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Solar Fire: Räucher-Ritual zur Wintersonnenwende

Sonnenfeuer - Winterglanz

Sonnenfeuer – Corona
©scrano 2015

Prolog im Himmel, Goethe: Faust I

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Flammenfraktal im Wortsinn, das die Sonne mit der brüllenden Kraft ihrer Magnetosphäre darstellt. Ohne Sonne kein Leben, daher sehnen wir uns nach der langen winterlichen Dunkelheit instinktiv nach ihr.

Ein bisschen Sonne ins Haus holt uns jetzt eine Räucherung beim warmen Licht echter Bienenwachskerzen. Die Biene vereint lunare*** und solare Elemente in echter Harmonie. Sie schenkt uns das Wachs mit seiner Heilwirkung und dem Licht, das es uns als Material für Kerzen spendet.  Das regelmässige Sechseck der Wabe: Ein Sonnensymbol, wie das Zentrum des Hexagramms, dem sechs-Stern, der das klassische Sonnensystem der Alchemie darstellt. Und erst der Inhalt: Der Honig in seiner goldenen Pracht wirkt schon wie eingefangener, flüssiger  Sonnenschein, darin gleicht er dem Bernstein, ebenfalls ein solares Naturprodukt, das vom Harz schon längst fossilierter Nadelwälder stammt. In diesem ebenfalls goldenen klebrigen Saft steckt die Essenz der Bäume, die einen sehr effektiven, lebendigen Speicher der Sonnenenergie darstellen.

  • Daher gehört der Bernstein zu einer solaren Räuchermischung hinzu, ebenso der Weihrauch, auch ein Harz.
  • Dazu kommen Rosmarin und Zeder, Zitrusschalen, Calendulablüten, Gewürznelken, Zimt und Calmuswurzel, welche als belebend und erwärmend gelten. Auch der Ingwer zählt zu den solaren Mitteln, aber eher als Süssigkeit oder im Tee. Der Rauch ist unangenehm scharf, da zeigt sich Mars. Daher eignet sich Ingwer, wie auch das ebenfalls solar-marsische Johanniskraut eher für Rituale im Freien, bei denen der Winter ausgetrieben werden soll.
  • Pflanzen mit einer Sonnen- Signatur besitzen häufig fette Öle, z.B. Sonnenblume oder  Lorbeer, der Sonnenpflanze der alten Griechen: Wahrzeichen des Apollon. Lorbeerblätter kann man auch verräuchern, zusammen mit Weihrauch, Fichtenharz  und Wacholderbeeren, die marsisch-abwehrend wirken. Eine Vielzahl an solaren Gewächsen sind auch Herzmittel, wobei sie verstärkt tonisierend wirken: Korrespondenz zum Zeichen des Löwen und den Eigenschaften des 5. Hauses.

Die Sonne steht in unser aller Zentrum, ihre Symbolik sollte daher verbinden und nicht trennen: Mit einem solaren Räucher-Ritual kann man alle Aspekte des Mittwinterfestes, der Zeit der Wintersonnenwende recht gut vereinen. Die alte naturreligiöse Tradition nördlich der Alpen und die römisch-christliche Feier des Jesus-Kindes als Licht der Welt, Sol Invictus. Religion heisst nicht umsonst Rückverbindung. Allerdings sollte hier den positiv spirituellen Elementen von Licht und Wärme gehuldigt werden, und nicht den verknöcherten Dogmen. Die braucht keiner. Die lässt man am Besten von den Perchten der ebenfalls am Sonnwendstag, dem 21. Dezember , beginnenden Raunächte verscheuchen.

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©kmygraphic
 
**Lunares Element des Bienenvolkes ist ihre Gesellschaftsform als matriarchales Kollektiv, daher ist auch der saturnische (Struktur, Gegenpol des Mondes) und der neptunische (Aufgabe der Individualität, Gegenpol des Merkur- fliegende Geschöpfe) Archetyp vertreten. Wie bei den Borg, die allerdings mit ihrem kriegerischen Expansionsdrang eher den Ameisen gleichen, bei denen das Mars-Element ebenfalls mehr in den Vordergrund tritt. Die Biene hat zwar einen marsischen Stachel, stirbt aber wenn sie ihn einsetzt, ein allerletztes Mittel also. Bienen besitzen marsische und  venerische Züge, da sie Blüten befruchten.  Pollen=Mars, Frucht=Venus.
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Bernsteingold: Fraktales Weihnachtsbäumchen -
Fichtenharz ist ein beliebtes Räuchermittel – Sonne/Uranus, Mars/Venus.

 

Posted by on Dezember 20th, 2016 2 Comments

Mitten im kalten Winter: Yule – Rauhnacht – Sonnenkind

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.
Yul Embers ©scrano 2014

When the Wheel begins to turn, let the Beltane fires burn.
When the Wheel has turned a Yule, light the Log and let Pan rule.

WINTER SONNWENDE – YULE

Im nordisch-germanischen Neuheidentum (z. B. Asatru) ist das altgermanische Julfest eines der drei Eck-Feste im Jahr und man versucht auf das Brauchtum zurückzugreifen, das man aus den Überlieferungen noch rekonstruieren kann:  z. B. Wilde Jagd oder Raunächte, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu begehen. Als Datum kommt hierfür entweder direkt die astronomische Sonnwende am 21.12. oder der Tag des ersten Vollmonds danach in Frage, welcher Julmond heisst. Deneben gibt es noch das Haakon dem Guten zugeschriebene Datum am 25.12.  Daher ist das Julfest wohl nicht nur dem solares Kalender zuzuordnen. Unter Umständen ist die Zeit der Raunächte auch ein Versuch den Sonnen- und den Mondkalender zu synchronisieren, wie man es auch schon jungsteinzeitlichen Bauten wie Stonenhenge als ein möglicher Verwendungszweck zuschreibt. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Wie in allen einfachen, „nicht-interkalierenden Lunisolarkalendern“ (also allen Mondkalendern ohne Schaltmonate, wie man sie in bäuerlichen Kulturen findet), werden die auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als  Tage „außerhalb der Zeit“, eingeschoben. Von solchen Tagen wird in der zugehörigen Kosmologie angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien und daher die Grenzen zu anderen Welten durchlässig würden. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne oftmals mit Tabus, Ritualen und Volksmythen. Es wird auch vermutet, dass die Bräuche um die „Winterauskehr“ am Ende des Faschings in diesem Zusammenhang stehen: Sie simulieren eine Interkalation bezüglich des Jahresbeginns mit dem Frühlings-Äquinoktium. Besonders deutlich findet sich das in den römischen Saturnalien und Lupercalien.

Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Der Julmond, der auch Nytungl (Neuer Mond) oder Nykung (Neuer König) heißt, wird mit dem rituellen Jultrinken begrüßt. In der christlichen Weihnachtsliturgie war früher die sogenannte Johannisminne, ein rituelles Zutrinken, üblich, am 27. 12., dem Feiertag des Evangelisten Johannes.  Zu den verwandten Bräuchen kann man auch den Wassail rechnen, wie er in Schottland noch üblich ist, oder auch in Teilen Bayerns als Flursegen angewandt wird. Dort besprengt man die Flur bzw die Apfelwiesen mit Milch oder Most aus der vergangenen Ernte. Der Julmond im Januar kennzeichnet den Beginn des neuen Jahres. Man sieht die Rauhnächte zwischen Wintersonnenwende (Mütternacht) und Dreizehnttag (Perchtennacht) als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Das Haus wird geräuchert mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus,“ oder “Evil shall leave and not enter”, wie es im Original heisst.  Der „Julbock“, wird aufgestellt, sehr zur Freude der Kinder: Ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke. Gastfreundschaft soll schon früher ein wichtiges Element der Julzeit gewesen sein, so soll das Haus den Gästen offengestanden haben, die ein und aus gingen und reich bewirtet wurden. Zudem ist es ein Brauch, einen großen Holzklotz – den Julklotz – aus dem Wald zu holen, und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Vergleichbar mit dem Volksbrauch, Feuerräder bzw. Osterräder von Bergen abzurollen, werden von Anhöhen brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, herab gerollt. Als Kinder haben wir kleinere solche brennende Reifen mit Hilfe von Haselstöcken durch den Ort gerollt, im schwer katholischen Bayern! Überhaupt sind hier die Raunachtsbräuche noch sehr lebendig. Perchtenlauf, Räuchern und etliche Tabus in der Zeit zwischen der Zeit werden hier noch in breiter Vielfalt und grosser Selbstverständlichkeit praktiziert. Nicht erst als neuaufgelegte Touristen-Folklore oder als ärgerliches Rudiment aus der Nazi-Zeit. Die enorme Vielfalt des lokalen Brauchtums legt ausserdem die Annahme vorchristlicher Ursprünge nahe, leider ohne dass heute noch feststellbar wäre, wo die jeweiligen kulturellen Wurzeln tatsächlich liegen. bzw. wie weit sie zurückreichen. Germanische Bezüge vieler Raunachtsvorstellungen sind aber naheliegend, denn zu dieser Zeit soll sich nämlich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin/Woden/Wotan über das Land ziehen sollten:

Im Zentrum der  Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, steht dann Woden’s “Wilde Jagd”. Zu dieser Zeit stehe die “überirdische Anderswelt” endgültig in Verbindung mit der Menschenwelt und die Seelen der Verstorbenen dürfen Kontakt aufnehmen. Dieser Glaube, dass zu sich zu dieser Zeit das Tor zum Geisterreich öffnet, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (dumb supper) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen z.B. Bretagne, britische Inseln, mit sich. Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle (Berchta, Perchta), die eine deutliche Verwandschaft zur germanischen Totengöttin Hel hat. Aber nicht nur in Regionen nördlich der Alpen wurden solcherlei Glaubensvorstellungen gepflegt: Auch die Römer kannten entsprechendes Brauchtum, ebenso verbreitet ist es in Griechenland oder Osteuropa, also in grossen Teilen des  indoeuropäischen Sprachraums. Erdhafte und unterweltliche Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd einherziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Ost-Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten. Die Bräuche zu den verschiedenen “Zwischenzeiten” des Jahres ähneln sich sehr: Es existieren Übereinstimmungen z.B. zwischen dem Rauhnachtsbrauchtum und dem von Samhain oder All Hallows Eve” und den graeco-römischen Feiern der Erntefeste, an denen auch “Mundus Cereris Patet“: Saturnalia, Lupercalia.

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Krampus, auch ein Weihnachtspercht,
der manchmal schon mit dem Nikolaus kommt.
Er ähnelt dem Habergoas. quelle:wikimedia

Diese Umsetzung solcher Vorstellungen spiegelt sich besonders in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Dort gibt es allerlei teuflisch erscheinende Gestalten, die Schiechperchten, zum Beispiel den Habergoas, eine Mischung aus Pferd und Ziegenbock, ersteres ein Symbol Wodens, der Bock ein Tier des Thor. Die sogenannten Holzperchten schlagen besonders die Mädchen mit Haselzweigen, wohl eine Variante des “Quickens“, ein Fruchtbarkeitsritual. Auch die Hasel gehört zu Thor, der als Fruchtbarkeitsgott der Feind des Winters war: Im hohen Norden beteten die Menschen zu ihm, dass er die grimmigen Eisriesen mit seinem Hammer möglichst bald zerschmettert.  Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die schellenbehängten Schepperer oder Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. Wobei nicht nur der Lärm, sondern auch der Schwefeldampf des Schiesspulvers die üblen Geister vertreiben soll.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende) (längste Nacht des Jahres)
  • 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten)
  • 31. Dezember/1. Januar (Silvester)
  • 5./6. Januar (Epiphanias, Erscheinung des Herrn)

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt, obwohl hier der alte heidnische Bezug noch extrem deutlich ist:

“Der Thama mit’m Hamma”

Die Nacht vor Thomas (21. Dezember) ist eine der wichtigsten und eigenartigsten Losnächte. Er ist recht volkstümlich, der “Thama mit’m Hamma”. Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden, wetterbeherrschenden Gott der Germanen Thor/Donar, der mit seinem Hammer Mjölnir an die Wolken schlug und damit den Donner erzeugte. Der blutige Thamerl, wie er bei uns genannt wurde, war besonders als Kinderschreck gefürchtet.

Auch die seltsame Luzier: Hl. Lucia, am 13. Dezember gefeiert, gehört eigentlich noch zu den Raunachtsgestalten. Der 13. Dezember war früher ein wichtiger Tag für die traditionellen Feierlichkeiten der Sonnenwende, denn bis 1752 fand die Wintersonnenwende (z.B. in Schweden) an diesem Tag statt. Die Sichel der St.Lucia, als Symbol ihres Märtyrertums,  wird nun zum Drohwerkzeug für unartige Kinder, wie der Thorshammer des “Thamerl”. Diese Sichel kann man auch als Symbol des Saturn, als Herrn der Zeit und Schnitter Tod interpretieren, oder als Mondsichel der “Grossen Göttin”. Zur Deutung als Saturnsymbol kommen noch Janus und Terminus dazu, die in der Römerwelt für die räumlichen und zeitlichen Grenzen zuständig waren. Beide Gottheiten standen mit Saturn in Verbindung. Besser kommt Lucia in Schweden weg, hier wird ihr Gedenktag als Lichterfest gefeiert, vor allem für die Töchter der Familien ein Spass: Die älteste Tochter weckt weiss bekleidet, mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, morgens die Familie und serviert ihnen Frühstück bei Kerzenschein: Vor allem Safrangebäck, ein Symbol der Sonne. Diese süssen Kringel, auch als Lussekatter=Luciakatzen bezeichnet, können auch ein Hinweis auf aur nordische Göttin Freya sein, deren Himmelswagen ein Katzengespann zog. An diesem Tag wird das berühmte Lucia-Lied gesungen, das von der Wiederkehr des Lichtes handelt, auch ein Bezug zum alten Datum der Sonnwende.

Die Etymologie, also die sprachliche Wurzel,  des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Eine Möglichkeit stellt das mittelhochdeutsche Wort rûchhaarig‘ dar,  das es in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren heute noch gibt. Es würde sich dabei auf die mit Fell bekleidete Schmutz- oder Schiechperchten beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh. Wie zum Beispiel das Räuchern der Ställe mit dem Johannisbuschen des Sommers. Das würde aber auch die andere Herleitung des Wortes liefern: Rauch-Nacht, vom Haus-und Hof -Räucher-Ritual abgeleitet, das von der Bäuerin ausgeführt wird. Die alternative Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch, der auf der Sage beruht, dass entweder Thor oder Odin zu dieser Zeit die Gastfreundschaft der Menschen überprüfe, und je nach Ausübung oder Verweigerung belohne oder bestrafe. Wie auch Frau Holle im Märchen.

Die Rauhnächte als Quasi-Niemandszeit sind auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich mehr aus Spass und Geselligkeit – in Form des Bleigießens (das Metall Saturns, des Herrn der Grenzen und der Zeit)  bis heute weiter gepflegt. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Ein bisschen blitzt da noch das sprechendes Odinspferd, der achtbeinige Sleipnir, oder Fallada aus dem Märchen “Die Gänsemagd” durch.  Mancherorts dürfen sich die Tiere bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Heinzelmännchen, Laren und Manen lassen grüssen!

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die wilden Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Wohl eine Art Angst vor “Incubi” oder Besessenheit.  Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Beide galten als besonders anfällig für Hexerei, als Opfer und Täter. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.

Diese Tabus sind wohl der Dämonisierung des älteren Brauchtums durch die Christianisierung zuzuschreiben: Die Götter der alten Religion sind häufig die Teufel der neuen. Vor allem weil einige Yul- oder Raunachtsbräuche mit Fruchtbarkeit zu tun haben, oder auch mit Orakelbräuchen, die vielleicht mit dem Genuss von Pilzdrogen, wie der Amanita muscaria einhergingen: Das mochten die sittenstrengen Kirchenlehrer wohl gar nicht dulden.

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Wintersonnenwende – Mutternacht. Das Leben kehrt zurück.
Modranecht ©scrano 2015

Doch zurück zum Neuheidentum:

Auch in der teilweise auf keltischen Überlieferungen*** basierenden Wicca-Religion ist das Julfest eines der 8 Feste des Jahreskreises, an dem mit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des an Samhain gestorbenen gehörnten Gottes bzw. der Tod des Winter- oder Holly Kings (Winterhalbjahr) und dessen Ablösung durch den Oak King (Sommerhalbjahr) gefeiert wird. Holly (Ilex, Stechpalme) und Oak (Eichenlaub) stehen auf den britischen Inseln als Symbole für den Winter und Sommer. Das sieht man auch an den vielfältigen Darstellungen der sogenannten “Green Men”, welche die Vegetation oder Herne, den Geist des Waldes, einer Art Kreuzung aus Odin, Cernunnos und Jennerwein***, versinnbildlichen.

Die Nacht dieses Wechsels wird als in der Zeit gefrorener Moment begriffen: Die Welt hält einen Moment den Atem an. Im Kessel der “Grossen Mutter” wird das Licht neu geboren, aus dem “Dunklen Winterkönig” wird das Sonnenkind.  Dieses Symbol der zunehmenden Tageslänge ist das Versprechen auf einen neuen Sommer voller Licht und Wärme. Die Göttin beginnt einen neuen Zyklus im ewigen Kreislauf, wobei sie sich wieder zu ihrer “jungfräulichen” Form transformiert.  Auch hier spielt das Feuer, z.B. der Jul-Block (nicht Bock!) und das Räuchern im Ritual eine zentrale Rolle. Die traditionellen Weihnachtsfarben: Gold, Grün und Rot kommen ebenfalls zum Einsatz, sie repräsentieren Licht und Leben.

Zum Räuchern als Ausleitung des alten und Einleitung eines neuen Lebenskreislaufs werden Pflanzen mit Korrespondenzen zum Feuerelement oder der Sonne verwendet:

  • Zimt, Nelken, Weihrauch, Myrrhe aber auch Zedernholz und vor allem Lorbeer für den Gott in seiner Form als Sonnengott und Lichtgott Apollon oder Bel/Balder und Rosmarin für die Göttin in ihrer Repräsentation als Artemis/Brigid/Freya.
  • Der Lorbeer hat als heilige und heilende Pflanze eine lange Tradition: Schon die Orakelpriesterinnen in Delphi verwendeten ihn, wahrscheinlich schon in der Zeit der alten Erdgöttin Python, bevor Delphi zum Orakeltempel des Apollon wurde. Zu Heil- und Reinigungszwecken eingesetzt wurde Lorbeer  im Heiligtum des Asklepios und bei Ritualen zu Ehren der Göttin Ceres oder der keltischen Cerridwen. Der Rauch des Lorbeer hat eine erdhafte und eine sprirituelle Note.
  • Auch mit Salbei wurde und wird in der Zeit geräuchert, ein Brauch, der ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt. Nicht verwechseln mit “Sage” dem Steppenbeifuss der amerikanischen Ureinwohner.

Viele der anderen genannten Düfte sind uns bereits aus dem allgemeinen Weihnachtsbrauchtum vertraut. Sie wirken stimmungsaufhellend und vertreiben die Schatten des Winterblues. Es ist die Zeit der Neuanfänge und um die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Jetzt wird das Samenkorn für ein gutes neues Jahr gepflanzt. Wir können Bernstein oder Tigerauge als Glücksbringer verschenken, die sowohl die Sonne als auch den glücklichen Wechsel versinbildlichen.

In allen Traditionen, sei es nun historisch oder neuheidnisch, aber auch traditionell christlich wird in dieser Zeit gefeiert und die Hoffnung auf gute Zeiten ausgedrückt.

Häufig auch durch Geselligkeit bei gutem Essen:

  • Truthahn, Gans, reichhaltiges Gebäck wie Stollen und Früchtekuchen, Glühwein oder Punsch.
  • Und natürlich darf der sonnenhafte Met aus dem Honig des Sommers nicht fehlen, am Besten als Heissgetränk.

 

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***Die herrschende Vorstellung der kosmischen Eltern, einer Allmutter (der mondhaften Göttin) und eines solaren Jahresgottes (der Vegetation) ist relativ generisch. Viele Wicca haben ihr individuelles Götterpaar, wobei auf unterschiedliche Kulturen zurückgegriffen wird: Graeco-Romanische, Nordische, Keltische oder Slawische Traditionen, beispielsweise. Sogar eine christlich geprägte Variante mit Maria und Jesus als Mutter/Sohn Paar gibt es in den USA. Da Maria oft mit der Mondsichel abgebildet und Jesus als wiedererstehendes Licht gefeiert wird – für naturreligiöse Christen erscheint diese Tradition nicht abwegig.
  • “Alle Göttinnen und Götter sind eine Göttin und ein Gott”.
Somit handelt es sich beim Wicca um naturreligiös motivierten Pantheismus. Die Ritualistik hat allerdings deutliche Bezüge zum inselkeltischen Brauchtum, aber auch zum Freimaurertum und zu hermetischen Orden, wie “Golden Dawn”.
***Herne,the Hunter aus Shakespeares “Merry Wives of Windsor” hat wohl Wurzeln sowohl in einer historischen Figur, dem berüchtigten Wilderer Richard Horne, aber auch bei mythischen Gestalten wie Odin mit der Wilden Jagd. Er ähnelt damit Robin Hood, oder Figuren des Nibelungenliedes und der Artus-Sage. Odin als Waldgeist kennen wir im Märchen in der Gestalt des Rübezahl.
 

christmas_flower_by_kmygraphic-daroyvx Animation: ©kmygraphic

Posted by on Dezember 19th, 2016 2 Comments

Magie des Kreises

Im Magischen Kreis

Tanz im Magischen Kreis
Circle of Friends ©scrano 2014

Through the power of my wand
is the magic circle cast.
A place protected, a sacred room,
Safely within the Great Mothers’ womb,
from the profane world set apart.
With Air and Fire this Circle I start
With Water and Earth, my Circle is complete,
Where we come together
To will, to dare and keep silent after we meet.
 

In der Welt der Magie gilt häufig: Ohne Kreis kein Ritual. Aber nicht nur in der Welt des Okkulten oder Arkanen findet man ihn. Der Sinn eines magischen Kreises, ist es einen Schutzraum zu schaffen, aus dem Faktoren ferngehalten werden sollen, welche die Vorgänge innhalb des Zirkels stören würden. Weiterhin soll er das fokussieren, was in einem solchen Kreis gewirkt wird.

Der Kreis dient als Portal zum Reich des Spirituellen, als Schutz vor negativen Kräften und einfacher als psychologisches Werkzeug, um sich in den richtigen Seelenzustand zu versetzen. Daher empfiehlt sich auch vor ausgedehnten Meditationsübungen ein Ritual zum Schaffen eines  magischen Raums – man kann diesen durchaus als eine Art Blase oder Sphäre visualisieren. Schamanen errichten ebenfalls einen schützenden Kreis vor Heilzeremonien oder heiligen Ritualen. Das sogenannte indianische Medizinrad ist auch nur ein magischer Zirkel, wobei ich nicht sagen kann, wieviel daran noch authentisch ist, oder was von den New Age Gurus dazugedichtet wurde.

Ein wichtiger Teil der Kreis-Einberufung ist der Umgang mit dem Sonnenlauf: Deosil ist die Richtung für die Invokation. Etwas, dass auch Circumambulation genannt wird, und auch Freimaurern bekannt vorkommen dürfte. Löst man den Kreis am Ende wieder, so geht man widdershins, also entgegen dem Sonnenlauf.

Ein einfaches Kreis-Ritual, wie das Anrufen der vier Elemente und des Geistes genügt meistens. Hierbei fängt man mit dem Osten an, ruft das Element der Luft, geht zum Süden und den Feuer, wendet sich dann nach Westen zum Wasser und endet im Norden, bei der Erde. Letzteres dient auch zum Zentrieren. Zum Schluss wird das Element des Geistes angerufen. Wer es komplizierter braucht, kann beim “Lesser Banishing Ritual of the Pentagram” nachlesen.

Statt an die Elemente kann man sich auch an die vier Winde oder Himmelsrichtungen wenden, wie es heute noch bei den Nomaden der mongolischen Steppe Brauch ist. Auch das Anrufen von Erzengeln als Wächter des Kreises war besonders in der Renaissance-Magie üblich. Raphael im Osten, Michael im Süden, Gabriel im Westen, Uriel im Norden. Diese Vorstellung ist auch in die Bildwelt des Tarots eingeflossen, z.B. in den Karten “Die Liebenden” oder “Das Gericht”, die jeweils Raphael und Gabriel zeigen.

An sich genügt es bei der Circumambulation den Kreis zu visualisieren, ihn symbolisch mit der Hand oder einem Zeigeinstrument (Stab) zu zeichnen. Häufig kommen zum Markieren des Kreises trotzdem Materialien wie Salz (Reinheit, Schutz) oder einfach weisses Mehl zum Einsatz. Auch mit Kerzen, z.B. vier für die Elemente oder 13, wie die Zahl der Mondzyklen, entlang des Umfangs werden magische Räume geschaffen. Man kann auch ein Pentagramm auf den Boden zeichnen, dieses symbolisiert neben den Elementen zusätzlich den Menschen und das Leben allgemein (Geist+dingliche Welt). Auch die VeVe des Voodoo werden als Schutz- und Invokations-Sigillen verwendet, zusammen mit einem oder anstelle eines Kreises. Beim Aufheben eines magischen Kreises wird den herbeigerufenen Schutzmächten gedankt, man verabschiedet sie höflich und respektvoll.

Die beliebten Rundtänze im Volksbrauchtum von Völkern auf er ganzen Welt haben ebenfalls ein wenig vom magischen Kreis: Oft spiegeln sie den Sonnenlauf, oder Zyklen des Lebens wieder.

Der Kreis an sich ist schon ein solares Symbol, in Alchemie und Astrologie steht er für den Geist, den Wesenskern, das Zentrum. Die geschlossene Form des Kreises übt von jeher eine Faszination aus, sie vermittelt ein Gefühl der Geborgenheit. Schon bei den beliebten Keramik-Kerzenleuchtern aus Mexico: “Circle of Friends” kann man das sehen. Besonders die Steinsetzungen aus der Megalith-Zeit sind oft in Kreisform angeordnet, bei Stonehenge haben wir quasi eine Art überdimensionalen “Circle of Friends” vor uns, vielleicht um den Schutz der Ahnen anzurufen? An den antiken Rundtanz erinnert die volkstümliche Bezeichnung “Giants Dance” für das neolithische Monument. Im Inneren der Anlage befinden sich weitere Steinkreise in konzentrischer Anordnung. Gemeinsam bildeten sie auch einen Kalender für Sonnen- und Mondfinsternisse. Im zentralen Bereich stehen die Preseli-Bluestones, die mit Heilritualen in Verbindung gebracht werden, da sie vom Ort einer uralten Heilquelle in den walisischen Bergen extra hergebracht wurden – unter beträchtlichen Mühen, eine unglaubliche Leistung.

Den Kreis kann man auch als  Abbild des ewigen Kreislaufs von Werden und Vergehen begreifen, und damit wie die Lemniskate, als ein Sinnbild für Unendlichkeit. Eine Lemniskate im 3-dimensionalen Raum ist ein verdrillter Kreis, ein sogenanntes Möbius-Band, dessen Enden man durchtrennt und um 180° gedreht wieder verbunden hat. Mit dieser mathe-magischen Figur hat sich vor allem der niederländische Graphiker M.C.Escher beschäftigt.

Und hier noch ein klassischer Hexen-Kreis, wie ihn sich Maler im 19. Jhd. vorgestellt haben:

Die Frau auf dem Bild scheint Medea zu sein, die kolchische Zauberpriesterin, oder auch Circe, sie ist wie die Landschaft ein mediterraner Typus, auch das Kleid trägt Abbildungen von attischen Vasen als Verzierung. Allerdings gehört zu ihrer magischen Ausrüstung eine Sichel, wie sie sonst nur Druiden besitzen. Die Raben, in der griechischen Mythologie mit der Unterwelt assoziert (Kronos, Pluto, Hekate), verharren vor der magischen “Spur”, sie können nicht in den Zauber-Kreis vordringen. Im Hintergrund sieht man eine Höhle, wie von den Sybillen bekannt, vielleicht ist sie auch ein Portal zum Hades …? Es könnte sich um Nekromantie  – Beschwörung der Schatten der Unterwelt (Gestalten in der Höhle) zum Zwecke der Zukunftsdeutung handeln. Die Wächterfigur am Höhleneingang wäre dann Hekate.

The Magic Circle, John William Waterhouse [Public domain], via Wikimedia Commons

The Magic Circle, John William Waterhouse
quelle:wiki

Salamander glühe,
Sylphe verschwinde,
Undine sich winde
Kobold (Gnom)  sich mühe !

Wer sie nicht kennte,
Die Elemente,

Ihre Kraft und Eigenschaft,
Wäre kein Meister
Über die Geister.

Eine eher humorvolle Element-Anrufung, aus Goethes Faust.

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Posted by on Dezember 18th, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer Dezember: Julmond

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Lucia und Frau Holle, Wintersonne und der Zentaur des Schützen.
Dezember, Julmond ©scrano 2015
Models: faestock.

Der alte deutsche Name des Dezembers ist Julmond. Der Name kommt vom Julfest, der germanischen Feier der Wintersonnenwende. Andere Namen für Dezember sind Christmonat, da Weihnachten – das Christfest – im Dezember gefeiert wird, oder auch Heilmond, da „Christus das Heil bringt“. Letztere Namen kamen erst nach der Umwidmung des Julfestes im Zuge der Christianisierung auf.

Am 21. oder 22. Dezember ist der Tag der Sonnenwende – die Sonne steht genau über dem Wendekreis des Steinbocks am südlichen Breitengrad von 23°26,3′. Dieser Tag ist auf der Nordhalbkugel der kürzeste im Jahr, die Nacht ist die längste, auf der Südhalbkugel ist es umgekehrt. Es ist auch das offizielle Datum des Winteranfangs.

Was das liturgische Kirchenjahr betrifft, so beginnt es, abweichend von der normalen Kalenderzählung, mit dem ersten Adventsonntag. Dieser kann bereits Ende November oder erst Anfang Dezember sein, je nachdem, auf welchen Wochentag Weihnachten fällt.

Der Name lateinischDecem”, bedeutet Zehn, nach der alten Monatszählung ab März. Im Zodiak ist der Steinbock das 10. Zeichen, er herrscht über das 10. Haus der Gesellschaft, der Beziehung zum Vaterprinzip und des beruflichen Horizonts (Medium Coeli).  Am 21. 12. findet dann der Ingress der Sonne in den Steinbock statt, sein Herrscher Saturn ist Symbol des Alters, des Winters und der Pflichten des Lebens. Bei den Kelten herrscht jetzt die Cailleach, eine Figur ähnlich der  germanischen Frau Holle. Letzere schüttelt nun auch ihre Betten und taucht die Landschaft in unschuldiges Weiss, passend zum Beginn eines neuen Jahres. Die zuversichtliche Zeit des Schützen und Jupiter weicht der harten Realität von Saturn.

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Feiertage:

  • Luciafest das alte und 21.12. das neue Datum der Wintersonnenwende, mit ihrer Lichtsymbolik
  • Lichterfest der Freimaurer: Im Dezember wird bei uns Freimaurern das Lichterfest begangen, das sowohl an die Wintersonnenwende als auch an den zweiten Patron des Bundes, Johannes den Evangelisten erinnert.
  • Weihnachten

Antike Feste

  • 4. Dezember – Bona Dea-Rituale, ausschließlich für Frauen
  • 5. Dezember – Faunalia, zu Ehren von Faunus
  • 11. Dezember – Septimontium, Fest der Bewohner der sieben Hügel Roms (septem montes) – sieben ist auch die Zahl der Sonne.
  • 17. Dezember – Saturnalien zu Ehren Saturns (offizieller Feiertag erst ab 45 v. Chr.), wichtigstes Fest im alten Rom, wilde Feiern und verkehrte Zeit: Die Sklaven wurden von ihren Herren bedient, ein Saturnalienkönig gekrönt, der dem verrückten Treiben als Zeremonienmeister vorstand. Und es gab einen Geschenke-Brauch. Eine Mischung aus Fastnacht und Weihnachten.
  • 19. Dezember – Opalia zu Ehren von Ops – die Gemahlin von Saturn, eine Verkörperung der Erdmutter, ein letzter Erntedank.
  • 21. Dezember – Divalia oder Angeronalia zu Ehren von Diva Angerona
  • 25. Dezember – Dies Natalis Invicti zu Ehren von Sol/Sol Invictus, und Geburtstag von Mithras, das spätere Weihnachtsfest
  • 30. Dezember – 1. Januar – Compitalia zu Ehren der Laren, der guten Geister des Heims und der Familie – ein bisschen schamanistische Ahnenverehreung.

Germanische Gedenktage:

  • 21.12-6.1 Yul und Raunächte, die Modranecht (Mutternacht), in der das Sonnenkind neu geboren wird.

Hexenfeste: 13.Dezember, Lucia-Fest. 21. Dezember, Jul-Fest, auch als Mutternacht gefeiert, dazu endet jetzt die Herrschaft des Holly King, der Oak King, Symbol des Sommerhalbjahrs kehrt zurück.

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Winter Feuer – Sonnenuntergang zu Midwinter 2015.

Magischer Dezember – Korrespondenzen

  • Elemente: Feuer+Wasser (Jupiter), Erde (Saturn)
  • Zodiak – Haupteinfluss: Schütze/ Jupiter, Ingress der Sonne in den Steinbock, Herrschaft des Saturn ab der Sonnenwende
  • Pflanzen:  Fliegenpilz, Mistel, Ysop, Heliconie, Strelizie, Narzisse, Stechpalme, Poinsettia, Helleborus, Efeu.
  • Baum: Walnuss, Eiche, Zaubernuss  (Jupiter), Fichte, Tanne, Zypresse, Stechpalme (Saturn)
  • Duft: Ysop, Sternanis, Muskat, Basilikum, (Jupiter) Myrrhe, Weihrauch, Wachholderbeeren, Fichtenharz, Bernstein, Patchouli (Saturn)
  • Gottheiten:  Jupiter, Odin, Rosmerta, Fortuna, Saturn, Ops, Mithras, Cailleach, Holle,
  • Zodiak: Schütze mit Jupiter, Steinbock mit Saturn
  • Steine: Amethyst, Karneol, Lapislazuli (Schütze), Onyx, Granat, Rauchquarz, Malachit (Steinbock)
  • Metall: Zinn, Bronze (Jupiter), Blei (Saturn)
  • Kristalle: Feueropal, Iolith, Tanzanit (Jupiter), Bergkristall, Onyx, Granat (Saturn)
  • Elementale: Salamander (Feuer), Gnome (Erde)
  • Tiere: Pferde, Hirsch, Adler, Schwein, Gans (Jupiter), Rabe, Wolf (Saturn)
  • Mythologische Figuren: Gans, Zentaur, Greif, Die Alte, Rübezahl,
  • Farben: Orangerot, violett, royalblau, schwarz, violett, dunkelbraun

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Dezember-Rituale – raus aus dem Dunkel!

  • Weihnachtsmärkte: Nicht die gedrängten, bunten, lärmenden sondern die kleineren lokalen Märkte suchen, auch beispielsweise im Elsass, abseits von Strassbourg oder Colmar. Dort sind sie auch vom 1. Adevent bis zu Silvester geöffnet.
  • Auch schön: Esslingen oder Ulm mit seinen historischen und mittelalterlichen Märkten. Sie sind besonders stimmungsvoll mit der abendlichen Festbeleuchtung – oftmals sogar mit Fackeln und Feuerkörben.
  • Die Winterlandschaft geniessen: Dunstschleier über Schnee an später sonnigen Tagen sind auch ein mystisches Erlebnis – Reif ziert Zweige und dürre Gräser mit glitzernden Überzügen. Winterliche Sonnenuntergänge gehören zu den prächtigsten Himmelsspektakeln.
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Frau Holle hat schon ihre Federn bereit: Der Winter hält Einzug.
Snow Queen ©scrano 2015, model jlior

Aktivitäten für zu Hause:

  • Im Dezember ist auch wieder Sternschnuppen-Zeit, die Geminiden schauen an St.Lucia vorbei: Starke Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 13.12.2016 – eigentlich durchquert die Erde einen Partikelschwarm auf ihrer Bahn um die Sonne. Gelegenheit zum Staunen und Feiern mit Familie und Freunden. Und natürlich zum Wünschen !! Dafür ist am 23.12. mit dem  Ursiden-Schauer nochmals Gelegenheit. Da es jetzt eher dunkel wird, und bei dem prächtigen Wintersternhimmel, lohnt eine Beobachtungsnacht auch  in diesem Monat – wenn es denn aufklart.
  • Es gibt jetzt in der Natur nichts zu sammeln, ausser vielleicht Misteln und  Zweige von immergrünen Nadelbäumen für das Julfest. Jetzt lebte man vom Wintervorrat an Obst, Most, Nüssen und eingelagertem Gemüse – Kohlsorten wie Sauerkraut, Rotkohl und der noch frisch erntbare Grünkohl oder winterharter Endiviensalat. Dazu Wurzelgemüse, wie Rüben, Kartoffeln, Topinambur und Karotten, die in Erdmieten gespeichert wurden. Wir haben früher auch noch Karotten in Sandboxen gelagert. In den Rauchfängen hingen Würste und Schinken, in mageren Jahren nur ein paar Streifen Dörrfleisch. Vitaminmangel war vor der Verfügbarkeit von Frischobst auch im Winter, immer ein Thema in der kalten Jahreszeit, da war man froh über Hagebutten und getrocknete Beerenfrüchte oder Pilze. Später kam dann das Einmachen mit Zucker, als er nicht mehr so teuer war.
  • Schneeschippen – wenn die weisse Pracht denn bereits kommt. Einen Schneemann bauen.
  • An die Winterfütterung der Piepmätze denken! Amseln lieben besonders abgelagerte Äpfel, die man halbiert. Schnell noch selber Vogelhäuschen basteln oder auf dem Weihnachtsmarkt erwerben. Dort werden sie oft für von Tierschutz-Organisationen für den guten Zweck verkauft.
  • Ein Schmuck für den Schrein/Meditationsplatz oder generell das Heim: Ziergräser, Sedumblüten, vertrocknete Hortensien (natürliche Trockenblumen) mit Beeren-Zweigen, Nüssen und Efeuranken arrangieren. Auch Flechten und Moose eignen sich zur Dekoration – aber nicht vandalisieren! Jetzt wird noch mit den Julfarben Rot und Gold aufgetrumpft, Misteln, Tannen- und Fichtenzweige, Zapfen und rote Äpfel schmückt man mit Schleifen und stellt goldene oder echte Bienenwachskerzen dazu. Eine prächtige Amaryllis oder ein schöner Weihnachtsstern (nicht wegwerfen, nach dem Fest umtopfen!) setzen farbige Akzente. Pinienzapfen sind nicht nur dekorativ, man kann sich die leckeren Pinienkerne schmecken lassen. Für draussen: Helleborus in einem frostfesten grösseren Gefäss mit Zweigen, Bändern und ein paar LED-Lämpchen aufstellen – hübsch für den Tisch auf der Terrasse.
  • Jetzt geht’s ums Licht: Kerzen, Kerzen … Kerzen und Teelichter auf hübschen Tellern mit dekorativen Gewürzen anordnen, ihr Schein erwärmt das Gemüt. Sternanis, Gewürznelken-Orangen, Zimtstangen, getrocknete Zitrusscheiben erfreuen mit ihrem Duft. Auf die Feuergefahr achten!
  • Adventskalender – für Kinder oder Schokoholiker-Ehemänner. Es gibt sehr hübsche aus Stoff, mit Täschchen, oder welche aus Holz, die wie kleine Kommoden aussehen. Besser als die Wegwerfware aus Pappe, und vor allem ohne Plastik-Innenleben!
  • Räuchern: Weihrauch, Muskat, Ysop, Sternanis und Eichenmoos. Wachholder, Zeder, weisser Salbei, Gewürznelke, Fichtenharz, Myrrhe, Bernstein.
  • Barbarazweige geschnitten von Kirschen, Forsythien oder Zierquitten blühen, wenn man sie jetzt hereinholt und in eine Vase stellt, nach ca 14 Tagen auf. Nicht zu warm antreiben und weiches Wasser nehmen, täglich wechseln.

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  • Der Klassiker: Ein Kranz aus Stroh oder immergrünen Zweigen ist ein uraltes Symbol der Sonne und des Jahreskreises. Die vier Kerzen stehen eigentlich für die Elemente oder Jahreszeiten, sie symbolisieren die vier Speichen des Sonnenrades. Wie beim Kranz des Maibaums dominiert bei seinem Schmuck die Farbe Rot: Die Freude auf die Wiederkehr des Lebens wird gefeiert. In der protestantischen Tradition wurde der Adventskranz im 19. Jhd. als leuchtender Adventskalender von Johann Hinrich Wichern, einem Pastor der inneren Mission eingeführt. Auf diesem waren insgeskisses_under_mistletoe_by_kmygraphic-d6v9tmlamt 24 Kerzen aufgesteckt, wobei die Lichter für die Sonntage grösser waren. Auch der Adventskranz wurde wohl “getauft”, da seine Symbolik eigentlich eine sehr ursprüngliche ist, wie beim Weihnachtsbaum und Weihnachtsmann. Auch passt seine Lichtsymbolik sehr gut zur Vorstellung von Christus als Licht der Welt. Traditionell werden die Kerzen auf dem Adventskranz “widdershins” angezündet, also gegen den Sonnenlauf! Aus Antipathie gegen das Heidentum oder in guter alter magischer Tradition: Auf diese Weise reinigt man den Sakralraum von dunklen Mächten.
  • Nikolausstiefel füllen – jetzt kommt das selbstgemachte Weihnachtsgebäck recht. Dazu Nüsse, Mandarinen, kleine Äpfel und Schokofiguren.
  • Lucia-Katzen backen – ein Rezept wird es kurz vor dem Datum (13.12) geben.
  • Zum Julfest, Christfest oder Heiligabend:
  • Jul-Trinken (Jul-Minne), ein ursprünglich heidnischer Brauch, später wurde auf das neugeborene Jesuskind angestossen.
  • Wassail, nach einem gemeinsamen Umtrunk mit heissen Apfelmost aus der letzten Apfelernte die Obst-Bäume besprengen, einen Dank aussprechen – es soll sie gesund erhalten: Ein britischer Brauch:

“Old Apple tree, old apple tree;
We’ve come to wassail thee;
To bear and to bow apples enow;
Hats full, caps full, three bushel bags full;
Barn floors full and a little heap under the stairs.”

  • Weihnachtsbaum, er ist neueren Datums, nach England kam er erst mit Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg.
  • Mistelzweig mit roten Bändern schmücken, aufhängen – Schutzsegen für die Familie – auch ein Fruchtbarkeitsbrauch.
  • Julbock und Julblock: Ersterer erfreut die Kinder mit Geschenken, letzterer bringt Wärme und einen Segen fürs nächste Jahr ins Haus. Die Strohziegen-Figur mit ihren roten Bändern ist ein Wahrzeichen Thors, es symbolisiert Fruchtbarkeit. Zum Julfest wird er mit Geschenken beladen und zur Bescherung hereingeholt. Der zweite Julbrauch ist sehr alt und schlicht: Ein grosses Stück Holz von einer Esche oder Eiche wird feierlich entzündet, als neu erwachendes Licht. Der Julblock darf nicht erlöschen, das bedeutet Unglück.
Winterspaziergang am Breitenstein.

Winterspaziergang am Breitenstein.

In Frankreich ist der Julblock oder Christklotz ausgesprochen lecker, wir kaufen unseren im Elsass, oder wer selber Hand anlegen will: Leckere und kalorienreiche Buche de Noel.

  • Räuchern an Jul: Weihrauch, Lorbeer, Rosmarin, Wachholderbeeren, weisser Copal, Zeder, Fichtenharz.

 Lostage im Dezember:

1. Fällt auf Eligius ein kalter Wintertag, die Kälte vier Monate dauern mag.

4. Nach Barbara geht’s frosten an, kommt’s früher, ist nicht wohlgetan.

  • Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.
  • Barbara im weißen Kleid, verkündet gute Sommerzeit.
  • Auf Barbara die Sonne weicht, auf Lucia sie wiederum herschleicht.santa_is_comming_by_kmygraphic-dan1c9m
  • Geht die Barbara im Klee, kommts Christkind im Schnee.

6. Regnet’s an St. Nikolaus, wird der Winter streng und graus.

  • Trockener Nikolaus, milder Winter rund um’s Haus.

7. Ist Ambrosius schön und rein, wird Florian (22.12.) ein wilder sein.
8. Zu Mariä Empfängnis Regen, bringt dem Heu keinen Segen.
13. Kommt die Heiligie Luzia, ist die Kälte auch schon da.

  • St. Lucia kürzt den Tag, soviel sie ihn nur kürzen mag. Lucia ist das alte Datum der Sonnwende.
  • Zu den Raunachtsbräuchen und St. Lucia gibt es extra Artikel mit Rezepten.

21. Wenn Sankt Thomas dunkel war, gibt’s ein schönes neues Jahr: Beginn der Raunächte.

24. Wer sein Holz um Christmett fällt, dem sein Haus wohl zehnfach hält.thinking_home_by_kmygraphic-d83ifnd

  • Wenn es Weihnachten flockt auf allen Wegen, das bringt den Feldern segen.
  • Ist’s Heiligabend hell und klar, folgt ein höchst fruchtbares Jahr.
  • Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee.

26. Windstill muss St. Stephan sein, soll der Nächste Wein gedeih’n.

27. Hat der Evangelist Johannes Eis, dann macht es uns der Täufer heiß.
28. Habens die unschuldigen Kindlein kalt, so weicht der Frost noch nicht so bald.
31. Silvester Wind und warme Sunnen, wirft jede Hoffnung in den Brunnen.

Kalenderblatt Dezember:

  • Digital Art, nur für persönlichen Gebrauch, kein reupload irgendwohin!
  • Stocks & Referenzen, Dank für Beiträge bei DeviantArt.
  • X-mas Icons: kmygraphic.
  • Adventskranz:123- GIF.
  • fotos: ©beast666

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Posted by on Dezember 1st, 2016 Kommentare deaktiviert

Quergecheckt: Was macht eigentlich … ein Schamane

Berufung zum Schamanen

Schamane – Wissender – Heiler – Stammesführer

Teil I: Wie man zum Schamanen wird 

Die Berufung zum Schamanen hat eine interessante Parallele zu den Erweckungserlebnissen katholischer Heiliger, vor allem der grossen Mystiker: Franziskus mit seinen Stigmata , Antonius mit einer schizoiden Krise in seiner Wüsteneinsamkeit, Bernadette Soubirous mit ihrem extremen körperlichen Leiden. Auch die Erzählung vom Jonas im Walfischbauch gehört in dieses Umfeld.

Dann endet aber der Vergleich: Um Schamane zu werden, bedarf es ebenfalls eines Berufungserlebnisses – dann aber einer regelrechten Lehrzeit bei einem erfahrenen Schamanen-Lehrer und einer Initiation, quasi der Abschlussprüfung. Wie schon ausgeführt, oft muss ein angehender Schamane eine schwere „schamanische Krankheit“ überleben.
Dies wird als dann als seine Berufung angesehen, nicht die Krankheit, sondern die Fähigkeit zur Gesundung (Überwindung). Dies ist eine klare Widerlegung der psychopathologischen Interpretation von Schmananentum als psychotische Episode, wie die alte Ansicht von der sogenannten “arktischen Hysterie” !! Diese schamanische Krise birgt bereits Gefahren: Widersetzt sich der Auserwählte, kann er sterben oder zumindest geistige und körperlich schwere Schäden erleiden. Die Initiation, entweder schon die der Berufung oder aber die vor der Einsetzung als tatsächlich praktizierender Schamane, wird von dem Betroffenen oft so erlebt, dass er zerstückelt oder gefressen wird, analog dem schon erwähnten Jonas der biblischen Erzählung. Interessanterweise: Auch Jonas musste leiden, weil er sich seinem Ruf widersetzte. Grundlegend ist aber jedenfalls, dass der Erwählte einen drastischen symbolischen Tod erleidet, auf den eine Neugeburt als Schamane folgt.

Wenn er seine Berufung akzeptiert, übernimmt er eine schwere Bürde:

Dass das Wort Schamane „der Wissende“ oder „der Weise“ bedeutet, ist kein Zufall.
Dieser Beruf erfordert überlegene Intelligenz, ein weitreichendes Wissen und eine enorme Beobachtungsgabe. Ethnologen und sogar Missionare rühmten immer wieder die Selbstdisziplin, Konzentrationskraft und Klugheit der Schamanen. Außerdem braucht ein Schamane schauspielerische, rhetorische und musikalische Fähigkeiten. Seiner Praxis ging eine jahrelange Ausbildung mit Aneignung der Wissens über Traditionen, Heilmittel, Riten, Mythen voraus.
Dort erlernte er auch das Beherrschen der Gesänge und Musikstücke in oraler Überlieferung (Auswendiglernen und Anschauung).
Obwohl sie zweifellos mediale Veranlagung*** besitzen:

  • Schamanen sind ausgesprochene Pragmatiker, keine aufgestiegen Meister oder mystischen Gurus !

Denn sie tragen viel Verantwortung, unter Umständen hängt die Fortexistenz des Stammes von ihnen ab. Deshalb ist es kein Wunder, dass selbst in intakten schamanischen Kulturen Tricks und Täuschungen an der Tagesordnung sind. Das braucht kein Betrug zu sein, denn eine meditative Trance gibt für die Zuschauer nun einmal wenig her. Die „Show“ gehört deshalb bei vielen Schamanen dazu. Der Schamane – auch ein hervorragender Mentalist.
In einigen Fällen haben diese Tricks durchaus ihren therapeutischen Wert, wenn z. B. ein vorgeblich aus dem Körper des Patienten „ausgesaugtes“ Greifvogelgewölle als Krankheitsgeist ausgegeben wird. Das Gewölle erleichtert dem Patienten, sich den Heilungsvorgang vorzustellen, was auf psychosomatischen Weg die Heilung fördert. In dieserm Kontext ist auch die sogenannte Geist(er)chirurgie, welche oft zu Misinterpretationen geführt hat und die besonders auf den Philippinen praktiziert wird, zu sehen.
Schamanisches Heilen hat viel mit mit geschickt eingesetzten Placeboeffekten zu tun. Ritual und Psychodrama sind sehr mächtige Helfer bei der Heilung.

Ein bisschen Vorgeplänkel: Feuer und Schamanismus – unzertrennlich und verbündet.

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Fire-Spirit: In vielen Völkern waren Schamanen oft auch Schmiede.
Einige Etymologen glauben das der Ursprung des Wortes Schamane
nicht mit blossem Wissen sondern mit “Wissen um das Feuer”zusammenhängt.
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Der Schmied- ein heiliger oder magischer  Beruf? Bei den Kelten jedenfalls. Heil- und Schmiedekunst wurden oft in Personalunion ausgeführt. Die Göttin Brigid wachte über das Vieh, das Schmiedefeuer und die Heilkunde.  Schmiede hatten von jeher etwas mit den Wandlungsprozessen der Materie zu tun, da sie auch die Metallschmelze beherrschten, um dem Erz den kostbaren Stoff abzuringen.  Auch die Alchemie entstammt der Schmiedekunst. Es fällt auf, dass beim Schamanisieren in unseren nördlichen Breiten, Sibirien oder Lappland etwa, oft mit Bärlappsamen regelrechte Feuershows produziert werden,. Dasselbe wird auch erreicht mit dem Spucken von Alkohol in die Flammen. Besonders beim Voodoo-Ritual gehört dieses atropopäische Speien mit oder ohne Flammen zum Exorzier- oder Purgierritual. Alkohol an sich steht schon für das Element Feuer. Der Funkenregen der Bärlapp-Sporen galt ebenfalls als schutzmagisch und das urtümliche Gewächs war daher eine der heiligsten Pflanzen der Kelten.

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Holy Smoke ©scrano 2014

Räuchern gehört ebenfalls zum Handwerk: Fast jedes Ritual wird von Zeremonien begleitet in denen durch Feuer die magische Kraft von Pflanzen freigesetzt wird. Der Spirit, Deva oder das Göttliche steigt im Rauch auf und wird als Form der Anrufung in den Äther geschickt. Räuchern dient den Elementen Feuer und Luft, es wird zur Reinigung, zum Schutz und direkt zum Heilen eingesetzt. Es stellt eine Verbindung zur Welt der Geister her, es ist eine Art Toröffner. Mehr zu diesem Thema gibt es ausserdem in meinen Vorträgen zum Thema: “Spirituelle Ekstase und Schamanismus in Europa”.

Weiter im nächsten Teil “Was macht eine Schamanische Reise aus? – lasst Euch überraschen …

Da werde ich auch Techniken erläutern, wie man selbst eine solche Erfahrung machen kann, es ist nämlich kein mystisches Hexenwerk dabei.

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Ayahuasca Visionen: Bunt und nicht immer lustig.
Santo Daime ©scrano 2013

 

***Es ist dies vor allem eine extrem ausgeprägte Empathie und die Fähigkeit zur Intuition oder lateralem Denken.

 

Posted by on November 26th, 2016 2 Comments

Vor Samhain: Mundus Cereris Patet

Mundus Cereris Patet:Der Schoss der Erde Steht offen. Eoin Ausdruck für die Verbindung mit der Welt der Ahnen.

Mundus Cereris Patet:
Der Schoss der Mutter Erde Steht offen.
Ein Ausdruck für die Verbindung mit der Welt der Ahnen.

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Langsam geht es in Richtung Samhain …

Don’t be a scaredy cat.

 Ob eine schwarze Katze Unglück bringt, hängt davon ab,
ob man ein Mensch oder eine Maus ist.

Max O’Rell

Samhain Räucherung

  • 2 Teile Zimt
  • 1 Teil Oppoponax
  • 1 Teil Drachenblut (ein Harz)
  • 1 Teil Katzen-Minze
  • 1 Teil Patchouli
  • 2 Teile Jasmin
  • 2 Teile Ysop
  • 1 Teil Salbei
  • 1 Teil Vetiver
  • Meersalz, ungebleicht

Salz dient dem Schutz, es symbolisiert die Erde. Zimt steht für Sonne, Oppoponax für Pluto, Salbei für Merkur, Patchouli für Venus, Drachenblut für Mars, Jasmin für Mond, Ysop für Jupiter, Vetiver für Saturn, Katzenminze für Neptun. Alle Zutaten im Mörser zerkleinern, auf Räucherkohle portionsweise verrräuchern.

Oder einfacher:

Ein Stück  Palo Santo verräuchern, das ist sehr simpel – einfach anzünden und auf eine feuerfeste Unterlage (Räuchersieb) legen, die noch Luft an das Holzblöckchen lässt. Palo Santo ist das südamerikanische Sandelholz: Es schützt vor negativen Einflüssen, gleichzeitig stellt es eine Verbindung zu den Ahnengeistern her. Ausserdem riecht es sehr angenehm.

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©kmygraphic

Schokoäpfel
Noch eine gesunde Alternative zu den kommerziellen “Trick or Treat” Süsswaren: Durch die dunkle Schokolade sieht es aus, als stammten die Äpfel von der Moorhexe. Am besten nimmt man eine rotgeäderte Apfelsorte für den zusätzlichen Grusel-Effekt: Sternrenette beispielsweise. Diese alte Sorte muss man wegen der Wachsschicht gut trockenpolieren, aber sie hat ein tolles süss-säuerliches Aroma und die passende Grösse. Sie besitzt die beste rote Marmorierung des Fruchtfleisches, wie nach einem Vampir-Biss!

Zutaten:

  • süss-säuerliche Äpfel ,
  • 1Pckg Puderzucker,
  • Papierschablone “Netz”, gibt’s bei Halloween-Party-Bedarf.
  • Tafel(n) Schokolade 50% Kakao (Dessertschokolade von Weinrich)
  • dickere Holz-Schaschlik-Spieße

So geht´s:

  • Äpfel waschen, abreiben
  • Schokolade im Wasserbad schmelzen
  • Äpfel auf Spiesse stecken halb eintunken, auf Backpapier setzen
  • Schokolade fest werden lassen (nicht im Kühlschrank, sonst Graufärbung)
  • Puderzucker durch Schablone aufstäuben.. Geht auch mit Karamell-Spinnfäden, etwas aufwendiger allerdings.

Wichtig: Die Äpfel müssen vollkommen trocken sein.

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©kmygraphic

 

Posted by on Oktober 28th, 2016 Kommentare deaktiviert

Samhain: Brauchtum und kleine Rituale

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Der “Dunkle Mond”, Hekate, Lilith, “Dunkle Mutter” und mit Pluto verbunden:
Auch in den Jägern der Nacht, besonders Katzen und Eulen steckt dieser Archetyp.

Samhain Nights

When the moon on a cloud cast night
Shone above the tree tops’ height
You sang me of some distant past
That made my heart beat strong and fast

Now I know I’m home at last

You offered me an eagle’s wing
That to the sun I might soar and sing
And if I heard the owl’s cry
Into the forest I would fly
And in its darkness find you by.

So our love’s not a simple thing
Nor our truths unwavering

But like the moon’s pull on the tide
Our fingers touch, our hearts collide
I’ll be a moonsbreath from your side

I’ll be a moonsbreath from your side

Loreena McKennit auf YouTube

Der Tag des keltischen Fests Samhain, das bedeutet schlicht “Sommerende” wird nicht an Allerheiligen begangen, sondern ist der Zeitpunkt des Neumonds im Oktober oder des 11. Vollmonds des Jahres, im November. Der liturgische Kalender der Kelten richtete sich nach den Mondzyklen, im Unterschied zur christlichen Kalendertradition, die auf der Siebentagewoche mit der Betonung des Sonntags basiert. Beide beinhalteten auch noch die Höhepunkte des solaren Jahres und die Äquinoktion. Die willkürliche Festlegung mancher Feiertage, wie Halloween/Allerheiligen auf kalendarische Fixpunkte, vor allem solcher, die einen ursprünglich heidnischen Bezug hatten, wurde von der Kirche durchaus bewusst so gewählt. Dadurch konnte man diese Feste vereinnahmen, sie aber aus ihrem naturreligiösen oder paganen Zusammenhang lösen. Samhain galt als Zeit, in der die Ahnengeister und auch die Sidhe (Feen, Elfen) sich unter den Sterblichen gesellen konnten. Bei den Römern gab es auch Feste, an dem der Orkus offenstand: “Mundus Cereris patet”, eines davon am 8. November, wahrscheinlich der Ursprung des Allerheiligenfests, das eigentlich aus Italien stammt. Diese Zeit ist in unseren Breiten, bedingt durch den nahenden Winter, generell mit den Attributen Tod und Vergänglichkeit besetzt. Der römische Kalender beinhaltete drei solche Grenz-Tage, allesamt Erntefeste, wie der Name Ceres (Demeter) in der Bezeichnung ahnen lässt. Das ist durchaus analog der keltischen Abfolge Lughnasa, Mabon, Samhain und fand zu ähnlichen Zeitpunkten statt. Bei den in ihrer Frühzeit nicht sesshaften Kelten hatten die vier Mondfeste Imbolc, Beltane, Lughnasa und Samhain noch Vorrang noch vor den Sonnenfeiern des bäuerlichen Jahrezeitenkreislaufs. Obwohl man wohl schon im Neolithikum versuchte die beiden Kalendersysteme zu synchronisieren. Manche Archäologen vermuten in den megalithischen Steinsetzungen, wie zum Beispiel den Alignements von Carnac oder dem eindrucksvollen Steinkreis von Stonehenge Anlagen mit der Funktion einer astronomischen Uhr. In die Zeit der Erichtung der ältesten dieser Monumente um 5000 v. Chr. fällt in Mittel- und Nordeuropa auch die Umstellung auf eine Ackerbauerngesellschaft. Alle diese Steinsetzungen haben neben dem Bezug zu den  Sonnenwenden auch eine Ausrichtung auf Eklipsen, solare und lunare. In diesen Finsternissen war für das religiöse Empfinden  der neolithischen Völker die Beziehung der beiden götttlichen Himmelslichter als spektakuläres Himmelsdrama  erlebbar. Auch die Himmelsscheibe von Nebra aus der frühen Bronzezeit ist in einem solchen Zusammenhang zu sehen.

Standing Stones Alignements von Menhiren bei Carnac.©beast666

Standing Stones: Alignements von Menhiren bei Carnac.
©beast666

Samhain ist Fest des letzen Viertelmonds oder der “mondlosen” Nacht. Jetzt beginnt die dunklen Hälfte  des Jahres. Die Verbindung des Festes zum Jahrezeiten-Zyklus ist sehr deutlich. Nach Ausreifung der Früchte, nach der Samenbildung, welken die oberirdischen Teile der Pflanzen und sterben ab. Einjährige Blumen vergehen gänzlich. Nur der neue Samen, der den nächsten Kreislauf in sich birgt, überdauert. Die Lebenskraft zieht sich bei zunehmender Kälte ins Innerste der Erdmutter zurück. Diese trägt nun auch nach dem Tod des solaren Prinzps des alten Jahres, bereits das neue Licht in sich, dass sie an Yul wieder in die Welt bringen wird. Wir müssen lernen, Vertrautes und Geliebtes wieder gehen zu lassen und den Tod als Teil des Naturzyklus zu begreifen. Auch dass es nichts dauerhaftes gibt, noch nicht einmal den Tod.


witch_hatIn der Nacht zum 01. November wird in den meisten Hexentraditionen das Übergangsritual zwischen den Welten gefeiert, zu dem Orakelbefragungen und Kontakte mit der Geisterwelt möglich sind. Andere naturreligiöse Gruppen feiern ihr Samhain in der 11. Schwarzmond- oder Vollmondnacht.

Samhain ist eines der acht Eckfeste, die bei den vorchristlichen, europäischen Völkern mit Feuerzeremonien in Verbindung standen:

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Ab Samhain begibt sich die Sonne in die Obhut von Gaia.
Sie bewahrt sie in ihrem unterirdischen Reich bis Yul.
Little Earth Mother ©scrano 2016

Gottheiten:

  • Gwyp ap Nudd – Herrscher von Anwyn, der Unterwelt/Anderswelt, Gemahl von Queen Mabd, entspricht Pluto
  • Cernunnos, der Herr der Tiere, der Hirschkönig
  • Ceridwen, Cailleach, die Alte mit dem Kessel der Regeneration
  • Dis Pater, Pluto, Hades
  • Hekate
  • Ereschkigal
  • Hel/Holle, der Todes-Aspekt von Freya/Frigg
  • Saturn, Baron Samdi, Papa Legba
  • Jahreskönig, Tammuz, Holly King
  • Orion, Herne
  • Morrigan in ihrer Dreigestalt: Macha, Nemain, Babdh

Symbole:

  • Kessel,
  • Feuer
  • Krähe, Fledermaus, Eule
  • schwarze Tiere
  • Spinnen, Schlangen
  • Kürbis(Rüben)-Laterne
  • Äpfel und Haselnüsse

Rituale:

Räuchern, am besten im Freien, manche der Samhain-Räucherungen stinken, ich sage nur Asa Foetida! Wermut entwickelt auch keinen Rosenduft. Wer kann, entzündet ein Samhain-Feuer, das geht auch im Kamin. In vorchristlicher Zeit man die Ahnen feierlich gebeten in den Kreis der Menschen um das Feuer zurückzukehren. Schwangere Frauen erhofften eine Reinkanation eines Familienmitglieds in ihrem ungeborenen Kind.

Ein wohlriechenderes Rezept:

  • 1 Teil Beifuss
  • 1 Teil Oppoponax oder Myrrhe
  • 1 Teil Minze
  • 1 Teil Salbei
  • 1 Teil Patchouli

Alles im Mörser zerkleinern, dann portionsweise auf Räucherkohle geben.

Gemeinsam essen:

Häufig gibt es Wurzelgemüse, Knollen aber auch vor allem in früherer Zeit auch Fleisch. Es ist der Brauch der  “letzten Ernte”, Tiere, die es nicht über den Winter schaffen würden, hat man jetzt geschlachtet und das Fleisch für die karge Jahreszeit haltbar gemacht. In diesem Zusammenhang steht auch die Martinsgans, das Tier ist zugleich ein Symbol der Grossen Mutter.

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Nein, nicht wegschauen, Vegetarier-und Veganersensibelchen: Das gehört auch zum Leben! Davon abgesehen, dass hier es sich nicht um eine obszöne Tötungsmaschinerie***, wie in unseren Schlachthöfen handelte. Die Tiere gehörten mit zur Familie, man musste sich schon sehr überwinden, und wusste genau, wem man das Überleben im Winter zu verdanken hatte. Heute hat man es leichter, auf Fleisch zu verzichten, damals hing das Leben davon ab, und die Menschen mussten in der Winterkälte schwer körperlich schuften. Mit Soja-Müsli wäre das wohl nicht allein zu bewerkstelligen gewesen. Das war keine Frage von Luxus-Lebensmitteln, sondern von Hunger. Auch für die Tiere, die bei zuwenig Futter im Winter ebenfalls elend zugrunde gehen konnten. Den Aufstieg und die rasante Gehirnenwicklung verdankt der Mensch auch dem Zugang zu tierischem Protein, schon die Grossaffen waren Jäger. Das früher geschmähte Mesolithikum brachte eine “Kulturexposion”, wie man durch neuere archeologische Funde weiss, auch gerade wegen der erstmals systematisch durchgeführten Küsten- und in Anfängen sogar Hochseefischerei. Viele der jetzt zum Vorschein kommenden, blühenden Ansiedlungen lagen an der Küste, oder z.B. im Bereich der Sände des jetzigen Wattenmeers (Doggerbank).

  • Aber heutzutage tut es auch Apfelstrudel, Gemüse-Eintopf mit Kohl, und Kürbis-Suppe mit selbstgebackenem Zwiebelbrot. Oder ein leckerer Kürbiskuchen, mit dessen Rezept man auch Halloween-Muffins backen kann. Wir haben ja Zentralheizung und sind im allgemeinen nur Bürostuhlwärmer.

Man kann auch gemeinsam Maronen am Kaminfeuer rösten, dafür gibt es Maronenröstkörbe mit langem Stiel aus Gusseisen in Kaminzubehör-Läden.

Als Getränk: Heisser Apfel-Cidre mit Gewürzen schmeckt nicht schlecht, ein bisschen für die Ahnen versprengen!

Einen Platz am Tisch zusätzlich decken, oder draussen, wenn der Gartentisch noch auf der Terasse steht, einen Teller mit Speisen anrichten und eine Kerze dazustellen.

  • Das sogenannte “dumb supper“, ein symbolisches Mahl für  verstorbene Familienmitglieder, vor allem des letzten Jahres, auch geliebte Haustiergefährten werden hier bedacht.
  • Ein Licht ins Fenster stellen, ein Brauch der in vielen Gegenden zu Allerheiligen ausgeübt wird, aber vorchristliche Wurzeln hat.

    ouiji

    Ouja Board by sevenoaksart.co.uk

Orakeln:

  • Gerne darf das angestaubte Ouja-Board zum Einsatz kommen. Glaubt bloss nicht den Unsinn über bööööse Flüche und Geister, es ist einfach eine art Do-it-yourself Seance mit nicht mehr Auswirkungen wie etwa Gläserrücken (davon stammt es vermutlich ab) oder Bleigiessen zu Sylvester.
  • Für viele ist Tarot der Klassiker unter den Orakeln. Ich verwende die Karten lieber zur Introspektion.

Entrümpeln und recyceln: Das Thema von Samhain ist auch ein skorpionisches, oder eins des 8.Hauses: Loslassen und Dinge in den natürlichen Kreislauf zurückführen.

Gärtnern: Jetzt ist die beste Zeit, den Komposter zu entleeren, und umzusetzen.

Trick or Treat: Last but not least, der jährliche Spass-Rummel für Kinder!

witch_by_kmygraphic-d9cyderDekoration: Allerlei Nachtgetier, die Halloweenkatze darf nicht fehlen, Fratzen, Masken, Hexenbesen und Hüte. Fratzen-Kürbisse und andere schaurige Laternen, besser als Kerzen, wenn Kinder mit von der Partie sind.

Wer weniger Fasching will:

  • Ich stelle 13 Maxi-Teelichte in Gläsern im Kreis auf, in die Mitte kommt ein grosser Kupferkessel mit Sand, in dem man auch räuchern kann.
  • Dekoriert wird mit Äpfeln, Nüssen und passenden Blumen (Ringelblumen z.B. gehören zum Pluto).
  • Dazu kommen schwarze, silberne und orange Kerzen auf einem Metall-Tablett.
  • Es ist schliesslich auch ein Fest der Stille, nach dem Geisterspektakel.
  • Bilder von verstorbenen Eltern, Grosseltern und Haustieren mit Blumen und Kerzen arrangieren

Man kann auch einen stillen Gang auf den Friedhof machen, oder in die Natur hinausgehen, wenn das Wetter nicht zu scheusslich ist. Bei Freimaurern gibt es den Brauch, verstorbenen Brüdern die symbolischen drei Rosen auf das Grab zu legen: Licht (weiss), Liebe(rot), Leben(rosa), oder Weisheit – Stärke – Schönheit.

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Loreena McKennitt, kanadische Folksängerin, Harfenvirtuosin und Komponistin:

Loreena McKennitts Lieder zeichnen sich durch mystisch beeinflusste Texte aus, gepaart mit der Musik von teilweise mittelalterlichen Instrumenten, wie irische Harfe, Drehleier und Dudelsack. Dominierend sind hierbei traditionelle irische bzw. keltische und orientalische Motive. Sie verarbeitet in ihrer Musik aber auch klassische Themen der britischen Literatur. So vertonte sie romantische Balladen wie “The Lady Of Shalott von Alfred Tennyson und “The Highwayman” von Alfred Noyes sowie mehrere Sonnette von William Shakespeare.

 

***Da ist die Art und Weise wie Löwenbabys als nicht rentabel genug einfach in Zoos eingeschläfert werden, damit angehende Veterinäre was zum Üben haben, schon eher pervers. Obwohl man weiss, das diese Raubkatzen extrem gefährdet sind!  So geschehen in Dänemark, und wer weiss noch wo sonst.

Referenzen “little earth mother”

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21.6. – 24.6: Sommersonnenwende und Johannistag

Sulis: Leuchtende Sonne zum Höhepunkt des Jahres.

Leuchtende Sonne zum Höhepunkt des Jahres.
Sulis ©scrano 2014

Sommersonnenwende – Alban Heruin (keltisch) – Johannis – Mittsommer

Am 21. Juni wird Sommersonnwende gefeiert. Die Kelten nannten es Alban Heruin, dieses keltische Wort (gesprochen: Alwan Eru-in) bedeutet übersetzt “Licht der Küste”, denn bei den Kelten ging es bei diesem Fest um den Kreislauf des Wassers, das um die Küsten herumfließt, die Abgrenzung zwischen Wasser und Erde. Bei den Germanen war es das Mittsommerfest. Die katholische Kirche machte daraus das Fest zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers.

Die Sonne als alles dominierender Himmelskörper wurde von den Menschen sehr wahrscheinlich sehr früh beobachtet, weswegen man in den Sonnenwenden die ältesten Feste der Menschheit vermutet. Die erste überlieferte menschliche Aufzeichnung überhaupt befaßt sich mit dem Sonnenzyklus. Es handelt sich um ein geschnitztes Stück Hirschgeweih aus Le Placard bei Charente (bekannter Landstrich mit paläolithischer Höhlenmalerei in Frankreich). Es ist ca. 20.000 Jahre alt und trägt Ritzmarkierungen, die mit dem Jahreszyklus der Sonne in Verbindung gebracht werden.

Europas bekannteste megalithische Stätte der Sommersonnenwende ist natürlich Stonehenge. Hier wurde die Wintersonnenwende zelebriert, wahrscheinlich mit einem Ahnenkult verbunden. Auch die Synchronisation von Mond-und Sonnenkalender kann man an dem berühmten Bauwerk ablesen. Heute feiern moderne Druiden dort ihr Sonnwendfest – die einzige Gruppe, die das darf!

Eine Sonnenwende oder Sonnwende (lateinisch solstitium, griechisch ἡλιοστάσιον hēliostásion “Stillstand der Sonne”) findet zweimal im Jahr statt. Zur Wintersonnenwende – auf der Nordhalbkugel der Erde am 21. oder 22. Dezember – erreicht die Sonne die geringste Mittagshöhe über dem Horizont, während der Sommersonnenwende am 20., 21. oder 22. Juni (an Orten nördlich des nördlichen Wendekreises) ihren mittäglichen Höchststand über dem Horizont. Auf der Südhalbkugel sind die Verhältnisse umgekehrt, während des dortigen Winters ist auf der Nordhalbkugel Sommer. Bei einer Sonnenwende erreicht die Sonne im Lauf eines Sonnenjahres den größten nördlichen oder südlichen Abstand vom Himmelsäquator. In diesem Augenblick kehrt die Sonne ihre durch die Schiefe der Ekliptik bewirkte Deklinationsbewegung um und nähert sich wieder dem Himmelsäquator. Diese maximale Deklination erreicht sie jedes Jahr zweimal: Einmal nördlich und einmal südlich des Himmelsäquators.  Je nach betrachteter Erdhalbkugel spricht man dabei jeweils von der Sommer- oder Wintersonnenwende. Die astronomische Sommersonnenwende findet in Mitteleuropa meist am 21. Juni statt, doch nach dem Julianischen Kalender war es der 24. Juni, also das Fest der Geburt des hl. Johannes. Nun wurde die altertümliche Tradition des Sonnwend-Feuers mit der kirchlichen Feier verknüpft  – so entstand dann der Brauch des “Johannisfeuers“

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Tageslängen auf der Erde am 21. Juni.

Das Feuer ist eine natürliche Lichtquelle neben Sonne, Mond und Sternen. Es steht auch in Verbindung mit Reinigungsvorgängen, einer Läuterung vom Unedlen.  Mit der Hitze des Feuers wurde beispielsweise das Silber von Verunreinigungen befreit: Schon bei den Alchemisten galt daher “Feuer” als Bildwort für eine Läuterung , auch eine geistliche. Das wurde vom Christentum übernommen:  z.B. im “Fegfeuer”. Auch das Autodafe, die Verbrennung von Ketzern und Hexen ist neben der abschreckenden Wirkung auch als Reinigung des Sünders und der Gemeinde vom Bösen zu sehen. Die Kirche drückte  nach einem zeitweiligen Verbot der alten naturreligiösender Sonnenwendfeier einen christlichen Stempel auf.  Ab dem 12./13. Jahrhundert wurde das Fest Johannes des Täufers auf die Sommersonnenwende gelegt und diese in das Johannisfest umbenannt.  Der mit der Sommersonnenwende verbundene heidnische Brauch des Sommerfeuers wurde zum Johannisfeuer.
Die Sommersonnwende ist eines der vier Sonnenfesten im achtspeichigen Jahresrad.  Ihr Gegenstück ist die Wintersonnwende. Daneben gibt es noch die Frühjahrstagundnachtgleiche und die Herbsttagundnachtgleiche. Die anderen vier sind Mondfeste: 3 Vollmond- und ein Neumondsfest (Samhain). Der Johannistag wird auch heute noch als ein Fest des Sommerhöhepunktes gefeiert. Die Johannisnacht am 24. Juni gilt als die kürzeste Nacht des Jahres, in der allerlei magische Dinge passieren können. Viele Märchen handeln auch von Naturwundern, vor allem im Zusammenhang mit Pflanzen, die in dieser Zeit auftreten: Zum Beispiel die Sage von den Beifusskohlen, oder der Farnblüte. Die Sonnwende galt als weitere Nahtstelle zwischen den Welten, in der sowohl die Götter als auch die Naturgeister den Menschen nahetreten konnten. Man konnte die Götter mittanzen sehen, verlor seinen alltäglichen Verstand und wurde “ver-rückt”.
Von solchen “Johanniswundern” sprachen auch noch die Bauern im Mittelalter. Daher hat die Kirche den ursprünglich heidnischen Überlieferungen bezüglich Fauna und Flora durch Umbenennungen von Pflanzen der Sonnwendsbräuche den Namen von  Johannes dem Täufer aufgeprägt

Wenn Johannis ist geboren,
gehen die langen Tage verloren.

Wenn die Johanniswürmer glänzen,
darfst du bereiten die Sensen.

Wenn kalt und nass Johannis war,
verdirbt er meist das ganze Jahr.

Der Johannistag als Lostag in der bäuerlichen Welt:

Johanni ist als Lostag in der Überlieferung für die Landwirtschaft und Wetter von zentraler Bedeutung. Die Sommersonnenwende leitet meist mit dem Ende der Schafskälte die Erntesaison ein. Zeigerpflanzen und Tiere der Phänologie sind daher traditionell nach diesem Tag benannt:

  • Die Schwärme der Johanniskäfer (Glühwürmchen) entfalten ihre Leuchtkraft in der Zeit rund um die Johannisnacht besonders intensiv.
  • Zeigerpflanzen: Johannisbeeren werden reif, Johanniskraut beginnt zu blühen.
  • Wegen der vermehrten Produktion von Oxalsäure sollte man nach Johanni keinen Rhabarber mehr ernten.
  • Volkstümlich wird der Johannistag in Deutschland auch „Sommerweihnachten“ oder „Spargelsilvester“ genannt: Der Johannistag markiert auch das Ende der Spargelzeit. So haben die Pflanzen genügend Zeit, Kraft fürs nächste Jahr zu sammeln.
  • Der 24. Juni spielt bei den Freimaurern eine wichtige Rolle. Für sie endet und beginnt an diesem Tag der Lauf des Jahres

Für alle Kräutersammler ist die Johanniszeit der Höhepunkt im Heilpflanzenkalender. Die Sonnenenergie wirkt nun besonders deutlich in ihnen, und in ihren Inhaltsstoffen können wir etwas von Wärme und Licht der sonnendurchfluteten Sommerzeit in den kalten, dunklen Winter hinüberretten.  Zu den Pflanzen gehört an erster Stelle das  Johanniskraut, der eingefangene Sonnenschein, das vor allem antidepressiv wirkt und entzündungshemmend. Desweiteren Arnika, Christophskraut, Beifuß, Holunderblüten, Schafgarbe, Odermennig, Blutwurz, Ringelblume, Königskerze. Zum Volksbrauchtum dieses Festes gehören auch Kräuterkränze, mit denen Wegkreuze und Heiligenbilder geschmückt wurden. In meiner Heimat in Ostbayern wurden eigene Sonnwendbuschen aus verschiedenen Kräutern (sieben oder zwölf) hergestellt. Mädchen bekamen Blumenkränzchen aus Margeriten. Die Frauen haben für uns Kinder  “Holunderküchlein”  (die Blütendolde des Holunders in Bier-Pfannkuchenteig) ausgebacken. Deshalb heißt der Johannistag auch oft “Holdertag”. Der Holunder gilt auch als aphrodisierend:

Zu Johanni, da blüht der Holler, da wird die Liebe noch toller !

Dank- und Freudenfest

Bei den Kelten wurde die Sommersonnwende zwölf Tage lang gefeiert. Das erinnert an die Raunächte zu Weihnachten, der Wintersonnwende. Alban Heruin ist das keltische Eichenfest, das den Vorabend des längsten Tages markiert. Die Sommersonnenwende (kelt.: Heulsaf Yr Haf) markiert den höchsten Stand der Sonne im Jahreskreis und leitet so den Sommer ein. Auch die Eiche, als höchstes druidisches Symbol ist auf dem Gipfel ihrer Energie. Die zu Alban Heruin verehrten keltischen Götter sind Bel, der  Sonnengott, sowie Danu, die keltische Mutter des Landes, die Reichtum und Überfluß verkörpert. Die zu Beltane geknüpften “zarten Bande” werden nun in Hochzeiten “gefestigt”.

Auch bei den ehemals germanischen Völkern Mitteleuropas und Skandinaviens ist das Mittsommerfest heute noch ein Fest der Freude und des Dankes. Und auch das Mittsommerfeuer stellt ein Dankes- und Freudenfeuer dar. Wie beim keltischen Beltane oder zu Walpurgis findet man ein Brauchtum mit Tanzriten und Feuersprüngen. Es wurden Teiche und Brunnen geschmückt, zu Ehren der Götter des Wassers und der Weisheit. Die Germanen feierten zu Midsommer ebenfalls die Muttergottheiten, so auch Balders Mutter Frigg. Das Thing (Parlament) wurde einberufen  und es wurde Gericht gehalten.

An Alban Heruin, liegt bereits der Zeitpunkt im Jahreskreis, wo der Sonnengott des Frühlings, oder auch sein Stellvertreter, bei den Kelten z.B. der sogenannte “Eichenkönig”, einen rituellen blutigen Tod erleidet. Hier stirbt jedoch nicht die Sonne an sich, sondern der milde Schein der Frühlingssonne, wie etwa durch Baldur oder Belenos verkörpert, weicht der harschen Glut des Sommers, verkörpert durch Lugh oder Loki. Deren Zeit bringt dann den Erntesegen.
Das Opfer des Eichenkönigs vollzieht sich oft als (symbolische) Enthauptung. Auch der berüchtigte Kopfkult der Kelten geht auf eine solche Legende zurück: “Bran der Gesegnete“.
Im Orient gibt es im Zusammenhang mit dem Kult der “Magna Mater” ebenfalls solche Beispiele: Ichtys, Attis, Tamuzi oder Dumuzi, Nimrod, Enkidu. Dann gab es noch den babylonischen Kulturbringer namens “OANNES”. Klingt ja tatsächlich ähnlich wie “JOHANNES”.  Auch er war ein solares Wesen (eine Form des Sonnengottes Dagon), wie die Sonne tauchte er aus dem Ozean auf um am Abend dort wieder zu versinken. Oannes wird auch “Fischgott” genannt, er hatte ein Menschenhaupt auf einem Fischleib. Diese Parallele: Wasserelement und Sonne finden wir auch beim Täufer. Jesus, dessen Ankunft er predigte war ebenfalls sowohl “Geopferter Sohn” als auch solarer Heros, dessen Symbol wiederum der Fisch war; auch wurde er als Menschenfischer bezeichnet, seine Anhänger als Nasrani, kleine Fische. Und  Johannes der Täufer, wurde ja letztendlich ebenfalls enthauptet, wie seine vielen mythologischen Vorgänger. Salome, Tochter des Herodes verlangte nach einem überaus erotisch-ekstatischen Tanz (der sieben Schleier – eine solare Zahl!)  als Belohnung den Kopf des Johannes auf einem goldenen Tablett – beides Sonnensymbole.

Oannes - Weiser aus zwei Welten.

Oannes – Weiser aus zwei Welten.

Die Sonne als weibliche Göttin

Nach all dem männlichen Glanz und Gloria, auch bei den lichtkult-begeisterten Männerbünden:  Nicht immer war die Sonne männlich! Bei den nördlichen Völkern, Kelten, Germanen, Slawen  und interessanterweise den Japanern auf der anderen Seite des Globus ist sie eine Frau.  Sul(is), Sol (Sunna), Saule und Amaterasu.  In diesen kalten Weltgegenden, die Japaner stammen usrprünglich aus der Himalaya-Region, tritt die lebensspendende Wärme wohl als mütterlich assozierte Kraft in den Vordergrund.  Bei der heilspendenden Sulis aus dem englischen Bath ist auch, typisch keltisch, ein Kopfkult bekannt. Die goldene Sonnenscheibe als Himmelshaupt. Sul ist auch noch in “IRMINSUL” enthalten, der germanischen Weltensäule, einer Form des Lebensbaums. Die Sonne wurde als ein auf dieser Himmelsachse ruhendes Haupt gesehen.
Eine Sonnengöttin wurde verehrt vor allen in matriarchalen Kulturen, wo die Frau noch ihren Platz als geachtete Heilerin, Kriegerin, Seherin und Schamanin hatte. Gruppen von Frauen und Mädchen tanzten an diesem Fest auf den höchsten Bergen und hatten dort natürlich auch ihre Freudenfeuer. Wie der Beiname Hekatos für den griechischen Sonnen-und Lichtgott Apollon belegt, war auch Hekate ursprünglich nicht nur für die Nacht zuständig, ein paar Aspekte der allumspannenden Weltgöttin sind selbst hier noch zu finden.
Die ebenfalls zur indo-europäischen Ur-Familie zählenden Inder hatten zuerst eine weibliche Sonnengöttin namens SURYA, die später zum männlichen Sonnengott SURYA wurde, wie das oft der Fall war im Zuge der Patriarchalisierung.

Feuer und Wasser, Tag und Nacht: Johannisfeuer an der Grenze zwischen den Welten.

Feuer und Wasser, Tag und Nacht: Johannisfeuer an der Grenze zwischen den Welten.

Das Litha-Fest im Neuheidentum

Hier wird die Sommersonnwende in keltischer Tradition oft Eichenfest genannt, aber auch die Bezeichnung Blumenfest findet man. Der Name Litha geht auf die gleichnamige keltische Mondgöttin zurück, die für Überfluß und Fruchtbarkeit, Macht und Ordnung steht. An diesem längsten Tag im Jahr gibt es Licht und Leben im Überfluß. Zum einen ist es ein Feiertag der die volle Kraft des Lebens darstellt, auf der anderen Seite ist es auch der Zeitpunkt,  nach dem die Tageslänge wieder schwindet. Man feiert im Bewußtsein, daß alles im Leben seine Zeit hat, und Höhepunkte unweigerlich überschritten werden. Das Alte muss dem Neuen weichen. Man erfreut sich an der vollen Kraft des Lebens, aber gedenkt auch der Sterblichkeit seiner Existenz.

Natur:
Die Tage werden jetzt zwar wieder kürzer, aber der Hochsommer beginnt gerade erst, ebenso die Reife- und Erntezeit. Die Hitze der Hundstage (nach dem Sternbild “Grosser Hund”  mit seinem Hauptstern Sirius benannt) steht uns noch bevor,  Walnüsse wachsen unter dem nun dunkelgrünen Blätterdach, die Beeren der Eberesche beginnen sich röten. Die Kinder freuen sich über die Kirschenzeit, auch Himbeer- und Heidelbeersträucher tragen jetzt überreich, laden zur Ernte ein. Es ist Mittsommer, und noch einmal wallt die Lebenskraft jubilierend auf.

Jahreskreis
Zur Sommersonnenwende an Litha hat die Sonne mit dem längsten Tag und der kürzesten Nacht den Höhepunkt ihrer Bahn im Wendekreis des Krebses erreicht. Die Sonne ist als gehörnter Vegetationsgott auf dem Höhepunkt seiner Kraft. Aber er weiß auch, daß seine Kraft von nun an langsam schwinden wird. So lässt er all seine gespeicherte Lebensenergie in der Erde aufgehen, was den Erntezyklus für Mensch und Tier einläutet. Was an Strahlkraft schwindet, wird durch Wärme mehr als wettgemacht, was man merkt, wenn man im Juli oder August die nun dichten Blattdächer der Bäume auf der Suche nach Schatten aufsucht.  Die Erd-Mutter empfängt diese Kraft, die der Sonnengott ihr opfert, um damit die Frucht, die sie im Leibe trägt zu nähren: Die nächste Inkarnation ihres nun sterbenden Gemahls und mit ihm zusammen die Früchte des Bodens, Nahrung für Mensch und Tier.  Auch diese tragen in ihren Samen die nächste Generation der Pflanzenwelt. Die Göttin ist immer noch die fruchtbare, jetzt schwangere “Grosse Mutter”  in der Lebensfarbe Rot. Der solare Aspekt des Gottes wird mit der Bitte angerufen, besonders große Fruchtbarkeit über das Land zu bringen. Zum Ausgleich zur sommerlichen Hitzeglut wird innerhalb des Litha-Festes die Göttin in ihrem mondhaften Aspekt des Wassers angerufen. Ohne das ebenfalls lebensspendende Nass würde die Natur trotz der solaren Lebensenergie kein Wachstum hervorbringen. Die Erde bliebe unfruchtbar.

Volks-Brauchtum:
Vor allem in Bayern und im Alpenraum ist die Tradition des Sonnwendfeuers noch sehr lebendig. Das Feuer symbolisiert die Macht der Sonne. Man verbrennt alle schlechten Gedanken und Erfahrungen am Feuer und stärkt sich an ihm.  Die Mächte der Finsternis und des unweigerlich kommenden Winter sollen von den Flammen noch zurückgehalten werden. Die beissenden Rauchschwaden sollen sich nähernde Unholde verscheuchen. In Tirol und in der Steiermark legte man aus diesem Grund großen Wert auf eine kräftige Rauchentwicklung der Feuer, denn das “Sonnwendra(u)chen” sollte traditionsgemäß die Luft von bösen Gewalten reinigen und gutes Wetter für eine reiche Ernte erwirken.

Christliches Keltenkreuz : Jesus als solarer Heros.

Christliches Keltenkreuz : Jesus als solarer Heros.

Entsprechend glaubte man auch, daß die Felder, über welche die Rauchschwaden hinwegstrichen, besonders ertragreich ausfielen. Im Norden waren die Feuer dem Gott Balder geweiht. So kennt man in Schweden,  noch heute den Ausdruck “Baldur’s Balars” für “Scheiterhaufen” und glaubte, daß man mit Hilfe der Flammen die Macht der Trolle und anderer böser Geister, die ihr Unwesen in der Dunkelheit trieben, zunichte machen konnte.

Das Feuerspringen war und ist zentraler Bestandteil der Feierlichkeiten, soll verjüngende Wirkung besitzen und Liebesverbindungen festigen – förmlich “zusammenschweissen” wollte sich das Paar, das wie Siegfried und Brunhild durch die Flammen sprang. Auch sakrale oder für Rituale verwendete Gegenstände, die man ansonsten ungern alltäglichen Feuern übergab, zum Beispiel Totenbretter oder Fronleichnamskränze, wirft man ins Sonnwendfeuer. Brennende Stohräder, die schon aus dem Raunachtstreiben und Festen zu Imbolc bekannt sind, werden Berghänge hinuntergerollt. Die Verwendung glühender oder brennender Scheiben als Sonnensymbol in verschiedenen ritualartigen Spielen zur Sommersonnenwende ist auch aus England bekannt. Das drehende vierspeichige Rad versinnbildlicht den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen.

In den keltischen Hochkreuzen wurde es auch ins Christentum übernommen.

Und last but not least: Die Sonne wechselt jetzt in das Zeichen Krebs. Hier herrscht allerdings die Mondin, so dass sich auch hier wieder Sonne und Mond, Feuer und Wasser vereinen. Hieraus lässt sich  eine magische Übung zur Sonnenwende ableiten: Mitten im Jahr das innere Zentrum wiederzufinden, Intergration und Harmonie zu erlangen. Ein Räucherrezept findet ihr hier.

 Johannisfeuer sei unverwehrt,
Die Freude nie verloren!
Besen werden immer stumpf gekehrt
Und Jungen immer geboren.

Goethe
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Keltenkreuz als Fraktalbild
Formori ©scrano 2013

 

Posted by on Juni 22nd, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer Juni: Johannismond

Juni: Sommeranfang und Dualität des Merkurprinzips.June ©scrano 2016 model: faestock

Juni: Sommeranfang und Dualität des Merkurprinzips.
June ©scrano 2016 model: faestock , sigils: obsidiandawn.

Der Monat Juni steht an sechster Stelle im gregorianischen Kalender. Er ist ein wichtiger Marker im Jahreslauf, da er den Tag der Sonnenwende am 21. Juni enthält, der auf der Nordhalbkugel der längste Tag mit der kürzesten Nacht des Jahres ist. Der Name Juni geht auf die olympische “First Lady” Hera zurück, die im römischen Panthean als Juno verehrt wurde. Als Gattin des Göttervaters Jupiter stand die Göttin für die Ehe und  galt als Beschützerin von Rom. Die Kaiser Nero und Commodus konnten auch von diesem Monat nicht die Finger lassen und versuchten eine Umbenennung, die der Überhöhung ihrer eigenen Person dienen sollte. Zum Glück konnten sie sich nicht durchsetzen: Weder Germanicus noch Aelius wurden akzeptiert. Im römischen Kalender war der Iunius ursprünglich der vierte Monat (Jahresbeginn im März) und hatte 29 Tage. Dies entspricht der astrologischen Zuordnung des Juni als Beginn des Sonnenlaufs im Krebs, dem vierten Haus und Zeichen des Zodiak.Der Sonnwendstag am 21.(22.) Juni ist daher sowohl der Moment eines Ingress des Zentralgestirns in ein kardinales Zeichen, als auch der zeitliche Terminator des Jahres zwischen Winter und Sommer. Trotzdem steht der Hauptteil des Monats unter der Herrschaft der mutablen Zwillinge, die den Frühlingszyklus abschliessen. Zur akustischen Unterscheidung des Juni, vom Monatsnamen des gleich darauf folgenden Juli, wird er zur Vermeidung von Missverständnissen  manchmal auch als Juno ausgesprochen, während der Juli sich mit der ebenfalls manchmal umgangssprachlich verwendeten Aussprache Julei deutlich abgrenzt.Der alte deutsche Monatsname ist Brachet oder Brachmond, da in der Dreifelderwirtschaft des Mittelalters in diesem Monat die Bearbeitung der Brache begann. Bei uns Gartenfreunden spricht man auch vom Rosenmonat, da die Rosenblüte im Juni ihren Höhepunkt erreicht. Wegen des Sonnwendtages, der nach der Christianisierung zum Johannisfest umgetauft wurde, heisst der Juni auch Johannismond.

  • Menschensinn und Juniwind ändern sich oft sehr geschwind.
  • Wenn im Juni Nordwind weht, das Korn zur Ernte trefflich steht.
  • Was im Juni nicht wächst, gehört in den Ofen.
  • Gibt’s im Juni Donnerwetter, wird g’wiss das Getreide fetter.
1. Juni: Fortunatus
  • War’s an Fortunatus klar, gibt’s ein gutes Erntejahr.
  • Schönes Wetter auf Fortunat, ein gutes Jahr zu bedeuten hat.
8. Juni: Medardus
  • Ein sonniger Medardustag, der stillt aller Bauern Klag‘.
  • Ist’s an Medardus feucht und nass, regnet’s weiter ohne Unterlass.
  • Regen am Medardustag verdirbt den ganzen Heuertrag.

10. Juni: Margarete

  • Regnet’s am Margaretentag, dauert der Regen 14 Tag‘.
  • Hat die Margaret keinen Sonnenschein, bringt man das Heu nicht trocken rein.

11. Juni: Barnabas (Schafskälte)

  • Nach Barnabas die Sonne weicht, auf Luzia (13. Dezember) sie wieder zu uns schleicht. Der alte Termin der Winter-Sonnwende vor der Kalenderreform war der 13.12.
  • Mit seiner Sens‘ der Barnabas, kommt her und schneidet ab das Gras.
  • Wenn St. Barnabas bringt Regen, gibt’s reichen Traubensegen.
  • Regnet es an Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Fass.
  • Der Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was vielleicht schon verdorben ist.
  • Die Schafskälte, eine meteorologische Singularität, tritt nicht jedes Jahr auf. Durch eine kühle und feuchte Nordwestströmung sinkt die Temperatur bis zu zehn Grad unter das Monatsmittel. Die armen Schafe, die traditionell bis dahin bereits geschoren wurden haben dann ein Problem mit der plötzlichen Kälte, daher stammt der Name für das Wetterphänomen. Muttertiere und Lämmer wurden daher erst nach Mitte Juni von ihrer Wolle befreit.

13. Juni: Antonius

  • Wenn Sankt Anton gut Wetter lacht, St. Peter (29. Juni) viel in Wasser macht.
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Rhododendron steht jetzt in voller Blüte.

15. Juni: Veit/Vitus

  • Ist zu Sankt Veit der Himmel klar, dann gibt’s gewiss ein gutes Jahr.
  • St. Veit, der hat den längsten Tag, die Luzia (13. Dezember) die längste Nacht vermag -> Alte Sonnwenddaten vor der Kalenderreform.
  • Nach dem St. Veit, da ändert sich bald die Jahreszeit.
  • Regen am St. Vitustag, die Gerste nicht vertragen mag.
  • Ist der Wein abgeblüht auf St. Vit, so bringt er ein schönes Weinjahr mit.
  • Nach St. Veit, da ändert sich die Zeit; dann fängt das Laub zu stehen an, dann haben die Vögel das Legen getan.

16. Juni: Benno

  • Wer auf Sankt Benno baut, kriegt viel Flachs und Kraut.

19. Juni: Gervasius

  • Wenn’s regnet auf St. Gervasius, es 40 Tage regnen muss.

21. Juni: Sommeranfang ( der längste Tag des Jahres: 16 Std. 36 Min.)

  • Ist die Milchstraße klar zu seh’n, bleibt das Wetter schön.
  • Funkeln heut‘ die Stern‘, spielt der Wind bald den Herrn.

24. Juni: Johannistag/Geburt Johannes des Täufers, er ist einer der Lostage (mehr im Beitrag am 21.6.)

  • Bis Johannis wird gepflanzt, ein Datum, das du dir merken kannst.
  • Stich den Spargel nie mehr nach Johanni.
  • Vor Johanni bitt um Regen, nachher kommt er ungelegen.

27. Juni: Siebenschläfertag

  • Wie das Wetter sich am Siebenschläfer verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.
  • Wenn’s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.
  • Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.
  • Die Siebenschläfer sind Heilige, nicht das gleichnamige Tierchen.

In der Bretagne gibt es einen Wallfahrtsort für Christen UND Muslime, an denen der heiligen Schläfer von Ephesus, so heissen die Siebenschläfer tatsächlich, gedacht wird. Auch der Koran kennt eine der christlichen Heiligengeschichte entsprechende fromme Erzählung. Wenn das nicht gelebte religiöse Toleranz ist! Echte Volksfrömmigkeit ist oft wesentlich toleranter, weil von derselben grundlegenden menschlichen Sehnsucht befeuert, als machtgeile Kirchenlehrer- (oder Imam-) Dogmatik. Der Clou: Die Kapelle mit der Grotte der sieben Heiligen steht auf einem neolithischen Dolmen, und in der Nähe entspringt ein Bach aus sieben Quellen, so dass auch ein keltisches Heiligtum bestanden haben kann. Spirituelle Kontinuität eines Ortes über 5000 Jahre.

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Sept Saints in der Dolmen-Grotte
©beast666 2007

Der interreligiöse Pardon (Wallfahrt) findet am 4. Sonntag im Juli statt.

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Sept Saints über dem Altar der Kapelle.
©beast666 2007

29. Juni: Peter und Paul – dazu ein klerikaler Witz:

  • Eine fromme Frau hat einen Papagei der ständig schreit: “Ich bin Lora das Freudenmädchen!” Der Pfarrer verspricht das Tier von seinen Papageien Peter und Paul, die aus der Bibel lesen können, erziehen zu lassen.
    Im Käfig sitzen Peter und Paul andächtig vor Bibel und Gesangbuch. Lora fängt wieder an zu schreien: “Ich bin Lora das Freudenmädchen!”
    Darauf Peter: “Paul, mach die Bibel zu! Der Herr hat unser Flehen erhört!”
  • An diesem Tag (Märtyrertod von Petrus UND Paulus – historisch zweifelhaft, eher ein reiner Gedenktag) finden Priesterweihen (Primiz) statt, aber auch das Peterlfeuer wird oft als Volksfest begangen – besonders ausgiebig im badischen Bretten. Hier lässt es der lokale Traditions-Schützenverein krachen, Reenactment-Veranstaltung mit Landsknechtsspektakel und historischem Ursprung. In Bretten gab es wohl im 16. und 17. Jhd. tatsächlich organisierte Freischützen – eine Art bewaffnete Bürgerwehr, zum Schutz gegen Plünderungen und auch als Feuerwehren.


Zodiak:  Zwillinge und Krebs

  • MonatssteinMondstein, Perle, Topas, Citrin, Tigerauge
  • Monatsherrscher: Merkur (Zwillinge) und Luna (Krebs)
  • Pflanzen: blühende Ziersträucher wie Weigelie, Rhododendron und Goldregen, und der ebenfalls merkurische Ginster sind in vielen Regionen landschaftsprägend. Dazu kommen falscher Jasmin, Lavendel und Geissblatt. Johanniskraut und Nachtkerze (Sonne und Mond) blühen ebenfalls. Wilde Rosensträucher setzen bereits Hagebutten an. Im Gebirge überzieht das Rot der Alpenrose die Hänge.
  • Düfte: Jasmin (Mond), Geissblatt, Zitrone, Lemongras, Macis (Merkur), Safran, Olibanum, Zeder (Sonne)
  • Farben: lichtblau, maisgelb, lavendel (Merkur), weiss, silbern, seegrün (Mond)
  • Kristalle: Citrin, Tigerauge – Merkur, Mondstein, Labradorit (Mond)
  • Tierwelt Schmetterling, Hummel, Biene, Junikäfer, Glühwürmchen, Katze, Pfau.
  • Magische Elementale:   Sylphen (Luft), Undinen (Wasser)
  • Gottheiten des Juni: Merkur, Lugh, Loki, Sunna, Sol, Luna, Hera, Juno.
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Rosenträume werden im Juni wahr.
Henri Matisse 2015

Juni-Rituale:

  • Wandern – noch ist eine schöne Zeit dafür, bevor die Hochsommerhitze eine Ruhepause erzwingt. Die Wiesen sind noch von hübschen Wild-Blumen durchsetzt,  Wildrosenblüten leuchten und in den Hecken duftet das Geissblatt. Die bunteren Ziersträucher, wie Weigelie und Goldregen blühen in Parks und Gärten. Wegen der Rhododendronblüte lohnt sich oft eine Schlosspark-Sightseeingtour. In Moorlandschaften sieht man die Farbtupfer von blauen und gelben Sumpfiris. Auf Magerwiesen blühen noch heimische Orchideen wie Knabenkraut und verschiedene Ragwurzen. Die gelb und weissen Sonnenrädchen der Maragaritenblüten dienten für uns Kinder zum Flechten von Haarkränzchen.
  • Weiss- und Rotdorn tragen letzte Blüten – ihr eigenartiger Duft prägt manche Landstriche. An Obstbäumen sieht man ersten Fruchtansatz. Es ist die Zeit des Junifalls – zu viel oder taube Früchte werden abgestossen.
  • Der magische Holunder steht in voller Blüte -> Holunderküchlein ausbacken!
  • Ende des Monats blühen die Gartenrosen besonders prächtig – Rosenbowle oder Rosenzucker zubereiten.
  • Pfingsten – die christliche Überformung von Beltane – heiliges Feuer des Geistes, statt des Leibes … naja, dazu noch die Aufforderung zum Missionieren … wichtige Juni-Feiertage, wie auch Fronleichnam. Interessanterweise fällt es zwischen Sonnwende und Beltane, versucht also gleich zwei wichtige Festdaten der Landbevölkerung abzudecken.
  •  Kübelpflanzen (Oleander, Rosmarin, Hortensien etc.) fangen an reich zu blühen, Balkonblumen ebenfalls. Ab und zu düngen!
  • Im Frühbeet, Gewächshaus gibt es schon reichlich zu ernten.
  • Erdbeeren und frühe Kirschen sind bis Ende des Monats reif und verlocken zum Naschen.
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Daisy, Daisy – die Litha-Blumen schlechthin: Margariten.

Mittsommer, der längste Tag des Jahres – die Sommersonnenwende – Litha:

  • An Litha feiern Hexen und andere Naturreligiöse die Fruchtbarkeit der Erde, die Göttin trägt den Funken, das neue Sonnenkind bereits in sich.  Alles grünt und blüht. Jedoch ist es auch ein Abschiedsfest, da von nun an die Tage bereits wieder kürzer werden.
    Haus oder Wohnung werden mit Sommer-Blumen geschmückt. Am Schrein werden Kerzen in fröhlichen Farben aufgestellt … Man feiert dieses Fest mit Freunden und Familie, am besten im Grünen, wie ein Picknick. An Litha gewährt uns die Göttin einen Herzenswunsch. Dieser kann während des Rituals auf einen Zettel geschrieben werde, dann übergibt man ihn dem Feuer. Wenn es wirklich ein tiefes Anliegen ist, und man das was man sich wünscht wirklich braucht, wird die Göttin diesen Wunsch gewähren.
  • Das Heim mit bunten Blumen schmücken – ich mache dies nur für Mittsommer, sonst sind die Pflanzen in freien Natur viel schöner und magischer als tote Blumen. Man kann auch Abbildungen des “Green Man” als Symbole der grünenenden Natur als Dekoration verwenden, auch Eichenlaub und Misteln sind schön. dazu ein feurig blühender Azaleen oder Rhododendronzweig.
  • Sonnwendbräuche aller Art – dazu wird es noch extra Artikel zum konkreten Datum geben. Nur soviel vorab: Dieser Tag ist der längste Tag des Jahres und Schlüsselmoment im Jahr, an dem sich Menschen mit Bezug zur Natur ihre Lebensfreude, aber auch die eigene Sterblichkeit bewusst machen. Wie zu Beltane werden an vielen Orten noch heute Sonnwend-Feuer entzündet, es wird ausgelassen getanzt und gesungen. Wer in dieses Feuer Blumen, Wacholder oder Heilkräuter wirft und anschließend über die Glut springt, wenn das Feuer herunter gebrannt ist, wird Lebenskraft und Freude empfinden die er für das dunkler werdende Halbjahr mitnehmen kann. Junge Frauen gürten sich für den Tanz um das Feuer mit Beifuss, eine Pflanze der Mondin (der Name Artemisia bezeugt dies ja schon). Diese Kränze werden für den Haussegen heim gebracht. Am heutigen Tag gesammelte Holunderblüten sind besonders heilkräftig
  • Sammeln der Eichenmistel bei den keltischen Druiden, denn der Baum ist jetzt am Höhepunkt seiner Kraft. Dies geschieht einen Tag vor Litha. Der alte Weihnachtsmistelzweig gehört jetzt ins Sonnwendfeuer.
  • Räuchern und Kerzen in den Farben Grün, Blau, Orange und Gelb anzünden, oder echte Bienenwachslichter verwenden. Man sollte sowieso keine Paraffinkerzen für Rituale benutzen, lieber welche aus Stearin.
    • Weihrauch, Zeder, Lorbeer und Jasmin verräuchern
    • Mit Met anstossen, ein bisschen versprengen nicht vergessen!
    • Honigkuchen backen – ein “magisches” Rezept dafür gibt es noch …
    • Einen Mondstein als Glücksbringer weihen – ein besonderes Geschenk für junge Mädchen in der Pubertät.
Giovanni_Battista_Tiepolo_-_Juno_and_Luna_-_Google_Art_Project

Namenspatronin Juno als Himmelskönigin und himmlische Amme.
Ihre Verbindung zum Vollmond/Krebs wird durch die Göttin Luna
angedeutet, die ihr voraus eilt.
Den Wagen der Jupitergemahlin ziehen Pfauen, eines ihrer Symbole. quelle: wiki.

Neben dem Januar sind auch im Juni Festtage der Juno/Hera und vieler anderer Gottheiten die für Schwangerschaft, Haus- und Kindersegen sowie Eheschließungen zuständig sind. Dies passt zum Ingress der Sonne in das Zeichen Krebs mit seiner Herrscherin Luna zum Datum der Sonnenenwende. Beide stehen ebenfalls für Mutterschaft und Geburt. Hera symbolisiert die weibliche Seite der Achse Krebs/Steinbock. Rituale für Mädchen, die ihren Übergang zur Frau gerade hinter sich gebracht haben, sind ab diesem Datum daher begünstigt. Sie sollen eine kompetente, souveräne Weiblichkeit fördern, sowohl was den Umgang mit der eigenen Fruchtbarkeit, aber auch die Fähigkeit sich verantwortungsvoll um den eigenen Nachwuchs zu kümmern anbelangt.

 

Posted by on Juni 1st, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer März: Lenzmond

Es tanzt die Göttin … Eurynome aus dem orphischen Schöpfungsmythos.März ©scrano 2016

Es tanzt die Göttin … Eurynome aus dem orphischen Schöpfungsmythos.
März ©scrano 2016,  dancer: jl-modelstock, restliche credits beim original.

Der März ist der dritte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender,  hat 31 Tage und ist nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt – Martius.  In der Zeit der römischen Republik versammelten sich in diesem Monat, mit dem die Feldzugssaison begann, die waffenfähigen römischen Bürger auf dem so genannten Marsfeld (oder Märzfeld) vor den Toren der Stadt, um gemustert zu werden und ihre Feldherrn zu wählen. In Paris gibt es och so einen Platz: Champ du Mars vor dem Eiffelturm. Der römische Kalender begann ursprünglich mit dem März als erstem Monat. Hieraus leiten sich auch die Namen der Monate September (lateinisch septem ‚sieben‘), Oktober (lat. octo ‚acht‘), November (lateinisch novem ‚neun‘) und Dezember (lateinisch decem ‚zehn‘) ab, jeweils benannt nach ihrer Position in der Abfolge der Monate. Der 1. März bzw. 15. März war auch das Datum der offiziellen Amtseinsetzung für die beiden neuen Komnsuln. Das dann laufende neue Jahr wurde nach diesen beiden obersten Beamten und Heerführern benannt.  Erst wesentlich später wurde der Jahresbeginn auf den 1. Januar verlegt, aus miltär-strategischen Gründen. Der Beginn des Jahres mit dem März (die Iden liegen nahe dem Frühlingspunkt) ist synchron mit dem Tierkreis, der ebenfalls mit dem Eintritt der Sonne in den Widder seinen Anfang nimmt.

Der alte germanische oder mittelhochdeutsche Name ist Lenzing bzw. Lenzmond; eine poetische Schreibung ist Märzen:

  • Im Märzen der Bauer … die Rösslein anspannt – die landwirtschaftliche Saison beginnt.
    • Märzenstaub bringt Gras und Laub.
    • Lässt der März sich trocken an, bringt er Brot für jedermann.
    • Märzenstaub und Märzenwind guten Sommers Vorboten sind.
    • Auf Märzenregen folgt kein Sonnensegen.
    • Sankt Kunigund macht warm von unt’ – 3.3.
    • Nach dem Tag des Gregorei legt auch die wilde Ent’ ihr Ei. -> Vögel fangen langsam mit dem Nisten an. Im Keltischen Brauchtum ist März der Vogelmonat – 12.3.
    • Um Josefi beginnt offiziell die Starkbierzeit – 19.3.
    • Wie sich die Sonne zum Frühling wendet, so auch unser Sommer endet – 21.3.
    • Wenn Maria sich verkündet, Storch und Schwalbe heimwärts findet – 25.3.
    • Wie St. Berthold gesonnen, so der Frühling wird kommen – 29.3.

Zodiak: Fische und Widder

Monatsstein: Amethyst (Neptun) Diamant, Jaspis (Widder)

Pflanzen: Frühlingsblüher allgemein (Osterglocke, Narzisse, Hyacinthe) , Duftendes Veilchen, Stiefmütterchen, Pionierpflanzen, Huflattich.

Farben: Violett, Purpur (Neptun, Jupiter), feuerrot (Mars)

Kristalle: Diamant, roter Karneol, Jaspis (Mars), Aquamarin, Fluorit, Amethyst (Neptun)

Tierwelt: Hase, Vögel (Küken) – Kröten

Magische Elementale: Undinen (Wasser), Salamander(Feuer)

März-Rituale:

  • Auch wenn man nicht katholisch ist: Fasten reinigt Körper und Geist. – Hierzu gab es im Mittelalter den Brauch des Hungertuches, an dem aber nicht genagt wurde, sondern das den Beginn und das Ende der Fastenzeit anzeigte. Solange der “Schmachtlappen” hing war keine kulinarische und teilweise auch keine andere “fleischliche” Sünde erlaubt.
  • Frühjahrsputz: Fenster und Vorhänge inklusive, die Terasse fegen und das Gartenhäuschen putzen. Gartenmöbel inspizieren und ausbessern.
  • Spinnweben entfernen, überall die Lampen und Bilderrahmen entstauben und eventuell Bilder auswechseln. Keller entrümpeln – der Frühjahrssperrmüll steht an.
  • Die Winterklamotten aus dem Kleiderschrank räumen, reinigen und für den Winter einmotten. Sommersachen durchsehen, was nicht mehr gebraucht wird: Altkleiderspende.
  • Frühlingblumen ins Haus holen: Tazetten, Hyacinthen, botanische Tulpen etc kann man mit etwas Erde, Efeu und Moos schön in einem Körbchen oder Zinkwännchen arrangieren, bunte Bänder und kleine Deko-Objekte (kein Plastik) vervollständigen ein hübsches, preiswertes Gesteck. Die Pflanzen kommen nach dem Abblühen ins Gartenbeet, die andern Bestandteile kann man wiederverwenden.
  • Topfpflanzen umtopfen, unempfindlichere Kübenpflanzen (Oleander, Rosmarin, Hortensien etc.) auf das Ausräumen vorbereiten.
  • Kompost aufbereiten, Beeterde austauschen, Rosenfrühjahrsschnitt durchführen.
  • Im Frühling ist die Zeit der sichtbaren Wiedergeburt der Vegetion: Rausgehen und das Erwachen in der Natur bewusst mit allen Sinnen wahrnehmen. Die Sonne straht jetzt schon erstaunlich stark – Sonnenschutz nicht vergessen. Es lohnt sich: Vögel, erste Schmetterlinge und Hummeln oder auch Bienen fliegen schon an schönen Tagen.
  • Vor allem Pflanzen mit windverbreiteten Pollen sind jetzt am Blühen: Die Hasel etwa – ein Baum des Thor/Mars – seine Ruten dienten vielen Völkern auch zum Quicken der Fruchtbarkeit. Die Weide mit ihren puscheligen Kätzchen, ein Baum der Fische, eine der ersten echten Bienenweiden.
  • Die Winterschläfer beenden ihre Ruhezeit, sie verlassen ihre Baue – ausser dem Siebenschläfer – den lockt erst der Wonnemonat Mai.
  • Ostereier verzieren und mit bunten Bändern an Büsche hängen. Weidenzweige hereinnehmen und zum Blühen bringen – Achtung Allergiker! Die Weide dient mangels Palmen in unseren Breiten neben dem Buxus als “Wedel-Pflanze” zu Palmsonntag.

Gottheiten des März:

Neptun, Jupiter, Mars (astrologisch), Anna Perenna, Salus, Morrigan.

Feiertage:

  • Anna Perenna (heilige Grossmutter) – 15. 3, St.Patrick – 17.3., Frühlingsanfang – 21.3, Iden des März vom 13. – 15.3.
  • Auferstehung, das christliche Ostern und jüdische Pessach, nördlich der Alpen, aber auch im Mittelmeerraum eigentlich ein Fruchtbarkeitsfest. Je nach Mondkalender fällt es in den März oder April. Daher sind auch Hase und Ei wichtige Symbole der Frühlings-Zeit, die beide aus dem Heidentum des vorderen Orient stammen und über die Römer zu uns gekommen sind. Der Osterhase war früher weit weniger verbreitet als das Eierschenken. Auf dem Land ist vor der Milka-Revolution sowieso das Osterlamm(gebäck) das gängigere Brauchtum gewesen – in Bayern darf es zusammen mit dem eier-verzierten Osterzopf auf dem Frühstückstisch zum Ostersonntag nicht fehlen.
  • Mehr zu Osterbräuchen und ein Rezept zum NATÜRLICHEN Eierfärben.

leprechauncrock

St. Patrick’s day am 17.3. : Ein Kobold mit einem Topf voller Gold soll Glück bringen. Hoffentlich lässt man davon ab, das Wasser in Brunnen und Bächen grün zu färben. Leprechaun: ©sevenoaksart

 

Posted by on März 5th, 2016 Kommentare deaktiviert