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Das Erdelement: Stabilität, Fruchtbarkeit, Realitätssinn

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Fruchtbar grünes Erdelement: Kessel oder Füllhorn der Mutter Erde.
Cornucopia ©scrano 2013

Korrespondenzen des Erd-Elementes:

Zodiak:

  • Jungfrau: mutabel – Merkur in seinem Nachthaus, Vesta
  • Steinbock: kardinal – Saturn in seinem Nachthaus
  • Stier: fix – Venus Pandemos

Tarot: Pentakel, Münzen

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • Grün, rostrot, ocker, braun, grau, schwarz

Alchemie:

  • EarthNach unten zeigendes Dreieck mit Querbalken

Elemental:

Tage:

  • Samstag – Saturn

Pflanzen:

  • Getreide (Merkur), Wurzelgemüse (Venus), Immergrüne (Saturn), Nadelbäume (Saturn)

Signatur:

Wenig Blüten, unscheinbare Blüten, ledrige Blätter, knorrig, kriechend- oft mit Rhizom, starke Wurzelbildung, mineralstoffhaltig, kieselsäurehaltig, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stärkebildung, wenig Zucker oder Saft. Erdiger Duft. Pflanzen der arktischen Regionen. Kältevertäglich.

Öle:

  • Patchouli (Venus, Pluto)
  • Vetiver, (Venus, Pluto)
  • Kalmus, (Saturn, Sonne, Mond)
  • Tonka, (Venus, Mars)
  • Myrrhe (Saturn, Mond)
  • Iriswurzel, (Saturn, Mond)
  • Zypresse, (Saturn, Sonne)
  • Sandelholz (Venus, Mars)
  • Eichenmoos,
  • Karotte

Tiere:

  • Auf vier Beinen laufende Tiere, vor allem Weidetiere, Reptilien, Höhlen- oder Baubewohner wie Murmeltiere, Dachse. Tiere der Felsenregionen.

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Der Erde,  zu der die Yin Variante “Ruhe und Empfängnis” passt ist in jedem Elementesystem die Fruchtbarkeit von Pflanzen und Tieren, aber auch des Menschen zugeordnet. Daher wird es auch in erster Linie von Saturn und Venus regiert, dem Winter- und Frühlingsapekt der bäuerlichen Kulte. Den Erdzeichen haftet vor allem die Neigung zur realen, physischen Manifestation der Dinge an an, sogar der Merkur-beherrschten Jungfrau. Diese repräsentierte aber in antiken Vorstellungen  Asträa, die Sternenjungfrau. Deren Symbol war die Kornähre. Als Zeichen der Aussaat und Ernte (heliakischer Aufgang bzw. Untergang zu diesen Jahreszeiten) war Virgo/Asträa auch mit den Mysterien der erdhaften Muttergöttin Demeter verbunden. Allen drei Erdzeichen ist eine wert-konservative Einstellung zueigen. Das Erdzeichentrigon repräsentiert: Wachstum der Vegetation (Stier) Ernte (Jungfrau) Winterruhe (Steinbock).

Zustandsformen der Elemente im Erd-Trigon:

  • Steinbock: kardinal, aufstrebende Berggipfel, Felsen
  • Stier: fix, weite Ebenen, Ackerland
  • Jungfrau: mutabel, vom Wind bewegtes Grasland, Getreidefelder.
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos interessiert. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

Posted by on Januar 12th, 2017 Kommentare deaktiviert

Solar Fire: Räucher-Ritual zur Wintersonnenwende

Sonnenfeuer - Winterglanz

Sonnenfeuer – Corona
©scrano 2015

Prolog im Himmel, Goethe: Faust I

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Flammenfraktal im Wortsinn, das die Sonne mit der brüllenden Kraft ihrer Magnetosphäre darstellt. Ohne Sonne kein Leben, daher sehnen wir uns nach der langen winterlichen Dunkelheit instinktiv nach ihr.

Ein bisschen Sonne ins Haus holt uns jetzt eine Räucherung beim warmen Licht echter Bienenwachskerzen. Die Biene vereint lunare*** und solare Elemente in echter Harmonie. Sie schenkt uns das Wachs mit seiner Heilwirkung und dem Licht, das es uns als Material für Kerzen spendet.  Das regelmässige Sechseck der Wabe: Ein Sonnensymbol, wie das Zentrum des Hexagramms, dem sechs-Stern, der das klassische Sonnensystem der Alchemie darstellt. Und erst der Inhalt: Der Honig in seiner goldenen Pracht wirkt schon wie eingefangener, flüssiger  Sonnenschein, darin gleicht er dem Bernstein, ebenfalls ein solares Naturprodukt, das vom Harz schon längst fossilierter Nadelwälder stammt. In diesem ebenfalls goldenen klebrigen Saft steckt die Essenz der Bäume, die einen sehr effektiven, lebendigen Speicher der Sonnenenergie darstellen.

  • Daher gehört der Bernstein zu einer solaren Räuchermischung hinzu, ebenso der Weihrauch, auch ein Harz.
  • Dazu kommen Rosmarin und Zeder, Zitrusschalen, Calendulablüten, Gewürznelken, Zimt und Calmuswurzel, welche als belebend und erwärmend gelten. Auch der Ingwer zählt zu den solaren Mitteln, aber eher als Süssigkeit oder im Tee. Der Rauch ist unangenehm scharf, da zeigt sich Mars. Daher eignet sich Ingwer, wie auch das ebenfalls solar-marsische Johanniskraut eher für Rituale im Freien, bei denen der Winter ausgetrieben werden soll.
  • Pflanzen mit einer Sonnen- Signatur besitzen häufig fette Öle, z.B. Sonnenblume oder  Lorbeer, der Sonnenpflanze der alten Griechen: Wahrzeichen des Apollon. Lorbeerblätter kann man auch verräuchern, zusammen mit Weihrauch, Fichtenharz  und Wacholderbeeren, die marsisch-abwehrend wirken. Eine Vielzahl an solaren Gewächsen sind auch Herzmittel, wobei sie verstärkt tonisierend wirken: Korrespondenz zum Zeichen des Löwen und den Eigenschaften des 5. Hauses.

Die Sonne steht in unser aller Zentrum, ihre Symbolik sollte daher verbinden und nicht trennen: Mit einem solaren Räucher-Ritual kann man alle Aspekte des Mittwinterfestes, der Zeit der Wintersonnenwende recht gut vereinen. Die alte naturreligiöse Tradition nördlich der Alpen und die römisch-christliche Feier des Jesus-Kindes als Licht der Welt, Sol Invictus. Religion heisst nicht umsonst Rückverbindung. Allerdings sollte hier den positiv spirituellen Elementen von Licht und Wärme gehuldigt werden, und nicht den verknöcherten Dogmen. Die braucht keiner. Die lässt man am Besten von den Perchten der ebenfalls am Sonnwendstag, dem 21. Dezember , beginnenden Raunächte verscheuchen.

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**Lunares Element des Bienenvolkes ist ihre Gesellschaftsform als matriarchales Kollektiv, daher ist auch der saturnische (Struktur, Gegenpol des Mondes) und der neptunische (Aufgabe der Individualität, Gegenpol des Merkur- fliegende Geschöpfe) Archetyp vertreten. Wie bei den Borg, die allerdings mit ihrem kriegerischen Expansionsdrang eher den Ameisen gleichen, bei denen das Mars-Element ebenfalls mehr in den Vordergrund tritt. Die Biene hat zwar einen marsischen Stachel, stirbt aber wenn sie ihn einsetzt, ein allerletztes Mittel also. Bienen besitzen marsische und  venerische Züge, da sie Blüten befruchten.  Pollen=Mars, Frucht=Venus.
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Bernsteingold: Fraktales Weihnachtsbäumchen -
Fichtenharz ist ein beliebtes Räuchermittel – Sonne/Uranus, Mars/Venus.

 

Posted by on Dezember 20th, 2016 2 Comments

Heilpflanzenwelt im Oktober: Signatur der Venus

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Rosenblütenblätter und Goldener Schnitt – typisch Venus
Passion Dance ©scrano 2013

Die Venus ist der hellste Stern am Himmel und hat eine Umlaufzeit um die Sonne von 225 Tagen. Sie ist das Symbol der Körperlichkeit, der Ausgleichung und das erotische weibliche Prinzip.

Venus finden wir in unserem Sinn für Ästhetik, Schönheit und Balance und sie trägt dazu bei, dass wir geniessen können, unsere Sinnlichkeit entdecken. Sie hält den Spiegel, nicht aus Eitelkeit, sondern um uns das Du erleben zu lassen: So sehen Dich die Andern!  Venus ermöglicht uns, Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen, uns zu sozialisieren, zuerst mit dem Partner, dann in einer Gemeinschaft. Sie ist aber auch die sanftere Seite des Marsischen Begehrens, sie lockt und verführt. Und sie kann auch gefühllos erscheinen und materialistisch. Wer Romantik will, muss sich nach der Mondin umschauen – sie ist die Seelenvolle, Venus herrscht auch über den Ehevetrag (Stier)  und kennt Paragraphen und Gerichtsaal (Waage). Ihre Elemente sind Erde und Luft – ohne Wasser sind sie unfruchtbar, ohne Feuer kalt.

Pflanzen, welche hauptsächlich eine Venussignatur tragen, haben üppige Blüten- oder Fruchtbildung, süßen oder milden Geschmack und man findet sie in sanften, fruchtbaren und harmonischen Landschaften. Von eleganter und einladender Gesamtwirkung, regelmäßig gezahnte Blätter (Nierenform, Herzform), saftige Blätter, Blattrosetten, üppige Blütenausbildung, Blütenfarbe von weiß-rosa bis rosenrot, samtig oft mit sinnlich betörendem Duft. Kennzeichnend ist auch die 5-zählige Blüte.

Nelkenwurz - ein Rosengewächs. Jakob Sturm 1796.

Nelkenwurz – ein Rosengewächs. Jakob Sturm 1796.

Ihr Gegenpol sind Mars, wie man besonders leicht in der Rose, aber auch der Brennessel erkennt, und Pluto, der eher subtil daherkommt, wie in den Minzen oder Solanaceen. Während der Widderherrscher oft schon mit Stacheln oder reizenden Scharfsubstanzen auf sich aufmersam macht, liegt Plutos Macht eher in Giften.

  • Alpenveilchen (Pluto, Mond/Saturn)
  • Alraune (Pluto, Mond/Saturn)
  • Anemone – Windröschen  (Mars, Merkur/Jupiter) Der Saft der Pflanze ist ätzend und verursacht Rötungen und Blasen auf der Haut. Die Blätter wurden früher aufgelegt, um Haarausfall und Krätze zu heilen. In der Homöopathie wird Windröschen vereinzelt bei Frauenleiden als auch bei Gelenkrheumatismus und Magenleiden verwendet.
  • Bärentraube (Mars, Saturn/Mond), gegen akute Nieren und Blasenleiden
  • Tollkirsche (Atropa belladonna)  (Pluto, Mond/Saturn), als Schönheitsmittel äusserlich verwendet, als Rauschdroge wirkt sie plutonisch – auch ein atropopäischer Zauber und reichlich giftig. Vorsicht, die schwarzen Beeren schmecken süsslich, daher Kinder vor dem Verzehr warnen.
  • Bergminze (Pluto, Merkur/Neptun), sie wirkt ausgleichend und mild erfrischend, auch andere Minzen haben diese Signatur – sie sind auch Kräuter der Hekate.
  • Birke (Mond/Saturn, Mars), herzförmige Blätter weisen auf Venus, der Marsanteil zeigt sich in den vielen allergenen Pollen der männlichen Pflanze (zweihäusig), und dem belebenden Elixir aus dem Birkensaft, Mond/Saturn in der schwarz-weissen Rinde.
  • Blutweiderich (Merkur/Neptun)
  • Brennessel (Mars),
  • Buche und Maronenbaum (Mars, Merkur/Jupiter)
  • Dachwurz (Mars, Sonne/Uranus) – hübsche Blatt-Rosetten
  • Damiana ( Merkur/Jupiter),
  • Eisenkraut (Mars, Jupiter/Merkur), heilige Pflanze der Kelten, aber auch die Griechen und Römer reinigten damit ihre Altäre.  Im alten Ägypten wurde die Träne der Isis genannte Pflanze in kultischen Zeremonien eingesetzt. Es galt als besonders stark atropopäisch. In Wales trägt das Eisenkraut daher den Namen Devil’s bane – Teufelsbann. Auch der Name Eisenkraut selbst lässt sich auf die magische Verwendung dieser Pflanze zurückführen: Sie sollte das beste Mittel gegen Verwundungen durch Eisenwaffen sein, und sie wurde bei der Eisenverhüttung zugesetzt. Echtes Eisenkraut hat zudem in der Pflanzenheilkunde eine lange Tradition, die bis ins Altertum zurückreicht. Es wurden ihm harntreibende (Venus), Gallenfluss (Mars) anregende und antirheumatische Wirkungen nachgesagt. Inhaltsstoffe sind die Iridoid-Glykoside Verbenalin, Hastatosid und neben einer Reihe anderer Verbindungen auch Verbascosid.  Eine schulmedizinische Wirkung konnte nicht gezeigt werden. Eisenkrautpräparate werden heute, wenn überhaupt, nur noch in der Volksmedizin eingesetzt. Trotzdem ist Eisenkraut ist wohl aber ein wesentlicher Bestandteil handelsüblicher Erkältungsmittel. Neuere Untersuchungen belegen allerdings eine schlaffördernde sowie neuroprotektive Wirkungen der Inhaltsstoffe.
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Unscheinbar, aber göttlich – dazu auch heilkräftig: Echtes Eisenkraut.
Venus/Mars, Jupiter/Merkur. quelle:wiki.

  • Erdbeere, (Mars, Merkur/Jupiter) – ein Rosengewächs
  • Feige (Pluto, Mond/Saturn)
  • Frauenmantel (Mond/Saturn),
  • Gamander Echter (Merkur/Jupiter),
  • Geranie (Mars, Merkur) und Storchschnabel
  • Granatapfel (Pluto)
  • Gundermann (Merkur/Neptun),
  • Haselwurz (Pluto, Merkur/Neptun)
  • Haselnuss (Mars, Merkur/Jupiter)
  • Himbeere, Brombeere, (Mars, Merkur/Jupiter),
  • Hirtentäschel, mit Saturn/Mond, ein Frauenkraut gegen zu starke Mensis (Venus/Mond), mit typisch herzförmigen Frucht-Täschchen, es wirkt auch blutstillend bei Wunden (Mars, Saturn) und wurde früher gegen Nierensteine angewendet (Venus/Saturn)
  • Huflattich (Mars, Sonne/Uranus)
  • Kastanie (Jupiter/Merkur, Mars)
  • Linde, mit Pluto als Gegenpol, die Linde hat etwas chtonisches, eine Ausstrahlung von der alten Erdmutter – das lässt auch der Name Lindwurm für Drachen vermuten. Interessanterweise hat Lindenhonig ein feines Minzaroma – Menthe, die Minze trägt ebenfalls eine Venus/Pluto-Signatur.
  • Malve, (Pluto, Mond/Saturn), ihre Schleimstoffe nach einem Kaltauszug helfen gegen Entzündungen, auch innerlich – deutliche Mondsignatur (die stärkere), auch dass man damit eine Art Volks-Schwangerschaftstest durchführte: Eine Malvenpflanze wurde mit Urin begossen, verdorrte sie danach, war man nicht guter Hoffnung. Eine Marienpflanze, eine weitere Mondsignatur. Venushaft wirkt sie gegen Halsschmerzen, Heiserkeit, als Schönheitsmittel und aromatischer Blüten-Tee, der fruchtbarkeitfördernd sein soll, sowie als Zauberamulett: Büschel von Malven hängte man späten Mädchen über das Bett. Malven sind komplett essbar, auch eine Venuseigenschaft – daher der Name Käsepappel. Knospenund junge Triebe  liefern eine Art Pesto, Blätter und Blüten eine dekorative Salatzutat. Junge Samen können auch genascht werden.  Und der Pluto … nun ja, Malvenauszüge lindern auch sehr gut Hämorrhoiden-Beschwerden. Muss ja nicht immer ein Spielverderber sein, der Unterweltboss.
  • Melisse (Pluto, Mond/Saturn, Merkur/Neptun) eine Panacea
  • Nelkenwurz (Mars, Jupiter/Merkur), sie ist ein Rosengewächs, ihre Wurzel riecht tatsächlich nach Gewürznelke. Sie wurde als Aphrodisiakum für Männer eingesetzt. Nelkenwurzöl hilft gegen Zahnfleischentzündungen. Die getrocknete, zu Pulver zermahlene Wurzel galt als Mittel gegen schwarze Magie – ein soganntes Malefizpulver, mit dem magische Schutzkreise gestreut wurden. Um den Hals getragene Wurzel galt als Potenzamulett. Also nicht gleich fluchen, wenn die Nelkenwurz im Garten siedelt.
  • Poleiminze, hier ist Pluto sehr stark aber auch Neptun/Merkur – ein Rauschmittel und eine abortive Droge – erzeugt Schwindel, Übelkeit – besonders das Öl ist toxisch.
  • Primel, das echte Himmelsschlüsselchen (Primula veris), wirkt gegen Nebenhöhlenentzündung (Nasen- und Kiefer bzw. Stirnhöhle) – das Mittel der Wahl! Sehr wirksam und trotzdem mild. Auch bei Heuschnupfen gegen die starke Verschleimung – kann ich nur bestätigen! Sogar bei der chronischen Nebenhöhlenentzündung unserer Katze (mittlerweile in ihrem zwanzigsten Lebensjahr) hat es enorm geholfen. Sie bekommt es als Fertigpräparat “Sinupret”, das es in verschiedenen Abstufungen “Baby bis extract für Erwachsene” gibt.
  • Quendel (Mars, Merkur/Jupiter), die wilde Variante des Thymians.
  • Rose (Mars, Merkur/Jupiter; Hundsrose auch Pluto), generell prägt Venus in einer Art Grundsignatur alle Rosengewächse – eine grosse Pflanzenfamilie.
  • Schafgarbe (Mond/Saturn, Jupiter/Merkur) – eine Panacea
  • Seifenkraut (Mond, Merkur),
  • Stiefmütterchen (Pluto, Merkur/Neptun),
  • Tausendgüldenkraut (Merkur/Jupiter),
  • Veilchen (Neptun/Merkur, Mars)
  • Weidenröschen, schmalblättriges aus der Gattung der Nachtkerzen, Venus/Mars, Jupiter/Merkur. Hier haben wir ein günstiges Pflänzchen gegen Männerleiden. Mars/Venus helfen gegen nächtlichen Harndrang und Prostataentzündung bzw. Schwellung. Die grosse Schwester, die Nachtkerze (Mond/Saturn, Merkur/Jupiter) hilft Frauen über das Klimakterium.
  • Weissdorn (Mars, Mond/Saturn), gutes Tonikum gegen Altersherzbeschwerden
  • Wiesenstorchschnabel (Mars, Merkur/Jupiter)
  • Zitrone und Orange, Zitrus im allgemeinen (Mars, Sonne/Uranus),
  • Gemüse: Auberginen, Tomaten, Kartoffeln, die als Solanaceen eine Venus/Pluto-Hauptsignatur tragen. Kraut, Spinat, Blumenkohl, Brokkoli.
  • Früchte: Kernobst – wie Äpfel, Birnen, aber auch Aronia und Eberesche, Steinobst – wie Aprikose, Zwetschge, Pfirsich, Kirschen, Beerenobst, wie Brombeere, Erdbeere – alles Rosengwächse.

Der Venus untersteht die Blütenbildung, insbesondere die Blütenmitte mit dem Stempel, aber auch die Frucht, besonders bei Obstbäumen und anderen Rosengewächsen.

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Malve – alle Arten unterstehen Venus, Mond/Saturn.
Man beachte die 5-zählige rosa Blüte. Dreilappige Blätter: Jupiter/Merkur.

Zu den Zier- und Duftpflanzen der Venus gehören: Schneeball, Hortensie, Flieder.

Räucherpflanzen, die die Venusaspekte unterstützen, sind Benzoe Siam, Cardamom, Damiana, Frauenmantel, Labdanum, Moschuskörner, Nelke, Rosenblüten, Sandelholz, Vanille,  YlanYlang und Tonkabohne.

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Geranium pratense, in der Volksmedizin gegen Heiserkeit eingsetzt.
Venus/Mars, Merkur/Jupiter, Wiesenstorchschnabel ©beast666 2015

Venusräucherungen sind sinnlich, verführend und aphrodisierend. Sie lassen über die Sinnlichkeit das Göttliche in uns selbst erfahren. Wir brauchen unsere Sinne, um unseren eigenen Körper, die persönliche Existenz auf der materiellen Ebene auch im Wortsinn zu begreifen, und ebenso das was um uns herum vorgeht. Venus herrscht auch über das Selbstwertgefühl, über eigene Werte und wie diese im Spiegel der Mitwelt gesehen werden. Sinnlichkeit und Eros sind auch ein Mittel des Schöpferischen, des Selbstausdrucks, daher steht Venus auch im 5. Haus erhöht. Sie dienen auch der Kommunikation, bereits im Tierreich kann man dies beobachten. Und schliesslich  befähigen sie auch zur Balance von Geben und Nehmen.

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Herbst-Anemone: Venus und Mars/Pluto – fünfzählige rosa Blüte, viele Staubgefässe.
Gegenpol: Giftigkeit und Reizstoffe entlarven Pluto und Mars.
Wie alle Hahnenfüsse trägt sie eine Nebensignatur von Merkur/Jupiter.

Aphrodisiaka sind meistens Speisen, Gewürze, Getränke und Aromen, aber auch Einreibungen und Balsame, die vom Mars und Venus-Prinzip gleichermasen durchdrungen sind. Harmonia war schliesslich die Tochter von beiden Gottheiten.

Der Venus unterstehen zweierlei physiologische Entsprechungen.

Pandemos-Stier: Alles womit wir Nahrung aufnehmen, ausser Zähne (Mars/Saturn): Mund, Speiseröhre, Zunge, Gaumen. Riechschleimhaut und Nebenhöhlen, stimmbildende Organe. Nicht die Schilddrüse, sie ein Merkur-Organ, mit ihrer Schmetterlingsform. Ausserdem regelt sie alle Botenstoffe und die Geschwindigkeit des Stoffwechsels – keine Venus-Domäne.

Urania-Waage: Nieren, Harnleiter, Gleichgewichtsorgane der Ohren – Vestibularbögen. Die Hörknöchelchen und Lagesteinchen sind wieder Sache des Saturn – der steht in der Waage erhöht, interessanterweise. Auch die Nieren können Steine bilden – alle mineralischen Ausbildungen eines Organismus  unterstehen dem Saturn-Prinzip, im Guten wie im Schlechten. Eierstöcke und weibliche Fruchtbarkeit, der Uterus als Hohlorgan untersteht der Mondin. Brüste als erotisches Organ und Milchquelle werden von beiden Prinzipien beherrscht. Die Mondin steht im Stier erhöht, da der nährende Aspekt des Weiblichen und das orale Bedürfnis des Kindes dort realisiert sind.

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Apfelbaum in voller Blüte – Venus in Reinkultur,
Im Herbst trägt er leckere Früchte, deren Kernchen Spuren
von Blausäure enthalten – ein bisschen Pluto muss wohl sein.

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des 6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus und dessen Herrscher
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter Mondaspekt des Dekumbitur zum Mond in der Radix -> Ursache, nächste Mondaspekte -> Krisen, Heilungschancen und Dauer.

Bilder: ©beast666

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

Posted by on Oktober 14th, 2016 Kommentare deaktiviert

Mohngewächse: Trauer der Demeter

Deneter trauert um Persephone. Mohnblumen als plutonisches Symbol.

Demeter trauert um Persephone. Mohnblumen als plutonisches Symbol. 1906.
quelle: PD via wiki.

In den Eleusinischen Mysterien wurde der Mythos der Entführung der Kore in den Hades und ihre Wiederstehung im Frühling als das Bild einer höheren Idee, nämlich der Unsterblichkeit der Seele, aufgefasst und jedes Jahr festlich begangen. Nach der Lehre des Orphismus sitzt Kore als Unterweltskönigin Persephone  verschleiert auf einem Stuhl im Hades und trägt als plutonische Insignien einen Kranz von Mohnblüten (Klatschmohn) auf dem Haupte.

Klatschmohn

Klatschmohn Papaver rhoeas – eine Heilpflanze.
quelle:PD via wiki.

An Feldrändern wiegt sich Klatschmohn mit seiner eigenwilligen roten Farbe im Wind und verzaubert das Auge des Betrachters. Die auffällige Blume lockte zuerst Maler aller Stilrichtungen aufs Land, hinein in die Kornfelder, später auch die Fotografen. Klatschmohn ist ein beliebtes Motiv auf Tassen, Tischdecken, Kissen. Sein kleinerer Artgenosse, der Saatmohn hat nicht den auffällig schwarzen Blütenboden, aber er erfreut das Auge mit seinen farbfrohen Blütenteppichen bereits ab Ende April.

Papaver rhoeas, Symbol der Verruchtheit, von “le mort et l’ amour”. Die schwarze Mitte, in so eklatanten Kontrast zum Leuchtrot der Blütenblätter stellte schon in alten Zeiten ein Symbol für Tod und Leben, bzw. einer Wiederauferstehung dar. Eines der floralen Lieblingsmotive des Art Nouveau. Selbst für die Untergrundbahn in Paris wurden stilisierte  Mohnblumen verwendet:
Als Leuchten für die Eingänge in die neuen und aufregenden Unterwelten der Metro im Jahr 1904.

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Blumen des Bösen? Sicher nicht …!
Obwohl in Gedichten des “fin de siecle” als solche thematisiert …
quelle:PD via wiki.

Alle Mohnpflanzenarten  sind toxisch, tragen die Signatur von Mond/Saturn, aber auch Merkur/Neptun und Pluto/Venus sind vertreten. Die wohl älteste Panacea der Menschheit. Mohn gehört zweifellos zu den frühesten Kulturpflanzen überhaupt. Wahrscheinlich kam er aus Vorderasien zu uns.  Funde von Mohnkapseln aus dem Neolithikum beweisen den Anbau zu Nahrungszwecken, eine medizinische und kultische Verwendung  des Schlafmohns schon zu Beginn des Ackerbaus.  Rasch hatte man die betäubende und berauschende Wirkung (Neptun, Saturn) dieser Pflanze  erkannt und wußte sie zu nutzen. Ritzt man die grüne Samenkapsel, tritt ein weisser Milchsaft aus (Mond) der in braunschwarzer, getrockneter Form als Opium gehandelt  wird. Dieses diente als Heilmittel, aber auch als Genussdroge, in Tinkturen, Tees und als Räucherung zu kultischen Zwecken.

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Papaver dubium an einem Feld auf der Alb, aus seinem grösseren Bruder
Klatschmohn  kann man Hustensirup bereiten.
Späte Saatmohnblüte. ©beast666 2016

Im 19.Jhd war Opium, wie schon 2000 Jahre früher im antiken Rom,  Partydroge Nr. Eins in den mondän-dekadenten Salons des Fin de Siecle. Lasterhafte Opiumhöhlen für die Betuchten, die luxuriöse Separees anboten, wo auf himmelbettartigen Lagern auch erotische Dienstleistungen angeboten wurden, oder ein wenig Naschen vom Laudanum-Fläschchen für die Ärmeren. Bezeichnenderweise war die Realitätflucht in dieser überaus materialistischen Gründerzeit, geprägt von industrieller Hochrüstung und unerschütterlichem Fortschrittsglauben extrem: Absinth, Opium, Kokain, aber auch Spiritismus, Geheimgesellschaften und mystische Orden standen hoch im Kurs.

Laudanum: Wer hats erfunden … Paracelsus, um 1500.

Er glaubte, mit dem Laudanum ein Panakeia (Allheil) gefunden zu haben, und nannte seine Rezeptur daher auch Stein der Unsterblichkeit.

  • 90% starker Wein
  • 10% Opium
  • Varianten enthielten auch noch Alraunwurzel, Belladonna oder Bilsenkraut

Mit Laudanum wurden Schmerzzustände körperlicher, aber auch seelischer Natur behandelt, es galt lange als Wundertonikum, auch gegen Durchfallerkrankungen wie Ruhr und Typhus. Schriftsteller förderten mit der Opiumtinktur ihren Kreativprozess, allerdings zum Preis einer schleichenden Sucht. Ernsthafte Bedenken medizinischer oder moralischer Art hatte man im 19. Jhd gegenüber dem Drogenkonsum aber nicht:

  • Conan Doyles Sherlock Holmes würde man heute als  Junkie bezeichnen. Bram Stoker schrieb den Dracula im Rausch, Vincent und Paul huldigten dem Absinth, wie auch Toulouse-Lautrec. Und nicht vergessen: Lord Byrons Laudanum-Exzess mit dem Ehepaar Shelley und anderen Intellektuellen in einer Villa am Genfer See. Hier liegt wohl der wahre Urprung des modernen Schauerromans: Mary Shelleys “Frankenstein oder der moderne Prometheus.” Er läutete den “Victorian Gothic” Stil ein, der seither prägend für  Horror- und Mystery-Autoren geblieben ist. Momentan stehen morbid-fantastische Welten wieder hoch im Kurs: TV-Serien wie American Horror Story, Vampirfilme, selbst Anime oder Manga surfen recht erfolgreich auf dieser Welle.

Heute wird Mohn zu medizinischen Zwecken vorwiegend in Indien, der Türkei und großen Teilen der ehemaligen Sowjetunion angebaut. Illegale, von Warlords und Drogenbaronen beherrschte Anbaugebiete  liegen in Afghanistan und Südostasien. Im Gegensatz zu Deutschland ist in Österreich der Mohnanbau völlig legal. Von dort kommt auch der berühmte Waldsiedler Graumohn, der uns den ursprünglichen Anbaugrund für diese Pflanze deutlich macht:

Denn in der großen runden Samenkapsel befinden sich nach der Reife die feinen grauschwarzen, ölreichen Samen (Venus/Pluto). Nur diese werden als Lebensmittel verwendet. Sie dienen als schmackhafte Zutat beim Kochen und Backen, bzw. zur Gewinnung von Speiseöl. Allerdings hat eben nur der berüchtigte Schlafmohn solche nahrhaften Samen. Diese einjährige Pflanze wird bis 1,5m hoch. Sie trägt ein helle Bereifung und wird von hübschen rosa/weissen bis violettblauen Blüten (Neptun, Venus) geschmückt. Sie sind sehr schnell vergänglich, wie bei allen Mohnarten (Mond). Die Mohnblüte weist oft eine deutliche 4-zählige (Saturn) und 8-10 zählige (Pluto/Saturn) Symmetrie auf. Die auffäligen Staubgefässe sind ein Zeichen von Mars/Pluto, beim Klatschmohn auch die Farbe der Blütenblätter. Die bauchige Samenkapsel mit ihren vielen Körnchen trägt Züge von Venus und Mond, der Samen selbst wieder von Saturn und Pluto (schwarze Farbe, wie bei Holunder etc.)

Schlafmohn

Schlafmohn – Papaver somniferum.
quelle: pd via wikimedia commons.

Für ein saturnisches Gewächs mit Pluto-Einfluss sind die Alkaloide typisch, die die Giftigkeit, aber auch Heilwirkung der Pflanze bedingen. Die berauschenden und schmerzlindernden Eigenschaften, die auch mit einer hustenstillenden Wirkung einhergehen deuten auf Neptun/Merkur. In der Mohnsaat sind nur winzige Spuren der Opiate enthalten, deshalb kann man sich Mohnkuchen und andere Speisen mit den schwarzen Körnchen ruhig schmecken lassen. Allerdings, die geringen Mengen reichen aus, dass ein Drogenstest positiv ausfällt!

Rezepte zum Kochen und Backen mit Mohn

Tipps und Tricks für Küchenhexen:

  • Für Füllungen und Süssspeisen sollte der Mohn vorher gemahlen werden, nur dann können die aromatischen ätherischen Öle sich entfalten. Eine alte ausgediente Kaffeemühle ist dafür geeignet, aber gut reinigen, da das Öl der Samen wie beim Kaffee ranzig werden kann. Da hilft es Zucker zu Puderzucker zu mahlen, erstens braucht man den meistens für die Bäckerei, ausserdem reinigt das die Mühle.
  • Zuviel gemahlerner Mohn übrig? Einfach in einem dichten Behälter einfrieren.
  • Füllungen für Mohnkuchen geraten besonders gut, wenn man den Mohn in Vanille-Griespudding weichkocht.
  • Für ganz Eilige gibt es Mohn-Back, ein Instant-Dampfmohn.
  • Wird der Mohnmasse etwas geriebener Zwieback zugegeben, wird der Mohnkuchen besonders luftig.
  • Im Volksmund heisst es: “Mohn macht dumm!” Das kommt vom süssen Mohnschnuller, den man kleinen Kindern auf dem Land zur Beruhigung gab – auch gegen Darmbeschwerden.
  • Mohn-Öl, wie das steirische Kürbisöl ist eine österreichische Spezialität für Salat-Dressings. Es kann auch nicht erhitzt werden.

Rezepte mit Mohn haben Tradition, viele stammen aus Osteuropa.

Meistens sind es Striezel – gerollte Hefestrudel oder Kuchen vom Blech. In Bayern ist Mohn Bestandteil vom Kleckselkuchen, den es an Erntedank oder Kirchweihfesten gibt.

Andere schmackhafte Rezepte mit Mohn: Mohntorte, Mohnschnecken, Germknödel mit Mohn und Mohnudeln. Diese Auswahl weckt Kindheitserinnerungen an die Herbstzeit, mit Drachensteigen und Laubfeuern, denn diese, vor allem süssen Gerichte gab es immer als Einstimmung auf den Winter. Zu Dekorationszwecken für herzhafte Gebäcke streut man die ungebrochenen Mohnkörner über Brote, Kipferl oder Käsestangen.

"Blood Swept Lands and Seas of Red - Roll of Honour at sunset" by Oosoom

“Blood Swept Lands and Seas of Red – Roll of Honour at sunset”
Blutzoll der Weltkriege: Art Installation zur Erinnerung an WW I im Jahr 2014 in Grossbritannien.
By Oosoom at English Wikipedia (Own work) [CC BY-SA 3.0
(http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons.

Mohnudeln

  • 250 g Vollkorn-Bandnudeln (Dinkel)
  • 50 g Butter
  • 100 g Blau-Mohn, gedämpft
  • 2 EL Puder-Zucker

Die Bandnudeln wie auf der Packung angeführt zubreiten und durch einen Durchschlag abgiessen. Butter in einer Pfanne schmelzen. Die Bandnudeln darin schwenken, dann mit dem Mohn vermischen.

Auf Tellern anrichten, dick mit Puderzucker bestäuben.

Mohnkuchen

  • 120 g Butter
  • 150 g Feinst-Zucker
  • 1 Pkg. Mohn-Back
  • 3 Eier, getrennt
  • 100 g Mandeln, gemahlen (mit Schale)
  • 1 Pkg. Safran-Backpulver

Eiweiss zu steifem Schnee schlagen. Für den Mohnteig Butter, Zucker und Eigelb schaumig rühren. Die Mandeln mit Backpulver, Mohn vermengen, dazufügen.  Zum Schluss noch den Eischnee unterziehen. Den Teig in eine beschichtete Springform füllen und im auf 170° C aufgeheizten Backrohr mit Heißluft ca. 50-60 Minuten backen.

Den fertigen Mohnkuchen aus dem Rohr nehmen und auskühlen lassen.

  • Plätzchen mit Mohn gibt es hier.
Bringt Feuer in die Rabatte: Türkischer Ziermohn, eine ausdauernde Staude von imposanter Erscheinug.

Bringt Feuer in die Rabatte: Türkischer Ziermohn,
eine ausdauernde Staude von imposanter Erscheinung.

Um das eingangs erwähnte Thema Trauer im Zusammenhang mit der Symbolik der Mohnblumen wieder aufzunehmen, hier ein Brauch aus den angelsächsischen Ländern:

Remembrance Day: An diesem Tag im November wird mit dem Tragen von Klatschmohnblüten-Abzeichen an die Gefallenen der Weltkriege erinnert. Er ist unserem Volkstrauertag sehr ähnlich. Allerdings werden die stattfindenden Feierlichkeiten stärker öffentlich zelebriert. Die Mohnblumen sollen schon seit dem Ende des 1. Weltkriegs  im November 1918 an des vergossene Blut erinnern. Klatschmohn bedeckte in dichten Teppichen die Fluren in Flandern, einem der schrecklichsten Schlachtfelder des Stellungskriegs. Die Farbsymbolik der schwarz-roten Blüten spricht auch in modernen Zeiten die Menschen noch stark an. Daher gab im Jahr 2014 am Tower in Londen eine Kunst-Installation mit tausenden von Keramik-Mohnblüten, die an den Ausbruch des Weltkriegs im Jahr 1914 erinnern sollte.

 

Posted by on Oktober 11th, 2016 Kommentare deaktiviert

Das Luft-Element: Leichtigkeit, Frühlingsfrische und Ratio

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Elementarmagie: Luft, Wolken. Kühle, Bewegung.
Für Kommunikation, Denken, Lernen, Kreativprozess.
Cloud of Imagination ©scrano 2013

Astrologie:

  • Zwillinge: mutabel – Merkur in seinem Taghaus
  • Waage: kardinal – Venus Urania
  • Wassermann: fix – Uranus, Saturn in seinem Taghaus
  • Häuser 3,7,11

Tarot: Schwerter

  • Yin: Königin, mutabel
  • Yang: König, fix
  • Page, Ritter, kardinal

Farben:

  • gelb, violettblau, graublau

Alchemie:

  • AirNach oben weisendes Dreieck mit Querbalken.

Elemental:

  • Sylphen,
  • Osten,
  • Raphael
  • Euros

Tage:

  • Mittwoch – Merkur

Pflanzen:

  • Doldenblütler: Möhre, Fenchel, Kümmel

Signatur:

Aufrecht, grazil, rankend, ätherische Öle, aufmunternd, erfrischend, belebt den Geist.

Öle:

  • Citrus-Arten
  • Bergamotte-Minze,
  • Anis.
  • Bergamotte,
  • Lemongras,
  • Limette,
  • Salbei,
  • Eukalyptus,
  • Minze,
  • Kümmel
  • Fenchel

Tiere:

  • Vögel, besonders Sittiche, Beos und Kolibris.
  • fliegende Insekten: Bienen (Neptun – Kollektiv, Drohnenopfer), Nebensignaturen: Mond/Saturn, aber auch Venus/Mars, Sonne/Uranus die Biene zeigt viele Signaturen in allen ihren Lebensaspekten (Zodiak) ist sie ausgeglichen. Für uns Menschen ist alles davon nützlich, als einziges Insekt ist die Honigbiene domestiziert, und das schon seit der frühen Bronzezeit. Schmetterlinge (mit Pluto), Libelle (Neptun, lebt am/im Wasser, Mars/Venus).
  • Affen und andere flinke, baumlebende Säugetiere. Fledermäuse (Neptun, Mond/Saturn, Pluto/Venus – Vampirmythen!), sie orientieren sich mit Schall, der sich durch die Luft ausbreitet, fliegen und fressen Insekten, die vegetarischen Flughunde befruchten Pflanzen.

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Obwohl in der klassischen Element-Lehre als “Heiss und Feucht” klassifiziert, hat das Element Luft wohl eher die Yang-Eigenschaft aktive Bewegung, im Gegesatz zum Wasser, zu dem die Yin Variante “Passive Bewegung” passt. Einzig die Venus Urania des Luft-Zeichens Waage wäre noch als “Heiss” zu bewerten, gerade sie ist aber geradezu aufdringlich neutral.

Daher passt die Frische und Kühle des Frühlings am besten, ebenfalls der Osten als Himmelsrichtung. Das Erdelement repräsentiert den Herbst und den Westen, der  Winter und der Norden wäre wohl dem Wasserelement zuzuordnen, wie der Sommer und der Süden dem Feuer. Andere Lehrsysteme rechnen den Norden zum Erdelement, den Westen zum Wasser. In der klassischen Lehre waren die Korrespondenzen der Elemente mit der Astrologie, dem Jahreskreis, den Temperamenten und deren Einteilungen auch nicht so eindeutig, neben dem Modell von Empedokles gab es auch einige mit Übergangselementen, z.B. gerade dem Element Luft. Dies wäre dann den aufbauenden und abbauenden Elementezyklen, wie man sie aus der chinesischen FÜNF-Elementlehre kennt sehr ähnlich. Auch bei den Ayurvedischen Doshas lässt sich eine Elementzuordnung finden, aber  da ist eine exakte Übereinstimmung mit dem hellenistischen Modell ebenfalls schwierig. Später erweiterte man das klassische System noch um Quintessenz oder Pneuma, was einen seelisch-geistigen Anteil ausdrücken sollte.

Auch das Siebener-Muster der Chakren wird mit den Grund-Elementen in Zusammenhang gebracht, aber ebenso mit den klassischen Planeten. Im Tantrismus haben wir dann die sogenannten Tattvas: Erde-Luft-Geist-Wasser-Feuer, deren Yantras (Symbolbilder) auch für Visualisierungsübungen bei klassischen Element-Meditationen verwendet werden. Das klassische Tantra hat nichts mit den halbseidenen neotantrischen Sex-Gurus zu tun, die überall ihre “Dienstleistungen” anbieten! Es ist vielmehr die Grundlage der Yoga-Lehre mit den zwei Varianten: Hatha-Yoga und Kundalini-Yoga.

Das Element Luft ist der grosse Kommunikator: Laute, ob nun Musik oder Sprache, jede Art von Ton wird als Wellen komprimierter Luft übertragen. Daher ist Merkur, der flinke und sprachgewandte Götterbote auch der Patron dieses Elements. Er erfand auch die Lyra für seinen älteren Bruder, den Musik-Freund Apollon. Luft ist auch mit dem Verstand assoziert, hier ist sie die Kühle, Frische und Distanz des Himmels, die Leichtigkeit mit der Wolken dahinschweben: Wie Gedanken sind sie frei von der Erdenschwere. Alles was fliegt untersteht diesem Element: Ob nun Falter, Libelle oder Düsenjet, natürlich auch Piloten und das Internet mit seiner schnellen, scheinbar von der Materie befreiten Nachrichtenübermittlung und dem schier unbegrenzten Informations-Austausch. Auch Düfte als Botenstoffe, wie sie von Pflanzen eingesetzt werden unterstehen der Luft. Daher eignen sich Räucherungen und die Duftlampe als gute Meditationshilfen beim spirituellen Arbeiten mit diesem Element. Uranus, ein weiterer Archetyp symbolisiert die grenzenlose Freiheit des weiten Himmels, aber auch Lebens-Ferne und mangelnde Erdung, gleiches gilt für die seinem Sperma entsprungene Venus Urania, die Perfektionistin der Ästhetik, Muse der Künstler. Im Gegensatz zu ihrer irdischeren Schwester Venus Pandemos schert sie sich wenig um die Grundbedürfnisse des Menschen, daher wohl die häufige Armut von begnadeten Künstlern, die sich ganz ihr in völliger Hingabe verschrieben hatten. Ihre zweite Heimat ist interessanterweise der Gerichts-Saal, wohl wegen ihrer Neutralität gegenüber Emotionen.  Dies ist keine Kuschel-Venus, wer Herzens-Liebe sucht ist bei der wässrigen Mondin besser aufgehoben.

Die Zustandformen des Elementes im Luft-Trigon:

  • Wassermann: fix, atmosphärische Zellen, Plasma (geladenes Gas)
  • Zwilling: mutabel, Böen, Wirbel
  • Waage: kardinal, grosse Strömungen (Temperaturausgleich der Atmosphäre)
Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.©scrano 2016

Elemente-Rad, modern/psychologisch interpretiert.
©scrano 2016

Die Element-Typisierung hatte auch Einfluss auf die Humoralpathologie der Antike: Vier Körpersäfte – Blut/Schleim und schwarze/gelbe Galle zirkulieren frei und unbehindert, solange der Mensch in Homöostase (Gleichgewicht) befindlich ist. Diese “Säfte”, wobei der Begriff nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, werden dann vier Temperamenten zugeordnet – Sanguiniker/Blut, Phlegmatiker/Schleim, Choleriker/gelbe Galle und Melancholiker/schwarze Galle. Mit der Temperament-Lehre als eher geistigem Konzept experimentierte auch Hans Eysenk, ein bekannter Psychologe, der sich mit der Erforschung von  Persönlichkeitsstrukturen beschäftigte,

Neben der psychologischen Zuordnung kann man auch eine physikalische Interpretation finden: Natürlich war eintsprechend der Denkweise der alten Griechen das Wort Element nicht im chemischen Sinne eines Periodensystems gemeint. Im antiken Griechenland war man mehr auf umfassendere Prinzipien im Sinne der idealen Formen Platos ausgerichtet. Also wären demzufolge eher Zustandsbeschreibungen mit den Elementen gleichzusetzen: Fest-Erde, flüssig-Wasser, gasförmig-Luft, Plasma – Feuer.

 

Posted by on September 23rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Heilpflanzen im September: Signatur des Merkur

Dualer Merkur, vereint Gegensätzliches mit Liebe zum Detail.Twain ©scrano 2014

Dualer Merkur, vereint Gegensätzliches mit Liebe zum Detail.
Twain ©scrano 2014

Signaturen in der Pflanzenastrologie:

Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

Als MacGyver der Götter  ist der Merkur  das Symbol für den Verstand, die Vernunft, den Intellekt und die Logik. Damit verkörpert er das Denken, Kommunzieren mit anderen und das Lernen von neuen Fähigkeiten. Der kleine innerste Planet  umläuft die Sonne in nur 87 Tagen. Daher galt der flinke Merkur in der griechischen Mythologie als Götterbote, Herold des Zeus und Unterhändler zwischen den Göttern und Menschen.  Sein primäres Element ist die Luft, sein Domizil liegt in den Zwillingen und er herrscht im dritten Haus. Allerdings hat er einen russigen (Zwillings)-Bruder, auch ein Erfindertalent, wenn auch nicht so beweglich: Hephaistos mit dem lahmen Bein und den geschickten Händen. Dieser regiert die Jungfrau und das sechste Haus, sein Element ist die Erde.

Der Merkur, aber auch sein Bruder, der unterirdische Schmied galten als neu- und wissbegierig: In beiden Formen  unterstützt dieser Archetyp  unsere logischen und analytischen Fähigkeiten, lässt uns unvoreingenommen auf Menschen und Situationen zugehen, Neues aufnehmen und umsetzen. Der Hephaistos segnet uns auch mit einem pragmatischen Verstand – so dass man sich nicht in Luftschlössern und Abstraktionen verliert.

 Merkurräucherungen nützen an den Tagen der Retrogradation des Planeten, seinen inneren Zusammenhalt aufrechtzuerhalten und Missverständnissen durch fehlinterpretierte Äusserungen seitens seiner Mitmenschen aus dem Weg zu gehen.  So ein kleines Planeten-Räucherritual macht auch Menschen mit einem rückläufigen  Merkur in der Radix, besonders in Haus 3, 6 oder 9, das Leben leichter. Eine gute meditative Übung vor einem Vortrag, oder wenn man schwierige Texte verfassen muss.

  • Räucherpflanzen, die unsere Merkurfähigkeiten unterstützen, sind z.B. Hopfenzapfen, Lavendelblüten, Pfefferminze, Macisblüte, Salbei, Ysop und Lemongras oder Zitrusschale.

Die in Merkurpflanzen häufig enthaltenen ätherischen Öle wirken in der Aromalampe gegen Kopfschmerzen, innere Unruhe und fördern die Konzentration bei Lernaufgaben.  Darum haben sie sich auch in Prüfungszeiten bewährt. Beispiele: Zitrone und Lemongras aktivieren, Mandarine baut Stress und Spannungskopfschmerz ab. Lavendel beruhigt nervöse Gemüter. Pfefferminze und Bergamotte erfrischen den Geist. Überhaupt sind stark merkurische Heilmittel oft durch Inhalieren anwendbar, weniger als Tee oder Tinktur, da sie häufig dem Element Luft unterstehen.

In seiner Funktion als geflügeltem  Götterboten entspricht dem Merkur/Hermes das Prinzip des Informationsflusses, damit die Geschwindigkeit aller Stoffwechselprozesse und das dafür verantwortliche Hormonsystem (Schilddrüse, mit ihrer Schmetterlingsform, ein Merkursymbol)  und auch die Bronchien und Lungen. Als Mittel des Ausdrucks, des Erfahrens der Umwelt und kreativen Schaffens sind auch die Hände dem Merkur unterstellt.

Der hermetische Gegenpol von Merkurpflanzen wird klassisch von Jupiter (9,Haus, Schütze und 12. Haus, Fische) gebildet. In der modernen Astrologie kommt zum Jupiter des Nachthauses noch der Neptun als neuer Hauptherrscher von Fische und 12. Haus hinzu. Häufig sind beide Pol-Signaturen sogar gleich stark ausgeprägt. Beispiele: Iris, Königskerze, Baldrian, Katzenminze.

Jugendlicher Hermes als Jäger. Schwtezinger Park, ©beast666 2016

Jugendlicher Hermes als Reisender.
Sein Begleittier ist der wachsame Hahn, der auch ein solares Symbol darstellt. Schwetzinger Park, ©beast666 2016

Die Idee des Vermittlers, wie sie Merkur als Götterbote und geschickter Unterhändler verkörpert, zeigt uns, dass seine Pflanzen dazu dienen, unterschiedliche Wirksysysteme zusammenzubringen.  Im Körper helfen sie auch, die inneren Taktgeber zu regulieren. In seinen Eigenschaften ist Merkur ambivalent. Er kann das Feindliche befreunden und auch Fehlendes ergänzen. Auch viele Sonnenpflanzen vermögen das, weil sowohl Merkur als auch sein älterer Bruder Apollon (Sonne) als innere Heiler gelten. Das zeigt sich in ihrer mythologischen Beziehung zum archetypischen Arzt Äskulap, einem Sohn Apollons, und Träger eines Schlangenstabs – dem Caducceus, wie ihn auch Merkur besitzt. Auch der Caducceus mit Flügeln und zwei Schlangen die sich umwinden verkörpert das Duale und seine Überwindung: Er vereint das Obere mit dem Unteren und bringt die Gegensätze (Schlangen) zusammen.

  • Daher sind beide Pflanzenmittel wichtig in Rezepturen – sie bringen die Wirkung erst zur Entfaltung.

Gentiana lutea - gelber Enzian. Merkur/Jupiter mit typischen "Wegerichblättern".

Gentiana lutea – gelber Enzian. Merkur/Jupiter mit typischen “Wegerichblättern”. Quelle:wiki

Gewächse, welche eine Merkursignatur tragen, haben blassblaue bis violette oder maisgelbe Blüten, wechselnde Blütenfarben, Komplementärfarben, Scheckung, Dolden- und Schirmblüten, kleine individuelle Blüten in Rispen und Ähren. Sie weisen eine schlanke Gestalt auf, vor allem aber lanzettliche, parallelnervige, gefiederte, nadelartige oder flügelförmige Blätter (Farne), die im wechselnden Rhythmus angeordnet sind. Rutenartige (Ginster, Tannenwedel, Schachtelhalm) Ausformungen kommen ebenfalls vor, oder „Blatthände“, wie bei Fingerkraut und Kastanie.  Auch rauhe Haare und weiche Borsten, welche die Pflanze bedecken, sind charakteristisch: Küchenschelle, Borretsch, Königskerze. Ihr Wuchs ist streng aufrecht (Odermennig, Königskerze, Fingerhut), oder  sie  klettern und ranken (Efeu, Hopfen, Bohnen). Typisch sind auch  Samen, die mit dem Wind verteilt werden z.B. Flugborsten oder Fallschirmchen tragen.  Merkurpflanzen wachsen  oftmals am Wegrand. Beispiele sind die Wegwarte und der Wegerich.

Düfte von Merkurpflanzen kommen seltener von den Blüten (ausser Lavendel) sondern von den Blättern und beruhen oft auf einem Gehalt an ätherischen Ölen, z.B. Lavendel. Salbei, Rosmarin, Thymian. Die Merkurpflanze ist ein Insektenliebling, oft eine regelrechte Tankstelle mit Treff für Falter, Bienen, Käfer. Beispiele: Wilde Möhre, Baldrian, Schmetterlingsmagnet Buddleia.

Echium vulgare - Natternkopf aus der Familie der Borretschgewächse.

Echium vulgare – Natternkopf aus der Familie der Borretschgewächse.

Erd-Merkurpflanzen (Jungfrau) ranken eher am Boden entlang als dass sie hochaufstrebend wären. Ihr Gegenpart ist Neptun, so dass sie auch invasive, flachwurzelnde Rhizomgeflechte bilden können. Beispiel hierfür sind Gräser oder der Giersch. Luftmerkurpflanzen (Zwillinge) sind die klassischen Kletterer, die auch ausladende Pflanzendschungel bilden lönnen, weil ihr Gegenpol der expansive Jupiter ist – Wein oder Wisteria sinensis stellen beide gute Verteter dieses Prinzips dar.  Egal ob Neptun oder Jupiterprinzip den Gegenpol bilden, häufig enthalten diese Gewächse beruhigende oder berauschende Inhaltsstoffe, wie z.B. der Hopfen, die Passiflora, oder die Prunkwinde.

Viele Pflanzen tragen eine Merkur-Nebensignatur: Holunder, Orchideen, Walnussbaum (Jupiter), Rosskastanie (Jupiter, Mars/Venus), Schafgarbe, selbst Rosen.

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Zaunwinde, eine alte Hexenpflanze – und ein Heilkraut.

Gewächse unter der Herrschaft des Merkur:

  • Akelei (Jupiter, Mars/Venus)
  • Ackerschachtelhalm (Mond/Saturn)
  • Bärlapp (Saturn/Mond),
  • Bittersüß (Venus/Pluto),
  • Baldrian (Mond/Saturn, Neptun),
  • Beifuß (Saturn, Mond),
  • Bingelkraut (Uranus),
  • Borretsch (Jupiter)
  • Braunwurz (Saturn),
  • Dill (Sonne/Uranus),
  • Ehrenpreis (Jupiter),
  • Esche (Jupiter),
  • Fenchel (Mond/Saturn),
  • Fingerhut (Jupiter, Mars/Venus)
  • Frauenhaarfarn
  • Gelber Enzian (Jupiter, Mars/Venus)
  • Geissblatt (Neptun)
  • Giersch (Neptun, Mond/Saturn)
  • Ginster (Venus/Mars)
  • Gundermann (Venus/Mars),
  • Herzgespann (Venus/Mars),
  • Hirschzunge (Saturn/Mond),
  • Hopfen (Neptun, Mars/Venus)
  • Huflattich (Jupiter, Venus/Mars),
  • Katzenminze (Neptun, Mond/Saturn)
  • Kerbel, (Mond/Saturn)
  • Küchenschelle (Venus/Mars),
  • Kümmel, (Mond/Saturn)
  • Lavendel, (Neptun)
  • Linde (Venus/Mars),
  • Lungenkraut (Saturn),
  • Melisse (Neptun, Mond/Saturn);
  • Minzen (Venus/Pluto), Poleiminze, Krauseminze, Spearmint etc.
  • Natternkopf (Jupiter),
  • Odermennig (Jupiter),
  • Oleander (Jupiter, Venus/Pluto),
  • Passiflora (Neptun, Jupiter)
  • Petersilie, (Jupiter, Mond/Saturn)
  • Schierling (Saturn/Mond),
  • Schwalbenwurz (Saturn, Mond),
  • Tannenwedel (Mond/Saturn)
  • Teufelsabbiß, (Mond/Saturn)
  • Thymian (Mars/Venus)
  • Wegeriche (Venus/Mars)
  • Duftwicke (Neptun, Venus/Mars)
  • Winden: Prinkwinde, Zaunwinde, (Jupiter, Neptun, Mond/Saturn)
  • Wegwarte (Jupiter, Saturn/Mond)
  • Wolfstrapp
  • Wurmfarn (Mond/Saturn);

Nahrungsmittel:

  • Getreidearten (Jupiter-Mais, Neptun alle anderen)
  • Bohnen, Erbsen (Venus/Mars)
  • Süsskartoffel (eine Windenartt, Mond/Saturn)
  • Obst: Johannisbeeren, Stachelbeeren, mit Venus/Mars
  • Passionsfrucht, (Neptun, Jupiter)

Merkur untersteht auch die Blatt- und Stengelausprägung sowie der Samenflug. Merkurpflanzen aktivieren den Stoffwechsel und eignen sich wegen ihrer Anpassungsfähigkeit gut zur Abrundung von Rezepten.

Wo viel Licht ist, gibt es auch Schatten: Zu den merkurgeprägten Giftpflanzen zählen der sehr toxische Goldregen (Mars/Pluto und Venus), der schwächer giftige Ginster, die Hundsgiftgewächse (Vinca, Oleander mit Venus/Pluto) und die Hahnenfussgewächse (Mars/Pluto und Venus), die allesamt Gift- oder Reizstoffe enthalten. Hier wie auch beim Maiglöckchen sind es die Nebensignaturen, welche das aggressive Element tragen. Auch Bohnen (Mars/Venus) sind ungekocht toxisch.

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Polygonatum – Salomonssiegel, Elfensporn.
Typisch die parallelnervigen Blätter und die ährige Blüte.
Nebensignatur Mond/Saturn, wie beim verwandten ebenfalls giftigen Maiglöckchen.

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des 6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus und dessen Herrscher
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter Mondaspekt des Dekumbitur zum Mond in der Radix -> Ursache, nächste Mondaspekte -> Krisen, Heilungschancen und Dauer.

Bilder: ©beast666  und gemeinfrei (Enzian).

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

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Segensreiche Disteln: Jupiter trifft Merkur in der Jungfrau

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Mandala: Jupiter in der vom Merkur regierten Jungfrau.
Fast wie eine Distel-Blüte: Fülle der Details.
Auch die Distel trägt die Signatur von Merkur und Jupiter.
Mars/Venus, bei Milchdisteln Mond/Saturn sind ebenfalls vertreten. 

 Die Distel und die Rose

Stand ein staubiger Distelstrauch
Und eine blühende Rose auch
Auf der sonnigen Heide. –
War die Distel voll Neide. –
Fegte der Winter den eisigen Hauch
Verderblich über die Flur.
Klagte die Rose voll Leide:
“Liebe Distel, jetzt sind wir nur
Stachelgewächse beide!”

Albert Roderich

(1846 – 1938), deutscher Dichter und Aphoristiker
Stängellose Kratzdistel am Albtrauf.

Stängellose Kratzdistel am Albtrauf.

In den als stacheliges Unkraut geschmähten Disteln steckt viel Gutes. Besonders heilwirksam ist die Mariendistel, die ihren Namen den weissen Flecken auf ihren Blättern verdankt: Milch der heiligen Jungfrau.*** Die Mariendistel gehört tatsächlich zu den ältesten Heilpflanzen. Bereits in der Antike  hat man im Mittelmeerraum die Früchte der stachligen Pflanze zur Behandlung von Leberleiden angewendet. Im Mittelalter wurde das wild wachsende Gewächs dann für die Klostermedizin regelrecht kultiviert.

Zur Vorbeugung gegen Reisekrankheit (Merkur):

  • Mit einem Liter kochenden Wasser ein Distelblatt, eine Prise gequetschter Mariendistelfrüchte und ein Wurzelstückchen überbrühen.
  •  Einige Minuten ziehen lassen, abseihen und süßen (Honig oder Ahornsirup)
  • Am Tag vor der Reise in kleinen Schlucken trinken.

Gegen Leberbeschwerden (Jupiter): Mariendistel-Tee.

  • Einen Teelöffel Mariendistelfrüchte im Mörser zerquetschen und mit kochendem Wasser überbrühen.
  • 10 bis 15 Minuten ziehen lassen,und abseihen. Noch heiß in kleinen Schlucken trinken: Am Morgen auf nüchternen Magen die erste Tasse, eine halbe Stunde vor dem Mittagessen die zweite. Die dritte und letzte Tasse trinken Sie vor dem Schlafengehen
  • Der Tee kann auch ergänzend mit Pfefferminze zubereitet werden. Er hilft vorbeugend und akut bei Beschwerden der Leber.

Magen und Darm (Merkur) anregen:

  • Fünf Gramm Distel-Kraut, getrocknet, mit kochendem Wasser aufgießen. Fünf Minuten ziehen lassen.
  • Abseihen und drei bis vier Tassen im Laufe des Tages trinken.

Als Leber-und Galletonikum gibt es auch bereits Fertigpräparate in der Apotheke, die Mariendistel enthalten.

Die Wirkkraft der Mariendistel auf die Leber ist so gross, dass sie bei Zirrhose eingesetzt wird und sogar Knollenblätterpilzvergiftungen mit ihrem Extrakt  behandelt werden. Hierzu wird eine Direktinfusion des Wirkstoffs Silybin verabreicht.

Auch die verdauungsfördernde Artischoke gehört zu den Distelgewächsen, ebenso die Karde, die gleichfalls heilkräftig und leberwirksam ist, wenn auch nicht in dem Ausmass wie bei der Mariendistel.

Kugeldisteln und grosse Karde sind hübsch im Staudenbeet und eine hervorragende Bienenweide im blütenarmen Spätsommer und Herbst.

Mariendistel-Blüte: Silybum marianum

Mariendistel-Blüte: Silybum marianum

Und schliesslich ist die Distel auch die Nationalblume von Schottland. Sogar die inoffizielle Nationalhymne der eigenwilligen Bewohner der Highlands, Erfinder des Whisky und der industriellen Revolution ist nach ihr benannt: Flower of Scotland”. Den Text zu “Flower of Scotland” gibt es hier. Ein weiteres schottischen Motto, das des Clans der Mackintosh lautet:Touch not the Cat but a Glove“. Schotten sprechen von sich auch als Volk des Clan Chattan, was soviel wie Katzenclan heisst, hier ist die schottische Wildkatze gemeint. Katzen und Disteln, Schottlands Nationalsymbole kommen alle ein wenig kratzbüstig daher. Wen wundert es, bei der Geschichte …

**Wie bei allen Heilpflanzen gilt: Vor Anwendung Beschwerden diagnostisch abklären lassen! Heilpraktiker und viele Ärzte verordnen mittlerweile auch wieder mehr pflanzliche Mittel.

***Solche “Milchflecken” deuten auch auf eine Mondsignatur: Tatsächlich hilft die Mariendistel auch bei Lymphproblemen und wird in der Intensivmedizin bei Hirnödemen eingesetzt. Lymphe und Hirnmasse werden vom Mond regiert. Damit wäre die Mariendistel, wie viele der alten Heilpflanzen auch eine Art Panacea, ähnlich der Schafgarbe oder der Ringelblume.

Essbare Kohldistel: Mehr vom Merkur dominiert.

Essbare Kohldistel: Mehr vom Merkur dominiert als vom Jupiter/Mars – gelbe Blüten.

Ernte: Die Kohldistel blüht von Juni bis Oktober.  Erntezeit der Blätter ist auf gemähten Wiesen von Mai bis September möglich. Die großen Blätter lassen sich in Streifen geschnitten oder blanchiert sehr gut einfrieren.

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Cirsium oleraceum – Kohldistel
quelle:wiki

Zubereitungsarten: Die Kohldistel ist äußerst wohlschmeckend, der Geschmack ist mit keinem anderen Kulturgemüse vergleichbar, ein wenig der ebenfalls zur Familie gehörenden Artischocke ähnlich. Wie bei der grossen Schwester und auch der kratzbürstigen Silberdistel schmecken die Blütenböden besonders gut. Dafür sammelt man sie kurz vor dem Vollerblühen. Für eine Distel sind die Blätter nur wenig bestachelt. Sehr gut machen sich Kohldistelblätter als Wildspinat oder auch in klassischen Gemüseaufläufen. Ausgebacken in Bier- oder Weinteig sind Kohldistelblätter eine regelrechte Delikatesse.  Als Salatzutat schmeckt Kohldistel auch in rohem Zustand angenehm herb und vom Aroma her ein wenig nussig, fast walnussartig.

Carlin acaulis - Silberdistel - sie hat auch eine Mond/Saturn Signatur.

Carlin acaulis – Silberdistel – sie hat auch eine Mond/Saturn Signatur.

Auch die Silberdistelblüten wurden gegessen: Jäger- oder Hirtenbrot war daher der volkstümliche Name. Wegen der Nektarfülle wird sie gerne von Biene und Hummeln besucht. Disten sind eine gute Bienenweide im Spätsommer.

Eselsdistel

Bizarre Schönheit iund deutliches Signal: Don’t Touch!
Trotzdem werden Disteln von Ziegen gefressen.
Für Vögel sind ihre Samen unwiderstehlich.

Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

Posted by on August 25th, 2016 Kommentare deaktiviert

Spätsommer in der Schwäbischen Alb: Zauberpflanzen und Biokäse

Linde auf dem Auchtert:  beast666 August 2015

Linde auf dem Auchtert: beast666 August 2015

Immer eine lohnende Runde:  Wandern vom Breitenstein zur Ziegelhütte im Randecker Maar und zurück. Eine unangestrengte Route, trotzdem muss man keine Teerstrassen und breite Schotterpisten mit wildgewordenen Mountainbikern teilen. Diese stören ein Naturerlebnis manchmal recht effektiv – allein schon die oft affenbunte  Aufmachung! Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz am Breitenstein bei Ochsenwang. Wer will, kann die Kirche im Ort besuchen, dort war der Dichter Eduard Mörike im 19. Jhd. als Pastor tätig. Vom Parkplatz geht’s zum 815 m hohen Breitenstein, mit seiner wunderbaren Aussicht auf die Zeugenberge der Alb und vor allem die Burg Teck. Im Gelände verstreut liegen einige Gemeinde-Grillplätze.  Weiter zum Anstieg des Auchtert, auf dem eine kleine Lindengruppe mit einer Parkbank zum Verweilen einlädt. Die Wiesen auf dem flachen Buckel weisen eine erstaunliche Artenvielfalt auf: Jetzt im Spätsommer leuchten bei Sonnenschein Silberdisteln aus dem vertrockneten Gras.

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Carlina acaulis, Silberdistel oder stängellose Eberwurz. ©beast666 2015

Diese alte Zauber- und Heilpflanze steht auf der roten Liste der bedrohten Arten und ist streng geschützt. Die Haupt-Signatur hat sie wie alle Disteln vom Jupiter/Merkur-Prinzip, aber Mars (Blattstacheln) und Venus (sehr zuckerreicher Nektar) spielen ebennfalls eine Rolle. In der silbrigen, hygroskopischen Blüte und der starken Pfahlwurzel erkennen wir den Saturn/Mond Einfluss. Dieses aromatisch riechende Rhizom enthält ätherische Öle und schmeckt scharf und bitter. Hauptbestandteil des Öls ist mit 80 % bis 90 % das antibakterielle und toxische Carlinaoxyd. Weiter enthält die Wurzel auch über 20 % Inulin als Reservestoff, wie z.B. auch der Grosse Alant. Die kräftige Pfahlwurzel wurde in der Volksheilkunde als Grippemittel, harntreibendes Mittel und gegen Greisenbrand gesammelt, in der Tiermedizin als Mast- und Brunstpulver (Eberwurz) verwendet. Die Korbböden wurden früher ähnlich wie Artischocken gegessen. Daher wird die Silberdistel bei Almhirten auch Jägerbrot genannt. Der Geruch des getrockneten Rhizoms galt auch beim Menschen als potenzfördernd.

Die Silberdistel gehört zu den schutzmagischen Berufkräutern: Sie schmückt noch immer in den Alpen viele Türen von Bauernhäusern. Sie soll die Bewohner vor Luftgeistern schützen, die Seuchen bringen. Die antibiotische Wirkung konnte inzwischen biochemisch nachgewiesen werden (Carlinaoxyd). Paracelsus nutzte die Pflanze als Amulett, um stärkende Astralkräfte auf den Menschen zu übertragen.

Der Beiname Wetterdistel bezeichnet das Verhalten der äusseren, abgestorbenen Blütenblätter, sich bei hoher Luftfähigkeit einzurollen, und damit die Blüte zu verschliessen. Durch diese hygroskopische Eigenschaft werden die Röhrenblüten vor Regen geschützt. Bei geschlossener Blüte ist also Regen zu erwarten, bei Sonnenschein öffnet sie sich wieder. Bereits ein fünf- bis zehnmaliges Anhauchen genügt, um die erste Aufrichtebewegung zu erzeugen. Auch der Morgentau löst den Wettermechanismus aus.

Zipfelbach-Schlucht Brücke.©beast666 2015

Zipfelbach-Schlucht: Brücke.
©beast666 2015

Vom Auchtert geht es zum Mörikefels, einer etwas augesetzten Kanzel mit tollem Panoramablick. Abwärts durch den Wald führt der Weg an der Zipfelbachschlucht vorbei und über die Strasse auf den leichten Anstieg zum Randecker Maar. Entlang einer Kuhweide und an der Maar-Schäferei vorbei gelangt man zur Einkehr “Maarstube” des Weilers Ziegelhütte, mit seinem Demeter-Betrieb samt eigener Käserei. In der Brozeitstube des Hofladens bekommt man eine erstklassige Vesper oder leckeren selbstgebackenen Kuchen. Eine Auswahl von  unterschliedlichen Käsespezialitäten findet man im Hofladen, daneben auch die Produkte aus dem Biosphärenreservat “Schopflocher Alb”, z.B. Honig oder Wildobsterzeugnisse. Man sitzt im Sommer gemütlich unter alten Bäumen, im Winter am heimeligen Kaminofen der rustikalen Gaststube. Hier sind auch jede Menge Infomaterialien zur Region ausgelegt.

Auf den Maarwiesen blüht jetzt schon die Herbstzeitlose, eine Heil- und Hexenpflanze, die trotz ihrer Giftigkeit zur Gichtbehandlung eingesetzt wird. Ihre Haupt-Signatur: Venus/Pluto.

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Herbstzeitlose: Colchicum autumnalis, schön -  aber sehr giftig.
©beast666 2015

Gestärkt macht man sich von der Maarstube auf den Rückweg, der durch eine schöne alte Linden-Allee in Richtung der Hauptstrasse nach Ochsenwang führt. Hier hat man einen spektakulären Ausblick auf die “Drei Kaiserberge: Stuifen, Rechberg, Hohenstaufen” und den kleinen Vulkan “Limburg“. Dieser alte Schlot ist ein Rest des Kirchheim-Uracher Vulkans, der auch den Kessel der Randecker Caldera geschaffen hat, die lange Zeit von einem See, wie die ebenfalls vulkanischen Eifel-Maare bedeckt war. Fossilien aus dieser erdgeschichtlichen Periode kann man in der Maarstube besichtigen, Schautafeln zur geologischen Geschichte des Maars stehen am Anfang der Allee.

An der Strasse zweigt der Pfad nach rechts ab, entlang des Maar-Randes zurück zum Auchtert und Breitenstein.

Zauberbaum der Alten: Eberesche. Baum von Odin und Thor.

Am Maarrand – Zauberbaum der Alten: Eberesche.
Baum von Odin und Thor.
Die Beeren liefern Marmelade und geistiges (Schnaps).

Gehzeit ca. 3 Stunden ohne Rast und Einkehr. Maarstube an Wochenenden, Hofladen auch Freitag vormittag geöffnet.

Ziele in der Nähe:

  • Ein lohnender Abstecher: Torfgrube Schopflocher Moor  – tolle Bestände an Rohrkolben, Sumpfiris und Wald-Angelica, Libellen, Frösche, Falter etc.
  • Otto-Hoffmeister Haus: Landgasthof Albengel mit Übernachtung
  • Biosphären-Zentrum Schopflocher Alb an der Hauptstrasse, Richtung Römerstein: Veranstaltungen, Vorträge, Laden, Cafeteria.

 

Posted by on August 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

Heilpflanzen im August: Here Comes the Sun …

Apollon, solarer Archetyp und Heiler der Antike.Schwetzingen Apollontempel 2015

Apollon, solarer Archetyp und Heiler der Antike.
Schwetzingen Apollontempel 2015 ©beast666

Signaturen in der Pflanzenastrologie:

Alle Lebendige aber auch sonstiges Dingliches teilt sich mit. Pflanzen kommunizieren mit ihren Farben, ihrem Geruch oder Duft, in der Ausformung ihres Wurzelgeflechts, Anzahl, Form und Stellung von Blättern, Erscheinungsform und Symmetrie der Blüten, Eigenschaften ihrer Früchte, Samen oder Sporen, ihrer kompletten Erscheinungsform, ja sogar einer Art “Ausstrahlung”. Bei der Interpretation der Pflanzen muss man aber bedenken, dass sie sozusagen verkehrt herum leben: Ihr Kopf oder “Gehirn” steckt im Boden, ihre Fortpflanzungs- und Bewegungsorgane (z.B. Ranken) sind nach oben, dem Licht entgegengestreckt.

  • Hinweise für Signaturen finden sich auch darin, wie, wo und wann eine Pflanze wächst, blüht oder fruchtet  in welchen Gemeinschaften und unter welchen Randbedingungen.
  • Namen, besonders die ortsüblichen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet (sofern noch bekannt) spielen eine Rolle. Auch Bezeichnungen aus dem Volksmund sind eine interessante Quelle, wobei man aber Heilwissen, Brauchtum und dummen Aberglauben manchmal nicht trennen kann.

Diese Erscheinungsbilder und Ausdrucksformen lassen sich in die Sprache astrologischer Archetypen übersetzen, sie bilden dann eine sogenannte Signatur.

In der klassischen Signaturenlehre werden meist nur die einseitigen Prinzipien der hermetischen Polarität herangezogen, ausserdem verwendet man nur die 7 Himmelskörper der Antike: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn. Ich ziehe aber die Trans-Saturnier durchaus mit heran, da es mittlerweile einige Erfahrung damit gibt. Bei allen hermetischen Korrespondenzen muss man immer bedenken, dass durch das symmetrische Achsenprinzip der Gegenpol immer mit zum Tragen kommt. In allen Dingen oder Wesen, welche die Erde oder der Kosmos hervorbringt ist zudem auch jedes archetypische Wirkprinzip vertreten, wenn auch nicht in gleichem Aussmass oder in allen Stadien oder Phasen ihrer Existenz. Manche Wirkungen z.B. bei Pflanzen sind nur auf einen Teil, wie Früchte oder Wurzeln beschränkt, manche muss man erst durch Zubereitung und Anwendung erschliessen. Zum Teil kann man eine Rückbeziehung durch die Funktion der Inhaltsstoffe für die Pflanze selbst herstellen.

Dazu kommt: Nicht alles was aus dem planetaren Entsprechungen stammt, ist dem Menschen dienlich – es ist in erster Linie für die Pflanze lebensnotwendig und prägt IHR Wesen. Wir nutzen nur den Anteil, der uns hilfreich ist.

Wie die Sonne auf die Erde wirkt, so wirkt das Herz auf den Leib” (Paracelsus). Für die antiken Ärzte und Iatromediziner  galt das Herz als das Sonnenorgan: Es bildete den Mittelpunkt im Mikrokosmos Mensch. Entsprechend der astrologischen Bedeutung der Sonne, dem zugeordneten Zeichen Löwe und dem 5.Haus des Zodiak, wird das Herz auch als “Organ des Selbst” oder der Lebensfreude bezeichnet. Es wird geschwächt, wenn die äußeren Rahmenbedingungen des Individuums nicht mit seiner inneren Wahrheit überlappen. Die Sonne gilt als Lebensspenderun, die mit ihrer Wärme alles Seiende durchflutet.  Im Menschen verkörpert sie sich daher in allen Zentrierungs- und Wärmeprozessen.

Sonnenpflanzen tonisieren den Organismus, vor allem wenn zusätzlich Kälte körperlicher oder seelischer Natur den Krankheitsprozess beherrscht. Mit ihrer wärmespendenden und lichten Natur erhellen und erwärmen die Heilmittel der Sonne die frierende und verdunkelte Seele (Johanniskraut, Engelwurz). Sie verbessern auch das Selbstwertgefühl (besonders mit Venusmitteln wie Rose) und helfen bei Melancholie sowie Angstzuständen. Mit der zodiakalen Stellung der Sonne ist untrennbar die Selbsterkenntnis verbunden. “Erkenne Dich selbst” stand auf den Toren Delphis geschrieben, der Orakelstätte des Sonnengottes Apollon. Für C.G.Jung (Sonne Löwe) war der solare Archteyp Ausdruck der höheren Form des Animus, wenn dieser von den negativen Elementen der primordialen Mars-Natur befreit wird. Auch der Nabel der Welt – der Omphalos, der als Ende der Axis mundi gedeutet wurde, befand sich im Tempelbezirk von Delphi. Allerdings – wie schon bei Jung angedeutet wird – auch der solare Heros hat seine Schatten: Daher war am Apollontempel auch zu lesen: “Und nicht im Übermass!” Das Geheimnis von solaren Pflanzen  liegt wohl auch darin – wie auch bei Merkurgewächsen in Rezepturen die Bestandteile zusammenzubinden, wobei die Sonne eher einen Fokus setzt, der Merkur hingegen vermittelt.

Heilsame und zauberische Gewächse der Sonne:

Heilpflanzen mit sonnenhafter Natur sind vor allem Bestandteile von tonisierenden (die Lebensgeister stärkenden) Lebenselixieren, z.B. das Allheilittel Theriak (Engelwurz), Aquavit (Johanniskraut, Rosmarin), Frenette (Esche), Melissengeist (Engelwurz, Koriander). Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die viele aromatische Gewürzpflanzen mit milder, erwärmender Schärfe oder angenehmer, belebender Bitterkeit, mit Harzen oder fetten Ölen der Sonne unterstehen. Sie besitzen oft eine glänzende, vor Austrocknung schützende Haut – Saturn im Wassermann ist dann der Gegenpol.

Besonders der mit leicht entflammbaren Ölen gesättigte Lorbeer spielte im Apollonkult eine Rolle. So bestand des Innere des Tempels aus Lorbeerholz und die Orakelpriesterinnen ruhten auf Lorbeerblättern.   Um ihre Sehergabe zu stärken, war Lorbeer ein Teil ihrer Diät, im Altgriechischen nannte man die Apollonpflanze “Mantikos“, das Hellsehkraut. Auch die Priester in den Heilzentren des Asklepios, einem Sohn des Apollon, benutzten die aromatische Pflanze (im Wein), um den Krankheitsgeist besser wahrzunehmen. Zur Stärkung der Seherkraft und gegen Krankheitsgeister wurde Lorbeer auch geräuchert.

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Lorbeer Köhlers Medizinalpflanzen
quelle:wiki

Aus den Lorbeerfrüchten lässt sich ein grünliches salbenähnliches Extrakt gewinnen, das ähnlich der Arnika-Tinktur als Einreibung bei Sportverletzungen verwendet wird. Auch Blutergüsse und Rheumaschmerzen wurden damit behandelt. Leider ist es wie bei Arnika, mit ebenfalls einer Sonnen/Uranus(Saturn) Signatur: Es kann eine Hautallergie auslösen. Wegen der schwarzen Früchte, der antiparasitären Wirkung und den weissen Blüten besteht wohl eine Nebensignatur Mond/Saturn, auch die traumfördernde Wirkung ist wohl eher dieser Natur geschuldet. Das Auge (auch das innere) galt in der Antike als Organ von Sonne und Mond.

Durch ihre leuchtend-gelben Blüten oder ihrer majestätischen Gestalt (Sonnenblume, Ringelblume, Johanniskraut, Alant) sind Sonnenpflanzen in der Natur leicht zu finden.

Die Korbblüter sind eindeutig Sonnenkinder, die ihre Blüten der Sonne zuwenden. Ihr Blütenkorb ist aus vielen einzelnen Blüten zusammensetzt, ist also keine Einzelblüte, sondern ein ein harmonisch organisierter Blütenstand (oft “goldener Schnitt)”, der uns erscheint wie ein Gesicht, das die Umgebung anschaut und sich dem Himmel entgegenstreckt. Es gibt sie in allen Grössen: Gänseblümchen, Kamille, Margariten, Sonnenhut und Ringelblume bis hin zur Sonnenblume oder der Inula helenium, die mehr als 2 m hoch wachsen können.

Gewürz-Tonikum, ähnlich Charteuse jaune oder Danziger Goldwasser:

  •  1 Tl Kardamom, Koriander und Sternanis,
  • 2 El Rosenblüten,
  • 1 Stange Zimt,
  • 5 Gewürznelken,
  • 2-3  Wacholderbeeren,
  • 1 Msp. Macis-Blüte
  • 1 El getrocknete oder kandierte Zitronen- und Pomeranzenschalen,
  • 0,7 l Weinbrand
  • 170 g braunem Krümerkandis
  • Alles in eine Weithalsflasche (1l) füllen.

Den Ansatz stellt man für sechs bis acht Wochen in die Sonne; täglich schütteln, anschließend über Kaffeefilter abziehen und in eine dekorative Flasche füllen.. wer es luxuriöser mag, kann  etwas Blattgold hinzufügen.

Sonnenkraft - sie steht im Zentrum des Lebens.

Sonnenkraft – sie steht im Zentrum des Lebens.

Heil- und Zauberpflanzen, mit denen wir die Sonne ins Haus holen können, sind z.B.

  • Adonisröschen
  • Alant (Merkur/Jupiter)
  • Angelikawurzel, (Merkur/Jupiter)
  • Arnikablüten (Uranus)
  • Bromelien (Uranus)
  • Dachwurz (Uranus, Mars/Venus)
  • Fichte
  • Gelbwurz (Curcuma)
  • Galgantwurzel
  • Große Pestwurz
  • Honig und Propolis
  • Immortelle
  • Ingwer (Uranus, Venus/Mars)
  • Johanniskraut,
  • Kalmus (Mond/Saturn)
  • Kamille (Mond/Saturn, Uranus)
  • Kardamom (Venus/Mars)
  • Koriander, (Venus/Mars, Merkur/Jupiter)
  • Lärche (Uranus)
  • Mistel (Uranus, Mond/Saturn)
  • Lorbeer (Mond/Saturn)
  • Pfingstrose (Jupiter, Merkur, Venus/Mars),
  • Weinraute (Jupiter/Merkur)
  • Ringelblume (Venus/Pluto)
  • Rosmarin (Merkur/Jupiter)
  • Safran (Venus/Pluto)
  • Scharbockskraut (Uranus)
  • Sonnenblume (Uranus)
  • Sonnenhut (Mars/Venus)
  • Sternanis (Jupiter/Merkur)
  • Wacholderbeere (Mond/Saturn, Uranus)
  • Weihrauch
  • Zeder
  • Zimt (Merkur/Jupiter)
  • Bernstein als Vertreter der Edelsteine, da es eigentlich ein Harz ist.
  • Gold aus dem Reich der Mineralien

Einige sonnenhafte Heil-und Zaubermittel habe ich bereits vorgestellt: Lorbeer, Ingwer, Honig etc.

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Angelica archangelica Köhlers Medizinal-Pflanzen.

Als typische Vertreterin gilt die feuchte Wiesen liebende Angelika (Angelica archangelica), die auch “Engelwurz” oder “Erzengelwurz” genannt wird, denn der Erzengel Raphael hat sie der Sage nach auf die Erde gebracht. Sie hat auch eine kräftige Merkur-Jupitersignatur (sehr stattlicher Doldenblüher, bis 2m hoch, mit hohlem Stängel) und eine Mond/Saturnsignatur (feuchter Standort, starker Wurzelstock, weisse Blüten. Sie blüht Ende Juli und August (Sonne), besonders am Rande von Sumpfgebieten (Mond). Ihre vielfältigen Inhaltstoffe werden vor allem in Klosterlikören und Magenbittern eingesetzt.

Ich sehe hier nicht so sehr eine blosse Sonnensignatur, ausser in den erwärmenden Bitterstoffen und der Hauptblütezeit im Hochsommer, alle anderen Wirkungen sind auch schon in der Merkur/Jupiter (Verdauungsenzyme, Leber und Galle, stärkt die Zuversicht und die Nerven – wie Baldrian oder Borretsch) oder der Mond/Saturn (krampflösend, magenstärkend, angstlösend, wurmtreibend – wie Baldrian) Signatur enthalten. Klassisch untersteht Engelwurz nur der Sonne – ich finde, das ist zu wenig ausdifferenziert. Insgesamt zählt sie, wie der Begriff  “Theriak” schon zeigt zu einem der alten “Panacea”-Heilmittel, wie sie auch bei Paracelsus erwähnt werden. Dazu gehören auch Schafgarbe, Ringelblume, Brennessel und Johanniskraut.

Die Wirkstoffe des Engelwurz helfen beim „Burn-out Syndrom“ und Stressbelastung.

Engelwurz ist ein ideales Tonikum: Sie fördert die Vitaliät und  hilft Erschöpften wieder auf die Beine. Also ein klassisches Mittel bei Überbelastung. Um verlorene Energie zurück zu gewinnen, wird gerne ein Engelwurz-Wein empfohlen. Besonders der Wurzelstock, aber auch Samen besitzen eine starke Heilkraft.

Vorsicht, Engelwurz ist leicht mit dem giftigen Wasserschierling oder sogar dem kontaktallergenen Riesenbärenklauzu verwechseln, daher als Pflanzendroge in der Apotheke kaufen, nicht selbst sammeln.

Darüber hinaus heilt und wirkt Engelwurz noch bei folgenden Gesundheitsproblemen:

  • Sie fördert die Bildung von Verdauungsenzymen.
  • Engelwurz wirkt krampflösend im Bauch und Unterleib (Mensiskrämpfe).
  • Der Gallenfluss wird angeregt, das wiederum wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus
  • Engelwurz ist ein Stimmungsaufheller: Einige Tage lang täglich zwei grosse Tassen Engelwurztee mindern Ängste und stärken das Selbstvertrauen.
  • In der Duftlampe beruhigt Engelwurzöl  die Nerven.

Die Inhaltsstoffe des Engelwurz

  • Sehr viele wertvolle Bitterstoffe für den Verdauungsapparat
  • Die ätherischen Öle Furokumarine und Angelicin
  • Wichtige sekundäre Pflanzenstoffe (Farbstoffe).

Engelwurztee

  • Ein Teelöffel zerkleinerte Engelwurz-Wurzel auf eine Tasse Wasser.

Die zerkleinerten Wurzeln in kaltes Wasser geben, kurz aufkochen lassen, etwa zehn Minuten ziehen lassen. Lauwarm eine halbe Stunde vor dem Essen trinken. Hilft bei Verdauungsbeschwerden,  besonders Blähungen.

Engelwurzwein

  • 60 g feingeschnitten Engelwurzwurzel,
  • 2g Anissamen,
  • 1 Liter tockener Weisswein.
  • 1  Weithalsflasche, 1l

Die Wurzeln mit dem Wein ansetzen. Nach zwei Tagen den Anissamen hinzufügen und wieder zwei Tage stehen lassen. Dann abseihen. Jeden zweiten Tag ein Esslöffel hilft gut gegen Verdauungsbeschwerden.

Kandierte Angelica

Angelica-Stängel kann man prima kandieren, die grünen Stückchen auf Petit Fours – ja das ist meistens Engelwurz. Auch für Drinks und Garnitur von Desserts eignet sich die selbstgemachte Leckerei. Man sammelt die Stängel der Echten Engelwurz oder der Wald-Engelwurz, bevor sie Blütenstände bilden!  Da sind sie saftig und noch nicht verholzt. Ideale Zeitpunkte: Frühsommer, Frühherbst (Jungpflanze). Wer Angst vor Verwechslung hat – man kan sie auch im Garten kultivieren – braucht viel Wasser! Oder kauft sie auf dem Wochenmarkt.

  • 750g Angelica-Stängel
  • 1 kg Roh-Rohrzucker
  • 750 ml Wasser

Zubereitung

  1. Stängel in etwa 10 cm lange Stücke unterteilen, in kochendem Wasser 2 Minuten blanchieren.
  2. Über ein Sieb abgießen und sogleich mit kaltem Wasser abschrecken. Abtropfen lassen.
  3. Inzwischen in einem Marmeladentopf 1 kg Rohr-Zucker mit 750 ml Wasser 10 Minuten köcheln lassen.
  4. Engelwurz dazugeben, 3 Minuten köcheln. Anschließend zugedeckt abkühlen und über Nacht stehen lassen.
  5. Engelwurzstücke  mit einem Sieb herausfischen.
  6. Sud 10 Minuten ohne Deckel leicht eindicken, damit das Aroma intensiver wird.
  7. Stängel zurück in den Sud geben, 3 Minuten ziehen lassen.
  8. Anschließend zugedeckt auskühlen und über Nacht stehen lassen.
  9. Durch ein Sieb abschütten, dabei den Sirup in einer Flasche auffangen.
  10. Im Kühlschrank hält er sich ca. 2 Wochen und kann als Limonadengrundlage oder Aromazutat  im Tee verwendet werden.
  11.  Stängel gut abtropfen lassen, dann auf Backpapier locker ausbreiten und 2 Tage trocknen lassen, bis sie nicht mehr kleben.
  12. Alternativ: In groben Zucker wälzen und offen 1 Woche nachtrocknen.

Aufbewahrung: In Schraubgläser verschließen und dunkel aufbewahren, wenn sie trocken sind.

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Samenstand der Engelwurz – Schopflocher Moor 2016.

Das Sonnengold (Helichrysum) der Immortelle kennen viele als mediterranes Küchengewürz oder Strohblume zum Basteln haltbarer Trockengestecke.  Sie behält ihre schöne gelbe Blütenfarbe nach dem Trocknen und heisst deswegen im Volksmund  “Unsterbliche”. Das aus ihr gewonnene Öl entspannt und vermittelt Wärme, gerade bei Menschen, die innerlich wie erstarrt sind oder unter menschlicher Kälte leiden, kann sie die innere Anspannung auflösen, die innere Mitte stärken und emotionalen Frieden geben.  Ein Meditations- und Zentrierduft, der Ängste auflöst und so hilft, die eigenen Schwächen anzunehmen. Äusserlich bei Prellungen und Hautverletzungen, wie Ringelblume. Auch die Immortelle hat noch Neben-Signaturen: Merkur (lavendelartige Blätter, kleine Einzelblüten in Büscheln) und Neptun/Jupiter (holziger Halbstrauch, beruhigende, meditative Inhaltsstoffe). Immortelle sagt es schon: Saturn/Mond ist auch vertreten – das vieleseitige Helichrysum (bei uns auch Currykraut) gehört auch zu den Panacea.

  • Wundreinigung (Mond,Saturn)
  • Linderung von Husten, Bronchitis (Merkur)
  • Beschwerden des Lymphflusses (Mond)
  • leichte Depressionen (Sonne)
  • nervöse Unruhezustände (Neptun, Merkur)
  • Hautprobleme (Ekzeme) (Mond/Saturn)
  • Prellungen (Sonne/Uranus) – wie Arnika, Ringelblume

Als Küchenkraut wird es im Mittelmeerraum, aber auch bei uns zunehmend verwendet: Nudeln, Reis- und Fleischgerichten gibt es eine curry-ähnliche Note. Ich finde, es schmeckt eher wie Liebstöckel, nur nicht so penetrant nach “Maggi”. Im Garten lässt es sich leicht ziehen, es braucht ähnliche Bedingungen wie Lavendel oder Rosmarin. Imortellenzweige wirken in Kleiderschränken gegen Motten.

Die Sonnenpflanze schlechthin: Hypericum, das Johanniskraut.  Für Paracelsus war es ein Universalheilmittel mit höchster Wirkkraft, da es uns über die inneren Bilder hinweg hebt und einen sonnigen Weg aus dunklen Zeiten aufzeigt. Es ist das Sonnenstudio für die Seele, dank seiner antidepressiven Eigenschaften. Ich habe diese Pflanze schon ausführlich beschrieben.

Die wichtigsten Harze der Sonnenpflanzen  liefert wohl Boswellia, die Weihrauchpflanze, aber auch heimisches Fichtenharz ist nicht zu verachten – als Tinktur wirken sie antiseptisch, man kann sie auch wie Kaugummi kauen und innerlich verwenden, gegen Geschwürleiden und Entzündungen. Und natürlich als Aromatherapie und unterstützend bei der Meditation – die klassische Verwendung ist immer noch als Räuchermittel. Daneben liefern auch noch Myrrhe, Dammar, Mastix und Gummi Arabicum als Sonnenpflanzen heilkräftige Harze. Im Altertum wurden sie mit Gold (Metall der Sonne) aufgewogen.

Herbstsonne ©scrano 2015

Theriak ©scrano 2015

 

Nach alter astromedizinischer Lehre sind folgende Faktoren für Krankheiten zuständig:

  • Der Geburtsherrscher (regiert den ASC)
  • Zeichen des  6.Hauses
  • Planeten im 6. Haus
  • Die klassischen Übeltäter Saturn (der gewichtigere) und Mars
  • Körperliche Dispositionen kann man auch noch am 2. Haus (des Körpers) ablesen

Diese Stellungen zeigen gewisse Neigungen und Veranlagungen bereits im Radix. In früheren Zeiten wurden diese Annahmen auch für die Auswertung der sogenannten Dekumbitur herangezogen: Das Horoskop des Augenblicks, in dem ein Patient sich wegen seiner Krankheit ins Bett legen muss. Eine Radix der Krankheit und ihrer möglichen Prognose. Wie bei allen stundenastrologischen Betrachtungen wurde besonderes Gewicht auf die Stellung des Mondes auch in einem solchen Krankheitshoroskop gelegt, um deren Verlauf einzuschätzen: Letzter Mondaspekt -> Ursache, nächster Mondaspekt -> Heilungschancen und Dauer.

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

 

Posted by on August 18th, 2016 Kommentare deaktiviert

Pflanzen im Hochsommer: Fingerhut, Digitalis purpurea

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Blühender Fingerhut in der Bretagne.
©beast666 2014

Der Rote Fingerhut ist in Westeuropa sowie dem westlichen Süd-, Mittel- und Nordeuropa und in Marokko beheimatet, als Neophyt kam er bis nach Amerika.  Besonders grosse Bestände habe ich im Elsass und der Bretagne gefunden. Der Fingerhut (engl. foxglove=Fuchshandschuh)  bevorzugt frischen, kalkarmen, sauren, lockeren, humusreichen Boden an sonnigen bis halbschattigen Standorten.Wegen der hübschen Blüten und der imposanten Erscheinung hielt er seit  dem 16. Jahrhundert Einzug als Zierpflanze in Parks und Gärten. Hat man ihn einmal im Beet, samt er sich fleissig aus, so dass trotz der Zweijährigkeit immer für Nachschub an blühenden Pflanzen gesorgt ist.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Der Rote Fingerhut ist in der Volksmedizin ursprünglich als Zaubermittel und rein äusserlich verwendet worden – z.B. gegen den bösen Blick. Einzige innerliche Anwendung war als Pugiermittel (Fingerhut erzeugt heftigen Brechreiz).

Später versuchte man in England damit Bronchialleiden oder Lungentuberkolose zu behandeln, wegen der Giftigkeit der Pflanze gab man das aber rasch wieder auf. Erfolgreicher war man in Grossbritannien dagegen, den Fingerhut als ein Mittel gegen Ödeme, wie sie bei Herzschwäche auftreten, einzusetzen.

  • Der englische Arzt William Withering folgte dem Hinweis einer Kräuterfrau und fand  heraus, dass der Fingerhut eine potente diuretische und herzwirksame Pflanzendroge darstellt. Der Chemiker Nativelle konnte 1868 dann den Wirkstoff Digitalis isolieren.

Man erkannte damals bereits, dass sich das Digitals über eine Zeit im Körper anreichern kann, was die Dosierung etwas schwieriger gestaltet. Tatsächlich gab es immer wieder Vergiftungsfälle bei Herzpatienten unter Digitalis in Reinform. Wird die gesamte Pflanze als Extrakt verabreicht hat man ein Problem mit der Standardisierung der Inhaltsstoffe, dafür führt die Brechwirkung zu einer schnellen Magenentleerung bei Überdosierungen. Am Anfang des therapeutischen Einsatzes  legte man mehr Wert auf die harntreibende  Wirkung durch den Fingerhut, welche auch schon entlastend bei Herzproblemen wirkt, bis man die tatsächlich herzstärkende Eigenschaft der Fingerhutinhaltsstoffe hrausfand.

Digitalis_purpurea_Koehler_drawing

Digitalis purpurea Köhlers Lexikon
quelle: wiki

Forschnungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten dann zu einer Bestimmung einer Reihe weiterer pharmakologischer Wirkstoffe in verschieden Unterarten der Fingerhutfamilie. Ähnliche herzwirksame Substanzen wurden auch in anderen Pflanzengattungen entdeckt.  Im Maiglöckchen, Oleander, der  Christrose und der in der Antike schon bekannten Meerzwiebel konnten entsprechende Verbindungen nachgewiesen werden. Die Wirkstoffe des Fingerhuts zählen zu den Herzglykosiden, diese regen den geschwächten Herzmuskel an, sich wieder stärker zusammenzuziehen, wodurch sich die Pumpleistung verbessert. Digitalis verlangsamt ausserdem die Herzfrequenz, was auch einen therapeutischen Nutzen hat.

Bei der weissen Abart (natürlich vorkommend) erkennt man besonders gut die Scheckung der Blütenglocken.

Bei der weissen Abart (natürlich vorkommend) erkennt man besonders
gut die Scheckung der Blütenglocken.

Alle Pflanzenteile vom Fingerhut (rot oder weiss) sind hochgiftig. Bereits das Essen von zwei bis drei Fingerhutblättern kann tödlich enden. Glücklicherweise schmeckt das Kraut so gallebitter, dass es eher selten verzehrt wird. Ausserdem sind Übelkeit und Brechreiz enorm.

Fingerhut in Märchen und Aberglauben

In der Anderswelt der Sagen, besonders von englischen und irischen, dient der Fingerhut dem Elfenvolk als Kopfbedeckung. Böse Feen sollen die Blüten einst als Handschuhe den Füchsen (foxglove) geschenkt haben, damit diese lautlos ihr Unwesen als Eier- und Geflügeldiebe in den Hühnerställen treiben konnten. Die Zeichnung der Blüten soll daher von den Fingerabdrücken der unglückbringenden Feen herrühren.

Signatur:

  • Mars/Pluto und Venus – Rachenblüten, starke Versamung, giftig, bitter, muskelwirksam, Emeticum – rote/rosa Blüten, harntreibend – Hauptsignatur, für die starke Marsdominanz spricht auch die Tatsache, dass Fingerhutpflanzen als Kontaktallergen zu Hautirritationen führen können, sowie das schmale Therapiefenster bei der Dosierung.
  • Der Weissdorn – eine gute Pflanze gegen Altersherzbeschwerden trägt auch eine Mars/Venus Signatur, zusammen mit Mond-Saturn. Hier tobt sich das aggressive Element des Mars in den Stacheln aus, statt in Giftigkeit. Herzwirksame Sonnenpflanzen  dagegen, wirken eher ganzheitlich tonisierend als spezifisch muskelwirksam.  Hier wird eine Verbesserung des Zustandes durch allgemein förderliche, auch stimmungsaufhellende Inhaltstoffe erzielt. Sie stärken sozusagen die Lebensgeister, wie man früher sagte.
  • Merkur/Jupiter – streng aufrecht, wolliger Überzug, Blüten ährig – daher wurde wohl eine Lungenwirksamkeit vermutet – grosswüchsige, imposante Erscheinung, hohler Stängel – eine Nebensignatur.

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

Posted by on Juli 23rd, 2016 Kommentare deaktiviert