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Kalender 2018: Zauberhaftes Biosphärenreservat Alb: Wasserwelten

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Broceliande vor der Haustür – Bad Urach und Umgebung

 

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Wandertipps:

Alle Kalendermotive sind auch als einzelne Bilder erhältlich.

Photos: ©scrano, abrasax, beast666

Freie Auswahl von mindestens 13 Blättern*** aus der Galerie. Bitte das Deckblatt extra benennen. Für kleine Texte ist Platz, bitte nachfragen. Standard sind erklärende Untertitel für die einzelnen Fotos. Formate: DIN A4, A3, A2 quer mit Metallspirale. Professioneller Qualitätsfotodruck.

Preis: ab 14 € DIN A4

Alle Anfragen bei Ambrosia per email. Vorbestellungen wie immer, bis September 2017.

**** Hochformatig passen zwei Motive auf ein Blatt.

Posted by on Januar 11th, 2017 Kommentare deaktiviert

Aussichten im November: A Traveller From The West …

To The West

Ein Reisender aus dem Okzident, auf dem Weg in den Orient um das Licht zu sehen
Steinmetzarbeit der Natur: Felstor auf der Presqu’ile Quiberon, Bretagne.
©beast666

In der mittelalterlichen Welt der operativen Steinmetz-Zunft mussten die Kathedralenbauer oft den Arbeitsort wechseln, sie zogen von einer Kirchenbaustelle  zur nächsten. Daher besassen sie das Recht,  FREI zu reisen, was in dieser Epoche nicht selbstverständlich war, und einen Degen zu führen (die Zeiten waren gefährlich). Bereits die Gesellen sollten, ja mussten an unterschiedlichen Orten ihre Tätigkeit ausüben, (die Gesellen-Walz gibt es heute noch) um ihre Kenntnisse zu erweitern. Besonders aber die Bauhüttenmeister, heute würde man sagen Architekten, als sehr erfahrene und gefragte Männer legten oft grosse Distanzen zurück, sie kamen wohl in ganz Europa herum.  Für diese Meister bestand auch innerhalb der Zunft keine Beschränkung in der Wahl ihres Arbeitsortes, ihrer Loge (Lodge=Bauhütte). Daher war es für einen Steinmetzmeister ein Kennzeichen seines Ranges, weitgereist, sozusagen welterfahren zu sein. Auf Grund der wechselnden Zusammensetzung der Bauhüttenmannschaft musste man Vorkehrungen  innerhalb der Steinmetzenbruderschaft gegen Hochstapler und Industriespionage treffen, dies war der Ursprung von Passwort, Zeichen und Griff, sowie der Bürgschaft. Letztere durfte nur ein in der betreffenden Bauhütte bereits wohlbekannter Zunftgenosse ausüben.

Dieses Reisen wurde in der spekulativen Maurerei des ausgehenden 16. Jhd. übernommen und im übertragenen Sinne als Lebensreise zu mehr Weisheit und Erleuchtung umgewertet. Auch das reale Reisen, in Form des Besuchs anderer Logen wird praktiziert. Der Geselle muss drei Reisen nachweisen, um erhoben werden zu können, allerdings kann er sich noch nicht allein auf den Weg machen. Hier ist es meist der Bürge, den es auch in der modernen Bruderschaft gibt, der dem Gesellen zum Einlass in die fremde Loge verhilft. Ein Freimaurer-Meister dagegen darf unbegleitet zwischen den Logen reisen, als besuchender Bruder ist er überall willkommen. Das findet sich auch im Symbol der Weltbruderkette.

In der Philosophie des Freimaurertums ist ein Meister immer ein Reisender von West nach Ost, ganz gemäss dem Sonnenlauf. So wie im alten Ägypten der Sonnengott Ra auf der unterirdischen Barke während der Nacht dem Horizont entgegenfährt, um wieder aufzusteigen, strebt auch der Freimaurer dem hellen Schein im Osten zu.  Wie bei den antiken Mysterien ist die Suche nach dem Licht (der Aufklärung, dem höheren Wissen) auch das zentrale Thema der Freimaurerwerklehre.

 “If I were to say to you that, “I am a stranger traveling from the East,
seeking that which is lost”…
Then I would reply that, “I am a stranger traveling from the West,

it is I whom you seek.”"

Zitat aus dem Film “The Mummy Returns“, interessant, aus welchen Quellen die Autoren so schöpfen … In Rudyard Kiplings “The Man Who Would Be King” gibt es eine ähnliche Textstelle. Kipling war ein bekannter Freimaurer.

Das eindrucksvolle Felsen-Tor ist eines der Highlights der sogenannten wilden Küste (cote sauvage) auf der Halbinsel Quiberon an der südlichen Küste der Bretagne. Die Westseite der Halbinsel bietet eine Panorama-Tour, die man  in einer etwa 3 stündigen Wanderung entlang der spektakulär zerklüfteten Steilklippen ohne grosse Kletterei bewältigen kann. Wichtig: Genug zu trinken mitnehmen, wenn man in der Sommerhitze unterwegs ist. Bei stürmischem Wetter lässt sich etwas von der vollen Gewalt des Atlantiks  sprüren, wenn man nicht weggeweht wird … Es gibt auf halber Strecke ein Restaurant mit Spezialisierung auf frische Meeresfrüchte (was auch sonst, sie sind aber echt gut). Endstation der Route ist der Fischerort Port Maria, Ausgangspunkt einer der Wanderparkplätze an der Küstenstrasse. Das Felsen-Tor liegt am oberen Ende der Halbinsel, die durch eine Art Damm mit dem Festland verbunden ist. Weitere Sehenswürdigkeiten: Leuchtturm von Port Haliguen, Menhire und Dolmen in der Dünen- und Heidelandschaft, Museum von Quiberon. Vom Haupthafen von Quiberon, Port Maria starten Fähren, die die vorgelagerten Inseln Belle-Île, Île d’Houat (Enteninsel) und Île d’Hœdic (kleine Ente) anlaufen. Der Osthafen Port Haliguen ist im Sommer Ausgangspunkt für Ausflugsboote zu Touren durch den Golf von Morbihan (kleines Meer). Man kann z.B. nach Gavrinis, der Insel mit dem grössten neolithischen Cairn*** der Bretagne übersetzen. Diese komplexen Grabanlagen waren auch in Ost-West Richtung angelegt, mit Meerblick, wenn möglich. Ein anderer grösserer Cairn liegt in der Bucht von Morlaix, nahe Barnenez, er wartet  auch mit einem kleinen Museum auf.

Cairn von Barnenez, Grabkammer.©beast666

Cairn von Barnenez, Grabkammer.
©beast666

***Ein Cairn ist eine Anlage aus mehreren Dolmen, die mit einer Anhäufung von Bruchsteinen bedeckt wurde.

Museum am Cairn von Barnenez

Museum am Cairn von Barnenez.
©beast666 2007

 

Posted by on November 18th, 2016 Kommentare deaktiviert

Biosphärenwein vom Vulkan: Traubenlese auf der Limburg

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Weinberg Limburg – der höchste in Württemberg.

Mann, das können dieses Jahr wohl keine sehr alten Weiber sein, die dem Spätsommer so einheizen – das sieht eher nach Klimakteriums-Hitzewallungen aus. Zumindest Ende September glaubte man das noch – ein Goldener Oktober kündigte sich an, gut für den Wein in diesem Jahr.

Daher haben wir am Samstag des letzten Septemberwochenendes einen Spaziergang schon am sehr frühen Morgen unternommen, wegen der stechenden Sonne – lang ist’s her! Eigentlich dachten wir nur daran, uns die Beine zu vertreten, da wegen der Dürre eigentlich nichts besonderes zu besichtigen wäre.

  • Da wurden wir angenehm überrascht: Früchte, Stauden, Insekten und … Llamas!

Weil es so schön war, haben wir am anderen Tag gleich noch einen Abendspaziergang unternommen, schon wegen des Fotografier-Lichts. Das war passenderweise am Sonntag, da konnten wir den kleinen Weinausschank der Weilheimer Winzer direkt in den Weinbergen der Limburg besuchen. Ausserdem waren wir auf dieser Seite des Limburg-Vulkans auch noch nie gewesen.

Also, am ersten Tag unternahmen wir den üblichen Ausfstieg von Weilheim aus. Parkplatz am Freibad, dann durch auf den unteren Teil der Mönchssteige in die Obstwiesen, vorbei an den Bienenstöcken, wo es noch fleissig summte.

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Blick von der Limburg auf Weilheim.

Ein Stück folgen wir dem Obstlehrpfad entlang bis zum Abzweig eines Wiesenpfades. Dort nahmen wir die Abkürzung die steil bergauf bis zu den ersten Bänken auf den rasenbedeckten Gipfel führt,

Dort bewunderten wir die Aussicht auf Weilheim, tranken ein wenig Mineralwasser, um dann das Gipfelplateau zu besteigen. Hier war ausser Trockenrasen zunächst nicht viel zu bewundern, allerdings liegt das Schöne oft im zunächst Unscheinbaren:

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Wegwarte, Zichorienwurzel, Chicory – Merkur/Jupiter.

Neben der Zichorienpflanze mit der Signatur von Jupiter und Merkur, deren Wurzel (Saturn/Mond) in früheren Mangelzeiten Omas dünnen Bohnenkaffe verbesserte, gab es noch Silberdisteln und die schwarze Königskerze zu entdecken. Wer Bachblüten-Anhänger ist, kennt Wegwarte alias Chicory als Mittel gegen Mutlosigkeit. Ich bin da eher für den ebenfalls himmelblauen Borretsch, den kannten schon die Kelten als Antidepressivum. Ausserdem kann man Borretschblüten kandieren.

Die Königskerze ist allen Varianten (grosse, kleine und schwarze) auf den Trockenrasen der Limburg häufiger anzutreffen.

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Schwarze Königskerze, eine Heilpflanze,
vor allem gegen Husten und Halsschmerz. Merkur/Jupiter.

Der ehemalige Vulkanschlot  bietet ein tolles 360°Panorama mit Ansichten des Albtraufs, auf Weilheim, Neidlingen  sogar zur Reussenstein. Auf der anderen Seite geht der Blick zur Teck, dem Beitenstein, dem Gut Michaelshof und einem kleinen Ausschnitt des Randecker Maars.

Vom Plateau aus stiegen wir halb den Katzmeierweg hinunter und bogen dann in die um den Berg herumlaufenden Obstlehrpfade wieder ein. Dort schimmerten auf den Wiesen Herbstzeitlosen, die Birnbäume trugen noch die Last ihrer Früchte.

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Birnen – eine späte Sorte – Kompottbirnen zu Einmachen.
Da sie fest sind, eignen sie sich auch für Rotweinbirnen.

Rotweinbirnen für 4 Portionen:

  • 500 ml trockener Rotwein
  • 1 Vanilleschote
  • ½ Stange Zimt
  • 1 Sternanis
  • 4 feste, grössere Birnen, am besten Alexander Lukas

Den Wein zusammen mit den Gewürzen erhitzen. Die Birnen schälen, halbieren und das Kerngehäuse entfernen.
Die Birnenhälften im Wein-Sud bissfest garen und dann abkühlen lassen. Passt zu Süßspeisen wie Kaiserschmarrn, Milchreis und Straciatella-Eis, ist aber auch als Beilage für Fleisch geeignet. Für eine süsse Verwendung dem Sud 1 El braunen Zucker beigeben.

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Giftige Schönheit, Blume der Zauberin Medea: Herbstzeitlose.
Signatur: Venus/Pluto, Merkur/Neptun.

 

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Ein Llama – tatsächlich, ein etwas seltsamer Anblick.

Dann eine Begegnung der ungewöhnlichen Art: In einem Gehege schauten neugierige Llamas über den Zaun, die wohl immer häufiger zur Wollgewinnung gehalten werden. Die waren recht zutraulich und freundlich, kein Gespucke – das ist wohl Llamaverleumdung! Vor hier aus ging es dann tal- und heimwärts.

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Wachholderheiden, auf der Steilseite der Limburg
oberhalb des Weinbergs. Saturn/Mond und Uranus/Sonne.

Am späten Nachmittag des letzten September-Sonntags unternahmen wir dann unsere zweite Tour, diesmal auf den Spuren des Weins.

Die Limburg gehört zu den begünstigten Standorten für Reben: Vulkanerde und Steil- bzw. Höhenlage. Die Weinberge liegen bis in 530 m höher, somit sind sie die höchsten in Württemberg. Die hier gekelterten Trauben sind Teil des Neuffener Tälesweins, den konnten wir bei einer mittelalterlichen Tafeley in der Burg Hohenneuffen schon kosten.

Trotz des Spruches – Württemberger Wein, von der Sonne verschont: Dieses Vorurteil gilt für den Wein von der Limburg wohl nicht, er hat uns, stilecht aus einem Hörnchen getrunken, beim Rittermahl durchaus gemundet. Also ging es diesmal vom Parkplatz bei Hepsisau auf den Limburg-Wanderweg in Richtung Weinberge.  Zunächst auf einer Flurstrasse durch Obstwiesen, zweigt man auf einen steileren Wiesenweg, von dort geht es auf den Weinlehrpfad, dem Gegenstück zum Obstlehrpfad auf der Weilheimer Seite. Bald passiert man die ersten Rebstöcke, voll von prallen Trauben in weiss und dunkelblau. Wer sich für Weinbau interessiert: Die einzelnen Sorten sind mit Hinweistafeln beschriftet, da die Limburg auch einen Versuchsweingarten beherbergt. Dann kommt auch schon unser kleiner Weinausschank in Sicht: Doch erst müssen wir auf den Berg, wenn der Rebsaft auch lockt, die Sonne milde wärmt und fröhliche Gäste die Tische und Bänke besetzen.

Also weg mit dem inneren Schweinehund und die Serpentinen des Katzmeierwegles hinauf bis zum Gipfel, der im Abendlicht wieder gänzlich neue Aussichten bietet. Doch der Wein lockt, also zurück auf den Saumpfad, vorbei an den Wachholderheiden des Steilhangs bis zu den ersten Reben. Schliesslich erreichen wir das ersehnte Ziel – die Weinprobe kann beginnen. Wir entscheiden uns für den Spätburgunder: Bertold II von Zähringen. Die Zähringer stellen das Uradelsgeschlecht im Ländle, der Bertold mit dem Bart baute einst die Limburg, ein hoffentlich gutes Omen. Wir sind angenehm überrascht, sogar für uns als Toskana-Weinliebhaber ist der Bertold kein übler Tropfen.

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Steillage – sie liefert Traubenmost mit besonders hohem Öchslegrad.
Die Weinrebe, Vitis vinifera untersteht der Signatur von Jupiter/Merkur und Mond/Saturn.

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Gastlichkeit auf kleinstem Raum – die freundliche Winzerin bittet zur Weinprobe.
Da kann man schlecht nein sagen – ausser man ist Blaukreuzler.

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Leckerer Roter vom Vulkan: Bertold II von Zähringen.
Den gibt’s bei der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen – Teck e.G.

 

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Im Frühtau zu Berge – naja, wir haben uns
ein bisschen beim Weinschank verbummelt …

Nachdem wir den Wein verkostet hatten, wanderte eine Flasche davon in den Rucksack – lange hat er dann zuhause nicht überlebt. Daher haben für unser Foto nur eine leere Flasche zu bieten … seufz. Der Weg zum Parkplatz wurde noch von einem schönen Sonnenuntergang untermalt,  zum stimmungsvollen Ausklang unserer Tour. Jedenfalls waren wir heilfroh, dass wir uns aufraffen konnten, da nach diesem Wochenende die Wetterbilanz nur noch miserabel war.

Tja … bis auf dieses Wochenende, pünktlich zum offiziellen Start der Weinlese am 15. Oktober gab es Sonnenschein und spätsommerliche Temperaturen:

  • Zu Theres beginnt d’ Weinles …

Wer den Täleswein geniessen will – hier eine Infotafel vom Weinberg:

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Täleswein-Info

Oder direkt hier … von der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen.

 

Posted by on Oktober 17th, 2016 Kommentare deaktiviert

Feenquellen: Kraftorte des Wassers

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Fontana delle Fate – Feenquelle ©scrano 2015
Elfen: Roy3D

Poster erhältlich bei Ambrosia.

Gerade in der wasserreichen Oberpfalz finden sich viele Sagen von Nixen, Fluss- oder Seefräulein und Feen-Quellen, auch der eher unheimliche und manchmal bösartige Wassermann, den es auch in Tschechien gibt, ist Bestandteil lokaler Mythen.
Häufig erzählt die Sage von Geistern in Frauengestalt, teils weiß gekleidet, teils grau oder schwarz, mit weißer Kopfbinde, welche am Wasser mit Waschen beschäftigt sind; besonders zahlreich finden sie sich längs des Böhmerwaldes. Diese Art dunkle Fee stammt wahrscheinlich von der keltischen Göttin Morrigan ab: In ihrer Dreigestalt(MAcha, Babd, Nemain)  symbolsiert sie Tod und Sexualität, sowie den Schrecken der Schlacht. In der irischen Sagenwelt wäscht sie als Babd die blutige Kleidung gefallener Krieger.  Wer sie sieht wird alsbald sterben – für Krieger ist sie das schlechte Omen des nahenden Todes im Kampf. Wasserfräulein hingegen sind oft ätherisch-schön, stehen am Ufer, ein Fuss im Teich oder Bach, wie bei der Tarot-Karte “Temperantia”. Ihre Haare sind lang, entweder rabenschwarz oder goldblond, wie bei der Lorelei. Oft hantieren sie mit glänzendem Kamm oder Spiegel.

  • Hart an der Strasse von Cham nach Grafenwöhr, neben einem großen Felsen, läuft ein Brunnen, wo um die zwölfte Stunde ein Weiblein sitzt und sich die Haare kämmt.
  • Auf dem Wege von Tiefenbach nach Rötz kommt man zu einem Steg über einen Bach, da sitzt ein Weiblein, den Oberkörper nackt, die langen goldenen Haare offen, und wäscht.
  • In Weiding läuft ein Bach, da wäscht ein graues Weiblein, und kommen Leute, steht sie auf und lässt sie vorbei.
  • Derlei Weiblein finden sich in Biberbach, Tiefenbach, im Grünweiher zwischen Pleystein und Vohenstrauß.
  • Eine halbe Stunde von Massendorf bei Spalt ist der Siebenbirkenweiher: Sieben schneeweiße Jungfrauen kommen da aus dem Wald, in einer Art Prozession, und waschen sich im Weiher die Hände. Zusammen kehren sie in den Wald zurück. Die behauenen Steine in der Nähe weisen auf eine ehemalige Burg, einen Burgstall.
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Die Quelle der Waldnaab, direkt an der Grenze zu Böhmen.
Hier verläuft ein recht verwunschener Weg, zum Gipfel des Entenbühl (901m).

Magisches Wasser - es zieht den Menschen in seinen Bann. Quell allen Lebens - und wie gehen wir damit um!

Magisches Wasser – es zieht den Menschen in seinen Bann.
Quell allen Lebens – und wie gehen wir damit um!

Wenn man in den teilweise findlings-übersäten Flusstälern wandert, wo das Wasser wirklich lebendig erscheint – mit Geräuschen und Spiegelungen, Schaumkaskaden und kleinen Regenbögen, so tut sich tatsächlich eine verzauberte Welt auf. Kein Wunder, dass hier soviele alte Geschichten überliefert sind, die sich auf das nasse Element beziehen. Früher waren grosse Teile der Oberpfalz von Hochmooren bedeckt, mit jahreszeitlich unterschiedlich tiefen Tümpeln und kleinen Weihern durchsetzt. Fast wie beim legendären Avalon in Grossbrittanien trugen Nebelschleier und Irrlichter, spukige Erlen und bizarre Korbweiden an den Ufern zu einer Landschaft bei, die man ruhig eine Art Anderswelt nennen konnte. Viele Sagen sind vielleicht noch keltischen Ursprungs, da Stämme dieser ureuropäischen Kultur verstärkt in Ostbayern und Böhmen siedelten: Böhmen heisst heute noch nach den Boiern.  Eingänge in die Geisterwelt oder zu den Ahnen lagen in der keltischen Glaubenswelt an oder in Gewässern.

St. Odile - heilige Quelle.

St. Odile – heilige Quelle.

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St. Mattew Quelle bei der Einsiedelei St. They.
Pointe du Van, Finistere.

Aber auch andere Länder haben heilige Wasser: Die Otilienquelle bei Obernai ist so ein Ort. Der Berg mit dem Kloster der Schutzpatronin des Elass ist auch schon seit der Keltenzeit heilig, wenn die sogenannte Heidenmauer wirklich neolithischen Ursprungs sein sollte, ist er wohl ein Sakralort schon seit der Steinzeit. Das Wasser des Brunnens soll bei Augeneiden helfen. Velleicht ist die Überlieferung, es würde sehend machen aber auch im Sinne von Erleuchtung gemeint. Auch in der keltischstämmigen Bretagne findet man viele Wunderquellen, z.B. in Finistere, aber auch bei Auray am Golf von Morbihan und beim Wallfahrtsort Sept Saints.  Unter den heiligen Brunnen, die bei Augenproblemen gut sein sollen, gibt es erstaunlich viele im süddeutschen Raum: Vor allem Ulrichsquellen sagt man diesbezügliche Kräfte nach.

Der heilige Ulrich wird mit einem Fisch dargestellt, demzufolge er mit Wasser in Verbindung gebracht wird. Allerdings kann diese Legende auch auf Tyr oder Thor oder sogar Odin zurückgeführt werden. Der Tag des St.Ulrich am 4. Juli fällt jedenfalls mit dem altgermanischen Quellenfest am Ende der Mittsommerfeiern zusammen.

Fontana delle Fate: In Italien gibt es davon Unmengen, was noch aus der altrömischen naturreligiösen Vorstellung der Quellgeister stammt. Jede Quelle hatte eine Nymphe, eine der bekanntesten war Egeria.

Apropos Heilquellen: Thermalwasser gibt es rund um Regensburg, im Donaugrabenbruch, und besonders zahlreich in Tschechien, also bei mir quasi vor der Haustür, wegen eines immer noch bestehenden, schlummernden Supervulkans – aber keine Panik, der ist erst in 500.000 Jahren wieder so weit …

  • Marienbad, verspielt, k.und k. sehenswerte Architektur – in der Nähe liegt Kloster Tepl.
  • Franzensbad, klein echt k.und k. mit schönem Park und Wandermöglichkeit.
  • Karlsbad – nicht so mein Ding, das ist Geschmackssache, aber leckere Oblaten.
  • last but not least, das moderne Sybillenbad bei Tirschenreuth, benannt nach einer ortsansässigen Seherin aus dem 16. Jhd. – liegt gleich bei mir um’s Eck.
K.u.K Seeligkeit: Franzensbad in Böhmen, Tschechische Republik.

K.u.K Seligkeit: Franzensbad in Böhmen,
Tschechische Republik.

Alle Fotos ©beast666.

 

Posted by on Oktober 13th, 2016 Kommentare deaktiviert

Bad Urach: Steile Pfade und fallende Wasser im Keltenland

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Kleines Idyll: Brühlbach im Maisental.
Hier liegen Start- und Zielpunkte der Rundkurse.

Unsere schönsten Wanderungen führen rund um Bad Urach: Auf zwei ca. 15 km langen Rundkursen. Auf der oberen Strecke besuchen wir die Burgruine Hohenurach und wandern dann über die Kreuzhütte und die Hohenuracher Steige*** (siehe unten:”Gehzeit”) oder bequem dem Radweg folgend, zum Wasserfall weiter. Über den Abzweig Hölle/Güterstein unterhalb des Wasserfalls gelangt man zu den gleichnamigen Wasserfällen und  wieder zum Gestüt im Tal. Von hier geht es zurück zum Parkplatz im Maisental. Dafür gibt es einen eigenen Artikel, wo ich auch auf die Gütersteiner Fälle näher eingehen werde.

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Gütersteiner Wasserfälle.
Kalktuffgebilde, die ständig wachsen.

Die untere Tour, die hier beschrieben wird, gestaltet sich etwas schwieriger: Zuerst wandert man vom Parkplatz Wasserfall zum Hofgut Güterstein über einen Wirtschaftsweg durch die Obstwiesen im Maisental. Hier findet man die  Abzweigung “Gütersteiner Wasserfälle”. Hat man die Tufffelsen mit ihren Kaskaden erreicht, folgt man einem Waldweg der steil bergauf zur “Fohlensteige” führt. Man kann auch einen Abstecher zur archäologischen Stätte “Runder Berg” machen: Spuren einer frühen keltischen und späteren allemannischen Besiedlung gibt es noch zu sehen. Allerdings – im hohen Gras lauern Zecken! Die Alb war eine Region intensiven keltischen Kultureinflusses, daher wurden viele der neueren Wanderwege entlang von Viereckschanzen, Tumulusgräbern und Siedlungsresten angelegt. Solche archäologischen Pfade tragen ein Hinweissymbol, das meist ein keltisches Artefakt abbildet. Vom flachen Gipfel des Runden Bergs mit seinen Hinweistafeln gehen wir auf derselben Strecke zurück, und steigen schliesslich auf der Fohlensteige bis zur Hochfläche auf. Kurz unterhalb der Traufkante zweigt der Weg zum Camererstein und Rutschenfelsen nach links ab. In der Nähe liegt die Rohrauer Hütte, ein Albvereinshaus mit Einkehrmöglichkeit am Wochenende.

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Hohe Warte – ein Denkmal für die in den Weltkriegen gefallenen Mitglieder des Schwäbischen Albvereins.
Ein bisschen Art Deko – errichtet 1923.

Wer noch mehr vorhat, geht rechts weiter zum Fohlenhof und dem Aussichtsturm “Hohe Warte”, ein interssantes Art Deco Denkmal aus dem Jahr 1923. Die Aussicht ist  spektakulär, der Aufstieg heftig – nicht für Nachtblinde, das Turminnere ist recht dunkel. Normalerweise an Wochenden geöffnet: Den Schlüssel für den Turm gibt es wochentags  beim Hof, auf dessen Wiesen im Sommer die Fohlen und Jährlinge des Marbacher Gestüts weiden. Im eigentlichen Gestütshof St.Johann kann man ebenfalls einkehren. Vom Fohlenhof führt der Weg dorthin durch eine schöne Allee. Die Marbacher Pferde  hat schon die Queen bewundert.

Camererstein am Albtrauf. Hier hat man einen tollen Blick auf die Ruine Hohenurach.

Camererstein am Albtrauf. Hier hat man einen tollen Blick
auf die Ruine Hohenurach (Hintergrund).

Auf dem Rückweg  von der Hohen Warte oder der Rohrauer Hütte geht es  auf den Wanderweg nach rechts bis zum Wald. Hier passiert man einen Karsteinbruch (Doline), in dem ein kleiner Brunnen (Rutschenhofbrünnle) verborgen ist. Daran vorbei erreicht man die steile Traufkante mit dem natürlichen Amphitheater der Rutschenfelsen, wo sich ein spektakuläres Panorama bietet. Neben dem Tuffsteindenkmal Camererstein  steht eine Bank zum Verweilen.  Im Hochsommer ist es hier ziemlich heiss! Ab hier führt der Weg nach rechts (rotes Dreieck), immer am Trauf entlang in Richtung “Uracher Wasserfall”, zu dem man über einen steilen Abstieg mit Serpentinen und einigen spektakulären Aussichtspunkten -nicht ganz ungefährlich!- gelangt.   Auf der Wasserfallwiese mit Biergartenatmosphäre stehen einige prächtige alte Bäume und es gibt einen Kiosk mit Brotzeit und Getränken.

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Wasserfall des Brühlbachs mit vielen Kaskaden und kleinen Nebenschauplätzen.
Bezauberndes Zentrum meines Broceliande.

Die letzte Wegstrecke führt über die Wasserfalltreppe zurück ins Maisental. Hier hat man die beste Sicht auf das nasse Spektakel in seiner ganzen Pracht. Zum Maisental gehört eine Hochwiese, durch die der Brühlbach abfliesst. Dessen tiefes Bett mit Kaskaden und umgestürzten Bäumen bietet einen leicht verwunschenen Anblick. Die Wiesen beherbergen vor allem im Frühjahr und Frühsommer seltene Blumen, auch Orchideen. Im Maisenstüble in der Nähe des Parkplatzes gibt es eine weitere Einkehr.

Haselwurz - Asarum europaeum.Eine alte Hexenpflanze.

Hexenpflanze: Haselwurz – Asarum europaeum. Sieht Alpenveilchen ähnlich.
Beide sind Venus/Pluto und Mond/Saturn Gewächse.

Am Boden des Waldes in Wasserfallnähe, besonders im Bereich der “Hölle” am unteren Abzweig nach Güterstein findet man eine interessante Pflanzenwelt: Efeu, Waldmeister, Aronsstab, Stinkende Nieswurz, Seidelbast und grosse Flächen der immergrünen Zauberpflanze Haselwurz. Diese steht unter der Haupt-Signatur Venus/Mars(Pluto), wie man an den herz/nierenförmigen Blättern und dem leicht pfeffrigen Geruch erkennen kann. Eine Zuordnung zu Saturn zeigen neben dem Wintergün der Blätter, die purpur-braunviolet gefärbten bodennahen Blüten, obwohl deren Dreizähligkeit wieder Neptun/Pluto oder Jupiter entspricht. (Olympische Trinität: Jupiter-Neptun-Pluto, sie haben eine Affinität zur Drei, Sechs, Neun und Zwölf.) Es liebt feuchte Standorte und ist ein Schattengewächs mit schnell vergänglichen Blüten, daher ist auch der Gegenpol zum Saturn (Mond) sichtbar. Asarum gehört als Mond- und Venuspflanze zu den uteruswirksamen Drogen. Merkur/Neptun zeigt die rankende Wuchsform und die psychoaktive Wirkung, ausserdem wirkt das Rhizom äusserlich lokal betäubend.

Haselwurz - Asarum europaeum.quelle:wiki

Haselwurz – Asarum europaeum. Quelle:wiki

Asarum europaeum gilt als Abwehr- und Schutzzauber (Mars), auch zur schwarzen Kunst (Pluto/Saturn) wurde es verwendet. Mittelalterliche Hebammen beendeten mit einer Mixtur aus Sadebaumrinde, Wermut, Haselwurz und Poleiminze oder Petersilienwurzel unerwünschte Schwangerschaften, was damals hiess, die vielleicht  achte, neunte oder noch schlimmer. Eine andere Möglichkeit der Verhütung war wegen der kirchlichen Intervention nicht mehr sonderlich verbreitet. Auch diese pflanzlichen Abortiva waren gefährlich, die enthaltenen Inhaltstoffe ziemlich toxisch. Frauen starben häufig bei solchen Experimenten, das zeigt schon das ganze Ausmass an Verzweiflung. Pharmakologische Effekte: Niesreiz, Erbrechen, krampfartiger Durchfall, Magenblutung, Gebärmutterkrämpfe mit Blutungen. In der Volksmedizin wurden eher die Blätter als das stärker wirkende, scharf nach Ingwer riechende Rhizom (Mars/Pluto) verwendet, sowohl äusserlich bei Hautausschlag und Kopfhautgrind (Tinktur oder Abkochung) als auch innerlich – als drastisches Purgiermittel (Mars/Saturn). Dazu wurde eine Art Tee oder auch Weinsud hergestellt, der dann durch die Nase geschnaubt, oder seltener, getrunken wurde. Eine Salbe aus dem Rhizom wirkt durchblutungsfördernd, daher wurde es auch früher gegen Ischias angewendet.

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Nesselblättrige Glockenblume.

Glockenblumen wachsen in vielen Unterarten auf der Schwäbischen Alb. sie sind typische Zeigerpflanzen für Kalkböden, die nesselblättrige Variante liebt feuchte Wälder.

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Hirschzungenfarn – eher selten in heimischen Gefilden.
Am Urachfall bedecken ganze Teppiche besonders die Steilhänge.

Schwierigkeit:

  • Für geübte, trittsichere Wanderer mit Bergstiefeln. Stöcke nicht vergessen! Mehrere Steigungen, ca. 300m Höhendifferenz. Kopfbedeckung, Sonnenschutz und Mückenschutz! Bei Nässe sind die Abstiege gefährlich!
  • ***Hohenuracher Steige: Der Aufstieg ist sehr steil, der Ausblick super! Zur Wasserfallhochwiese steigt man über eine steile Steintreppe ab, wer das nicht möchte, kann auch direkt zum Rutschenfelsen weiterwandern und die Fohlensteige (Abzweig beim Gestüt) nach Güterstein nehmen.

Gehzeit:

  • Ohne Rastpausen und Abstecher zur “Hohen Warte” ~5 h. Die beste Zeit ist der Morgen bis zum frühen Nachmittag. Das ganze Jahr durch begehbar, allerdings im Winter Eisbildung auf den Steilpfaden – da ist die zweite Tour besser geeignet. Wochenende vermeiden oder Sonntag ab 8:00 Uhr morgens wählen. Trotz der wenig familientauglichen Strecke sind viele Wanderer unterwegs.
  • Die komplette Tour: Ruine Hohenurach, Uracher Steige, Wasserfallwiese, Rutschenfelsen, Gestüt St. Johann, Hohe Warte, Fohlensteige, Gütersteiner Fälle, Gut Güterstein, Maisental dauert je nach Rast und Einkehr ca. 7 Stunden und stellt einigen Anspruch an die Kondition, da mehrmals steile Auf- und Abstiege bewältigt werden müssen.

Einkehr:

  • Maisenstüble, Rohrauer Hütte, Gestüt Güterstein, Wasserfallhütte.
  • Ordentlich zu trinken mitnehmen, und eine kleine Vesper einpacken, da viele Albvereinshäuser, ausser am Wasserfall, nur am Wochenende geöffnet sind.

Fototipp:

  • Der Wasserfall und das Maisental liegen morgens gegen 9:00 Uhr im schönsten Licht.
  • Nach Regenfällen brausen die Fälle besonders stark – allerdings werden die Wege dann rutschig und die Kalkfelsen können regelrecht schmierig sein.

Tiere:

  • Blindschleiche, Feuersalamander, Fledermaus, Schwarzspecht und Roter Milan.
  • Viele Schmetterlinge, auch Trauermantel und Schwalbenschwanz.
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Pyramiden-Hundswurz im Mai. Anacamptis pyramidalis.

Pflanzen:

  • Buschwindröschen, Scharbockskraut, Nieswurz, tolle Farne, Aronsstab, Orchideen, nesselblättrige Glockenblume.
  • Seidelbast, Haselwurz, Pilze, Knoblauchsrauke, Wasserkresse … je nach Jahreszeit

Alle Fotos:@beast666 2012-16

Posted by on September 8th, 2016 Kommentare deaktiviert

Vom Randecker Maar zum Schopflocher Moor

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Auchtert mit Bank und Aussicht zur Burg Teck.
Hier führt der Weg zum Randecker Maar vorbei.

Wir starten beim Wanderparkplatz Breitenstein und gehen Richtung Albtrauf zum Aussichtspunkt. Dort befindet sich ein Bronzepanorama mit Richtungsweisern. Der Blick zur Teck, Limburg und den Stauferbergen ist spektakulär. Der Weg zum Randecker Maar führt über den Auchtert mit seiner einsamen Baumgruppe und einer Aussichtsbank auf zwei Wegen: Kurz hinter der Linde nach rechts über einen Wiesenpfad, das ist die kurze Strecke. Oder man verfolgt den Albtrauf am Mörikefels vorbei, bis zum Abstieg zur Zipfelbachschlucht, überquert den Bach und steigt auf der anderen Seite im Maarkessel auf. Hier hat man die Wahl auf der kurvigen schmalen Landstrasse und an der Maarschäferei entlang zu wandern, oder einen Feldweg an den Weiden des Bauernhofs Ziegelhütte zu benutzen. Die zu dem Gehöft gehörende Maarstube und Käserei bieten Kulinarisches aus Eigenproduktion und am Wochenende auch eine Einkehr. Näheres zu der Teilstrecke habe ich schon im ersten Teil des Artikels gepostet: Biokäse und Zauberpflanzen.

Prächtiger Zwerghahn an der Ziegelhütte. Klein, aber selbstbewusst …

Prächtiger Zwerghahn an der Ziegelhütte. Klein, aber selbstbewusst …

Durch eine alte Lindenallee geht es dann am Maar-Rand entlang bis zur Strasse nach Römerstein. Hier zweigt der Weg dann in Richtung “Otto Hofmeister Haus” ab, das jetzt das romantische Hotel “Albengel” beherbergt. Dieser Panoramaweg bietet einen tollen Blick auf die Limburg und die Stauferberge.

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Blick auf die drei Kaiserberge:
Hohenstaufen – Rechberg – Stuifen

Im Vordergrund eine der vulkanischen Felsbomben, eine Folge der phreatischen Eruption des Kircheim-Uracher Vulkans. Hier floss keine Lava, sondern wurden regelrecht Trichter herausgesprengt – welche mehrere Maarkessel bildeten – wie in der Vulkaneiffel. Das Randecker Maar, einst auch ein mit Wasser gefüllter Kessel von rund einem Kilometer Durchmesser, wurde mit dem Zurückweichen des Albtraufs durch Erosion vom Zipfelbach angenagt und zum Auslaufen gebracht.  Fossilien des einstigen Sees sind in der Maarstube ausgestellt.

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Dem starken Wind zum Trotz – einsamer Baum am Randecker Maar.
Ein Speierling, dessen Fruchte für die Mostkelterei nützlich sind.

Hinter dem Otto Hofmeister Haus führt ein Wiesenpfad bzw. Schotterweg zur Torfgrube, dem Sumpfbiotop Schopflocher Moor. Einst ebenfalls ein Maarsee, verlandete es im Lauf der Jahrmillionen, und es bildete sich ein Hochmoor, eines der wenigen auf der sonst wasserarmen Schwäbischen Alb. Auf einem hölzernen Bohlenweg – und nur auf diesem! – kann das Moor durchquert und seine besondere Pflanzen- und Tierwelt aus der Nähe beobachtet werden. Man muss nicht Angst haben zu versinken, der “Holzweg” schützt die Vegetation vor dem Menschen.

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Ein sehr altes Naturschutzgebiet, wie man an dem Schild erkennen kann.

Den Kern des Biotops bildet ein Moorwäldchen mit Birken und Heildelbeer-Schlägen. Es errinnert mich an die typischen leicht morastigen Wälder in der Oberpfalz, wo es noch viele Hochmoore und Sumpfwiesen gibt, wegen der ebenfalls zahlreichen Seen und Weiher.  Der Untergrund ist dort häufig ebenfalls Vulkangestein, das sich vom Rauhen Kulm in Franken bis zu den K.und K. Bädern in Böhmen zieht. Auch in dieser Gegend gibt es, wie rund um Bad Urach viele Heilquellen und Thermalwässer.

Bohlenweg durch das Moorwäldchen.

Bohlenweg durch das Moorwäldchen.

Am Ende des Bohlenwegs wartet ein kleiner Tümpel mit Rohrkolben und blauen bzw. gelben Iris. In ihm tummeln sich im Frühling viele Kaulquappen, so dass es im Hochsommer wohl zu einem ziemlichen Froschgequake kommen dürfte.

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Sumpf-Iris (Mrkur/Neptun(Jupiter) und Schlangenknöterich (Mond/Saturn, Merkur/Neptun)
haben ihre Hauptblüte im Juni/Juli.

Die Wurzel des Drachenkrauts (Bistorta officinalis) und die jungen Blätter, Blüten und Samen
kann man als Wildgemüse essen. Getrockntetes Schlangenwurzelrhizom wurde zu Mehl verarbeitet. Iriswurzel findet man in Kosmetika.

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Blutweiderich (Lythrum salicaria) – eine vielseitige Heilpflanze – Panacea.
Jupiter(Neptun)/Merkur, Mars/Venus, Mond/Saturn.
Früher ein Nothelfer bei Ruhr und Cholera. Blutstillend.

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Teich mit Iris und Kaulquappen. Grössere Bestände des Sumpfschachtelhalms
sind auch anzutreffen.

Geflecktes Knabenkraut.

Geflecktes Knabenkraut. Eine heimische Orchidee, die im Mai blüht.
An schattigeren Stellen kann man das weisse Walldvögelein finden.

Esel auf den Maarwiesen.

Esel auf den Maarwiesen, sie gesellen sich gerne mit Schafen.

Nach dem etwa 15 minütigen Durchgang durch das Schopflocher Moor kehrt man auf dem gleichen Weg zurück, auf der Landstrasse bis zum Parkplatz. Dort überquert man die Strasse und wendet sich nach links, wieder am Maarkessel entlang. Dort gelangt man auf den kurzen Weg zum Auchtert und schliesslich zum Breitenstein.

Gesamtstrecke: 1.5 h ohne Einkehr, viele wunderschöne Panaorama-Ansichten des Albtraufs und der vorgelagerten Zeugenberge.

Einkehrmöglichkeit: Maarstube, Restaurant und Biergarten des Landgasthofs “Albengel” im “Otto Hoffmeister Haus”. Hier gibt es auch Übernachtungsmöglichkeiten.

Schwierigkeitsgrad: Gering, wenn man auf den Ab- und Aufstieg bei der Querung der Zipfelbachschlucht verzichtet, und den Wiesenweg beim Auchtert nimmt.

©photos: beast666

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Spätsommer in der Schwäbischen Alb: Zauberpflanzen und Biokäse

Linde auf dem Auchtert:  beast666 August 2015

Linde auf dem Auchtert: beast666 August 2015

Immer eine lohnende Runde:  Wandern vom Breitenstein zur Ziegelhütte im Randecker Maar und zurück. Eine unangestrengte Route, trotzdem muss man keine Teerstrassen und breite Schotterpisten mit wildgewordenen Mountainbikern teilen. Diese stören ein Naturerlebnis manchmal recht effektiv – allein schon die oft affenbunte  Aufmachung! Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz am Breitenstein bei Ochsenwang. Wer will, kann die Kirche im Ort besuchen, dort war der Dichter Eduard Mörike im 19. Jhd. als Pastor tätig. Vom Parkplatz geht’s zum 815 m hohen Breitenstein, mit seiner wunderbaren Aussicht auf die Zeugenberge der Alb und vor allem die Burg Teck. Im Gelände verstreut liegen einige Gemeinde-Grillplätze.  Weiter zum Anstieg des Auchtert, auf dem eine kleine Lindengruppe mit einer Parkbank zum Verweilen einlädt. Die Wiesen auf dem flachen Buckel weisen eine erstaunliche Artenvielfalt auf: Jetzt im Spätsommer leuchten bei Sonnenschein Silberdisteln aus dem vertrockneten Gras.

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Carlina acaulis, Silberdistel oder stängellose Eberwurz. ©beast666 2015

Diese alte Zauber- und Heilpflanze steht auf der roten Liste der bedrohten Arten und ist streng geschützt. Die Haupt-Signatur hat sie wie alle Disteln vom Jupiter/Merkur-Prinzip, aber Mars (Blattstacheln) und Venus (sehr zuckerreicher Nektar) spielen ebennfalls eine Rolle. In der silbrigen, hygroskopischen Blüte und der starken Pfahlwurzel erkennen wir den Saturn/Mond Einfluss. Dieses aromatisch riechende Rhizom enthält ätherische Öle und schmeckt scharf und bitter. Hauptbestandteil des Öls ist mit 80 % bis 90 % das antibakterielle und toxische Carlinaoxyd. Weiter enthält die Wurzel auch über 20 % Inulin als Reservestoff, wie z.B. auch der Grosse Alant. Die kräftige Pfahlwurzel wurde in der Volksheilkunde als Grippemittel, harntreibendes Mittel und gegen Greisenbrand gesammelt, in der Tiermedizin als Mast- und Brunstpulver (Eberwurz) verwendet. Die Korbböden wurden früher ähnlich wie Artischocken gegessen. Daher wird die Silberdistel bei Almhirten auch Jägerbrot genannt. Der Geruch des getrockneten Rhizoms galt auch beim Menschen als potenzfördernd.

Die Silberdistel gehört zu den schutzmagischen Berufkräutern: Sie schmückt noch immer in den Alpen viele Türen von Bauernhäusern. Sie soll die Bewohner vor Luftgeistern schützen, die Seuchen bringen. Die antibiotische Wirkung konnte inzwischen biochemisch nachgewiesen werden (Carlinaoxyd). Paracelsus nutzte die Pflanze als Amulett, um stärkende Astralkräfte auf den Menschen zu übertragen.

Der Beiname Wetterdistel bezeichnet das Verhalten der äusseren, abgestorbenen Blütenblätter, sich bei hoher Luftfähigkeit einzurollen, und damit die Blüte zu verschliessen. Durch diese hygroskopische Eigenschaft werden die Röhrenblüten vor Regen geschützt. Bei geschlossener Blüte ist also Regen zu erwarten, bei Sonnenschein öffnet sie sich wieder. Bereits ein fünf- bis zehnmaliges Anhauchen genügt, um die erste Aufrichtebewegung zu erzeugen. Auch der Morgentau löst den Wettermechanismus aus.

Zipfelbach-Schlucht Brücke.©beast666 2015

Zipfelbach-Schlucht: Brücke.
©beast666 2015

Vom Auchtert geht es zum Mörikefels, einer etwas augesetzten Kanzel mit tollem Panoramablick. Abwärts durch den Wald führt der Weg an der Zipfelbachschlucht vorbei und über die Strasse auf den leichten Anstieg zum Randecker Maar. Entlang einer Kuhweide und an der Maar-Schäferei vorbei gelangt man zur Einkehr “Maarstube” des Weilers Ziegelhütte, mit seinem Demeter-Betrieb samt eigener Käserei. In der Brozeitstube des Hofladens bekommt man eine erstklassige Vesper oder leckeren selbstgebackenen Kuchen. Eine Auswahl von  unterschliedlichen Käsespezialitäten findet man im Hofladen, daneben auch die Produkte aus dem Biosphärenreservat “Schopflocher Alb”, z.B. Honig oder Wildobsterzeugnisse. Man sitzt im Sommer gemütlich unter alten Bäumen, im Winter am heimeligen Kaminofen der rustikalen Gaststube. Hier sind auch jede Menge Infomaterialien zur Region ausgelegt.

Auf den Maarwiesen blüht jetzt schon die Herbstzeitlose, eine Heil- und Hexenpflanze, die trotz ihrer Giftigkeit zur Gichtbehandlung eingesetzt wird. Ihre Haupt-Signatur: Venus/Pluto.

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Herbstzeitlose: Colchicum autumnalis, schön -  aber sehr giftig.
©beast666 2015

Gestärkt macht man sich von der Maarstube auf den Rückweg, der durch eine schöne alte Linden-Allee in Richtung der Hauptstrasse nach Ochsenwang führt. Hier hat man einen spektakulären Ausblick auf die “Drei Kaiserberge: Stuifen, Rechberg, Hohenstaufen” und den kleinen Vulkan “Limburg“. Dieser alte Schlot ist ein Rest des Kirchheim-Uracher Vulkans, der auch den Kessel der Randecker Caldera geschaffen hat, die lange Zeit von einem See, wie die ebenfalls vulkanischen Eifel-Maare bedeckt war. Fossilien aus dieser erdgeschichtlichen Periode kann man in der Maarstube besichtigen, Schautafeln zur geologischen Geschichte des Maars stehen am Anfang der Allee.

An der Strasse zweigt der Pfad nach rechts ab, entlang des Maar-Randes zurück zum Auchtert und Breitenstein.

Zauberbaum der Alten: Eberesche. Baum von Odin und Thor.

Am Maarrand – Zauberbaum der Alten: Eberesche.
Baum von Odin und Thor.
Die Beeren liefern Marmelade und geistiges (Schnaps).

Gehzeit ca. 3 Stunden ohne Rast und Einkehr. Maarstube an Wochenenden, Hofladen auch Freitag vormittag geöffnet.

Ziele in der Nähe:

  • Ein lohnender Abstecher: Torfgrube Schopflocher Moor  – tolle Bestände an Rohrkolben, Sumpfiris und Wald-Angelica, Libellen, Frösche, Falter etc.
  • Otto-Hoffmeister Haus: Landgasthof Albengel mit Übernachtung
  • Biosphären-Zentrum Schopflocher Alb an der Hauptstrasse, Richtung Römerstein: Veranstaltungen, Vorträge, Laden, Cafeteria.

 

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Lebendiges Wasser: Magischer Quell, ewiger Kreislauf

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Brühlbach im Maisental bei Bad Urach.
©beast666

Um an die Quelle zu kommen, muss man gegen den Strom schwimmen….
chinesische Weisheit

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Wasserfall Bad Urach – ein Feng Shui Motiv.
©beast666

Bilder von bewegtem Wasser bringen das  Chi in Wallung. Sie beleben den Wasserbereich (Norden, Karriere) einer Wohnung, gerne werden sie auch  innen nahe der Wohnungstüre aufgehängt, um die Chi-Energie in den Wohnraum einzuladen. In der Reichtumszone (Nord-Osten) vermehren Wasserfallbilder den Geldfluß und verhelfen zu mehr Wohlstand. Je mehr Gischt der Wasserfall hat, desto besser soll er wirken. Na dann hoffen wir mal, dass es keine Überschwemmung gibt …

Andererseits sagt ein chinesisches Sprichwort:
Glück kommt als schmales Rinnsal, Unglück als schäumende Woge …

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Moderner Brunnen in der Schweiz.
©beast666

Griechische Mythologie: Der schöne Jüngling Narziss verschmäht aus Eigensucht die aufrichtige Liebe eines Mädchens, dass sich daufhin umbringt. Die Göttin Nemesis bestraft den Egomanen: Narziss verliebt sich in sein Spiegelbild, das er bei einer Rast an einem Gewässer betrachtet.  Nicht erkennend, dass es sein eigenes ist, will er sich mit dem Abbild  vereinigen und ertrinkt.

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Zierteich Bayreuther Eremitage: Schöne Nymphea (Seerose),
nach anmutigen griechischen Naturgeistern benannt.
©beast666

Gesang der Geister über den Wassern

Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:
Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muß es,
Ewig wechselnd.
Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!

 
Johann Wolfgang von Goethe
(1749 – 1832), deutscher Dichter der Aufklärung,
Naturwissenschaftler und Staatsmann
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Blaue Ferne und unendliche Weite: Offener Atlantik
Pointe Penhir, Bretagne ©beast666

… To unpathed waters, undreamed shores.

William Shakespeare
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Ungezähmte Wildheit, unbekannte Tiefen.
Mutter Ozean kan auch zerstören. Bretagne ©beast666

Ozeane und Mondin, Symbole oder Grossen Mutter, des lebenserzeugenden Systems “Gaia”. Beide erscheinen mild und freundlich lockend – der sanfte Schein des Vollmondes, der glatte Spiegel oder das frische Blau der Meeresoberfläche. Im nächsten Moment empfinden wir sie als bedrohlich, das Meer türmt sich zu Wogen, es scheint alles verschlingen zu können, in seiner Tiefe lauern Ungeheuer, beim romantischen Mondlicht jagen die grossen und kleine Raubtiere am liebsten. Hier zeigt sich die Ambivalenz der Natur, sie gibt und nimmt, das Individuum gilt ihr wenig. Das machte auch die Göttinnen vom Typ der “grossen Mutter”- Hathor/Sechmet, Kybele aber auch Artemis und Hekate in manchen Aspekten furchteinflössend. Nicht umsonst hatten sie als Begleiter und Totem Löwinnen oder wilde Hunde an ihrer Seite.

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Fremde Gestade: Wasser ist auch Symbol des Abschieds,
die Küste bildet die Grenze zum grossen Unbekannten.
The Old Ways Bretagne ©beast666

Viele Trauerriten finden an Ufern statt, wenn dies aufgrund der natürlichen Gegebenheiten möglich ist. Hindus lassen ihre Asche in den Ganges streuen, Wikinger sandten ihre Verstorbenen mit brennenden Schiffen aufs Meer zur letzten Reise. Auch von den Bewohneren der neolithischen Siedlung Stonehenge wird angenommen, dass sie die Asche ihrer Toten einmal im Jahr nach einer grossen Prozession in den Fluss Avon streuten, um einen sicheren Weg ins Reich der Ahnen zu gewährleisten.

 Aus Faust, Teil II

Alles ist aus dem Wasser entsprungen!!
Alles wird durch Wasser erhalten!
Ozean, gönn uns dein ewiges Walten.
Wenn du nicht in Wolken sendetest,
Nicht reiche Bäche spendetest,
Hin und her nicht Flüsse wendetest,
Die Ströme nicht vollendetest,
Was wären Gebirge, was Ebnen und Welt?
Du bist’s, der das frischeste Leben erhält.

 
Johann Wolfgang von Goethe
(1749 – 1832), deutscher Dichter der Aufklärung,
Naturwissenschaftler und Staatsmann
 
Fotos sind auch als Feng Shui Poster erhältlich: ambrosia(at)athamor-und-alembik.de
 

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Limburg revisited: Obstblüte und Orchideen

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Saftiges Grün der Obstwiesen -
Limburg Vulkan Ende Mai, Blick vom Michaelshof.

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Einige späte Apfelsorten blühen noch Ende Mai.

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Bocksriemenzunge – für unsere Breiten eine stattliche Orchis.
Leider – nomen est omen, sie müffelt nach Ziege.

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Blick zum rasenbedeckten Gipfel mit Wallungen aus der Keltenzeit,
die natürliche Terrassen nutzen.
Am blauen Himmel: Kondensstreifen, keine Schämtrails.

Alle Fotos: @beast666 2016.

Die Limburg ist ein Zeugenberg vor dem Albtrauf bei Weilheim. Eigentlich ein alter Vulkanschlot, entstanden zusammen mit der Aussprengung des Randecker Maar und anderen landschaftsprägenden geologischen Ereignissen beim Ausbruch des Kirchheim-Uracher Vulkans. Zahlreiche warme Quellen in der Umgebung sind ebenfalls noch Zeugnisse dieser “heissen” Vergangenheit. Siedlungsspuren sind seit der Jungsteinzeit nachgewiesen. Im frühen Mittelalter gab es sogar eine echte Burg auf dem platten Gipfel. Durch die Abwechslung von Obstwiesen, kleinen Weinterrassen und Magerrasen bietet die Limburg eine reiche Vielfalt an Tier- und Pflanzenleben.

 

 

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Jakobsweg, die zweite: Zum Stuifen und zum Kalten Feld

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Staufische “Drei Kaiser Berge” – Blick vom Randecker Maar.
©beast666

Wählt man die lange Tour, dann ist der Ausgangspunkt der Wanderung Hohenrechberg: Hat man den Kreuzweg des Kalvarienbergs bis zur Wallfahrtskirche geschafft, führt links daran vorbei der Wanderweg zum Stuifen.

Nach dem Abstieg und Durchquerung der Teil-Ortschaft Vorderweiler über ein Stück an der Landstrasse nach Süssen (Schw. Gmünd) führt der Abzweig “Braunhäusle” auf einen Feldweg zum Stuifen (Wegmarkierung “roter Strich”). Die Route durchquert in Kehren den Wald, an einem Steinbruch und einer Schutzhütte mit Grillplatz vorbei und endet auf dem Gipfel (757m). Dort ist auch eine Wegmarkierung mit Richtungshinweis “Zur Reiterleskapelle” angebracht. Im Gegensatz zu den beiden anderen Kaiserbergen ist der Stuifen nicht bebaut, sondern fast vollständig bewaldet. Im September 2011 wurde auf einer Freifläche an der Westseite des Stuifen ein zwölf Meter hohes Holzkreuz in 718 m Höhe errichtet. Es ist den beiden anderen Kaiserbergen (Rechberg und Hohenstaufen) zugewendet. Es gibt dort eine Rast mit Bänken und einen Aussichtspunkt nach Wissgoldingen. Vom Kreuz aus verläuft der Weg entlang des Bergkamms ca 3km im Wald. An lichten Stellen wachsen ganze Felder der echten Katzenminze. Man hält sich in Richtung Weilerstoffel um den Hang hinunter, um den Schönberg herum und auf den Pfad zur Reiterleskapelle zu gelangen. Hier trifft man auf einen Wanderparkplatz mit dem Hinweisschild für die Strecke. Diese führt leider auf eine geteerte Strasse, auch die allgegenwärtigen Mountainbiker nerven, wie schon beim ersten Teilabschnitt dieser Wanderung: Vom “Staufen zum Rechberg”.

Es gibt allerdings weitflächige Wiesen, die das ganze Jahr über die unterschiedlichsten Blumen hervorbringen – z.B. verschiedene Formen des Geranium pratense, Primeln, Wiesenbocksbart, Hahnenfuss, Witwenblume oder den blauen Wiesensalbei. Vom Abzweig zum Waldweg zur Kapelle (Parkplatz und Festplatz am Schwarzhorn) am hat man einen schönen Blick auf von Wachholderheiden bedeckte Hügel.

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Geranium Pratense am Wegrand.

Die sogenannte Reiterleskapelle ist dem heiligen Leonhardt geweiht und wurde der Legende nach von einem ortsansässigen Bauern vom “Reuterleshof” in Tannweiler errichtet, dem hier ein wilder Reiter (wie bei Sleepy Hollow, allerdings mit kopflosem Pferd) erschienen war. Um den Spuk zu bannen liess der erschrockene Bauer die Kapelle errichten. Der wilde Reiter ziert heute als goldene Wetterfahne das Dach der Kapelle. St.Leonhardt  war der passende Heilige und Nothelfer, gilt er doch als Schutzpatron von Ross und Reiter, daher gibt es in Baden-Württemberg immer noch “Pferdewallfahrten” zum Ehrentag des Leonhardt im November, oder auch zu Christi Himmelfahrt, wie auch in Bayern beim sogenannten Leonhardiritt.

Die kleine, aber trutzig wirkende Kapelle wurde schön restauriert und ein Ort der Ruhe mit Bänken und wunderbarer Aussicht geschaffen. Letzteres liegt an der einzigartigen Lage des Kirchleins auf einem Sattel im Christental, dem Paß zwischen Schwarzhorn und Graneggle.

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Leonhardtskapelle mit alter Zeiglinde.
Sie ist als besonderes Naturdenkmal im Gebiet des Kalten Feldes ausgewiesen.

Laut der im Türsturz angebrachten Jahreszahl wird die Erbauung der Kapelle für das Jahr 1714 angenommen. Für eine frühere Entstehung der Kapelle in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts spricht das geschätzte Alter von 350 Jahren für die neben der Kapelle stehende Sommer-Linde, sowie die Spukgeschichte vom wilden Reiter. Ob der Name Reiterleskapelle nicht doch vom “Leonhardiritt” abstammt ist nicht gesichert. Der Innenraum ist sehr schlicht, mit der Statue des Heiligen und wenigen anderen Figuren aus Holz . Das liegt auch an einem dreisten Diebstahl, weswegen der Altarraum jetzt vergittert ist. Die Kapelle steht am Schnittpunkt mehrerer Wanderwege des Schwäbischen Albvereins. Sie ist auch eine Station des 2003 eingerichteten regionalen Wanderwegs Glaubenswege und des 2008 eröffneten Jakobswegs Göppingen, so dass man auch eine Stempelstelle vorfindet.

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Schnapswurzel: Gelber Enzian, Gentiana lutea – eine Heilpflanze.

Hinter dem Bauwerk  ist ein Abstecher hinauf zum Schwarzhorn, auch “Rechbergle” genannt, möglich, der an Hängen mit artenreichen Magerrasen vorbeiführt. Auf dem Gipfel gibt es ein christliches Jugendhospiz, das traumatisierten Kindern Schutz und Ruhe in der Natur bietet. Eines der Gebäude ist ein altes Schulhaus aus dem Schwarzwald, das man abgetragen und auf dem Gelände wieder errichtet hat. Sieht ein bisschen aus wie aus der Serie “Little House on the Prairie” nach den Kinderbüchern von Laura Ingalls.

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Altes Schulhaus mit Glocke aus dem Schwarzwald auf dem Schwarzhorn.

Überquert man die tiefe Einkerbung des Passes unterhalb der Kapelle, gelangt man auf den Weg zum Kalten Feld, der zunächst steil bergauf führt – teilweise gibt es Stufen. Das Kalte Feld ist mit 780,9 m die höchste Erhebung in der Ostalb. Die Hochflächen aller drei Teilberge inklusive Graneggle und Hornberg werden landwirtschaftlich genutzt, daher der Name des Bergrückens in einer eher klimatisch rauhen Region.

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Entscheidungen:
Zwillingsbaum auf dem Weg zum Kalten Feld.

Auf der Hochebene des Kalten Feldes steht ein Bergwacht-Haus, die Gaststätte Knörzerhaus sowie an der höchsten Stelle das ebenfalls bewirtschaftete Franz-Keller-Haus, ein Wanderheim des Schwäbischen Albvereins, das nach dem sogenannten Rosensteindoktor Franz Keller benannt wurde.

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Albvereinshaus mit einfacher Übernachtung:
Franz Keller Haus auf dem Kalten Feld.

Hier steht auch noch die alte steinerne Schutzhütte – jetzt liebevoll “Villa Maus” genannt. Auf ihr Dach führt eine Treppe – ein kleiner Aussichtsturm. Das Plateau wirkt moorig ist von Birken umgeben.

Für den Rückweg bietet sich ein Abstecher zum Hornberg und seinem Aussichtspunkt “Luginsland” an: Auf dem Plateau liegen ein Höhenrestaurant sowie ein Segelflugplatz. Am westlichen Bergsporn Graneggle befinden sich Mauerreste der Ruine Granegg.
Streckenführung und Dauer:

  • Es handelt sich, je nach Ausgangsort um eine Strecken- oder Rundwanderung, die man auch in Teilabschnitten begehen kann. Start ist entweder Hohenrechberg (Strecke), Wissgoldingen oder Waldstetten (Rundkurs). Wer die lange Tour von Rechberg aus wählt, sollte an eine Rückfahrt mit dem Bus denken, oder ein zweites Fahrzeug abstellen. Auf jeden Fall gutes Schuhwerk und diesmal sind auch Stöcke empfehlenswert. Genug Trinkflüssigkeit mitnehmen. Die Wanderung kann während des Hochsommers unternommen werden, da grössere Strecken (bis auf das Teilstück bei Weilerstoffel) im Wald verlaufen. Die lange Steckenwanderung vom Rechberg aus dauert wenigstens 5 Stunden ohne Einkehr und geht über 22 km, wobei einige deftige Steigungen zu überwinden sind.

Einkehrmöglichkeit besteht an der Ruine Hohenrechberg, an der Wallfahrtskirche Hohenrechberg, in Waldstetten (schöne alte Kirche St.Laurentius, wer noch ein bisschen Zeit mitbringt), Wissgoldingen oder natürlich im Albvereinshaus am Kalten Feld. Zusätzlich gibt es noch die erwähnten Höhenrestaurants.

Die Teilabschnitte lohnen einen zweiten Blick, da werde ich noch posten, auch was die interessante Pflanzenwelt anbelangt.

 

Posted by on Juni 20th, 2016 Kommentare deaktiviert