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All About … Saturn

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Wintermandala: Die strahlenden Gletscher von Asgard?
Odin und Saturn, beide gelten als Herren des Winters
des Alters, der Weisheit und der Zeit.

Saturn herrscht im Steinbock (Erde, Yin), sein Domizil ist das 10.Haus, welches den Zenit des Geburtshoroskops darstellt, das Medium Coeli, die Himmelsmitte. Klassisch ist er auch Regent von Wassermann (Taghaus, Luft,Yang), modern ist dies Uranus.

 Saturn für Freimaurer:

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Saturn als Herr der Zeit in der freimaurerischen Symbolik.
Er verschmilzt mit der Verkörperung des Todes, Thanatos.

Die Gesamtsymbolik des dargestellten Sujets – ikonographisch und freimaurerisch wurde gerne bei Grabdenkmälern des 19. Jhd. verwendet: Die gebrochene Säule, Vater Zeit (Schnitter Tod), die trauernde Jungfrau mit dem Akazienzweig liest im Buch des Lebens.

Posted by on Januar 13th, 2017 Kommentare deaktiviert

Magischer Januar: Schneemond

Januar: Saturn-Zeit und Monat des römischen Janus.

Januar: Saturn-Zeit und Monat des römischen Janus.
Januar, ©scrano 2015
Model: jlior, Winterhimmel: ashensorrow, Einhorn: charmedstar07.

Der Januar, in Österreich auch Jänner genannt, vom lateinischen Januarius abgeleitet, altdeutsch auch Hartung, Hartmonat, Schneemonat, Eismond, Wintermonat.

In meiner Allegorie nimmt das Jahr seinen Anfang noch in aller Unschuld und Reinheit, symbolisiert vom Einhorn. Früher bedeckte häufig frisch gefallener Schnee als weisses Tuch die Natur zu dieser Zeit, so dass der Jahresanfang tatsächlich strahlend daherkam. Jetzt wird dafür mehr geböllert …

Benannt ist der erste Monat des Jahres nach dem römischen Gott Janus, der mit zwei Gesichtern dargestellt wird. Er gilt als Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore. Er markiert die Grenzen der Zeit, wie der ihm verwandte Terminus als Herr der Grenzsteine die räumlichen.

Es ist der Monat des Saturn, auch einem Wächter der Grenzen. Dieser hat sein Domizil im Steinbock, aber er stellt auch den klassischen Herrscher des Wassermanns. Immerhin ist er auch nach der Zuordnung von Uranus zu diesem Zeichen noch der Co-Regent geblieben.

Eine weitere veraltete Namensform ist Wolfsmonat.

Im Amtsjahr des römischen Kalenders war der Ianuarius ursprünglich der elfte Monat und hatte 29 Tage. Mit der Umstellung des Jahresbeginns vom 1. März auf den 1. Januar im Jahre 153 v. Chr. wurde der Ianuarius zum ersten Monat des Kalenders. Die Zuordnung zur Elf passt zum Ingress der Sonne in das Zodiakzeichen des Wassermann am 21. 1. das im 11. Haus sein Domizil hat. Beide Herrscher des Januar, Saturn im Steinbock bzw. als Co-Regent im Wassermann und Uranus gelten als Verkörperung des Winters. Die Elf gilt als närrische Zahl und astrologisch als Sinnbild für soziale Gruppen und Freundschaften, aber auch für Ziele ausserhalb der persönlichen Selbstverwirklichung (Haus 5, Löwe)  oder des Status, wie er im Haus 10 des Steinbocks im Mittelpunkt steht.

  • Neujahrsnacht still und klar, deutet auf ein gutes Jahr.
  • Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter für ein ganzes Jahr.
  • Morgenrot am ersten Tag, Unwetter bringt und große Plag’.
  • Wenn’s um Neujahr Regen gibt, oft um Ostern Schnee noch stiebt.
  • Am Neujahrstage Sonnenschein, läßt das Jahr uns fruchtbar sein.
  • Am Neujahrstag kalt und weiß, wird der Sommer später heiß.
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Winterspaziergang – wenn das Wetter passt, das beste Ritual am Neujahrstag.
Am Breitenstein @beast666

Zodiak: Steinbock und Wassermann

Monatsstein: Granat, er gehört zum Saturn und dem Wurzel-Chakra.

Pflanzen: Helleborus, Dianthus,  Stechpalme, Poinsettia, Helleborus, Efeu, Immergrüne, z.B. Efeu und Koniferen (Saturn), Lärche, Mistel (Uranus+Saturn)

Farben: Schwarz, dunkelbraun und dunkelgrün (Saturn), weiss, himmelsblau (Uranus)

Kristalle:  Granat, Jet und Onyx, Fossilien (Saturn), Rauchquarz, Malachit (Steinbock), Aquamarin, Türkis, Labradorit, Moldavit (Uranus), Bernstein (Uranus/Sonne).

Tierwelt:  Wolf, Krähe, hibernierende Tiere (Saturn). Überwinternde Sing-Vögel, Elster, Häher, Albatross, Fuchs (Uranus).

Magische Elementale: Gnome, Trolle (Erde), Sylphen (Luft)

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Rückkehr des Lichts. Im Januar einen Hirschensprung:
Die Tage werden länger, die Sonne wird kräftiger.

Januar-Rituale:

  • Kleine Tontöpchen, z.B. für Minipflanzen Ø 10 cm, mit einem Holzstab von ca 20 cm Länge (dickere Grillspiesse) versehen. Das geht leicht, einfach durch das Loch im Boden stecken, mit einem Draht oder Querpflöckchen sichern. Samen aus Pinien- und Fichtenzapfen auslösen und mit ungesalzenem Schweinefett vermischt bis auf 3/4 Höhe einfüllen. Geschälte, ungesalzene Sonnenblumenkerne werden auch gerne genommen. Schnüre anbringen und die Fett-Töpfchen umgekehrt in Bäume hängen. Für Amseln und andere Weichfresser: Alte, schon etwas mürbe Äpfel halbieren und auslegen.
  • Spazierengehen, die langsame Wiederkehr des Lichtes spüren.
  • Einen Besuch bei Freunden oder Verwandten machen – gemeinsam essen und beglückwünschen.
  • Gebildbrote verschenken – Rezepte unter Martinsweck.
  • Entschleunigung, das neue Jahr bewusster und ohne Hast angehen – die Liste mit den guten Vorsätzen nicht gleich wieder “verlieren”. Aber auch  keine Unmöglichkeiten draufsetzen.
  • Am Ende der Raunachts-Zeit, dem 6. Januar, Haus oder Wohnung mit einer Mischung aus Salbei, Wachholder, Fichtenharz, Weihrauch und Lorbeer ausräuchern. Garage nicht vergessen. Die Haustür schön auf Hochglanz bringen, damit das Glück gerne eintritt. Katholiken freuen sich jetzt auf die Sternsinger, die ihren Jahressegen mit Kreide über dem Eingang anbringen: C+M+B = christus mansionen benedicat. Christus segnet diese Heim. Ein alter Brauch mit heidnischen Wurzeln bei der Grossen Mutter.
  • Im Garten: Gegen strenge Fröste spätestens jetzt sensiblere Gewächse mit Vlies umwickeön oder abdecken.  Im Gewächshaus bei Tages-Minusgraden ebenfalls für Winterschutz sorgen. Vor allem wenn mediterrane Kübelpflanzen dort ihr Quartier haben! Endiviensalat oder Zuckerhut kann ebenfalls eine Abdeckung vertragen. Leimringe an Obstbäme anbringen – Stämme kalken – an frostfreien Tagen!
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Neujahrs-Spaziergang am Reussenstein.

  • Wintersport: Nicht unbedingt der alpine Skizirkus mit all seinen perversen Auswüchsen – Winterwandern, auch mit Schneeschuhen, Rodeln und Eislaufen oder Eishockey machen mehr Spass als das Profitstreben von Tourismusverbänden und Hoteliers zu befriedigen. Und es schädigt nicht die Umwelt.
  • Wir haben als Kinder die in meiner sehr kalten ostbayrischen Heimat reichlich vorhandenen Fischweiher zum Schlittschuhlaufen genutzt, Dank Klimawandel ist das nicht mehr oft möglich, aber es gibt ja immer mehr Eissporthallen, wo das Vergnügen auch weniger gefährlich ist. Für die jenseits von natürlichen Instinkten und Vorsicht aufwachsenden Kinder heutzutage sowieso. Übrigens: Eishockey ist auch für Mädchen als Teamsport geeignet, besser als gegenseitig die bunten Krallen von L-A. Nails oder Nasenpiercings zu bewundern und dümmliche Popsternchen anzuhimmeln allemal. Davon abgesehen Mädels: Eislaufen macht tolle Beine!

Gottheiten des Januar:

  • Hera (2.1.), Inanna, Holle/Freya (8.1.), Pax (30.1), Bethen/Matronen (6.1)
  • Janus (9.1.), Saturn, Uranus (astrologisch)
Januskopf aus der vatikanischen Sammlung.

Januskopf aus der vatikanischen Sammlung.
Quelle:wikimedia

  • Zodiak – Haupteinfluss: Steinbock/Saturn, Ingress der Sonne in den Wassermann, Herrschaft des Uranus ab 21.1.
  • Baum: Fichte, Tanne, Zypresse, Stechpalme (Saturn), Lärche (Uranus)
  • Duft: Myrrhe, Weihrauch, Wachholderbeeren, Patchouli (Saturn), Fichtenharz, Bernstein (Uranus)
  • Gottheiten:  Saturn, Ops, Mithras, Cailleach, Holle, Uranus, Prometheus, Loki, Hephaistos, Brigid ab 21.1.
  • Metall:  Blei (Saturn), Zink (Uranus)
  • Mythologische Figuren: Die Alte, Frau Holle, Rübezahl, Einhorn

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©kmygraphic

Posted by on Januar 9th, 2017 Kommentare deaktiviert

Solar Fire: Räucher-Ritual zur Wintersonnenwende

Sonnenfeuer - Winterglanz

Sonnenfeuer – Corona
©scrano 2015

Prolog im Himmel, Goethe: Faust I

Die Sonne tönt nach alter Weise
In Brudersphären Wettgesang,
Und ihre vorgeschriebne Reise
Vollendet sie mit Donnergang.

Ihr Anblick gibt den Engeln Stärke,
Wenn keiner sie ergründen mag;
Die unbegreiflich hohen Werke
Sind herrlich wie am ersten Tag.

Flammenfraktal im Wortsinn, das die Sonne mit der brüllenden Kraft ihrer Magnetosphäre darstellt. Ohne Sonne kein Leben, daher sehnen wir uns nach der langen winterlichen Dunkelheit instinktiv nach ihr.

Ein bisschen Sonne ins Haus holt uns jetzt eine Räucherung beim warmen Licht echter Bienenwachskerzen. Die Biene vereint lunare*** und solare Elemente in echter Harmonie. Sie schenkt uns das Wachs mit seiner Heilwirkung und dem Licht, das es uns als Material für Kerzen spendet.  Das regelmässige Sechseck der Wabe: Ein Sonnensymbol, wie das Zentrum des Hexagramms, dem sechs-Stern, der das klassische Sonnensystem der Alchemie darstellt. Und erst der Inhalt: Der Honig in seiner goldenen Pracht wirkt schon wie eingefangener, flüssiger  Sonnenschein, darin gleicht er dem Bernstein, ebenfalls ein solares Naturprodukt, das vom Harz schon längst fossilierter Nadelwälder stammt. In diesem ebenfalls goldenen klebrigen Saft steckt die Essenz der Bäume, die einen sehr effektiven, lebendigen Speicher der Sonnenenergie darstellen.

  • Daher gehört der Bernstein zu einer solaren Räuchermischung hinzu, ebenso der Weihrauch, auch ein Harz.
  • Dazu kommen Rosmarin und Zeder, Zitrusschalen, Calendulablüten, Gewürznelken, Zimt und Calmuswurzel, welche als belebend und erwärmend gelten. Auch der Ingwer zählt zu den solaren Mitteln, aber eher als Süssigkeit oder im Tee. Der Rauch ist unangenehm scharf, da zeigt sich Mars. Daher eignet sich Ingwer, wie auch das ebenfalls solar-marsische Johanniskraut eher für Rituale im Freien, bei denen der Winter ausgetrieben werden soll.
  • Pflanzen mit einer Sonnen- Signatur besitzen häufig fette Öle, z.B. Sonnenblume oder  Lorbeer, der Sonnenpflanze der alten Griechen: Wahrzeichen des Apollon. Lorbeerblätter kann man auch verräuchern, zusammen mit Weihrauch, Fichtenharz  und Wacholderbeeren, die marsisch-abwehrend wirken. Eine Vielzahl an solaren Gewächsen sind auch Herzmittel, wobei sie verstärkt tonisierend wirken: Korrespondenz zum Zeichen des Löwen und den Eigenschaften des 5. Hauses.

Die Sonne steht in unser aller Zentrum, ihre Symbolik sollte daher verbinden und nicht trennen: Mit einem solaren Räucher-Ritual kann man alle Aspekte des Mittwinterfestes, der Zeit der Wintersonnenwende recht gut vereinen. Die alte naturreligiöse Tradition nördlich der Alpen und die römisch-christliche Feier des Jesus-Kindes als Licht der Welt, Sol Invictus. Religion heisst nicht umsonst Rückverbindung. Allerdings sollte hier den positiv spirituellen Elementen von Licht und Wärme gehuldigt werden, und nicht den verknöcherten Dogmen. Die braucht keiner. Die lässt man am Besten von den Perchten der ebenfalls am Sonnwendstag, dem 21. Dezember , beginnenden Raunächte verscheuchen.

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©kmygraphic
 
**Lunares Element des Bienenvolkes ist ihre Gesellschaftsform als matriarchales Kollektiv, daher ist auch der saturnische (Struktur, Gegenpol des Mondes) und der neptunische (Aufgabe der Individualität, Gegenpol des Merkur- fliegende Geschöpfe) Archetyp vertreten. Wie bei den Borg, die allerdings mit ihrem kriegerischen Expansionsdrang eher den Ameisen gleichen, bei denen das Mars-Element ebenfalls mehr in den Vordergrund tritt. Die Biene hat zwar einen marsischen Stachel, stirbt aber wenn sie ihn einsetzt, ein allerletztes Mittel also. Bienen besitzen marsische und  venerische Züge, da sie Blüten befruchten.  Pollen=Mars, Frucht=Venus.
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Bernsteingold: Fraktales Weihnachtsbäumchen -
Fichtenharz ist ein beliebtes Räuchermittel – Sonne/Uranus, Mars/Venus.

 

Posted by on Dezember 20th, 2016 2 Comments

Mitten im kalten Winter: Yule – Rauhnacht – Sonnenkind

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.

Funken des Yul_Feuers bringen das neue Licht ins Heim.
Yul Embers ©scrano 2014

When the Wheel begins to turn, let the Beltane fires burn.
When the Wheel has turned a Yule, light the Log and let Pan rule.

WINTER SONNWENDE – YULE

Im nordisch-germanischen Neuheidentum (z. B. Asatru) ist das altgermanische Julfest eines der drei Eck-Feste im Jahr und man versucht auf das Brauchtum zurückzugreifen, das man aus den Überlieferungen noch rekonstruieren kann:  z. B. Wilde Jagd oder Raunächte, um die Julzeit und das Mittwinterfest zu begehen. Als Datum kommt hierfür entweder direkt die astronomische Sonnwende am 21.12. oder der Tag des ersten Vollmonds danach in Frage, welcher Julmond heisst. Deneben gibt es noch das Haakon dem Guten zugeschriebene Datum am 25.12.  Daher ist das Julfest wohl nicht nur dem solares Kalender zuzuordnen. Unter Umständen ist die Zeit der Raunächte auch ein Versuch den Sonnen- und den Mondkalender zu synchronisieren, wie man es auch schon jungsteinzeitlichen Bauten wie Stonenhenge als ein möglicher Verwendungszweck zuschreibt. Ein Jahr aus zwölf Mondmonaten umfasst nur 354 Tage. Wie in allen einfachen, „nicht-interkalierenden Lunisolarkalendern“ (also allen Mondkalendern ohne Schaltmonate, wie man sie in bäuerlichen Kulturen findet), werden die auf die 365 Tage des Sonnenjahres fehlenden elf Tage – beziehungsweise zwölf Nächte – als  Tage „außerhalb der Zeit“, eingeschoben. Von solchen Tagen wird in der zugehörigen Kosmologie angenommen, dass die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt seien und daher die Grenzen zu anderen Welten durchlässig würden. In vielen Kulturen, die so ein Kalendersystem verwenden, verbindet sich diese Zeitspanne oftmals mit Tabus, Ritualen und Volksmythen. Es wird auch vermutet, dass die Bräuche um die „Winterauskehr“ am Ende des Faschings in diesem Zusammenhang stehen: Sie simulieren eine Interkalation bezüglich des Jahresbeginns mit dem Frühlings-Äquinoktium. Besonders deutlich findet sich das in den römischen Saturnalien und Lupercalien.

Gefeiert wird das Wiedererstarken der Sonne und das Längerwerden der Tage, da dieser Wechsel seit Menschengedenken überlebenswichtig ist, vor allem für die Saat und Ernte. Der Julmond, der auch Nytungl (Neuer Mond) oder Nykung (Neuer König) heißt, wird mit dem rituellen Jultrinken begrüßt. In der christlichen Weihnachtsliturgie war früher die sogenannte Johannisminne, ein rituelles Zutrinken, üblich, am 27. 12., dem Feiertag des Evangelisten Johannes.  Zu den verwandten Bräuchen kann man auch den Wassail rechnen, wie er in Schottland noch üblich ist, oder auch in Teilen Bayerns als Flursegen angewandt wird. Dort besprengt man die Flur bzw die Apfelwiesen mit Milch oder Most aus der vergangenen Ernte. Der Julmond im Januar kennzeichnet den Beginn des neuen Jahres. Man sieht die Rauhnächte zwischen Wintersonnenwende (Mütternacht) und Dreizehnttag (Perchtennacht) als eine zwölftägige Friedenszeit, in der die Häuser mit immergrünen Zweigen wie Buchsbaum, Eibe, Fichte, Tanne, Stechpalme, Kiefer, Efeu, Wacholder geschmückt werden, denen man schützende und heilende Kräfte zuschreibt. Das Haus wird geräuchert mit den Worten „Glück ins Haus – Unglück hinaus,“ oder “Evil shall leave and not enter”, wie es im Original heisst.  Der „Julbock“, wird aufgestellt, sehr zur Freude der Kinder: Ein aus Stroh geflochtener Ziegenbock, wahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol. Dieser lässt sich vielleicht auf die Ziegenböcke des Gottes Thor zurückführen, die seinen Wagen ziehen. Er bringt auf seinem Rücken noch heute in Skandinavien die Geschenke. Gastfreundschaft soll schon früher ein wichtiges Element der Julzeit gewesen sein, so soll das Haus den Gästen offengestanden haben, die ein und aus gingen und reich bewirtet wurden. Zudem ist es ein Brauch, einen großen Holzklotz – den Julklotz – aus dem Wald zu holen, und ihn zwölf Tage und Nächte brennen zu lassen. Vergleichbar mit dem Volksbrauch, Feuerräder bzw. Osterräder von Bergen abzurollen, werden von Anhöhen brennende Sonnenräder, mit Stroh bespanntes Holz oder geflochten, herab gerollt. Als Kinder haben wir kleinere solche brennende Reifen mit Hilfe von Haselstöcken durch den Ort gerollt, im schwer katholischen Bayern! Überhaupt sind hier die Raunachtsbräuche noch sehr lebendig. Perchtenlauf, Räuchern und etliche Tabus in der Zeit zwischen der Zeit werden hier noch in breiter Vielfalt und grosser Selbstverständlichkeit praktiziert. Nicht erst als neuaufgelegte Touristen-Folklore oder als ärgerliches Rudiment aus der Nazi-Zeit. Die enorme Vielfalt des lokalen Brauchtums legt ausserdem die Annahme vorchristlicher Ursprünge nahe, leider ohne dass heute noch feststellbar wäre, wo die jeweiligen kulturellen Wurzeln tatsächlich liegen. bzw. wie weit sie zurückreichen. Germanische Bezüge vieler Raunachtsvorstellungen sind aber naheliegend, denn zu dieser Zeit soll sich nämlich in der germanischen Vorstellung auch Wodans alljährliche Wilde Jagd abgespielt haben, in der die Geister der Verstorbenen mit Odin/Woden/Wotan über das Land ziehen sollten:

Im Zentrum der  Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, steht dann Woden’s “Wilde Jagd”. Zu dieser Zeit stehe die “überirdische Anderswelt” endgültig in Verbindung mit der Menschenwelt und die Seelen der Verstorbenen dürfen Kontakt aufnehmen. Dieser Glaube, dass zu sich zu dieser Zeit das Tor zum Geisterreich öffnet, zog Bräuche wie das Stehenlassen von Essen für die Geister (dumb supper) oder das Verbringen von Essen in die Megalithanlagen z.B. Bretagne, britische Inseln, mit sich. Auch für Odins Pferd Sleipnir stellte man Nahrung vor die Tür. Ebenfalls in den Rauhnächten spielt das Märchen um Frau Holle (Berchta, Perchta), die eine deutliche Verwandschaft zur germanischen Totengöttin Hel hat. Aber nicht nur in Regionen nördlich der Alpen wurden solcherlei Glaubensvorstellungen gepflegt: Auch die Römer kannten entsprechendes Brauchtum, ebenso verbreitet ist es in Griechenland oder Osteuropa, also in grossen Teilen des  indoeuropäischen Sprachraums. Erdhafte und unterweltliche Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd einherziehen. Bis in die jüngere Zeit war in weiten Teilen Ost-Europas der Glaube verbreitet, dass sich zauberkundige Menschen, die einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatten, zu dieser Zeit in Werwölfe verwandelten und in dieser Gestalt Mensch und Vieh bedrohten. Die Bräuche zu den verschiedenen “Zwischenzeiten” des Jahres ähneln sich sehr: Es existieren Übereinstimmungen z.B. zwischen dem Rauhnachtsbrauchtum und dem von Samhain oder All Hallows Eve” und den graeco-römischen Feiern der Erntefeste, an denen auch “Mundus Cereris Patet“: Saturnalia, Lupercalia.

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Krampus, auch ein Weihnachtspercht,
der manchmal schon mit dem Nikolaus kommt.
Er ähnelt dem Habergoas. quelle:wikimedia

Diese Umsetzung solcher Vorstellungen spiegelt sich besonders in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Dort gibt es allerlei teuflisch erscheinende Gestalten, die Schiechperchten, zum Beispiel den Habergoas, eine Mischung aus Pferd und Ziegenbock, ersteres ein Symbol Wodens, der Bock ein Tier des Thor. Die sogenannten Holzperchten schlagen besonders die Mädchen mit Haselzweigen, wohl eine Variante des “Quickens“, ein Fruchtbarkeitsritual. Auch die Hasel gehört zu Thor, der als Fruchtbarkeitsgott der Feind des Winters war: Im hohen Norden beteten die Menschen zu ihm, dass er die grimmigen Eisriesen mit seinem Hammer möglichst bald zerschmettert.  Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die schellenbehängten Schepperer oder Glöckler. Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen (Silvesterfeuerwerk), sollte die Unholde fernhalten, im Alpenraum wird in allen Rauhnächten auch geböllert. Wobei nicht nur der Lärm, sondern auch der Schwefeldampf des Schiesspulvers die üblen Geister vertreiben soll.

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte werden bezeichnet:

  • 21./22. Dezember (Thomasnacht, die Wintersonnenwende) (längste Nacht des Jahres)
  • 24./25. Dezember (Heiliger Abend, Christnacht, Vigil von Weihnachten)
  • 31. Dezember/1. Januar (Silvester)
  • 5./6. Januar (Epiphanias, Erscheinung des Herrn)

In manchen Gebieten wird die Thomasnacht nicht hinzugezählt, obwohl hier der alte heidnische Bezug noch extrem deutlich ist:

“Der Thama mit’m Hamma”

Die Nacht vor Thomas (21. Dezember) ist eine der wichtigsten und eigenartigsten Losnächte. Er ist recht volkstümlich, der “Thama mit’m Hamma”. Er erinnert deutlich an den hammerschwingenden, wetterbeherrschenden Gott der Germanen Thor/Donar, der mit seinem Hammer Mjölnir an die Wolken schlug und damit den Donner erzeugte. Der blutige Thamerl, wie er bei uns genannt wurde, war besonders als Kinderschreck gefürchtet.

Auch die seltsame Luzier: Hl. Lucia, am 13. Dezember gefeiert, gehört eigentlich noch zu den Raunachtsgestalten. Der 13. Dezember war früher ein wichtiger Tag für die traditionellen Feierlichkeiten der Sonnenwende, denn bis 1752 fand die Wintersonnenwende (z.B. in Schweden) an diesem Tag statt. Die Sichel der St.Lucia, als Symbol ihres Märtyrertums,  wird nun zum Drohwerkzeug für unartige Kinder, wie der Thorshammer des “Thamerl”. Diese Sichel kann man auch als Symbol des Saturn, als Herrn der Zeit und Schnitter Tod interpretieren, oder als Mondsichel der “Grossen Göttin”. Zur Deutung als Saturnsymbol kommen noch Janus und Terminus dazu, die in der Römerwelt für die räumlichen und zeitlichen Grenzen zuständig waren. Beide Gottheiten standen mit Saturn in Verbindung. Besser kommt Lucia in Schweden weg, hier wird ihr Gedenktag als Lichterfest gefeiert, vor allem für die Töchter der Familien ein Spass: Die älteste Tochter weckt weiss bekleidet, mit einer Lichterkrone auf dem Kopf, morgens die Familie und serviert ihnen Frühstück bei Kerzenschein: Vor allem Safrangebäck, ein Symbol der Sonne. Diese süssen Kringel, auch als Lussekatter=Luciakatzen bezeichnet, können auch ein Hinweis auf aur nordische Göttin Freya sein, deren Himmelswagen ein Katzengespann zog. An diesem Tag wird das berühmte Lucia-Lied gesungen, das von der Wiederkehr des Lichtes handelt, auch ein Bezug zum alten Datum der Sonnwende.

Die Etymologie, also die sprachliche Wurzel,  des Wortes Rauhnacht ist umstritten. Eine Möglichkeit stellt das mittelhochdeutsche Wort rûchhaarig‘ dar,  das es in der Kürschnerei als Rauhware oder Rauchware für Pelzwaren heute noch gibt. Es würde sich dabei auf die mit Fell bekleidete Schmutz- oder Schiechperchten beziehen, die in diesen Nächten ihr Unwesen treiben, oder aber vielleicht auf Rituale rund um das Nutzvieh. Wie zum Beispiel das Räuchern der Ställe mit dem Johannisbuschen des Sommers. Das würde aber auch die andere Herleitung des Wortes liefern: Rauch-Nacht, vom Haus-und Hof -Räucher-Ritual abgeleitet, das von der Bäuerin ausgeführt wird. Die alternative Bezeichnung Glöckelnächte bezieht sich auf das „Glöckeln“, von Tür zu Tür gehen und anläuten, einen Einkehrbrauch, der auf der Sage beruht, dass entweder Thor oder Odin zu dieser Zeit die Gastfreundschaft der Menschen überprüfe, und je nach Ausübung oder Verweigerung belohne oder bestrafe. Wie auch Frau Holle im Märchen.

Die Rauhnächte als Quasi-Niemandszeit sind auch für das Befragen von Orakeln geeignet. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube – wenn gleich mehr aus Spass und Geselligkeit – in Form des Bleigießens (das Metall Saturns, des Herrn der Grenzen und der Zeit)  bis heute weiter gepflegt. Tiere im Stall sollen um Mitternacht mancher Rauhnächte die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, sterbe unmittelbar danach. Ein bisschen blitzt da noch das sprechendes Odinspferd, der achtbeinige Sleipnir, oder Fallada aus dem Märchen “Die Gänsemagd” durch.  Mancherorts dürfen sich die Tiere bei einem Hausgeist über ihren Herrn beschweren: Hat er sie im letzten Jahr schlecht behandelt, wird er bestraft. Heinzelmännchen, Laren und Manen lassen grüssen!

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die wilden Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies besonders (jüngeren) Frauen verboten. Durch das Aufhängen von weißer (Unter-)Wäsche würde die wilde Jagd angelockt und dann über diese Frauen „herfallen“. Wohl eine Art Angst vor “Incubi” oder Besessenheit.  Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. Beide galten als besonders anfällig für Hexerei, als Opfer und Täter. Darüber hinaus darf nicht Karten gespielt werden. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.

Diese Tabus sind wohl der Dämonisierung des älteren Brauchtums durch die Christianisierung zuzuschreiben: Die Götter der alten Religion sind häufig die Teufel der neuen. Vor allem weil einige Yul- oder Raunachtsbräuche mit Fruchtbarkeit zu tun haben, oder auch mit Orakelbräuchen, die vielleicht mit dem Genuss von Pilzdrogen, wie der Amanita muscaria einhergingen: Das mochten die sittenstrengen Kirchenlehrer wohl gar nicht dulden.

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Wintersonnenwende – Mutternacht. Das Leben kehrt zurück.
Modranecht ©scrano 2015

Doch zurück zum Neuheidentum:

Auch in der teilweise auf keltischen Überlieferungen*** basierenden Wicca-Religion ist das Julfest eines der 8 Feste des Jahreskreises, an dem mit der Wintersonnenwende die Wiedergeburt des an Samhain gestorbenen gehörnten Gottes bzw. der Tod des Winter- oder Holly Kings (Winterhalbjahr) und dessen Ablösung durch den Oak King (Sommerhalbjahr) gefeiert wird. Holly (Ilex, Stechpalme) und Oak (Eichenlaub) stehen auf den britischen Inseln als Symbole für den Winter und Sommer. Das sieht man auch an den vielfältigen Darstellungen der sogenannten “Green Men”, welche die Vegetation oder Herne, den Geist des Waldes, einer Art Kreuzung aus Odin, Cernunnos und Jennerwein***, versinnbildlichen.

Die Nacht dieses Wechsels wird als in der Zeit gefrorener Moment begriffen: Die Welt hält einen Moment den Atem an. Im Kessel der “Grossen Mutter” wird das Licht neu geboren, aus dem “Dunklen Winterkönig” wird das Sonnenkind.  Dieses Symbol der zunehmenden Tageslänge ist das Versprechen auf einen neuen Sommer voller Licht und Wärme. Die Göttin beginnt einen neuen Zyklus im ewigen Kreislauf, wobei sie sich wieder zu ihrer “jungfräulichen” Form transformiert.  Auch hier spielt das Feuer, z.B. der Jul-Block (nicht Bock!) und das Räuchern im Ritual eine zentrale Rolle. Die traditionellen Weihnachtsfarben: Gold, Grün und Rot kommen ebenfalls zum Einsatz, sie repräsentieren Licht und Leben.

Zum Räuchern als Ausleitung des alten und Einleitung eines neuen Lebenskreislaufs werden Pflanzen mit Korrespondenzen zum Feuerelement oder der Sonne verwendet:

  • Zimt, Nelken, Weihrauch, Myrrhe aber auch Zedernholz und vor allem Lorbeer für den Gott in seiner Form als Sonnengott und Lichtgott Apollon oder Bel/Balder und Rosmarin für die Göttin in ihrer Repräsentation als Artemis/Brigid/Freya.
  • Der Lorbeer hat als heilige und heilende Pflanze eine lange Tradition: Schon die Orakelpriesterinnen in Delphi verwendeten ihn, wahrscheinlich schon in der Zeit der alten Erdgöttin Python, bevor Delphi zum Orakeltempel des Apollon wurde. Zu Heil- und Reinigungszwecken eingesetzt wurde Lorbeer  im Heiligtum des Asklepios und bei Ritualen zu Ehren der Göttin Ceres oder der keltischen Cerridwen. Der Rauch des Lorbeer hat eine erdhafte und eine sprirituelle Note.
  • Auch mit Salbei wurde und wird in der Zeit geräuchert, ein Brauch, der ebenfalls aus dem Mittelmeerraum stammt. Nicht verwechseln mit “Sage” dem Steppenbeifuss der amerikanischen Ureinwohner.

Viele der anderen genannten Düfte sind uns bereits aus dem allgemeinen Weihnachtsbrauchtum vertraut. Sie wirken stimmungsaufhellend und vertreiben die Schatten des Winterblues. Es ist die Zeit der Neuanfänge und um die guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Jetzt wird das Samenkorn für ein gutes neues Jahr gepflanzt. Wir können Bernstein oder Tigerauge als Glücksbringer verschenken, die sowohl die Sonne als auch den glücklichen Wechsel versinbildlichen.

In allen Traditionen, sei es nun historisch oder neuheidnisch, aber auch traditionell christlich wird in dieser Zeit gefeiert und die Hoffnung auf gute Zeiten ausgedrückt.

Häufig auch durch Geselligkeit bei gutem Essen:

  • Truthahn, Gans, reichhaltiges Gebäck wie Stollen und Früchtekuchen, Glühwein oder Punsch.
  • Und natürlich darf der sonnenhafte Met aus dem Honig des Sommers nicht fehlen, am Besten als Heissgetränk.

 

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***Die herrschende Vorstellung der kosmischen Eltern, einer Allmutter (der mondhaften Göttin) und eines solaren Jahresgottes (der Vegetation) ist relativ generisch. Viele Wicca haben ihr individuelles Götterpaar, wobei auf unterschiedliche Kulturen zurückgegriffen wird: Graeco-Romanische, Nordische, Keltische oder Slawische Traditionen, beispielsweise. Sogar eine christlich geprägte Variante mit Maria und Jesus als Mutter/Sohn Paar gibt es in den USA. Da Maria oft mit der Mondsichel abgebildet und Jesus als wiedererstehendes Licht gefeiert wird – für naturreligiöse Christen erscheint diese Tradition nicht abwegig.
  • “Alle Göttinnen und Götter sind eine Göttin und ein Gott”.
Somit handelt es sich beim Wicca um naturreligiös motivierten Pantheismus. Die Ritualistik hat allerdings deutliche Bezüge zum inselkeltischen Brauchtum, aber auch zum Freimaurertum und zu hermetischen Orden, wie “Golden Dawn”.
***Herne,the Hunter aus Shakespeares “Merry Wives of Windsor” hat wohl Wurzeln sowohl in einer historischen Figur, dem berüchtigten Wilderer Richard Horne, aber auch bei mythischen Gestalten wie Odin mit der Wilden Jagd. Er ähnelt damit Robin Hood, oder Figuren des Nibelungenliedes und der Artus-Sage. Odin als Waldgeist kennen wir im Märchen in der Gestalt des Rübezahl.
 

christmas_flower_by_kmygraphic-daroyvx Animation: ©kmygraphic

Posted by on Dezember 19th, 2016 2 Comments

Wintersonnenwende, Lichterfest und brüderliche Tradition

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Vom Dunklen ins Licht!
Wendepunkt des Jahres: Wintersonne. ©scrano2015

Aus einer Zeichnung anlässlich des Winterjohanni, dem Lichterfest der Freimaurer. Diese besinnliche Feier zum Jahresausklang wird meist mit einer sogenannten weissen Arbeit begangen, an der auch Schwestern (die Gattinnnen der Brüder) und Gäste (Suchende, Freunde der Brüder) teilnehmen können. Sehr geehrte Anwesende, Liebe Schwestern, liebe Brüder, in meiner Zeichnung möchte ich mich mit  Gedanken zum Winterjohanni auseinadersetzen.

  • Treibt der Konsumwahnsinn in der Vorweihnachtzeit nicht seltsame Blüten?
  • In Geschäften werden Lebkuchen und Spekulatius schon ab Ende August angeboten.
  • Bis zum Heiligen Abend werden noch verzweifelt Geschenke gesucht, um nicht ohne ein kleines Mitbringsel bei den Verwandten und Bekannten das Fest feiern zu müssen.
  • Was vom Brauchtum übrig blieb – Hektik und oftmals Streit in der Familie.

Weder taugt dieses alljährliche Szenario, um eine der Jahreszeit entsprechende Stimmung  aufkommen zu lassen, noch um sich einer gewissen besinnlichen inneren Einkehr zu befleißigen – vom christlichen Fest der Liebe ganz zu schweigen. Lasst uns daher das Johannifest als einen Moment des Innehaltens in dem geschäftigen Treiben verstehen, der uns auch mit unserer Tradition verbindet: Denn Johannes der Evangelist, der dem Fest den Namen gegeben hat, war im Mittelalter noch fester Bestandteil des Liturgischen Kalenders und im Winter- und Weihnachtsbrauchtum verankert. Winterjohanni war eine volkstümliche Bezeichnung für den Gedenktag des Evangelisten Johannes (27. Dezember) im Gegensatz zum sommerlichen Johannistag (24. Juli), der Johannes dem Täufer gewidmet ist. Jahrhunderte lang stand der 27. Dezember im Kalender, als dritter von ursprünglich vier Weihnachtstagen. Im Volksmund wird er auch „Tag nach Weihnachten“ oder als „Tag zwischen den Jahren“ genannt. Erst im 19. Jahrhundert fiel der Gedenktag des Evangelisten Johannes preußischen Sparmassnahmen zum Opfer. Mit diesem Tag verbunden sind zahlreiche Bräuche, deren Ursprünge zum Teil in den alten kirchlichen Johanneslegenden zu suchen sind, vielfach aber älteren, nichtkirchlichen Traditionen entstammen. Der Evangelist gehört zu zahlreichen Weinheiligen und Schutzpatronen der Winzer, was seinen Namenstag vor allem in Weinbaugegenden zum Festtag werden ließ. Der frommen Legende nach, soll der heilige Johannes einst ohne Schaden zu nehmen, einen Becher mit vergiftetem Wein ausgetrunken haben, um durch diese Tat einen heidnischen Priester zu bekehren. Zu diesen Bräuchen gehört auch die Segnung bzw. Weihe des so genannten Johannesweins und das Trinken der so genannten Johannesminne oder Johanneslieb – wie der Trunk ursprünglich genannt wurde. Dieser Wein entstammte meist einer frommen Stiftung und wurde vom Ortsgeistlichen nach der Messfeier verteilt. Er stellte eine Geste der frommen Nächstenliebe dar. Den für den Hausgebrauch bestimmten Johanneswein brachte man mit, um ihn in der Kirche weihen zu lassen. Nach der Rückkehr, kredenzte der Familienvater allen Familienmitgliedern bis hin zum Neugeborenen einen Schluck, der gut für die Gesundheit sein sollte. Johannes war aber nicht nur Freund der Weinseligen, sondern auch Patron der Bildhauer, Maler, Buchdrucker, Schriftsteller, Notare und Theologen; unter seinem Schutz stand die Freundschaft; er half gegen Vergiftungen, Brandwunden und Epilepsie. Den Bezug der beiden Schutzheiligen zum Sonnenkalender macht die folgende Bauernregel klar: „Hat der Evangelist Johannes Eis, / dann macht es uns der Täufer heiß“. grr333Daß beide Johannes bereits eine Verbindung zur mittelalterlichen Bauhütten- tradition ausweisen, war wohl einer der Gründe die beiden Eckfeste des Maurerjahres, das Rosenfest im Sommer, das Lichterfest im Winter, nach ihnen zu benennen. Eine andere Motivation bestand, wie schon in der Vorrede angesprochen, in den Kalenderdaten der Ehrentage der beiden Schutzheiligen an den Sonnwenden. Sowohl die ursprüngliche heidnische, als auch die neue christliche Tradition, feiern an diesen Tagen die Ankündigung der Wiederkehr des Lichts, entweder direkt als Sonne, oder im übertragenen Sinn der Geburt des Göttlichen. So fiel der Geburtstag von Mithras, des göttlichen Helden eines persischen Mysterienkults und Bezwinger des Chaos und der Finsternis, des Sol invictus des altrömischen Kaiserkults, aber auch der von Jesus Christus, der in antiker Zeit oft noch als Helios/Apollon dargestellt wurde, in diese magische Zeit. Germanen und Kelten feierten die Geburt des Sonnenkindes in der sogenannten Mutternacht, dem Yul-Fest. Die freimaurerische Bruderschaft sieht sich in der Tradition der Lichtsucher der antiken Mysterienbünde. Die deutliche sichtbare Sonnensymbolik in ihrem Brauchtum veranlasste bereits den Aufklärer und Humanisten Thomas Paine im 18. Jhd. zu seinem Essay „The Origins of Freemasonry“, das die Ursprünge des Freimaurertums beim Sonnenkult der Druiden der britischen Inseln verankerte. Diese Lichtsymbolik vor allem als Verbildlichung des Erlebnisses der Wiedergeburt, als Erleuchtung und als Überwindung der Unerbittlichkeit der Zeit bildet allerdings ein Fundament aller Mysterienbünde. Sie alle sind Lichtkulte. Der Dualismus von Licht und Finsternis, Gut und Böse, Leben und Tod macht dem Menschen am meisten zu schaffen, erfüllt das ganze menschliche Dasein. Diesen Widerspruch aufzulösen und damit das quälendste Lebensrätsel zu beantworten steht im Zentrum eines jeden Mysterienbundes. Tod und die Geburt des Lichtes werden zugleich gefeiert. Die Brüder Freimaurer suchen die Vereinigung der Gegensätze, die Befreundung des Feindlichen. Wie im Symbol des Ouroboros (einer Schlange, die ihren Schwanz verschlingt) oder dem taoistischen Yin/Yang dargstellt, sind Licht und Finsternis eins! Ohne Tod kein Leben, ohne Dunkelheit kein Licht. Durch die gesamte Mysteriensymbolik zieht sich das Bestreben, diese dem Verstand schwer zugängliche Vorstellung bildlich zu verwirklichen und dem Menschen erlebbar und erfahrbar zu machen. Kampf und Vermählung von Licht und Finsternis, von Leben und Tod künden die Symbole. Die mit dem Lichtkult zusammenhängende Gestirnsymbolik findet man auch in der Verehrung des Ostens, dies lässt ihn zum erhabensten Teil des Mysterientempels werden. Nach Osten wenden sich die Blicke des Adepten, in den “ewigen Osten” geht der verstorbene Freimaurer ein. Licht, Liebe und Leben, für die auch die drei Rosen des Sommerjohannifestes stehen, hatte sich schon unser Br. Johann Gottfried Herder zusammen mit dem erwähnten Oroboros, dem ägyptischen Symbol für Unendlichkeit und Wiedergeburt, als Wappen- und Grabspruch erwählt. Dieser Spruch ist eine Zusammenfassung von Themen aus dem Johannesevangelium (Johannes-Evangelium Kapitel 8, Vers 12, Erster Johannesbrief 2,10; 4,16), womit wir wieder bei unserem Schutzpatron angekommen wären. Liebe Schwestern, liebe Brüder, seht unser Winterjohannifest als beschauliche Oase inmitten des auf Äusserlichkeit bedachten Weihnachtstrubels an, das ein wenig innere Freude und Wärme vermitteln soll, wie sie auch die wiederkehrende Sonne verspricht. Jetzt noch ein Wort an alle Schwestern: Nicht zuletzt und ganz besonders ist dies auch Euer Fest. Wir wollen Euch hier dafür danken, dass Ihr uns über das Jahr fast jeden Montag entbehren müsstet. Eine grosse Freude ist es auch immer mit anzusehen, mit welchem Elan Ihr unsere gemeinsamen Feiern gestaltet. Auch den hier erschienenen Gästen möchte ich für Interesse an unserer Bruderschaft danken und hoffe dass Sie unser Lichterfest als bereicherndes Erlebnis in Erinnerung behalten.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein erbauliches Winterjohanni !

 McKimSC

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Magischer Dezember: Julmond

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Lucia und Frau Holle, Wintersonne und der Zentaur des Schützen.
Dezember, Julmond ©scrano 2015
Models: faestock.

Der alte deutsche Name des Dezembers ist Julmond. Der Name kommt vom Julfest, der germanischen Feier der Wintersonnenwende. Andere Namen für Dezember sind Christmonat, da Weihnachten – das Christfest – im Dezember gefeiert wird, oder auch Heilmond, da „Christus das Heil bringt“. Letztere Namen kamen erst nach der Umwidmung des Julfestes im Zuge der Christianisierung auf.

Am 21. oder 22. Dezember ist der Tag der Sonnenwende – die Sonne steht genau über dem Wendekreis des Steinbocks am südlichen Breitengrad von 23°26,3′. Dieser Tag ist auf der Nordhalbkugel der kürzeste im Jahr, die Nacht ist die längste, auf der Südhalbkugel ist es umgekehrt. Es ist auch das offizielle Datum des Winteranfangs.

Was das liturgische Kirchenjahr betrifft, so beginnt es, abweichend von der normalen Kalenderzählung, mit dem ersten Adventsonntag. Dieser kann bereits Ende November oder erst Anfang Dezember sein, je nachdem, auf welchen Wochentag Weihnachten fällt.

Der Name lateinischDecem”, bedeutet Zehn, nach der alten Monatszählung ab März. Im Zodiak ist der Steinbock das 10. Zeichen, er herrscht über das 10. Haus der Gesellschaft, der Beziehung zum Vaterprinzip und des beruflichen Horizonts (Medium Coeli).  Am 21. 12. findet dann der Ingress der Sonne in den Steinbock statt, sein Herrscher Saturn ist Symbol des Alters, des Winters und der Pflichten des Lebens. Bei den Kelten herrscht jetzt die Cailleach, eine Figur ähnlich der  germanischen Frau Holle. Letzere schüttelt nun auch ihre Betten und taucht die Landschaft in unschuldiges Weiss, passend zum Beginn eines neuen Jahres. Die zuversichtliche Zeit des Schützen und Jupiter weicht der harten Realität von Saturn.

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Feiertage:

  • Luciafest das alte und 21.12. das neue Datum der Wintersonnenwende, mit ihrer Lichtsymbolik
  • Lichterfest der Freimaurer: Im Dezember wird bei uns Freimaurern das Lichterfest begangen, das sowohl an die Wintersonnenwende als auch an den zweiten Patron des Bundes, Johannes den Evangelisten erinnert.
  • Weihnachten

Antike Feste

  • 4. Dezember – Bona Dea-Rituale, ausschließlich für Frauen
  • 5. Dezember – Faunalia, zu Ehren von Faunus
  • 11. Dezember – Septimontium, Fest der Bewohner der sieben Hügel Roms (septem montes) – sieben ist auch die Zahl der Sonne.
  • 17. Dezember – Saturnalien zu Ehren Saturns (offizieller Feiertag erst ab 45 v. Chr.), wichtigstes Fest im alten Rom, wilde Feiern und verkehrte Zeit: Die Sklaven wurden von ihren Herren bedient, ein Saturnalienkönig gekrönt, der dem verrückten Treiben als Zeremonienmeister vorstand. Und es gab einen Geschenke-Brauch. Eine Mischung aus Fastnacht und Weihnachten.
  • 19. Dezember – Opalia zu Ehren von Ops – die Gemahlin von Saturn, eine Verkörperung der Erdmutter, ein letzter Erntedank.
  • 21. Dezember – Divalia oder Angeronalia zu Ehren von Diva Angerona
  • 25. Dezember – Dies Natalis Invicti zu Ehren von Sol/Sol Invictus, und Geburtstag von Mithras, das spätere Weihnachtsfest
  • 30. Dezember – 1. Januar – Compitalia zu Ehren der Laren, der guten Geister des Heims und der Familie – ein bisschen schamanistische Ahnenverehreung.

Germanische Gedenktage:

  • 21.12-6.1 Yul und Raunächte, die Modranecht (Mutternacht), in der das Sonnenkind neu geboren wird.

Hexenfeste: 13.Dezember, Lucia-Fest. 21. Dezember, Jul-Fest, auch als Mutternacht gefeiert, dazu endet jetzt die Herrschaft des Holly King, der Oak King, Symbol des Sommerhalbjahrs kehrt zurück.

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Winter Feuer – Sonnenuntergang zu Midwinter 2015.

Magischer Dezember – Korrespondenzen

  • Elemente: Feuer+Wasser (Jupiter), Erde (Saturn)
  • Zodiak – Haupteinfluss: Schütze/ Jupiter, Ingress der Sonne in den Steinbock, Herrschaft des Saturn ab der Sonnenwende
  • Pflanzen:  Fliegenpilz, Mistel, Ysop, Heliconie, Strelizie, Narzisse, Stechpalme, Poinsettia, Helleborus, Efeu.
  • Baum: Walnuss, Eiche, Zaubernuss  (Jupiter), Fichte, Tanne, Zypresse, Stechpalme (Saturn)
  • Duft: Ysop, Sternanis, Muskat, Basilikum, (Jupiter) Myrrhe, Weihrauch, Wachholderbeeren, Fichtenharz, Bernstein, Patchouli (Saturn)
  • Gottheiten:  Jupiter, Odin, Rosmerta, Fortuna, Saturn, Ops, Mithras, Cailleach, Holle,
  • Zodiak: Schütze mit Jupiter, Steinbock mit Saturn
  • Steine: Amethyst, Karneol, Lapislazuli (Schütze), Onyx, Granat, Rauchquarz, Malachit (Steinbock)
  • Metall: Zinn, Bronze (Jupiter), Blei (Saturn)
  • Kristalle: Feueropal, Iolith, Tanzanit (Jupiter), Bergkristall, Onyx, Granat (Saturn)
  • Elementale: Salamander (Feuer), Gnome (Erde)
  • Tiere: Pferde, Hirsch, Adler, Schwein, Gans (Jupiter), Rabe, Wolf (Saturn)
  • Mythologische Figuren: Gans, Zentaur, Greif, Die Alte, Rübezahl,
  • Farben: Orangerot, violett, royalblau, schwarz, violett, dunkelbraun

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Dezember-Rituale – raus aus dem Dunkel!

  • Weihnachtsmärkte: Nicht die gedrängten, bunten, lärmenden sondern die kleineren lokalen Märkte suchen, auch beispielsweise im Elsass, abseits von Strassbourg oder Colmar. Dort sind sie auch vom 1. Adevent bis zu Silvester geöffnet.
  • Auch schön: Esslingen oder Ulm mit seinen historischen und mittelalterlichen Märkten. Sie sind besonders stimmungsvoll mit der abendlichen Festbeleuchtung – oftmals sogar mit Fackeln und Feuerkörben.
  • Die Winterlandschaft geniessen: Dunstschleier über Schnee an später sonnigen Tagen sind auch ein mystisches Erlebnis – Reif ziert Zweige und dürre Gräser mit glitzernden Überzügen. Winterliche Sonnenuntergänge gehören zu den prächtigsten Himmelsspektakeln.
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Frau Holle hat schon ihre Federn bereit: Der Winter hält Einzug.
Snow Queen ©scrano 2015, model jlior

Aktivitäten für zu Hause:

  • Im Dezember ist auch wieder Sternschnuppen-Zeit, die Geminiden schauen an St.Lucia vorbei: Starke Sternschnuppenaktivität mit einem Maximum am 13.12.2016 – eigentlich durchquert die Erde einen Partikelschwarm auf ihrer Bahn um die Sonne. Gelegenheit zum Staunen und Feiern mit Familie und Freunden. Und natürlich zum Wünschen !! Dafür ist am 23.12. mit dem  Ursiden-Schauer nochmals Gelegenheit. Da es jetzt eher dunkel wird, und bei dem prächtigen Wintersternhimmel, lohnt eine Beobachtungsnacht auch  in diesem Monat – wenn es denn aufklart.
  • Es gibt jetzt in der Natur nichts zu sammeln, ausser vielleicht Misteln und  Zweige von immergrünen Nadelbäumen für das Julfest. Jetzt lebte man vom Wintervorrat an Obst, Most, Nüssen und eingelagertem Gemüse – Kohlsorten wie Sauerkraut, Rotkohl und der noch frisch erntbare Grünkohl oder winterharter Endiviensalat. Dazu Wurzelgemüse, wie Rüben, Kartoffeln, Topinambur und Karotten, die in Erdmieten gespeichert wurden. Wir haben früher auch noch Karotten in Sandboxen gelagert. In den Rauchfängen hingen Würste und Schinken, in mageren Jahren nur ein paar Streifen Dörrfleisch. Vitaminmangel war vor der Verfügbarkeit von Frischobst auch im Winter, immer ein Thema in der kalten Jahreszeit, da war man froh über Hagebutten und getrocknete Beerenfrüchte oder Pilze. Später kam dann das Einmachen mit Zucker, als er nicht mehr so teuer war.
  • Schneeschippen – wenn die weisse Pracht denn bereits kommt. Einen Schneemann bauen.
  • An die Winterfütterung der Piepmätze denken! Amseln lieben besonders abgelagerte Äpfel, die man halbiert. Schnell noch selber Vogelhäuschen basteln oder auf dem Weihnachtsmarkt erwerben. Dort werden sie oft für von Tierschutz-Organisationen für den guten Zweck verkauft.
  • Ein Schmuck für den Schrein/Meditationsplatz oder generell das Heim: Ziergräser, Sedumblüten, vertrocknete Hortensien (natürliche Trockenblumen) mit Beeren-Zweigen, Nüssen und Efeuranken arrangieren. Auch Flechten und Moose eignen sich zur Dekoration – aber nicht vandalisieren! Jetzt wird noch mit den Julfarben Rot und Gold aufgetrumpft, Misteln, Tannen- und Fichtenzweige, Zapfen und rote Äpfel schmückt man mit Schleifen und stellt goldene oder echte Bienenwachskerzen dazu. Eine prächtige Amaryllis oder ein schöner Weihnachtsstern (nicht wegwerfen, nach dem Fest umtopfen!) setzen farbige Akzente. Pinienzapfen sind nicht nur dekorativ, man kann sich die leckeren Pinienkerne schmecken lassen. Für draussen: Helleborus in einem frostfesten grösseren Gefäss mit Zweigen, Bändern und ein paar LED-Lämpchen aufstellen – hübsch für den Tisch auf der Terrasse.
  • Jetzt geht’s ums Licht: Kerzen, Kerzen … Kerzen und Teelichter auf hübschen Tellern mit dekorativen Gewürzen anordnen, ihr Schein erwärmt das Gemüt. Sternanis, Gewürznelken-Orangen, Zimtstangen, getrocknete Zitrusscheiben erfreuen mit ihrem Duft. Auf die Feuergefahr achten!
  • Adventskalender – für Kinder oder Schokoholiker-Ehemänner. Es gibt sehr hübsche aus Stoff, mit Täschchen, oder welche aus Holz, die wie kleine Kommoden aussehen. Besser als die Wegwerfware aus Pappe, und vor allem ohne Plastik-Innenleben!
  • Räuchern: Weihrauch, Muskat, Ysop, Sternanis und Eichenmoos. Wachholder, Zeder, weisser Salbei, Gewürznelke, Fichtenharz, Myrrhe, Bernstein.
  • Barbarazweige geschnitten von Kirschen, Forsythien oder Zierquitten blühen, wenn man sie jetzt hereinholt und in eine Vase stellt, nach ca 14 Tagen auf. Nicht zu warm antreiben und weiches Wasser nehmen, täglich wechseln.

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  • Der Klassiker: Ein Kranz aus Stroh oder immergrünen Zweigen ist ein uraltes Symbol der Sonne und des Jahreskreises. Die vier Kerzen stehen eigentlich für die Elemente oder Jahreszeiten, sie symbolisieren die vier Speichen des Sonnenrades. Wie beim Kranz des Maibaums dominiert bei seinem Schmuck die Farbe Rot: Die Freude auf die Wiederkehr des Lebens wird gefeiert. In der protestantischen Tradition wurde der Adventskranz im 19. Jhd. als leuchtender Adventskalender von Johann Hinrich Wichern, einem Pastor der inneren Mission eingeführt. Auf diesem waren insgeskisses_under_mistletoe_by_kmygraphic-d6v9tmlamt 24 Kerzen aufgesteckt, wobei die Lichter für die Sonntage grösser waren. Auch der Adventskranz wurde wohl “getauft”, da seine Symbolik eigentlich eine sehr ursprüngliche ist, wie beim Weihnachtsbaum und Weihnachtsmann. Auch passt seine Lichtsymbolik sehr gut zur Vorstellung von Christus als Licht der Welt. Traditionell werden die Kerzen auf dem Adventskranz “widdershins” angezündet, also gegen den Sonnenlauf! Aus Antipathie gegen das Heidentum oder in guter alter magischer Tradition: Auf diese Weise reinigt man den Sakralraum von dunklen Mächten.
  • Nikolausstiefel füllen – jetzt kommt das selbstgemachte Weihnachtsgebäck recht. Dazu Nüsse, Mandarinen, kleine Äpfel und Schokofiguren.
  • Lucia-Katzen backen – ein Rezept wird es kurz vor dem Datum (13.12) geben.
  • Zum Julfest, Christfest oder Heiligabend:
  • Jul-Trinken (Jul-Minne), ein ursprünglich heidnischer Brauch, später wurde auf das neugeborene Jesuskind angestossen.
  • Wassail, nach einem gemeinsamen Umtrunk mit heissen Apfelmost aus der letzten Apfelernte die Obst-Bäume besprengen, einen Dank aussprechen – es soll sie gesund erhalten: Ein britischer Brauch:

“Old Apple tree, old apple tree;
We’ve come to wassail thee;
To bear and to bow apples enow;
Hats full, caps full, three bushel bags full;
Barn floors full and a little heap under the stairs.”

  • Weihnachtsbaum, er ist neueren Datums, nach England kam er erst mit Prinzgemahl Albert von Sachsen-Coburg.
  • Mistelzweig mit roten Bändern schmücken, aufhängen – Schutzsegen für die Familie – auch ein Fruchtbarkeitsbrauch.
  • Julbock und Julblock: Ersterer erfreut die Kinder mit Geschenken, letzterer bringt Wärme und einen Segen fürs nächste Jahr ins Haus. Die Strohziegen-Figur mit ihren roten Bändern ist ein Wahrzeichen Thors, es symbolisiert Fruchtbarkeit. Zum Julfest wird er mit Geschenken beladen und zur Bescherung hereingeholt. Der zweite Julbrauch ist sehr alt und schlicht: Ein grosses Stück Holz von einer Esche oder Eiche wird feierlich entzündet, als neu erwachendes Licht. Der Julblock darf nicht erlöschen, das bedeutet Unglück.
Winterspaziergang am Breitenstein.

Winterspaziergang am Breitenstein.

In Frankreich ist der Julblock oder Christklotz ausgesprochen lecker, wir kaufen unseren im Elsass, oder wer selber Hand anlegen will: Leckere und kalorienreiche Buche de Noel.

  • Räuchern an Jul: Weihrauch, Lorbeer, Rosmarin, Wachholderbeeren, weisser Copal, Zeder, Fichtenharz.

 Lostage im Dezember:

1. Fällt auf Eligius ein kalter Wintertag, die Kälte vier Monate dauern mag.

4. Nach Barbara geht’s frosten an, kommt’s früher, ist nicht wohlgetan.

  • Knospen an St. Barbara, sind zum Christfest Blüten da.
  • Barbara im weißen Kleid, verkündet gute Sommerzeit.
  • Auf Barbara die Sonne weicht, auf Lucia sie wiederum herschleicht.santa_is_comming_by_kmygraphic-dan1c9m
  • Geht die Barbara im Klee, kommts Christkind im Schnee.

6. Regnet’s an St. Nikolaus, wird der Winter streng und graus.

  • Trockener Nikolaus, milder Winter rund um’s Haus.

7. Ist Ambrosius schön und rein, wird Florian (22.12.) ein wilder sein.
8. Zu Mariä Empfängnis Regen, bringt dem Heu keinen Segen.
13. Kommt die Heiligie Luzia, ist die Kälte auch schon da.

  • St. Lucia kürzt den Tag, soviel sie ihn nur kürzen mag. Lucia ist das alte Datum der Sonnwende.
  • Zu den Raunachtsbräuchen und St. Lucia gibt es extra Artikel mit Rezepten.

21. Wenn Sankt Thomas dunkel war, gibt’s ein schönes neues Jahr: Beginn der Raunächte.

24. Wer sein Holz um Christmett fällt, dem sein Haus wohl zehnfach hält.thinking_home_by_kmygraphic-d83ifnd

  • Wenn es Weihnachten flockt auf allen Wegen, das bringt den Feldern segen.
  • Ist’s Heiligabend hell und klar, folgt ein höchst fruchtbares Jahr.
  • Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee.

26. Windstill muss St. Stephan sein, soll der Nächste Wein gedeih’n.

27. Hat der Evangelist Johannes Eis, dann macht es uns der Täufer heiß.
28. Habens die unschuldigen Kindlein kalt, so weicht der Frost noch nicht so bald.
31. Silvester Wind und warme Sunnen, wirft jede Hoffnung in den Brunnen.

Kalenderblatt Dezember:

  • Digital Art, nur für persönlichen Gebrauch, kein reupload irgendwohin!
  • Stocks & Referenzen, Dank für Beiträge bei DeviantArt.
  • X-mas Icons: kmygraphic.
  • Adventskranz:123- GIF.
  • fotos: ©beast666

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Posted by on Dezember 1st, 2016 Kommentare deaktiviert

Zodiak Humor – Das Glühbirnenproblem

Wasermann-Lösung für das Glühbirnen-Problem: Erfinde einen Roboter, der das für Dich macht .. lol!

Wassermann-Lösung für das Glühbirnen-Problem:
Erfinde einen Roboter, der das für Dich macht .. lol!
©scrano 2013

Auch wenn die LED als Leuchtmittel jetzt die gute alte Birne verdrängt, zeigt uns diese humorvolle Aufstellung doch ein bisschen den Umgang der einzelnen Sonnenzeichen mit den alltäglichen Problemen.

Wieviele Widder braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Sie haben sie schon ausgetauscht.

Wieviele Stiere braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Stiere haben keine Birnen, die man wechseln muss.

Wieviele Zwillinge braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Zwei um die alte Birne herauszuschrauben, zwei um eine Neue zu kaufen, zwei um einen Blog darüber zu schreiben, und schliesslich zwei weitere, um ein Video über die gesamte Aktion in Youtube einzustellen.

Wieviele Krebse braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Ihre Mutti wird sie schon wechseln. Ausserdem ist Kerzenlicht viel romantischer.

Wieviele Löwen braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Sie lassen es von der Hausangestellten oder dem Butler erledigen.

Wieviele Jungfrauen braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Nur eine, allerdings wird sie die Fassung reinigen, Testberichte über alle Sorten Glühbirnen zu Rate ziehen, die Elektroinstallation überprüfen und eine mögliche Verbraucherklage erwägen.

Wieviele Waagen braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Zumindest zwei um zu überlegen ob man bei der alten Glühbirnenmarke bleiben soll, das richtige Geschäft für den Neukauf auszusuchen, über die Ästhetik der Birnen-Form zu streiten und das Wechseln schliesslich doch einem Handwerker  zu überlassen.

Wieviele Skorpione braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Entweder sie aktivieren einfach das nächste Leben der Birne, oder sie warten bis sie sich zu ihrer wahren Existenz transformiert. Ausserdem sitzen sie sowieso lieber im Dunkeln. Was fragen Sie überhaupt, sind sie vom Geheimdienst?

Wieviele Schützen braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Schützen geben sich nicht mit unwichtigen Detailfragen ab, sie sehen alles im göttlichen Licht der Erleuchtung. Sie lehren höchstens andere, wie man das Glühbirnenproblem löst: Allerdings gegen eine heftige Kursgebühr.

Wieviele Steinböcke braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Seine Sekretärin ruft einen Reparaturservice und er stoppt die Zeit, die der Handwerker braucht, um die Birne zu wechseln: “Carpe Diem!”

Wieviele Wassermänner braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Sie erfinden lieber eine bessere, oder eine Methode wie man ohne Birne auskommt. Oder sie lassen das Wechseln von ihrem Robot-Helferlein erledigen.

Wieviele Fische braucht man um eine Glühbirne zu wechseln?

  • Birne? Ach, das Licht ist ja  aus … wenn es Gott gefällt, wird er es schon wieder einschalten.

 lol-bears

Posted by on Oktober 17th, 2016 Kommentare deaktiviert

Der Tierkreis: Korrespondenzen und die Symbolik der Zodiak-Glyphen

Symbolik des Zodiak - Glyphen mit interessanter Herkunft.Secret of Hermes Trismegistos ©scrano 2015

Symbolik des Zodiak – Glyphen mit interessanter Herkunft.
Secret of Hermes Trismegistos ©scrano 2015, credits on DA.

Die Symbole der Tierkreiszeichen

Die Ikonographie der  Tierkreiszeichenglyphen hat sich  offenbar im Lauf der Zeit verändert. Manche dieser Symbole findet man bereits in 2000 Jahre alten griechischen Horoskopen, andere wurden in der Renaissance unter dem Einfluss der aufblühenden Alchemie verändert, einige der ältesten Glyphen sind offenbar der entsprechenden Sternkonstellation nachempfunden.

Widder

ariesDas Widdersymbol erinnert an das Gesicht und die Hörner einer Ziege oder eines Widders, oder auch an den Stirn-Nasenbereich des menschlichen Gesichts, denen das Zeichen astromedizinisch entspricht. Alternativ kann dieses Symbol, wie auch bei einer der Planetenglyphen für den Pluto, die einer Korngarbe nachempfunden ist, auch mit einem Keimling verglichen werden, wie er im Frühjahr gerade aus der Erde kommt. Der dem Widder zugeordnete Mars war ja auch ein Fruchtbarkeitsgott, besonders bei den Römern und der germanischen Entsprechung Thor ersichtlich. Die Mythologie des Widders hat auch mit Pioniergeist zu tun. Das goldene Vlies, ein Widderfell wird zum Motivation der abenteuerlichen Reise von Jason und seinen Argonauten über das Schwarze Meer, an die Gestade von Kolchis, dem  heutigen Georgien. Dort gab es tatsächlich eine griechische Kolonie. Der Widder hat seinen Sitz im ersten Haus, Hort des Willens und der Wahrnehmung der Welt. Wie wir der Umgebung entgegentreten und Dinge in Gang setzen. Zum Widder gehören Eisen und Diamant, Hämatit, Rubin und roter Granat, Rhodonit, roter Karneol, Sardonyx und Jaspis. Der Widder ist ein kardinales Feuerzeichen.

Stier

taurusDas Stiersymbol wurde als Kopf eines Stiers oder einer Kuh – ähnlich wie bei der ägyptischen Hathor beschrieben. Bei dieser archaischen Fruchtbarkeits-und Muttergöttin vereinen sich Mond-und Sonnenprinzip in ihren Darstellungen. Der solare Anteil, in Form einer Löwin, ist kriegerisch, wie bei Ishtar oder Inanna, die ebenfalls Löwinnen zu ihren Begleitern zählen. Daher eine Deutung des Symbols als Mondsichel auf der Sonne, wie man auch machmal findet. Obwohl der aggressive, sonnenhafte Teil, wie bei vielen der frühen “Magna Mater” Göttinnen, später abgespalten wurde, in Ägypten z.B.  zu Sekhmet. Im Vergleich zum dynamischen Widdersymbol weist die Stier-Glyphe eine gerundete, ruhende Form auf. Hörner oder Mondsichel werden in manchen Quellen auch als Vegetationssymbol interpretiert. Die eindeutig weibliche, Yin-hafte Formensprache zeigt schon das Herrschaftsgebiet der sinnlichen Venus Pandemos, auch dass hier der Mond, Verkörperung des anderen weiblichen Archetyps erhöht steht. Der Stier regiert das zweite Haus des Körpers, der eigenen Ressourcen und der Werte, Innere und Äussere. Daher sitzt hier die Grundlage des Selbstwerts und so manches Talent für einen späteren Beruf. Zur Zahlensymbolik des Stier gehört zwei (ich und du, mein und dein, Spiegel der Venus), die fünf und die acht (Venuspentagramm und Acht-Jahreszyklus der astronomischen Venus), sowie die damit zusammenhängende 13. Diese erzeugt wieder eine Rückverbindung zum Mond-Archetyp. Symbol der Venus ist das Pentagramm. Zum Stier gehören Kupfer und Saphir, sowie Rosenquarz, Smaragd und rote Koralle, Malachit, Chrysokoll, Sarder und Aventurin. Der Stier ist ein fixes Erdzeichen.

Zwillinge

GeminiDas Zwillingesymbol geht auf die Zwillingssterne Castor und Pollux im Sternbild Zwillinge zurück. Die moderne Darstellung zeigt die römische Ziffer II, und Dualität und Diskriminierung (Auseinanderhalten und Vergleichen von Dingen) ist auch der Schlüssel zum Verständnis dieses Zeichens. Seine frühere Form weicht besonders deutlich von der jetzt gebräuchlichen Glyphe ab: Es war liegend dargestellt, ähnlich der Waage. Hier herrscht der Merkur, der das Obere mit dem Unteren verbindet, der Götterbote, Unterhändler und Seelenführer. Den Zwillingen zugeordnet ist das dritte Haus: Kommunikation, Lernen, Messen, Vergleichen, Verstehen und Denken. “Wo zwei sich streiten, muss ein Dritter vermitteln.” Daher auch das Symbol des Caducceus, bei dem sich zwei Schlangen um einen zentralen Stab winden. Zu den Zwillingen gehören Quecksilber oder Zink und Tigerauge, sowie der Goldtopas, Citrin, Falken- und Katzenauge.  Merkur regiert auch die Legierungen, vor allem das zinkhaltige Messing. Die Zwillinge sind ein mutables Luftzeichen.

Krebs

CancerDas Krebssymbol ist einschliessend und beschützend nach innen gerichtet. Die Symbolik beschreibt Eierstöcke, Brüste und die Nähe der Mutter-Kind-Beziehung, worin sich die nährende Eigenschaft dieses Zeichens ausdrückt. Es spiegelt das Unbewusste und die Intuition wieder, das “Einfallstor der Seele” – the Gate of Man. Die Geburt. Ebenfalls ein Yin-Symbol. Der Mond hat hier seine Heimat, das 4. Haus ist sein astrologische Spielfeld. Die vier repräsentiert auch die Manifestation, das Verkörperlichen. Mit vier Punkten lässt sich der erste platonische Körper bilden -> Tetraeder.  Vier Phasen hat der Mond. Die Hexenzahl 13 hat ebenfalls einen Bezug zum Mond.  Ihre Quersumme ergibt wiederum vier. Seine Verwandschaft mit der Venus wegen ähnlicher Spiegeleigenschaften und Phasen, bringt  auch eine zusätzliche Affinität mit der Zahl 2 mit sich. Zum Krebs gehören Silber und Mondstein, der Smaragd und der Chrysopras, Calcedon, sowie Perlen. Der Krebs ist ein kardinales Wasserzeichen.

Löwe

leoDas Löwesymbol ähnelt den Sternen in der gleichnamigen Konstellation; man kann darin auch den Kopf und die Mähne eines Löwen erkennen. Ich sehe da eher einen katzbuckelnden Kater mit Show-Pose …! Das Zeichen der Sonne und des 5. Hauses. Hier herrscht das Prinzip des inneren Fokus, der Verwirklichung des eigenen Potentials. Hier darf geglänzt werden. Die Venus steht in Löwe und dem 5. Haus erhöht, sie hat eine Resonanz mit dem solaren Prinzip. Die Zahl des 5. Hauses repräsentiert das Leben, sie findet sich auch im Goldenen Schnitt. Auch die Eins gehört zur Sonne, der reifen Form des männlichen Mars-Archetyp. Ebenso das alchemistische Hexagramm, das ein Modell des antiken Sonnensystems mit den sechs klassischen Himmelskörpern Mond, Venus, Merkur, Mars, Jupiter, Saturn und der Sonne in der Mitte (als Sechseck) darstellt. Zum Löwen gehören Rubin, Diamant, Bergkristall, Bernstein und Gold, Sonnenstein und Goldfluss sowie der farbenprächtige Jaspis. Der Löwe ist ein fixes Feuerzeichen.

Jungfrau

virgoÜber die Symbolik der Virgo/Asträa siehe unter Skorpion. Das sechste Haus der lebensnotwendigen Dinge und Verrichtungen ist ihre Heimat. Merkur in Form seines praktischen  erdhaften Alter Ego, dem Hephaistos, hat hier sein Domizil. Zur Jungfrau gehören neben den merkuriellen (Zwillinge) Entsprechungen noch Smaragd, Peridot, Jaspis und der gelbe Achat. Die Jungfrau ist ein mutables Erdzeichen.

 

Waage

libraDas Waagezeichen ist eine spätere Ergänzung des Tierkreises; es befindet sich zwischen den Zeichen Jungfrau und Skorpion. Die Schalen sind aus den Scheren des Skorpion gebildet. Es wurde auch als Tragegestell oder Joch beschrieben, mit dessen Hilfe man Lasten transportieren kann. Eine andere Deutung sieht darin die über dem Westhorizont untergehende Sonne, denn die Waage wird auch mit der Westseite des Horoskops in Verbindung gebracht, weil sie den Deszendenten enthält (das 7. Haus der Partnerschaften).  Daher gehört zur Waage auch die Sieben. Venus Urania, die Ästhetin und Diplomatin herrscht hier. Zu Waage gehört der grüne Turmalin, Jade, Opal, Beryll, sowie Kupfer. Die Waage ist ein kardinales Luftzeichen.

Skorpion

scorpioDie Symbole für Jungfrau und Skorpion sind sich auffallend ähnlich, da sie beide aus den lateinischen oder griechischen  Buchstaben m enthalten. Warum das so ist, darüber wird noch gerätselt: Zum einen vielleicht ein vergessenes Alchemisten-Symbol oder eine Beziehung zur Medizin ? Sowohl Jungfrau als auch Skorpion werden mit Heilern und Heilung in Verbindung gebracht. Da das Sternzeichen Waage als selbstständige Einheit eine Einführung “jüngeren” Datums ist (frühe hellenistische Periode, in Dendera schon abgebildet), waren Skorpion und Jungfrau direkt benachbart. Manche Archäoastronomen nehmen sogar an, dass Jungfrau, Waage und Skorpion zusammen ein grosses Sternbild darstellten. Das wird auch durch die Mythologie der Asträa, der Sternenjungfrau bestärkt, der als Attribute sowohl eine Ähre (Jungfrau), die Waage der Gerechtigkeit (Waage) als auch das Schwert der Nemesis (Stachel des Skorpion) zugerechnet werden. Vielleicht hat M auch etwas mit Maat, der ägyptischen Göttin der kosmischen Ordnung zu tun, welche ebenfalls die mythologischen Entsprechungen besässe ? Oder einfach “Magna  Mater, grosse Mutter“, ein Wort dass in vielen Sprachen eine Wurzel mit starker m-Betonung hat: “ummu” in Mesopotamien, “mater” im indoeuropäischen Raum. Schliesslich war das Sternbild Virgo in Urzeiten als “Acker-Furche” oder “Erd-Schoss” bekannt. Andere Deutungen weisen auf eine weibliche und männliche Variante der selben Glyphe hin. Die eingeschlossene Form innerhalb des Jungfrausymbols und der „Stachel“ am Schwanz des Skorpions könnte man aber auch als Kornähre und Schwert ansehen. Der Skorpion ist der Herrscher des 8. Hauses von “Sex, Tod und Steuern” wie das jemand einmal scherzhaft ausgedrückt hat. Das Prinzip der Acht ist auch mit der Unendlichkeit verbunden oder Samsara, dem ewigen Kreislauf. Die Lemniskate, eine liegende Acht erinnert an eine Schlange. Diese war ein alternatives Symbolzeichen für den Skorpion. Als Zeichenherrscher sitzt der düstere Pluto auf seinem Unterweltsthron. Zum Skorpion gehören roter Granat, Obsidian, Magnetit, Hämatit, als Metall rechnet man dazu neben Eisen noch Wolfram. Der Skorpion ist ein fixes Wasserzeichen.

Schütze

sagitariusDas Schützesymbol ähnelt dem entsprechenden Sternbild, wobei der Pfeil des Schützen nach oben gerichtet ist, was bedeutet die Welt “von einer höheren Warte” aus zu sehen. Oder eine weite Entfernung zurückzulegen, daher auch die Verbindung mit Reisen und fernen Ländern. Ausserdem entspricht er dem Adlerflug, ein Vogel, der dem Jupiter zugeordnet wurde. Der Strich quer über den Pfeil soll die Tatsache symbolisieren, daß der Schütze ein Kentaur ist – halb Mensch, halb Pferd. Auch das Reittier trägt uns über weitere Strecken. In diesem Mythos von den Zentauren steckt auch Jupiters dunkler Halbbruder, der weise Heiler Chiron, der auch eine Verbindung zu Prometheus und damit dem Uranus-Archetyp hat. Ironischerweise erleidet Chiron ausgerechnet durch einen Pfeil eine unheilbare Verwundung. Der Schütze herrscht im 9. Haus der Philosophie, Ethik und des Rechtswesens. Hier regiert der Jupiter auf seinem olympischen Wolkensitz. Die Neun, höchst göttlich und gleichzeitig unterweltsbehaftet ist seine Zahl, auch die drei (9=3×3). Zum Schützen gehören dunkler Saphir, Amethyst, Lapislazuli, Iolith, Edeltopas, Hyazinth und das Zinn. Auch die zivilisationsstiftende Bronze, die neben dem Salz den Fernhandel inspirierte, rechnet man dem Jupiter zu. Der Schütze ist ein mutables Feuerzeichen.

Steinbock

capricornDas Steinbocksymbol besteht aus der Form des Ziegenkopfes mit Gehörn und einem Fischschwanz. Der Ursprung des Wortes Steinbock im Altgriechischen leitet sich von dem Ausdruck “Wellen die unermüdlich dem Strand zustreben” her, dieser ähnelt aber auch dem Wort für “erklimmen”.  Dazu kommt, dass er sein “unteres Ende” im Wasser, dem Zeichen Krebs und dem 4. Haus  hat, welches als Ursprung des Menschenlebens gedeutet wurde, es heisst auch “Gate of Man”. animated-star-sign-image-0017 Der Steinbock und sein 10. Haus werden entsprechend als Zielpunkt eines Erdenlebens gesehen. Diese Symbolik findet man auch in “Royal Arch” Grad des York Ritus, einer freimaurerischen Lehrart mit Hochgraden. Alternativ kann man das zweite gebräuchliche Symbol auch als eine kniende Ziege deuten. Das 10. Haus, das er beherrscht war das alte Ende des ursprünglichen Zodiak, eine Grenze. Diese Seite des Steinbocks zeigt auch sein Planet Saturn. Ihm wird eine wesentliche Rolle bei der Manifestation der Materie zugeschrieben: Daher hat auch er eine Resonanz mit der 4. Dazu kommt, dass die 28 Jahre des Saturnumlaufs eine Beziehung  zu den 28 Tagen eines Mondzyklus bilden. Die zehn selbst galt wie die zwölf, als ein Ganzes, bei den Pythagoräern war sie heilig: Die Quersumme der Tetraktis ergibt 10. Dies Summe aus der perfekten Zahl sechs und der heiligen vier (1. Quadratzahl) ist ebenfalls Zehn. Zum Steinbock gehören Blei, Jet, Onyx, dunkler Granat, Rauchquarz, Chrysopras und Schneeflockenobsidian. Der Steinbock ist ein kardinales Erdzeichen.

Wassermann

aquariusDas Wassermannsymbol zeigt keine Luft- oder Radiowellen, wie häufig behauptet wird, da es schon sehr alt ist. Bei den Ägyptern im Zodiak von Dendera steht es in Beziehung zum Nilgott Hapi. Die zwei Wellen bedeuten die Fruchtbarkeit des Himmels durch den Regen und die Nilflut, die ja auch durch den Niederschlag im Quellgebiet des Nil zustande kommt. Flussgott Hapi und der Wassermann haben beide 2 Krüge in ihrer Ikonographie, aus denen das lebensspendende Nass fliesst. Die gleiche Bildsprache wird auch in der Tarotkarte: “Der Stern” verwendet. Wassermann und Uranus symbolisieren den männlichen Schöpfungsarchetyp. Das promethianische Prinzip. Von daher stammt auch seine Zuordnung zu Erfindungen und Fortschritt. Das 11. Haus ist ein gesellschaftsrelevantes: Freundeskreis, Philanthropie, Akzeptieren des Anderen, das gemeinsame Streben nach einem höheren Ziel. Die 11 ist eine rebellische Zahl, die etwas sperrig daherkommt, zwischen der perfekten 10 und der spirituellen 12. Zum Wassermann gehören Bergkristall, Aquamarin, Sodalith, blauer Türkis, Spektrolith, Moldavit und Platin, sowie Zink. Der Wassermann ist ein fixes Luftzeichen.

Fische

piscesDas Fischesymbol zeigt zwei miteinander verbundene Fische oder Delphine. Diese Vorstellung entspringt der Mythologie, nach der Aphrodite und Cupido vor den Nachstellungen des Typhoon, eines Monsters der griechischen Kosmologie, das den Schattenaspekt der Erdmutter mit dem des Pluto vereint, durch zwei hilfreiche Fische gerettet wurden. In der Babylonischen Götterwelt finden wir die Oannes, fischgestaltige Wesen die den Menschen zur Seite standen und als Kulturbringer galten. Nachts gingen sie wieder in den Ozean zurück, tagsüber waren sie menschenähnlich und verweilten an Land. In Erlösermythen haben Fische ebenfalls einen wichtigen Part, sowohl bei der Urmutter Atargatis, als auch bei Dionysos und Christus taucht diese Bildsymbolik auf. Das 12. Haus, über das sie herrschen, symbolisiert Vollständigkeit, ein Ganzes (Dutzend), Spiritualität, Aufopferung und das Geheimnisvolle. Zu den Fischen gehören Zinn, Aluminium, Fluorit, Opal, heller Saphir, Amethyst, Lapislazuli und Perlen. Der Fisch ist ein mutables Wasserzeichen.

Ein interessanter Einblick in die Archetypen des Zodiak findet sich auch in Alice Bailey’s Interpretation der 12 Arbeiten des Herakles. Obwohl etwas rosenkreuzerisch angehaucht, erzeugt sie in ihrem Werk doch eine gewisse Strahlkraft bei der Interpretation der mythischen Reise des solaren Heros.

Zur Zahlensymbolik: In dieser Zusammenstellung werden nur die einfachen astrologischen Korrespondenzen angedeutet. Das ganze Thema ist wesentlich komplexer und geht im weitesten Sinne auf die mathematich-mystische Schule des Pythagoras zurück. Zu diesem Thema biete ich auch Vortragsveranstaltungen an. Termine können der Rubrik: “Veranstaltungen”  entnommen werden. Die Gestaltung ist entweder mehr zahlentheoretisch-mathematisch für ein Publikum mit Interesse an Wissenschaftsgeschichte orientiert, oder stärker mystisch-philosophisch ausgerichtet, für Interessenten an Themen wie Astrologie, Alchemie etc. Einen Vortrag, der etwas von beiden Bereichen bietet habe ich auch im Angebot.

Ich gebe für die Tierkreiszeichen der numerischen Abfolge des Zodiak (1-12) den Vorrang vor zusätzlichen Zahlen der Planetenherrscher, die meistens aus der Renaissance-Magie stammen, weil diese Durchnummerierung dem natürlichen Jahreslauf folgt, genauso wie die Häuserzahlen einen Bezug zur Erdrotation besitzen. Die alte Planeten-Zahlenmystik  z.B. von Agrippa, erscheint manchmal willkürlich, entweder weil schon fast vergessene Mythen und Vorstellungen aus dem Mittelalter zugrunde liegen, oder weil die antiken Ursprünge nicht mehr bekannt waren. Die besserere Wahl wird durch Astronomen und Astrologen wie Kepler getroffen, da dieser mit den Verhältniszahlen der Bahnresonanzen arbeitet. Ein Beispiel für durch solche natürliche planetare Rhythmen begründete Korrespondenzen ist das Venuspentagramm, das zu den Zahlen 5, 8, 13 führt. Das kannten auch schon andere so astronomisch versierte Völker wie die Sumerer, Babylonier und Maya. Bei den letzeren basierte der Kalender auf dem Venusjahr und seinem Bezug zum Mond. Eine weitere natürliche Entsprechung wäre der Mond mit seinen vier Phasen, 13 Mondzyklen etc. Einige Besipiele habe ich schon bei der Beschreibung der Sternzeichen aufgeführt.

Eine genauere Bedeutung der Zahlen 1-12 und ihre Verbindung zu archetypisch wirksamen Vorstellungen werde ich versuchen, in Einzel-Posts darzulegen.

Zuordnungen der Mineralien: Diese entsprechen entweder der Planetenkorrespondenz (z.B. Mars=Eisen, rot, hart), der Farbzuordnung des Zeichens (z.B. Schütze=violett-blau) oder der chemischen Zusammensetzung (z.B. Malachit ist ein grünes Kupfer-Mineral -> 2-fache Venussignatur) und Eigenschaft (z.B. Diamant=Härte und feuriges Funkeln=Feuer, männlich = Mars+Sonne, oder Widder, Löwe). Vereinfachend kann man Element-Zugehörigkeit oder Modalität/Qualität als Wegweiser benutzen:

  • Feuer: Widder, Löwe und Schütze
  • Farbe: Rot
  • Erde: Stier, Jungfrau und Steinbock
  • Farbe: Grün
  • Luft: Zwilling, Waage und Wassermann
  • Farbe: Gelb
  • Wasser: Krebs, Skorpion und Fische
  • Farbe: Blau

Bei den Mineralen und Metallen wird die Signatur allerdings hauptsächlich von den Zeichenherrschern bestimmt. Besonders für die Metalle ist das klassische alchemistische Bezugssystem zu den Planeten immer noch das beste, da es aus den alten Mythen abgeleitet wurde.

  • Sonne: Gold
  • Mond: Silber
  • Merkur: Quecksilber
  • Venus: Kupfer
  • Mars: Eisen
  • Jupiter: Zinn
  • Saturn: Blei

Die “modernen” Trans-Saturnier, sie sind nicht so eindeutig belegbar, da mythologische Bezüge fehlen.

  • Uranus: Zink, Platin, Uran
  • Neptun: Aluminium, Barium, Beryllium, Neptunium
  • Pluto: Eisen, Wolfram, Plutonium

Farbzuordnungen der Planeten:

  • Sonne: Golden, strahlend Orange-Gelb
  • Mond: Silber, Lavendelblau, Grau, Hellblau
  • Merkur: Maisgelb (Luft), türkis, Ockergelb (Erde), lavendel
  • Venus: Grün (Erde), Rosa (Luft)
  • Mars: Rot
  • Jupiter: Royal-Blau (Wasser) + Orangerot (Feuer), Purpur (vereint Feuer+Wasser)
  • Saturn: Dunkelgrau, Dunkelblau (Luft), Braun, Dunkelgrün, Schwarz  (Erde)

Trans-Saturnier:

  • Uranus: Aqua, irisierende Farben, Hellgrau, Türkis, Himmelblau, Magenta
  • Neptun: Regenbogenfarben und Interferenzfarben (sind nicht durch Pigmente, sondern nur durch Lichtbrechung erzeugt), Meeresblau, Violett
  • Pluto: Schwarz, Blutrot, Glutrot, Rostrot

 

Posted by on Februar 15th, 2016 Kommentare deaktiviert

Die Katz in der Bütt: Reim Dich oder ich fress Dich !

gingerbaum

Gleich hab’ ich Dich!

Astro-Logisches:

Ungestüm stürmt vor der Widder,
der Stier fürchtet sich vor dem Gewitter,
der Zwilling gerne Zeitung liest,
der Krebs in Tränen oft zerfliesst,
Status macht den Löwen stolz,
die Jungfrau bastelt gern mit Holz,
die Waage bewundert sehr die Kunst,
Skorpion schätzt der Rachegöttin Gunst,
Schütze sich nach fernen Ländern sehnt,
der Steinbock seinen Sparstrumpf dehnt,
Wassermann liebt luftige Höh‘,
Der Fisch knabbert an Gottes Zeh.

Ergebnis einer Katzen-Klo-Sitzung

lolbear

 

 

Posted by on Februar 5th, 2016 Kommentare deaktiviert

Voll verbockt: Wüstendämon Azazel – Saturn

Azazel

Sündenbock: Ein Bock für Azazel … ein ebenfalls ziegengestaltiger Wüstendämon.
Azazel ©scrano 2014

Der Wüstendämon, zu dem in Alt-Israel der Sündenbock geschickt wurde … um die Sünde aus der Mitte der Gemeinschaft  zu tragen.

Der Name Azazel bedeutet eigentlich “Wegträger…”.  Ursprünglich war Azazel wohl eine Art jüdische Variante von Seth (ägyptischer Gott der Wüste und der feindlichen Natur), dem ein Bock geopfert wurde. Später wurde er zum Dämon und schliesslich zur Sünde selbst die man einem Bock gleichen Namens stellvertretend aufladen konnte. Ein Sinnbild für das Steinbocksprinzip und den Saturn, der die Menschen ebenso mit der Verantwortung für ihre Taten konfrontiert.  Wie der Sündenbock ist auch das saturnisch geprüfte Individuum dabei auf sich allein gestellt, wenn es seinen Dämonen gegenübertritt.

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Ziegenbock vom Bio-Hof:
Ein nützliches, harmloses, wenn auch etwas geruchsintensives Geschöpf.

 

Saturn und Jupiter
Du waltest hoch am Tag und es blühet dein
Gesetz, du hältst die Waage, Saturnus Sohn!
Und teilst die Los’ und ruhest froh im
Ruhm der unsterblichen Herrscherkünste.
Doch in den Abgrund, sagen die Sänger sich,
Habst du den heilgen Vater, den eignen, einst
Verwiesen und es jammre drunten,
Da, wo die Wilden vor dir mit Recht sind,
Schuldlos der Gott der goldenen Zeit schon längst:
Einst mühelos, und größer, wie du, wenn schon
Er kein Gebot aussprach und ihn der
Sterblichen keiner mit Namen nannte.
Herab denn! oder schäme des Danks dich nicht!
Und willst du bleiben, diene dem Älteren,
Und gönn es ihm, daß ihn vor allen,
Göttern und Menschen, der Sänger nenne!
Denn, wie aus dem Gewölke dein Blitz, so kömmt
Von ihm, was dein ist, siehe! so zeugt von ihm,
Was du gebeutst, und aus Saturnus Frieden ist jegliche Macht erwachsen.
Und hab ich erst am Herzen Lebendiges
Gefühlt und dämmert, was du gestaltetest,
Und war in ihrer Wiege mir in
Wonne die wechselnde Zeit entschlummert:
Dann kenn ich dich, Kronion***! dann hör ich dich,
Den weisen Meister, welcher, wie wir, ein Sohn
Der Zeit, Gesetze gibt und, was die
Heilige Dämmerung birgt, verkündet.
Hölderlin
KRONION: Sohn des Kronos=Zeus/Jupiter.

Zeus/Jupiter steht hier für das formale, abstrakte Rechtswesen in den urbanen Gemeinschaften, Kronos/Saturn für die soziale Verantwortung, das Gewissen, welche im Menschen selbst verankert sind. Damit ist er auch Sinnbild für das Prinzip von Schuld und Sühne, wie es im Naturrrecht der bäuerlichen Gemeinschaften üblich war. Trotz Jupiters Glamour wird Saturn von Hölderlin höher eingeschätzt, nach seiner Ansicht (römisches Vorbild) war der Titanenherrscher zu Unrecht gestürzt und verbannt worden.

Posted by on Januar 16th, 2016 Kommentare deaktiviert