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Solar Fire: Räucher-Ritual zur Wintersonnenwende

Sonnenfeuer - Winterglanz

Sonnenfeuer – Corona
©scrano 2015

Prolog im Himmel, Goethe: Faust I

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Flammenfraktal im Wortsinn, das die Sonne mit der brüllenden Kraft ihrer Magnetosphäre darstellt. Ohne Sonne kein Leben, daher sehnen wir uns nach der langen winterlichen Dunkelheit instinktiv nach ihr.

Ein bisschen Sonne ins Haus holt uns jetzt eine Räucherung beim warmen Licht echter Bienenwachskerzen. Die Biene vereint lunare*** und solare Elemente in echter Harmonie. Sie schenkt uns das Wachs mit seiner Heilwirkung und dem Licht, das es uns als Material für Kerzen spendet.  Das regelmässige Sechseck der Wabe: Ein Sonnensymbol, wie das Zentrum des Hexagramms, dem sechs-Stern, der das klassische Sonnensystem der Alchemie darstellt. Und erst der Inhalt: Der Honig in seiner goldenen Pracht wirkt schon wie eingefangener, flüssiger  Sonnenschein, darin gleicht er dem Bernstein, ebenfalls ein solares Naturprodukt, das vom Harz schon längst fossilierter Nadelwälder stammt. In diesem ebenfalls goldenen klebrigen Saft steckt die Essenz der Bäume, die einen sehr effektiven, lebendigen Speicher der Sonnenenergie darstellen.

  • Daher gehört der Bernstein zu einer solaren Räuchermischung hinzu, ebenso der Weihrauch, auch ein Harz.
  • Dazu kommen Rosmarin und Zeder, Zitrusschalen, Calendulablüten, Gewürznelken, Zimt und Calmuswurzel, welche als belebend und erwärmend gelten. Auch der Ingwer zählt zu den solaren Mitteln, aber eher als Süssigkeit oder im Tee. Der Rauch ist unangenehm scharf, da zeigt sich Mars. Daher eignet sich Ingwer, wie auch das ebenfalls solar-marsische Johanniskraut eher für Rituale im Freien, bei denen der Winter ausgetrieben werden soll.
  • Pflanzen mit einer Sonnen- Signatur besitzen häufig fette Öle, z.B. Sonnenblume oder  Lorbeer, der Sonnenpflanze der alten Griechen: Wahrzeichen des Apollon. Lorbeerblätter kann man auch verräuchern, zusammen mit Weihrauch, Fichtenharz  und Wacholderbeeren, die marsisch-abwehrend wirken. Eine Vielzahl an solaren Gewächsen sind auch Herzmittel, wobei sie verstärkt tonisierend wirken: Korrespondenz zum Zeichen des Löwen und den Eigenschaften des 5. Hauses.

Die Sonne steht in unser aller Zentrum, ihre Symbolik sollte daher verbinden und nicht trennen: Mit einem solaren Räucher-Ritual kann man alle Aspekte des Mittwinterfestes, der Zeit der Wintersonnenwende recht gut vereinen. Die alte naturreligiöse Tradition nördlich der Alpen und die römisch-christliche Feier des Jesus-Kindes als Licht der Welt, Sol Invictus. Religion heisst nicht umsonst Rückverbindung. Allerdings sollte hier den positiv spirituellen Elementen von Licht und Wärme gehuldigt werden, und nicht den verknöcherten Dogmen. Die braucht keiner. Die lässt man am Besten von den Perchten der ebenfalls am Sonnwendstag, dem 21. Dezember , beginnenden Raunächte verscheuchen.

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©kmygraphic
 
**Lunares Element des Bienenvolkes ist ihre Gesellschaftsform als matriarchales Kollektiv, daher ist auch der saturnische (Struktur, Gegenpol des Mondes) und der neptunische (Aufgabe der Individualität, Gegenpol des Merkur- fliegende Geschöpfe) Archetyp vertreten. Wie bei den Borg, die allerdings mit ihrem kriegerischen Expansionsdrang eher den Ameisen gleichen, bei denen das Mars-Element ebenfalls mehr in den Vordergrund tritt. Die Biene hat zwar einen marsischen Stachel, stirbt aber wenn sie ihn einsetzt, ein allerletztes Mittel also. Bienen besitzen marsische und  venerische Züge, da sie Blüten befruchten.  Pollen=Mars, Frucht=Venus.
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Bernsteingold: Fraktales Weihnachtsbäumchen -
Fichtenharz ist ein beliebtes Räuchermittel – Sonne/Uranus, Mars/Venus.

 

Posted by on Dezember 20th, 2016 2 Comments

Hexenküche im Winter: Süsse Freudenspender bringen Sonne fürs Gemüt

Sunna, Sulis, Amaterasu, .. nicht immer ist eine solare Gottheit männlich.©scrano 2015

Sunna, Sulis, Amaterasu, Beaivvi, nicht immer ist eine solare Gottheit männlich.
Sun and Snow ©scrano 2015

Makronen – köstlich duftende Seelentröster: der Vorteil ist, dass sie einfach und schnell zu backen sind. Ausserdem kann man gut das bei der Plätzchenbackerei anfallende Eiklar verwerten. Auch der sonnenhafte Safran kommt hier zur Verwendung – sehr passend für die lichtarme Winterszeit.

Makronen mit Pistazien und mit Schokolade:

Zutaten:
  • 100 g gehackte Pistazien
  • Safranfäden
  • 500 g Feinst-Zucker
  • 2 Eigelb (M)
  • 10 Eiweiß
  • 4 EL Zitronensaft
  • 50g gekackte kandierte Papaya
  • 3 gehäufte EL entölter Back-Kakao
  • 600 g Kokosraspel (3 Pckg), möglichst nicht zu grob.

Den Backofen auf 160 Grad Celsius Heissluft vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Pistazien, Safranfäden und das eine Eigelb mit dem Knethaken des Handrührgerätes verkneten. Alle Eiweiß mit dem Feinst-Zucker steif schlagen. Die Hälfte davon mit Pistazienmasse 2 El Zitronensaft und 1.5  Pckg. Kokosraspel unterheben. Den Teig mit zwei Teelöffeln etwa walnussgroß auf das Blech setzen.Die Makronen gehen noch etwas auseinander.

Für Version zwei: Den restlichen Eischnee mit Eigelb, den übrigen Kokosraspeln, Papaya und 3 geh. Esslöffeln Kakao vermengen. Ebenfalls Makrönchen formen und auf Backpapier setzen. Beide  Makronen-Varianten  im Backofen (Mitte, Umluft 150 Grad Celsius) 20 Minuten backen. Geht ohne Oblaten, nur Vorsicht beim Ablösen. Noch etwas nachtrocknen lassen, daher einige Zeit umgekehrt lagern. In Blechdosen aufbewahren, sechs Wochen aufhebbar.

 

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 Santa Kitten: ©sevenoaksart.co.uk

 

Posted by on Dezember 15th, 2016 Kommentare deaktiviert

Hexenküche zum Lucia-Fest: Lichterkranz und Safrangold

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Langsam geht es in Richtung Weihnachten/Yul !
St. Lucia gilt schon als eine der Rauhnächte.
Precious Light ©scrano 2014.

Schwedische Lussekatter

Zu deutsch Luciakatzen genannt: Es, handelt es sich um ein schwedisches Hefegebäck mit Safran, und Rum-Rosinen. Diese Lussekatter werden in Schweden nach alter Tradition vor allem zum Luciafest am 13. Dezember gebacken. Man bekommt sie im Advent sogar bei IKEA, aber diesmal wollen wir uns selbst daran versuchen.
Die typische Form des Hefegebäcks ist ein verdrilltes großes S, es gibt sie auch als Kreuz, wenn man zwei “Katzen” miteinander verschlingt. Der Safran, welcher unbedingt mit in den Teig gehört, symbolisiert mit seiner goldenen Farbe das Licht, die Sonne und Hoffnung. Lucia, als christliche Märtyrerin kam erst spät zu diesem Festtag, es ist das alte Datum der Sonnwende, vor der  Kalenderreform in Schweden.  Daher trägt die Luciabraut auch die 4 Kerzen des solaren Jahres-Rades auf dem Kopf, die christliche Zutat ist ihr weisses Gewand mit der roten Märtyrer-Schärpe. Weiss und rot sind aber ebenso traditionelle Yul-Farben. Katzen sind  wohl auch ein Hinweis auf Freyja, da sie deren Schutzpatronin war.

Zutaten für 15 Katzen:candle3

  • 30 g frische Hefe
  • 1 TL Feinst-Zucker (für den Vorteig)
  • 3 EL lauwarmes Wasser
  • 450 g Mehl Typ “Wiener Griessler”, damit gelingen Hefe-und Strudelteige wunderbar
  • 1 gestrichener TL Meersalz
  • 75 g feiner brauner Zucker
  • 1 Ei Gr. M
  • 1 Eidotter Gr. M
  •  Safranfäden aus der Apotheke, da ist die Qualität am besten
  • ~ 125 ml lauwarme Milch
  • 100 g kalte Butter

Verzierung:

  • 1 Eigelb mit etwas Milch verquirlt
  •  Rosinen mit 4 cl Rum beträufeln, 2 x  Zahl der Katzen

Gerät:

  • zusätzliches Mehl zum Bearbeiten
  • 1 grosses Backbrett
  • Grosse Metallschüssel mit heissem Wasser füllen
  • evtl. feuchtes Leintuch
Zubereitung:

Für die Zubereitung der Lussekatter zuerst die Safranfäden mit 1 TL Zucker vermischt, in einem Mörser fein zerstossen. Kein Safranpulver nehmen, da wird man oft betrogen. Das Pulver in einem Messglas mit 20 ml lauwarmen Wasser auflösen.

Hefeansatz:
Frische Hefe zerbröckeln, zusammen mit 1 TL Feinst-Zucker und 3 EL lauwarmem Wasser in einem Gefäß zu einem Hefebrei verrühren.
Mit einem Tuch abgedeckt, etwa 15 Minuten zum Gären der Hefe in der warmen Küche stehen lassen.
Teigbereitung:
Mehl auf dem Backbrett anhäufen,  Salz und Zucker unter das Mehl mischen. Mit der Hand in die Mitte des Mehles eine tiefe Mulde eindrücken. Milch erwärmen, nicht kochen! Butter in Stücken unter die Milch rühren, bis sie fast geschmolzen ist. Die Mischung ist nun handwarm, auf das Backbrett in Reichweite stellen. Die mittlerweile vergorene Hefe in die Mehlkuhle geben, Ei und Eigelb auf den “Kraterrand” setzen. Jetzt ist Kneten angesagt: Alles mit den Händen vermengen, Safranlösung auf einmal und Milch-Butter immer wieder zugiessen.Wenn der Teig klebt, etwas Mehl extra zugeben. Fertig ist er, wenn er sich gut von den Händen ablöst und einen Klumpen bildet. Nochmals gut durchkneten. Das heisse Wasser aus der Metallschüssel weggiessen, diese dann umgedreht über den Teig stülpen. Jetzt 1 h gehen lassen, falls die Küche kalt ist, kann man auch das Backrohr auf 50 °C einstellen, die Schüssel mit dem Teig mit einem nassen Tuch abdecken, den Herd ausschalten, und das Ganze im leicht geöffneten Backrohr warm halten. Nach 1-1.5 h Stunden sollte der Teig sein Volumen verdoppelt haben. Nochmals kräftig durchkneten, zu einer Rolle formen und mit einem Messer 15, jeweils ca. 50 g schwere Teigstücke abschneiden, wie wenn man Brötchen selbst macht.
Den Backofen vorher auf 220 ° C aufheizen (180°C Heissluft), Backblech mit Backpapier auslegen.
Jetzt Teigschlangen oder dünne Rollen formen, ca 25 cm Länge., dann zwei gegeneinander laufende Spiralen einrollen, dabei die S-Form erzeugen.
Die Lussekatter auf dem Backblech mit der Eier-Milch einpinseln, zwei Rosinen in die Spiralmitten aufsetzen.
Auf der Mittelschiene des vorgeheizten Backofens, mit Ober/Unterhitze (gelingt am besten) ca. 12 – 13 Minuten backen.

Sehr gut als süsses Frühstücksgebäck, Hüftgold: ca 200 kcal/Stück.

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Jamilla sagt: Ich bin trotzdem immer noch die süsseste Katze!
quelle:wikipedia

 

Posted by on Dezember 12th, 2016 Kommentare deaktiviert

Hexenküche im Advent: Rausch- und Honiggold

Home For Christmas …?

Goldrauch oder Rauschgold ?
Home for Christmas ©scrano 2013

Wallpaper frei verwendbar, in hoher Druckauflösung auf Nachfrage bei Ambrosia erhältlich – ein freies Advents-Gutzi sozusagen.

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©kmygraphic

Ein echtes Leckerli sind Wespennester oder Witwenküsse:

  • 4 Eiweiss
  • 250g Feinstzucker
  • 250g dunkle Schokolade
  • 250g Mandelstifte
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1/2 Tl geriebene Orangenschale oder Zitronenschale

Eiweiss mit Zitronensaft, 1 Prise Salz steifschlagen, dabei Zucker einrieseln lassen. Der Eischnee ist richtig wenn er glänzt  und sich Spitzen ziehen lassen, die stehenbleiben. Schokolade fein reiben (vorher 1h ins Gefrierfach legen). Zusammen mit der Zitrus-Schale und den Mandelstiften unter die Baisermasse heben.  Mit Teeleöffeln Häufchen formen und auf Backpapier setzen. Bei 150°C bei Umluft 15min backen. eignet sich gut zur Eiweissverwendung bei der Weihnachtsbäckerei, besonders wenn man Mürbeteigplätzchen bäckt.

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Weinachtlicher Honigkuchen

Zutaten für 12 Portionen:

  • 250 g Rohrzucker
  • 400g Waldhonig
  • 125g Butter
  • 500g Dinkelmehl 630
  • 1 Pkg Safranbackpulver
  • 60g Back-Kakao
  • 100g Zitronat
  • 100g Orangeat
  • 150g gehackte Mandeln
  • 1 El Lebkuchengewürz
  • 5 Eier, Grösse m
  • 100 ml kräftiger brauner Rum (Pott 54).
  • 1 – 1.5 Pckg Puderzucker
  • 100 ml Zitronensaft
  • 2 Pckg Belegkirschen
  • 1 Tüte ganze Mandeln ohne Schale

Zucker mit Butter schaumigrühren, Honig zugeben und erwärmen, um die Konsistenz flüssiger zu machen. Nicht kochen, sonst leidet der Honiggeschmack. Dann mit den restlichen Zutaten der Reihenfolge nach zu einem Teig rühren und auf einem mit Backpapier ausgelegtn  Backblech verstreichen. Lebkuchen in gewünschter Grösse als Raster in den Teig ritzen. Abgezogene Mandeln und Belegkirschen als Muster auflegen, dabei einen Rand frei lassen. Die Lebkuchenplatte bei 180 °C Umluft ca. 20 Minuten backen. Abkühlen, in die angezeichneten Stücke zerteilen.

Aus Zitronensaft und Puderzucker eine dickflüssige Glasur anrühren und die Ränder und Schnittkanten der Lebkuchen bedecken. Ein paar Kleckse als “Schnee” aufbringen. Trocknen lassen und alsbald verzehren.

Rauschgold

Rauschgold mit Herz!
Hearts of Gold ©scrano 2014

 

Posted by on November 30th, 2016 Kommentare deaktiviert

Hexenküche: Plätzchen …Plätzchen … noch mehr Plätzchen!

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Weihnachtszauber … süss und glitzernd.
Christmas candy ©scrano 2014

Hildegard-Plätzchen, festlichere Version, helle und dunkle.

Zutaten:christmas-train
  • 750 g Dinkelfeinmehl 630
  • 500g Dinkel-Vollkornmehl
  • 500 g Butter
  • 300 g Rohrzucker, fein
  • 35 g Muskatnusspulver
  • 35 g Zimt
  • 10 g Nelkenpulver
  • 300 g fein gemahlene Mandeln
  • einige TL Ahornsirup
  • 3 Eigelb (M), bei sehr saugfähigem Mehl 1-2 mehr und einen Schuss lauwarmes Wasser
  • 1 Prise Meersalz
  • 4 EL Trinkschokoladepulver
  • 1 Pckg Vanille-Zucker
  • Feinst-Zucker zum Wenden
  1. Die Hälfte der  Zutaten zu einem Mürbeteig verarbeiten.
  2. Der 2. Hälfte Zutaten Trinkschokolade zufügen, ebenfalls zu Mürbteig verarbeiten.
  3. Beide Teigklumpen im Kühschrank eine Stunde ruhen lassen.
  4. Auf dem bemehlten Backbrett auswellen, Plätzchen ausstechen. Bei Heissluft 160° 10-12 min backen.
  5. Sie sollten nur leicht bräunen. Heisse Plätzchen sofort in einer Mischung aus Vanille-Zucker und Feinst-Zucker wälzen.
  6. In einer kühl aufbewahrten Blechdose sind diese Plätzchen ca. sechs Wochen haltbar.

Hildegard-Kekse sind zwar lecker, aber kein Naschwerk für Kinder! Eine wirkstoffhaltigere Variante als stimmungsaufhellender “Glücks-Keks” ebenfalls nur für Erwachsene gibt es hier. Generell gilt bei ALLEN stark gewürzhaltigen Plätzchen: Nicht für kleinere Kinder! Nicht nur Muskatnuss, auch Zimt, Nelken und Co. können durchaus problematische Reaktionen auslösen.

Zweierlei Kokosmakronen:hang-in-there-xmas

Zutaten:
  • 400 g Marzipan – Rohmasse
  • 500 g Feinst-Zucker
  • 2 Eigelb (M)
  • 10 Eiweiß
  • 4 EL Zitronensaft
  • je 1 Pkg Orangeat und Zitronat
  • 600 g Kokosraspel (3 Pckg), möglichst nicht zu grob.
  1. Den Backofen auf 160 Grad Celsius Heissluft vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Marzipanrohmasse, Puderzucker und das eine Eigelb mit dem Knethaken des Handrührgerätes verkneten. Alle Eiweiß mit dem Feinst-Zucker steif schlagen. Die Hälfte davon mit zerkleinerter Marzipanrohmasse, 2 El Zitronensaft und 1 Pckg. Kokosraspel unterheben. Den Teig mit zwei Teelöffeln etwa walnussgroß auf das Blech setzen.Die Makronen gehen noch etwas auseinander.
  2. Für Version zwei: Den restlichen Eischnee mit Eigelb, Kokosraspeln, Orangeat und Zitronat vermengen. Ebenfalls Makrönchen formen und auf Backpapier setzen.
  3. Beide  Makronen-Varianten  im Backofen (Mitte, Umluft 150 Grad Celsius) 20 Minuten backen.
  4. Geht ohne Oblaten, nur Vorsicht beim Ablösen. Noch etwas nachtrocknen lassen, daher einige Zeit umgekehrt lagern.

 

Vanille-Kipferl:

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Zutaten:
  • 200 g gemahlene Mandeln
  • 600g Dinkelfeinmehl 630
  • 400g Butter
  • 160g Roh-Rohrzucker, hell& fein
  • 1 Eigelb
  • 1 Pkg Vanille-Zucker (echter !)
  • Feinstzucker und 2 Pckg Vanillezucker zum Wenden
  1. Alles zu einem Mürbeteig verarbeiten. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  2. Dann nochmal kurz kneten und eine dickere Teigrolle auf dem bemehlten Backbrett formen.
  3. Stücke davon abreissen, zu “Teigwürstchen” rollen, dann wie bei “Bubespitzle” formen und zu Hörnchen biegen.
  4. Auf Backpapier setzen. Bei Heissluft 160° 15 min backen. Die Spitzen sollen leicht golden bräunen.
  5. Heisse Kipferl schnell in der Zuckermischung wenden.

 

Hafer-Terrassen:

Zutaten:wreath-teddybear
  • 200 g gemahlene Mandeln
  • 400g Dinkelfeinmehl 630
  • 200g Feinblatt-Haferflocken (blütenzart)
  • 400g Butter
  • 160g Roh-Rohrzucker, fein
  • 1-2  Eigelb
  • 1 Pkg Vanille-Zucker (echter !)
  • ca 150g Johannisbeer-  oder Preiselbeer-Marmelade
  • 1-2 EL weisser Rum
  • 3-er (Terrassen) Ausstechförmchen, eckig oder rund.
  1. Alles zu einem Mürbeteig verarbeiten. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  1. Dann nochmal kurz kneten und eine dickere Teigrolle auf dem bemehlten Backbrett formen.
  2. Grössere Klumpen abreissen, mit dem Nudelholz zur Teigplatte ausrollen. Taler in den unterschiedlichen Grössen ausstechen. Bei der kleinsten Form noch ein Loch mit einem Fingerhut erzeugen. Die passende Anzahl der unterschiedlich grossen Plätzchen beachten!  Auf Backpapier setzen. Bei Heissluft ca 160° 10 min backen.
  3. Marmelade mit Rum gut verrühren -> darf nicht zu dünnflüssig werden.
  4. Ausgekühlte Plätzchen mit der Marmeladenfüllung bestreichen und zusammensetzen. Das geht am Besten ein paar Tage nach dem Backen, dann sind die Plätzchen nicht mehr so spröde.
  5. Erst vor dem Verzehr mit Puderzucker bestäuben.

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Mandelkekse mit Orangenaroma und Safran

Zutaten:

  • 500 g Dinkelfeinmehl 630
  • 1 Pkg Safran-Backpulver
  • Safranfäden
  • 100 g gehackte Mandeln
  • 1 unbehandelte Bio-Orange Schale und Saft
  • 200 g Butter
  • 175 g Rohr-Zucker, ungebleicht
  • 2 Eier, Grösse M
  • 100g Mandelblättchen
  1. Orange mit Zestenreisser sehr dünn schälen, nicht das Weisse der Schale mitnehmen! Saft in ein Glas auspressen.
  2. Weiche Butter, Zucker, Zitronensaft, Safran und Ei schaumig aufschlagen.
  3. Zesten sehr fein wiegen. Mehl mit Backpulver, Mandeln und Orangenschale vermengen, zur Ei-Buttermasse geben.
  4. Mit dem Handrührgerät zu einem glatten Teig verarbeiten.
  5. Auf dem bemehlten Backbrett eine Rolle formen, von dieser dünne Scheiben abschneiden. Auf Backpapier setzen, mit Mandelblättchen bestreuen, ein wenig festdrücken.
  6. Bei 175 °C Heissluft 12-15 min backen. Die Mandelblättchen werden dabei golden

Bei allen Plätzchen-Rezepten auf gute, möglichst BIO Zutaten achten. Sonst lohnt der Aufwand nicht.

 

 Viel Spass beim Backen und Naschen!

 

Posted by on November 27th, 2016 Kommentare deaktiviert

Winterblues ade … noch ein Paar “goldene” Rezepte vor und nach dem Christkind …

Felder und Wissen im November

Felder und Wiesen Ende November

Obwohl im November ein  paar Tage uns wieder freundlicheres Wetter beschert haben, jetzt wird es langsam Zeit sich  gegen den Winter-Blues zu wappnen …. Grusel-Wetter mit Stürmen a’ la “Wuthering Heights” haben wir ja gerade hinter uns gebracht. Jetzt ist Wetterberuhigung angesagt: Da kann man bei den noch milden Temperaturen eine Stippvisite auf den jetzt geöffneten Advents-und Weihnachtsmärkten machen.  Allerdings überwiegt das Grau, trotz fehlendem Niederschlag.

Also ein paar Gegenmittel, ausser einem schönen, prasselnden Feuer im Kamin und einer Ausgabe von E.A.Poes’s “Tales of Mystery And Imagination***” samt passender Musik von The Alan Parsons Project. Oder Emily Bronte’s “Sturmhöhe”.

Die Wikinger ehrten ihre gefallenen Krieger am 11. Vollmond des Jahres, im Monat November, den sie Nebelung nannten. Anfangs Dezember ersehnten sie bereits das Wiedererstehen der Sonne in der Modranecht (21.12. – Mutternacht, wenn die Erdmutter ihr leuchtendes Kind wierder in die Welt bringt). Bei den nächtlichen Feiern zu diesen Anlässen war zweifelsohne eine Menge heisser Met im Spiel, samt Höllenkater am nächsten Morgen. Das wollen wir vermeiden:

Birkengold - aus ihrem Saft wird im Frühling ein belebendes Elixir hergestellt.

Birkengold – aus ihrem Saft wird im Frühling ein belebendes Elixir hergestellt.

Apfelpunsch ohne Alkohol:

  • 1l “Kernles-Tee”
  • 1l Bio-Apfelsaft
  • 1 kleine Zimtstange
  • 1 Sternanis
  • Brauner Kandis, am hübschesten als Kandis-Stänglis

Kernles-Tee aus Hagebiutten-Kernen zubreiten: 2 El Kernchen 10 min in kochendem Wasser simmern lassen, durchsieben. Bio-Apfelsaft und Gewürze zugeben, nur noch leicht erhitzen, 5 min ziehen lassen. Kandisstängli in feuerfeste Gläser geben, Punsch auffüllen.

  • Kernles-Tee riecht wunderbar nach Vanille und ist in Süddeutschland ein beliebter Haustee.

Apfelmus mit Ingwer

  • je 1 kg säuerliche und süsssäuerliche, feste Äpfel (Boskop, Braeburn, Gewürzluiken, Sternrenette)
  • 1l Apfelsaft
  • 1 El Ingwerpulver oder 1 Stück Ingwerknolle, frisch
  • 1/2 Tl Zimt
  • 2 Beutel echter Vanille-Zucker

Äpfel schälen und in grobe Stücke schneiden. Mit Apfelssaft in einen sehr grossen Topf geben, Gewürze zufügen. Bei starker Hitze aufkochen, dann bei geringer Wärmezufuhr ziehen lassen, bis die Äpfel weich sind. Mit einem Kochlöffel durchrühren, dabei zerfallen die Stücke, jetzt den Vanillezucker dazugeben. Mit etwas Mascobado-Zucker bestreut servieren. schmeckt kalt und warm, lässt sich prima einfrieren.

Wikinger Caiprinha:TCauldronFire

  • 6 cl Holderblütensirup
  • 4 cl Cachaca
  • 200 ml heisses Wasser

In einem hitzefesten Glass verrühren, mit Minze-oder Melissenblättern servieren. Gegen Erkältungen.

November Freude, 4 Portionen:

  • 1 Liter Apfelsaft
  • 3 Orangen
  • 2 Zitronen
  • 4 Esslöffel Honig (oder Maple Syrup)
  • 1 Stück einer Zimtstange

Alle Früchte Bio-Qualität, vor allem ohne gewachste Schale.  Die Haut der Zitrusfrüchte in Spiralen schälen, weisse Anteile vermeiden.  Apfelsaft mit dem ausgepressten Orangen-und Zitronensaft erhitzen, Zimtstange hinzugeben, ziehen lassen. Nicht kochen! Honig oder Sirup unterrühren und in feuerfesten Gläsern mit den Zitrusspiralen servieren. Statt Apfelsaft kann man auch Cidre verwenden oder Most. Dann ist Der Trank allerdings nicht mehr “kindersicher”.

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Winterstimmung ©scrano

Karottensuppe 4 Portionen:

  • 5 grosse Karotten
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 mittlere Tomaten
  • 2 säuerliche Äpfel
  • 100 ml süsse Sahne
  • 150 ml geschlagene Sahne
  • 500 ml Apfelsaft
  • 500 ml Wasser
  • 2 cl Zitronensaft
  • Gemüsebrühe-Pulver
  • Ingwer, Pfeffer, Coriander, Muskat
  • geschälte Sonnenblumenkerne
  • Croutons

Alle Zutaten Bio-Qualität, da Gemüse und Früchte mit Schale verwendet werden. Karotten, Zwiebel, Äpfel waschen, putzen und kleinschneiden. Mit Apfelsaft, Wasser und Zitronensaft in einem grösseren Topf geben, Gemüsebrühe dazu und alles weich kochen. Mit einem Mixstab pürieren. Vorher den Topf von der Kochstelle nehmen! Würzen, noch einmal aufwallen lassen und vom Herd nehmen. Kurz ziehen lassen, dann flüssige Sahne dazugeben, unterrühren. Sonnenblumenkerne mit Croutons in einer Pfanne leicht anrösten. Geschlagene Sahne in vier Teller verteilen, heisse Suppe darübergeben, mit einer Gabel ein Spiral-Muster erzeugen. Mit dem Kerne- und Croutonmix servieren.

Allen diesen Rezepten ist eine goldene oder orange Farbe zu eigen, welche die Laune verbessert. Die verwendeteten Gewürze, Muskat, Ingwer, Koriander und Zimt haben neben der wärmenden auch eine stimmungsaufhellende Wirkung. Holunderblütensirup hilft gegen Erkältungen.

Auch nicht schlecht:

Bratäpfel mit goldener Marzipanfüllung

  • 4 grosse säuerliche Äpfel (roter Boskop oder Ontario)
  • 100g Marzipanrohmasse
  • 6-8 cl Rum
  • einige Spritzer Rosenwasser oder Orangenblütenessenz
  • 1 Messerspitze Safranpulver
  • 50g Rosinen
  • Zitronensaft
  • Butterflöckchen

Zubereitung: Bratapfelbräter mit Teelicht verwenden (dauert) oder Backrohr auf 160°C Umluft aufheizen und Äpfel in feuerfeste Keramiktöpfchen geben.

Rosinen in Rum einweichen, 30 min ziehen lassen. Marzipanrohmasse mit Rosenwasser oder Orangenblütenessenz und dem Safran verkneten. Äpfel waschen, Kernhaus ausstechen, Zitronensaft aufträufeln, gegen Bräunung. Mischung aus Rumrosinen und Marzipan einfüllen. Auf Butterflöckchen in die Förmchen geben. Ein Butterflöckchen obenauf setzen und im Rohr ca 20 min garen. Beim Bräter am Tisch verrät der Duft und die aufplatzende Schale, ob sie fertig sind. Pur oder mit Vanillesauce (Bio, zum kochen, kein Instant) geniessen.

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Bischofsmützenkürbis.

Und da bestimmt noch Kürbisse von Halloween übrig sind: Asia-Hühnersuppe mit Japan- Kürbis

  • 2-3 Hühnerbrustfilets
  • 1 Hokkaido-Kürbis
  • 1 kleine Knolle Ingwer, fein geraspelt
  • 1 Zwiebel, fein gehackt
  • 700 ml Gemüse-Brühe (Wasser + Instant)
  • 400 ml Kokosmilch (1 Dose)
  • 5 San Marzano-Tomaten gehäutet, oder Dosenware, klein gewürfelt
  • 3 El rote Thai-Curry-Paste
  • Zitronensaft und Zitronengras (aus dem Glas)
  • Ahornsirup oder Agavensirup

Zubereitung (4 Portionen)
Hühnerfleisch grob würfeln mit Salz , Zitronensaft, Sirup+Zitronenegras und Pfeffer  ziehen lassen.
Unterdessen den Kürbis halbieren – Kerne+”Gewölle” entfernen und in Würfel schneiden. Kürbiswürfel, Zwiebel, Ingwer mit 1 El Öl anschwitzen, Wasser und Gemüsebrühe zugeben, zusammen ca. 20 Minuten kochen lassen. Mit einem Mixstab fein pürieren, Hühnerfleisch und Tomaten zugeben, garen und schliesslich die Kokosmilch zusammen mit der Currypaste einrühren. Mit Ahornsirup abschmecken.

  • Kürbisse lagern bis zu sechs Monaten an kühlen, dunklen Plätzen. Daher sind sie ein wunderbares Winter-Gemüse.
Goldfellschüppling oder honig-gelber Hallimasch?©beast666

Doch noch etwas November-Gold:
Goldfellschüppling oder honiggelber Hallimasch?
©beast666

Beide Pilzarten wurden früher gegessen, allerdings sind sie wohl leicht giftig, oder führen zumindest zu heftigen Verdaungsstörungen. Das versucht man mit Abkochen zu verhindern, da aber die Giftigkeit vom Standort abgängt und die Empfindlichkeit auch individuell ausgeprägt sein kann, sollte man auf derartige “Genüsse” verzichten. In früheren Zeiten galten sie wohl deswegen als “Speisepilze”, weil sie auch im Spätherbst noch sammelbar waren.

Der Hallimasch gehört zu den grössten Lebenwesen überhaupt: Ein in Oregon untersuchtes Mycel wurde auf ein Alter von 2500 Jahren geschätzt und erreicht eine Ausdehnung von neun Quadratkilometern!

Mystery And Magick … E.A. Poe

Dunkler Zauber … E.A. Poe’s Geschichten sind voll davon.

*** Tales of Mystery And Imagination, eine Zusammenstellung von Gedichten und Kurzgeschichten von E.A.Poe.

  1. A Dream Within a Dream
  2. The Raven
  3. The Tell-Tale Heart
  4. The Cask of Amontillado
  5. (The System of) Doctor Tarr and Professor Fether
  6. The Fall of the House of Usher
  7. Das Pendel des Todes
  8. Leonore

Viele der Werke wurden bereits verfilmt, z.B. von den britischen Hammer Studios in den 1960iger Jahren, die ersten sechs wurden von Alan Parsons Project vertont. Nummer 5 wurde unlängst unter dem Titel “Stonehearst Asylum” in die Kinos gebracht. Vom Pendel des Todes gibt es sogar eine Version in der  MacGyver – Episode “Die Legende der heiligen Rose”. Ein echter Cliffhanger!

Die Doppelfolge, in der Mac zusammen mit einer Archäologin der Spuren des Heiliigen Grals folgt, ist auch interessant, weil sie femininie Spiritualität und egalitäre, friedliche  Gesellschaftsformen thematisiert. Die Idee zu diesem Skript stammt aus dem Buch “The Chalice and The Blade: Our History, Our Future” von Riane Eisler aus dem Jahr 1987.

 

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Laterne, Laterne …

Gänse im Februar - den Winterfeiern entkommen …Im alten Rom wurden sie statt Wachhunden gehalten.

Eine Gans erwacht im fremden Nest, sie sitzt in einem Adlerhorst.
Sie schaut sich um und stöhnt betroffen,
“Mein lieber Schwan, war ich besoffen!”

… Sonne, Mond und Sterne!

Goldgebackene Gans und St.-Martins-Wein – beides darf keinesfalls am 11. November, dem St. Martinstag, fehlen, wenn laut einer Bauernregel der Heilige Martin auf seinem Pferd den ersten Schnee bringt.

Zutaten:

Portionen: 6-8
  • 1 Gans (etwa 3,5 kg)
  • Salz
  • 2 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 2 TL getrockneter Majoran
  • 1/2 Teelöffel Beifussblüten
  • 500 g Esskastanien (Maronen)
  • 3 säuerliche Äpfel
  • 150 g Rosinen
  • 250 ml trockener Rotwein
  • 1 EL Speisestärke
  • 2 Packungen frischer Klossteig für Klösse Halb+Halb
  • Croutons
  • Holzspießchen oder Küchengarn

Zubereitung

Backofen auf 175 °C Umluft vorheizen, Esskastanien mit einem spitzen Messer ritzen und im vorgeheizten Ofen 20-30 min erhitzen – sie platzen hörbar, wenn sie gar sind. Fertige Kastanien abpellen. Es gibt auch bereits vorgegarte Kastanien im Vakuumspack. Gans innen und außen mit kaltem Wasser abspülen und mit Küchenkrepp trocknen. Salz, Pfeffer, Majoran und wenig Beifussblüten mischen und die Gans damit innen und außen einreiben.

Aus den ungeschälten Äpfeln Kernhaus ausstechen, dann in dünne Scheiben schneiden und mit den Rosinen, Esskastanien und ein paar Spritzern Zitronensaft mischen. Die Gans mit der Mischung füllen und mit Küchenzwirn oder Holzspiesschen verschliessen. Ofen auf 190 °C Umluft vorheizen (mit Grillstufe, wenn möglich). Gans mit der Brust nach unten in einen großen Bräter oder den Rost des Bratenblechs legen und 90 Minuten garen, dann wenden und nochmal 30 Minuten braten. Zwischendurch mit dem eigenen Bratensaft begiessen.

Knödelwasser mit Salz zum Kochen bringen, Klösse aus dem Teig formen, 3-4 Croutons in die Mitte drücken. Einlegen und im offenen Topf einmal sprudelnd aufkochen, dann leicht siedend 30 min garen. Fertige Klösse schwimmen auf, noch 10 min nachziehen lassen.

Gans zum Abgiessen des Bratfonds unzerteilt auf ein Tranchierbrett setzen, danach wieder zurück in den warmen, ausgeschalteten Ofen zum Ruhen. Die Bratflüssigkeit durch ein Sieb geben, Gänsefett abschöpfen, in ein verschliessbares Glas geben. Damit kann man noch einen leckeren Brotaufstrich zubereiten.*** Bratenfond mit dem Rotwein in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Angerührte Speisestärke oder ein wenig Knödelwasser hineingeben. Unter Rühren kurz aufkochen lassen, bis die Sauce andickt.

Martinsgans tranchieren und mit Klössen und Sauce servieren. Dazu passt Rotkohl – am besten TK-Ware von guter Qualität, durch den Gefriervorgang wird er bekömmlicher. Nach Vorschrift zubereiten – mit Apfelsaft verfeinern.

St. Martin and the Beggar, 1836 (oil on canvas)

St. Martin and the Beggar, 1836 (oil on canvas).
PD via wikimedia commons. Auch hier wird der rote Offiziersmantel dargestellt,
was nicht der historischen Wirklichkeit entspricht.

Weckmann, oder Stutenkerl, ein magisches Gebildbrot

  • 600 g Dinkelmehl 630
  • 40 g Hefe
  • 100 ml lauwarme Milch,
  • 100 g zerlassene Butter
  • 2 Ei(er)
  • 60 g feiner brauner Rohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • ½ unbehandelte Zitrone, abgeriebene Schale
  • 1 Pkg. echter Vanillezucker
  • Rosinen/Korinthen oder Mandeln für Auge, Nase, Mund usw.
  • Eigelb, zum Bestreichen
  • Backbrett, Nudelholz

Das Mehl in eine Schüssel sieben und eine Mulde hineindrücken. Die Hefe hineinbröckeln und mit der lauwarmen Milch, 1 Prise Zucker und etwas Mehl zu einem Vorteig verrühren. 15 Minuten zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.
Die Butter mit den Eiern, Salz, Zucker, Zitronenschale, Vorteig und dem gesamtem Mehl zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Nochmals 15 Minuten gehen lassen. Den Teig ca. 1 cm dick auswellen und Weckmänner ausradeln/formen. Rosinen hineindrücken und die Männer mit verquirltem Eigelb bestreichen. Auf einem mit Backpapier belegten Blech 15 Minuten gehen lassen. Die Weckmänner auf der mittleren Schiebeleiste 10-15 Minuten backen. Heißluft ca. 180°C, es können zwei Backbleche gleichzeitig verarbeitet werden.

  • Kurios: Klassisch gehören noch Gipspfeifen zur Dekoration … als verballhornter Bischofsstab. Solche Gebildbrote wurden zum Erbitten von Erntesegen auch in den herbstlichen Opferfeuern (Samhain, Martinsfeuer) verbrannt, also wieder ein heidnischer Ursprung des Brauchs. In manchen Gegenden wird sogar der “Hausvater” als grosser Weckmann oder Piepenkerl gebacken und dann symbolisch geopfert – gesegnet und angeschnitten: Ein Mix aus Christen- und Heidentum. Ob die gipserne “Pipe” wohl wirklich einen Bischofsstab darstellen soll … honi soi, qui mal y pense …

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Allerheiligenstrietzel , ein Gebäck für den ganzen November

Vor allem in Süddeutschland ist es Brauch, an Allerheiligen Hefezöpfe zu backen, als Gabe für die Verstorbenen, damit man sich an sie erinnert. Sie heißen Allerheiligenstrietzel, Seligenzopf, Seelenkipfl oder Allerheiligenzopf.

Zutaten:

  • 500 g Dinkelmehl, 630
  • 250 ml Milch
  • 75 g Butter
  • 75 g Zucker
  • 21 g frische Hefe oder 1 Pkg. Trockenhefe
  • 2 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • Hagelzucker zum Bestreuen
  • Backbrett

Entweder einen Vorteig wie beim Weckmann zubereiten, oder Trockenhefe mit dem Mehl zu den Restzutaten geben:

Butter in einem Topf zerlassen, dann die Milch mit Butter, den zwei Eigelben und Zucker aufschlagen. Mehl mit Salz (und Trocken-Hefe) mit der Milchmischung in einer Rührschüssel vermengen. Bei frischer Hefe: Vorteig jetzt zugeben. Den Teig kräftig kneten und an einem warmen Ort zugedeckt aufgehen lassen, bis er auf wenigstens die doppelte Menge angewachsen ist. Nochmals kneten und gehen lassen bis das Volumen sich ca. verdreifacht hat.

Aus dem Teig drei gleiche (2-3 cm dicke) Stränge formen, nochmals in kürzere (15 cm) Stücke teilen: Zöpfe flechten, wie einen Haarzopf. Fertige Teiglinge wieder an einem warmen Ort auf doppelte Grösse gehen lassen. Ei und Milch aufstreichen und mit Hagelzucker bestreuen. Man kann auch einen grossen Zopf backen, als süsses Sonntagsbrot.

Backzeit: Bei 170 °C im Heissluftofen etwa 15-20 Minuten, bei kleineren Striezeln.

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Weinstöcke an der Limburg. Martin ist auch ein Patron der Winzer.
©beast666 2016

Martinswein

  • Verkostung von Martinswein, dem noch jungen Rebensaft, erfreut sich hierzulande in den Weingegenden größerer Beliebtheit, genauso wie der berühmte Beaujolais primeur in Frankreich.
  • Der am Martinstag getrunkene Wein, soll den Männern Kraft, den Weibern Schönheit verleihen und deshalb, bekam in der Probstei Hellingen selbst das Kind in der Wiege ein Viertel oder einen Schoppen Martinswein.

Martinsweck oder Seelenzopf eignet sich als süsse Belohnung für die Kinder des Martinsumzugs. Dazu heisser Apfelsaft mit Glühweingewürzen und Honig. Bastelspass für selbstgemachte Laternen – sonst kann man auch die geschnitzen Rüben oder kleinen Fratzen-Kürbisse von Halloween nochmals verwenden.

****Gänsefett vom Martinsessen übrig? Hier ein Aufstrich für kräftiges Schwarz- oder Holzofenbrot:

  • 1 grosse Zwiebel
  • 1 grosser Apfel
  • 1 Tl getrockneter Majoran
  • Meersalz, Pfeffer
  • übriggebliebenes Gänseschmalz

Gänsefett erhitzen, Zwiebeln, Äpfel fein zerkleinern (Moulinette), mit Majoran in das Schmalz geben und weichdünsten. Ein bisschen anbräunen lassen, salzen und pfeffern – fertig!

Heiss in kleine Marmeladengläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren.

 

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Nicht nur für kühle Herbsttage : Paprika zum Aufwärmen

Rote, feurige Schärfe - gern gesehen in Herbstgerichten.Impetus ©scrano 2015

Rote, feurige Schärfe – gern gesehen in Herbstgerichten.
Impetus ©scrano 2015

Puh – von wegen “Goldener Oktober! Grau und nass wie im November stellt sich uns der Monat, nach einem übermässig warmen Altweibersommer gar übellaunig dar. Da hilft nur Wärme von Innen! In den heissblütigen Gemüsen aus Südamerika, z.B. aus dem eigenen Gewächshaus, steckt noch jede Menge Sommerhitze, daher gibt es jetzt Paprika galore:

Letscho – Ungarisches Kartoffelgulasch

  • 200g Wammerl, gekocht, wenig gesalzen
  • 4 Paar Wienerle
  • 6-8 Kartoffeln (Laura, eine rote Sorte)
  • 500 g Lauchzwiebeln
  • 10 Gemüsepaprika, ich nehme gerne rote Spitzpaprika
  • 4 – 5 frische Chillischoten (rot/grün, mildere reichen auch schon)
  • 6 San Marzano- Tomaten – oder Dosenware
  • Salz, Pfeffer, Rosenpaprika, Kümmel – gemahlen
  • 100 ml Gemüsebrühe

Spitzpaprika in Bio-Qualität gibt es ab Herbst auf Wochenmärkten. Wir züchten unsre eigenen im Gewächshaus. Kartoffeln sollten vorwiegend festkochend sein, um dem Eintopf etwas Sämigkeit zu verleihen.

Die Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. Paprika entkernen, entstielen und ebenfalls in Ringe schneiden. Chilis -ohne weisse Kernchen! – mit Küchenhexe zerhacken. Die Kartoffeln grob würfeln, Tomaten ebenfalls in Würfel schneiden. Einen großen, flacheren  Topf nehmen und etwas Olivenöl erhitzen und dann die Zwiebeln darin glasig dünsten. Salz und Paprikapulver auf die Zwiebeln stauben und dann die Paprikaringe und die Chillischoten dazugeben. Gut durchrühren und auch die Gemüse etwas anrösten. Dann die Tomatenstücke zufügen, Gemüsebrühe angiessen und dann die Kartoffelschnitze dazugeben. Topf abecken und auf kleiner Flamme ca. 40 Min. garen lassen.

  • Wammerl mit Schwarte in fingerdicke Streifen schneiden,  Öl in einer Pfanne erhitzen und den Speck anbraten, mit Paprika bestauben.
  • Wienerle in Wasser heiss werden lassen.
  • Wammerl am Ende auf das Letscho geben und die Wienerle mit frischem Holzofenbrot dazu servieren.

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Gefüllte Paprika

Zutaten:

  • 10-12 Paprikaschoten, rote spitze
  • 2 frische Chillischoten
  • 2 rote Zwiebeln
  • 500 g Hackfleisch, gemischt
  • 6 Roma Tomaten oder Dosenware
  • 1 Becher Schmand
  • 1 1/2 Tassen Basmati Reis
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer,Rosen- Paprika,
  • Olivenöl,
  • 2-3 Stiele frischer Thymian
  • 25 ml Tomatenmark

Von den Paprika einen Deckel abschneiden, und Kerne und weisse Häute entfernen. Tomaten würfeln, Zwiebeln, Paprikadeckel und Chilis hacken. Thymian fein wiegen. Das Hackfleisch mit der Hälfte der Zwiebel, Salz, Pfeffer und Paprika und einem Ei verkneten. Chillischoten unter das Hackfleisch mischen und dann die ausgehölten Paprika damit füllen.

Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die gefüllten Paprika darin von allen Seiten anbragen, zur Seite stellen. In einem Stieltopf kleingehackte Zwiebel  mit den Reststücken der Paprikadeckel anbraten, Tomatenwürfel dazugeben. Tomatenmark einrühren und mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen. Vom Herd nehmen, Schmand angiessen und unterziehen.

  • Die vorgebratenen Paprikaschoten in eine Auflaufform schichten. Mit der Tomaten-Sauce übergießen und für ca. 40 Minuten in den Heissluftherd bei 180 Grad.
  • 20 min vor Garzeitende den Reis kochen – und dann zusammen servieren!

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Penne Arrabiata:

  • 500 g Penne rigate, gerne aus Dinkel
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 200 g Bauchspeck durchwachsen, wenig gesalzen
  • 6-8 San Marzano Tomaten, gewürfelt
  •  Olivenöl
  • 2 Chilischoten
  • Salz, Pfeffer
  • 100 g Pecorino romano oder Parmigano Regiano, in Flocken

Bauchspeck in feine Streifen schneiden, Zwiebel hacken, Chilis in dünne Ringe schneiden – weisse Kernchen restlos entfernen. Am besten Wegwerf-Plastikhandschuhe tragen, bei Latex geht die Schärfe durch! Knoblauchzehe mit einem Messer zerdrücken, oder in den Speck auspressen. In einer großen Pfanne wird gutes Olivenöl erhitzt, der Speck hineingegeben und leicht angebraten. Dann kommen Zwiebeln dazu. Wenn alles eine goldgelbe Farbe hat, wird mit den Tomaten aufgefüllt. Chilischoten dazu ein paar Minuten kräftig köcheln lassen.

Penne in siedendes Wasser mit 1Tl Gemüsebrühe und etwas Meersalz geben. Nach der Hälfte der Kochzeit bereits abgiessen und die Pfanne mit der Sauce geben, unter häufigem Rühren fertig garen lassen, bis die Nudeln bisfest sind. Mit Käseflocken betreut anrichten.

  • Meine Lieblings-Pasta!

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Zu den Inhaltstoffen und Signaturen von Chlis und Paprikas gibt es einen Artikel, vor allem über Chilisorten, noch von letztem Jahr. Natürlich mit Rezept für “Chili con Carne”. Wir haben Habaneros und Jalapenos im Gewächshaus angebaut – teilweise auch an Fäden aufgezogen getrocknet.

Paprika-Arten gehören zu den gesündesten Gemüsen:

  • Paprikafrüchte besitzen mit durchschnittlich 128 mg /100 g Fruchtfleisch einen ziemlich hohen Gehalt an Vitamin C.
  • So gelang es erstmals dem ungarischen Chemiker Albert Szent-Györgyi 1926, Vitamin C aus unterschiedlichen Gemüsen und Früchten, darunter Paprika in Reindarstellung zu isolieren. Er erhielt für seine Arbeiten 1937 den Nobelpreis für Medizin.
  • Paprikafrüchte enthalten außerdem viele Flavonoide und Carotine, sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die zu den stark färbenden Substanzen gehören.
  • Der Gesamtcarotinoidgehalt im Paprikapulver liegt bei 0,1 bis 0,5 Prozent. Unreife Paprika sind grün, sie schmecken etwas bitter. Reife Paprika enthalten auch bis zu 6 Prozent Zucker.

Nährstoffe pro 100g Fruchtfleisch:

  • 28 Kcal, 1,17 g Protein, 4,73 g Kohlenhydrate und 0,33 g Fett.

Mineralstoffe:

  • 212 mg Kalium, 12 mg Magnesium, 11,2 mg Calcium,

Vitamin E (Tocopherol) 5 mg.

Mit so viel innerer Hitze nach dem Genuss der scharfen Speisen kann man auch den Herbstwind willkommen heissen!

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Alle gif-Animationen: ©kmygraphic

 

Posted by on Oktober 12th, 2016 Kommentare deaktiviert

Jamilla empfiehlt: Soulfood gegen erste graue Tage

Jamilla

Statt Sommersonne sorgt jetzt Soulfood “a la italiano” für gute Laune … mhm…jam!

Pollo alla Stregha

Ein sehr einfaches Rezept, schnell gezaubert – Hühnchen nach Hexenart!

Für 4 Portionen:

  • 4 grosse Hähnchenbrüste
  • 2 Dosen Tomatenstücke oder besser:
  • 4 frische, grössere San Marzano Tomaten, gewürfelt
  • 1 grosse Zwiebel, feingehackt
  • 1 zerdrückte Knoblauchzehe
  • 1  Dose Champignons oder Pfifferlinge, oder in der Saison:
  • 200 g frische Pilze
  • 1 Glas Weisswein
  • Meersalz, Pfeffer aus der Mühle
  • Basilikum, Rosmarin
  • 1 tiefere Pfanne mit Deckel

Für die Beilage: 200 g Reis in Gemüsebrühe garen.

Hähnchenfilet grob würfeln. Knoblauch und Zwiebel mit Olivenöl in einer Pfanne anschwitzen. Hähnchenwürfel dazugeben, rundum leicht bräunen, dann erst salzen und pfeffern. Die Hälfte des Weisswein angiessen, etwas einreduzieren. Tomatenwürfel, Gewürzkräuter und Pilze dazugeben, alles in der zugedeckten Pfanne 30 min. bei schwacher Hitze dünsten. Dabei immer wieder vom restlichen Wein zugiessen. Zusammen mit dem Brühreis servieren. Wer will kann auch noch Parmesan-Flocken darüberstreuen.

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Risotto a la Milanese
Wunderbar gegen das Herbstnebel-Grau!
Für 4-6 Portionen:

  • 75 g Butter
  • 1 kleine Zwiebel, in dünne Ringe geschnitten
  • 150 ml Weisswein oder Dry Vermouth
  • 500 g Arborio Rundkorn Reis: Der Original-Risottoreis, das ist wichtig!
  • 1.5 l Gemüse-oder Hühnerbrühe
  • Eine grosszügige Portion echte Safranfäden, eingeweicht
  • 150g Parmigiano Reggiano Flocken

Butter in einer grossen Pfanne auslassen. Zwiebel darin glasig dünsten, mit Wein ablöschen.
Flüssigkeit kräftig einreduzieren. Reis zugeben, unter starkem Rühren und Wenden leicht bräunen: Das erzeugt die berühmten Röstaromen. Eine Tasse voll Brühe mit dem Safran angiessen: Keine Angst, es zischt ordentlich! Umrühren nicht vergessen! Wenn der Reis fast alle Flüssigkeit aufgesogen hat, immer wieder eine Tasse Brühe zugiesen, unter Rühren den Reis köcheln und quellen lassen, bis alles aufgebraucht ist. Die Konistenz wird dabei sämig bis cremig. Das Ganze dauert etwa 20 min, dabei gart der Reis vollständig durch. Vom Herd nehmen, zudeckt noch 2-3 min ziehen lassen.

Sofort servieren, Parmesanflocken dazu reichen. Die Flocken sind besser als die handelsüblichen Sägespäne, ausser man reibt den Käse selbst: Das schmeckt natürlich am Besten.

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Eintopf mit mediterranem Gemüse (4 Portionen)

  • 6 mittlere Kartoffeln (vorwiegend festkochend)***
  • 1 mittlere Aubergine oder 2 kleine Zucchini
  • 1 kleiner Bund grüne Bohnen
  • 1 rote Paprika mild
  • 1 grüne Spitzpaprika (keine Chili)
  • 1 Glas Mais (BIO)
  • 100 g durchwachsener Speck****
  • 6 San Marzano Tomaten** oder 1 Dose italienische Tomaten
  • mediterrane Kräutermischung: Salbei, Rosmarin, Thymian, Lavendel
  • 1 l Gemüsebrühe
  • Parmesan-Flocken
  • 1 Knoblauchzehe (wer will)

Kartoffeln schälen und grob würfeln. Speck kleinschneiden und alles in etwas Olivenöl anbraten. Kräuter zugeben und mit Gemüsebrühe ablöschen. Kleingeschnittenes Gemüse (etwa so gross wie die Kartoffelwürfel) zugeben und alles bissfest garen. Mais dazugeben und nochmals aufwallen lassen.

Mit Fladenbrot und Parmesanflocken servieren. Statt Knoblauch kann man nach dem Kochen auch etwas Basilikum-Pesto zugeben.

Zubereitung: Frisch ca. 35 min. Aus Gefriergut 20 min.

Dieser Eintopf kann beliebig variiert werden und ist eine gute Verwertungsmöglichkeit des letzten Sommergemüses im Garten. Er lässt sich auch aus Gefriergut problemlos zubereiten. Wir frieren immer sehr viel ein: Tomaten, Auberginen, Zucchini, grüne Bohnen und Kürbis, alles bereits küchenfertig portioniert. Mit den neuen Doppel-Ziplock Gefriertüten platzt auch nichts mehr aus allen Nähten und man muss nicht die sperrigen Gefrierboxen verwenden.

***Man kann auch Räucher-Tofu oder Soja-Geschnetzeltes nehmen.

**San Marzano Tomaten sind vor allem in Süditalien angebaute Feld-Tomaten, die nicht so grosse, dafür aber extrem geschmacksintensive Früchte liefern. Sie enthalten nicht so viel Wasser, sind daher auch der Rohstoff für die berühmten “pomodori secchi”. Diese Trockentomaten sind in vielen Antipasti, Sugos und Aufstrichen enthalten. Sehr gut für Eintöpfe und Nudelsaucen. San Marzano Tomaten liefern auch Tomatenmark und Dosen-Tomaten. Man kann sie hierzulande schlecht im Laden kaufen, es lohnt daher der Eigenanbau aus Saatgut mit selbst vorgezogenen Pflänzchen. Sie wachsen nicht so hoch, es sind eben Feld-Tomaten.

***Kartoffeln: Hier empfehle ich die rotschalige Sorte Laura. Bei neuen Kartoffeln ist die Schale sehr dünn, muss also nicht unbedingt entfernt werden, wenn man sie vorher mit einer groben Gemüsebürste oder einem Glitzi-Schwamm abschrubbt. Natürlich nur bei unausgekeimten und dunkel gelagerten Knollen!! Jeder Anflug von Grün bedeutet grosszügig schälen, sonst gibt es unter Umständen Bauchweh vom Solanin.

 

Gewächshaus im Herbst: Letzte Ernte von Tomaten, Paprika etc. Das grüne Ungeheuer ist ein Hokkaido-Kürbis.

Gewächshaus im Herbst:
Letzte Ernte von Tomaten, Paprika etc. Das grüne Ungeheuer ist ein Hokkaido-Kürbis.

 

Posted by on Oktober 4th, 2016 2 Comments

Holunderzeit II: Kraft der schwarzen Beeren

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Angelegenheiten des Holunders:
Leben und Tod. Weiss galt im Altertum auch als eine Todesfarbe.
 

Die Früchte des Sambucus nigra aus der Familie der Geissblattgewächse:

Gesammelt werden die schwarzen Beeren-Dolden ab Ende August bis Mitte Oktober und mit einer Schere abgeschnitten! Leider werden sie manchmal schneller von den Vögeln gefressen, weil sie ungleichmässig ausreifen. Bei Nässe neigen sie zum Schimmeln. Grüne Holunderbeeren sind wegen des hohen Gehaltes von Sambunigrin ungeniessbar. Zu Hause können die Früchte noch einen Tag nachreifen und werden dann getrocknet (für Fliederbeer-Tee:geht sehr gut) oder frisch verarbeitet. Die Inhaltsstoffe der Beeren sind beachtlich: 100 g enthalten 18mg Vitamin C, Vitamin A und B 2, 1,5 mg Niazin, 305 mg Kalium, Fluor, Gerbstoffe, Karotinoide, Flavonoide und Anthocyane, die so genanten sekundären Pflanzenstoffe. Zubereitungen aus Beeren wirken gegen Erkältung, Gicht, Harnsteine, Lernschwäche, Konzentrationsstörungen und NeuralgienWer täglich geistige Arbeit verrichtet und vor allem die Augen stark beansprucht (z.B. Bildschirmarbeit am Computer) sollte jeden Tag 1 Glas trinken.

Die Holundersaft Zubereitung gelingt am Besten im Dampfentsafter mit wenig Rohrzucker.

Aus dem Saft kann man gut Gelee kochen, oder Likör zubereiten, mit Apfelsaft und Gewürzen eine Basis für einen alkoholfreien (Kinder)-Glühwein. Ich gebe ihn zum Apfelmus, zusammen mit Ingwer: Das wird dann zwar lila (vielleicht eine Idee zu Samhain (Halloween) für Kinderparties), aber so richtig lecker! Generell verträgt sich Holunder besonders gut mit Äpfeln, aber auch mit Zwetschgen, Pflaumen und der skandinavischen Aronia (Apfelbeere).

Holunder-Zwetschgenkompott:

"Sambucus nigra fruit kpjas 26082005 1". Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 via Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sambucus_nigra_fruit_kpjas_26082005_1.jpg#mediaviewer/File:Sambucus_nigra_fruit_kpjas_26082005_1.jpg

“Sambucus nigra fruit kpjas 26082005 1″. Licensed under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 via Wikimedia Commons

  • 250 g Holunderbeeren waschen, von den Dolden zupfen und abtropfen
  • 250 g Zwetschen entkernen
  • 1 Glas Apfelsaft
  • Schale einer Orange,
  • 1/2 Teelöffel Ingwerpulver

Früchte mit 50 g Ahornsirup oder Rohrzucker in wenig Apfelsaft erhitzen. Etwas Nelkenpulver und Zimt hinzugeben. Das Ganze zu einem musigen Kompott einkochen.

Holunderfruchtaufstrich – oder fürs Joghurt:

  • 350 g Holunderbeeren
  • 150 g Äpfel
  • 500 g Gelier-Rohrzucker 1:1
  • 1 Msp. Zimt
  • 2 Msp. Nelken oder Ingwer
  • 1 Glas Apfelsaft

Die Holunderbeeren sauber waschen und trocknen lassen. Die Beeren mit einer Gabel von den Stielen streifen. Die Äpfel schälen und in kleine Stücke schneiden. Alles in wenig Apfelsaft weich kochen und ständig umrühren. Die Fruchtmasse durch ein Sieb passieren. Das Mus zusammen mit dem Gelierzucker noch einmal aufkochen und 2 Minuten aufwallen lassen. In vorbereitete Gläser füllen und dicht verschließen.

Holunder Milch Shake:

  • 1/2 l Hafermilch, wer’s frischer mag, nimmt Buttermilch
  • 1/8 l Holunderbeersaft
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 Prise Zimt, Nelkenpulver
  • 2-3 EL Ahornsirup und Demerara Zucker

Den Saft mit Zimt, Nelken und Zucker kurz aufkochen lassen und etwa drei Minuten zugedeckt ziehen lassen. Abkühlen lassen, Sirup zugeben und die kalte Milch dazugießen. Gut aufmixen, dann Zitronensaft unterrühren.

Holunder-Elixier:

  • 500g Holunderbeeren, entstielt, gewaschen
  • 250g brauner Kandis
  • 750 ml brauner Bacardi
  • Zimtstange, Vanilleschote
  • dunkler, kräftiger Rotwein (zB. Sangiovese)
  • Beeren mit Zucker mischen, kurz andünsten (wegen des Sambunigrin)
  • dann in eine grösseres verschliessbares Gefäss füllen,
  • Kandis, Gewürze, Rum zugeben.
  • An warmem Ort 6-8 Wochen stehen lassen.
  • Danach filtern und 1:1 mit Rotwein verdünnen.
  • Nochmals 14 Tage stehen lassen.

Der Holunder, ein Allround-Heilmittel:

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Gartenfee mit Hortensie, auch ein Mitglied der Geissblattgewächse.

Blätter, Rinde, das schwammartige Mark der Zweige, alles wurde verwendet. Als Salbe und Pflaster:  Die Blätter gekocht in Milch als Breiumschlag auf Wunden oder Hämorrhoiden, die Rinde als Emetikum und Laxans – ein richtig drastisches Purgiermittel!

Klassisch gehört der Holunder zu Saturn, Mond und Venus (Pluto).

Die Signatur: Duftende weisse (Mond) Dolden(Merkur)Blüten, gefiederte (Merkur) Blätter. Strenger Geruch und tot wirkendes Holz;  Zweige, die aussehen wie Knochen mit Mark – Saturn. Starker, ausladender Wuchs (Jupiter – als Gegenpol zu Merkur).Schwarze Beeren die leicht giftig sind: Saturn/Pluto. Schweisstreibend und lindernd (Mond). Adstringierend und immunstärkend (Saturn). Harntreibend (Venus), gegen Ödeme (Mond). Auch in der Antike wurde der Holunder therapeutisch als Universalmittel (panacea) eingesetzt. So fand die Pflanze Verwendung als schleimlösendes Mittel (Mond) sowie bei gynäkologischen Erkrankungen (Mond-Venus). Hippokrates von Kos (460 bis 377 v.Chr. ) beschrieb zahlreiche Heilanwendungen. Ihn interessierten vor allem die Beeren der Pflanze und er empfahl den Holunder als gutes Abführmittel und für Frauen bei Unterleibsbeschwerden (Mond/Venus). Der griechische Arzt Dioskurides notierte im ersten Jahrhundert in seiner «Materia Medica», dass die Wurzeln des Holunders in Wein gekocht gegen Schlangen- und Hundebisse (Saturn-Pluto) hilfreich seien. Er beschrieb, wie die Blätter des Strauches als Auflage bei Geschwüren und Furunkeln (Saturn) anzuwenden sind. In der neueren Astromedizin rechnet man dem Holunder auch eine Pluto-Signatur zu: Die im Altertum beschriebene Wirkung gegen Hunde (Symbol von Pluto und Hekate: der schwarze Hund) – und Schlangenbiss (chtonisches Symbol), Anwendung bei Hämorrhoiden, die schwarze Beerenfarbe und seine Zuordnung zu Unterweltsangelegenheiten bei verschiedenen europäischen Kulturen stellen einen entsprechenden Zusammenhang her. Aus den ausgehöhlten Zweigen machen sich Kinder eine einfache Flöte oder Pfeife.

Er war Sinnbild von Leben und Tod: Das Waschwasser des Neugeborenen und die Nabelschnur wurde in den Wurzelbereich der Busches verbracht. Auf Friedhöfen wurde er auch gepflanzt. Nördlich der Alpen war der Holunderstrauch mit der Holle, eine Verkörperung der Hel (Unterwelt) und Frigg (Erdmutter) verbunden. Aber auch mit der Göttin Freya. Wahrscheinlich waren Freya, Frigga  und Hel drei Abspaltungen einer älteren 3-gestaltigen Muttergottheit. Freya ist auch eine Wanin, also von dem älteren Götter-Geschlecht abstammend, die Hel ist ein Abkömmling von Loki, der von den Riesen stammt, alles Andeutungen für die Existenz eines vor-indoeuropäischen Pantheons, wie man es auch bei Griechen (Hekate, auch eine archaische Geburts- und Unterweltsgöttin) findet. Sein Holz galt als zauberisch: Es zieht die Geister an, im Holderbusch wohnen die Ahnen: Daher hat man sich gescheut Holundersträucher zu fällen, oder gar zu verbrennen. Das Räuchern mit Holunderholz wurde dagegen im Zusammenhang mit Ahnen-Geisterbeschwörungen durchgeführt. Möbel oder Gebrauchsgegenstände hat man nie daraus gefertigt, aus Ehrfurcht und auch Scheu vor möglichen Behexungen. Hingegen eignet sich ein Holunderkranz  hervorragend als Basis eines Grabschmucks. Zum Beispiel verziert mit anderen Symbolen der Ewigkeit: Dachwurz, Schneckenhäuser, Muschelschalen, graues Moos. Vor allem für den Totenmonat November.  Ich habe selbst so einen Kranz anfertigen lassen, mit einer Steinrose im Zentrum, der sehr schön und stimmungsvoll ausgefallen ist. Man kann da auch selber kreativ sein: Kränze aus Holunderzweigen bekommt man im Herbst auf Wochenmärkten. Das Holunderholz hat als Friedhofsschmuck ausserdem den Vorteil der wirklichen Dauerhaftigkeit, auch gegen winterliche Wettereinflüsse.

Holunderholz, Dachwurz, Schneckenhäuser und Rose: Symbole für die Ewigkeit.

Holunderholz, Dachwurz, Schneckenhäuser und Rose: Symbole für die Ewigkeit.

Die hellen, süss duftenden Blütenwolken sind auch Ausgangsstoff vieler Leckereien:

Hollerküchle, Hollerbrand, heller Hollerlikör und weisser Hollerwein, Holler-Sirup für Limonade und Heissgetränk (klasse mit Minze!).  Getrocknet eignen sie sich wie die Beeren für einen schweisstreibenden Tee, der gegen Erkältungen schützt. Und neuerdings gibt es Hugo-einen modischen Cocktail aus weissen Hollersirup. Eine Kelten oder Germanen-Caipirinha, sozusagen!

Doch davon mehr im Teil Holunder I: Ein Blütentraum

Posted by on September 14th, 2016 Kommentare deaktiviert