Opposition bringt melancholische Phasen hervor.  Unterstützt werden solche Veranlagungen und ein Interesse an Themen wie Trauer und Tod von der jeweiligen Platzierung von Mond und Saturn  in Zeichen und Haus. Besonders eine Stellung in Wasserhäusern oder -zeichen, die der Gefühlswelt zugerechnet werden übt einen verstärkenden Einfluss aus. Das Extrembeispiel:  Eine Saturnstellung im 8.Haus oder ein Saturn-Pluto Kontakt, die mit dem Mond interagieren.

Kurze Phasen elegischer Momente kennen wir alle, wenn der Mond an unserem Saturn vorbeizieht, aber ein deutlich stärkerer und anhaltenederer Effekt ist zu spüren wenn umgekehrt ein Transit des Saturn über unseren Geburtsmond erfolgt. Er bringt Ernüchterung aber auch das Verspüren der eigenen Endlichkeit mit sich.

Das dunkel-romantische Element der Liebeselegie wird durch ein “Dreiecksverhältnis” zwischen Saturn, Mond und Venus” erzeugt. Im disharmonischen Fall spricht so eine Stellung in der Radix  häufig  von unerfüllter Liebe, Verzicht und Beziehungsproblemen und -krisen, besonders wenn die relevanten Häuser 5,7 und manchmal auch 2 betroffen sind. Auch ein Transit, der eine solche Konstellation erzeugt, kann bewirken., dass wir und in unseren Partnerschaften unwohl fühlen. Das bedeutet aber nicht  das Ende einer Beziehung, wenn keine sogenannten “Scheidungsaspekte” in der Radix vorhanden sind, aber es führt zu Zweifeln oder Trennungs- und Verlustängsten.

Doch aller Düsternis zum Trotz, gerade Künstler wurden von derlei “Stimmungskrisen” oft zu ihren besten Werken inspiriert. Die beteiligte Venus herrscht auch über die Künste und die Schönheit. Was wären Romeo und Julia ohne die Tragik ihrer Liebe?

  • Auch Musikstücke oder Songtexte sind von der Elegie beinflusst.

Cast your eyes on the ocean.
Cast your soul to the sea.
When the dark night seems endless.
Please, remember me.

Dante’s Prayer, Loreena McKennitt

Upon that misty night
In secrecy, beyond such mortal sight
Without a guide or light
Than that which burned so deeply in my heart
That fire t’was led me on
And shone more bright than of the midday sun
To where he waited still
It was a place where no one else could come

Dark Night of the Soul, Loreena McKennitt

ChaliceLight

Referenzen für Elegy:

long dress, sitting 1 by jl-modelstock

  • Alle anderen Beiträge sind hier genannt.

Posted by on November 3rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer November – Wolfsmond

November

November ©scrano 2015
No reupload to anywhere! Referenzen am Seitenende.

November – am Übergang zum Winter:

November, Novembris leitet sich vom lat. novem = Neunter, ab.

Im römischen Kalender war der November ursprünglich der neunte Monat (lat. novem = neun). Das Jahr begann damals mit dem 1. März., dem Tag der Einberufung der neuen Rekruten auf dem Marsfeld. Im Jahr 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn allerdings um zwei Monate vorverlegt, sodass die direkte Beziehung zwischen Name und Monatszählung verloren ging.  Im November herrscht hautsächlich noch der finstere Pluto mit seinem Zodiakzeichen Skorpion, erst Ende des Monats wechselt die Sonne in den Schützen.  Jupiters Zuversicht begleitet uns dann als eine Art Santa Claus in die Vorweihnachtszeit.

Passend zu seinem prägenden achtbeinigen Zodiakzeichen erinnert der November uns daran, dass unser irdisches Leben vergänglich ist, dass Zyklen enden, bevor ein neuer Anfang gemacht werden kann. Auch dass die Seele, um die Materie zu transzendieren, den Körper verlassen muss. Die Acht symbolisiert auch den Ourobouros und die Lemniskate, beides Sinnbilder der Unendlichkeit. Die Darstellung als Schlange ist ein Verweis auf die urprüngliche Dreiform des Zeichens: Schlange(Skorpion)-Adler-Phönix. Schlange und Skorpion wurden in der Antike und im Mittelalter häufig synomym verwendet. Selbst bei Harry Potter wird dies thematisiert: Das Haus Slytherin ist eigentlich dem Skorpion zugeordnet, Autorin Rowling wählt aber die von der Symbolik zu ihren Geschichten besser passende Schlange.

  • Slytherin-Skorpion – Wasser
  • Hufflepuff-Stier – Erde
  • Ravenclaw-Wassermann – Luft
  • Griffindor-Löwe – Feuer

Die vier fixen Zeichen des Zodiak werden schon in Babylon mit den Weltecken assoziiert. Auch die vier Evangelisten findet man mit den Symbolen dieser Zeichen dargestellt:

  • Markus-Löwe
  • Matthäus-Wassermann
  • Lukas-Stier
  • Johannes-Adler, hier wird die reifere, spirituelle Form des Skorpion gewählt.

Die gleiche Symbolik floss auch in den Tarot ein, die Karten X, “Rad des Schicksals” und XXI, “Welt oder Kosmos” zeigen ebenfalls diese Zuweisungen in ihrer Ikonographie.

Für die Vergegenwärtigung des Endlichen, aber auch die Hoffnung auf den Neubeginn gibt es im Monat November verschiedene Gedenktage:

  • Am 1. November feiert die katholische Kirche das Fest „Allerheiligen“, am 2. November das Fest „Allerseelen“. Auf den Friedhöfen werden die Gräber schön geschmückt und Grablichter entzündet. Der 1. November ist der Gedenktag aller Heiligen oder Märtyrer, der 2. November der aller Verstorbenen. Das Fest hat seinen Ursprung im Jahr 609 oder 610, als Bonifatius IV. das Pantheon in Rom, welches zuvor als Heiligtum der gesamten antiken Götter verehrt wurde, der Jungfrau Maria und allen Heiligen weihte. Für diese besondere “Kirchweih” wurde zuerst der auf Ostern folgenden Freitag als Festtag gewählt.  Papst Gregor III. legte den Feiertag auf den ersten November, wohl um das immer noch lebendige heidnische Toten- und Winterbrauchtum zu dieser Zeit christlich zu überdecken. Sowohl die mediterrane Welt, als auch Kelten und Germanen hatten hier nämlich wichtige Feste verankert.
  • Mit dem Buß- und Bettag, einem evangelischen Feiertag der Kontemplation und der Innenschau, dem Volkstrauertag, an dem der Gefallenen der Weltkriege gedacht wird, und dem Totensonntag, katholisch: Christkönigfest, neigt sich der November dem Ende zu. Mit dem Ingress der Sonne um den 23.11. in den Schützen beginnt die Advents- und Weihnachtszeit.
  • Ein Lichtblick unter all den Totenfeiern: Am Abend vor dem 11. November feiern die Kinder besonders in den katholischen Gegenden Deutschlands das Martinsfest. Es erinnert an den heiligen Martin, einen römischen Reiter-und Gardeoffizier, der mit seinem Schwert seinen Mantel teilte, um einem frierendem Bettler zu helfen (Einwand: Hätte es nicht der ganze Mantel getan, so ein Umhang war ja bloss eine Art Decke … Nun, es handelte sich wohl bei dem halbierten Kleidungsstück nicht um den Offiziersüberwurf, sondern eine Art Raff-Übertunika – ähnlich dem schottischen Urkilt. Da wäre Martin dann wohl halb nackig dagestanden.) Die ganze Mantelgeschichte ist ohnehin nicht unbedingt historisch zu werten.

Mit vielen bunten, selbst gefertigten Laternen, ziehen Kinder im Dunkeln in kleinen Gruppen durch die Straßen und singen das wohlbekannte Lied: “Laterne, Laterne …”. Den Zug führt ein als St. Martin verkleideter Reiter an. Am Ende der Prozession könnnen sich die kleinen Teilnehmer des Umzugs auf ein Martinsfeuer und oft auch eine mit Süßigkeiten gefüllte Martinstüte, zumindest aber einen Martinsweck, freuen – ein wenig Halloween-Stimmung, wenn auch gesitteter. Der heilige Martin von Tours  wurde 371 auf Drängen des Volkes, zum Bischof gewählt. Um der Wahl zu entgehen, soll er sich in einem Gänsestall versteckt haben. Die Gänse jedoch verrieten ihn mit lautem Geschnatter, so dass er schließlich sein Amt antreten musste. Interessanterweise leitet sich sein Name, Martinus, vom Kriegergott Mars ab, so dass es nicht erstaunlich ist, das er viele von dessen Attributen und Schutzfunktionen übernommen hat. Positiv: Er setzte sich für eher urchristlich gesinnte Häretiker ein, war gegen Verschwendung und für Frauenrechte in der Theologie. Auch reichlich feurig soll er gepredigt haben, allerdings liess er auch viele alte Kultstätten zerstören – das übliche Problem mit dem Monotheismus.  Für Protestanten wurde ein Gedenktag für den ebenfalls kämpferischen Martin Luther daraus, so dass auch evangelische Kindergruppen Laternenumzüge veranstalten. Sankt Martin gilt als Schutzpatron der Armeen, Ritter, Soldaten, Reisenden, Bettler und Tieren (Pferde, Hunde, Vögel?). Dass Martin häufig ein Schimmelreiter ist und eine Kavallerietruppe anführt, stellt wohl auch eine Querverbindung zu Odin auf seinem magischen Schimmel Sleipnir dar. Zu Martin beginnt auch bereits die Zeit der Perchten, winterlichen Naturgeistern und Vorläufern der “Wilden Jagd” der Rauhnächte. St. Martin kündigt den Winter an, so dass er auch als “Pelzmärtel” bezeichnet wird. In manchen Gegenden beinhaltet das Martinsfest auch Geschenkbräuche, und ersetzt sogar den Nikolaus. Laternenprozessionen mit Singen und Erbetteln von Gaben begegnen uns häufig in der Zeit von Ende Oktober bis zum Andreastag am 30.November. Sie knüpfen an vorchristliche Licht- und Feuerzeremonien an, in erster Linie sollen sie schadenstiftende Geister fernhalten und vertreiben. Das sogenannte Rübengeistern, die ursprünglichen Laternen bestanden aus ausgehöhlten, gruselig geschnitzten Runkelrüben,  ist schon ein sehr altes Brauchtum. Mit dem Martinsfeuer wurde der Sommer verabschiedet, auch die Fastenzeit begann. Daher wollte man sich vor der Kasteiung noch einmal stärken, danach durch das Feuer symbolisch von alten Sünden reinigen. Auch das hat wohl heidnische Wurzeln, da der vorchristliche Brauch der Herbstfeuer denselben Vorstellungen folgte.

land_art_by_scrano-dai2gm0

Land Art: Unendlichkeits-Symbol Spirale.
Es stellt den Kosmos und den Mutterleib dar, auch im Gänsespiel,
welches den Lauf des Lebens versinnbildlicht, ähnlich wie das frühzeitliche Labyrinth,
mit seinen Kranichtänzen (Geranos). November am Breitenstein. ©beast666

Durch die Martinslegende, aber eigentlich bereits vorchristlichen Ursprungs, ist es in dieser Zeit Brauch, einen üppigen Gänsebraten zu verzehren. Die Gans ist ein Tier der “Grossen Mutter” und Sinnbild des überpersönlich archetypisch Weiblichen. Schwäne und Gänse gehörten zu Göttinen wie Hera, Freya, Aphrodite aber auch zur Nemesis! Nicht zuletzt zu Frau Holle - Bettfedern bedeuten Schnee – der Vogel steht in unseren Breiten für auch den Winter.  Im Märchen hat die magische Bedeutung überdauert – der Gänseflug ist oft ein Synonym für schamanische Erlebnisse, das Hüten von Gänsen für den Dienst an der Göttin. Das Gansessen hat seine eigentlichen Wurzeln bei dem letzten Erntefest des Jahres: Schlachten von Vieh, für das man keine Versorgung über den Winter hatte,  Anfang bis Mitte  November, sowohl bei Kelten, als auch Germanen.
Von den Kelten ist bekannt, dass sie sich Gänse als Haus- und Kulttiere hielten. Wer schon mit Gänsen zu tun hatte, weiß, dass sie hervorragende „Wachhunde“ sind. Bei den Römern beschützten heilige Gänse das Capitol, den sakralen Mittelpunkt des römischen Reiches, die Gans ist somit auch ein Tier des Jupiter. Den italienischen Wachschutz bekamen wir bei einem Toskana-Urlaub zu spüren, die Vögel sind aggressiver und schlimmer als jeder Hund! Da nicht alle Gänse über den Winter gefüttert werden konnten, musste man viele Tiere bis auf wenige Zuchtpaare im Herbst schlachten. Das Fett konnte man mit Fleisch vermengt (frz. Rilettes) einmachen, somit eignete es sich als haltbarer Wintervorrat. Der am Martinstag fällige Pachtbetrag wurde ebenfalls oft mit dem Federvieh beglichen. Auch die Daunen wurden verwertet: Im Winter war die Zeit des gemeinsamen Federspleissens, um für neue Bettfüllungen, auch für die Aussteuerbetten, zu sorgen. Deshalb wurden junge Mädchen im Heiratsalter hier erstmals in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen. Durch vielerlei Geschichten und Unterweisungen während der eher mühseligen und eintönigen Arbeit wurden sie auf das Leben einer Ehefrau und Mutter vorbereitet. Ein ähnlicher Brauch ist das gemeinsame Quilten in den ländlichen Gegenden der amerikanischen Ostküste, wobei eine kunstvolle Aussteuerdecke für das Mädchen gefertigt wird, welches im folgenden Jahr Hochzeit feiert. Ob die Geschichten um Mother Goose, einer Sammlung von englischen Kindereimen, mit solchen Bräuchen in Zusammenhang stehen?

Gänse im Februar - den Winterfeiern entkommen …Im alten Rom wurden sie statt Wachhunden gehalten.

Glückliche Gänse im Januar – den Winterfeiern entkommen …
Im alten Rom wurden sie statt Wachhunden gehalten.

Der November ist die Zeit der Rotwildjagd: Cernunnos oder seine christianisierte Version Hubertus (3.11.), der britische Herne the Hunter streifen nächtens durch die Wälder, beleuchtet von den Sternen des grossen Himmelsjägers Orion, welcher nun gut sichtbar am Himmel steht. Die Sonne reist gleichzeitig durch den Skorpion: Dieses archaische, den Spinnen und Krebsen nahestehende wehrhafte Tier spielt eine Rolle bei der Sage um die tragische Beziehung der Mondgöttin Artemis und ihrem Geliebten und Jagdgefährten Orion:

Eine Variante der Geschichte sieht nicht Eifersucht (wegen seiner Affaire mit Eos) als Grund für Orions Untergang, sondern Hybris: Orion rühmte sich, der grösste Jäger des Erdkreises zu sein und allen Geschöpfen der Gaia nachstellen zu wollen. Die Erdmutter Gaia und Artemis brachten daraufhin einen Skorpion hervor, der ihn mit einem Stich in die Ferse tötete. Der Heiler Asklepios versuchte vergeblich sein Leben zu retten. Wegen seiner Anmassung wurden Orion und der Skorpion als Sternbilder in den Himmel versetzt, wo sie sich immer noch jagen. (Orions Sternbild ist in den Wintermonaten zu sehen, das des Skorpions zur Sommerzeit, beide gleichzeitig jedoch fast nie.) Auch Asklepios wurde als Sternbild Ophiochus, der Schlangenträger am Nachthimmel verewigt. Dieses steht zwischen Skorpion und Schütze, gehört aber nicht zum Zodiak, da nicht alle seine Sterne auf der Ekliptik liegen.

Diese Bestrafung von Frevel soll uns daran erinnern, dass wir die guten Gaben von Mutter Natur nicht einfach plündern dürfen. Und dass Gaia nicht nur uns allein beherbergt – die Tiere, von denen wir uns ernähren, sind auch Geschöpfe mit einer Seele und Fähigkeit zum Fühlen. Sie sind keine Dinge, deren man sich einfach bemächtigen kann. Selbst der langmütigsten Mutter geht einmal die Geduld aus – das sollten wir beherzigen … auch im Hinblick auf unbedachten und übermässigen  Fleischkonsum. In der Vergangenheit brauchten die Menschen diese Form von Nahrung unbedingt, man verwertete auch immer ein Schlachttier vollständig – jetzt ist sie eher Luxus, den man stark beschränken kann – bloss Gensoja-Veganismus ist NICHT die Lösung. Truthahn und Weihnachtsgans – ja, wenn man sonst beim Fleisch eher Enthaltung übt, und nicht aus quälerischer Massenhaltung.

Bei der geschilderten Sage um den grossen Jäger stellt sich die Frage ob es sich bei Orion nicht um eine Form des “Herrn der Tiere” gehandelt hat, oder um den Jahreskönig, der im Herbst stellvertetend für die Sonne stirbt, und wie Osiris währende des Winters  in der Unterwelt herrscht. Die Auffindung des Osiris wurde den Anhängern des Isis-Kults nämlich ebenfalls Anfang November gefeiert.

Der Winter naht: Frau Holle schüttelt die Betten aus.Swan Prince ©scrano 2015

Der Winter naht: Frau Holle schüttelt die Betten aus.
Swan Prince ©scrano 2015

Römische Feiertage

  • 3. November – Inventio Osiridis („Auffindung des Osiris“), im Rahmen des römisch-hellenistischen Isiskultes
  • 4. November bis 17. November – Ludi Plebii, Spiele für das Volk Roms durch die Ädile (seit 216 v. Chr.)
  • 13. November – Epulum Jovis
  • 15. November – Feiertag zu Ehren von Feronia, Schutzherrin der Wälder und Heilpflanzen
  • 24. November – Beginn der Brumalien, von Romulus eingesetzte 30-tägige Festzeit zu Ehren des Bacchus

Keltische Feste:

  • Der November steht immer noch im Zeichen von Samhain, ein Fest, das ursprünglich mehrere Tage dauerte, es kündigte das letzte Erntefest des Jahres an: Ein Grund warum der November auch Blutmond oder Schlachtmond hiess, Vieh, das man nicht über den Winter bringen konnte, wurde jetzt für die Wintervorräte geschlachtet. Auch der schon beschriebene Brauch der Martinsgans gehört hierher, dazu war die Gans noch ein heiliges Tier.
  • 1.November: Tag der Cailleach, der verschleierten Alten, Personifikation des Winters – ähnlich der Holle/Perchta. Sie bricht einen Holunderzweig und überzieht mit seiner Hilfe die Landschaft mit Reif.

Germanische Gedenktage:

  • 11.-14. November: Bloz-Fest, das angelsächsiche Schlacht- und Opferfest, wahrscheinlich überall im germanischen Raum üblich, fällt auf den heutigen Martinstag. Auch Totengedenkfeste zu Monatsanfang sind rudimentär überliefert.

USA:   Am letzten Donnerstag im Monat findet Thanksgiving statt, ein traditionelles Erntedankfest. Es ist im Gegesatz zum amerikanischen Kommerz- Weihnachten eher still und familiär. Statt Gans gibt es Truthahn.

Hexenfeste: 16.November, Nacht der dunklen Göttin.  Neben dem 16. Februar, dem historischen griechischen Fest der Hekate geweiht. Orakelnacht, Jahresbilanz. 25. November, Nacht der Erdmutter Ambeth und der chtonischen Göttinnnen wie Hel, Persephone.

Volks-Magisch: Wintermond, Nebelmond, Wolfsmond, Windmond, Schlachtmonat, Blutmonat – durch die von Osten heranrückende Kälte wurden Raben und Wölfe in die noch wärmeren Gebiete gelockt. Es ist also auch Rabenzeit.

Magischer November – Korrespondenzen

  • Pflanzen:  Pilze, wie Morcheln, Ziegenbart, Hallimasch, Schirmtintling und Parasol, plutonische Pflanzen wie Alpenveilchen, Haselwurz, Efeu, Herbstzeitlose, Safrankrokus, Herbstkrokus, Ringelblume, Tagetes. Jupiterpflanzen wie Ysop, Heliconie, Strelizie.
  • Baum: Stechpalme, Eibe, Zypresse, Thuja, Buche (Pluto), Walnuss, Eiche (Jupiter)
  • Duft:  Oppoponax, Minze, Ysop, Sternanis
  • Gottheiten: Pluto, Hekate, Persephone, Hel, Gwyn ap Nudd, Cerridwen, Cailleach, Cernunnos, Shiva, Osiris, ab 23. 11. Jupiter, Odin, Rosmerta, Fortuna, Vishnu.
  • Zodiak:  Skorpion mit Pluto/Mars und Schütze mit Jupiter
  • Steine: Granat, Hämatit, Rhodochrosit (Skorpion), Amethyst, Karneol, Lapislazuli (Schütze)
  • Metall:  Eisen, Wolfram (Pluto), Zinn, Bronze (Jupiter)
  • Kristalle: Rauchtopaz, Cairngorm, Hämatit, Karneol (Pluto), Feueropal, Iolith, Tanzanit (Jupiter)
  • Elementale:  Undinen (Wasser), Salamander (Feuer)
  • Tiere:  Spinne, Fledermaus, Eule, Schlange. Die Schlange ist ein Symbol der chtonischen Urmutter, sie symbolisiert das ewige Leben – die Schlange häutet sich, ihre Form inspirierte den Ourobouros und die Ziffer Acht.  Wolf, schwarze Hunde und Katzen. (Pluto, Hekate, Holle). Pferde, Hirsch, Adler, Schwein, Gans (Jupiter).
  • Mythologische Figuren: Spinne, Weberin, Gans, Manticore, Zentaur, Greif, Phönix.
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Herbstwanderung: Vom Heimenstein zur Ruine Reussenstein.

November-Rituale – raus aus dem Grau!

  • Im November ist auch wieder Sternschnuppen-Zeit, die Leoniden schauen vorbei: Starke Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 17.11.2016 – eigentlich durchquert die Erde einen Partikelschwarm auf ihrer Bahn um die Sonne. Gelegenheit zum Staunen und Feiern mit Familie und Freunden. Und natürlich zum Wünschen !! Gleich Anfang November gibt es noch die Tauriden zu bewundern. Da es jetzt eher dunkel wird, und bei all den prächtigen Herbststernbildern, lohnt eine Beobachtungsnacht in diesem Monat besonders – wenn es denn aufklart.
  • Es gibt noch letzte Äpfel, Nüsse, Pilze und frostreifende Früchte, wie Schlehen, die eignen sich für Gelees und Likör. Schlehen werden erst weich nach dem ersten Frost – ausserdem eine stachelige Angelegenheit, sie zu sammeln. Der Schwarzdorn oder Schlehenstrauch – er blüht als erster und fruchtet als letzter, ein Gewächs der Mythen und Sagen. Er trägt die Signatur von Mond und Saturn, Venus und Mars(Pluto).
  • Sogar im Gartenkalender geht es um Recycling – der Kompost wird jetzt umgesetzt.
  • Letztes Herbstlaub muss gesammelt werden.
  • Ein Schmuck für den Schrein/Meditationsplatz oder generell das Heim: Ziergräser, Sedumblüten, vertrocknete Hortensien (natürliche Trockenblumen) mit Zweigen, Nüssen und Efeuranken arrangieren. Auch Flechten und Moose eignen sich zur Dekoration – aber nicht vandalisieren! Kränze von Holunderholz mit Schneckenhäusern und Sempervivum sind ein stimmungsvoller Grabschmuck.
  • Braune, graue und orangerote, später dunkelgrüne oder violette Kerzen und Teelechter auf hübschen Tellern anordnen, ihr Schein erwärmt das Gemüt.
  • Räuchern: Oppoponax, Wermut, Salbei, Patchouli und Copal, ab 23.11. Weihrauch, Muskat, Ysop, Sternanis und Eichenmoos.
  • Die Herbstlandschaft geniessen: Morgendliche Nebelschleier an später sonnigen Tagen sind auch ein mystisches Erlebnis – das letzte bunte Herbstlaub und die sich golden verfärbenden Lärchen bieten noch einmal Abwechslung für das Auge.
Goosy, goosy… gander, das Gänsepiel. Kommt sogar im Spionagefilm Arabeske vor.

Goosy, goosy… gander, das Gänsepiel. Kommt sogar im Spionagefilm Arabeske vor.
Ein uraltes Brettspiel, das schon der olle Goethe kannte.

Gesellschaftspiele: Wenn der Nebel gar recht graut – wie wäre es mit Snakes&Ladders oder dem erwähnten Gänsespiel? Mal was anderes als das kapitalistische Monopoly … das hat schon Generationen von Kindern verdorben. Hier gibt es eine ausdruckbare Vorlage mit Spielregeln.

Schlehenlikör:

  • 600 g reife Schlehen, am besten nach ein/zwei Frostnächten ernten
  • 750 ml trockener Rotwein
  • 1 Stange/ Zimt,
  • 3 Gewürznelken
  • 1 Sternanis
  • Zesten einer unbehandelten Zitrone
  • 350 ml Akazien-Honig
  • 750 ml weisser Rum (Bacardi)

Schlehen waschen, sehr gut abtropfen. Entweder im Mörser zermusen oder rundherum tief einritzen. Ein paar Früchte auf jedenfall zerstampfen, samt Stein, das gibt zusätzlich Aroma. Nicht übertreiben, alle Steinfrüchte enthalten Blausäure im Kern. Mit Rotwein und Gewürzen zugedeckt 3 Tage kühl stellen. Durch ein Sieb in einen Stieltopf abfiltern, erhitzen und kurz aufwallen lassen. Abkühlen, auf zwei 1l Flaschen aufteilen und mit Rum aufgiessen.

  • Mindestens 4 Wochen stehenlassen, über Kaffeefilter abziehen, falls noch Trübungen vorhanden sind. In einer dekorativen Flasche ein gern gesehenes Mitbringsel.
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Schlehenstrauch – saure Beeren und stachelige Zweige – aber köstlicher Likör.
Quelle:PD by wiki

 Bauernregelnund Lostage  für den November

  • Novemberwasser auf den Wiesen, dann wird das Gras im Lenze sprießen.
  • November warm und klar, wenig Segen fürs nächste Jahr.
  • Wenn im November die Wasser steigen, so werden sie sich im ganzen Winter zeigen.
  • Novemberschnee tut den Saaten wohl, nicht weh.
  • Wenn der November blitzt und kracht, im nächsten Jahr der Bauer lacht.
  • Wenn der Donner im November rollt, das kommende Jahr den Früchten hold.
  • Novemberwind scheut Schaf und Rind.
  • November sternenklar – wird man bald den Frost gewahr. Im November sind die Nächte bereits deutlich länger als die Tage. Zum Ende des Monats schon länger als 15 Stunden. Im Gegensatz zur klaren Nacht verhindert eine dichte Wolkendecke die Auskühlung während der längeren sonnenlosen Zeit. Daher droht nur geringer Frost.
  • Wenn der November schneit, hat der Winter verkalbt.

1.11Allerheiligen bringt den Nachsommer.happythanksgiving_by_kmygraphic-d9h7151
Selbst zu vorgeschrittener Jahreszeit können sich vor allem in Alpennähe, beispielweise durch Föhneinflüsse, kurzzeitig nochmals  Temperaturen bis 20 Grad einstellen.
11.11. Sankt Martin kommt nach alten Sitten gern auf dem Schlitten angeritten -> erster Schneefall.

11.11. Beginn der Karneval-Saison: Wohl wegen des unchristlichen Datums: Zwei mal die teuflische Elf!
19.11. Sankt Elisabeth sagt es an, was der Winter für ein Mann. Der 19. November ist der Todestag der heiligen Elisabeth von Thüringen (1207-1231). Sie gilt als Schutzpatronin der Kranken, Notleidenden und Verfolgten, der Caritasvereinigungen und des Deutschen Ordens.
25.11. Kathrein – lässt den Winter ein. Katharina von Alexandria (3./4. Jahrhundert) gehört zu den vierzehn Nothelfern. Mit dem 25.November endete früher allgemein der Aufenthalt des Viehs auf den Weiden, begann die Schafschur, und die Knechte und Mägde bekamen ihren Lohn ausbezahlt. In vielen Gegenden war dies der Beginn der Vorweihnachtszeit und sogenannte Kathreinmärkte wurden abgehalten.
30.11. Andreasschnee tut Korn und Weizen weh. Es ist der Tag des heiligen Andreas, einem der zwölf Apostel. Der Andreastag ist ein bedeutender Lostag für die Feldfrucht. In der sogenannten Andreasnacht zogen früher die Kinder maskiert von Haus zu Haus, sangen Verse und wurden zum Lohn dafür beschenkt. Nach Volksglauben können heiratswillige Mädchen in dieser Nacht den Zukünftigen im Spiegel sehen. Andreas ist der Patron der Fischer und Fischhändler, Bergleute, Metzger. Weiterhin ist er für die Ehevermittlung, das Eheglück und den Kindersegen zuständig.

Referenzen für mein Novemberbild:

Posted by on November 1st, 2016 Kommentare deaktiviert