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Spätherbst: Sleeping Sun

Der Herbst, der Weg in die dunkle Zeit ?

November Sonne

Novembersonne ©scrano 2013

Eigentlich hatten wir uns darauf gefreut, einige letzte Sonnentage im sogenannten “Goldenen Oktober zu geniessen. Leider ist die Farbenpracht eines malerisch-bunten Herbstes dieses Jahr fast nahezu ausgeblieben. Statt dessen lässt sich der Winter schon sehr früh spüren:  Nun zieht schon in den Morgenstunden dichter Nebel auf, der nur langsam, wenn überhaupt, durch die Kraft der Sonne vertrieben wird. Oft hängt der Himmel bereits den ganzen Tag bleischwer über uns, sogar Schneeflocken sind bereits heftig unterwegs. Jetzt im November sorgen sie aber eher für schmuddelige Matscherlebnisse als dass sie Kinderaugen zum Leuchten brächten. Morgens, nach dem Aufstehen ist es noch lange dunkel. Wir Menschen brauchen immer etwas Zeit, um uns an diese Jahreszeit zu gewöhnen. Besonders der Monat November ist gefürchtet. Das Graugelb und Braun der absterbenden Vegetation nach dem Farbenrausch des Oktoberlaubs wirkt besonders deprimierend. Dadurch erhöht sich noch der Eindruck von Tristesse. Es beschleicht einen die Vorahnung von Dunkelheit und Vergänglichkeit. Mancher flüchtet noch schnell in den Süden, um sich dort ein paar  Extra-Tage in der Sonne zu gönnen. Bevor der Winter endgültig kommt.

  • Warum ist unsere Stimmung so abhängig von Sonnenschein und Licht im Allgemeinen ?

Ich möchte Euch nicht mit den physikalischen Einzelheiten elektromagnetischer Strahlung, das ist Licht letztlich, quälen. Dennoch verstehen wir unter dem Licht, nicht nur das für uns sichtbare Licht, sondern auch die anderen Lichtbereiche wie das Infrarot-Licht, das uns die Wärme gibt und das UV-Licht, das uns bei vernünftigem Gebrauch eine gesunde Bräune verleiht und für Pflanzen so lebensnotwendig ist. Bienen orientieren sich nach dem Polarisationsvektor des Lichts und können sogar dessen UV Anteile sehen. So manche Blüte sieht dann aus wie eine Nektartankstelle im “Las Vegas Look”. Das Sonnenlicht regt unsere Haut an, das notwendige Vitamin-D zu produzieren, welches einen Grundbaustein für viele Hormone darstellt. Durch die Einwirkung des Sonnenlichts kommt es auch dazu, das unsere Glückshormone, z.B. Serotonin gebildet werden. Nur mit ihnen fühlen wir uns wohl und sind aktiv. Gerade in den dunklen Herbst- und Wintermonaten führt der Lichtmangel zur sogenannten Winterdepression. Durch “Lichtduschen”, also künstliches UVA- und UVB- Licht, das auch bei Solarien Anwendung findet, oder mit Hilfe einer Sonnenspektrums-Leseleuchte  kann dieser Effekt vermindert werden und sich die Stimmung heben.

Genügend Tageslicht ist ausschlaggebend für unseren Wach-Schlaf-Rhythmus. Nur dann wird genügend Melatonin produziert, das den Taktgeber unserer inneren Uhr darstellt. Es ist auch ein Faktor im Alterungsprozess des Menschen, ein Mangel lässt uns die Abnutzungserscheinungen stärker und schneller spüren.

  • Ein rheinisches Sprichwort sagt: “Licht und Luft gibt Saft und Kraft”.

Nur bei ausreichender Lichtversorgung fühlen wir uns wohl. Es erhöht unsere Aktivität, Vitalität, Antriebskraft und Lebensfreude.

Doch auch das Licht ist wie alles in der Natur weder einseitig gut noch schlecht. Schon Paracelsus sagte: Kein Ding ist ohne Gift, die Dosis macht das Gift.

Zu langer Aufenthalt in der prallen Sonne sorgt für Verbrennungen, die sogar.zu Hautkrebs führen können. Licht bleicht Farben aus und kann Organismen töten. Doch die positiven Eigenschaften überwiegen bei massvollem Umgang.

Lichtspiele: Der Hell-Dunkelrythmus underes Planeten vestimmt unser Leben.

Lichtspiele: Der Hell-Dunkelrhythmus unseres Planeten bestimmt unser Leben.
Spiritual Staircase ©scrano 2013

Die zunehmende Dunkelheit des beginnenden Winters ist für uns Lichtwesen immer eine beängstigende Angelegenheit. Die Nacht ist für viele Menschen furchteinflössend. In der Finsternis kann man im Strassenverkehr leicht übersehen werden. Auch sind wir quasi blind, besonders in mondlosen Nächten.Verbrechen geschehen meist im Dunkeln, in dessen Schutz  der Übeltäter nach seiner Tat unerkannt fliehen kann. Dunkelheit wird auch mit Kälte und Lebensfeindlichkeit in Verbindung gebracht. Raubtiere jagen häufig in der Dämmerung. Schon in der Kindheit haben wir oft Angst im Dunkeln, weshalb Eltern dann ein Nacht-Licht im Kinderzimmer anbringen, um die Monster unter dem Bett zu verscheuchen.

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Feuer und Glut müssen uns Wärme und Licht der Sonne im Winter ersetzen.
Fiery realms ©scrano 2013

Doch auch die Dunkelheit ist ein wichtiges Element in unserem Leben. Ohne Dunkelheit fällt es uns schwer einzuschlafen. Wie benötigen jedoch eine Erholungsphase, in der sich der Körper regenerieren kann, in der auch unser Verstand etwas zur Ruhe kommt. Eine Verschnauf-Pause, in der unsere Sinne abschalten können. Naturvölker, die ohne Kunstlicht leben, haben keinen so stark negativen Bezug zur Nacht wie wir. In der vorindustriellen Zeit waren auch wir noch in den natürlichen Tag-und Nachtrhythmus eingebunden. Nach der Hitze des Tages und der harten Feldarbeit fand man Ruhe und Erholung in der Kühle der Nacht. Der sanfte Schein des Mondes begleitete den steinzeitlichen Jäger.  Daher haben Menschen in den höheren Breitengraden, wie den skandinavischen Ländern auch schwer mit dem Ungleichgewicht der Tag- und Nachtdauer zu kämpfen, denn sie haben sowohl viel zu lange Nächte als auch scheinbar endlose Tage. Besonders Angehörige von Berufsgruppen, die ständig von Kunstlicht umgeben sind, kennen die negativen Begleitumstände und Beschwerden einer unnatürlichen Beleuchungsdauer. Nahezu jegliche Flora und Fauna auf unserer Erde ist von diesem immer währenden Wechsel des Tages und der Nacht abhängig, das Leben entstand in seinem Rhythmus. Der Wechsel von Licht und Dunkelheit beeinflusst sogar die Fruchtbarkeit: Frauen mit Zyklusproblemen hilft es ihren Rhythmus zu harmonisieren, wenn sie in Räumen schlafen, die dem natürlichen Mondlicht ausgesetzt sind.

von Mactographer (Eigenes Werk) [Attribution], via Wikimedia Commons

von Mactographer (Eigenes Werk) [Attribution], via Wikimedia Commons

 

In der Vorstellung von naturrreligiösen Gruppen beginnt im Spätherbst die Ruhephase der “Grossen Mutter”. Nach dem Tod ihres solaren Gefährten in der Zeit von Samhain zieht sie sich unter die Erde zurück, den Keim des neuen Sonnenkinds bereits in sich tragend.  Nichts stirbt für immer, das Leben wird zurückkehren. Deshalb war dies auch die Zeit der Ahnen, auch schon im Neolithikum. Die jungsteinzeitliche Sakralstätte Stonehenge war nicht nach der Sommersonnenwende, sondern deren Gegenpol, dem kürzesten Tag des Jahres ausgerichtet. Dann wurde die Asche der Ahnen in einer feierlichen Prozession zum Fluss Avon gebracht, um von ihm in die Anderswelt hinter dem westlichen Horizont getragen zu werden. Gleichzeitig erhoffte man sich eine Wiedergeburt im nächsten Vegetationszyklus, dessen Höhepunkt am 21.Juni im zugehörigen Woodhenge, einer hölzernen Kreisanlage wie im sächsischen Goseck, gefeiert wurde.

Eine musikalische Interpretation dieser Herbstimmmung mit Nightwish bei Youtube.

In unseren Breiten sehnen wir spätestens nach der Sonnenwende an Jul schon danach, dass der Winter sich seinem Ende zuneigt und die Tage wieder „länger“ werden. Unsere Erwartungen an den Frühling, an den Sommer, an die ersten wärmenden Sonnenstrahlen sind groß. Der Frühlingsanfang wird als Weckruf der Natur gefeiert. Doch gewinnen wir auch dem Winter seine positive Seite ab und sehen die dunkle Jahreszeit als eine Chance zur inneren Einkehr und Reflektion. Als Atempause. Freuen wir uns an der Natur wie sie ist. Denn eines ist sicher, der nächste Frühling kommt bestimmt.

Ekstasy of Gold: Letzte Sonnenblumen im Herbst bringen noch etwas Sonnenglanz in die Wohnung.

Shadow and Light ©beast666

Letzte Sonnenblumen im Herbst bringen noch etwas Sonnenglanz in die Wohnung.
Der wehrhafte Stechapfel in dem Herbststrauss enthält potente, aber sehr giftige psychoaktive Stoffe, die sogar zum Wahnsinn führen können. Sie erzeugen angsterregende, alptraumhafte Visionen, und stellen eine Beziehung zum Schatten der Seele her. Er ist ein Saturn/Mond und Pluto/Venus Gewächs, das vermutlich aus Zentralasien stammt.

 

 

Posted by on November 12th, 2016 Kommentare deaktiviert

Romantisch unterwegs im Ländle: Spiegel der Jahreszeiten

reussenstein_ruin_january_11-2015_by_scrano-d8cbhrg

Ruine Reussenstein im Januar.
Schwäbische Alb, bei Neidlingen.

heidelthing

Pseudo-Thing auf geschichtsträchtigem Berg.
Nebel der Geschichte: Heiligenberg, Heidelberg im Februar.

gekirsch

Kirschgarten im April
Schwetzinger Park, türkischer Garten.

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Zisterzienserkloster im Sommer
 Bebenhausen im August

chinabrige

Herbstregen: Chinesische Brücke im Park.
Schwetzingen im September.

 

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Verblasste Erinnerungen im Herbstlicht.
Ruine Hohenurach im Oktober

 

Posted by on September 19th, 2016 1 Comment

Spätsommer in der Schwäbischen Alb: Zauberpflanzen und Biokäse

Linde auf dem Auchtert:  beast666 August 2015

Linde auf dem Auchtert: beast666 August 2015

Immer eine lohnende Runde:  Wandern vom Breitenstein zur Ziegelhütte im Randecker Maar und zurück. Eine unangestrengte Route, trotzdem muss man keine Teerstrassen und breite Schotterpisten mit wildgewordenen Mountainbikern teilen. Diese stören ein Naturerlebnis manchmal recht effektiv – allein schon die oft affenbunte  Aufmachung! Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz am Breitenstein bei Ochsenwang. Wer will, kann die Kirche im Ort besuchen, dort war der Dichter Eduard Mörike im 19. Jhd. als Pastor tätig. Vom Parkplatz geht’s zum 815 m hohen Breitenstein, mit seiner wunderbaren Aussicht auf die Zeugenberge der Alb und vor allem die Burg Teck. Im Gelände verstreut liegen einige Gemeinde-Grillplätze.  Weiter zum Anstieg des Auchtert, auf dem eine kleine Lindengruppe mit einer Parkbank zum Verweilen einlädt. Die Wiesen auf dem flachen Buckel weisen eine erstaunliche Artenvielfalt auf: Jetzt im Spätsommer leuchten bei Sonnenschein Silberdisteln aus dem vertrockneten Gras.

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Carlina acaulis, Silberdistel oder stängellose Eberwurz. ©beast666 2015

Diese alte Zauber- und Heilpflanze steht auf der roten Liste der bedrohten Arten und ist streng geschützt. Die Haupt-Signatur hat sie wie alle Disteln vom Jupiter/Merkur-Prinzip, aber Mars (Blattstacheln) und Venus (sehr zuckerreicher Nektar) spielen ebennfalls eine Rolle. In der silbrigen, hygroskopischen Blüte und der starken Pfahlwurzel erkennen wir den Saturn/Mond Einfluss. Dieses aromatisch riechende Rhizom enthält ätherische Öle und schmeckt scharf und bitter. Hauptbestandteil des Öls ist mit 80 % bis 90 % das antibakterielle und toxische Carlinaoxyd. Weiter enthält die Wurzel auch über 20 % Inulin als Reservestoff, wie z.B. auch der Grosse Alant. Die kräftige Pfahlwurzel wurde in der Volksheilkunde als Grippemittel, harntreibendes Mittel und gegen Greisenbrand gesammelt, in der Tiermedizin als Mast- und Brunstpulver (Eberwurz) verwendet. Die Korbböden wurden früher ähnlich wie Artischocken gegessen. Daher wird die Silberdistel bei Almhirten auch Jägerbrot genannt. Der Geruch des getrockneten Rhizoms galt auch beim Menschen als potenzfördernd.

Die Silberdistel gehört zu den schutzmagischen Berufkräutern: Sie schmückt noch immer in den Alpen viele Türen von Bauernhäusern. Sie soll die Bewohner vor Luftgeistern schützen, die Seuchen bringen. Die antibiotische Wirkung konnte inzwischen biochemisch nachgewiesen werden (Carlinaoxyd). Paracelsus nutzte die Pflanze als Amulett, um stärkende Astralkräfte auf den Menschen zu übertragen.

Der Beiname Wetterdistel bezeichnet das Verhalten der äusseren, abgestorbenen Blütenblätter, sich bei hoher Luftfähigkeit einzurollen, und damit die Blüte zu verschliessen. Durch diese hygroskopische Eigenschaft werden die Röhrenblüten vor Regen geschützt. Bei geschlossener Blüte ist also Regen zu erwarten, bei Sonnenschein öffnet sie sich wieder. Bereits ein fünf- bis zehnmaliges Anhauchen genügt, um die erste Aufrichtebewegung zu erzeugen. Auch der Morgentau löst den Wettermechanismus aus.

Zipfelbach-Schlucht Brücke.©beast666 2015

Zipfelbach-Schlucht: Brücke.
©beast666 2015

Vom Auchtert geht es zum Mörikefels, einer etwas augesetzten Kanzel mit tollem Panoramablick. Abwärts durch den Wald führt der Weg an der Zipfelbachschlucht vorbei und über die Strasse auf den leichten Anstieg zum Randecker Maar. Entlang einer Kuhweide und an der Maar-Schäferei vorbei gelangt man zur Einkehr “Maarstube” des Weilers Ziegelhütte, mit seinem Demeter-Betrieb samt eigener Käserei. In der Brozeitstube des Hofladens bekommt man eine erstklassige Vesper oder leckeren selbstgebackenen Kuchen. Eine Auswahl von  unterschliedlichen Käsespezialitäten findet man im Hofladen, daneben auch die Produkte aus dem Biosphärenreservat “Schopflocher Alb”, z.B. Honig oder Wildobsterzeugnisse. Man sitzt im Sommer gemütlich unter alten Bäumen, im Winter am heimeligen Kaminofen der rustikalen Gaststube. Hier sind auch jede Menge Infomaterialien zur Region ausgelegt.

Auf den Maarwiesen blüht jetzt schon die Herbstzeitlose, eine Heil- und Hexenpflanze, die trotz ihrer Giftigkeit zur Gichtbehandlung eingesetzt wird. Ihre Haupt-Signatur: Venus/Pluto.

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Herbstzeitlose: Colchicum autumnalis, schön -  aber sehr giftig.
©beast666 2015

Gestärkt macht man sich von der Maarstube auf den Rückweg, der durch eine schöne alte Linden-Allee in Richtung der Hauptstrasse nach Ochsenwang führt. Hier hat man einen spektakulären Ausblick auf die “Drei Kaiserberge: Stuifen, Rechberg, Hohenstaufen” und den kleinen Vulkan “Limburg“. Dieser alte Schlot ist ein Rest des Kirchheim-Uracher Vulkans, der auch den Kessel der Randecker Caldera geschaffen hat, die lange Zeit von einem See, wie die ebenfalls vulkanischen Eifel-Maare bedeckt war. Fossilien aus dieser erdgeschichtlichen Periode kann man in der Maarstube besichtigen, Schautafeln zur geologischen Geschichte des Maars stehen am Anfang der Allee.

An der Strasse zweigt der Pfad nach rechts ab, entlang des Maar-Randes zurück zum Auchtert und Breitenstein.

Zauberbaum der Alten: Eberesche. Baum von Odin und Thor.

Am Maarrand – Zauberbaum der Alten: Eberesche.
Baum von Odin und Thor.
Die Beeren liefern Marmelade und geistiges (Schnaps).

Gehzeit ca. 3 Stunden ohne Rast und Einkehr. Maarstube an Wochenenden, Hofladen auch Freitag vormittag geöffnet.

Ziele in der Nähe:

  • Ein lohnender Abstecher: Torfgrube Schopflocher Moor  – tolle Bestände an Rohrkolben, Sumpfiris und Wald-Angelica, Libellen, Frösche, Falter etc.
  • Otto-Hoffmeister Haus: Landgasthof Albengel mit Übernachtung
  • Biosphären-Zentrum Schopflocher Alb an der Hauptstrasse, Richtung Römerstein: Veranstaltungen, Vorträge, Laden, Cafeteria.

 

Posted by on August 24th, 2016 Kommentare deaktiviert

Sonnige Aussichten: Mandala für Löwe-Geborene

König der Löwen - Herrscher der Savanne

Stilisierte Löwenhäupter um eine Sonne im Zentrum: Symbole des Königtums.

Das Tierkreiszeichen Löwe (griechisch λέων Léōn, lateinisch Leo) ist das fünfte Zeichen  des Tierkreises von 120° bis 150° ekliptikaler Länge ab dem Frühlingspunkt.

Die Sonne befindet sich im Mittel in der Zeit zwischen 24. Juli und 23. August in diesem Zeichen. Aufgrund der Erdachesenprätession entspricht das Tierkreiszeichen Löwe heute nicht mehr dem Sternbild Löwe. Im Sternbild Löwe befindet sich die Sonne ungefähr in der Zeit zwischen 11. August und 17. September.

  • die Sonne ist Herrscher des Zeichens.
  • beide beherrschen das 5. Haus der Kreativität, Spielfreude und Selbstverwirklichung
  • Metall  Gold
  • Diamant, Bernstein, Rubin, Goldtopas und das synthetische Schmuckglas Goldfluss, das bereits seit 1626 in Murano hergestellt wird. Es trägt auch eine Venussignatur.
  • Sonnenblume
  • Solarplexus (Sonnen-Geflecht) und Herz/Kreislaufsystem
  • Manipura Chakra
  • mythologische Gottheiten sind Helios und vor allem Apollon, nördlich der Alpen zählen dazu Belenos, Balder, Lugh und Loki. Sul und Sunna bilden die weiblichen Formen des solaren Prinzips.

Mit Schütze und Widder bildet der Löwe das Trigon des Elements Feuer, und mit Skorpion, Wassermann und Stier das Quadrat der vier fixen Zeichen.

Das Zeichen war bereits Teil des babylonischen Tierkreises. Auf den MUL.APIN-Tafeln erscheint es als „Löwe“ oder „Löwin“ (MUL.UR.GU.LA bzw. ur.gu.la). Die Löwin ist wahrscheinlicher als der männliche Wüstenkönig: In allen alten Darstellungen, Mykene, Sumer, Kreta, Babylon etc werden im Zusammhenhang mit ebenfalls weiblichen Gottheiten wie Ishtar Löwinnen abgebildet. Auch das alte Ägypten favorisierte die weibliche Grosskatze: Neith, Shu, Tefnut und natürlich Sechmet und Hator in ihrer kriegerischen Form, später mit Sechmet gleichgesetzt, prangen als Abbildungen mit Löwinnenkopf an den Wänden von allen Tempeln des Landes am Nil. Als freundlichere Form wurde dann auch Bastet, Tochter und Auge des Ra als Kätzin verehrt.

Dargestellt wird das Zeichen seit der Antike als (meist liegender) Löwe, wobei sich der Kopf auf der linken Seite befindet. Das astrologische Symbol zeigt einen stilisierten Löwenkopf als Kreis mit daran in Form einer geschwungenen Linie angedeuteten Mähne. Eigentlich eher ein Katzbuckel, und über eine “Mähne” kann man sich streiten …

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Starshine and Sunburst ©scrano 2016

 

Posted by on August 11th, 2016 Kommentare deaktiviert

Gartenimpressionen im Hochsommer

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Blumenhartriegel und Hosta bilden einen interessanten Rahmen für die Blumenrabatte

Ein hübsches Pflanzen-Arrangement für nicht so gut besonnte Stellen im Garten. Besonders die Hosta mit ihren panaschierten Blättern und lichtblauen Blütenglöckchen bringt Abwechslung an schattige Plätze.

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Generous Gardner – englische niedrigere Kletterrose, blüht  drei mal, bis zum Frost.

Gernerous Gardner, eine weniger bekannte David Austin® Rose, eignet sich gut für Rosenpavillions, weniger für Bögen, da ihre Triebe eher spröde sind. Sie blüht überreich mit fast seerosenartigen Schalenblüten und duftet sehr angenehm.

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Ein kleiner Drachen hat hier sein Zuhause zwischen asiatischen Ziergräsern.

Gartenskulpturen sind immer ein Blickfang, es müssen ja nicht gleich Monumente sein. Zierliche Plastiken aus Bronze auf einem interessanten Natursteinsockel wirken besonders edel.

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Solanum – ein duftender Teppich aus weissblühenden Ranken.

Solanum kann überwintert werden und treibt nach einem Rückschnitt im Frühjahr wieder aus. Sehr gut für grössere Blumenampeln oder höhere Pflanzgefässe, damit die blühenden Ranken schön überhängen können.

Alle Fotos: ©beast666

Posted by on August 3rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Magischer August: Kornmond

August

Sonnenglanz und Pünktlichkeit, grosser Aufritt und Gesundheitselixir.
August ©scrano 2016, Alle credits beim Original,
model:  jlior staircase:Marcus Ranum.

Der August hat 31 Tage, hiess im römischen Kalender ursprünglich Sextilis und wurde im Jahre 8 v. Chr. nach dem römischen Kaiser Augustus benannt. Als Grund für die Wahl dieses Monats anstelle von Augustus’ Geburtsmonat September wurde angeführt, dass er im Sextilis erstmals Konsul geworden sei und drei Triumphe gefeiert habe. Ein anderer Grund könnte aber gewesen sein, dass der Sextilis direkt auf den nach Caesar benannten Juli folgte. Ausserdem war der neue Monat nach der Verlegung des Jahresbeginns vom März in den Januar nun Nummer Acht. Dies passte zu Augustus eigentlichem Vornamen Octavius (der Achte).

Am 22. August wechselt die Sonne vom Löwen in das sechste Zeichen des Zodiak, die Jungfrau, die auch das sechste Haus regiert. Diese Einteilung spiegelt noch die alte Zählung der Monate nach dem Frühlingspunkt im März.  Nach dem Sonnenglanz und Glamour des Löwen kehrt nun Mässigung und Vernunft ein. Spitzfindig könnte man meinen, nach dem Feiern kommt jetzt der Kater mit der Ernüchterung. Jungfrau herrscht über Vernunft, Gesundheit und den Lebensalltag, Löwe über “das innere Kind”, Lebensfreude, Kreativität, Selbstverwirklichung.

Da jetzt die Hauptmenge des Getreides geerntet wird, hiess der August nördlich der Alpen auch Kornmonat.

Antike Feiertage
- religiöse, staatspolitische, meistens für Cäsar & Co, habe ich weggelassen:

  • 12. August – Herkules – ein echt solarer Heros, seine 12 Arbeiten symbolisieren Zodiak und Lebensreise
  • 13. August – Tag der Diana – später als Marienfeiertag am 15.8.
  • 19. August – Vinalia Rustica zu Ehren von Venus
  • 23. August – Vulcanalia, zu Ehren von Vulcanus – er herrscht über die Jungfrau
  • 25. August – Fest der Ops, Erntesegen
  • 27. August – Volturnalia, zu Ehren von Volturnu

Augustwetter und Lostage:

  • Augustregen wirkt wie Gift, wenn er die reifenden Trauben trifft – bei zuviel platzen sie!
  • Je dicker die Regentropfen im August, je dicker wird auch der Most.
  • Der Tau tut dem August so not, wie jedermann das täglich Brot.
  • Nasser August macht teure Kost.
  • Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß.
  • Bringt der August viel Gewitter, wird der Winter kalt und bitter.
  • Was der August nicht vermocht, kein September mehr kocht.
  • Im August ziehen die Gewitter heim.

Der August bringt häufig unstetes Wetter mit extremer Hitze und/oder Unwettern – beides gefürchtet bei den Bauern und Winzern. Allerdings ist jetzt Badespass angesagt: Freibäder und Urlaub am Wasser haben Hochkonjunktur.

1. August:

  • An Petri Kettenfeier von diesem Ort ziehen jetzt die Störche fort.

10. August:

  • Sankt Laurenz mit heißem Hauch, füllt dem Bauern Fass und Schlauch.
  • Ist’s von Petri (1. August) bis Lorenzi heiß, dann bleibt der Winter lange weiß.

13. August:

  • Wie das Wetter an Hippolyt, so es mehrere Tage geschieht.
  • Wie das Wetter zu Kassian, hält es viele Tage lang.

15. August:

  • Um Maria Himmelfahrt, das wisse, gibt es schon die ersten Nüsse.
  • Wer Rüben will recht gut und zart, sä’ sie an Mariä Himmelfahrt.
  • Mariä Himmelfahrt im Sonnenschein, bringt viel und guten Wein.
  • Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, so es noch zwei Wochen bleiben mag.
  • Maria Himmelfahrt, ein alter Feiertag der Muttergöttin als Mondin – daher werden jetzt Heilkräuter gesammelt und geweiht

20. August:

  • Wie der Sankt Bernhard ist, man auch den September misst.

24. August:

  • Wie Bartholomäus sich hält, so ist der ganze Herbst bestellt.
  • Sind Lorenz (10. August) und Bartel schön, bleiben die Kräuter noch lange stehn.
  • Bartholomä voll Sonnenglut macht Wein und Reben stark und gut.

28. August:

  • Um Augustin ziehn die Gewitter hin.
  • Um die Zeit von Augustin gehn die warmen Tage hin.

30. August:

  • Bischof Felix zeigt an, was wir 40 Tag’ für Wetter han.

31. August:

  • Sankt Raimund treibt die Wetter (Gewitter) aus.
Blutpflaumen sind nicht nur eine optische Zierde - ihre Früchte sind essbar.

Blutpflaumen sind nicht nur eine optische Zierde – ihre Früchte sind essbar.
©beast666

Magischer August – Korrespondenzen

  • Pflanzen:  Dachwurz mit der Haupt-Signatur von Sonne/Uranus. Fingerhut (Venus/Pluto, Jupiter/Merkur), Lilien (Merkur/Jupiter, Venus/Mars). Sonnenblumen und gelbblühende Korbblütler (Sonne/Uranus), Ringelblumen, Sonnenhut. Pflanzen mit fetten Ölen oder Harz (Olive, Lorbeer, Weihrauchstrauch) – Sonne. Merkur in der Jungfrau prägt alle Getreide und den Hopfen. Minzen, Salbei, Disteln, auch die Artischocke.
  • Baum: Eberesche, Merkur, Jupiter – aus den Beeren lassen leckere Marmeladen herstellen. Holunder, auch hier reifen jetzt die Früchte.
  • Duft:  Olibanum (Weihrauch), Zedernholz, Lorbeer (Sonne), Lavendel, Minze, Salvia, Heliotrop.
  • Gottheiten: Helios, Lugh, Grannus, Hephaistos, Ops, Demeter, Diana, Merkur, Thot,
  • Zodiak:  Löwe mit Sonne, Jungfrau mit Merkur
  • Steine: Rubin, Diamant, Karneol (Löwe), Peridot, grüner Turmalin (Jungfrau)
  • Metall:  Gold – Sonne, Quecksilber – Merkur
  • Kristalle:  Feueropal, Goldfluss, Bernstein, Pyrit, Goldtopas (Sonne), Peridot, Olivin, Achat, Katzenauge, Jaspis (Merkur)
  • Farben:  golden, orangegelb (Löwe), ockergelb, lavendelblau (Jungfrau)
  • Elementale:  Salamander (Feuer), Gnome (Erde)
  • Tiere:  Gottesanbeterin und andere Heuschrecken/Grillen, Falke & Schlange (Tiere des Apollon). Die Schlange ist ein Symbol der chtonischen Urmutter und gehörte, nachdem Apollon das Heiligtum von Delphi, das der Erd-Python geweiht war, für sich eroberte, auch zu seinen heiligen Tieren. Schlangen zieren auch den Caducceus bzw. Äskulapstab. Daher gehören sie, wie der eigentlich solare Hahn auch zum Merkur.
  • Mythologische Tiere: Sphinx (Jungfrau), Löwe

August-Rituale – ausser Grillen!

  • Im August ist auch wieder Sternschnuppen-Zeit, die Perseiden schauen vorbei: Starke Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum
  • Ende Juli/Anfang August – eigentlich durchquert die Erde einen Partikelschwarm auf ihrer Bahn um die Sonne. Gelegenheit zum Staunen und Feiern mit Familie und Freunden. Und natürlich zum Wünschen !!

Lammas, Breadmass oder Lughnasa – das erste Erntefest des Jahres steht an.

  • Nach irischer Überlieferung ist jetzt die Zeit, wo die Kraft der Sonne voll in das Getreide übergegangen ist – der Sonnengott stirbt einen symbolischen Tod, wenn die Ernte eingebracht wird. Im Verlauf der Jahreszyklus hat die solare Gottheit in ihrer Manifestation als Vegetation sich selbst aufgeopfert, um im kommenden Frühling wieder zu erstehen, damit wir Menschen und anderen Geschöpfe dieser Erde leben können. Diese Art Erlösergeschichte ist ein uraltes Menschheiterbe, das es so in vielen Religionen gibt, in direktem Bezug zur Landwirtschaft oder auch losgelöst und mehr transzendent. Auch die griechischen Mysterien von Eleusis und der Osiris-Mythos sind letztlich auf diesen Ursprung zurückzuführen.
  • Jetzt wird das kostbare Saatgetreide gewonnen und das erste Brot aus dem neuen Korn gebacken. Auch eine christliche Version der “Brotmesse” gibt es – Laibe werden auf den Altar gelegt und geweiht. Rituale, um wieder in den natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten zu kommen – weg vom seltsam zeitlosen Angebot der Supermärkte.
  • Für Mutter Erde kann man Corn Dollies aus Stroh flechten und das Heim damit schmücken – ein selbstgebackenes Brot – ohne Fertigmischung, versteht sich – bereichert den Frühstückstisch. Sonnenblumensträusse verabschieden die heisse Zeit des Sommers.
  • Augusträucherung:
    • Kamille, Johanniskraut, Lorbeer, Engelwurz, Fenchel, Weinraute, Orangenschale, Weihrauch, Heliotrop
  • Einen Kräuterbuschen binden – der Diana oder Maria weihen:
  • Für die Mondin nimmt man 13 Kräuter, oder 7 für die Sonne, bzw. die Planetensignaturen. Nach christlicher Überlieferung 7 oder 9 Pflanzen.  Je nach Region ist die Auswahl unterschiedlich – Königskerze gehört aber unbedingt dazu, Arnika, Angelica, Pfefferminze, Wermut, Beifuss, Liebstock, Johanniskraut , Schafgarbe – die Kräuter sollten gut zu trocknen sein. Dazu noch eine Kornähre und Hagebutten – egal ob Maria oder “Grosse Mutter”, diese Zutaten erinnern uns an die Gaben für die wir dankbar sein sollten. Den fertigen Buschen segnet oder weiht man und stellt oder hängt ihn in eine besondere Ecke des Heims.
  • In Bayern ist der 15.8. ein Feiertag – und bietet Gelegenheit zu einer Wallfahrt zu einer der vielen Marienheiligtümer. Da kann man seinen Kräuterbuschen gleich von der “Grossen Mutter und Himmelskönigin” segnen lassen. Eine meditative oder kontemplative Übung und spirituelle Rückverbindung mit der Natur bietet eine Fusswanderung zu einem Ort besonderer mystischer Ausstrahlung jedenfalls an diesem Datum. Viele Marienheiligtümer stehen ohnehin an alten Kultplätzen der “Grossen Göttin”.
  • Es gibt erste Zwetschgen, Ebereschenbeeren und Hagebutten – auch die Blutpflaume liefert essbare Früchte für Gelees, Marmeladen, Kompott. Frühe Apfelsorten, wie Klarapfel (Kornapfel) kann man auch schon zu Kuchen und Apfelmus verarbeiten. Brombeeren haben Hochsaison – wie wäre es mit Brombeerlikör?

Brombeerlikör:

  • 200g reife Brombeeren
  • 100g brauner Krümel-Kandis
  • 1 Stück Vanilleschote
  • 1 Weithalsflasche 1Liter
  • weisser Bacardi

Brombeeren waschen, sehr gut abtropfen. In die Flasche füllen, Kandis dazugeben und mit Rum auffüllen.

  • Mindestens 12 Wochen stehenlassen, über Kaffeefilter abziehen. In einer dekorativen Flasche in gerngesehenes Mitbringsel.
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Ebereschenfrüchte locken mit ihrer orange-roten Farbe.

Die heilige Eberesche ist der Baum des Monats, sie steht unter der Signatur von Mars/Venus und Jupiter/Merkur. Bei den Germanen war sie dem Thor (Mars) und dem Odin (Merkur/Jupiter) geweiht. Der Baum wächst eher hoch und schlank, aber in Blüte und Blattform ähnelt er erstaunlich dem Holunder. Wie dieser gilt auch die Eberesche als Zauberbaum und wird zu schutzmagischen Ritualen verwendet, besonders im angelsächsischen Raum – Rowan, wie die Eberesche auf englisch heisst, solle in keinem Garten fehlen.

Man kann neben den vielerlei Gelee- Chutney, Mamelade, Kompott-Rezepten auch einen teueren Edelbrand aus den roten Beeren gewinnen. NEIN, Vogelbeeren, oder Ebereschfrüchte sind nicht giftig - noch nicht einmal wie rohe Holunderbeeren. Sie enthalten allerdings eine magenreizende Substanz, die mit dem Zuckeraustauschstoff Sorbitol verwandt ist. Wie die Oxalsäure beim Rhabarber oder Spinat zerfällt diese aber beim Kochen. Es gibt sogar Kulturformen der Eberesche, bei denen der Reizstoff weggezüchtet wurde. Die Giftigkeit wurde von frühen christlichen Missionaren in die Welt gesetzt, welche die mit dem Baum verbundenen heidnischen Bräuche unterbinden wollten. Schlecht für die Bevölkerung, da Ebereschenbeeren sehr viel Vitamin C enthalten, und als Skorbutverhinderer während er langen Winter wichtig waren.

Eberesch-Konfitüre:

  • 200 g Hagebutten
  • 200 g Holunderbeeren
  • 600 g Ebereschfrüchte
  • 1 Vanilleschote
  • 1 kg Gelierzucker 1:1

Früchte waschen, abtropfen, in einem Topf geben. Aufkochen, mit Mixstab pürieren und durch eine flotte Lotte passieren – in einen grossen Topf. Gelierzucker und zerschnipselte Vanille-Schote zum Mus geben und aufkochen – 3 min. köcheln, dabei abschäumen. In twist-off Gläser füllen, auf den Kopf stellen.

  • Nach diesem Rezept lässt sich auch Holunder-Blutpflaumenmarmelade herstellen:
  • 500g Holunderbeeren und 500g Blutpflaumen (lassen sich leider schlecht entsteinen). Bei eher süssen Pfläumchen etwas Zitronensaft zugeben.
Eberesche mit Blüte und Fruchtstand. quelle:wiki.

Eberesche mit Blüte und Fruchtstand.
quelle:wiki.

Für Erdbeerliebhaber mit eigenem Beet: Jetzt Kindel für die Verjüngung gewinnen! Nach unserer Erfahrung entwickeln sich selbstgeschnittene Ableger besser als gekaufte Pflanzen, vor allem wenn man schon starke Mutterpflanzen hat. Die eigenen Jungpflänzchen sind nämlich schon an den Standort gewöhnt und wachsen viel besser. Manche Sorten fruchten jetzt noch einmal, wie unser Liebling die Aroma-Erdbeere “Korona”.Alle anderen müssen jetzt auch von den Ausläufern befreit werden, sonst tragen sie im nächsten Jahr nicht ordentlich. In dieser raumgreifeneden, rankenden Eigenart zeigt die Erbeere ihre Nebensignatur Merkur/Jupiter – ein Hinweis sind bereits die dreilappigen Blätter. Daher gilt die Erdbeere (Tee aus den Blättern) als Lebermittel. Als Rosengewächs untersteht sie hauptsächlich Venus/Mars.Manche Sorten, wie Korona fruchten bei guter Pflege und ausreichend Sonne Ende August/Anfang September ein zweites Mal.

 

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1./2. August: Lughnasa, das Fest des Sonnengottes Lugh

Sonnenblumen: Gesicht des Lugh,.

Sonnenblumen: Gesicht des Lugh, an Lammas oder Lughnasa, dem Fest zu seinen Ehren.

Aus Zeitgründen nur ein Stimmungsbild zum keltischen Erntefest, dem ersten des bäuerlichen Jahres: Kornfest, Brotfest – Breadmas in den angelsächsischen Ländern.

Der nun heisse Atem des Sonnengottes lässt die Feldfrüchte reifen. Im Gold des reifen Getreides spiegelt sich die Farbe der Hochsommer-Sonne. Brombeeren schwärzen sich  in den Hecken und die besonders hitzeliebenden Blumen kommen jetzt zur Blüte. Unter ihnen hat die Sonnenblume  eine der deutlichsten Signaturen des solaren Prinzips. Ihr von goldenen Blütenblättern umkränztes Gesicht wendet sich immer nach dem Sonnenlicht, so dass die Menschen sie früher auch als Uhr verwendeten, quasi eine pflanzliche Sonnenuhr. Auch ihre ölhaltigen Samen zeugen vom solaren Einfluss. Diese sind in einem Spiralmuster nach den Proportionen des Goldenen Schnitts angeordnet.

Die Sonnenblume ist ein imposantes Gewächs, allerdings mit lächerlich dürftigen Wurzeln – Uranus, der Gegenpol der Sonne lässt grüssen.

Morning Star ©scrano 2016

Lugh Lightbearer ©scrano 2016

Der 1. August gilt als christlicher Unglückstag, weil an diesem Tage der Teufel von Gott in die Hölle gestürzt und der Apostel Petrus festgenommen worden sei ( Petri Kettenfeier am 1.8. ). Man durfte an diesem Tag nichts Neues beginnen.
Vielleicht spiegelt sich in diesem christlichen Mythos der dunkle Aspekt von Lughnasa wider, denn ­ der solare Getreidegott muss tatsächlich in die Unterwelt, um das Überleben der  menschlichen Gemeinschaft, aber auch aller anderen Geschöpfe zu sichern. Mit dem Getreideschnitt endet sein irdisches Dasein für das laufende Jahr. Das erste Erntefest des Jahres war eine der wichtigsten heidnischen Dankesfeiern und fand daher auch Eingang in christliches Brauchtum – Brotsegnung und Kräuterweihe etwa, aber auch unter gleichzeitiger Verteufelung der alten Vorstellungen.
Ein mit dem Getreideschnitt verbundener Festmythos der Germanen beschreibt, wie der solare Feuergott Loki, der hier für die Sommerhitze steht, das goldene und zauberkräftige Haar (stellvertretend für das Korn) von Thors Frau Sif (Göttin der Geschicklichkeit und Kunstfertigkeit) abschneidet. Eine Verbindung mit der Figur des Luzifer enstand wohl durch die in dieser Zeit ebenfalls stattfindende Bestrafung Lokis wegen seiner Schmährede bei Ägirs Fest – Loki wird eingefangen und unter der Erde in eine Höhle gesperrt, wo er bis Ragnarök ausharren muss. Loki ist wie Lugh ein ambivalenter Feuer- und Sonnengott, der wie Hephaistos/Merkur über Geisteskraft und Erfindungsgabe verfügt.  Zusammen mit dem Titanen Prometheus bilden diese mythologischen Figuren eine Gruppe sogenannter Kulturheroen, die alle mit dem Feuer in Verbindung stehen. Die christliche Überformung machte aus ihnen einen Aspekt des Luzifer (eigtl. Lichtträger), den man als eine Erscheinung Satans ansah (fälschlicherweise). Daher die Interpretation von Lokis/Lughs Scheiden von der Erde (Herbst und Winter) als Luzifers Sturz in die Hölle, der dann gerade an dieses Datum verlegt wurde. Die für die Bauern wichtigen Erntebräuche und Dankesfeiern band man einfach in den liturgischen Kalender ein.
Da das Getreide im Mittelpunkt dieses Eckfests steht: Man kann zu Lammas oder Lughnasa einmal ein Brot selbst backen, das dann nach einem kleinen Erntedank-Ritual gemeinsam verzehrt wird. Als Butterbrot, mit Honig zum Beispiel. Wer Kinder hat: Diese haben bestimmt Freude daran, wenn man mit ihnen gemeinsam Strohpüppchen flicht, die dann mit bunten Bändern verziert werden. Als sogenannte Kornmutter (Corn dolly) kann man sie auf die Felder bringen und für die Gaben der Erde danken.

Korn-Mutter - Weihegaben zum Erntedank - wie heute noch in Grossbritannien üblich.

Korn-Mutter – Weihegaben zum Erntedank – wie heute noch in Grossbritannien üblich.

Zum Schmuck des Heims bieten sich Hochsommerblumen wie Rudbeckia, Echinacea, Dahlie, Getreideähren und natürlich Sonnenblumen an.  Für ein Räucher-Ritual eignen sich Weihrauch, Zedernholz und Lorbeer, der heilige Baum des Apollon. Oder Bernstein, das fossile Harz, nach der Sage die Tränen der Schwestern des Phaeton, Sohn des Helios. Diese verwandelten sich in Bäume aus Trauer um den verunglückten Bruder, nach dessen Sturz vom Sonnenwagen in den Ozean. Ihre Harztränen fallen ins Nord-Meer, an dessen Ufern man seit dem Bernstein findet.

Kerzen: Grün, golden, orange.

Lammas-Brot

  • 0,1 l Milch
  • 1 Päckchen Trockenhefe
  • 1 TL Zucker
  • 500g helles Emmer-Mehl (Dinkelmehl 630 geht auch)
  • 200g Dinkelmehl (Vollkorn)
  • 1 TL Honig oder Sirup
  • 2-3 El Buttermilch
  • 1 EL gemischte Brotgewürze (Fenchel, Koriander, Anis, Kümmel)
  • 3TL Meer-Salz
  • Sonnenblumenkerne zum  Untermischen und Bestreuen
  • Holz-Backbrett

Hefe mit warmer Milch und Zucker ansetzen und in einer großen Tasse 30 Minuten gehen lassen (schäumt). Mehl, Honig, Gewürze, Salz, Kerne in eine Rührschüssel geben, vermischen, die Hefe-Zucker-Milch-Mischung hinzugeben, verrühren und so viel von der Buttermilch hinzufügen, dass es einen festen Teig ergibt. Ca.1 Minute mit dem Mixer und Knethaken rühren (Tipp: Mit den Händen geht es besser, Chirurgenhandschuhe verhindern Ankleben! ), dann den Teig an einem warmen Ort 30 Minuten zugedeckt gehen lassen.
Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig zu einem Laib geformt darauf setzen und wiederum 30 Minuten ruhen lassen.
Mit Wasser bestreichen, Kerne aufstreuen,  und bei 200°C 20 Minuten backen, dann den Ofen auf 180°C herunterschalten und weitere 40 Minuten backen.
Mit einem Schaschlik-Spiess hineinstechen, wenn nichts von dem Teig an dem Holz-Stäbchen haften bleibt, ist das Brot fertig.

Die keltischen Jahresfeste im Überblick mit ihren christlichen Entsprechungen:

  • Brigid, Imbolc: 1./2. Februar – Feuerfest, Milchfest – Lichtmess
  • Eostre, Ostara, 21.März – Frühlingsanfang – Ostern
  • Beltane, 30.April/1. Mai – Walpurgis, Sommeranfang
  • Litha, 21. Juni – Johanni – Sommersonnenwende
  • Lughnasa, Lammas, 1./2. August – Brotfest, Kornfest
  • Mabon, 21. September, Herbstanfang – Fruchtfest, Weinfest
  • Samhain, 31. Oktober/1. November – Allerheiligen, Halloween – Schlachtfest, Totenfest
  • Yul, 21. Dezember, Wintersonnenwende – Weihnachten

Die kalendarischen Zuordnungen waren bei den Kelten oder auch Germanen (Römern) nicht alle fix, da sie neben dem Sonnen- auch einen Mondkalender für die Datierung von Ritualen verwendeten, daher fallen einige Zeitpunkte dann auf den Vollmond oder wie bei Samhain, den Neumond des entprechenden Monats. Das heilige Jahr teilt sich dadurch in vier Sonnenfeste und vier Mondfeste. Lughnasa fällt solar etwa auf 15° Löwe, wie alle lunaren Eckfeste ist es ein beweglicher, lunarer Feiertag. Alle vier Hauptfeste der Kelten finden etwa bei einem Sonnenstand von 15° in den fixen Zeichen statt – Brigid: Wassermann, Beltane: Stier, Lughnasa: Löwe, Samhain: Skorpion. Die entspricht den vier Weltecken der Antike. Die solaren Feste (Sonnwenden, Äquinoktion fallen auf den Anfang der kardinalen Zeichen Widder-Eostre, Krebs – Litha, Waage – Mabon, Steinbock – Jul.

Ein schönes Lughnsa(d) – Blessed Be!

 Lammas-Räiucher-Rezept:

  • Basilikum
  • Bernstein
  • Zimtrinde
  • Koriandersamen
  • Goldrute
  • Heidekraut
  • Rosmarin
  • Rosenblüten
  • Schafgarbe

Im Mörser zerpulvern und auf dem Räuchersieb verglimmen. Geht gut, da kein Harz dabei ist (Bernstein in kleinen Dosen  funktioniert). Auf dem Sieb werden die Kräuter nicht so schnell bitter.

Sunny Promises … ?

Sunny Promises … ? ©beast666 2015

 

Posted by on August 1st, 2016 Kommentare deaktiviert

Sommerpause

Unsere Co-Autorin Jamilla  geht auf ihre eigene Visions-Suche …  und wir machen Blog-Ferien während der Urlaubszeit

 Schaut trotzdem mal vorbei – vielleicht findet sich ja das Eine oder Andere …

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Terminatrix Jamilla: I need vacation …

Und vor allem: Gebt fleissig Rückmeldung in Form von Kommentaren. Für Br.Freimaurer: Wer einen Kalender, T-Shirt oder Tasse möchte, kann sich gerne per email bei Ambrosia melden.

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©kmygraphic

… bis dann und schöne Ferien!

 

Posted by on Juli 30th, 2016 Kommentare deaktiviert

Pflanzen im Hochsommer: Fingerhut, Digitalis purpurea

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Blühender Fingerhut in der Bretagne.
©beast666 2014

Der Rote Fingerhut ist in Westeuropa sowie dem westlichen Süd-, Mittel- und Nordeuropa und in Marokko beheimatet, als Neophyt kam er bis nach Amerika.  Besonders grosse Bestände habe ich im Elsass und der Bretagne gefunden. Der Fingerhut (engl. foxglove=Fuchshandschuh)  bevorzugt frischen, kalkarmen, sauren, lockeren, humusreichen Boden an sonnigen bis halbschattigen Standorten.Wegen der hübschen Blüten und der imposanten Erscheinung hielt er seit  dem 16. Jahrhundert Einzug als Zierpflanze in Parks und Gärten. Hat man ihn einmal im Beet, samt er sich fleissig aus, so dass trotz der Zweijährigkeit immer für Nachschub an blühenden Pflanzen gesorgt ist.

Verwendung in der Pflanzenheilkunde

Der Rote Fingerhut ist in der Volksmedizin ursprünglich als Zaubermittel und rein äusserlich verwendet worden – z.B. gegen den bösen Blick. Einzige innerliche Anwendung war als Pugiermittel (Fingerhut erzeugt heftigen Brechreiz).

Später versuchte man in England damit Bronchialleiden oder Lungentuberkolose zu behandeln, wegen der Giftigkeit der Pflanze gab man das aber rasch wieder auf. Erfolgreicher war man in Grossbritannien dagegen, den Fingerhut als ein Mittel gegen Ödeme, wie sie bei Herzschwäche auftreten, einzusetzen.

  • Der englische Arzt William Withering folgte dem Hinweis einer Kräuterfrau und fand  heraus, dass der Fingerhut eine potente diuretische und herzwirksame Pflanzendroge darstellt. Der Chemiker Nativelle konnte 1868 dann den Wirkstoff Digitalis isolieren.

Man erkannte damals bereits, dass sich das Digitals über eine Zeit im Körper anreichern kann, was die Dosierung etwas schwieriger gestaltet. Tatsächlich gab es immer wieder Vergiftungsfälle bei Herzpatienten unter Digitalis in Reinform. Wird die gesamte Pflanze als Extrakt verabreicht hat man ein Problem mit der Standardisierung der Inhaltsstoffe, dafür führt die Brechwirkung zu einer schnellen Magenentleerung bei Überdosierungen. Am Anfang des therapeutischen Einsatzes  legte man mehr Wert auf die harntreibende  Wirkung durch den Fingerhut, welche auch schon entlastend bei Herzproblemen wirkt, bis man die tatsächlich herzstärkende Eigenschaft der Fingerhutinhaltsstoffe hrausfand.

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Digitalis purpurea Köhlers Lexikon
quelle: wiki

Forschnungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten dann zu einer Bestimmung einer Reihe weiterer pharmakologischer Wirkstoffe in verschieden Unterarten der Fingerhutfamilie. Ähnliche herzwirksame Substanzen wurden auch in anderen Pflanzengattungen entdeckt.  Im Maiglöckchen, Oleander, der  Christrose und der in der Antike schon bekannten Meerzwiebel konnten entsprechende Verbindungen nachgewiesen werden. Die Wirkstoffe des Fingerhuts zählen zu den Herzglykosiden, diese regen den geschwächten Herzmuskel an, sich wieder stärker zusammenzuziehen, wodurch sich die Pumpleistung verbessert. Digitalis verlangsamt ausserdem die Herzfrequenz, was auch einen therapeutischen Nutzen hat.

Bei der weissen Abart (natürlich vorkommend) erkennt man besonders gut die Scheckung der Blütenglocken.

Bei der weissen Abart (natürlich vorkommend) erkennt man besonders
gut die Scheckung der Blütenglocken.

Alle Pflanzenteile vom Fingerhut (rot oder weiss) sind hochgiftig. Bereits das Essen von zwei bis drei Fingerhutblättern kann tödlich enden. Glücklicherweise schmeckt das Kraut so gallebitter, dass es eher selten verzehrt wird. Ausserdem sind Übelkeit und Brechreiz enorm.

Fingerhut in Märchen und Aberglauben

In der Anderswelt der Sagen, besonders von englischen und irischen, dient der Fingerhut dem Elfenvolk als Kopfbedeckung. Böse Feen sollen die Blüten einst als Handschuhe den Füchsen (foxglove) geschenkt haben, damit diese lautlos ihr Unwesen als Eier- und Geflügeldiebe in den Hühnerställen treiben konnten. Die Zeichnung der Blüten soll daher von den Fingerabdrücken der unglückbringenden Feen herrühren.

Signatur:

  • Mars/Pluto und Venus – Rachenblüten, starke Versamung, giftig, bitter, muskelwirksam, Emeticum – rote/rosa Blüten, harntreibend – Hauptsignatur, für die starke Marsdominanz spricht auch die Tatsache, dass Fingerhutpflanzen als Kontaktallergen zu Hautirritationen führen können, sowie das schmale Therapiefenster bei der Dosierung.
  • Der Weissdorn – eine gute Pflanze gegen Altersherzbeschwerden trägt auch eine Mars/Venus Signatur, zusammen mit Mond-Saturn. Hier tobt sich das aggressive Element des Mars in den Stacheln aus, statt in Giftigkeit. Herzwirksame Sonnenpflanzen  dagegen, wirken eher ganzheitlich tonisierend als spezifisch muskelwirksam.  Hier wird eine Verbesserung des Zustandes durch allgemein förderliche, auch stimmungsaufhellende Inhaltstoffe erzielt. Sie stärken sozusagen die Lebensgeister, wie man früher sagte.
  • Merkur/Jupiter – streng aufrecht, wolliger Überzug, Blüten ährig – daher wurde wohl eine Lungenwirksamkeit vermutet – grosswüchsige, imposante Erscheinung, hohler Stängel – eine Nebensignatur.

Zum Schluss noch eins: Ein Heilkräuter-Brevier ersetzt nicht diagnostische Abklärung von Beschwerden durch Arzt oder Heilpraktiker! Viele verordnen immer mehr Naturheilmittel – einfach  direkt nachfragen.

Posted by on Juli 23rd, 2016 Kommentare deaktiviert

Sommeranfang: Grainne – kissed by fire

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Grainne – weibliche Verkörperung der Sommersonne bei den Kelten.
Sie lieh der Mutter von Artus und Morgaine ihren Namen und die Farbe ihrer Haare: Lady Igraine.
Model reference: giselle by faestock.

Entdeckungen in der sommerlichen Natur:

 

Posted by on Juli 19th, 2016 Kommentare deaktiviert